Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 65 (16.8.1938)
- Date
- 1938-08-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 65, 16. VIII. 1938 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seif» 7 Ein jüdischer Musiker Zum 20. Todestag von ßogumil Zeplcr (17. August) Neben A. Z. Idelsohn und Arno Nadel gehört Bogmnil Zepler zu den Wegbereitern auf dem Gebiete der jüdischen Musik — in Wort und Tat. Geboren 1858 in Breslau, trieb es ihn von frühester Jugend zur Musik. Nach ausgedehnten Studien tritt er mit Erfolg an die Oeffentlichkeit. Seine Parodie auf Mascagnis ״Cavalleria rusticana“, ״Cavalleria berolina“, macht ihn schnell bekannt. Auf den Kleinkunstbühnen finden seine Chansons großen Beifall. Mehrere komische Opern erringen Achtungserfolge, auch einige Operetten. Zepler ist ein Komponist der leichten Muse, spritzig, erheiternd, unterhaltend, parodistisch, ein moderner Offenbach. Seine kompositorischen Arbeiten gaben ihm jedoch nicht die Befriedigung, die er suchte. Und so wendet er sich der Musikschriftstellerei zu, 1906 wird er Redakteur der ״Musik für Alle“. Die altere opernliebende Generation erinnert sich noch der vielen, ausgezeichneten Opernhefte, die Zepler bearbeitete und mit einer in das Werk einführenden Einleitung versah. Schon während dieser Tätigkeit beginnt im Leben Zeplers ein neuer Abschnitt; In ihm regt sich das Interesse und die Liebe zum jiddischen Lied, zum Volkslied der Juden in Osteuropa. Schon zu Anfang unseres Jahrhunderts beginnt Arno Nadel mit seinen periodischen Veröffentlichungen von Bearbeitungen jiddischer Lieder in der Zeitschrift ״Ost und West“. Etwa 1917 erscheinen auch Zeplers Bearbeitungen, so z. B. ״Die Megiüe“, ״Kätzelc meins“, ״Ballade vom Rehbe und die Chassidim“, ״Freitag auf der Nacht“ u. a. Bei dem Liede ״Der Orimann“ haben sich Nadel und Zepler zu einer gemeinsamen Bearbeitung verbunden. Zeplers Bearbeitungen für Klavier und Gesang erfüllen hohe musikalische Ansprüche. Man spürt deutlich heraus, wie er der melodischen Linie des jiddischen Liedes nachgeht. Bei diesen Bearbeitungen bleibt Zepler jedoch nicht stehen. Es drängt ihn, Texte jüdischer Dichter musikalisch zu formen. So finden, wir im Jahrgang 1018 von ״Ost und West““ die Vertonung des Gedichtes von Hugo Salus ״Altes Ghettoliedchen“״. Aus dem Gedicht und aus Zeplers Musik spricht das ganze Judenschicksal zu uns. Trotz der unverkennbaren Beeinflussung durch das jiddische Lied zeigt die Komposition eine eigene, charakteristische Note. Kurz vor seinem Tode treibt es Zepler auf seinem Wege zur jüdischen Musik weiter. Er stellt sich in den Dienst der S y n a go g e 11m u s i k. Zepler, als ein Musiker vom Fach, erkennt, daß die Kultmusik stellen geblieben ist. Wieder durch Wort und Tat setzt er sich für eine Reformicrung und Neuschöpfung ein.' Es sina kühne Gedanken, die er 1917 in einem Aufsatz, erschienen in ״Ost und West““ unter dem Titel ״Zur Neugestaltung der musikalischen Liturgie der Synagoge“ äusspricht. Zepler will los von Chor und Orgel, die, wie er sagt, gedankenlos aus der christlichen Kirche übernommen wurden. Sein Ideal ist die Neukonstruktion