Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 64 (12.8.1938)
- Date
- 1938-08-12
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 64, 12. VIII■ 1938 Rund um das Palästina-Orchester Vor einigen Wochen hörten wir das letzte Winterkotizert des Palästina-Orchesters. Die Sonirnerkonzerte — dirigiert von Jascha Horenstein — sind im Gange, und nur kurze Zeit trennt uns noch von dem Abschluß des zweiten Konzert - J a h r e s und dem Beginn des dritten Musik-Winters. Keiner anderen unpolitischen Organisation in Erez Jisrael dürfte es je gelungen sein, derartige Publikumsmassen in Bewegung zu bringen und zu halten wie dem Orchester. Di» Organisation Ein Ueberbück über die Organisation des Orchesters dürfte den meisten Konzerbesuchern fehlen; ihn zu vermittein, soll hier versucht werden. Tatsächlich handelt cs »ich, wenn wir vom ,,Palästina-Orchester“ sprechen, nicht um eine, sondern um drei, genau genommen sogar um noch tu,ehr, getrennt verwaltete Organisationen. Und zwar: a) Das Orchester, d. 11. die Gruppe der ausüben• den Künstler (i!11 letzten Winter: 74), die ihrerseits durch ein aus drei Musikern gebildetes Komitee, der Lei• tung gegenüber vertreten werden. b) Der O rc h e st er- T r u s t, dessen Aufgabe im wesentlichen in der finanziellen Sicherung des ganzen Apparates besteht; insbesondere in der Verwaltung der Konzerteimialirncn und der Beiträge, die die ״Orchestra-Association*‘ aufbringt, sowie in der Betreuung und Verwertung des Reserve-Fond־, der bekanntlich durch Hube rin ans uncrm full ich e Arbeit vor Konstituierung des Orchesters in be• achtlicher Hohe bereitgrstellt wurde. c) Die P a I e s t i 11 e Orchestra Association, mit Orts-.teil en in Tel Awiw, Jerusalem und Haifa, ist die PublikimHorganisalion. 1)16: Zugehörigkeit ist eine freiwillige ugie ai freilich Einfluß durch gi :Ire Roll( der Arb Hub er man, der Gründer des Orchesters, vereint in seiner Person die künstlerische Leitung, die Präsidentschaft im ״Board of Trustees׳* und im ״Council*‘ der ״Palestine Orchestra Association“. Er wird, soweit es die allgemeine Leitung betrifft, in Palästina zur Zeit vertreten durch Dr. H. Simon als ,,Getieralmanager" und durch S. B. Lewertoff als Generalsekretär. Kompetenz und Informationen Die Schwierigkeit, über das Funktionieren der ganzen Apparatur ein klares Bild zu bekommen, besteht nicht allein durch das ,,Kompetenz-Problem“, sondern vor allem auch dadurch, daß die Bilanznbsehiüssc der einzelnen Gruppen nicht auf den gleichen Zeitpunkt gelegt sind. So fand im vergangenen Monat in Tel Awiw die statutenmäßige Jahresgeneralvcrsammlung der Palestine Orchestra Association statt, deren Geschäftsjahr am 31. Mai beendet ist, während die Jahresbilanz des ,,Orchester-Trust“ jeweils mit Ablauf des Mus ikj all res (nicht der Wintersaison), also am 30. September schließt. Die Bilanz des ״Trust*‘ für 1936 37 z. B., die am 10. Januar 1933 abgeschlossen wurde, wird erst jetzt, ein halbes Jahr später, und nach der General- Versammlung der ,,Association“ im Druck vorgelcgt. Immerhin liegt die erwähnte Bilanz des ״Trust“ nun vor, hat die Generalversammlung der ״Association“ stattgefunden, und gab ferner Dr. Simon in einem Presseempfang Informationen über die alte und die bevorstehende Saison. Die Ergebnisse dieser Veröffentlichungen sollen hier skizziert werden. Die kommende Saison _ Wieder werden eine Reihe bedeutender Dirigenten und Solisten vor das Publikum treten. Vier von den zehn Konzert- Serien des Winters wird Eugen Szcnkar dirigieren, der sich im vergangenen Jahr schnell die Herzen der Musikfreunde erobert hat. Die beiden Eröffmmgskonzertc