Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 63 (9.8.1938)
- Date
- 1938-08-09
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 63, 9. VIII. 1938 Oeffentliche Meinung Israel Kohen macht im ״Hapoel Hazair“ längere Ausführungen zu diesem Thema, denen wir folgendes entnehmen: ln stürmischen Tagen, wenn eine Ökonomische Krise herrscht oder blutige Ereignisse uns erschüttern, schwankt die öffentliche Meinung ohne Ende. .Sie reagiert aut die leiseste Bewegung und ist ständig auf der Suche nach dem Schuldigen. Sie ist abergläubisch und ein Opfer der Leichtsinnigen und der Betrüger. Teile der Oeffentlichkeit verlieren jedes Auffassungsvermögen und sind keiner vernünftigen Erklärung mehr zugänglich. Die Propaganda Unverantwortlicher reizt sic auf, sie sind erfüllt von ״geheimen Informationen“ und wissen immer ,,die Wahrheit“. Dieses Rad ist schon viele Male über uns dahingegangen, aber zn unserem Glücke wird es jedes Mal in seinem Laufe aufgehalten. Der größte Teil unserer Oeffentlichkeit besteht aus Einwanderern, die eine gewisse politische Erziehung mit sich gebracht haben. Die Zahl derer, die das Opfer der Demagogie werden, ist an sich nicht groß. Es ist also wohl möglich, unsere Oeffentlichkeit für eine gewisse Zeit aufzuwühlen, aber sie wird schnell wieder nüchtern. Die aufbauwilligen Kräfte unter uns sind zu stark, als daß sie sieb so leicht einer verheerenden Propaganda unterwerfen. Wir dürfen uns aber nicht der Tatsache verschließen, daß es Stunden gab, in denen gewisse Schichten des Jischuw־ zu unverantwortlichen Dingen bereit waren. Die Desorganisation entspringt aus zwei Quellen: 1. Aus persönlicher Verbitterung und materiellen Sorgen. Der Arbeitslose sucht nicht nach tieferen und objektiven Gründen für sein Leid. Es sucht den Schuldigen, den er verantwortlich machen kann. Hier findet die Demagogie ein weites Feld. 2. Die mangelnde Klarheit der offiziellen Information. Gegenüber den ,,Neuigkeiten“, die als Wahrheiten in der Menge verbreitet werden, hinkt die offizielle Information nach. Die Verantwortlichen können nicht jede Unterhandlung mit dem Hohen Kommissar oder dem Oberbefehlshaber oder dem Kolonialminister veröffentliehen. Ja, sie dürfen ihre wichtigsten Erfolge, die dazu angetan waren, das Vertrauen der Oeffentlichkeit zu stärken, nicht veröffentlichen. Wer weiß nicht, welchen Schaden Nachrichten über Bodenkäufe, über Wasserfunde, über Verhandlungen mit dem Emir Abdulia gebracht haben! Trotzdem ist die Zurückhaltung der betreffenden Stellen vielleicht übertrieben und schädlich. Ein wichtiges Beispiel dafür sind unsere Erfolge in der Frage der Bewaffnung. Wenn die Anzahl der Juden veröffentlicht wurde, die mit Erlaubnis der Regierung Waffen tragen, würde das zweifellos zu einer vernünftigen Orientierung beitragen. Man müßte das Publikum, das erklärlicher Weise in diesen Tagen nach Nachrichten lechzt, in dieser Beziehung so weit wie möglich aufklären. Will sich namentlich auf die Schulen stützen, damit die Kinder hier die Eltern erziehen. D1c.c wenigen und notwendigerweise lückenhaften Andeutungen sollen zeigen, daß tatsächlich unser gegenwärtiger Lebensstandard mit erheblich weniger Geld zu bestreiten wäre. Eine Senkung des Nominallohnes bei Aufrechterhaltung des Reallohn cs ist möglieh. Zähe Arbeit ist freilich erforderlich. Ob freilich damit die gegenwärtige Differenz zwischen arabischen und jüdischen Löhnen auszugleichen sein wird, ist eine andere Frage. Vielleicht gelingt es allmählich, die Bediirfnisse der arabischen Massen zu heben und damit auch die Lohnansprüche zu nähern. Die Aussichten sind vielleicht nicht gar so schlecht. Denn im Araber schlummern offenbar mindestens so viele Wunsche nach Komfort und Luxus wie in uns. Fast scheint es, als ob sie sich mit der zunehmenden Europäisierung des Landes geltend machen werden. Noch sind wir nicht so weit. Deshalb sehen viele die einzige Lösung in der Förderung der Tozereth Haarez-Bewegung, wobei nicht mir an die Zurückdrän• fung der Einfuhr, sondern auch an die Ersetzung arabischer rzetignisse ged.