Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 62 (5.8.1938)
- Date
- 1938-08-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische Rundschau Nr, 62, 5. AUGUST 1938 SP ORT-SUND S CHAU Der jüdische Sport hilft dem jüdischen Kind Die Veranstaltung des JSK L;cm JSK, ist es stets gelungen, neue Wege für seine Sportveranstaltungen zu finden, die ihnen das Interesse weiter Kreise sichern. Die wirksame Devise dieses Sportfestes wurde insbesondere dadurch unterstrichen, daß gegen Ende der Veranstaltung eine lange Reihe von Kindern mit verdeckten Tafeln aufmarschierte, auf denen, als sie dem Publikum zugewandt wurden, stand: ״Jüdische Kinder danken Euch.‘‘ Schon zuvor hatten gerade die Vorführungen der J 1! - gen dl ich cn großen Beifall gefunden. Staffeln der Jugendmitgücder der großen Berliner Vereine und insbesondere Schauboxkämpfe der Kleinen und Kleinsten vom JBC. •Maccabi und vom JBC, Berlin erweckten regstes Interesse. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen standen natürlich nicht diese Ralunenwettkämpfe, sondern das Bußballspiel zwischen den Repräsentativmannschaften des Makkabi und des Schild. Man muß leider sagen, daß diese erstmalige lang erwartete Auseinandersetzung zu einer gewissen Enttäuschung wurde. Es war ein glühendheißer Hochsommertag, der die Fußballspieler nicht gerade ermunterte. Beide Mannschäften lieferten bis auf wenige Atisnahmeinimiten ein nicht sehr einsatzbereites Spiel. Im Anfang des Spiels war Schild leicht überlegen. Während der Schild sechs Mann seiner .Mannschaft dem gleichen Vcrein (Schild Bochum) entnommen hatte, mußten sich die Einzel- Spieler des Makkabi erst aufeinander cinspiclcn. Aber schon in dieser Periode zeigte sich, daß Läuferreihe und Verte;,Lgung des Makkabi der weitaus beste Mannschaftsteil auf dem Platz waren. Sperber (Berlin) und Czisinski (Leipzig) Der beste Mann auf dein Platze: Sperber (MakkabiJ beherrschten den Sturm des Schild völlig, besonders wirksam von Scharf (Berlin) unterstützt, der als Außenläufer eine unermüdliche Zerstörungsarbeit leistete. Der Mittelläufer Hersch kam erst später recht ins Spiel, beherrschte dann aber zeitweilig das Spielgeschehen. Im Sturm des Schild machte besonders die linke Seite mit dem Linksaußen Klabcr (Prankfurt) einem guten Eindruck, im Kampf mit der Verteidigung konnten sich die Stürmer aber nicht durchsetzen. Trotzdem fiel das erste Tor Der Dank der Kinder Koto»: J. Abmham JUD r.SMtg : für den Schild in dieser Periode durch eine unglückliche Rückgäbe des Makkabivertcidigers Czisinski, allerdings als Selbsttor. Nach der ersten Wert eistunde wurde der Makkabi drückend überlegen. Seine Verteidigung war meist bis zur Hälfte des Spielfeldes aufgerückt. Es gelang dem Makkabi jedoch nur, das eine Tor durch einer! sehr scharfen Weitschuß des Halblinken K 1 e i n in a n n (Düsseldorf) auf zuholen. Danach fielen keine Tore mehr, auch nicht in der zweiten Halbzeit und in der Verlängerung von zweimal fünf Minuten. Der Sturm des Makkabi, in dem Kl ein mann verletzt ausscheiden mußte, spielte geradezu hilflos. Besonders der Hamburger Mittelstürmer Bröselt cl und der später leider auch verletzte Rechtsaußen Meyer (Frankfurt) fielen völlig aus. Die wenigen Torchancen, die der Sturm herausarbeitete, vereitelte der gut, wenn auch überaus hart spielende Torwart Voll Weiler (Stuttgart), 111 der stärksten Drangperiode des Makkabi hütete üutterer (Leipzig), der schon als rechter Läufer aufgefallen war, für den vorübergehend ausscheidenden Vollweiler gleich erfolgreich das Tor. Interessanter als das zum Schluß sehr langsam werdende Fußffällspiel war dann das H a n tl b a II e 11 d s p i e 1 des Blitzturniers, in dein die Mannschaft des Veranstalters JSK. den Schildmeister JBC. Berlin überlegen mit 10:4 Toren schlug. Man hat den JSK. selten so gut gesehen, und in seiner sonntäglichen Verfassung sollte er ohne Zweifel auch den stärksten jüdischen Handballmannschaften gefährlich sein. Wenn man aus der gleichmäßig guten Mannschaft einige hervorheben will, so muß man die Stürmer Siegel und Model nennen, die sich stets wieder frei spielten und über eine enorme Wurfkraft verfügen. Ueberrascheiiderweise war vorher der Bar Kochba-Hakoah, der eine sehr klägliche Vorstellung gab, gegen den JBC. mit 4:8 Toren ausgeschieden, während der JSK. sich gegen eine kombinierte Schild-Mannschaft aus Breslau und Leipzig mit 7:3 durchgesetzt hatte. —- Die Veranstaltung ging vor etwa 2000 Zuschauern vor sich; einen größeren Publikumserfolg hatte wohl die Hitze verhindert. Jugendmeisterschaften in Köln Die B.ezirke des Makkabi beginnen, sich auf die Jugend- und Juniorennieisterschaften, die am 28. August in Berlin der Höhepunkt der Saison zu werden versprechen, vorzu- Jugend auf dir Strecke Foto: Artkur Jowph, Köln ■70י>< 7 .4# bereifen, Die crMe große Verausfaltung führte der Westdeutsche Bezirk in Köln durch, an der sich außer den westdeutscher! Makhabivereinen auch Bar Kochba und Hakoah L rankfurt mit gutem Erfolge beteiligten. Ls wurden ausgezeichnete, teilweise sogar Rekordergebnisse erzielt, was um so erfreulicher war, als das schöne Wetter zahlreiche Zuzeugen, daß der We-tdeut-che Makkabikreis eine ganze Reihe von Junioren und Jugendlichen zahlt, welche zu den schönsteil Hoffnungen berechtigen. So war es ein Vergnügen, Margot Kramer!Düsseldorf) sicher und ohne jede sichtbare Anstrengung den Klü-m-Lauf vor der Makkabimeisterin Hilde Löwenstein gewinnen /!! sehen in der ausgezeichneten Zeit von I 1.2 Sek. I ü berhaupt waren die Leistungen in dieser Klasse hc-MT als in der nadis!höheren. Daneben zeugten die Siegendes 17:, ihrigen Kramberg aus Essen^ in den ^technischen 5,(17 m; Speer" erl’eri 40 m; Kugelstoßen 12'111. Fast* Brust an Brust erreichten die I)usseklorfcrinnert und Braitkfurterinnen in der 4 / 10ü-rn-Staffe!, nach abwechselnder Führung, das Zick Siegerinnen blichen die Btaiikfurterinnen. Die 4 X 100-m- Staffel der Junioren wurde nach .spannendem Kampf eine Reute der Lrankfurter \or Makkabi Düsseldorf und Hakoah Köln. Die Theodor I lerzl-Staflel konnten die Düsseldorfer erst durch ihren Schlußläufer Katzenberg endgültig für sich entscheiden. Besondere Freude bereitete den Zuschauern wie den Teilnehmern ein gut durchgeführter Aufmarsch, bet dem D. Bernhard M a r x des Totlestages Theodor Hcrzls wie der für das jüdische Volk gefallenen Chawerim gedachte. E r g c b 11 i s sc: 1500 m: 1. Hä!:■•<״ k, II k , Köln: 1 1׳h hwrung: 1. Katzcnberf;.' R., Makka1׳; Du ׳ י<■ kor3.55 in; \\7 g g־.;ung: 1. Kramtwrg, Hakoah 1'hwen, "erfei.;' 1. lä ,־,./!־, H.K kn." 31.20 m : Sprcrwcrlc1 ':״. Kramherg. I!,.k111 — .״: 0■'• ... 1 . ,.״ r. i״ r ,• n. n!h1.,״.