Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 62 (5.8.1938)
- Date
- 1938-08-05
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 62, 5. VIII. 1938 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 S. J. Agnon / Zu seinem fünfzigsten Geburtstag (9. Aw=6. August) Der Liehe und Verehrung, die alle Freunde der jüdischen Renaissance und der hebräischen I.iteratur Schmarl Jnsscf Agnon aus Anlaß seines fünfzigsten Geburtstages hezeu• gen, möchte auch die ״Jüdische Rundschau“ Ausdruck verteilten. Der heute auf der Höhe seines Schaffens stehende Mann, der Kindheit und Jugend in einer kleinen Stadt Ostgalisirns verlebte, ist schon 1907 nach Palästina gegangen und hat dort bis 1913 an den Anfängen der jüdischen Sicdlungsbcivcgung Anteil genommen. I'011 1913 bis 1921 lebte׳ er in Berlin, und so klein an Zahl der Kreis der Menschen auch tvar, der damals von dieser Tatsache!Soli: nahm und um .Agnons Schöpfungen sieh bemühte, so nachhaltig war die Wirkung des Dichters auf diese Wenigen, die sich für sein IS 'erb einsetzten. 11 '!V erfüllen eine Pflicht der Dankbarkeit, tvenn wir an dieser Stelle den Samen von Max Strauß erwähnen, in dessen Uebcrselzung die wunderbare Erzählung ״Und das Krumme wird gerade“ der Judenheil in Deutschland den ersten Einblick in die reiche Welt Agitons cröfinde. Wir haben öfter in diesen Spalten aus den großen Romanen Agnons, zuletzt aus dem Roman ״Uachnassal Kalla“, einige Abschnitte übersetzt wiedergegeben, und wir freuen uns, zum heutigen Tage zwei Aufsätze veröl/entliehen zu können, die die innere Verbundenheit gerade von Menschen der jüdisch-nationalen Bewegung, die aus Deutschland stammen, mit dem meisterhaften Schildercr der ostjüdischen Frommen dartun. Agnons letztes Werk ״Jamim noraim“, eine Sammlung des die großen Feste betreffenden literarischen Materials, hui zu einer Diskussinn über das Verhältnis unserer Generation zur Tradition Anlaß gegeben, die auch in der ,,.}. R.“ (in einem längeren Aufsalz von Hugo Bergmann) ihr Echo!and. Es ist eine der größten Leistungen des Schockcn-\'crlages, Agnons erzählendes Werk der hebräischen Leserschaft (und allen, die danach streben, ihr zugezähll za werden) nahegebracht zu haben, ln einer Epoche, in der stürmische Entwicklungen die Menschen mit sich forlreißen, in der eine Jugend — nicht zuletzt in Palästina — hcranwävhsl, deren geistiges Bewußtsein ganz von vorwärtsdrängender Tätigkeit bestimmt wird und das Gefühl für den Rang des Geschichtlichen manchmal vermissen läßf, begrüßen wir . lgmjfi ah den Künder eines jüdischen Lebens, das so, wie cs war, nie wiederkehren kann noch soll, das in sich aber Werte des Gemütes und der Seele barg, die auch dem Judentum eines neuen Zeitalters nicht verloren gehen dürfen. Dem Meister epischer Darstellung, dem Sammler ulten Volksgutes, dem Erneuerer des Midrasch gilt unser herzlicher Geburtstagsgruß. (Red.) Winkel und Welt Von Gustav Krojanker li’z'r veröffentlichen nachfolgend einen Aufsatz, den Dr. Gustav Krojanker anläßlich des Erscheinens des Agnonsehen Romans ״Ssippur Paschul" vor etwa zwei Jahren geschrieben hat. Die Betrachtung dieses einzelnen Buches enthüllt sehr viel von dem Spannungsgrhalt des ganzen Werkes unseres Jubilars. .