der alten Tempelmusik in Form des modernen Orchesters, dessen Besetzung in etwa der alten Tempelmusik entsprechen soll. Das Orchester soll für Großgemeinden 18 Mitwirkende umfassen, für kleinere weniger. An Steile des üblichen Chores tritt ein Knabenchor. Zepler komponiert eine ״Psalmodie“ für Geige, Harfe und Orgel, in der er ein Beispiel des psalmodischen Tones gibt, den er für eine moderne Synagogenmusik fordert. Zum Moll der Klage muß ein Dur der Freude treten. Zepler will den Anschluß an die wertvollen traditionellen Synagogenmelodien, die Banalitäten müssen ausgemerzt werden. Sein immer strebender Geist hat noch im gereiften Alter zur Sprache der Väter zurückgefundcn. Er studierte die Gebete im hebräischen Urtext, um so den Feinheiten und der gewaltigen Tiefe, die in ihnen verborgen sind, nachzusptiren und sie in Musik umzuformen. Gerade 60 Jahre alt, im Vollbesitz seines Könnens, wurde Bogumil Zepler uns entrissen. Sein Kämpfen und Ringen um die Gestaltung einer ״Jüdischen Musik“ ist ein Wegweiser für die jüdischen Komponisten, die bewußt ihre Kräfte für die Tonsprache ihres Volkes cinsetzen wollen. ._ Erich Mendel Der in London lebende Komponist Berthold Gold- Schmidt schreibt für das Kurt Joos-Ballett die Musik für ein längeres Ballett, das im Winter in London zur Uraufführung kommen soll. Die Sängerin und Gesangspädagogin Rose Walter hält in diesem Jahr einen Sommerkurs in Chatelet (feanzösische Schweiz) ab. Briefe an die Redaktion Dichterische V isionen Zürich, den 12. August 1938 Sehr geehrte Redaktion! In Nr. 57 «roitenllichten Sie aus den Lebenserinnerungen Shmarya Levin ein Kapitel, das dem Phänomen Theodor Herzt gesehen, aber cs wurden Ge• schichten von ihm erzählt, die sehr bald den Charakter von Legenden amiahmen ... Er hatte den Weg geiunden, der zum judenstaat führte. Während er das Buch geschrieben hatte, halte er deutlich das Flattern von Adlcrflügcln gehört, die über seinem Kopfe einer anderen Stelle': ״D ic Ad- Schwingen des über seinem Volke schwerer die'' Krida ist, um 60' stärker ist das Gefühl für den Schutz von oben, ln lletzls Falle veitictte sich diese lieberzeugung beinahe bis^zur II a 1 - seine Stimmung beim Pioduzieren eines Werkes beschrieben hat. Bekanntlich haben Dichter sich häufig über den Prozeß der formenden Phantasie geäußert, über die Stimmungen, die ihre Schöpfungen erzeugen oder be- Gedichtes eher vorschwebte, als der klare Begriff vom Inhalt, daß aut die musikalische Grandfolgte. Bei 'anderen Dichtern geht Heinrich!"eine liegt ehre Aeußcning über die seelische Haltung vor, die ihn beim Schaflergleichen beim Dichten pas- Ais ich Jacob Zucker in dei Weil Die Jüdische Rundschau hilft Adressen suchen Die Einsender werden gebeten, Namen deutlich (falls nicht mit Schreibmaschine, dann in Blockschrift) zu schreiben, damit lrrlümcr vermieden werden. (Red.) Nr. 760. Die Nachkommen von Moritz Bernhardt, ausgewandert 1856, letzte Adresse: c/o W. m. Frankel, Dav- Port, Java; Prof. M. Bernhardt, c/o Moses Lewin, South Peari Street, Aibany N. J., wird gesucht von Frau Ltici Koch, Berlin W 50, Geisbergstr. 