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Jüdische Rundschau · 1938-08-12 · Heft 64 (12.8.1938) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 64 (12.8.1938)
Date
1938-08-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 64, 12. VIII. 1938 Der Kapital- und Effektenmarkt Die Entwicklung im 1. Halbjahr Der palästinensische Kapitalmarkt ist noch verhältnismäßig Unentwickelt. Das Land verfügt über keine zentrale Notenbank, die durch den Diskontsatz, den Geld- und Kapitalmarkt reguliert. Den Privatbanken stellt mangels einer Zentralnotenhank keine Rcdiskontmöglickcit zur Verfügung. Die Geldemission liegt in den Händen des Currency Board, als dessen Agent die ßardavs Bank fungiert. Der Geldumlauf Ist voll (sogar zu ca. 110"'״) durch englische Rcgierungs- Sicherheiten gedeckt. Die Kreditgewährung an die Wirt- Schaft in Form des Diskont- und Buchkredites ist infolgedessen an die Dcpositeneinlagen und eigenen Mittet der Banken und Kreditgenossenschaften gebunden, von denen ein Teil jedoch liquide gehalten werden muß. Das ganze palästincnsischc Kreditwesen wird durch diese nicht sehr entwickelte, dafür aber solide Organisation des Geld- und Kapitalmarktes naturgeinali beengt. Das im Lande gebildete und cingcwandcrte Kapital strömt — soweit cs nicht im Häuserbau und Hoden besitz, in der landwirtschaftlichen Ent- Wicklung, in Industrie- und Handelsunternehmungen, Trans- Eorhmcn 11. a. Wirtschaftszweigen investiert wird — als 'cpnsitcncinlagen den Banken zu und bildet den flüssigen Kapitalfonds des Landes, der allerdings zum Teil durch die Banken in Kreditform investiert ist. Daneben haben sich in den letzten Jahren in den Händen der Regierung sehr beträchtliche 1' t ,־! t ü b e r s c 11 ii s s e angcsammclt, die per '31. März 1636 mit CP 0,3 .Millionen ihren Höhepunkt erreichten und zutu größten Teil in britischen Werten investiert wurden. Bis zum 31. März. 103S hat sich der Etatüberschuß jedoch auf ׳;P 2,! Millionen reduziert, z. T. infolge der Kosten für die Triippen.-emliingcn und erhöhten Sichcrlieitsausgaben int Zusa ntmeiihang mit den Unruhen, z. T. aber handelt esich auch um eine ämchiirügstechnischc Reduktion, indem LP 1 ׳ .. Millionen Ausgaben, die bis dahin als ״Invc-tihoncn־׳ verbucht und im Rudgetüberschufl mitenthaltcn waren, gern.di einer neuen Finaiizverordnung als Ausg a bc n;1 1) g e b u c 11 t wurden. Die flüssigen Kapitalfonds der Banken haben durch die starke kapitalcmwamicrtingswclle der Jahre 1033-35 eine außerordentliche Erhöhung erfahren und sich in dieser Zeit tim fP 10 .Millionen von LP 7 auf ־:P 17 Millionen erhöht. Wem! man berücksichtigt, (lall in der entsprechenden Periode etwa LP 10 Millionen Kapitalien in das Land einwan- ,riertrn, so ergibt sich also, daß 25 י יז der eingewanderten Kapitalien bei den Banken fiu-'ig gehalten wurden, ln Anbctrarlit der Tatsache, daß praktisch für jeden Einwanderer eine Wohnung mu erstellt werden mußte, der großen Invcstittrwen in Bodenkäufen, in der Landwirtschaft, Industrie, Handel und aller sonstigen Wirtschaftszweigen ist dieser Prozentsatz als ein verhältnismäßig hoher anzusprcchen, wobei noch zu bcn1ck>1cl1tigen ist, daß nicht unbeträchtliche Kapifallen für rein konsumtive Zwecke verausgabt werden müssen, solange die inl:1 inli-che Produktion nicht mit dem Bedarf Schritt half. Seit dem Jahre!93() haben sich die Depositencinlagni bei den Banken nicht mehr wesentlich erhöht, die laufenden Investitionen und sonstigen Abgänge glichen sich mit dem seit 1936 stark verminderten Kapitalzugang aus. Mitten in der Depression erreichten die Depositenbestände der Batiken und Kreditgenossenschaften per Mitte 1037 mit fast LP 17! .