-xht ist. Diese Bewegung enthält so viel Richtiges und Bedenkliches und die gegenwärtige Handhabung zeigt viel politisch und wirtschaftlich Problematisches, daß sie eine gesonderte Behandlung verdient. Chronik des Terrors Jerusalem, 3. Au;ru-t (Palcor)). Samuel Taivano (72 Jahre alt)), der seit 03 Jahren in der Jerusalemer Altstadt lebt, wurde angeschossen und leicht verletzt. Jakob Haha ho (31 Jahre), "wurde in der Altstadt von Haifa durch Schüsse leicht verwundet. Jerusalem, T August (Palcor). Eine Draisine, in der sieben juih-cbe Gh.ifiinm die Eisenbahnstrecke zwischen Tulkcrem und Kulkilieh abfuhren, wurde durch eine Minenexplosion in die Luit gesprengt, wobei zwei der Wächter leichte Verletzungen erhielten. Zugleich wurden die Insassen heftig beschossen. Ein Militärflugzeug näherte sich dem Schauplatz der Explosion und die Cihaffirim machten dem Flieger durch Signale verständlich, dal! sie in einem Kampf begriffen seien. ' Das Flugzeug funkte an die Kaserne in Tulkcrem, und Mihtär eilte sofort zimi Kampfplatz; unterwegs wurden die Soldaten audem Hinterhalt beschossen, wobei der Gemeine P o w c 1! vom Reval Scots Regiment schwer verwundet wurde. Die Terroristen wandten sich nach einem kurzen Kampf init^ den^ Verstärkungen zur Flucht, Militär durchsuchte gestern eine Reihe von arabischen Dörfern bei Ra mich nach Waffen. Ein bewaffneter Araber wutdc erschossen. Ein arabischer Hilfspolizist wurde heute nachmittag in der Nahe des Arza-Sanatoriums bei Jerusalem von zwei Arabern;1 h׳״rGrien, durch Messerstiche verwundet und seines Gewehrs beraubt. Jakob Alknvam, ein I2jahriger jüdischer Chauffeur, wurde heute unweit Atüth aus dein Hinterhalt in seinem Lastauto erschossen. Die Terroristen, die diesen Mord verübten, wurden kurz darauf von Truppen gestellt, die ihr eine Anzahl von Verlusten zugefügt haben sollen. Ein Lastauto, in dem 17 jüdische Arbeiter spät nachmittags von der Arbeit in den Orangenpflanzungen von Kfar Saba nach R a ni a t h Hakowcsch zurückkcnrten, wurde von einer auf der Landstraße angebrachten Mine in die Luft gesprengt. Eliahu Schlesinger, Hille! S c h o r i . Jehuda Cohen, Lea Rosen mann und Batia Kaschian, 25 bis 30 Jahre alt, Mitglieder des Kibbuz, sowie der 32jährige Ephraim Greis! er, Arbeiter in Kfar Saba, wurden getötet. Acht Personen erlitten Verletzungen; fünf, die nur leicht verwundet wurden, konnten in den Kibbuz gebracht werden, während der 26jährige Ludwig Abel und der 28jährige Ludwig Lewinstein, ebenfalls Mitglieder des Kibbuz, sowie der freiwillige Ohaffir Schimon ins Krankenhaus geschaflt werden mußten. Abel und Lewinstei« c rlagen spater ihren Verletzungen. Mit Ausnahme der beiden Letzten waren sämtliche Getötete Einwanderer aus Bolen. Ein Araber, der vor vierzehn Tagen im Besitze einer Bombe in Haifa verhaftet worden war, wurde heute in Akko h i n g e r i r h t et. — Ein Araber, der im Grenzbezirk zwischen Jaffa und Tel Awiw mit einer Bombe verhaftet wurde, ist vom Militärgericht in Jerusalem zum lode verurteilt worden. Jerusalem, 5. August. (Palcor.) Jüdische Hilfspolizisten, die bei Tagesanbruch die Landstraße bei Magdiel vor der Abfahrt der Arbeiter m die Orangengärten untersuchten, wurden aus dem Hinterhalt beschossen. Der 28jährige Zwi Lifschitz wurde tödlich verwundet. NX ährend eines Zusammenstoßes