Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 61 (2.8.1938)
- Date
- 1938-08-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU PALÄSTINA-! IATT Nr. 61, 2. AUGUST 1938 Die Attentate RW. In dem trüben Dunkel der letzten Tage scheint sich in einer Beziehung Klarheit durchzusctzcn: darin, daß die jüdische Bevölkerung Palästinas jüdische Terrorakte auf das stärkste verurteilt, ja sogar für unmöglich 11 ii 11. Die grauenhaften Attentate auf dem arabischen Gemüseinarkt in Jerusalem und Haifa, die die feindliche Stimmung zwischen Juden und Arabern aufs äußerste aufgeuciiseht haben, können, so sagt man auf jüdischer Seite, nicht von Juden ausgeführt worden sein. Nicht nur, daß man Juden eine so unmenschliche Handlungsweise nicht Zutrauen kann, auch die Folgen dieser Handlungen seien so eindeutig zum S c h a - den der Juden, daß man eher annchmcn müsse, diese Romben seien von Judenfeinden geworfen. Wir wollen liier auf die Einzelheiten der Argumentation, die auch technische Momente geltend machen, nicht cingehen. Wichtig ist vor allem eines: vv c n n diese Taten von Juden begangen sind (cs kann auch jüdische Provokateure geben), dann hat die jüdische Gemeinschaft Palästinas einen dicken T r e n n ti 11 g s - strich zwischen sich und den Tätern gezogen, ein Vorgang, der in dieser Art auf arabischer Seite leider niemals zu verzeichnen war. Freilieli sind wir noch nicht auf dem Kern der Dinge, wenn wir diese Feststellung treffen. Die Aufdcckting der Urft eher der Attentate sollte mit allen Mitteln betrieben werden, und Juden sollten unter allen Umständen sich restlos in den Dienst dieser Nachforschungen stellen. Aller zugleich muß in einer so ernsten Sache auch ausgesprochen werden, daß der begreiflicherweise hei den Juden vorhandene W uns ch, die Verbrecher mögen keine Juden gewesen sein, nicht mit einem Nachweis verwechselt weiden kann. Solange es eine wem! auch kleine — Gruppe gibt, die unverblümt ausspricht, daß angesichts des Versagens der Regierung gegenüber dem arabischen Terror jüdische Vergeltungsmaßnahmen ein ״Akt der Gerechtigkeit" seien, wird niemand mit Sicherheit sagen können, daß nicht gewisse jüdische Schichten — sei es auch unreife Jugend oder moralisch minderwertige Elemente — von diesem Gift angesteckt sind. Durch eine ganze Reihe von Berichten und Zuschriften aus Palästina sind wir darüber informiert, daß auf jüdischer Seite die jüdische Urheberschaft der Attentate in Jerusalem und Haifa in Abrede gestellt wird. (Auch unser gl.-Korrespondent berichtet heute darüber.) Die Judenheit Palästinas ist ii herz tu g t, daß nicht Juden dieses unschuldige Blut vergossen liaben. Fs muß also alles geschehen, um die Juden von diesem Verdacht zu reinigen und gegen unbewiesene Beschuldigungen Front zu machen. Die ״Jüdische Rundschau“ hat sich bei Wiedergabe der Telegramme auf die Registrierung der Tatsachen beschränkt, ohne Verleitungen in bezug auf die Urheberschaft auszusprcchen. Die in den letzten Wochen in unserem Blatte zur Hawlaga erschienenen Acußcrtingcn (insbesondere von Freunden aus Palästina) bezogen sich natürlich nicht auf die erst kürzlich erfolgten unaufgeklärten Bombenwürfe in Jerusalem und Haifa, sondern auf die vorausgehenden, mit der Vollstreckung des Todesurteils an Ben Joseph zusammenhängenden Ereignisse und Kundgebungen, bei denen ein Abschwenken von der bisher so großartig aufrechterhaltcncn Selbstbeherrschung (Hawlaga) offensichtlich zu erfolgen drohte. Die jüdische Bevölkerung muß die Festigkeit ihrer Nerven und ihrer Moral