< M i 11 i 0 n c n den Höhepunkt, in der zweiten Jahreshälfte 1037 setzte dann ein Rückschlag •ein. Dir Depositenbestand reduzierte sieh um mehr als UP 1 Milli-oti, die von den Banken zwecks anderweitiger Investitionen, und bis zu einem gewissen Grade wohl auch zu konsumtiven Zwecken, abgezogen wurden. Nach der von der Regierung monatlich veröffentlichten Bilanzstatistik der Banken- und Kreditgenossenschaften (auf Grund der der Regierung eingemellten Monatshilan/cn) weisen die Depos iten einlagen und Kredite der Banken folgende Entwicklung auf (£P 1.000)): EnJ« I׳W5 Mit*1937 ־׳ Enä« 1937 End« M«i!9» Einen palästinensischen Wertpapiermarkt gibt es erst seit dem Herbst 1035, und man kann sagen, daß er auf der Einwanderung der Juden ans Deutschland beruht, denen die Kapitalanlage in Effekten״ und besonders Pfandbriefen, geläufig war. Vor der Massenciiiwanderung der Juden aus Deutschland konnte sich in Palästina ein Publikumsmarkt für Wertpapiere nicht entwickeln, da die eingesessenen und osteuropäischen Juden ihr Vermögen nicht in Wertpapieren, sondern in Grundstücken, Böden, Citruspflanzungeu und geschäftlichen Unternehmungen zu investieren pflegen, und sielt darin erst in letzter Zeit durch die günstigen Erfahrungen, die die Juden in Deutschland auf dem hiesigen Effektenmarkt machen, ein Wandel anbalint. Der Wert der am Tel Awiwer Effckten-Clearing (es handelt sich um keine eigentliche Börse) notierten Aktien und Obligation dürfte sich zur Zeit auf insgesamt £P 413—5 Millionen helaufen. Die in London emittierten und gehandelten Werte der großen palästinensischen Unternehmen (Pal. Electric Corp., Stammaktien der Palestine Potash, “Neshcr“, Jer. Electr. & General Mortgage Bank Stammaktien 6 "91 Vorzugsaktien 6% Pfandbriefe!934/54 5% 5׳1938 ״fi 5®S 1941/57 ״ Pal. Land Development Co. Stammaktien 6 % Vorzugsaktien Nir Limited 5% Vorzugsaktien 4 % Obligationen 37/52 4% 2 ״. Serie Palestine Potash Ltd. SH% Vorzugsaktien (in sh/d) Bizur Ltd. 6% Obligationen 38/43 6% 2 ״. Serie 40/47 2 H% Obligationen 1934/54 Tel Awiw 6Vt% Obligationen 28/43 Investment Corp. o! Pal. 5% Obligationen 1940/51 Public Service Corp.), die sich in festen Händen befinden, wie auch eine Reihe anderer Werfe, die keinen breiten Publikumsntalkt haben, werden inTelAwiw nicht oder mir gelegentlich und inoffiziell gehandelt. Das Standardpapier des Tel Awiwer Effektenmarktes bilden die Pfandbriefe und Aktien der General Mortgage Bank (der Umlauf an Pfandbriefen stellt sich gegenwärtig auf ca. £P 2'/* Millionen, der Stammakticnumiauf auf annähernd £P r, Million)). In der ersten Hälfte dieses Jahres war die Tendenz des palästinensischen Effektenmarktes durch eine außerordentliche Festigkeit gekennzeichnet, die in auffallendem Gegensatz zur allgemeinen Depression und Unsicherheit der Lage im Lande steht. Die Aufnahmefähigkeit und -Willigkeit des Marktes war so stark, daß die Effektcnplacierungen einen Rekordumfang erreichten. Die General Mortgage Bank konnte in der ersten Jahreshälfte mehr als £P 300000 neuer Pfandbriefe placieren, auch für die anderen Papiere bestand lebhafte Nachfrage. Nach den monatlichen Kursaufstellungen des Statistischen Regicrungsamtcs ergeben sich für das erste Halbjahr 1938 im Vergleich zu den beiden vorhergehenden Jahren folgende Tiefst- und Höchstkurse, die die Kursbewegung in ihren äußersten Schwankungen erfassen: 1936 1937 1. Halbjahr 1938 31. Juli Tief j t Höchst Tiefst t Höchst Tiefst Höchst 1938 103/« 109’/* 105V« 129 108'/., 116 1167, 102■/« 109'/« 105'/s 117 106V« 112 113 100'/, ״'102 100V8 102V« 100 V« 101V, ״/' 101 95» 4 96 95% 98 Vs ״/'98 987« »/־98 95•/« 96 958/« 98'/, 98' * 98 V« 98*/« 87 111 84V« 101 ״/'83 90 87'/, 88% 103'/« 88'/, 96V. 89'/« 93 9378 66 74 57 ./־70 59 68V, 68'/, 72 Vs 73V« »/5סל 76 V« 75'/« 84 V, 84'/« - ־ 736/g 83’/. 84 13/3 19/4'/, 9/IOVü 14/1V» 13/1'/, 15/7»/. 