Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 64 (12.8.1938)
- Date
- 1938-08-12
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 44, 12. VIII. 1938 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 11 Ein Erzieher der Jugend Chronik des Terrors Jerusalem, 8. August, (Palcor.) Auf dem Gemüsemarkt in der Altstadt von Tiber ias explodierte heute eine Bombe, die 9 Arabern ernste Verletzungen zufügte. Bei der Panik, die auf die Explosion folgte, wurde ein Jude durch Steinwürfe leicht verletzt. Drei Araber, die des Attentats verdächtig sind, wurden verhaftet, lieber die Altstadt ist ein 22stiindigcs Ausgehverbot verhängt worden. Im Laufe des Tages kam es zu einer zweiten Bombcnexplosion, die jedoch keinen Schaden anrichtete. Der 25jährige .Mosche Ashkenasi, ein Ladenbesitzer im Grenzbezirk von T e! A w i w und Jaffa, wurde heute, als er vor seinem Geschäft stand, aiigeseiiossen und schwer verwundet. Er konnte der Polizei den Namen des Angreifers mitteilen. Chaim Golde ״borg wurde heute in J e r u s a 1 c in angeschossen und schwer verletzt. Er erlag später seinen wunden. Ferner starb der am 26. Juli verletzte 35 Jahre alte Jacob R a ß, der im Zusammenhang mit der Bombenexplosioti auf dem Jerusalemer arabischen Markt verhaftet worden war. Chaim Kandel, der unter der Anklage stand, einen Revolver bei sich getragen zu haben, wurde nach dreitägiger Verhandlung vom Militärgericht in Haifa f r e i g e s p r 0 c 11 e n. J e r u s a 1 e m, 9. August. (Palcor.) Das Jemeniten- Viertel, das zwischen Tel Awiw und Jaffa liegt, wurde als Strafe für den Angriff auf arabische Straßenkehrer am 7. August• mit einer Kollektiv strafe von £ 250 belegt. Sechs jüdische Hilfspolizisten der Migdal Zedek-Steinbrüche bei Petach T i k w a, die vor Eintreffen der Arbeiter in den frühen Morgenstunden die Landstraße abpatrouillierten, wurden von Terroristen angegriffen. Nach einem heftigen Kampf wurden die Terroristen in die Flucht geschlagen. 20 bewaffnete Araber drangen gestern nacht in ein arabisches Dorf bei Afule ein und ermordeten drei Bauern. Im ürcimbezirk zwischen Tel Awiw und Jaffa wurde heute morgen ein Araber durch Schüsse schwer verletzt. Ein arabischer Ingenieur des Regierungs-Departments für öffentliche Arbeiten und vier dort beschäftigte Araber wurden von arabischen Terroristen in der Gegend von Dschenin-Nablus entführt. Ein Christ arabischer Abstammung aus Malta wurde in der Jerusalemer Altstadt erschossen. Der Preis der Fahrkarten in jüdischen Omnibussen, sowie der Eintrittskarten zu Vergniigiings,insfalten sind um einen Betrag erhöht worden, der dem jüdischen Verteidigungsfonds ״K o f c r H a j i s c h u w“ zugute kommen soll. Ragheb Bcy Na sh asb i bi hat an Sir Harold Mac- Michael eine Denkschrift gerichtet, in der gegen die B e - waffnung de r Juden und gegen den jüdischen Verteidigungsfonds ״K o f e r Ha jischuw“ protestiert wird. Das Memorandum fordert die Bewaffnung der Araber. Jerusalem, 10. August. (Palcor.) Herzl N o v i k, ein jüdischer Arbeiter, wurde heute, als eine Landmittc unter einem Lastwagen mit Arbeitern in der Nähe der Meretz- Orangenplantagen im Emck Chcfcr explodierte, getötet. Die übrigen Arbeiter blichen unverletzt. Jcschaiahu Prüf, ein 37jährigcr Fuhrmann, wurde heute morgen, als er mit einem Pferdewagen im Abukabir-Vicrtel