Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 62 (5.8.1938)
- Date
- 1938-08-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 62, 5. VIII. 1938 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 5 Stimmen der Jugend Zu einem zionistischen Jugend-Jubiläum Die jüclisclie Oeffeiitlichkeit ״leicht heute, wenn man sie als Ganzes betrachtet, einem Organismus, her aufs stärkste mit sich selbst beschäftigt ist. Die umwälzenden Prozesse, die in seinem Körper vorgehen, nehmen seine ganze Aufmerksamkeit gefangen, und man beschäftigt sich in fast allen Gremien und auch in den Gedanken der einzelnen Mensehen in der Hauptsache mit jenen groben Umwälzungen in unserem Leben, die von der politischen und Wirtschaftliehen Seite her ausgelöst wurden, wobei Auswanderung und Palästina-Politik in erster Reihe stehen. Darüber vergessen wir manchmal, daß wir an die einzelnen Glieder unseres Volkskörpers denken sollten, daß auch sie ein Eigenleben führen, ihre Sonderentwicklungen haben, und daß sieh in ihrem Leben die großen Sorgen und Aufgaben unseres Tages eigenartig widerspiegeln. Man spricht gewiß in unserem Kreise manches Mal vom Schicksal der Jugend, von ihrer Aufgabe, neue Lebensformen zu finden, aber gestehen wir es offen: Man betrachtet %iese Dinge doch ein wenig als peripher, und sie treten hinter den großen Fragen der Gegenwart und Zukunft zurück. Nur manches Mal erwacht in uns die Sorge, wie wohl diese jungen Menschen, die noch vor dem beruflichen Alter stehen oder in der Ausbildung begriffen sind, diese Zeit überstehen werden, ob aus ihnen ein Geschlecht hervorgehen mag, das seine menschlichen und jüdischen Qualitäten besitzt 11 na dem Leben, das seiner wartet, gewachsen sein wird. Es gab bei uns gewisse Erörterungen über die!Tage der menschlichen Qualitäten dieser Jugend. Mau beginnt hier und da an ihnen zu zweifeln, zumal man sah oder zu sehen laubte, (lall die Lebensformen, die sich die Jugend in den ünden geschaffen hatte, zu zerbröckeln begannen. Um so bedeutsamer ist es gerade in diesem Augenblick, eine Stimme aus der jüdischen Jugend selbst zu hören, die von dem Leben zeugt, das in ihr wach ist, von dem Willen, die Kontinuität der Entwicklung nicht abbrechen zu lassen und die großen Werte, die eine etwas ältere Generation sieh ungeeignet hatte und die sich in bestimmten Vorstellungen vom Jugcndlebcit niedcrsclilug, auch in der Gegenwart zu hüten und in die Zukunft hinüberzunehmen. Es ist ein historischer Anlaß, der diese Stimme ausgelöst hat, wenn auch nur ,.historisch“ in dem engen Sinne einer Zeit, die mit wenigen Jahren zu rechnen gewohnt ist. Der zionistische Jugendbund ״H a b o 11 i m“ bat anläßlich seines fünfjährigen Bestehens, das im Februar d. J. gefeiert wurde, eine Sa rnmclschrift ״H a b 0 11 e h“ herausgegeben (im Hechaluz-Vcriag, Berlin 103S), die der Vergangenheit und der Gegenwart dieser Jugend gewidmet ist. Ihre Art, dem Leben und den jüdischen Aufgaben, gegenüberzutreien, kommt dabei wohl am stärksten in den Beiträgen zum Ausdruck, die einen persönlichen Charakter tragen, weil in ihnen junge Menschen selbst von ihrem Leben und ihren Gedanken berichten. Das gilt besonders von den einleitenden Briefen eines der Menschen dieses Kreises, der leider viel zu früh dahingcrafft wurde und dessen Gedächtnis das Heft gewidmet