bewahren. Dies darf aber auch durch die H a 1111 n g d c r Regierung nicht allzu sehr erschwert werden. Die Regierung hat in der letzten Zeit den Juden große Konzessionen in bezug auf die Verteidigung ihrer Siedlungen gemacht. Dies wird vom Publikum zu wenig beachtet. Auf der anderen Seite wirken aber manche weithin sichtbare Tat- Sachen überaus aufreizend. Wie soll man es erklären, daß gerade diejenige Zeitung, die in den letzten Wochen eindringlicli zur Mäßigung mahnte und jeden jüdischen Gegenterror verurteilte, auf 1t Tage verboten wird? Wie konnte die Regicrung gerade diesen Moment äußerster Verwirrung dazu wählen, um in der von einer jüdischen Mehrheit bewohnten Stadt Jerusalem, deren arabischer Bürgermeister sich als Hochverräter erwiesen hatte, die Einsetzung eines neuen arabischen Bürgermeisicrs anziikündigen, obwohl die Verwaitimg des amtierenden jüdischen Vizebürgermeisters sich in jeder Hinsicht bewährt hat und zumindest den Vergleich mit der Verwaltung seiner arabischen Vorgänger aushält? Durch solche Akte, wie immer sie •gemeint sein mögen, muß die jüdische Bevölkerung das Gefühl bekommen, daß sic von der Regierung brüskiert wird, Die Lage derjenigen poii- Tisch einsichtigen Kreise unter den Juden, die auf die Not- Wendigkeit einer Kooperation mit der Regierung und für ein Verständnis der besonderen Lage Englands eintreten, wird in den Augen der jüdischen Bevölkerung unhaltbar. Es besteht die Gefahr, daß die Straße einfach zu den radikaleren Richtungen abschwenkt. Politik wird selten mit Vernunft gemacht, und was immer au Vcrminftargumenten vorzubringen ist, scheint angesichts solcher Tatsachen entkräftet. Es entsteht die törichte Meinung, daß die Juden mir dieselben Mittel wie die Araber anzuwenden brauchten, um nicht nur die Araber abztischrecken, sondern auch hei der Regierung mehr Respekt zu finden. Sollte ein arabischer Bürgermeister in Jerusalem eingesetzt werden, so konnte dies nur im Rahmen eines allgemeinen Friedensschlusses und als eine voll in die Waagschale lallende Konzession von Seite der Juden erfolgen. In der jetzig e 11 Form ist es ein Schlag ins Gesicht der j ii d i s c 11 c 11 B e - v ö 1 k e r 1111 g. Niemand, der an einer allmählichen Milderung der Gegensätze um! Befriedung des Landes interessiert ist, kann das verstellen. Und man fragt sich verzweifelt, ob es denn keine Möglichkeit gibt, den verantwortlichen Instanzen, die doch gewiß nicht von einem dämonischen Wunsch der Verschärfung der Lage erfüllt sind, diese einfachen Dinge begreiflich zu machen. Die jüdische Bevölkerung ist durch die furchtbaren Ereignisse der letzten Zeit wie die Ueberfälle auf Giwatii Ada und Khjath Gliaroseheth aufs äußerste erregt; man schießt den Juden die besten Menschen weg, die, wie Alexander Seid, von der jugcml als Vorbild verehrt werden. Seit Brenner bis Harold Wiener, Levi Billig, Avinoani Yellin und Alexander Seid sind unter den Opfern arabischer Kugeln gerade solche Menschen, die in dem Araber den Bruder, den Menschen sehen und einen Weg zum arabischen Volk suchen. Darin steckt eine tiefe Tragik. Aber zugleich gibt cs psychologische Wirkungen, die nicht bagatellisiert werden dürfen. Geld und Menschen aufs Land Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl., H a i f a, 27. Juli 1938 In richtiger Erkenntnis, daß die größte Gefahr für Palästina augenblicklich in einer allgemeinen Vcrwirr 11 11 g zu sehen ist, verlangt die jüdische Odferitiichkelt mit allem Nachdruck eine eingehende Untersuchung der schweren Bombenattcntate in