16/- 97 Va 97'/, 97'/, 98'/« 98'/, 98’/, 98 ,/s 99 ־־ - - ~ 98 8׳,'98 63 V( 71'/« »/<׳ 65 72!/s 69'/« 77V« 7778 - ־ ״ - 104 104 104 - - - - 68'/, 70'/« 70V« Aehnlich wie dem Deposifenbcsfand der Banken kommt es auch dem palästinensischen Effektenmarkt zugute, daß unter den gegenwärtigen Umständen Investitionen in Boden, Grundstücken und wirtschaftlichen Unternehmungen gegenüber eine starke Zurückhaltung besteht und die Kapitalien sich daher Effektenkäufen vorzugsweise zuwenden. Das trifft sowohl auf das im Lande vorhandene wie neu einwandermle Kapital zu. Es kommen aber noch andere Faktoren hinzu, die die Effcktennachfrage steigern. In1 Verlaufe des letzten und laufenden Jahres sind die in den Jahren 1933'35 vergebenen kurzfristigen Privathypotlieken, die im allgemeinen eine Lauf-• zeit von drei Jahren haften, fällig geworden. Im Zusammen• hang damit hat ein Hypothekenumschuldtingsprozeß eingesetzt, ln Anbetracht der durch den Rückgang de'r Bautätigkeit stark verringerten Hypothekennachfrage einerseits und des lebhaften Pfandbrietabsatzes andererseits ist die Mortgage Bank außerordentlich flüssig und übernimmt die fällig gewordenen Privathypotlieken als Langfristige Amortisationshypotheken. Das dadurch frei werdende Privatkapital wendet sich Effektenkäufen zu. Durcii den Rückgang des Hypothekenzinsfußes von früher 8—9 ״״ auf 63" 7—9י hat sich auch die Spanne zwischen dem Hypotheken- und Pfandbriefzinssatz von früher 3—4 "0 auf P3--2 ׳״« verringert. Der Anreiz zur Vergebung von Privathypotlieken wird dadurch stark licrabgemindcrt und das Puhlikum zieht unter diesen Umständen die leichter realisierbare und bequeme Investition in Pfandbriefen vor. Die starke Kurssteigerung der Nir Obligationen ist auch mit darauf zurückzuführeii, daß die Abstoßungen von Transfcrenten aufgehört haben, und die Auslosung eingesetzt hat, durch die der Markt laufend entlastet wird, Die Marktbereinigung bei den Transferpapieren veranlaßt auch freie Käufer, sich diesen Papieren ztizuwenden. Von den KKL - Obligationen und der Tel Awiwer Stad tanleihe sind überhaupt nur noch geringe Beträge im Umlauf. Die starken Kurssteigerungen der Vorzugsaktien der Palestine Potash erklären sich vor allem daraus, daß die bis dahin garantierte Dividende im letzten Jahre aus eigener Kraft ausgcschlittet werden konnte, und daß sich die Produktion und Exporterlöse auch im laufenden Jahre weiter sprunghaft steigern, ln! übrigen ist zu berücksichtigen, daß sieh die Differenzen zwischen den Tiefst- und Höchstkursen z. T. aus den Zins- und Dividcndenzalilungsterniinen erklären, die in der Kursbildung zum Ausdruck kommen. Die anhaltende Festigkeit des Marktes findet besonders auch darin Ausdruck daß die Kurse von Ende Juli fast ausnahmslos auf dem Niveau der im ersten Halbjahr 1938 erreichten Höchstkurse liegen und sie zum Teil sogar übersteigen. Von den innerpalästinensischen Faktoren abgesehen, haben auch die labilen Tendenzverhältnisse auf den internationalen Effektenmärkten manchen Effcktenbcsitzer veranlaßt, sich vom internationalen Effektenmarkt dem palästinensischen zuzuwenden. An amerikanischen ti. a. Papieren sind im Laufe des letzten Jahres starke Verluste eingetreten. Sichere internationale Werte jedoch erbringen eine außerordentlich niedrige Rcalverzinsiing. Unter diesen Umständen haben die paläsfinensischeu Papiere, deren Rendite eine verhältnismäßig hohe ist, und die sich unter den besonders schwierigen Verhältnissen der letzten drei Jahre als krisenfest erwiesen haben, stark an Anziehungskraft gewonnen. Die günstigen Erfahrungen dürften die weitere Entwicklung des palästinensischen Effektenmarktes sehr fördern. Dr. Alfred Michaelis, Tel Awiw Bis Ende Mai dieses Jahres haben die Depositen einnahmen also nach dem Rückschlag im 2, Halbjahr 1937 wiederum eine