ist, den Briefen von Seew Or hach, die er aus Palästina a!1 seine Eltern richtete und aus denen die ganze jugendliche ßegeisterungsialiigkeit wie auch die Reife gerade dieses Menschen hervorleuchtet. Aber auch Berichte aus der Haclischara, die vor 10 Jahren geschrieben sind und zeigen, wie schwer damals physisch und psychisch in einer Umwelt, die solchen Gedanken nicht nur feindlich, sondern verständnislos gegenühcrstaiid, der Weg der körperliehen und geistigen Vorbereitung auf ein Leben der Arbeit in Palästina gewesen ist, lehren uns Heutige die Schwierig- Leiten unserer Zeit nicht zu überschätzen, denn wir sehen, wie junge, auf sich selbst gestellte Menschen vor einem Jahrzehnt gewaltige Schwierigkeiten freiwillig auf sich nahmen und meisterten. Auf der anderen Seite finden wir Dokumente persönlicher Art aus unseren Tagen in Gestalt von Tagebuch-Notizcn aus Palästina, die in besonders ungeschminkter und kritischer Art das Leben, das Land, die Natur, die Arbeit, die Politik und die Eingliederung eines bestimmten Menschenkreises in das ländliche Arhcitslebcn schil- (lern.!Manches ist gewiß daran nmuisgereift, manches, was mit einer gewissen selbstgefälligen Sicherheit vorgelragen wird, mag später berichtigt werden (gewiß mich einige Angriffe gegen unser Blatt, die wir dem Schreiber nicht naehtragen), dennoch spricht hier etwas Eigentümliches zu uns, ein Hauch jugendlichen Lebens, der uns hoffnungsvoll 711 stimmen vermag. Dem schließt sich das Wort eines alten Arbeiters im Lande an, von Jehuda Schertok, dem Bruder des Exekutiv-Mitgliedes, der das Babel unserer Sprache beklagt, die Zuriickdrängung und die Verflachung des Uehräischeti in der Zeit der großen Alija, und so seine mahnende Stimme für die zentrale kulturelle Aufgabe iin Aufbau des Landes erhebt. Zwischen diesen Beiträgen stellt eine Reihe von Aufsätzen, die der Geschichte des Bundes ״Habonim“ gewidmet sind. Wir finden hier Darstellungen zur Geschichte der Vorliiul'er dieses Bundes, des ״Jung-Jüdischen Wauderbmides“. des ״Bnth Haoiim“ und des ״Kadiiitalr‘. Die Geschichte der Vereinigung der Bünde zum ,,i Sa hon im“ und die Entwicklung des ״Hahoilim“ im ersten Jahre seiner Arbeit nach dem Umschwung von 1933 wird sodann geschildert, und es schließen sich liier;in einige Beiträge über die gegenwärtigen Aufgaben dieses Bundes und die besondere Situation der Menschen, die in der hündischen Arbeit stehen. Sieber ist ts gut, daß diese historischen Beiträge einmal zusainmengostclit worden sind, ist doch die Tradition bei der Jugend, deren Generationen in wenigen Jahren wechseln, nur schwach ausgebildet, so daß sehr vieles, was bereits früher zu einem Abschluß gebracht schien, immer wieder von neuem umstritten ist. Vielleicht wäre es sogar zu begrüßen gewesen, wenn bei dieser Gelegenheit (oder bei einer etwa kmnnu ■11den) gerade auch die früheren Perioden der Entwicklung dieses Jugendkreises etwas ausführlicher behandelt worden wären, die Zeiten des alten ״Rrith Haoiim“, der sich aus dem ״Blau-Weiß“ heraus und im Gegensatz zu ihm entwickelt hatte; man sollte die wenigen hier noch vorhandenen Menschen aus diesem Kreise vielleicht einmal dafür gewinnen, ihre Erinnerungen niederzuschreiben. Es ist ein wichtiges Stück zionistischer Geschichte in Deutschland, war cs doch gerade dieser Kreis, der