an der Grenze von Tel Awiw fuhr, angeschossen und schwer verwundet. Zion M a r z u c k, der unter der Anklage stand, am 4, Juli im iMaclineh Jehuda-Vicrtel von Jerusalem in einen arabischen Omnibus eine Bombe geworfen zu haben, wurde heute morgen vom Militärgericht in Jerusalem freigesprochen. Ein verwegener Rauhiibcrfall wurde heute auf die Filiale der Barclay« Bank in Nablus verübt. Acht bewaffnete Araber betraten das Bankgebiiudc zur Mittagszeit und zwangen die Angestellten, die sich gerade zum Weggehen rüsteten, dort zu bleiben. Die Terroristen raubten eine Summe von wenigstens 5000 Pfund und zwangen daun eine Taxe, sich ihnen zur Verfügung zu stellen. Truppen verfolgen die Räuber. Die Marrannin Man schreibt uns: Die folgenden Zeilen — entnommen dem internen Informationsblatt des ״Kibbuz mPuchad“ ״Zrnr michtawim" (,, Brief bändet‘‘) — heleuchten in eigener Art das Problem der Begegnung zwischen dem allen und dem neuen Chawer im Kihbaz. Sch, R. Dem Mädchen, das aus jenem Lande kam und hier, an meiner Seite im Garten arbeitet — diesem Mädchen — ihre Hacke und meine Hacke schlagen in gleichem Takt — der Rachel... Dein Name, Rachel, klingt schön in meinem Ohr und ich bin froh über ihn. Ich weiß nicht warum, vielleicht wegen der Dscholai!berge drüben oder der Wüstenwinde, in denen einst Mutter Rachels Mantel flatterte. Ich weiß es nicht, aber mit tlcincm Namen warst du mir so nah. Und siche, es geschah, ich fragte deine Freundin nach dir, sic überlegte und war verwundert. Sic wußte nicht, wer du bist, bis sie sieh Rachel in Edith übersetzte, lind ich war aus irgendeinem Grunde betroffen. (Vielleicht war es die Erinnerung an Eine, Rinah nannte man sie, die sagte: ,,Sobald ich von euch gehe, werde icii wieder Lili heißen, wie zu Hause.“) Ich dachte, siehe, zu Hause bist du eine Andere — Edith zu Hause und draußen - Rachel, draußen -- bei mir. Ich hin —- draußen. Welche Assoziation — Marraimen. Ich will es dir sagen: wenn du so an deinem Namen!längst, so soll er dir bleiben. Daun behalte ihn, «Irinnen u n d draußen, sei Edith. Vielleicht werden sich die Dscliolanhergc und die Wüstenwinde daran gewöhnen. Sei wie du bist, mir hier, bei mir sei keine ,,Marrannin“. Rachel L., Aschdoth Jaakow Jenseits der Politik. Am 22. Juli fand ein Araber in der Nähe des Bahnhofs von Jerusalem zwei kleine umherirrende jüdische Mädchen im Alter von •1 und 5 Jahren. Er brachte sie in seinem Auto zur Polizei und führte sic von dort aus selbst den Eltern zu, die in dem jüdischen Viertel Nachlat Achim wohnen. Der Rektor der Hebräischen Universität, Professor Dr. Hugo Bergmann, veröffentlicht nunmehr in der ״Palcstine Post", welche über den Vorfall berichtet hatte, einen Brief, in dem er dem unbekannten Araber namens vieler Juden den Dank für sein Verhalten ausspricht. Professor Bergmann schreibt: Die jüdisch-arabischen Beziehungen haben unglückseliger Weise eine solche Wendung genommen, daß keine Hoffnung für einen Ausweg aus der Sackgasse eblicben zu sein scheint. Die Politiker sind mit ihrer Weiseit zu Ende. Militärgewait wird das Problem nicht lösen. Vielleicht ist die Zeit gekommen, wo einfache Herzensgute das Wunder vollbringen wird, das unsere letzte Zuflucht zu sein scheint? Arthur Biram - sechzigjährig Die Zionisten Deutschlands (einschließlich der