Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 62 (5.8.1938)
- Date
- 1938-08-05
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 10 JÜDISCH! RUNDSCHAU Nr. 62. 5 vlll. 1938 verurteilten Vergelttmgsakte, aber man beobachtete, daß viel« sonst friedlich gesonnene Juden die Vergeltung billigten mit der Begründung, daß sie den Arabern eine notwendige Lektion erteilen wurde. Ktir/utn, die jüdischen Terroristen bekamen eile gleiche zweideutige Unterstützung, die die arabischen Terroristen ebenfalls von sonst das üesetz. achtenden Leuten erhallen. Nach den Bonibenattentaten in Haifa Drtd Jerusalem distanzieren sich freilich auch diejenigen, die Vergeltungsakte zu unterstützen schienen. Insgesamt ist die M o r a 1 der j iul i s c 11 e n G e m e i!1 s c h a f t durch die Ereignisse zwar erschüttert, aber nicht gebrochen worden. 1:1s ist ein Verdienst ihrer Führer, da ff das tödliche Gift sich nicht verbreitet hat. Die Aufrechterhaltung der Disziplin kann freilich nicht hindern, daß in jüdischen Kreisen ein ähnliches Mißtrauen gegen Ci ז o 11 b r i t a n n i e 11 im Wachsen ist, wie unter den Arabern. Es wurde eine Genugtuung sein, wenn diese Unzufriedenheit von beiden beiten auf britische Unparteilichkeit zurückgehen würde. Sollte steh aber lierausstellen, daß es auf Schwan- Rungen der Vergangenheit, auf Unsicherheit und Aufschub zuruckzuführcn ist, so wäre die wachsende Animosität gegen die Maudatarmacht bedauerlich. Die ״Times•‘ widmet dem gleichen Gegenstand ihren ersten redaktionellen Leitartikel dieser Nummer. Darin beißt es u. a.: Der Glaube, daß jüdische Extremisten für einige der letzten Romhenatfentate in Haifa und anderwärts verantwortlieh seien, hat die Schwierigkeiten der Administration vergröfiert. Während die Araber mir langsam oder gar nicht bereit waren, Schlisse auf Krankenschwestern ln Rerufskleidung und unpolitische hebräische Gelehrte sowie die Ermordung von jüdischen f rauen und Kindern durch ״Patrioten־‘ zu verurteiffn, hat sich an dem, was für jüdische Vergeltungsakte gehalten wild, iinmiltcihar;hrc Wut cnt/umlct. Die Möglichkeit, Halt einige d׳e-er Verbrechen von arabischen Agenten 11 f n ,111 ״ e 11 worden sind, kann nicht geleugnet werden; die Geschichte der Pcvohitioiien im Nahen Osten zeigt, daß der 13נlienalisfiscim I ,׳matiker bereit ist, jedes Mittel aimtvvenden, um :;egen seine 1 eiude den Hali liervor/iirufen; andererseits rechtfertigten die Haltung einer Minderheit der jüdischen Gein ei nschaft in P.dastma und einer kleinen Zahl jüdischer Jonrnalisten zu Beginn des Juli den Glauben, daß einige junge Juden aus Kreisen der rcvisionistRchen Partei die f-'esse! des passiven Widerstandes unerträglich gefunden hätten,!die I!1 h r e r d e r p a I;! s t i 11 e 11 s i s e h e’ti J tulen haben ihr A e 11 I! e rs t e s g e 1 a ״, um diese natürliche aber gefährliche Heit, die /ivilminiei! Menschen abscheulich sein* müssen. Die Tatsache, dal! die indische Disziplin, die mehr als zwei Jahre so ehrenvoll aut'recht erhalten worden ist, an einzelne•« Orden ahhröchelt, ist dennoch ein Umstand, der die Befürchtungen t higUirklieherweise 'gibt es keine