־Ins der Feder des Autors wird demnächst irn Schockcn-Vcrlag, Berlin, eine umfassende Darstclhing :\gnans erscheinen, der man bereits, wie der unten voräffentlichte Beitrag Dr. Ernst Simons zeigt, mit großer Erwartung entgegensieht. — Red. Unter den hebräischen I.fiditcrn unserer Epoche stellt neben Bialik, der aber als Dichter, nämlich als Lyriker, dem nichthebräischcn Leser kaum •wirklich zugänglich zu machen ist (und auch der Hebräer muß schon sehr weit fortgeschritten sein, daß er mehr als versteht, daß es in ihm zu klingen beginnt) —■ stellt also neben Bialik auf jener Höhenlage, auf der es bereits sinnlos wird, Unterschiede zu machen, einzig Agnon. Und er ist I: p i k e r. Der Zugang zu ihm ist relativ leicht. Die Schwierigkeit der Vermittlung liegt bei ihrn sogar weniger im Sprachlichen als im Inhaltlichen. Das Leben seiner Menschen, das im Gesetz verläuft; ihr Denken, das a!1 die traditionelle Literatur gebunden ist und im Stile dieser Literatur seinen Ausdruck sucht, beruht auf inhalten, die dem deutschsprachigen Leser fremd sind und deshalb häufig eines Kommentars bedürfen. Aber das ist eine überwindbare Schwierigkeit, tmd cs lohnt sich, sie zu überwinden. Denn mit der Lektüre gewinnt der Leser zwei Welfen zugleich: eine einmalige, heute schon so gut wie verschollene jüdische Welt, und darüber hinaus die ewige Welt eines wirklichen Dichters, dem es gegeben ist, seinen einmaligen und besonderen Stoff in die Sphäre jener allgemeinen Gültigkeit zu erheben, in der das Mensehenantlitz, befreit von allen Hüllen der Zeit und der Lebensform, seinen reinen Ausdruck findet. Und nun ist von Agnon ein Buch erschienen, das nicht einmal diese inhaltlichen Schwierigkeiten bietet. Es spielt in einem gali^sclien Städtchen um 1000, also in einer Zeit und in einem Milieu ohne besondere Fremdartigkeit. Noch liegt das Buch nur hebräisch vor. Uni so mehr ist cs geboten, für eine Dichtung von solchem Rang Zeugnis abzulegen, auch vor einem Leserkreis, dem das hebräische Original nicht zugänglich ist. Es ist eine ganz alltägliche Geschichte. Es geschieht wenig in ihr, und das Wenige ist schnell erzählt. Ein junger Mann, Sohn wohlhabender Eltern, verliebt sich in die arme Verwandte, die im Hause seiner Eltern dient, und auch sie neigt ilun zu. Aber ehe beide noch recht wissen, was mit ihnen geschieht, hat die geschäftstüchtige Mutter schon vorbeugend Sorge getroffen und nach einem Mädchen aus gleicher Lebenslage Ausschau gehalten. Und der Sohn — ein durchschnittlicher junger Mann, Produkt seiner Atmosphäre, in Konvenfionen gebunden und zudem seiner selbst unbewußt — heiratet das Mädchen, das ihm bestimmt wird. Aber das Gefühl in ihm ist stärker als Wille und Bewußtsein. Er wird mit seiner Ehe, er wird mit sich selber nicht fertig. Zwischen ihm und der Wirklichkeit, die er zu leben hat, bleibt das Mädchen, dem seine Liebe gilt. So wird ihm sein Leben zu einem drückenden Traum. Mechanisch erfüllt er, was die Stunde verlangt, aber mit allen Sinnen weilt er auf anderem Stern. Immer weiter geilt dieser RiB in ihm, bis die Zerrüttung, die ihn zermürbt, schließlich auch nach außen als geistige Erkrankung in Erscheinung tritt. Mail muß ihn in ein Nervensanatorimn bringen, wo er mit Hilfe eines verständnisvollen Arztes und einer veränderten Umgebung schließlich \yicder zu sich findet. Geheilt kehrt er nach Haus zurück, die Wirklichkeit nimmt ihn wieder auf, und das Bild des geliebten Mädchens verblaßt zti einem Schatten, der hier und da noch in sein Leben fällt, aber immer