unbeirrt seinen Weg gegangen ist und durch seine Leistung den Boden dafür be- .reitet bat, daß der Zionismus jenen praktischen Aufgaben gewachsen war, die irn Jahre 1933 an ihn herantraten. Es stimmt nachdenklich, wenn einer dieser Bundesarbeiter sich heute darüber beklagt, wie wenig Verständnis den Not- Wendigkeiten der Jugend seitens der jüdischen Oeffenilichkeit (auch von den Zionisten) entgegengebracht wird und wie vereinsamt er sich im Grunde fühlt. Das ist eine Mali- ת urig, die gewiß nicht ungchört verhallen wird, gebt es doch hier um mehr als um die Finanzierung irgendwelcher Angelegenheiten durch Gemeinden und jüdische Organi- Aus der Haftara für Schabbath, den 6. August Badets ab, läutert euch, entfernt die Bosheit eures Spiels aus dem Blick meiner Augen, meidet Bcistet, lernet Cuttat, suchet das Recht, lenket den Erschöpften, rechtet ttlr die Waise, streitet lür die Witwe! Jesdtajahu, I, 16, 17 lieber Iragung: Marlin Bubcr Zum 9. Aw (6, ,August) Mickiewicz in der Synagoge Eine Begebenheit am 9. Aw 184S Der Zusammenbruch des polnischen Aufstands von 1831 hatte zur Folge, daß die Patrioten für andere Völker, deren Schicksal dem polnischen ähnelte, Sympathie faßten und von einer nahezu niessianischen Mystik ergriffen wurden, deren Prophet Towianski war. Towianski schloß sich der Jude Ram-Jamiszkcwicz begeistert an, der den Towiancrii als Repräsentant des jüdischen Volkes galt, nicht obwohl, sondern eben weil er Katholik wurde — um der allgemeinen Verbrüderung und Erlösung willen, als deren ״Botschafter“ er zum Frankfurter Rothscnildt und zu anderen bedeutenden Juden in Deutschland reiste, übrigens ohne seinen Glaubens- Wechsel zu bekennen; schließlich tauchte er noch in dieser Rolle in Jerusalem und bei anderen palästinensischen Judengemeinden auf. Der Ausspruch seines Meisters Towianski: ,,Israel hat seine Buße schon getan“, wirkte entflammend wenigstens aut die polnischen Geister im Exil, Major Benjmvski empfahl, den Juden ״die Hand zu reichen“ und ihre völlige Auswanderung nnzustreben, und Lrlcwrl verfaßte ein Manifest ,,an das israelitische Volk“, worin den Juden, falls sie es wünschten, Hilfe bei der Rückkehr nach Palästina verheißen wurde, während Graf Czynski, dessen höchster Stolz es war, die Juden Lublins vor einem Pogrom geschützt zu haben, ein Komitee zur Erlangung der Emanzipation der Juden mit General Eafayctte als Ehrenvorsitzendem gründete. Es war damals wohl von geringer Bedeutung, daß Graf Czynski jüdischer Abstammung war, und auch in den Adern des größten polnischen Dichters Adam Mickiewicz floß jikli- »che» Blut. Mickiewicz, ein Anhänger von Towianski und Schüler Lelcwels, damals Professor am College de France, unterschied sich in der Judenfrage von beiden, indem er von den Juden durchaus keine konfessionellen oder ideologischen Konzessionen erwartete, im Gegenteil die Juden eben um ihrer Glaubcnstreuc willen hoch schätzte und übrigen» in seinem weltberühmten Hauptwerk ,,Pan Tadcusz“ den Idealtyp eines luden gestaltete. Bei Ausbruch des Kri inkrieges wollte er eine jüdische Legion bilden, aber er starb zuvor. Die merkwürdigste und bezeichnendste Episode iit Mickio wlczs Stellung zur Judenfrage aber ist sein Besuch in der Pariser portugiesischen Svnagogc am 9. Aw 1845, Seine Bitte um Erlaubnis diese«* Besuchs