werden unter Führung eines für Palästina neuen Mannes stehen, Pierre Monfeux, ein berühmter französischer (jüdischer) Dirigent, der u. a. einige Jahre das Boston er Symphonie- Orchester leitete. l.wiy!) 0 b r o u* e n wurde erneut Sur zwei Serien verpflichtet, mul auch Dr. Malcolm Sa r geilt wird wieder am Pult erscheinen. Oh Toscanini noch in diesem Jahre wiederkommen wird, läßt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Er hat sich wiederholt, auch im Ausland, begeistert über Erez!Israel und das Palästina-Orchester geäußert und seine Rückkehr in Aussicht gestellt, muß aber mit seinen anderweitigen Verpflichtungen' rechnen und wünscht jedenfalls vorsichtshalber, diesmal nicht in den Ankündigungen für die Abonnerneniserien zu figurieren. Mit zahlreichen berühmten Solisten schweben Verhandlungen. Als sicher darf gelten, daß li u b c r in a 11 — damit erstmalig im Rahmen ״seines“ Orchesters — im 4. Abonnement-Konzert als Solist auftritt Es wäre verfrüht, schon heute Einzelheiten der Programmfolgen zu erörtern. Aber die Nachricht, daß Beet- •hovens Neunte Symphonie zur Aufführung in Aussicht genommen ist (unter Mitwirkung des ausgezeichneten Chors des ״Palästinensischen Oratoriums") wird viele mit Freude erfüllen, Orchester-Trust Im Rahmen unseres Berichtes können aus der Bilanz des ״Palestine Orchestra Trust“ für das Musikjahr 1936 07 nur einige aufschlußreiche Zahlen vorgelegt werden (alle Summen abgerundet): Der Gesamtetat des Palästina-Orchesters belief sich auf 24843 Pfund (mehr als 2000 Pfund monatlich). Davon wurden 20 334 Pfund für das Orchester selbst ausgegeben (bei im ersten Jahr: 63 mit Jahresvertrag engagierten Musikern), der Rest für Verwaltungs-, Reise- und andere Spesen. Die Einnahmen aus Konzerten hingegen stellten sich auf rund 19 000 Pfund. Die Mitgliedcr-Organisafian (Pal. Orch. Assoc.) lieferte an Beiträgen rund 2800 Pfund ab. Das Defizit von ca. 3000 Pfund wurde aus dem Reservefonds des ״Trust“ gedeckt. Daraus folgt also: 1. Das palästinensische Publikum hat den riesigen Bctrag von rund 21 800 Pfund in einem (verkürzten) Musikjahr für das Orchester ausgegeben (wenn man die Verhältnismäßig geringen Einnahmen aus der Aegypten-Tournee, die übrigens auch für das kommende Jahr gesichert ist, nicht gesondert auffiihrt). 2. Wenn — bei gleichen Spesen — die Kouzcrteinnahmen und der Beitrag der Publikuinsorganisationen in Zukunft auf etwa gleicher Hohe bleiben, muß es gelingen, den Reservefonds des ״Trust“ um jährlich 3000 Pfund zu ergänzen, um so den Bestand des Orchesters auf jeweils längere Frist — und gegen alle Eventualitäten — zu sichern. 3. Nennenswerte Gagenerhöhungen aller Orchestermitglicder sind einstweilen nicht tragbar. Im übrigen muß anerkannt werden, daß — im Vergleich zu gleichwertigen europäischen Instituten, die sich zudem au ein Millioneii-Publikiiin wenden, — ein Defizit von 3000 Pfund recht niedrig erscheint Natürlich wäre es eigentlich Sache öffentlicher Körperschaften, einen solchen Fehlbetrag durch Subventionen zu decken, was bekanntlich nicht geschieht. Orchestra Association In der erwähnten (zweiten) Generalversammlung, die Richter llarkabi leitete, erstattete das im vorigen Jahr beauftragte Komitee Bericht über die Entwicklung der ״Association“ und des Orchesters in der Zeit vom 1. Juni 1937 bis Ultimo Mai 1938. In dieser Zeit wurden S1 Konzerte (gegen 66 im Vorjahre) vor insgesamt 130 000 Hörern (gegen 110 000) veranstaltet. Laut Mitteilung von Herrn M. Chelouche war ein starker Zuwachs;111 Organisationsmitgliedern und Konzertabonncntcn zu verzeichnen. Die ״Association“ verfügte im genannten Zeitraum in Tel Awiw, Jerusalem und Haifa über 4177 Mitglieder (gegen 2426 im Vorjahr), wovon die Arbcifergruppcn 131/ stellten. 