zwischen einer Polizei- Patrouille und Terroristen auf der Akko-Safed-Chaussee wurden 3 Terroristen getötet und 7 schwer verwundet. ln 26 kleineren isoliert gelegenen Siedlungen ist mit der Errichtung von Zäunen und der Installierung von Sc 11 e i n- Werfern begonnen worden. Die Arbeiten werden aus den Mitteln de- Roter I laii-chttw fVertcidigingsfomis) finanziert. Am Montag beginnt vor dem |erusalemer Militärgericht der Prozeß »gni Ezechiel Knki und seine 11 Jahre alte Tochter R a c h e I. Sie sind angeklagt, eine Bombe in der Nahe des Jaffators am I. Juli geworfen zu haben. Eine Delegation des Oherrabbinats besuchte den erusalemer l)istriktskommis-ar und ersuchte um speziellen chutz für Synagogen. Jerusalem, 6. August. (Palcor.) Gestern nacht verübten Araber einen Angriff auf die Siedlung Moledeth in Scharon, der von den Siedlern nach hartem Kampf zurückeschlagen wurde. Heute morgen wurde in der Nähe der iedlung ein toter Araber in Khakiuniform mit einem Gewehr und einer Bombe gefunden. Heute früh wurde in der Nähe des arabischen Dorfes Naaneh bei dem Kibbuz Naane ein toter Araber in Khakiuniform gefunden, der anscheinend in einem Kampf mit Dorfbewohnern getötet worden war. Ein Wächter im Emek Chefer namens Menachem Auerbach wurde heute frühmorgens aus dem Hinterhalt erschossen, während sein Begleiter Pinkus schwer verwundet wurde. Ein mohammedanischer Detektiv wurde heute mittag in der Altstadt von Jerusalem auf der Straße angeschossen und schwer verwundet. Sein Angreifer verschwand in der Menge. Der Detektiv feuerte zurück und verwundete einen Straßenpassanten leicht. Heute frühmorgens wurde auf eine Gruppe arabischer Straßenkehrer, die im Grenzbezirk zwischen Tel Awiw und Jaffa arbeiteten, geschossen, wobei einer getötet und vier verwundet wurden. Zwei jüdische Motorradfahrer wurden von der Polizei festgenommen. Ein britischer Wachtmeister, der m einem Omnibus nördlich von Nablus fuhr, wurde heute Morgen von Palästinensische Agrarpolitik Zu diesem Thema veröffentlicht Dr. Ben Nathan einen Artikel, dem wir Nachstehendes entnehmen: Die palästinensische Regierung macht seit Jahren große Anstrengungen, um dein arabischen E e I lach e n zu helfe n. Große Anleihen wurden gegeben und auf der Weizeneinfulir lastet ein Schutzzoll, der sich erhöht, wenn der inländische Weizenpreis sinkt. Dieser Schu‘zz.011 zusammen mit Einfulirbeschränkungen für Weizen sichert dein Fellachen einen Preis von £ 9 für die Tonne. Trotzdem ist aut dem Gebiet der Land- Wirtschaft des Fellachen kein Fortschritt zu verzeichnen. Der Viehbestand hat sich in den letzten 12 Jahren verringert. Im Jahre 1926 gab es im Lande 220 000 Schafe, im Jahre 1937 nur noch 209 000. Die Zahl der Ziegen sank in derselben Zeit von 571000 auf 361 000. Die Zahl der Kamele sank zwar nicht, aber sie nahm auch nicht wesentlich zu, sie stieg von 27 319 auf 28 000 Stuck. Der Kuh- und Rindbestand sank von 179 000 auf 171 000 Stück. Auch der Weizenertrag zeigt keinen Fortschritt. Die Erntemenge schwankte zwar in den letzten Jahren sehr (1931 - 82 000 t; 1935 - 103 000 t; 1936 — 76000 t; 1937 — 127 000 t), aber diese Unterschiede erklären sich einzig und allein aus den Klima- und Wetter- Verhältnissen des betreffenden Jahres. Die Anbaufläche blieb gleich groß. Der jüdische Bauer erntet pro Dunam 110 kg Weizen oder 154 kg Gerste, wahrend der Fellach noch immer eine mittlere Ernte von 70 kg NVeizen und 59 kg Gerste ro Dunam hat. Es erhebt sich daher die Frage, ob die biserige Agrarpolitik richtig war. War es richtig, der städtischen Bevölkerung den Weizen zu verteuern, wenn die geschützte und umhegte Wirtschaft des Fellachen keinerlei Fortschritte macht. Vielleicht