an das Pariser Rabbinat hatte bereits Aufsehen unter den Juden erregt, dazu lud der Dichter die polnischen Patrioten in Paris ein, mit ihm in die Synagoge zu gehen und an den Gebeten und Klagen des 9. Aw, an der nationalen Trauer des jüdischen Volkes tellzunchmen. Ein Exemplar von Mlckiewiczs Rundschreiben an seine Kompatriotcn ist noch im Pariser Mickiewicz-Museum; es heißt darin, die jüdische Trauer um die verlorene nationale Selbständigkeit am 9. Aw sei nun nach zweitausend Jahren noch so beispielhaft lebendig ״wie im ersten Jahr nach dem Untergang ihres Heiligtums“. Es folgt 11. a. eine Ermahnung, in der Synagoge die Hüte aufzu bell alten. Schließlich bemühte sich Mickiewicz, allen Besuchcrn polnische und französische Uebersctzungen der lichrliisclien Texte für den Trauertag zu verschaffen. Am Abend des 9. Aw erschien Mickiewicz mit joiucn polnischen Begleitern in der Synagoge, und als die Kinnoth gesprochen und die Zeremonie beendet war, hat er ums Wort und sagte 11. a.: ״Der schönste und erhabenste Tag im. Leben eines Volkes, das nach der Wiedcraufriclitimg seines nationalen Heims bangt, ist der Tag, an welchem das ganze Volk fastet. Dieser Tag des Fastens lehrt euch, Mut, Zuversicht und Glauben nicht zu verlieren. Meint nicht, Gott habe euch und euer zerstörtes Land vergesset» Ich hin euch heute die Botschaft sagen gekommen, daß Gott sicli euer schon erbarmt 11m! euch in Bälde aus den Ländern des Exils auslösen wird. Eure Augen, die seit zweitausend Jahren gen Osten gewendet sind, auf das Land gerichtet, das euch gelobt ist, das l.and eurer Väter und Könige, eure Augen werden dieses Land bald als euer Eigen schauen. Wir sind heute euch künden gekommen, daß die Erlösung nahe ist und daß wir Polen euch helfen werden, uni alle zusammen von der Gallith befreit zu werden.“ Auf die jüdischen — assimilierten — Hörer in der Pariser Synagoge machte diese mcssianiseli-zionistisclio Rede des großen polnischen Dichters einen peinlichen Eindruck. Der ()berrabbiner Henri Marchand und andere Honnrntioreii hustet eil und gähnten ostentativ dazwischen, bis Mickiewicz auf ihre Verlegenheit aufmerksam wurde und nicht ohne Schärfe plötzlich erklärte: ,,Was ich hier eben sagte, ist im Geiste eurer Brüder in den Synagogen Polens und Rußbmls gesprochen, und unaufhörlich noch klingt mir das Weinen eurer Brüder vom 9, Aw in Wilna in meinen Ohren.“ Die Pariser Juden, die in Mickiewicz» Rede einen Vorsuch sie für Towianski* inystagogisclic Ideen zu gewinnen, witterten, waren nicht weniger enttäuscht als der Dichter, der auf die Lebendigkeit der Trauer um Zion in den Betenden gerechnet hätte und nur Formeln ohne gefühlten Fnlialt, Gebete ohne den Einsatz der lebendigen Persönlichkeiten vorfand. ,,Sie sind so niedrig und sklavisch"', klagte er in einem Brief an Towianski, ״daß sie nicht einmal den bitteren Geschmack des Exils mehr spüren“. Doch tröstete er sich im gleichen Brief, sein Appell in der Synagoge wäre gleichwohl nicht vergeblich: wenn seine Worte auch den Juden keinen Eindruck gemacht hätten, so hätten sie auf seine polnischen Hörer zweifellos gewirkt, und er hoffe, der Tag werde kammen, da die anderen Völker erwachen und dem jüdischen Volke seine alte Heimat zuriiekgeben würden. L. H, Oppenheim III Das bekannte Spezialhaus für Kleiderstoffe III