29. Nr. 761. Benny Roedcr jr., letzte Adresse: 121 West 55 Street, New York City, Geiger am Belasco-Thcater, wird gesucht von Julius Rocdcr, Rottweil, Königstr. 2. Nr. 762. Die Nachkommen von Hermann Jacobus, aus Zempclburg (Westpr.), und dessen Frau Mine. ״erw. Loewenstein, geh. Katz, aus Molenfelde; Dr. med. Isi Jacobus und Hanna Jacobus, New York 57111 Str.; die Kinder von David Stone (Nathan und Mabcl Stone), letzte Adresse: New. York 213 W. 122 Str., werden gesucht von Frau Pauline Katz, geb. Katz, Bad Ems, Römcrstr. 89. Nr. 763. Izchok Luzer Wollrauch, aus Rosprza (Polen), ausgewandert vor zirka 25 Jahren nach New York, wird gesucht von Fischei Ursztajn, Hamburg, Schäferkampsailee 28. Nr. 764. Die Nachkommen von William Wolff und Alwine Selka, geb. Wolff, beide aus Neubrandenburg in Mccklenbürg. Adresse: Brooklyn, New York, werden gesucht von Siegmund Noack, Berlin W15, Xantener Str. 5. Nr. 765. Die Angehörigen von Frau Jettchen Mendel, geb. Steinfels aus Hoppstädten/Nahe, in den 80er Jahren nach Chicago ausgewandert, werden gesucht von Frau Sara Meier, geb. Steinfels, Siegbttrg, Louisenstr. 28. Nr. •766, Leon Wielogura, 1913 ausgewandert aus War• schau nach New York; Moritz. Friedmann, Schneider für Damenkonfektion, 1913 ausgewandert aus Warschau nach New York; Ciwje Sluszny, um 1900 ausgewandert aus Warschau nach Chicago oder New York, werden gesucht von Sztinu Sluszny, Köhl a. Rh., Am Tnitzenbcrg 31. Nr. 767. Die Kinder von Julius Altmann aus Kempen i. Pos., nach Chicago ausgewandert, werden gesucht von Rosalic Brandt, geb. Ältinann, Berlin W, Regensburger Str. 23a. Nr. 768. Isidore Simonstein, 1866 von Schneidemühl nach Sidney ausgewandert, oder dessen Sohn Moritz (Morris) bzw. die Tochter Henriette (Jette), verehelichte Kaufmann, werden gesucht von Rudy Simonstein, Chemnitz, Ludendorffstr. 73. Nr. 769. I. Traub; K. Rosenrauch; Siegmund Bierer; Mote Rauch, sämtlich aus Stanislau, ausgewandert nach New York, werden gesucht von Jacob Adler, Leipzig CI, Ludendorffstr. 6. Nr, 770. David Feuer aus Bohorodczancv (Galizien), vor ca. 45 Jahren mit seiner Mutter Scheindel und seinem Sfiefbrtuler Gerson Kallmann nach New York ausgewandert, wird gesucht von Moses Reichmann-Margulies, Duisburg a. Rhein, Souncnwall 72, Nr, 771. Die Nachkommen von Jakob Zion, von 10 Jahren aus Holland nach Amerika ausgewandert, werden gesucht von Etnmy Oser, geb. Zion, Berlin SW29, Kottbusser Damm 67. Nr. 772. Familie Korngold und Familie Heiberger, von Jcdlowka (Polen), ausgewandert nach USA,, werden gesucht von Korngold, Berlin N 54, Angermünder Straße 12 a 11. Nr, 773. Nathan Ki's, zuletzt in New York, 117 East 15 th Str. wohnhaft, wird gesucht von Zipora Färber, geb. Kis, Hannover, Burgstr. 24, Nr. 774. Iro (Irwing) Stein aus Monasterziska (Polen) verheiratet mit Anna Schechter, bis 192S in Brooklyn (New York), 30 East 96 th. Street wohnhaft, oder dessen Verwandte, werden gesucht von Israel Färber-Stein. .Hannover, Burgstr. 