Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 58 (22.7.1938)
- Date
- 1938-07-22
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2651273-2653549-2653596--32449-2684173- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 58 22. VII. 1938 JfiniSCHE RUNDSCHAU Seite 11 Musik im Radio Jerusalem Erneuerung des Synhedrions? ״Wiederkehren lasse ich Hidiler dir dann wie vormals ...“ (Ics. 1.26) Zwischen der in sich gesicherten Orthodoxie und der eo ipso unberührten Areligiosität zeichnet sich die Gegenwart durch eine gewisse romantische Rückkehr zum Glauben der Väter aus, die es jedoch nicht weiter als bis zu einem mystischen Nebel äußerst verschwommener Religiosität brachte. Demgegenüber wird nun die Forderung laut, wieder eine echte Stellungnahme zu den jüdischen Glaubens- Inhalten zu vollziehen. Diese Problemstellung muß solange im leeren Raum schweben, solange keine oberste Instanz da ist, dem heutigen religiösen Menschen und seinen Glaubensfragen und -nöten Rechnung zu tragen. Wie als Antwort auf diese Problemstellung erschien vor kurzem aus dem Lager der Orthodoxie in Palästina das Buch des Raw Zwi M a k o w s k i, Tel Awiw, ״We'aschiewa schoftajich“ (״Wiederkehren lasse ich Richter Dir“), Tel Awiw 5698, das die Frage der Erneuerung des großen Synhedrions in dieser Zeit von der halachischen Seite untersucht und die Stellungnahme einer Reihe der bedeutendsten rabbinischen Autoritäten dazu vorlegt. Dem orthodoxen Menschen geht es um die Erfüllung einer ״Mizw׳a assch“ der Tora (״Minui schoftim“), um die Einheit der gesetzlichen Entscheidung lind der Stärkung ihres Einflusses durch die neuerliche Aufrichtung einer obersten Autorität, um die Fruchtbarmachung der jiidischen Renaissance auch für eine religiöse Wiedergeburt und die Wiederherstellung Israels als Gottesvolk unter den Völkern. Der Name ״großes Synhedrion“ ist eine späte Bezeichnung — nach Josephus kam sie erst unter dem Hasmonäer Hyrkan II. auf — für eine alte Institution, die nach rabbinischer Tradition bis auf die Zeit Moses’ zurückgeht. In späterer Zeit umfaßte das Synhedrion 7! Mitglieder und seine Kompetenzen erstreckten sich auf religiöse Gerichtsbarkeit, Tempel- und Opferdienst, kalendarische Festsetzung der Monatsanfänge und Festtage und zeitweise sogar auf Entscheidung über Krieg und Frieden. Nach der Zerstörung׳ Jersualems durch die Römer galten die Schule Jochanan ben Sakkais in Jahne und später die Patriarchengenerationen aus dem Hause Hilleis als legitime Träger und Fortfiihrer jener obersten religiösen Autorität. Erst in der Zeit der Amoräer (etwa um 423) erlosch die Institution des Synhedrions endgültig. Unter den verschiedenen Plänen und Versuchen zu seiner Wiederbelebung ist der bedeutsamste der des Rabbi Jakob Berat) in Safed zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Berab war nach der spanischen Katastrophe von 1402 zunächst nach Nordafrika geflüchtet und ließ sich schließlich nach vielen Irrfahrten im galiläischcn Safed nieder, der damals bedeutendsten palästinensischen Gemeinde. Die starke messianische Sehnsucht jener Zeit1), zusammen mit praktischen Erwägungen2) verlieh damals der Idee der Erneuerung des Synhedrions besondere