Aussicht, daß diese Refürchtuiigen in absehbarer Zukunft an Gewicht verlieren. Die Behauptung ist sehr wahr, daß es relativ leicht ist, einen Aufstand gegen eme klarhestimmte Politik niederzuwerfen, aber fast unmöglich, ihn zu unterdrücken, wenn die Politik unklar ist oder wenn man au die Existenz einer solchen Polltik nicht glaubt. Die arabischen Extremisten sind deshalb entschlossen, den Aufstand fortzusetzen, in dem Glauben, daß die britische Regierung nachgeben wird. Tatsächlich gibt es keinen Grund anzunehmen, daß die Tech־ Stische Kommission die zwingenden Empfehlungen ihrer Vortangerin zugunsten der Teilung nicht in vollstem Maße in echnuttg ziehen wird. Die Regierung kann sich jedoch nicht absolut auf die Politik festlegen, die sie grundsätzlich billigt, bis sie nicht von dein Bericht Kenntnis genommen hat, der Hie Tatsachen über die technischen Möglichkeiten finden sollte, und bis sie nicht die Billigung von Raf und Versammlung des Völkerbundes für ihre endgültige Entscheidüng erwirkt hat. Wie man zugeben muß, ist im letzten Winter viel Zeit verloren gegangen, aber man hat allen Grund jetzt zu glauben, daß die britische Regierung voll von der Notwendigkeit überzeugt ist, auch den ge- PALÄSTINA TRINKT ״ATARA"- KAPPET ringste 11 Aufschub •zu vermeiden, sobald der Weg für den nächsten Schritt frei ist. Bis dahin werden, so meint die ״Timm״, die arabischen Extremisten und ihre Helfer außerhalb Pal.Min.1s ihr Aeußerstes tun, um die Unruhe zu befördern. schieden ab. I )ieses könnte höchstens" im l alle eines all,gemeinen Zusammenbruchs der Administration gefordert werden, und der i-t höchst unwahrscheinlich. Die Juden und die gescheu Extremisten ' v e r b i n d e n, deren Opfer im letzten Jahre in ihrer Mehrheit Araber gewesen sind. Wirksamere Ergehrtisse könnten durch diplomatische Mittel erreicht werden. Die britische Diplomatie sollte weiterhin der Iranz n s i s c h e 11 Regierung Harmaclieti, wie seltsam es ist, daß ein britisches Mandatsgebiet durch ein ausgedehntes Draht- Hindernis und andere Yerteidigunpstnaßiiahmen gegen Einfälle aus Gebieten geschlitzt werden mußte, die noch unter franznsischrm Mandat stellen und künftige Verbündete Frankreichs sind; und daß der Mufti von Jerusalem in seinem seihstgewählten Exil von seiner Basis im Libanon aus die Unruhen in Palästina unterstützen und anfeuern kann. Die Befürchtungen der französischen Rclmrden, daß seine Entfernung den islantisehen Fanatismus wachnifcti könnte, sind kaum überzeugend, nachdem die arabischen Nationalisten in Serien sich der vollendeten Tatsache der türkischen Kontrolle über den Sandschak von Alexandrette offenbar vollständig unterworfen haben. Im Lehrerseminar ״Misrachl“ in der Bezalelsfraße in Jerusalem befindet sich eine etwa 12MO Bände umfassende Bibliothek. Sie setzt sich — neben kleineren Zuwendungen — aus zwei großen Nachlässen zusammen: 1. der Büchersammlung des Privatgelehrten und Bibliophilen Lipmann Ph. Prins (gest. 1015 in Frankfurt a. M.) und 2. der Bibliothek des sefardischen Raw B. A. Koetika fgest. 