ausgcwanderten) gratulieren Dr. Biram zu seinem 00. Geburtstag, Sie erblichen in ihm einen der Ihren, einen 11er ersten Palästina-Pioniere aus Deutschland, einen der bedeutendsten Schulmänner Palästinas, der unbeirrt seinen pädagogischen Anschauungen treu bleibt und ein großes Knlfunverlt geschoflen hat. Wir gehen einem seiner engeren Freunde das IV’ort zu einer Würdigung von Mann und Werk. (Red.) Es ist mehr als ein Zufall, daß das Jahr, in dem die Hebräische Realschule in Haifa auf 25 Jahre ihres Bestehens zurück blickt, das gleiche Jahr ist, in dein wir Arthur Birains 60. Geburtstag feiern; denn Birains Name ist eins mit seinein Sduthverk geworden, dem er die Blüte- und Schaffenszeit seines Lehens ohne jede Einschränkung vollkommen gegeben hat. Den Weg zum Judentum zu finden war Arthur Biram verhä'tnismäliig leicht. Sein Vater, ein Beispiel von Pflichterfiillung und Solidität des Denkens, und seine Mutter, die fröhlich atisgleichcndc und das!.eben bejahende, hatten ihn von Jugend an gelehrt, das Judentum als etwas in seinem l eben Wirkendes zu fühlen, und im Hause seines Onkels, des Ilirschherger Rabbiners, in dem der reifende Knabe aufwuchs, konnten die Eindrücke des Elternhauses sich noch vertiefen. Im Jahre 1807, dem Jahre des ersten Zionistenkongresses, in «lern er das Abiturientenexamen bestand, entschied er sich für Palästina. Arthur Biram ist einer der ältesten, bestimmtesten und kampffreudigsten Zionisten Deutschlands. So wie er im Jahre 1913 heim Sprachenstreit in der Reihe der Vordersten und Entschiedensten stand, so war er schon als junger V. J. St.er einer der Wcrhcfrotidigsteil, als Student an der ״Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums“ einer der radikalen Kämpfer im nationaljüdischen I löi erverein. An der Universität studierte er Orientalistik und Ambistik und erlangte 1002 den Dr. pliil. mit einer noch heute viel zitierten Dissertation aus dem Gebiete der islamischen Roligionsphilosopliie. Seine eigentliche Lernzeit aber verbrachte er au der Lehranstalt. F.r absolvierte auch dieses Studium und erhielt 10114 Titel und Würde eines Rabbiners. Er hatte jedoch von Anfang an gewußt, daß er niemals diesen Beruf ausühen würde. Er studierte klassische Philologie tmd bestand im Jahre 1008 mit Auszeichnung das Staatsexamen, das ihn zum Oberlehrer qualifizierte. Biram hat schon zu einer Zeit, in der das Stichwort noch nicht existierte, Palästina bereits in sein Lebensprngranim auf genommen. Das ihm angetragene Amt als Leiter der Realschule des Technikums des Hilfsvereins trat er nicht au, sondern ging Februar 101+ in das (damals noch türkische) Haifa, um die Hebräische Realschule anfznbaiien, deren Gründung nach dem Spracheiikampf von der Zionistischen Organisation beschlossen worden war. Nach dem Weltkriege, in dein er an der russischen Front und auf dem palästinensischcn Kriegsschauplatz seine Pflicht erfüllte, kehrte er im Jahre 1020 wieder an seine Schule nach Haifa zurück. Für den Aufbau und die Leitung der Schule befähigten Biram nicht mir seine vielseitige wissenschaftliche Aushildüng, sondern im besonderen seine entschiedenen Anschauiingen über das Erziehungsziel im werdenden Palästina und der feste Wille, es in seiner Schule zu verwirklichen. Gründ- Der Jerusalemer Jischuw und der Tel■•Awiwer Hafen Die schweren Tage