Aktualität und Lebensnahe. Und schon im Jahre 1538 schritt Berab tatsächlich zur Verwirklichung seines Plans. Er ließ sich von der Gesamtheit der Safeder Rabbiner die Ordination erteilen tmd begann dann seinerseits vier seiner Genossen*) zu ordinieren. Der Versuch fand die entschiedendste Gegnerschaft des damaligen Hauptes der Jerusalemer Gemeinde Rabbi I.evi ben Ghabib, der aus sachlichen wie aus persönlichen Gründen gegen die Erneuerung der Ordination in Safed opponierte. Der Streit zwischen Berab und Chabib nahm recht heftige Formen an, und R. Berab mußte schließlich — vermutlich infolge von Verleumdungen seitens seiner Gegner — zeitweise außer Landes gehen. Die Ordination wurde noch einige Male weiter übertragen, bis sie dann mit R. Chaijm Vital still verlosch, ohne daß vorher je ein Synhedrion in seiner Gesamtheit gebildet worden wäre. An diesen historisch wie halachisch bedeutsamen Versuch der Erneuerung knüpft die Erörterung des R. Makowski an. Die halachische Frage für R, Makowski lautet so: Kann heute überhaupt ־— und unter welchen Bcdingangen — die Ordination erneuert werden? Da es einen solchen Versuch bereits gegeben hat, eben den des R. Jakob Berab, gilt cs zu untersuchen, auf welcher Grundlage er stattfinden konnte und was unsere Zeit von jener unterscheidet. Die Erneuerung der Ordination in Safed stützte sich auf die Entscheidung des Maimonidcs, der in seiner Mischne Tora1) und an anderen Orten ausdrücklich sagt: ״Ich bin der Ansicht, daß wenn alle Gelehrten Pa'äsünas Übereinstimmten, Richter zu ernennen und ihnen die Ordination zu erteilen, diese als ordiniert zu gelten hätten und hätten Strafen zu verhängen und andere zu ordinieren.“ Während Maimonidcs an dieser Stelle ,,alle Gelehrten“ schreibt, heißt es an anderen Orten in derselben Sache einfach ״die Gelehrten Palästinas“, und so haben es auch die Erklärer verstanden, d. 11. ״alle“ im Sinne von ״die Mehrheit“. Nach dieser Auffassung handelte auch Berab. Heute ist die Erneuerung nach dem Vorgänge Berabs keine ״neue“ Sache mehr, und daher genügt zur Entscheidung nach der Meinung R. Makowskis wie in allen Fragen die Mehrheit. Nachdem Makowski so mit viel gedanklicher Schärfe die gesetzliche Seite der Frage herausgearbeitet hat, fordert er folgerichtig auch die V c r w i r k 1 i c h u n g der Idee. ״Wenn es nur möglich ist, so sind wir auch verpflichtet, dazu.“ Unabsehbares Heil könnte Israel daraus erblühen. Unter den Antworten der palästinensischen Rahbin er auf $takowskis Vorschlag überwiegt die bedingte Zustimmung. Praktische Einwändc werden gemacht, Zweifei werden laut, ob gerade diese Oeschichtsstunde die geeignete sei, Vorschläge für ein vorsichtigeres, allmählicheres Vorgehen werden geäußert. Auf einiges davon antwortet Makowski dann im dritten Teil seines Buches. Wer die reale Lage in der Entscheidung praktisch-religiöser Fragen in Palästina kennt, wird skeptisch gegenüber dem großen Optimismus sein, mit dem Makowski auf die Sache blickt. Uneinigkeit, Kleinlichkeit, Kurzsichtigkeit könnten aus dem roßen Plan ein Objekt für niedrigen Parteihader machen, iner der antwortenden Rabbiner erfaßt mit weitem Blick die Sachlage wie sic ist und weist darauf hin, daß