Haifa und Jerusalem. In Haifa forderten schwere Explosionen auf dem arabischen Geniiisemarkt in Abständen von noch nicht zwei Wochen Dutzende von Opfern. In Jerusalem explodierte ebenfalls in der arabischen Marktgegend eine Bombe, und das Losgehen einer zweiten wurde im letzten Moment verhindert und damit großes Unglück verhütet. Es ist unter den bestellende״ Umständen so gut wie unvermeidlich, daß das arabische Publiktiiu und die arabische Presse diese fürchterlichen Terrorakte sofort als von Juden durchgcführt bezeichnet. und die Folgen der ausgelösten Propaganda bleiben nicht aus: Ver- Schärfung des arabischen Terrors, Unsicherheit im ganzen Land, übermäßige Nervosität, das allgemeine Gefühl, daß man nicht wissen kann, von welcher Seite nun eigentlich die Angriffe kommen und gegen wen sie gerichtet sind. Noch niemals spürte man im Lande die Drohung der Anarchie so stark wie 11 eilte, obwohl Militär und J’oli/ei ihre Anstrengung zur Sicherung ebenso verdoppeln wie die Juden. Nun gibt cs jedoch bisher niemanden, der zu sagen und zu beweisen wüßte, von wem diese Bombenattentate ausgegangen sind. Während wir leider zugeben müssen, daß Juden hier mul da die allgemeine Disziplin des Jischuw gebrochen liaben, scheint die Durchführung der genannten Bomhenattentate durch Juden 11 11 w a hrsc!1 e i n 1 i e 11, sowohl was den 11( י als auch die Art der Attacken betrifft. Andererseits ist es auch nicht leicht zu glauben, daß der arabische innere Terror derart schauerliche Formen annimmt, und man ist dadurch vielfach zu der Annahme gekommen, daß es sieh um eine Provokation handelt. All das sind jedoch Spekulationen und Gerüchte, und was dem lande bitter nottut, ist eine A u f k I ä r 11 n g der S a c 11 I a g e, die zugleich eine gewisse Klärung der Atmosphäre mit sich bringen würde. Sowohl die Juden als auch die Araber müssen wissen, woran sie sind, und alle dem Terror feindlich gerichteten Elemente sind gleichermaßen an der A 1( f hell 11 11 g d e r d ti n k I e n Fälle interessiert. Freilich sind alle Behörden, sowohl die militärischen wie die zivilen, bis über den Kopf mit Arbeit zur Vermeidung künftigen Unheils belastet, so daß für die Aufklärung des bereits ungerichteten wenig Kraft übrigbieiht. Die letzten Wochen sind nicht mir erfüllt von Terrorakten in Dörfern und Städten, sondern brachten auch neue umfangreiche militärische Aktionen, inshesondere in dem Dreieck Nablus-i)schenin-Tulkercni, die noch nicht beendet sind. Es ist schwer vor/ustellcn, wie derartige Boinbciiattcntate wie das vorgestrige in Haifa wirken. Mehr als zweieinhalb Jahre Unruhen liaben die Bevölkerung an allerlei gewöhnt lind in einem gewissen Sinne futali-ti-eh gemacht. Aber die Nervenspannung dieser Zeit zusammen mit wirtschaftlichen Nöten und dem Druck der heißen langen Sominertage lasten auf Arabern und luden in gleicher Weise, und ein so schwerer Choc wandelt eine vor ein paar Minuten noch friedliche Stadt in einen wilden Hexenkessel, der erst durch Militär und Polizci und die Anstrengungen der freiwilligen Helfer zu heruhigen ist. Freilich zwingen wirtschaftliche Grunde und die immer erneuten Versuche, zu normalen Bedingungen zurückzukehre״, das Leben wieder in seinen Gang. Die Chauffeure, die wieder und wieder ihre Kaltblütigkeit beweisen, setzen den Verkehr wieder in Gang, die Büros füllen sich, Handel und Wandel knüpfen wieder an. Doch nicht allein die Sorge des Tages ist es, die alle erfüllt, sondern die Sorge um die Zukunft.!Man muß wirtschaftlich durelihalten und die Angriffe