8000 Abonnements auf alle Konzertsericn wurden im Lande verkauft, wovon etwa 50 0״ auf die Arbeiterkonzerte entfielen. Interessant ist, daß für jede Gruppe der Tel Awiwcr Konzerte rund 2100 Abonnements bei ca. 2500 vorhandenen Ptätzen ausgegeben waren, was den jeweiligen ״Run“ auf die frei verfügbaren Karten bei besonderen Ereignissen (Toscanini- und Szenkar-KonZcrte) hinreichend erklärt. Die enorme Anteilnahme fällt äugesichts der Unruhen und wirtschaftlichen Depression verstärkt ins Gewicht. Laut Mitteilung des Auditors Bawli betrugen die Gesamteinnahmen der ״Association“ bei 4177 Mitgliedern 4021 Pfund. An das Orchester wurden davon 3464 Pfund abgeliefert (gegen 2795 Pfund im Qforjahr). Die Vcrwaltungs- und sonstigen Spesen beliefen sich auf 560 Pfund (gegen ca. 160 Pfund itn Vorjahr. Diese Erhöhung ist wohl teilweise daraus zu erklären, daß das erste Musikjahr im Dezember 1935 begann, also nur fünf bis sechs Arbeitsrnonate umfaßte). Anschließend an die Abgabe des Geschäftsberichts wurden Neuwahlen für das Komitee vorgenommen. Gewählt für Tel Awiw wurden elf Vertreter, davon vier neu, während drei Herren ausschieden. Pläne und Erwägungen Einige teils durch Dr. Simon, teils durch Herrn Chelouche gemachte Mitteilungen verdienen gesonderte Erwähnung: 1. Das Orchester hat über 2000 Pfund monatliche Spesen und ein Jahresdefizit von ca. 3000 Pfund. Wäre nicht eine Verkleinerung des Klangkörpers zu erwägen? (Die Honorare stellen sowieso den minimal-möglichen Satz dar.) Oder sollte man sich nicht mit Dirigenten und Solisten einer guten Mittelklasse begnügen? Die Leitung lehnt derartige Maßnahmen ab, weil das sehr mtisikvcrständige und anspruchsvolle palästinensische Publikum sie kaum billigen und die Besucherzahl vermutlich stark zurückgchen würde. 1111 übrigen würde sie dem von H u b e r!11 a 11 von Anfang an proklamierten Grundsatz höchster Qualität widersprechen. 2. Es wird beabsichtigt, für die Mitglieder der Publikums-Organisation vor jedem Konzert ״Einführungsahcndc“ zu veranstalten, um die Kompositionen zu erläutern und das Verständnis für die Werke zu vertiefen. 3. Man hofft, daß in Tel Awiw in absehbarer Zeit, unter Mithilfe der Stadtverwaltung, mit dem Bau eines den Anforderungen restlos entsprechenden Konzerts nales begönne״ werden kann. Die Frag׳* nach F-nnzieller Beteiligung des Orchesters am H a b i m a - B a u, der so schneiler vollendet werden könnte, und nach seiner Beuut/ungsfähigkeit für Konzerte, wurde von den Herren Chelouche und Harkabi wie folgt beantwortet: Abgesehen davon, daß man eine erneute Zwischenlösung in der Saalfragc nicht für wünschenswert hält, hätten Untersuchungen beziiglieh des Habima-Theatcrs erwiesen, daß der Raum den Anforderungen des Palästina-Orchesters schon aus baulichen Gründen unmöglich entspräche. 4. Die ,,Palestine Orchestra Association“ ist eine wichtige, vielleicht die wichtigste materielle Stütze des Orchesters. Wünschenswert wäre natürlich, daß wenn schon nicht jeder Konzertbesucher, so doch zumindest jeder Abonnent Mitglied der Publikums-Organisation würde. Um dieses Ziel zu erreichen, werden der! Mitgliedern in der kommenden Saison weitere Vorzüge eingeräumt. Gewiß wird es begrüßt werden, daß ein neu eingeführtes Markensystem die Beitragszahlung in kleinen Raten ermöglicht. Wünsche und Kritik In der gleichen Versammlung werden seitens einiger Mitglieder beachtliche Anregungen gegeben und konstruktive Kritik geübt. Auch wir z. B. können uns der Ansicht der Orchesterleitung