wichtiger noch als die organisatorische Vorbereitung die geistige sei. Die Geister müssen für diese große und heilige Aufgäbe vorbereitet und die Herzen bereit sein. Und das ist jedenfalls eine Tat, die in unsere Hände gelegt ist. Darin l) Nach der Meinung des Maimonidcs und anderer würde vor der Ankunft des Messias das Synhedrion wiederhergestellt werden. Er stützte sich dabei auf jenen Vers, Jes. I, 26, in dem zuerst von der Wiederkehr der Richter Und dann erst von den Zeichen der mcssümischen Zeit die Rede ist. ־) Durch die Zwangstaufen ganzer Gemeinden galten jene Juden als der Karet-Strafc verfallen und nur ein großes Synhedrion hatte die Kompetenz, sic — den Umständen der Zeit Rechnung tragend — davon freizusprechen. י) Joseph Karo, Mosche di Trani, Mosche Gordovero und Joseph Sajisch. *) R- Levi ben Chabib und der Gaon R. Mosche di Castro. Alte Musik. Der englische Musikdirektor Kapellmeister MacN'eir spielte mit dem Kammerorchester unter Mitwirkung von Bram Blcz (Oboe), William van Blaesc (Flöte) und Karl Salomon (Bariton) eine vorzügliche Orchesterbearbeitung von Bachs Präludium und Fuge in G־moll (für die J. Harri- <on verantwortlich zeichnet), das Oboenkonzert in G-moll von Händel, ein Konzert von Johann Barbirolli und das ״Fugal Concerto“ für Flöte, Oboe und Streicher von Gustav I lotst. Zwischendurch sang Karl Salonion vier herrliche altitalienische Arien. All diese Werke sind Perlen der Kammerniusikliteratur, die besonders durch die Mitwirkung der ausgezeichneten Solisten eine Interpretation hohen Niveaus erfuhren. Neue Musik, Eine halbe Radiostunde wurde Uedem und einem Marsch für Klarinette und Klavier von Stefcn Wolpe gewidmet. Wölpes Kompositionen zeichnen sich zweifellos durch eine markante, rhythmisch-überakzcntuiertc Diktion aus, nur fühlt man immer stärker eine Neigung, diese Eigenart zur Manier ,werden zu lassen. Mitwirkende: Hanna Hirsch-Fcilheimer und Irma Schönberg-Wolpe. Jüdische Musik. Das Stück ״Elohenu“ von Friedrich Gernsheim würde niemand für etwas Jüdisches halten, der den Titel nicht kennt — es ist gutgesetzte, romantische Kamirterniusik (Septett, Cellosolo: Hofmckler). — Das darauffolgende Divertimento op. 53 trägt die gleichen Charakterzüge. Allerdings muß man bei dieser Musik den Zeitpunkt liegt — so will mir scheinen — die Bedeutung der öffentliehen Aufrollung dieser Frage überhaupt. Es liegt darin die ungeheure Möglichkeit zu einer allgemeinen religiösen Belrbting, eben in Vorbereitung jenes erhabenen Werkes, zu einer großen Entfärbung der Geister. Jerusalem. P e t e r K r i e g e r Jahres-Ausstellung der Chughn-Schule In Haifa. Die Clnigim-Schule in Haifa entstand mit der wachsenden Aiija aus Deutschland aus dem Bedürfnis heraus, den Kindern dieser Einwanderer, die auf das Milieu nicht vorbereitet waren, in Kürze die Sprachkenntnisse zu vermitteln, die sie befähigten, am allgemeinen Schulunterricht tcilznnehmen. — Es gelang der Schule sehr schnell durch Zusammenfassung der gleichaltrigen Kinder, und so ist sie von 56 Kindem bei der Gründung auf 182 Kinder im laufenden Schuljahr angewachsen. Es bestehen zur Zeit vier Vorhcreitungs- Massen und sechs Klassen an der Mittelschule mit hebräischer Unterrichtssprache und Englisch und Arabisch als weiteren Sprachen. Zwei weitere obere Klassen sollen demnächst eröffnet werden. 