abwehren. Ins wir endlich zu einer Entscheidung gelangen, die den Blick auf die weitere ,Entwicklung freigibt. Insbesondere verlangen die aiißenhegenden und schwächereu 1*1111100 der jüdischen Siedlung erhöhlc Aufmerksamkeit. Die lerstärkten Angriffe der letzten Wochen sind ein Warnungs/eicheu, und kleine entfernt liegende Punkte ve! langen schwer angestrengten Verteidiger. In dir-cn Tagen hat eine durch beraten, und der Wand l.cnm: als die Teilung ries zu steilen. Nie war der ( icgcn-ntz zw bellen Stadt und Land stärker als jetzt. Such die Städte haben in den letzten geltend an ihrem normalen!,eben t'e-1. Belebte Straßen, bc- 'leuchtete Schaufenster, volle Kinos und Restaurants sind für reml über den Siedlungen die Sr iu inw erter spielten und die harrten, während sic an kleineren Orten noch dazu oft genug ihrer täglichen Arbeit nnchk11!״!m׳n mußten, letzt ruft der Waad l.ettmi die Stadt auf. dem Dorfe zu Hilfe zu kommen, Menschen zu stellen zur Verstärkung auf dem Felde und am Wachtturm. Die V e r t e i d 1 gu 11 1׳ der luden wird immer stär k e r u 11 d i m m e 111111 ־ f ״ - s c ״ d e r, j e in ehr sich der Angriff!erstarkt. Gerade die letzten Wochen brachten eine Untermauerung dieser Verteidigung, für die jetzt alle verfügbaren Kräfte herange/ogen werden. Zugleich wenden sich mit der Abfahrt der Kommission die Augen wieder nach London, wo endlich die Entscheidung gefallt werden soll, die für Palästinas Schicksal und seine Ruhe wichtiger sein kann als Bomben tmd Gewehre. Die Juden werden auch weiter kämpfen, sie werden durch alle Zeiten der Gefahr und auch der Nervenkrisc hindurch nicht von ihrem Ziele ablassen. Dieser Beweis ist bereits erbracht, und er wird stündlich neu erbracht. Wo aber ist die überlegene S t a a t s k!1 n s t. die den Versuch macht, einen Ausgleich, zu finden, wo sind die Männer, die die Tatsache der verschiedenartigen Mentalität von Engländern, Arabern mul Juden produktiv zu machen verstehen, so daß sie zu einander reden könnten, ein erlösendes m c 11 schliebes Wort über alle politischen Gegensätze hinweg',׳' Der Schlüssel dazu hegt in der Hund der Mandat,armacht. Sie darf sich nicht darauf beschränken, durch Militär und Polizei den Terror zu bekämpfen (wobei bei der Eigenart dieser Handhingen eine Entdeckung des Täters meist schwer ist), sondern sie muß psvchologische Fehler vermeiden und im richtigen Moment das richtige Wort finden, um die Bevölkerung zu heruhigen und die Sinnlosigkeit der gebrachten Opfer ins Bewußtsein zu rufen. Es bedarf einer großen moralischen Kraft, lim in einer solchen verwickelten Enge das Gefühl für die H e i I i g k e i t des M e n s c h e ״ I e b e ״ s wieder zu erwecken. Hand in Hand mit dem Versuch einer politischen Entwirrung der Lage muß dieser Versuch eines Appells an das bessere Ich —• ohne Unterschied der Nationalität - - gehen. _ Neue britische Polizei nach Palästina Die außerordentliche Verstärkung der terroristischen Aktivität in Palästina, deren •Schauplätze in der vergangenen Woche insbesondere Tel Awiw und Haifa gewesen waren, war am 27. Juli Gegenstand einer Aussprache im Unterhaus. Unter den Interpellanten befanden sich Licut. Commander El et eher, Sir Percy Harris und Capt. Victor C a z a I e t, die häufig in Palästinafragcn das Wort ergreifen. Der Staats- Sekretär des Kolontalamts, Malcolm Mac Do na Id, gab in seiner Erwiderung eine kurze Darstellung der beklagenswerten Ereignisse und fugte hinzu, daß die Lage in Flaifa sich wieder normalisiert habe. Auf die Frage, ob die