1036 Ln Jerusalein). Die Bibliothek wird von den Lehrern und Schülern der Anstalt benutzt, ist aber auch jedem zugänglich, der jüdische Studien betreiben will. Wegen ihrer bequemen Lage mehrt sich die Besucherzahl ständig. Daher macht sich in der letzten Zeit der Mangel der Neuerscheinungen — an Biiehern, Zeitschriften, Nachschlagewerken u. ä. — sehr bemerkbar. Es wird daher an die Verfasser sowie an alle Per* seinen, die bei etwaiger Auflösung ihrer Büehersammltingen ihren Besitz der jüdischen Allgemeinheit zugänglich machen wollen, die Bitte gerichtet, auch an das Lehrerseminar ,.Misrachi“ und seine Bibliothek zu denken. Jedes Buch wird dw Namen des Spenders tragen. Zusendungen erbeten an POB. 7008, Jerusalem. Das Neueste in Kürze Von der Teilungs-Kommission Dj# Mitglieder der Kommission verlaßen #m 3, Aug. nach dreimonatigem Aufenthalt Palästina, um nach London zurückzukehren. Am 1, August haben nach die Vertreter der Jewish Agency, D. Ben-0 urion und M. Schertok die von den Experten in Bodenfragen Joseph Weifz und Salman Lifschitz begleitet waren, sagten heute vor der Teilungskommission aus. M. M. Dssfschkln übermittelte der Teilimgskmnmission ein Memorandum, in dem er seine Einstellung zu dem Teilungsproblem darlegt. Er hat jedoch nicht mündlieh vor der Kommission ansgesagt, da diese ihm mitteilte, sie •ei nur bereit, eine praktische Kritik des TeHltngsplanes anzuhören, jedoch nicht eine prinzipielle Opposition gegenüber einer Teilung oder Vorschläge für eine andere Lösung, die mit der Teilung nichts zu tun hat. Chronik dos Terrors Jerusalem, 31. Juli. (Paleor.) Drei jüdische Fischer aus der Kwtiza Hulta in Ober-Galiläa, die heute morgen auf dem Hule-See fischten, wurden von Terroristen angegriffen. Die Fischer erwiderten das Feuer, das von Hilfspolizisten der Siedlung Jessod Hamaala gehört wurde, die in einem Motorboot den Fischern zu Hilfe eilten. Der Fischer Baruch Diamand wurde leicht verwundet. Die Polizei schloß das revisionistische Lokal in der Jeru• salemcr Altstadt iu der Nähe der Klagemaiier für א Monate. Jerusalem, 1. August. (Paleor.) Ein moslemischer De׳ tekliv namens Raschid Sandouka wurde heute abend in der Nähe des Damaskus-Tores in Jerusalem von einem Araher angeschossen und schwer verwundet, worauf der Attentäter die Flucht ergriff, Gestern nacht fand bei Nablus ein Gefecht zwischen Militär lind Terroristen statt, bei dem sechs Terroristen ge* tötet und drei Soldaten verwundet wurden, davon einer schwer. In Haifa starb Mendel Tsclmclmowsky, der bei einem Bombenwurf gegen einen jüdischen Autobus verletzt wor> den war. Jerusalem, 2. August. (Paleor.) Zwei Mohammedaner, von denen einer ein Araber und der andere Kaukasier ist, wurden gestern abend durch die Explosion einer Bombe in Haifa schwer verletzt. Arabische Terroristen, die auf ein Kaffeehaus in Beisan mehrere Schüsse abgaben, töteten einen Araber und verwundeten drei andere. Zehn arabische Terroristen überfielen gestern drei Hilf«• Polizisten, die die jüdischen Steinbrüche bei Moza bewachtcn. Die drei Juden hielten die Terroristen eine halbe Stunde lang in Schach, bis Verstärkungen eintrafen. Es besteht Grund zur Annahme, daß die Terroristen schwere Verluste erlitten