nicht anschließen, daß ״jüdische Musik deshalb kein Publikum fände, weil sie mit wenig gefragter moderner Musik identisch sei“. Sicher ist es richtig, daß die Programmgestaltung Resultat einer Verständigung zwisehen Orchesterleitung und dem jeweiligen Dirigenten ist, dessen Wünsche und besondere Fähigkeiten bis zu einem gewissen Grade zu berücksichtigen sind. Aber — das einzig bedeutende jüdische Orchester der,Welt, getragen vom jiidisehen Publikum Erez jisraels, hat nun einmal jüdischen Wer* ken und Komponisten gegenüber besondere Verpflichtungen. Man kann mit Recht verlangen, daß mindestens ein reguläres Abonnement-Konzert ״jüdischer Musik“ gewidmet sei, daß die Zusammenstellung und Leitung gerade dieses Programms mit besonderer Vorsicht durch eine Per- Von der Woche Die Exekutive der Jewis 11 Agency erklärte, daß keines ihrer Mitglieder MacDanald wahrend seines Besuches in Jerusalem gesprochen hat. Der Minister besuchte u. a. die Omar-Moscnce und die Klagemauer während der Tischo Beaw-Gebete. Malcolm MacDonald kehrte am Mittwoch von seiner Palästinareise nach England zurück, nachdem er Malta besucht hatte. Eine Verordnung des High Cominissioners, die in einer Sonderausgabe des Amtsblatts veröffentlicht wurde, bestimmt, daß der High Commissioner ermächtigt ist, direkt Stadtkämmerer zu ernennen. Diese Verordnung gibt die Möglichkeit, einen Engländer zum Stadtkämmerer von Jerusalem zu ernennen. Mustapha Bey Khaldi, der zum neuen arabischen Bürgermeister von Jerusalem ernannt werden soll, hat dem amtierenden Bürgermeister-Stellvertreter Auster einen Besuch abgestattet und mit ihm die Lage in der Jerusalemer Stadtverwaltung besprochen. Die Palästina-Regierung verbot die Kennzeichnung von Geschäften, durch die jüdische und nichtjüdische Geschäfte unterschieden werden. Derartige Kennzeichnungen waren in Haifa vorgenommen worden, als jüdische Geschäfte von Arabern in Brand gesteckt wurden. Hassia Hassom, eine orientalische Jüdin, wurde in einem Haus im Manschieh-Viertel von Tel Awiw, das an Jaffa angrenzt, erdrosselt atifgcfunden. Sie hatte in dem Haus übernachtet und beabsichtigte, ihre Habseligkeiten nach Tel Awiw zu überführen. Die Polizei nimmt an, daß es sich um eine Familicntragödie handelt. In Beirut wurde eine Bombe in einem jüdischen Viertel in der Nähe einer Synagoge geworfen, ohne daß Schaden entstand. Zwei Araber aus Nablus wurden von der Polizei verhaftet. söniiehkeit erfolgt, die Beziehung und Liehe zu dieser Spezialmaterie hat, die dem Publikum allmählich nahegebracht werden muß. Mit gleichem Recht verlangt man mehr Systematik der übrigen Programme, und es ist, um ein hier gegebenes Beispiel atifzugreifen, wirklich kaum faßlich, daß große Pianisten, die als Gäste wirkten, zweitrangige ״technische“ Werke interpretierten. Wenn die ״Eigenwilligkeit“ der Gastdirigcntcu und -Solisten auch daran die Schuld tragen sollte, so fragt es sich, oh Publikum und Orchester nicht die Wahl eines ständigen Dirigenten vorziehen würde, dem der größte Teil der Konzertserien an vertraut wäre und der wiclitige Arbeit in bezug auf Orchesterformung und systematische Programmgestaltung leisten könnte. Die Leitung scheint mitunter — und gerade in der Dirigentenfrage — die Qualitätsansprüche des Publikums als ״Sensationsiüsteriihcit“ auszudetiten, der nachzugeben ja selbst dann kein Anlaß bestünde, wenn es sich wirklich so verhielte. Wenn die Ansicht geäußert wird, daß seitens der Leitung viel zu wenig dazu getan wurde, um mit allen Mitteln für die eminent wichtige Verwurzelung der vor 2'3 Jahren ins Land gekommenen Musiker zu sorgen, so scheint dieser