16 Lehrer sind bereits an der Schule tätig. der Entstehung berücksichtigen. — Aus einer anderen Sphäre stammen Michael Gnessins vierhändige Kinderstücke, die Hans Schlesinger ,,radiogerecht“ instrumentierte und mit dem Kammerorchester auffülirte. Dabei ging diesen angenehm klingenden, aber wenig bedeutenden Stückchen auch noch die ganze Eigenart verloren, die sie in der Urfassung besaßen. Englische Musik. Die Auswahl englischer Musik, die das Kammcrorcliester des R a d i o auffülirte, gehörte mehr m das Reich der Unterhaltungsmusik: nur das Werk von Ptirecll ist davon .11!s/u!1ehmcn. - Ihr vier altcnglischen Tanze wurden von Albert Coates viel zu sehr im Sinne der Romantik bearbeitet, die Suite von Walton O’Donneil ist Operettenmusik, und Cyrill Scotts Souvenir de Vienne entstammt derselben Gattung. Französische Musik, Dagegen konnte mau sich, wenn auch nur durch das Medium der Schallplatte, an einer außergewöhnlich reinen und stilvollen Interpretation zweier Preltides von Dcbussy (durch Altred Corteau) erfreuen, der auch Alexander Kipnis wunderbar zu Liedern von Schumann und Richard Strauß begleitete. Jascha Horenstein spielte in seinem dritten Konzert in Tel Awiw: die fünfte Symphonie von Tschaikowskv, die Euryanthe-Ouvertiire von Weber, die ״Suite Provenyale‘•' von Darius Milhaud (Erstaufiührung) sowie einen heiteren Marsch von Chabrier. A. J-^L, Die Jahres-Ausstellung zeigte Arbeiten der Kinder aller Klassen, insbesondere in Geographie, Naturwissenschaften, Geschichte, Tcnach, Zeichnen, 1 lamlfcrtigkeits-Arbeiten und Näharbeiten der Mädchen. Die Arbeiten sind durchweg mit Geschick angefertigt, und die Ausstellung ist geschmackvoll arrangiert. Besonders gut ist aus den Arbeiten — sowohl den Spitzenleistungen, wie den Durchschnittsarbeiten — zu ersehen, wie sich die Kinder der Einwanderer in das palästinensischc Milieu hinetngefunden haben, und wie sie imstande sind, diese Welt als die ihre darzustellcn. Mosche Schcrtok und Georg L a 11 d a 11 e r statteten dem Einwanderungskommissar der PaHislinarcgierung, Mr. Eric Mills, einen Besuch ab und erörterten mit ihm die Frage der Einwanderung von Juden aus Deutschland. Der hebräische Schriftsteller Gerschon Schoffmann landete am 17. Juli in Tel Awiw, wo ihm ein hegci׳s'e1׳ter Empfang zuteil wurde. Schoffniann wohnte bisher in einem Dorf in der Steiermark, wo er verwandtschaftliche Be- Ziehungen hat. (Schluß des Palästina-Teils) Die Verwendung der ״Brara“ Lieber die Verwendungsmöglichkeiten derjenigen Zitrusfruchte, die nach den Bestimmungen der Regierung zur Uebersccausiülir nicht zugelassen sind (״Brara“), äußert sich eine palästinensische Zeitung: Solange die Zitruswirtschaft reiche Gewinne brachte, konnte der Plantagenbcsitzer leicht auf jeden Gewinn aus der nicht versandfähigen Ware verzichten. Mit dem Fall der Zitruspreise wurde das Problem der Ver- Wendung der jetzt in weit größeren Mengen vorhandenen ״Brara“ ein ernsteres. In fünf Jahren wird die Brara schätzungsweise die doppelte Menge dessen betragen, was Palästina bisher an Zitrusfrüchten konsumieren konnte. Man hat große Hoffnungen auf eine Abfall-Industrie gesetzt, die pelze I Pelzhaus Enorme Auswahl neuester Modelle. Nerz-, Persianer-, Breitschwanz-Mäntel, Paletots, Capes, EdelfUchse. Sehr gdnstige Preise liegt zu SO ׳׳!) in den Häiulcn 1 Versuche, auch den Export zi englische Markt scheint .