haben. Der 18jährige Hilfspolizist Chaim Z w i, dem eine Kugel durch den Helm drang, wurde wie durch ein Wunder vom Tode errettet, erhielt jedoch eine leichte Ver• letzung an der Schulter. Sein Hund wurde getötet. In Jerusalem wurde der jüdische Hilfspolizist CHalnt S u r i bei der Abwehr eines Angriffes leicht verwundet. Ein arabischer Hilfspolizist wurde in der Nähe des Damaskus• tors von einem Araber schwer verwundet. Er erlag später seinen Verletzungen. Bei einer Bombenexplosion fit Haifa wurden vier Araber verwundet. Moscheh Bittmann Aus Palästina traf die Nachricht ein, daß am 2. Juli Moscheh Bittmann, der Leiter des Jugenddepartements des Keren Hajeßod, ,in Jerusalem gestorben ist. Moscheh Bittmann spielte in der zlonistisch-chaluzischen Jugendbewegung Deutschlands vor 1033, im Brith haolim sowie im Hectohiz, eine führende Rolle. Sein Tätigkeitsfeld war insbesondere Magdeburg und der Bezirk Sachsen; aber darüber hinaus wurde er von allen Mitgliedern der clialuzischen Bewegung damals waren es noch wenige — wegen seiner leidenschaftlichen Hingabe an unsere Sache geliebt und ge• schätzt. Im Jahre 1033 ging er nach Palästina. Er war eine Zeit• lang im Kibbuz, verließ ihn dann aber, weil die Krankheit, die er schon damals in sich trug, ihn bei der körperlichen Arheit behinderte und weil er ferner eine einbringenae Arbeit suchen mußte, um seinen Verwandten zu helfen. Er begründete das Jugcnddcpartenient des Keren Hajeßod und führte Arabische Terroristen unter Führung von Saad-ad-Din Toukhan, eines Verwandten des Bürgermeisters von Nablus, wurden von britischem Militär zwischen Nablus und Dschenin in ein Gefecht verwickelt und hatten mehrere Verluste. Das Ausgehverbot in den Randbezirken von Jaffa und Tel Awiw wurde a u f g e 11 o b e 11. Heute nachmittag wurde in Haifa in einen jüdischen Lastwagen mit Arbeitern eine Bombe geworfen, die den Chauffeur leicht verwundete. Der Ausnahmezustand, der seit dem 25. Juli in Haifa in Kraft ist, wurde heute mit Ausnahme des östlichen Teiles der Altstadt aufgehoben. hei M J e rusa1c ן Clicdera, 1 c z n i k (23 11, 3. August. (Pah ivurde gestern n, Jahre alt), wurde ):■.) Der Kihbuz. Avulali, cht angegriffen. Rachel s c h w er ver w u n d e t. Bestätigtes Todesurteil Sir Harold MacMichael hat das Todesurteil gegen den jüdischen Polizisten Schwa rtz bestätigt. Schwartz war angeklagt, einen arabischen Polizisten bei Athlith im September vorigen Jahres getötet zu haben. Die Hinrichtung von Mordcch'ai Schwartz, ist für den 16, August in Akko vorgesehen. Am 4. August beginnt vor dem Jerusalemer Militärgericht der Prozeß gegen den jüdischen Arbeiter Zion M a r z u k, der unter der Anklage steht, gegen einen arabisehen Omnibus am 1. Juli eine Born he geworfen zu haben. Ferner ist vor dem Jerusalemer Militärgericht Cliaini Ken- 11 e 1 aus Kirjath Motzkiu angeklagt, weil er im Besitz eines Revolvers ohne Genehmigung angetrolfeii wurde. Yaakov Ra 8 s, der am 26. Juli nach Entdeckung von zwei Bomben in der Altstadt von Jerusalem durch Messer• stiche verletzt und seither im Hadaßa-Kraukeuliaus wiederholt nolizeilichcn Verheilen unterzogen wurde, während in seiner Wohnung Durclmichtmgeii vorgenommeii wurden, ist formell unter Anklage gestellt worden, die Höllenmaschinen versteckt zu haben. Er wurde ins Rcgieningsspjtal in jeru• salem überführt. Verschiedenes Eine jüdische Delegation unter Führung von Dr, Thon und Rabbi Blau suchte den Dislrikfskomniissar von Jerusalem auf und protestierte gegen die von der Regierung angekündigte Ersetzung des amtierenden jüdischen Bürgerm•!