in Palästina haben wieder die Notwendigkeit des Tel Awiwer Hafens erwiesen. Nicht nur daß die Zufuhr nicht stockte, auch Reisende und Touristen konnten nach Palästina kommen und es verlassen, ohne sich einer Gefahr aiiszusetzen. Jedoch gibt es noch immer Kreise irn Jischuw, die zur Förderung ihres Hafens nichts beifragen. Besonders die Kaufleute in Jerusalem ziehen noch immer andere Transportwege vor. Der jüdische Großhandel in Jerusalem leidet unter der Konkurrenz des arabischen. Die arabischen Grossisten aber bringen ihre Waren in Segelschiffen aus Aegypten, wo ein Sammelpunkt für die Einfuhr nach Palästina ist. Durch diese Beförderung in Segelschiffen drückt der arabische Großhändler den Transportpreis von Aegypten bis in sein Lagerhaus in Jerusalem auf 7+5 Mils pro Tonne, während die Kosten des regulären Transportes über Jaffa £ 1.115 pro Tonne und die Kosten des Transportes über Tel Awiw ,C 1,355 pro Tonne sind. Der jüdische Großhändler in Jerusalem nehauptet, daß eine solche Konkurrenz ihn zwinge, auf den Tel Awiwer Hafen zu verzichten. Bei genauerer Untersuchung stellt sich aber heraus, daß auf den Segelschiffen nur ein sehr geringer Teil der Jerusalemer Waren transportiert wird, und daß der jüdische Großhandcl den größten Teil seiner Waren per Eisen b a h n a u s Aegypten bringt. Diese Art der Transporte aber kostet £ 1.300 pro Tonne, so daß der Preisunterschied gegenüber Tel Awiw nicht viel mehr als ein Schilling pro Tonne ist. Die übrigen Waren bringt der jüdische Großhändler über Jaffa, hier beträgt der Preisunterschied freilich annähernd 5 Schillinge zuungunsten von Tel Awiw. Der allgemeine Ucbcrgnng 711m Tel Awiwer Hafen würde sich also sicher in den Preisen auswirken, aber der jüdische Verbraucher hat in anderen Teilen des Landes gezeigt, daß er bereit ist, einen solchen Preisabschlag um der Sache willen zu tragen. Würden die jüdischen Großhändler in Jerusalem regelmäßige Kunden des Tel Awiwer Hafens werden, so würde es gelingen, die Kosten der Beförderung über Tel Awiw bis auf £ 1.165 pro Tonne, also fast auf das Niveau der Kosten des Transports über Jaffa zu senken. M>srad1ist’s׳:her Irgun. Wie uns mitgeteilt wird, wurde Anfang 1036 von den aus Deutschland und Holland kominenden Mitgliedern des Hapocl Hamisrachi, die in der Mehrzahl ihre Hachschara in Holland durdigemacht haben, die Gruppe ״Sor’im“ (die Säenden) gebildet. Der Zweck der Vereinigung . ist, eine religiöse Baiiernsiedlung (Moschaw׳ Owdim) auf «lern Boden des KKL zu gründen, lind zwar erstreckt sich das Programm auf 100 Familien. Im Dezember 1937 erhielt die Gruppe ein Arbeitslager in Nachlath Jehuda bei Rischon Ic Zion. Gegenwärtig zählt die Gruppe 91 männliche und weibliche Mitglieder, die in verschiedenen Orten arbeiten. Die Gruppe will sich noch weiter ergänzen, besonders durch Chalu/im, die noch in Holland auf Hachschara sind. Die Gruppe wendet sich nun mit einem Appell an die jüdischen Institutionen in Palästina, ihr entsprechenden Boden für die Ansiedlung in Galiläa zur Verfiigung zu stellen. lieber Werkunterricht sollte den Zögling für das praktische Lehen und für die Rückkehr zur produktiven Arbeit vorbereiteil, große Lcriipcnsen sollten ihm ein genügendes Maß soliden Wissens vermitteln, und Pünktlichkeit des Worts und des Tuns, Unbedingtheit der Pflichterfüllung