׳:g 1920 22, weih- 1' Am: , 17 I 712 in: I ״ Im: 1. II. ׳Roth• 11 k 1 1 1 Jüdisches Sportleben in Chile Santiago, Ende Juli Der Makkabi Santiago trat am 23. Juli im Saale des Circuio Israelita mit einer großen Box- und Ringveranstaltung an die Ocffentliehkeit, die mit einem vollen Erfolg für den Mak- Ra bi endete, ln den Boxkämpfen trat der zweite südamerikanische und Landesmeister von Chile im Weltergewichtsboxen, der Makkabi Miguel Aronowski, in drei Schaukämpfen an, wo er erneut sein großes Können unter Beweis stellte, ln einem dieser Schaukämpfe zeigte sein Klubkamerad Jose ■T o p c I b e r g gutes Können. In den Freistilringkämpfen siegten alle Makkabikämpfer über ihre chilenischen Gegner, Sehr eindrucksvoll war der Sieg des Mitbegründers des Makkabi Miguel S a I t ni n n n , der aus Deutschland stammt. Migtiel Sal/mann konnte seinen Gegner Humbcrto Cabrera, der einer der besten chilenischen Freistilringer ist, in yinem überaus spannenden und interessanten Kampf nach IS Miluden auf die Schultern für die Zeit zu Boden zwingen. Das Puhlilaim brachte Miguel Sal/mann eine begeisterte Ovation dar. — Höhepunkt der Veranstaltung war das Auftreten des argentinischen Meisters im Schwergewiehtsriiigen Leon Einkclstein, der Jude ist. Finkelstem, der 120 kg wiegt, zeigte im Ciewichtshebcn seine gewaltige Kraft. Im Freistilriiigkampf traf Einkelstein auf den chilenischen Meister Humbcrto Gid, den er nach sieben Minuten entscheidend besiegte. _ —- lJcbrigens stellt der Sportklub Makkabi jetzt eine Sektion der Vereinigten jüdischen Jugendverbände Chiles (Asociacbm de Jovcncs Uraditas Unificada) dar. Diese Maßnähme ist auf einen Beschluß des I. jüdischen Jugendkongrosses in Chile zurück/uführcu und bezweckt die einheitliche Zusammenfassung aller jüdischen Jugendlichen unter eine Dachorganisation. Faktisch ist also dadurch die gesamte jüdische Jugend Chiles dem Makkabiweltverband angeschlossen. Heinz Gott hilf Rundblick auf die Sportplätze Mainbezlrk Einen knappen Sieg mit 3; 2 (0: 1) Toren errang der J J B. Hanau 1 int Fußball gegen Rar Kochba Offen hach. Bis wenige Minuten vor Scitluß führten die Offenbacher MakkatitakkaU-Sfro-itfesie■ in Ue^Un■ 21. August: Die Besten am Start! Makkabispartfest unter Teilnahme der besten Sportler des ״Makkabi" und ״Schild". 28. August: Makkabi-Melsterschaften der Junioren. Am Start: die besten jugendlichen Sportler sämtlicher Makkabivereine in Deutschland. bim noch mH 2:0. Bar Kochba Frankfurt Schüler gewannen in einem Privatspie! gegen JJB. Hanau Schüler mit -1:1. Die Makkahivereine von Frankfurt führten ein spannendes Sc hüier-Fufiba!!-Turnier durch, an dem achtzig Schüler des Bar Kochba und Hakoah Frankfurt in Achter-Mannschäften beteiligt waren. Sieger wurde Hakoah Frankfurt II, Zweiter: Bar Kochba Frankfurt III und Dritter Hakoah Frankfurt III. In einem wenig schönen und sehr undisziplinierten Spiel unterlagen die Makkahim aus Hanau sehr knapp mit I :2 (0:0) gegen Schild Frankfurt II. im Handhall gab es einen 4:2-0: 1 )-Sieg der Frauen des Bar Kochba Offenbach gegen JJB. Hanau. Die Makkabi-Mädels des JJB. Hanau lieferten gegen Schild Frankfurt einen flotten und schönen Kampf, in dem besonders die beiden kleinen Verteidigerinnen Grüticbaum und Ronsheim technisch schön spielten. Schild gewann mit 1:0. In Wiesbaden errang die nur mit vier Spielern der Makkabi-Meisterelf besetzte Reservemannschaft des Bar Kochba Frankfurt mit 9:6 (5:3) Toren einen Sieg gegen Schild Wiesbaden, Die beiden anderen Makkahi-Finheiten unterlagen: Schild Wiesbaden Damen gegen Bar Kochba Frankfurt 3 : 1 (1 :0), Schild Wiesbaden Jugend gegen Hakoah Mainz Bar Kochba Bingen koinb. 