* sters Daniel Auster durch einen arabischen Bürgermeister. Sie forderte, daß der jetzige Zustand in der Jerusalemer Stadt* Verwaltung beibe 11 alten werde. Die 450 arabischen Angestellten der Irak-Petro* 1 eil in * O e s el 1 s c h a f t in Haifa haben unter Androhung von Streik vor einigen Tagen bei der Gesellschaft die Ent* lassung der 31 jüdischen gelernten Arbeiter gefordert. Die Gesellschaft hat ihnen die Antwort erteilt, daß ihre Forderung n i c!11 aus geführt werden könne. Die Tel Awiwer Stadtverwaltung hat eine Entschließung angenommen, bei der Regierung den Bau ehies besonderen Gefängnisses für jüdische Gefangene in Tel Awiw nachzustichen. Der Dampfer ״A m a 1“, dessen Besatzung von Kapitän bis zum Schiffsjungen jüdisch ist, hat die erste jüdisch• Handelsflagge erhalten. Die feierliche Uebergaba der Fahne durch die Vertreter der Jüdischen Marine-Liga erfolgt• an Bord des Dampfers im Tel Awiwer Hafen. diese neuartige Arbeit mit viel Hingabe und Geschick durch. Vor einigen Wochen wurde er durch den Tod aus seiner Arbeit gerissen, erst 26 Jahre alt. Die vielen, die ihn von Deutschland und von Palästina her kannten, werden ihm «in treues Andenken bewahren. Georg Papa Kurse palästinensischer Wertpapiere. Am 29• Juli wurden ln Tel Awiw folgende Kurse notiert: A 11 g. Hypothekenbank 5 ״,״ige Pfandbriefe ״»,'«סס (Qi):'6 ,(״׳» ,׳ ••,.ige Pfand* Briefe 102l,y•״ f 1״6° .( . '2<וige Vorzugsaktien 114״/*114) ״״), Stammaktie117 ״:,'g117) 0״r׳/s״;״). Palestine Land Deve. lopnunt Co, Lt d. 6 ״״ige Vorzugsaktien 94-78 ׳* 04) ״/״•«), Stammaktien $8G ״« (öS1;״״). B i z z. ti r ()1,״ige Obligationen Serie 2 00■ ״» ,׳ (<)t)1 ״״ ״׳). Nir I.td. 4 ״׳״ige Obligationen Serie 1 S5R, ״״ 4 ,(״׳»!׳!85) 0.״ige Obligationen Serie 2 85 ־,״» (S5 ״,1 5 ,(״״ige Vorzugsaktien 6(>1 °'o (()O1/׳־׳ ״,). Pasa 4' ige Obligationen 70«;0,0 75) ״). Palestine Potash Co. 5V# °'״ige Vorzugsaktien sh 16 Od (sh 16/9 d)• Die Umsätze an der Tel Awiwer Börse waren in der »!)gelaufenen Woche nicht groß, und Angebot und Nachfrage glichen sich fast völlig aus. Knrsvcräiidertingen waren nicht zu verzeichnen. Musik im Radio Jerusalem Das Radio Jerusalems ist vom ersten Tage seine« Be• Stehens bemüht gewesen, in der ihm dafür zur Verfügung stellenden Zeit, mit den ihm zur Verfügung stehenden Kränen, vielfach auch gegen die in anderer Richtung tendierenden Meinungen der Musikkreise jüdische Musik verschiedenster Art zu verbreiten. Dabei waren und sind mannigfache Hemmnisse zu überwinden: der .Materialbestand ist nicht groß (vielfach wurde das Notemnafcrial der Universitätsbibliothek oder private Sammlungen benutzt), die Zahl der brauchbaren Manuskriptsendungen ist relativ gering, die