haben nur die Gläubiger des Fellachen Vorteile von der Schutzzollpolitik, während er selbst im Zustände der Armut bleibt. Die Verwaltung müßte andere Wege suchen, um zu einer wirklichen Förderung des Fellachen zu gelangen. einem arabischen Passagier, der hinter ihm saß, getötet. Der Mörder entkam in der allgemeinen Verwirrung. Ein britischer Soldat des Black Watch Regimentes wurde heute Morgen auf der Landstraße zwischen Jerusalem und Jericho in einem Gefecht mit Arabern getötet. Zwei Terroristen wurden getötet und weitere sollen verwundet worden sein. Ein Jude wurde bei einem Lieberfall bei Hadaria schwer verwundet. Es ist der 27jährige Ghaffir Isaak Rosenberg. ׳ Ein britischer Polizeisergeant wurde getötet und ein britischer Wachtmeister wurde leicht verwundet, als sie von arabischen Terroristen zwischen Chcdera und einem benachbarten arabischen Dorf aus dem Hinterhalt überfallen wurden. Jerusalem, 7. August. (Palcor.) Der 14jährige Nissim €0 11 e 11 wurde gestern Abend, als in dem Grenzbezirk von Tel Awiw und Jaffa eine Bombe explodierte, schwer verwundet. Der 49jährige Joseph No v ick, der am 25. Juli in Haifa durch Steinwürfe schwer verwundet wurde, ist heute Morgen im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Ein jüdischer Ghaffir und ein jüdischer Arbeiter wurden heute morgen in den Oratigen-Hainen der Siedlung Cherut bet Kfar Saba angegriffen. Sie vertrieben die Terroristen und sollen zwei Araber getötet haben. Die jüdische Siedlung Ramath Hakowesch wurde überfallen. Ueber 100 Araber beschossen die Siedlung gleichzeitig von drei Seiten. Die Ghaffirim erwiderten den Angriff und zwangen die Angreifer nach halbstündigem harten Kampf trotz ihrer Ueberzahl zum Rückzug. Die Terroristen trugen ihre Toten und Verwundeten mit sich fort. Keiner der Ghäffirim wurde verletzt. Der 9. Aw Jerusalem, 7. August, (Palcor.) Gestern am 9. Aw wurde im ganzen Jischuw Trauer gehalten. Abends waren sämtliche Vergnügungslokale geschlossen und an der Klagemauer fanden die üblichen Zeremonien statt. NX'egen der gegenwärtigen Lage wurden jedoch die sonst üblichen Pro- Zessionen nicht abgehalten. Der Jerusalemer Bürgermeister Gerüchte sind im Umlauf, daß die Regierung Richter Mustapha Bey Khaldi zum Bürgermeister von Jerusalem, als Nachfolger des verbannten Dr. Khaldi, der ein Neffe Mustapha Bey Khaldis ist, ernannt habe. Maurice Schwarte In Palästina Der jiddische Schauspieler Maurice Schwa Hz ist in Tel Awiw eingetroffen, wo er eine Sonderauf ftihrung des ״Josclie Kalb“ zu Gunsten des Fonds für Jugendalija veranstalten und im Theater des Ohel zweimal auftreten wird. Schwartz erklärte den Vertretern der jüdischen Presse, daß er nach Palästina gekommen sei, um neue Kräfte für die Wiederaufnahmc seiner Tätigkeit in Amerika zu sammeln. Von Palästina wird der Künstler nach Amerika zurückreisen, wo er ״Die drei Städte“ von Schalom Asch inszenieren wird. Dr. Emil Simonson | Ein Stiller aus der Reihe der zionistischen Veteranen ist von uns gegangen. Im bürgerlichen Leben und in der medizinischen Wissenschaft spielte er die Rolle eines Eigenbrötlers. Sie brachte ihm wohl innere Befriedigung, äußerlich jedoch manche Enttäuschung. Aber Enttäuschungen beirrten ihn in seiner Ueberzeugung nicht. In einer Anzahl von Arbeiten — meistens in der Zeitschrift ״Hippokrates“ — legte er seine stets geistreichen, oft sogar mathematisch und physikalisch unterbauten Anschauungen nieder. Er war ein Gegner der sogen. Schulmedizin und strenggläubiger Vegetarier. Jahrzehnte lang, bis ans Ende, lebte er in fast asketischer Weise nach den Regeln seiner hygienischen Moral. Für das Judentum war Simonson voll Eifer und Begeisterung. Er gehörte