imdeut- Heller, immer weniger beunruhigend, bis endlich nichts mehr zwischen ihm und der Frau stellt, die er nehmen mußte. Nun erwächst auch in ihm das Llcbesgefühl zu ihr, das ihm bisher versagt wai, nicht als brennende Flamme, aber als wärmendes Glück, und an der Wiege des zweiten Kindes ist alle Wirrsal endgültig in bürgerlicher Ruhe gelost. Der Titel des Ganzen heißt: ״Eine einfache Geschichte“. Wenn man freier, aber besser übersetzte, könnte man sagen: ״Eine alltägliche Geschichte“. Und wahrhaftig, es ist eine ganz alltägliche Geschichte. Alltäglich vor allem sind die Menschen, die der Dichter hier gestaltet. Es sind lauter Durchschnittsmenschen, hetontcr Durchschnitt. Es sind kleine Menschen mit kleinen Sorgen und kleinen Interessen in einer kleinen Stadt. Eine ganze Fidle 1011 Gestalten zieht auf, und jede einzelne ist in ihrer Individualität mit einer geradezu vollendeten Plastik gestaltet. Bloß haben sie alle, möchte man sagen — gar keine Individualität. Da ist zwar die ganze Variation an Eigenschaffen, die sich in Menschen überhaupt finden läßt; da sind zwar alle Richtungen der Zeit in ihren Vertretern verkörpert, aber im Grunde sind alle diese .Menschen doch nur ein und dasselbe: nämlich Kinder einer galizischen Stadt zu Beginn dieses Jahrhunderts. Diese Stadt und ihr Leben — das ist das klingende Motiv dieses Buches, und alle Gestalten in ihm sind nichts als die Varianten, die dem Motiv zu seiner immer erneuten Einheit verhelfen müssen. Diese Menschen sind Widerhall der Zcitströrmmgen, die zu ihnen dringen: Produkte von Zeit und Umwelt, die sich vielfarbig in ihnen brechen; sie sind eine Herde, in der schon das Neue, das anbricht, nicht weniger Konvention ist als das Alte, an dem mail noch herkömmlich hält. Es herrscht bürgerliche Ruhe, und selbst große Gedanken wie Zionismus oder Arbeiterbewegung werden hier zu einer Vereinsangelcgenhcit beflissener Adepten, und es geht im Grunde recht gemütlich dabei zu. Ja, die ganze Stadt ist ein Verein. Sie besteht aus Vereinshrüderii, die liebenswerte und die abstoßende Zuge haben. Bloß den großen Zug hat keiner. (Der ist nur einmal angedeutet in der Gestalt des geliebten Mädchens, das wie ein Schatten durch das ganze Buch geht und wahrscheinlich durch dies Buch auch wie ein Schatten gehen muß, um seinen Rahmen nicht 7.11 sprengen.) Alles in allem: das Durclischriittsieben von Durchschnittsmenschen in der seelisehen Niederung ihres alltäglichen Seins. Aber Sonne und Mond, so etwa sagt einmal ein Dichter, scheinen auch durch die Keller feilster. Auch Durchschnittsmenschen, wenn man sic schneidet, geben Blut. Und ein Herz, zu leiden, wohnt in jeder menschlichen Brust. Auch wo das Gefühl sich nicht zu den Sternen erhebt, auch wo cs dumpf bleibt und von geringer Ausdrueksfäliigkcit, kann der Mensch von einem Erlebnis mit herber Wucht getroffen werden. Und der Held dieses Buches, llirsehel llorwitz, Kaufmannssohn und unbedeutend, wird getroffen. Er weiß selbst nicht, wie ihm geschieht. Ein großes Lieltcsgcfiiltl ist in ihm, aber es ist dumpf und ausdrucksunfähig, dazu dick überlagert von all' den Konventionen, in denen er lebt. Und es ist klar, daß er handeln muß, wie die Konvention cs gebietet. Auch später lehnt er sich nicht auf, sondern in ihm lehnt es sich auf, und er kann es nicht bewältigen. Er wird kraul; darüber, er rettet sich sozusagen in die Krankheit. Die