Polizeikräfte stark genug seien, um mit dem Terror fertig zu werden und oh eine Verstärkung der Polizei beabsichtigt sei, falls die erste f rage verneint werden müsse, erwiderte MacDonald, die Regierung rekrutiere zur Zeit in England 236 britische Polizisten, die unmittelbar nach der Rekrutierung sofort 1 ach Palästina ahgehen würden. Auf eine weitere Frage erklärte der Staatssekretär, daß der Straß c 11 b a 11 in Palästina im Zusammenhang mit der Bekämpfung des Terrors beschleunigt durchgeführt werde. Die Finanzen des Hafens Tel Awiw Der Abgeordnete Williams fragte den Kolonialsekrefär, ob seine Aufmerksamkeit auf die Resolution gelenkt worden sei, die die Generalversammlung der I landclskammcr von Jaffa—Tel Awiw kürzlich gefaßt habe. Diese Resolution kritisiert die Finanzlasten, die die Palästinaregienmg gegenwärtig dem Fla fen Tel Awiw aufhunlet, und fragt, ob die Hafencinkiinfte zur Verfügung der Hafenbehörden gestellt und ein Mitwirkungsrceht der Stadfgeineittde Tel Awiw bei der Ent- Wicklung des Hafens begründet werden könne. Der Staatssekretär erwiderfe, daß er unabhängig von dieser Resolution in Kürze einen Bericht des Oberkommissariats über die Finanzlage des Tel-Awiwer Hafens erwarte. ״Zum frühest möglichen Termin1' Englische Regierungserklärung Uber die künftige Palästina-Politik Am Freitag, dem 20. Juli, ,äußerte sich Kolonialminister Maleolm MacDonald im Unterhaus über Palästina, in Erwiderung auf eine frage des Abgeordneten C r e e c h - J o 11 e s, für wie lange du׳ Aufrcchtcrhaltung der gegenw,artigen Beschränkung judi-cher Ein!! anderung beabsichtigt sei, verwies Mr. Malroim MacDonald;1111 die Auweisu n g seines Amt<\־org.i11gcrs an den Oberknmtnissar von Palästina vom Ul. Malz d. E. der er nichts hin/uzufiigeil schädlichen Aufnahme).iliig keil delandehe! der Bemessung irtsenattsehen, wann eine 1lerarl1::e Ankündigung er folgen könne. Er anerkenne jedoch, daß eine derartige Erklärung zum frühest möglichen Termin erwünscht sei. I )er Abgeordnete Crns-lev fragte, ob die Regierung lästina für eine Zeit von drei Monaten bca!!sichtige. Mr. MacDonald v e r n eint c diese Trage mit der Begründung, daß er keine Veranlassung sähe, über die besonderen Einwandcriingshesehränktingen während der laufenden Uchergangsperiode hi 11a״*zügelten. Der Abgeordnete Mander fragte den Kolonialsckrc-tär. was in Palästina gescheiten sei, um jüdische Freiwillige!11 die Polizeikräfte und als I iilfstruppen der regulären Armee atif/nuehmcn, und oh es seiner Eruagung nach ratsam sei, ein besonderes jüdisches Korps zur Verteidigung der Distrikte aufzustcllen, die nach Durchführung der Teilung bestimmt zum jüdischen Staat gehören will den. Der Kolonial- Sekretär antwortete schriftlich, daß abgesehen von 738 Juden, die in der regulären Polizeimacht (heilten, gegenwärtig 30 4 0 jüdische Hilfspolizisten m Palästina tätig seien, wozu noch ein keservebestand von 2100 Mann tritt. Der im zweiten Teil der Frage enthaltene Ratschlag sei seiner Meinung nach im gegenwärtigen Moment weder ausführbar noch 0 ״ t w e n d i g. Tel Awiw 156 000 Einwohner Jerusalem, 27, Juli. (Palcor.) Die von der Gemeinde Tel Awiw veranstaltete Volkszählung, die heute zu Ende ging, ergab folgende Ziffern: Bevölkerung von Tel Awiw samt Vororten 15(1 (KK); jüdische Bevölkerung von Jaffa 10 000, Die Aschkcnasim bilden 80״״ der Gesaintbevölkenmg, die Sefardim 15״״, die Jemeniten 5'״. Die von der Regierung unternommene Volkszählung im Jahre 1031 ergab 53 300 als jüdische Bevölkerungsziffer für Tel Awiw und Jaffa.