CHarlottenburg, Wilmersdorfer Str. 115-116 tll Wollstoffe — Samt — Seidenstoffe ||| sationen, sondern um das lebendige Glied an unserem Volkskörper, dessen Bedeutung für unsere Zukunft nicht hoch genug bewertet werden kann. Mit einem gewissen Bedauern empfinden wir es heute manchmal, daß die jungen Menschen dieser Tage allzu realistisch zu denken scheinen, daß die Höhen der Bildung ihnen verschlossen sind, die uns offenstanden, und daß erne gewisse Flachheit von ihrem Leben Besitz zu ergreifen scheint (eine Gefahr, die von den Nachdenklichen und Kritischen unter ihnen auch empfunden wird). Gewiß ist vieles an dieser Beobachtung richtig; ohne Zweifel wirkt die Schwere der Zeit auf die Menschen und besonders die jungen nicht immer erhebend und fördert sie nicht immer in ihrer seelischen Spannkraft, aber es kann doch nicht übersehen werden, daß trotz allem immer wieder aus allen Kreisen und Gruppen junge Menschen hervorgehen, die den Willen zum Ethos und auch den Willen zum Geist besitzen und sich darum mühen, ihn in einem Lehen harter Arbeit zu verwirklichen. Das aber scheint uns in der Fat der Sinn aller zionistischen Jugenderziehung zu sein: Menschen — irn Judentum verwurzelt, gesichert im Bewußtsein ihres jüdischen Schicksals — in die \X eit liiiiauszuschickeii, die über die Befriedigung materieller Notdurft hinaus Geist und Ethos verehren und im- Stande sind, ein wenig davon in ihrem Leben sichtbar zu machen, wie immer die äußeren Bcd! 11 1111׳<:־ geil des Daseins sind. _ oe. Die erste Jugendalija aus Oesterreich Vom unserem Berichterstatter J. IE, W i e n, 3. August In der nächsten Woche begibt sieh die erste Jugendalijagruppe aus (»csterreich nach Palästina, Der Transport umfällt insgesamt 20 Mitgliederder |11getnl,alija, fünf aus Eisen- Stadt (Biirgcnland), je eines aus Ein/ und Graz, sowie Et aus Wien. Diese (iruppe bildet den ersten Teil der ungefahr 390 Kopfe umfassenden Jugendalija, deren LJebcrleiturn; »ach Palästina bis Ende September durchg e f 11 11 r t werden soll, -- f ür die iin Rahmen der Wizo nach Palästina ausv( ändernden Mädchen fuhrt die W'izo gegenwailig eine Sammelnklion durch. In einem Aufruf wendet sie sich;111 die jüdische Oeffentlnhkeit, Sachspenden, Kleidung und Aiisriistiingsgegcnstände sowie Geldmittel diesem Zweck zukommen zu lassen. 1 )ie Aus w a 11 d c r 11 11 g s a b t e i I 1111 g der Kultusgemeinde hat in der Zeit vom 21. bis 29. Juli weitere 682 Auswanderer abgefertigt. In-gcsamt konnten bis jetzt im Wege der Au.swaiidcruiigsabteilimg 4400 Personen auswandern. Aas ilei■ Wirtschaft Die Firma Leopold Nußbamii, Fabrikation von Kostümrocken, Berlin, ist in den Besitz vor! Alfred Rardehle übergegangen. — Die Firma Hermanns ft Froitzheim in Bochum lautet jetzt Licsel ten Eicken. — Die Firma Brüder Wolff, Fabrikation von Morgenröcken und Hausan/iigcn, Berlin, ist an die Herren Emil .Moklcnhatier und Erwin Viebahr! verkauft worden. — Das Kaufhaus Gehr. Alsberg in Bochum-Langendreer ist von Ernst Thcwcs und Dr, Walter Bauer, Berlin, übernommen worden. — Die Firma Schrubski o. H.-C1., Fahrtkation von Herrenkleiderrt und Regenmänteln, Berlin, ist in arischen Besitz ühergegn ngeii. —- Die Firma Heumann & Meyer, I lerremväscliefabrik, Essen, ist auf Rudolf Finder übergegangen. — Die Bauinwollweberci Ellrich Koni.