aber kann nicht anders enden als mit Gesundung und die Gesundung nicht anders als mit bürgerlichem Gluck. Die Kritiker, die diesen Ausgang beanstandet haben, haben das Ganze nicht verstanden. Das Ende wächst so folgerichtig aus seinem Anfang wie dieser Held aus seiner Umgebung. Er kann so wenig endgültig wahnsinnig werden, wie er die Fesseln seiner Umwelt zerbrechen und in ein nettes Leben gehen kann. Danach ist er nicht angelegt. Er ist ein kleiner Bürgerssohn, und ihn schmerzt sein Herz. Kleine Bürgcrssöhnc werden darüber weder wahnsinnig noch zu Helden. Sie leiden, aber der Höhepunkt des Leidens birgt schon den Keim zur Gesundung in sieb. Da ist die Frau und sein Kind, da der väterliche Laden, da die besorgte Mutter und hinter allem die Welt der Konventionen, der er nun einmal zugehört. Er kann sie nicht zerbrechen, wie sie ihn nie ganz zerbrechen kann — weil er in Wahrheit dazu gehört. Was ihm geschah, war regelwidrig. Fs brach in sein Blut wie ein Frcmdstoff, den hitziges Fieber wieder vertreibt. Die Sonne scheint auch durch die Kellerfenster, aber cs ist eine andere Sonne als die, der wir draußen begegnen; man bekommt keinen Hitzschlag von ihr. Und so endet das Ganze bürgerlich, wie es begonnen und wie cs sich weiter entwickelt hat. Der Strahl einer wahreren und tieferen Menschenwelt war in das Justc Milieu gebrochen, aber das Justc Milieu triumphiert, uiui alles geht seinen Gang. Am Ende klingt wie am Anfang das Motiv vom menschlichen Alltag, und auch das Schicksal des Helden ist nichts als eine Variante in diesem Motiv. Deshalb also ist es eine einfache oder eine alltägliche Geschichte, weil sie nichts darsteilt als den einfachen Gang der Dinge, wie er sich alltäglich tausendfach vollzieht. Es ist eine einfache und es ist eine alte Geschichte; und nur, wem sic just passieret, dem bricht das Herz dabei. Daß sic auch uns im l esen mit ״passieret“; daß dies alltägliche Schicksal eines kleinen Burgerssoluics uns tief ans Herz rührt — das eben ist das Zeichen für die dichterische Kraft, die hier am Werke ist. Demi für die Grüße eines Dichfers ist es nicht maßgebend, ob er große Schicksale oder kleine gestaltet, sondern wie er sie gestaltet. Und Agnons Gestaltung dieses kleinen Schicksals Kleiner Menschen ist von hinreißender Kraft. 1 )er Held erhebt sich nicht über sein Milieu ^und sein einem zusammen. Nun gut; was ist das schon für ein Milien? Ein Städtchen in iiaii/ien um DI1;1. Was kann es uns sagen? Ein Winkel - cm nhscitigcr, ein seltsam eingesponneuer — und eine Zeit, die fin unser Empfinden schon wie ein Jahrhundert zurücklio-t. Aber wenn es emes Beweises bedürfte,^ daß der wahre I)ichter nicht die Welt braucht, sott- und seine Luft müssen ihn geformt* haben, \\ ie sie die Pflanze blüht! UndAgnon w 11 r / e I t :11 diesen! Faulen, der mehr herz' kommt, dann wird in der Welt nichts erlebt und gefühlt. was nicht auch zwischen Btic/ac/ und Stanisjau erlebt lind gefühlt werd. Dam! «ml ein Winkel zur Well erhoben. .Man muß diese einfach vollendete Plastik spüren, in der jede dieser Gestalten auf ihrem Idat/c sleiil. Da sind die filtern und Schwiegereltern des Helden: \ irr jüdische Burgrrslrutc in guten Verhältnisse״. Was ist schon an ihnen? den. Der Dichter unterscheidet sie, die Umult erselüeiJenen, so scharf, wie ein Mensch seine Vettern mitcrscheidet, die sonst auch jeder verwechselt. Da ist