׳nosic laud verkauften Honig stammt sehen Weltreich nicht angehört ports durch ihre Erzeugnisse zu palästinensische Ahsmzproblrm t Dieses Ziel ist hei geeigneter ( den expoil Jahre. die Brara zu Fruchtsäften, Oelen tisw. verarbeiten soll. Trotzdem sich viele namhafte Chemiker mit diesen Problemcn beschäftigt haben, kommen nur 7 o» der gegenvärtigen Brara des jüdischen Plantagenhesitzes i*n dieser Form zur Verwendung. Natürlich sind diese Versuche noch steigerungsfähig. Größere Hoffnungen aber sind auf den Absatz in den Nachbarländern zu setzen. Früher war hierfür Aegypten der beste Markt, jetzt aber hat es seine eigenen Zitruskultureu und hat sich durch eine hohe Zollmauer gegen die paläslincnsisc.he Einfuhr abgeschlossen. Dasselbe erlebten wir im letzten Jahre im Libanon, wo wir zu Beginn der Saison noch zu guter! L*rrisen absetzten, bis die Regierung uns Hinter allerhand Vorwänden den Markt sperrte. Auch Syrien versuchte sich gegen unsere Frucht abzusperren, nahm aber schließlich doch einen sehr großen Teil unserer Brara zu guten Preisen auf. Wenn man im nächsten Jahr die Transporthedingiuigcn verbessern könnte, so sind die Aussichten gut und man könnte dann die Ausfuhr nach ferneren Gebieten, nach dem Irak und nach der Türkei, in Angriff nehmen. Der Großteil der Frucht muß aber im eigenen Lande placiert werden, und soweit das nicht glückt, muß er verni eiltet werden. Die Vernichtung erfolgt durch Vergraben im Pardeß, viel Frucht verdirbt auch in den Magazinen und seihst hei den Käufern. Im ganzen wurden etwa 2,5 der Ernte absichtlich vernichtet und etwas mehr verdarb unfreiwillig. Der jüdische Kunde ißt bisher durchschnittlich 2—3 Orangen am Tag, und durch Verbreitung von Saftpressen hofft man, den Durchschnittsvcrbrauch erheblich steigern zu können. Die Honigproduktion lieber den neuen aussichtsreichen Zweig der palästlnensischcn Wirtschaft, die Honigerzeugung, schreibt J. Blum in einer palästinensischen Zeitung: Die Honigproduktion wurde mit der Erweiterung der Pardcß-Wirtschaft größer. Von den 300 Tonnen Honig, die hier jährlich produziert werden, sind 210 Tonnen durch die Zitrusblüten gewonnen. Die meisten der Erzeuger sind Juden, denn dieser Wirf Schaftszweig verlangt mehr Kenntnisse als physische Kraft, und darum arbeiten auch viele Frauen hier mit Erfolg. Die Qualität des Honigs hängt von der Erzeugungsweise ab. Die alte, die viele tausend Jahre geübt wurde, garantiert keine gute Dualität, während die neuere, erst vor 70 Jahren eingefülirte, eine vorzügliche Qualität erzielt. Sic wird in Palästina von den jüdischen Bienenzüchtern angewandt. Der palästinensische Honig ist vitaminreich und aromatisch, aber die jährliche Produktion ist noch sehr gering. Dazu fehlt es an einer geeigneteil Organisation der Erzeugung und an Propaganda. Die Spesen für die Propaganda können von den Erzeugern seihst mellt aufgebracht werden, und so