Interpreten sind mehr auf Westliches eingestellt und halten jüdische Musik oftmals für etwas Minderwertiges oder für etwas, was gar nicht exi• stiert. Die Werke jüdischer Musik und jüdischer K״mponisten, die in den ersten Jahren des Jerusalemer Senders zur Aufführung gelangt sind, halten bereits eine gewiße Vielseitigkeit und ein beträchtliches Niveau. Es wurden nicht nur die Werke des russischen Kreises berücksichtigt (Engal, Aehron, Milncr, Onessin, Rosowsky, Santinsky, Stutscliewsky usw.), wenngleich diese immer wieder und wieder aufgeführt wurden, man hörte Werke jüdischer _ Komponisten der ganzen Welt, jüdisch-orientalische Volksmusik, Neuenlstandeiies aus Palästina. Manchmal wurde des Guten sogar zuviel getan, z. B. müßte Engels ״Dybuk“-Suite jetzt einmal für ein paar Jahre gestrichen werden. Auch der kabarettartige Charakter gewisser Bearbeitungen, die in letzter Zeit überreichlich zu hören waren ((Schlesinger, Boseowich, Eavry), trug nicht gerade dam bei, die Meinung von dem Wert jüdischer Mus ix zu verbessern. Wenn auch gerade die Verarbeitungen letzg־enannter K°mp׳o• nisten vieles Volkstümliche und!!!»,!ehe Koloristische und rhythmische Eigenart ostjiidischer und neiipalästinensischer Volksmelodien nervorhobeu, so tragen sie doch zu «ehr die Art der längst überwundenen ostjiidischen Operettenschiager. Dagegen gibt es andere Experimente auf diesem Ge* biet, die der Erwähnung wert sind: so sang Hanna Zadri in einer der letzten Kinderstunden des Radio ein paar Kinderiieder von Engel in der Altlage, wodurch die Lieder viel orientalischer klingen, als sie geschrieben sind. Ebenso sang die Sopranistin Lotte Kristall, die mit einem Programm tnoderner jüdischer Komponisten außerordentlich erfolgreich debütieric, das Lied ״Tirsa Jafa“ (nach Bialik) von Hans Hurtig, der auf dem Wege zu se’in scheint, einen lyrischen, durchaus modernen und jüdischen Liedstil zu schaffen. Dagegen konnte die ebenso temperamentwie stimnihegabte Sängerin aus den übrigen Liedern beim besten Willen nichts Iterausliolen, cs war banalste Sentimentalität. F.ine Ausnahme machte Almaus ״Ajeeli“ (Soiogcige: Philip Scharf), das zwar etwas unpersönlich im Stil, aber doch wohlklingend und gediegen gesetzt ist. Auch sei eine volkstümliche, halbliterarische Radiostunde erwähnt, in der Ephraim Goldsteilt (Tenor). ״Lie* der der Biltiiiti“ sang, lauter alte Bekannte; ״Hatikwa“, ״Techesakna“ usw. Jasclia II o r e!1 s t e i n spielte in seinem Absehledskonzert in Tel Awiw: Dvorak, ״Aus der neuen Welt), Boradin, ״Pölowet/er Tänze“. Karol Rathaus, Musik zu Uris! AcMti und die Fledermaus-Ouvertüre. Pas darauffolgende Sommerkonzert des Paläitina-Qrche* sters wurde von nronislav Scttlz geleitet. Das Programm •nt* hielt: Wagner: Ouvertüre zum ״Fliegenden rfolllnder“, Rimsky-Korsakoff: ״Selteherezade“ und das Violinkonzert von Tscliaikowsky (Sollst: Baruch Liftman), Nicolai Zadri (Violine) und Elischcwa Kaplan (Klavier), spielten im Radio Jerusalem innerhalb eines Beethoven-Zy* kiu* die Kreuzersonate. (Schluß de« P«l8»tln»-T«||1) TEPPICHHAUS ZENTRUM Aaußerste Preis« für Berlin CB, •pandauer Strafia 20 an der Königstraße