das geliebte Mädchen, das in diesem Buch mir durch seine Wirkung in Betracht kommt und selbst kaum auftritt. Sie soll im Schatten bleiben, aber cs ist ein so scharf konturierter Schatten, daß man meint, ihr Gesicht nach/cichncn zu können. Da ist der Held seihst in seiner seelischen und seit i i e Blich auch geistigen Verwirrung, deren AeulSeriingen von einer fast unheimlichen Echtheit sind. Da ist die ganze Fülle der Nebengesfalteii, häufig nur mit ein paar Strichen entworfen, aber jeder Strich legt den Menschen von innen bloß. (Jml wie die .Menschen, so die Dinge. Ein gedeckter Tisch bei Agnon - der lebt, möchte man sagen. Und darin ist über allem ein ganz, bestimmter, ein ganz unverkennbarer Duft, der Duft eben dieser einmaligen Stadt, Man könnte in solchen Einzelheiten endlos fortfahren. Aber es mag genügen, uni eben das anzudeiiten. was schon nicht mehr Gegenstand der Kritik sein kann, weil es das Letzte berührt: die begnadete Kraft eines Dichters. Agnon und die Westjuden Agnon hat auf die wesUjclte jmlenheil eine besondere Anzielnmgskraft ausgetibf. Sie druckt sieh einmal in der Tat- Sache ans, daß Agnon zu den meist übersetzten Schriftmir die deutschen Hebers ct/ungen f'v״n‘ ׳Max Strauß,״Mohin —, dann aber auch dann, daß «eint' Werke selbst im Erscheinung zu erklären'' *" 'י''י ו1^ ״1,1'1) 'י gerade die vollkommene Andersartigkeit dm־ von Agnon geschilderten gali/i-chcn Klcin-tadt und ihrer Ghassidim oder ״Aufklärer" den assimilierten Juden besonders an/ielie, der erst vor kurzem aus der gänzlichen EntlrenHlung gerettet wurde, nun zu seinem Ursprung ztmiekkehren will tmd überall ״Judentum“ sucht. Dieses Argument hört man nicht selten von Agnons Gegnern, die ihm damit, mehr oder minder offen, mehr folkloristische als künstlerische Eigenschäften zuschroibeii und behaupten, seine westliche Leserschaff lasse sielt von dem ihr fremden folkloristischcn Stoff verleiten, insbesondere da ihr die Fälligkeit zu reitt künstlerisclien Kriterien gegenüber der hebräischen Literatur noch abgehe. Wenn dem aber so wäre, bliebe die ganz andere Wirktingsweise der übrigen (iltetfoscliildcrcr wie Mendele, Selm- 10m Alcchem, Perez, Steinberg und Asch unverständlich. Warum erfreuen sie sich nicht dieser besonderen Beliebtheit bei dem westlichen Leser, und warum Italien sic andererseits keinen spezifischen Widerstand hei einem Ted des östlichen Publikums gefunden, obwohl ihnen doch gerade das Folkloristische mit Agnon gemeinsam ist? Was ist der Grund für diese Verschiedenheit? Mendele ist ein ironisch liebevoller Zuchftmrster: er bekämpft die Welt, die er schildert. S c It;11 o tu Alechcm blickt auf seine Gestalten mit einem halb tragischen Humor, dem die verhaltene Träne nicht ferner ist als das gelegcntlieh losbrechende Lachen. Stcinherg und Asch schildern häufig den Zusammenprall zwischen der iiiclitjiidisrlren und der jüdischen Welf, die ihre Ehre ganz in sich selbst hat, während ihr die Schande meist, aber nicht nur, von außen kommt. Perez macht uns zwar, m seiner dtassidischcn Periode, vollkommene und ideale Gestalten lebendig, aber er E Geöffnet tägl. 11—20 Sonn- und Feiertags 11-16 Uhr Privat• Mittag• und Abendtisch Ttl. 24 87 St und 24 65 44 Die gepflegte Küche im Westen Emst Hersdithal Berlin II׳׳ SO, Marburger Str. 9 a. d. Augsburger Sir Privat• Mittag• und Abendtisch Tagtazeitunggn Gedeck: RM 0.80 bis RM 1.50