sowie Treue bis in die kleinsten Einzelheiten sollten zur Stählung seines Charakters mit unerbittlicher Strenge von ihm verlangt werden. Ls ist erklärlich, daß es Biram nicht leicht war, diese Grund- Sätze gegenüber den Vertretern einer ungebundenen Erziehung und freier Schulgemeinden durcli/ttset/en, und es hat manche Kämpfe mit Lehrern, mit Schülern und mit behördlichen Instanzen gegeben. Mit festem Willen und klarem Ziel hat er aber sein Lr/iehiingsprogramm verwirklicht und auch über seine eigene Schule hinaus vorbildlich gewirkt. Nur der Werkunterricht konnte in dem engen Rahmen einer höheren Schule nicht zu seinem vollen Rechte kommen; was aber die äußere und innere Zuverlässigkeit, die Solidität des Wissens und die Erziehung für die Bedürfnisse des Landes betrifft, so hat Biram sein Ziel erreicht. Ein Regierungsvertreter äußerte irn Jahre 1028, daß es die beste Höhere Schule sei, die er in Palästina kennengelernt habe. Die Entbehrungen, die Biram besonders in den ersten Jahren des Schulaufhatis zu einer Zeit, in der cs weder das Hadar-Viertel, noch gepflegte Straßen und Wohnungen, noch geeignete Lehrer oder Lehrmittel gab, mit beispielhafter Energie und selbstverständlicher Anspruchslosigkeit ertragen hat, können von den neuen Einwanderern kaum vorgestellt werden. Niemals des Vergangenen und!!es Erreichten froh, stets zukünftig gerichtet, voll neuer Plane, umi mit der großen Be- Rahmig des Fleißes aiivgc-tattct, die gegenüber anderen Begabungen oft unterschätzt wird, hat er seine ganze Kraft lind sein ganzes Können der Schule gegeben, und es erfolgreich verstanden, auch seine Freunde und weiteren Bekannten in den Hann der Schule zu ziehen und Opfer von ihnen zu verlange״. In vier Vorschulklassen, sechs Mittelklassen tmd zwei höheren Zusatzklassen wird der Schüler von seinem 6. bis 18. Lebensjahre durch die Schule geleitet und kann sich .seinen Neigungen und Fälligkeiten entspreihen<l fiir bestimmte Lacher entscheiden. Trotz großer Strenge hei der Versetzung und trotz hohen Schiilgeklo« hat die Realschule von Jahr zu Jahr steigende Sehiilcrzablen aui/uweisen. Außer zahlreichen kurzem eine neue Vorschule auf dem Zeniial-Knrmcl lind eine f ilinlsclmle in der Achtisa eingerichtet. Einige Zahlen mögen die erstaunliche Entwicklung illustrieren. Im (altre 1920 wurden 122 Schiller in 6 Klasse״ von II Lehrern unterrichtet, im Juni 19 j I 707 Kinder in 22 Klassen von •17 Lehrern, und im Oktober 1037 1020 Schüler in 3i Klassen von (15 Lehrern. Charakteristisch für die ״Bimm-Schon!■׳, wie sie in Amerika kurz genannt wird, sind ihre geregelten I inan/eii. Die Rubrik ״Zuschüsse“ ist aus dem Budget so gut wie verschwunden; fast der ganze Aufgabenetat ist heute durch Schulgeldeinnahmcu Residiert. Vor kurzem hat Dr. Biram ein neues Werk begönnen, die landwirtschaftliche Schule in Pardcß Ghana, die seiner Leitung untersteht. Diese Anstalt kann für die Heranbildtmg des Landwirte-Nacliwuchscs von größter Bedeutung werden. Wir, seine Freunde, wünschen dem jugeiidfrischeti Jubilar, daß Ordnung und Ruhe bald in das erregte Land zurückkehren mögen, und daß er sein vorbildliches Erzichungswcrk noch ungezählte Jahre zum Segen des jüdischen Palästina entwickeln möge. G o 11 n o I d Weil (Jerusalem) Nationalökonomische Bildung Die ökonomische Zweimonatsschrift ,,Hatncschek haschittufi“, die schon des öfteren für den Aushau der National- Ökonomie an der Jerusalemer Universität eingetreten ist, nimmt Stellung zu der von der Leitung des Technikums in Haifa geäußerten Absicht, n a t i o n a I ö k 0!1 o mische St U- 11 i e 11 a m T e c 11 ״ i k u m zu ermöglichen: Dieser Plan ist nur zu begrüßen, wenn es sieh darum handelt, einen Kurs in ökonomischen Fragen für die Studenten des Technikums ab/11baltcn und sie mit den Grundlagen der Nationalökonomie bekannt zu machen. Ein solcher Kurs aber ist natürlich noch weit davon entfernt, eine geschlossene Ausbildung in der Nationalökonomie zu ermöglichen. Wenn eine solche Aus- Bildung geplant ist, dann erhebt sieh die Frage, ob das Technikum der Ort dafür ist. Die hebräische 11 11 i versitat tragt sich seit langem mit dem Plan zur Gründung einer eigenen Abteilung für Soziologie und wirtschaftliche Fragen. Line Vorstufe für eine solche Abteilung existiert schon: Der Kurs und das Seminar für Agrarwirtschaft und Agrarpolitik von Professor Brut/kus, Kurse und Semtnare für jüdische Soziologie von Dr. R u p p i n und für die Wirtschaft der Nachbarländer von Dr. Bonne. Die Absicht der Universitatslcitung, diese Abteilung aiis/ubauen, zeigt sich auch in der Abhaltung von Vorlesungen über Soziologie und Kooperation in jüngster Zeit. Früher oder später wird ja auch das Institut fiir Agrikultur an der Universität errichtet werden und auch der Aushau dieses Lclir/weiges wird die Erweiterung des ökonomischen Lehrbetriebes erfordern. Es scheint also nicht an der Zeig jetzt eine ökonomische Fakultät im Technikum zu errichten. Ls sei weder nötig noch tnöglieh, in Palästina zwei Institutionen mit parallelen Zielen zu unterhalten, und so wäre es gut, wenn das Technikum und die Universität über die Frage des ökonomischen Hochschul־ Studiums zu einem gemeinsamen Beschluß kämen. Kurse palästinensischer Wertpapiere. In Tel A w i w wurden am 5. August folgende Kurse notiert: Allg e m e i n e H v p o t 11 c k e n h a n k 5 ״ ״ ige Pfandbriefe 99■'! ״.. ((W!'1׳wj, 6 ״ ״ige Pfandbriefe 102' 7 ״״/ '102) .״«), 6 m,ige Vorzugsaktien 111 (111״״), Stammaktien 117 0״ (117•1 .(״״«' ׳־> a I e s t i 11 e L and D c v e I o p in e nt Co. L t d. 6 11״ige Vorzugsaktien 9I:׳'+9) ״״״׳׳V״), Stammaktien S8 °'o (88' _״"׳). Bi z zur 6 1״ige Obligationen Ser. 2 99*/* "/o (99' g■״), Nir Ltd -(1,״ige Obligationen Ser. 1 S5'/Oo (85' ,״״), -t״Mge Obligationen Ser. 2 85 0"5 ,(״״85) ״״ige Vorzugsaktien 69! :>"69) ״' :;"«)■ P a s ,1 l״״ige Obligationen 791;7) ״g״״). P a I e s t i n c Potash Co. 5',.״״ige Vorzugsaktien sh 16 9 d (sh 16 9(1). Wahrend sich die Kurse in der ersten Wochcnhülftc behaupten konnten, kam gegen Wochenende Material heraus, hauptsächlich im Zusammenhang mit den durch den Londoner (iold-Rush hervorgerufenen Wähnmgsbcfürclitungen. Das horauskouimende Material wurde zwar glatt aufgenommen, jedoch mußten sielt die Ordinary Shares der General Mortgagc Bank einen kleinen Abschlag von ■״״ ,׳׳־, die Grdinarv Shares der P.L.D.C. einen Abschlag von O ״״ gefallen lassen. Die!ihrigen Kurse blieben unverändert. Die P.L.D.C. wird im Laufe des September sowohl auf die Ordinary als auch auf die Pref. Shares eine Interimsdividende von 3 0״ zahlen. B E R L I PIRSlANIR NIRZI UlbttrfllcIiB•• Slntll. Palxartan