zu den ersten, die dem Appell Herzls folgten. Er war kein lauter Rufer im Kampf. Aber in manchen gründlich erwogenen, langsam geschriebenen und sorgfältig . der Philosoph, der mit feinem Eiumor die Schwächen der Mitmenschen zu zerlegen verstand. Die ältere Generation wird sich noch mit Vergnügen des ״Politischen Wochenschaute“ erinnern, in dessen Namen Simonson einst in der Zeitschrift ״Schlemihl“ die Ereignisse mit viel Geist und Witz lossierte. Er war ein Meister der Wortspiele und Wortverrenungen, mit deren Hilfe er oft einen ganzen Satz durch eine Silbe ersetzen konnte. Die letzten Jahre verlebte er im Kreise seiner Familie in Tel Awiw. Wer diesen ruhigen und edlen Menschen, den guten Juden und begeisterten Zionisten kannte, wird ihm ein treues Andenken bewahren. M. J u n g m a n n Ben 6urion Uber Verteidigung David Ben Gurion hielt in einer geschlossenen Ver- Sammlung in Tel Awiw, zu der 400 Vertreter der verschiedenen Bevölkerungskreise geladen waren, eine Ansprache über die politische Lage, die Frage der Sicherheit und die Haltung des Jischuw gegenüber den Angriffen. Er schilderte eingehend die Fortschritte auf dem Gebiete der Verteidigung des Jischuw und sprach über den Mut der Verteidiger und von ihrem erfolgreichen Kampf gegen den arabischen Terror unter gleichzeitiger Wahrung ihrer inneren moralischen Stärke. Ben Gurion brandmarkte die Angreifer von schuldlosen Arabern als Feiglinge. Sodann gab der Redner eine Uebersicht über die Leistungen des Jischuw seit Beginn der Unruhen. Er stellte fest, daß in dieser schweren Zeit 27 neue landwirtschaftliche Siedlungen entstanden sind, während in den zwei Jahren der Prosperität, 1934 und 1935, mir 16 Siedlungen ins Leben gerufen wurden. Ben Gurion schloß seine Anspräche mit den Worten: ״NT'ir haben heute ein dreifaches Ziel: Mut, Weisheit, Reinheit“. Die eindrucksvolle Kundgebung schloß mit der Hatikwali. Von der Woche Vor dem Bezirksgericht in Tel Awiw wurde der Prozeß der Revisionisten gegen den Marine-T rust verhandelt. Das Gericht wies die Behauptung der Revisionisten, das Trust-Direktorium sei nicht autorisiert gewesen, eine General- Versammlung zur Wahl des Komitees cinzuberufen, zurück, worauf die Verhandlung auf den 22. September vertagt wurde. Der Verband der Einwanderer aus Oesterreich, der jetzt der Hitachdirth Olej Germania angeschlossen ist, hat an den Oberkommissar eine Bittschrift mit 6000 Unterschriften gerichtet, in der die Gewährung von zusätzlichen Einwandcrungszertifikaten für Juden aus Oesterreich gefordert wird, Der Kreuzer ״Repulse“ soll Haifa ain 24. August verlassen und wird voraussichtlich durch den Kreuzer ״Malaya“ ersetzt werden. Im Zusammenhang mit dem Verschwinden des 20jährigen Secharjahu Kikayon am 31. Juli sind in Tel Awiw fünf junge Revisionisten verhaftet worden. Die hebräischen Zeitun- . Kikayons verhaftet wurde, auch untef der Anklage steht, auf arabische Straßenkehrer im Grenzbezirk von Tel Awiw und Jaffa geschossen zu haben. Die Palestine Land Development Company kündigt die Ausschüttung einer vorläufigen Dividende für das Jahr 1938 in Höhe von 3 Prozent an. Kammermuiikabend von ״Beth Jisrael“-Halfa. Die Vereinigung ״Beth Jisrael“ veranstaltete zugunsten ihres Ferienlagern auf dem Karmel einen Sonatenabend. Basia Polischuk vom Palästina-Orchester und Irene Hirsch waren die Künstler, die ein ausgezeichnetes Programm gewählt hatten: Beethovens Sonate D major Opus 12, Nr. I, Brahms G major Sonate und schließlich die Teufelstrillersonate von Tartini. Der Genuß der wertvollen Darbietungen erhob das zahlreich erschienene Publikum über den Alltag. Der Beifall war überaus lebhaft Dr. Richard Blum (Schlaft des Palistina-Teils)