biti.ichtliche Auffüllung erfahren, und wenn sie hinter dem Höchststand des Lahres 1937 noch um einige Hundert!,wsend Pfund zurück bleiben, so dürfte das im wes entda sie den Anforderungen des ״eilen Bankgesetzes hinsichtlieh des Mindestkapitals und /ahfung einer Lizenzgebühr von dessen reduzierte sich die Zahl der in die Bilanzstatistik aufqenoinimmcn Hanken von 76 auf 51. Wenn die Depositenbestände der aiisgesehiedenen Kleinhanken im Einzelfall auch unerheblich waren, so durften sie sich doch in der Addition lut Gegensatz zur rückläufigen Entwicklung des Depositen- Bestandes ״r in der /wehe״ Jahreshälfte 1937 die trscheinung fc't/iistellen, daß sich das Kredit v 0 111 in e n der Banken erweiterte, und zwar nahmen die Depositen *um £P 1,07 ,Millionen ah״ die Kredite aber um £P 0,75 .Mil- Honen zu. Zweifellos haben die Banken durch diese liberalere Kreditpolitik bei abnehmenden Depositenbeständen zur Milderutig der finanziellen Auswirkungen der Depression beigetragen, wozu sie angesichts des erheblichen unausgenutzten Krcdilspielraumes in der Lage waren. Diese Entwicklung hätte sich aber nicht unbegrenzt fortset/.en lassen, und bei einem Anhalten des Depositenrückganges hätte die Gefahr bestanden, daß die Banken schließlich zu Kreditbescliränkungcn gezwungen gewesen wären. In der ersten Hälfte dieses Jahres ist jedoch ein Ausgleich erfolgt; die Dcpositeneinlagen sind?esiiegen und die Kreditausweitung der zweiten Jahreshälfte 937 hat einen Abbau erfahren, so daß sich zwischen dem Dcpositctibcstand und Kreditvolumcn wieder das Verhältnis von Ende 1936 licrgesfcllt hat. Dabei ist übrigens bcmerkeiiswert, daß das Wccliselkreditvolumcn bei weitem nicht so umfangreich ist wie häufig angenommen wird. Es kann die t rage aufgeworfen werden — und sie würde auch auf die anschließend behandelte Entwicklung des F.ffektenmarktes /!!treffen wie der Kapitalmarkt in einer Bürgerkriegssifuation die nunmehr fast drei Jahre anhaltende schwere Depression hei schärfster Einwandcnmgsredukfion so intakt tiberstellen konnte. Die Antwort auf diese Frage ergibt sich •. T. aus der Tatsache der Depression selbst: es wird wenig investiert, so dal! die Depositenabzüge für Investitionszwccke geringfügig sind. Andererseits reicht die gegenüber den Prosperitätsjahren allerdings sehr stark re duzierte K a p i t :1 1 e i 11 w a n dertmg (die im Frühjahr sich übrigens zeitweise lebhafter gestaltete) aus, di׳e laufenden Depositcnabzügc atiszuglcichen. Die flüssigen Kapitalfonds sind infolgedessen bisher intakt geblieben. 1 Pr. Alexander Eig | Am 30. Juli starb in Jerusalem nach langem Leiden der Direktor des Botanischen Instituts der Hebräischen Universität, Dr. A. Eig, im Alter von 42 Jahren. Mit ihm ist eines der fstkr,affigsten Mitglieder des Kreises der Naturforscher auf dem Skopusberge dahingegangen. Eig war ein Forscher von Weltruf und ein Pionier der Wissenschaft, der im gleichen Maße für das Judentum und den Zionismus, wie für die Botanik und besonders die Pflanzenwelt Palästinas glühte. (Siehe das Bild auf Seite 9 — A.d. R.) Eig stammte aus Litauen, kam aber bereits in jungen Jahren nach Palästina, wo er in Tel Awiw das Herzl-Gymnasium absolvierte und später in Mikwc-Jisrael die grundlegenden landwirtschaftlichen und naturwissenschaftlichen Kenntnisse erwarb. Seine hervorragende Begabung für die Botanik erregte bald nach dem Weltkriege die Aufmerksamkeit von 1Dr. . Reichert und Prof. O. W a r b u r g. Besonders der .etztere förderte die Entwicklung Eigs wesentlich, indem er ihn in die systematischen und pflanzengeographischen I orschungsmefhoden einführtc und ihn für den Gedanken begeisterte, die Erforschung der Flora des Vorderen Orients zu seiner Lebensaufgabe zu machen. Anfangs durchstreifte Eig unermüdlich die palästinensische