-Ges. vorm. Mech, Weberei F'crd, Teichmiiller KG. zu Ellrich a. H., Ellrich a. Harz, und Zwciplnüo Kassel, ist in den Besitz vor! Robert Sclioepf mul Albert Hall nbergegatigen. — Die Firma A4,ix Meyerhof ft Co., Fabrikation von Kleidern und Blusen, Berlin, wird nach Ausscheiden des Teilhabers Max Mcverliof von der uciigegrüiuleieu Firma Jacob ft Co. vorm, Max ,Meyerhof ft■ Co. wciUTgefulirt. — Die Firma Schlesische 1 extilgesellschalt J. Milevsskv GmbH., Plauen, ist in arischen Besitz, tibt rgegaiigeti. - Das Scluihiuius IE I reitet, Stargard, ist in arischen Besitz, ubergegangen. — Die Firma S. I.oewen* stein Nachl't. Inh. Gerhard laeobv, Rössel (t >stpr.), ging am 1. August in arischen Besitz über. - Die I ,inna Seidenbaus Marx, in Hannover, ist in;trftchcn Besitz iibcrgciiihrt worden. — Die Firma Kreil ft Go., Inli. Arthur liohm, Kaufhaus in Reiclienbach i. Yogtld., ist in irischen Besitz uhergegangen. — Die Firma Bachmnmi ft L<">wenstein, Fabrikation von Kleidern und Binsen. Berlin, ist m;irischen Besitz übergeleitet worden. ־ Die F inna 11nun;11111.« ft Froitzheim, Herrenausslammgni, in Essen, ist von dm! Kaufmann Martin Schmidt aus Hagen i. VPcsif., iiberniminicn worden. .- Das Kaufhaus I iugo' Wurll ,'V Co. in Euch .׳»wähle ist von dem Inhaber der Firma Neu mann ft Schi nid t in Luckenwalde, Georg Schmidt, erworben worden. - Die Wirkwarenfabrik Ca 11 Loewciigard ^(früher l.oeweiigard ft l.evy) in llechingen firma J. ft IE Golm in l.iegnü/, (iioliliandluiig fur Möbel- Stoffe, Matratzemirelk•, Polstermaterialien, ist in den Besitz des Kaufmanns Sigismund Steinbaucr iihcrgegangeii. — Die Finna M. Freundlich, l il/warcn und I Iniisschuhfabrik, in Netisfetfin i. P011!., geht demnächst in arischen Besitz über. —- Das Kaufhaus Altstadt, R. Heber in Innsbruck, ging in den Besitz des Herrn E. Rudigier über. Die Neuordnung der Hausverwaltung. Die Gau- bzw. Krcisabteilungcn ,,ilatis und Heim“ iti der Deutschen Ar• heitsfront überwachen gemeinsam mit den Gau- bzw. Kreis- Wirtschaftsberatern und der örtlichen Gliederung der Fach• gruppe Grundstücks- und Hypothekeninaklcr in der Wirt* schaftsgruppe Vcrmittlergewcrbe die Ueberfülirung der von Jude u a usgciibtcn Hausverwaltungen in a r i . sehe Hände. Danach müssen sämtliche Hausverwalter• vertrage mul sonstige Abmachungen, soweit die Hausvenval• tun״ gegenwärtig noch durch Nicht;irier erfolgt oder am 1. Juli 1938 durch Niehtarier ausgeiiht wurde, umgehend — spätestens jedoch bis zum!3. August 1938 —■ bei der zu• ständigen Gau- bzw. Kreisabteilung Haus und Heim in der Deutschen Arbeitsfront vorgclegt werden. Der Meldepflicht unterliegen sowohl die Hauseigentümer, die ihren Besitz von Nichtaricrn verwalten ließen als auch die nichtari* selten Hausverwalter selbst, die diesen Beruf am 1. Juli 1938 ausübten oder jetzt noch atisüben und ferner die Hausverwalter, die nach dem 30. Juni 1938 Hausverwaltungen von einem nichtarischen Vorgänger übernommen haben. Keine jüdischen Straßennamen. Nach einem Erlaß des Reichsiinicmninistcrs sind sämtliche nach Juden und jftdiselten Mischlingen ersten Grades benannten Straßen oder Straßenteile unverzüglich 11 m z u b c 11 c!1 n e n, soweit dies noen nicht geschehen ist. Die Strafleusdiildcr mit jüdisehen Namen sind gleichzeitig mit der Anbringung der neuert zu entfernen.