10:0 (6;0). Leipzig Der Bar Kochba Leipzig trug zwei Fußballspiele aus. Als Einleitung traten sich zwei Schülcrmannschaftcn gegenüber, die gutes Können zeigten und sich heim Stande von 4:3 für die B-Mannschaft trennten. Anschließend spielten zwei kombinierte Mannschaften des Bar Kochba und Schild Leipzig gegeneinander. Nachdem Bar Kochba schon zur Pause mit 1:0 führte, gelang es der Mannschaft durch ein weiteres Tor den cieg sicherzustellen und das Spiel mit 2:0 (1:0) zu gewinnen. Der Bar Kochba Leipzig nahm ferner mit seiner Leichtathletikmannschaft am Fcricnsportfcst des Schild Leipzig teil. Wie schon letzthin war der Bar Kochba auch diesinai der erfolgreichste Verein und konnte von den 49 Konkurrenten 27 an sich bringen. Die Besten am Start Mit einer besonders interessanten Veranstaltung wird der Makkabi am 21. August in Berlin an die jüdische (.)Öffentlichkeit treten. Im Mittelpunkt des Sportfestes steht ein für alle sportlich interessierten Kreise reizvolles Treffen zwischen den Haiidbalhncistern des Schild und des Makkabi: Bar Kochba Frankfurt gegen JBC. Berlin. Als Rahmen sind vorgesehen: die Vorführungen einer Mustert u r!1 r i e g e des Makkabi sowie ein Basketballspiel, das zum erstenmal innerhalb eines Sportfestes gezeigt wird. Besonders zugkräftig dürften auch die vier Boxkämpfe sein, die von den Meislern der einzelnen Gewichtsklassen des Schild sowie des Makkabi bestritten werden. Das leichtathletische Programm, das sehr konzentriert gehalten wird, sieht die besten Sportler des Makkabi und des Schild am Start. Es sind ausgeschrieben: für Männer: 100m, 800m, 3000 in, Weitsprung, Diskus, Speerwerfen, 4 mal 100-m-Staffei für Bezirke; für Frauen: 100m, Hochsprung, Kugelstoßen, 411131 100-m-Staffel für Bezirke. Von den tschechoslowakischen Schwimm ־ Meisterschaften Schon immer waren die tschechoslowakischen Makkabisch wi nun er beste Klasse. Hagibor Prag und Bar Kochba Bratislava gehörten immer zu den stärksten Sclnvimmvereineti. Den größten Erfolg, den sie bisher je erzielten, trugen die Makkabischwimmcr bei den diesjährigen Schwimm-Mcisterschaffen in Prag davon. In der Gcsanitwertung verteidigte der Bar Kochba Bratislava die Meisterschaft in großer IJeherlcgenheit mit 196 Punkten gegen 60 Punkte des Hagibor Prag und 28 Punkte dos CPK Prag. Bei den Damen errang der Bar Kochba Bratislava die Meisterschaft neu mit 109!hinkten gegen 98 Punkte des CPK und 84 der Slavia. Die bedeutendsten Erfolge waren dabei die Siege der Männer in der Bruststaffel (4 >; 100 m) mit Duschnitz, Foldes II, Körbel und Badcrle in 5: 34,(1 Min. und in der 4 200-m- Freistil-Staffel mit Badcrle, Dr. Steiner, F'öldes und Frucht in 10:21 Min. Der hervorstechendste Schwimmer der Meisterschäften war der Bar Kochhaner 1 nicht, der alle drei Freistilmcisterschaftcn gewann. Seine Zeiten waren 1:3,2. 2:26,1 lind 5:22,6 Min. Sein schärfster Gegner war in allen drei Wettbewerben sein Vereinskamerad F'öldes. Auch das Rückenschwimmen gewannen die Bar Kochhaner durch Baderle in 1: 14,S Min., so daß sie nur im Brustschwimmen und im Turmspringen nicht zu Siegen kamen. Bei den Damen errangen die Kar Kochbancrinnen ihren Endsieg nicht so überlegen, sondern mir durch gute Plätze. Den einzigen Sieg errang Karpeles im 200-m-Brustschwimmen in dv neuen Rekordzeit von 3:15,8 Minuten.