Heimat und sammelte ein bedeutendes Herbar, das bald an Umfang das des verstorbenen großen Botanikers Aronsohn erreichte und übertraf. Er wurde dabei ein ausgezeichneter Kenner der Flora Palästinas, vornehmlich der jüdischen Siedluiigsdisfrikfe. Diese Studien gestatteten ihm, vor etwa 13 Jahren seine ersten beiden Beiträge zur Kenntnis der Flora Palästinas als Bülletins der Landwirtschaftlichen Versuchs- Station zu veröffentlichen. Um diese Zeit besuchte der russisehe Pflanzengcograph Vavilov das Land und regte Eig dazu an, eine Monographie der äußerst schwierigen weizen- .ähnlichen Gräser-Gattung Aegilops zu verfassen, die iin syrisch-palästinensischen Gebiet sehr verbreitet ist. Eig bcwältigte diese Aufgabe so glänzend, daß seine Arbeit sich einen Ehrenplatz in der botanischen Literatur eroberte. Eig galt fortan als der kompetenteste Kenner der palästinensijehen Flora. Er veröffentlichte nun den ״Magdir“, ein B c s f i m nt ti n g s b 11 c 11 der palästinensischer! Flora in hebräischer Sprache in Gemeinschaft mit Zohary und Fein bäum, womit er der Lehrerschaft des Landes einen zuverlässigen Schlüssel rum Studium der heimatlichen Pflanzenarten in die Hand gab. Den Dokfortitcl erwarb Eig in Montpellier mit einer These, in der sämtliche Pflanzenarten Palästinas pflan zengeographisch-klimatisch analysiert wurden. Von besonderer Bedeutung war der weiter geführte Nachweis, wie Klima und Boden die Vegetation bestimmen. Damit war Eig an die Aufgabe herangetreten, eine Kausale Pflanzengeograprt ic für Palästina zu schaffen, d. h. festzustellcn, welche Standortsfaktoren die Anwesenheit oder das Fehlen der Florenelernente an jeder einzelnen Stelle erklären, und welche ״Pflanzengesellschaften“ für gewisse Klimabedingungen charakteristisch sind. Die Arbeit des Botanischen Instituts der Universität wurde nun auf diese ökologisch-pflanzensoziologische Arbeitsrichtung eingestellt. Weite Reisen nach Transjordanien, Libanon und Syrien wurden unternommen, um die Vegetation der mediterranen Steppen- und Wüstetigebiefe möglichst unberührt und unbeeinflußt von Menschen zu studieren. Diese Forschungen haben ein eminentes praktisches Interesse insofern, als die natürlichen Zonen des intensiven mediterranen Acker-, Wald- und Gartenbaus sich aus der natürlichen Pflanzendecke mit gleicher Sicherheit ableiten lassen, wie die des Steppengebietes, das sich im wesentlichen für ״dry farniing“ eignet und von den Arabern besonders für' Gerstenbau bevorzugt wird. Eigs pflanzengeographische Karten Palästinas (eine wesentlich revidierte ist soeben erschienen) sind von fundamentaler Bedeutung für die Frage der Bc- Siedlungskapazität des Lande« gewesen. Den Glanzpunkt seiner Reisen bildeten unstreitig die beiden Expeditionen nach dem Irak und Kurdistan, die in den Jahren 1932 33 auf Einladung der Irak-Regierung unternommen wurden. Auf Grund dieser Reisen verfaßte Eig Gutachten über die natürlichen Grundlagen ■der Aufforstung im Zweistromland, In den letzten Jahren kehrte Eig wieder zu den monographischen Aufgaben zurück, die er nach Bearbeitung der Acgilopsgattung verlassen hatte. Große Arbeiten über sch wierige Pflanzengruppen wurden von ihm unternommen und teilweise zum Abschluß gebracht. Die außerordentliche Arbcitsbeiastung — akademischer Unterricht in Jerusalem, Volkshochschülkurse in Tel Awiw, das Präsidium der Botanischen Gesellschaft — hat seine physischen Kräfte allzu früh erschöpft. Seine Schüler werden viele Jahre brauchen, um seinen reichen Nachlaß herauszugeben, Dr. Heinz Oppenheimer (Reehowoth) tlssischkin hat sich nach Amsterdam begeben, wo eine Zusammenkunft von zionistischen Gegnern des Palästina- Tciluncsplans stattfindet. Hierauf wird Ussischkin nach London fahren.

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