24. Nr. 775. Die Nachkommen von Kathi (Golde) Ziegler, geb. Lipscher; von Chane Lipscher aus Jablonow bei Groß- Bitsch a. d. Waag; von Bernhard Lipscher aus Kotteschow v. d. Waag, 1870 und 1880 nach New York ausgewandert, werden gesucht von Adolf Kober, Wien, XIII., Pcnzinger Straße 128, Tür 7. Nr. 776. Arthur Goldmann oder Verwandte in New York, werden gesucht von Emmy v. Stedt, Berlin' W 3(1, Augsburger Straße 62. , Nr. 777. Die Nachkommen von Jakob Jaraczewer, ausgewandert von Wreschen oder Miloslaw i. Posen um 1865 nach San Francisco, und die Kinder von Salomon Cohen, Savannah, USA., werden gesucht von Goldchcn Lewkovvitz, geb. Becker, Waldenburg i. Schl., Barbarastr. 1. Nr. 778. Die Nachkommen von Leopold Laser aus Hottenbach a. d. Nahe, um 1870 nach USA. ausgewandert, Little Rock, 1895 in Chicago wohnhaft; die Nachkommen von Abraham Laser aus Hottenbach a. d. Nahe, um 1860 nach USA. (Texas), später Little Rock; B. Bonnen, 521 U. Wilkins St. Jackson Mich, (USA.), von Tolci (Eifel) um 1890 ausgewandert nach USA; Moritz Heymann, von Köln- Ehrenfeld um 1S88 ausgewandert nach USA., 1901 in St. Louis, werden gesucht von Leopold Laser, Hagen i. Westf., Elberfelder Str. 89,11. Nr. 779. Familie Kornberg, um 1920 in Gnesen, dann ausgewandert nach USA., werden gesucht von Gerda Alper, geb. Rogozinski, Berlin N 58, Schönhauser Allee 157. Nr. 780. Die Nachkommen von Morris Breslauer, Schammes bei der Gemeinde in Wolverhampton und seiner Ehefrau Amalia,;ich. Spitz, aus Kempen, werden gesucht von Adolf Wiener, Breslau, Höfchenstr. 78. Nr. 781. Aron Schorsch aus Sindolsheim (Baden), ausgewandert nach New York, letzte Adresse 211 W, 148 Str., wird gesucht von Adolf Schorsch, Adelsheim (Baden). Nr. 7S2. Josö Stettauer aus Ichcnhauscn (Bavern), 1914 nach Argentinien ausgewandert, lef/te Adresse: fest Palave* cino. E. Rios, wird gesucht von A. Neuburger, Treuchtlingen. Nr. 783. Die Nachkommen von Philip Levy (Leppek) aus Inowraclaw (Kinder Lilliau, Harriet, Ltieille, Josephine), Brooklyn, werden gesucht von Leo Leppek, Berlin 0 34, Grünberger Straße 48. Nr. 784. Max Reutlinger und Julius Rcutlinger aus Wiesbaden, kurz vor dem Kriege nach New York, Broadway, ausgewandert, werden gesucht von Ferdinand Mayer, Frankfort a. M., Nicdenau 24. Nr. 785. Herrmann und Julius Rotholz, aus Posen, jetzt in Milwaukee (USA.), werden gesucht von Louis Leib Rotholz, Berlin N, Elsässer Str. 6. Nr. 786. Sigmund und Adolf Schrank, letzte Adresse: Ncwark (. J.), werden gesucht von seiner Schwester Helene Weiden, geb. Schrank, Wien 111, Rueppg. 29/22; Israel Garfunkel oder Nachkommen, New York, werden gesucht von seinem Verwandten Rudolf Garfunke!, Wien III, Rueppg. 29 22. Wir bitten diejenigen unserer Einsender, deren Adressengesuch in der ״Jüdischen Rundschau“ Erfolg gehabt hat, uns dies mitzuteilen. — Red. ״Jüdische Rundschau“. DER JÜDISCHEN RUNDSCHAU (Waditlied) JT־IÖ1P??n TB? Von Abraham Schlonsky.. Musik von Vetdine Schlonsky. ,vfe •V . det ej4m.ji.ni} ejt Aw 2«׳ id id , d>'r) ZrS .'. L_.^ —V--T- וימי® 4׳־ 1 *T? f ff Du sandige, felsige, chamsin• reiche Heimat, welch flammendes Lied sangen dir nfdil deine Dichter? Nur ein Lied ist noch aul keine Tatei gegraben: Das Lied der Wadit vor versthlossenem Tor מיילדת חמסינית, חי־לית ומסלעת, מד, שיר לך חוזיך לא שרו נלהט? שירה רק אחת לא וזרתה עוד על דף? שירת־המשמרת מול שער מוגף.