Vorwurf leider dadurch bestätigt, daß einige der besten Kräfte ihre Verträge nicht erneuert haben und — größtenteils — Erez Jisrael verlassen. Wir glauben sicher, daß — in Anbetracht der interessanten künstlerischen Arbeit, die sich ihnen hier bot — nicht Honorarfragen allein für diesen Entschluß ausschlaggebend waren. Es mag; bei der gegenwärtigen europäischen Situation leicht sein, *die' Lücken wieder auszufüllen. Aber, schon vom Gesichtspunkt der ״■Orchester-Verschmelzung“ aus gesehen, können wir uns einen derartigen Wechsel, der sich in ein oder zwei Jahren leicht wiederholen könnte, kaum erlauben. Zwecks Neubesetzung der freigewordenen Stimmen sollte man übrigens auch an eine Reihe beachtlicher Musiker denken, die 1m Lande selbst ungenügend beschäftigt sind. Wenn die Ziffer der i!1 zehn Konzerten verkauften Programmhefte, trotz des relativ hohen Einzelpreises von zwei Piastern, mit über 29 000 angegeben wird, so muß es •wundernehmen, daß — bei vorziigiicher Drucklegung — die Texte des Heftes manchmal unfachmännisch waren. Es dürfte sicher nicht schwer sein, das Programmheft in ein musikalischliterarisch und -erzieherisch wertvolles Organ zu verwandeln. A!s bedauerlich empfunden wird ferner, daß zwischen der Orchesterleitung und den Mitgliedern der ״Pal. Orch.-Association“, die das Publikum repräsentiert, nur ein sehr schwaeher Kontakt bestellt. Daran scheint allerdings zum größeren Teil das Publikum selbst Schuld zu tragen. Die erwähnte Generalversammlung z. B. war sehr schwach besucht, Zeichen einer Indifferenz des Publikums, die um so Unverstandlieber wirkt, wenn cs ganz außer jedem Zweifel steht, daß die von Einzelnen bei der vorhandenen Gelegenheit geäußerteil Wünsche und kritischen Einwände in weitesten Publikumskreisen wärmste Unterstützung finden. Wir glauben aber, daß das Publikum erst einmal demonstrieren muß; daß es Verbesserungen für notwendig erachtet, wenn es sie durchsetzen will. Vielleicht wäre es fruchtbringend, wenn die ״Association“ in regelmäßigen Abständen ihre Mitglieder zusammenruft, nicht um nur Musik oder Vorträge, Rechenschaftsberichte und Bilanzen zu hören, oder um die Statutenmäßig erforderliche Mindestzahl abzugeben, die für Verabschiedung des Geschäftsjahres erforderlich ist, sondern um in freier Aussprache Fragen der Musik im allgemeinen und unseres Orchesters im speziellen zu diskutieren. Die Mitgliederwcrbung für die Publikums-Organisation darf nicht nur an die —unbezweifelbare — Verpflichtung jedes Kunstinteressierten appellieren, das wunderbare Werk des ״Palästina-Orchesters“ auszubauen und zu stützen, sondern im Publikum muß das Bewußtsein geweckt und durch Beweise gefestigt werden, daß mail in ihm den Hauptträger dieses Werkes zu schätzen weiß, daß cs Rechte erworben hat und daß seine Stimme nicht überhört wird. Wir sind sicher, daß die Kampagne der Mitgliedswerbung für dieses und die kommenden Jahre ein hundertprozentiger Erfolg wird, wenn sie unter einer solchen Parole erfolgt, die cs in die Praxis umzusetzen gälte. Manfred Geis Erich-Walter Sfernberg beendete ein Werk für Streich- Orchester: ״Die Josephsgeschichte“. In eit Zusammenhängenden Stücken wird der biblische Stoff musikaliscli erfaßt. Die Komposition gelangt im November im Radio Jerusalem unter Karl Salomon und dem Radioorcliestcr zur Uraufführung. (Schluß des Palästina-Teils) BRASCH O ROTHENSTEIN INHABER HARRY W. HAMACHER BERLIN NW 40, Lüneburger Straße 22 / Ruf; 356641 WIEN I, Flalachmarkt 17 / Ruf! R25590-91 Umzüge sowie Transporte jeglicher Art für Auswanderer nach allen Teilen der Welt Verpackung / Versicherung Gepäckbeförderung / Lagerung