müssen sie ihre Hoffnung auf öffentliche Institutionen setzen. Der Absatz der^Auischnh gen. Die Pnifungsvorschriften de׳' Rvg:erung sind nur nicht streng genug, und so lassen sie den 11:1,:11 der alten Methode hergestdlten Honig zu. der geeignet 1-1׳, dem guten Rufe des palästinensischen Honigs zu schaden. I ,'111 Perm nkrankheiten Beispiel anderer Honig erzeugender 1 ander de!! Import von Honig verbieten winde. Her Honig ist nämlich die Haupt- Ursache für das Vorkommen solcher Krankheiten. Der Küchenbetrieb im Kibbuz Die Erauenzeitu ng ״Dwar Hapoelet" bringt, wie uns aus Tel Awiw berichtet wird, einen Ueberbück über den Ausbau der K ii c 11 c!1 b e t r i e b e im Kibbuz: Vor fünfzehn Jahren wußte man im Lande nichts über die mcnschliehe Ernährung, «her die notwendigen Bestandteile der Speisekarte. Kochen wurde nicht gelernt, das Budget der Küche nicht ausgearbeitet, die Arbeitsbedingungen in der Küche wurden nicht studiert. Die Essensbereitung galt als eine minderwertige Angelegenheit, an die Gedanken z.11 verschwenden sich nicht lohnte. Die Küchcnarbeiferin strebte im Sinne der Fraiienemanzipnfion nach Befreiung von dieser Arbeit. Die Küchenarbeit galt als unproduktiv. A11 der Aenderung solcher Ansichten hat die W i z o ein großes Verdienst. Sic schickte ihre Iiistruktorimieu in die Küche der Kibbuzim und Arbeitete unermüdlich, bis sie eine grundlegende Aenderung der Verhältnisse erreicht batte. In de!1 letzten Jahren gibt es eine gemeinsame Kiiehenkommission der Kibbuzim, die die Wirtschaften anlcitol und die Wizo entlastet. Sie arbeitet jetzt in Gemeinschaft mit den Ausschüssen der Kibbuzim. In letzter Zeit (seit Oktober 1037) .sind folgende Wizolairse abgehallcn worden: 1. Ein Kursus für Kochen und Bewirtschaftung der Vorräte, Dieser Kurs dauert drei Monate. Sechs Stunden täglich wird praktisch gearbeitet, drei Sttinden füglich wird׳ theoretischer Unterricht erteilt. Die Seliiiledes Budgets. Die meisten Kibbuzim sind durch die Zeit ver hältnisse gezwungen, ihr Lniiihningd'udge! unter 38 Mil pro Tag und Person zu senken. Die 1 eilnclmieriiincn der Kurse lernen nun mit den geringsten Mitteln au vukommcii und einen, gewissen Standard der Küche zu lullen. 2, Ein Di'itkurs, Das 1׳eitlen jeder Kenntnis der Diatkucl ichtci Kibbuzim hei jeder Mahlzeit wieder. Die Kranken litten 11111er dieser Die Diatkurse dauern 3 Wochen und befähigen die Teilnehmer, eine entsprechende Krankenkost liei/ustelleii. 3. F ortbildungsktirsc jm Kochen und in der Vorrnfsbewirtsrhaftung. Hie Absolventinnen dieser Kurse werden als Instr 11 ktor! 1111 en in junge Kibbuzim geschickt, um dort die Küchen,irheit zu organisieren. 4. Wnnderkiirse. Solche Kurse werden durch Instrukforimien der Wj/o in solchen Wirtschaften erteilt, die nicht über atisgebildcte KiiD'nnarbeiteiiniien verfugen. 5. Treffe« der Küchcnarbeiterinncii enger Bezirke. Diese Zusammenkiittffe verliefen sehr erfolgreich. Es wurde über folgende Probleme gesprochen: Die Zeiten des Gemüsemattgels: die Versorgung des Fcldarbcitcrs mit Essen; die Ausnutzung der Zitrussaison; budgetäre Fragen der Diätküche. PELZE-KALUSKI Persianer, Nerze, Silber ttiebae IKmtliche Pelzerien BERLIN W50 Augsburger Sir. 45