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Jüdische Rundschau · 1938-07-22 · Heft 58 (22.7.1938) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 58 (22.7.1938)
Date
1938-07-22
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 58 22. V||. 1938 Wedgwood-Brief verboten Jerusalem, 20. Juli, Line Sonderausgabe des Amts- Wattes der Palästina-Regierung verbietet die Verbreitung, Uebersct/ung ״sw. des (in Nr. 57 der ״Jüdischen Rundschau" auszugsweise wiedergegebenen) Briefes des Abgeordrieten Wedgwood au die Vereinigung ehemaliger Jiidischer Offiziere m Erez lisracl. I h’ber I» r e s s e t e 1 V g r a m in e nach d cm Ausland wurde Zen sur verhängt. Die Regierung erließ durch den Rundfunk eine Warnung gegen die Verbreitung von Gerüchten, die die Lage Das Aus^chver boVin Jerusalem wurde aufge 11 0 b e n. Vier Revisionisten in Jerusalem, darunter Dr. Wasch itz und S t e i rn a t z k y, und einige Revisionisten aus Tel Awiw wurden entlassen. Auf den Imam der Omar-Moschee, Slick Aref El Yoimis, wurde wiederum ein Attentatsversuch unternommen. Der Scheich ist ein Gegner des ehemaligen Mufti. Jerusalem, 21. Juli. (Balcor.) Adolf Blatt, ein jüdischer Arbeiter, wurde Mittwoch, als er zu seiner Arbeitsstelle ging, in der Nahe des Hafens vor! Haifa angeschossen und Gestern nacht feuerten arabische Terroristen auf britische Truppen aus dem Hinterhalt in dem Bezirk von Tuikmm, wobei ein britischer Sergeant getötet und ein Soldat leicht verwundet wurde. Frin Gebiet von 2SO Dunam Waldland (von insgesamt 300 Dunam) wurde gestern nacht bei der jüdischen Siedlung Be t h Ga n in Unter-Galiläa von arabischen Terroristen in Brand gesetzt. Polizei verhaftete Mittwoch abend einen Araber in dem Grct!?bezirk von Tel Awiw und Jaffa, der im Besitz einer Bombe war. Vertreter der Weltpresse in Jerusalem Aus Tel Awiw wird 1:10 geschrieben: ז in ,.Haare;.‘* schreibt H. Sw et: Palästina!st heute nicht mehr sensationell, und die Sonderbenditer.'taucr der grollen Webblätter gelten nach in ו V 1t t! I י ס ס׳ b ״ r! ץ p!ו w nn n<><. h lmmu leben stäudV in |rn!salem. Von den engl!'scheu Zeitungen haben ״Tiims״, J)a;!v llerald", ״I>aily Expreß“, Dady der Geistliche II. Da n h y, der des Hebräischen mächtig war. Nachdem er nach Oxford berufen worden ist, trat an seine Stelle Kanonikus Bridge 111 a n. Sein Vertreter ist Neville B,1 ״ 11 ז u r. der ebenfalls I lebriiiseh beherrscht und derzeit Ria!11;a ״S.der Ag ula*• in- Englische ü!)erträgt. Die ständigen Vertreter ״er t’11gi׳M׳iw־n Zeitungen sind alle nicht Journalisten im Hauptberuf. Neben dem geistlichen Beruf findet man auch Lehrer und Boa inte. Von der amerikanischen Presse hat die .,New York Times" einen ständigen Vertreter, einen in Jerusalem geborenen Juden, der gleichzeitig der Berichterst.itter für Aegypten, Serien und Irak ist. Er lebt meist in Kairo. Auch ״Chicago Tribüne“ und ״Christian Science Monitor“ (Boston) haben Korrespondenten. Auch die großen amerikanischen Nachrichtenagenturen United Press und Associated Press sind vertreten. Die United Press wird jetzt durch einen Juden vertreten, vor einigen Jahren noch war ihr Vertreter ein Araber -~ Jemal ilusseiiii. Die Reute!- einigen Jahren aus Acgvpten hierher übcrg'csiedelt ist. Er ist gleichzeitig dänischer 'Konsul. Die Agence Havas hat hier zwei ständ;ge Vertreter. Auch die Ageticia Stefani und das Deutsche Nachrichten-Büro versenden täglich von Jerusalem aus Rendite. Ls ist selbstverständlich, daß fast alle, jüdischen Zeitungen;iire Vertreter üi Palästina liahen. Auch eine 111.11!y. - '^ ,יי - 1' . י! י״;,. t-Jtc Presse hat' keine Studium im Auslände. Der Verband der ehemaligen Schiiei"! ו• ' 't 1.1'י \i.J,V '1'n•','!’ dri‘״Gweila- 1'1'1ע k' > ' V 1 v't 1 "־'iPr'1 t’zkM'ii'Ruhtsanwait ein Ardibckr und cm dliimiikcr. .Man beschuldigte sie, das 1:1ml y,-ch d':;f zu haben, dadurch, daß sie Geld Sprache entfremd! t zu lii'ucn und schließlich, das Land in neu! Schutz brauchte. D!1U r den Zeugen *der Anklage waren: e'n Rnnkhe.imti :׳, der bczeurte, wieviel Geld den Angeklagten ms Ausland gesund! wurde, ein Poiizcioffizier, der die hatH־''‘c:’n''Stmk!1t'der'Vubr.,weilen Uii'iversiiät'Vnd ei 11 er" des Haifacr Technikums, die über die Möglichkeiten des Stildiuins an diesen .Anstalten Zeugnis ablegten, und eine Zeugin, die Erfahrungen über die im Ausland lebenden pa* lästinensischen Studenten gesammelt hatte. Das Gericht sprach den Arzt und den Architekten frei und erklärte den Chemiker und den Rechtsanwalt (die ihre Studien in Palästim hätten durchfuhren könnet!) für schuldig. Die ״Gcrichtsverliaudlimg‘‘ erregte heim anwesenden Publikum gro- Bes Interesse und lebhafte Teilnahme. Jerusalemer Kunstbericht. Die Kunstgewerbestube ״Taami“ veranstaltet eine hübsche sommerliche Ausstellung unter dem Motto ״Fünf Tische“. Ein Tisch für die Dame, einer für den Herrn, einer für das Kind, ein kultivierter Tee-Tisch und ein Nähtisch geben den Rahmen für das Jerusalemer Kunsthandwerk. Neben den einfallsreichen Bastarbeiten von Annie Sborowitz.-Herzfcld sind neue Arbeiten des Kunst- Schmiedes Scblomo Rieß zu sehen, der es versteht, die hebräische Schrift ornamental Gebraudisgegenständen cinzufügen. P. Berger zeigt Keramik, Picard Handwebereien, M. Amtmann handgearbeitete Tischwäsche und Levison rrtodem es Tafclgerät. Die ״reine Kunst“ ist auf dieser kleinen Schau vertreten durch die anmutigen Jerusalemer Aquarelle von Gabriella Rosenthal, die den Lesern der ״Jüdischen Rundschau“ aus ihren heiteren Illustrationen bekannt ist. Frau Dr. Raliel Strauß eröffnete die gelungene kleine Schau mit einer Ansprache, i!1 der sie auf die wechselseitigen Be- Ziehungen zwischen dem schöpferischen Künstler und Kun-st- Handwerker und der seine Arbeit tragenden und anregenden Volksgemeinschaft hin wies. S. B. C. Zentraler Großhandelsmarkt in Tel Awiw Seit vor einigen Jahren Dr. Arthur R 11 p p i 11 den Gedanken der zentralen Markthalle als Instrument der Verbesserung der Verhältnisse am Lebensniittehnarkt in Erez Israel propagiert hat, sind wir der Verwirklichung des Planes wesentlich nliiiergekommen. In Tel Awiw, dem wichtigsten Konsumzentrum für die Produkte der jüdischen Landwirtschaff, stehen die Anleihcinittel für den Bau des Zentralmarktes seit längerer Zeit zur Verfügung. Die Baupläne sind ausgearbeitet, wenn auch vielleicht noch nicht in allen Einzelheiten abgeschlossen. Verhandlungen zwischen der Stadtverwaltung und den interessierten Organisationen der Produzenten und den Großhändlern über Pachtverträge schweben auf Grund einer Ausschreibung. Auf die Schwierigkeiten, die sich aus Unzulänglichkeiten des Verwaltungssystcms auf der einen Seite und aus Unzulänglichkeiten in der Zusammenarbeit der Interessenten auf der anderen Seite ergeben, soll hier nicht eingegangen werden. Nachdem sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, daß die wesentliche Aufgabe die Organisation des Großhandelsmarkt ■es ist und der räumlich bcnachbarte Kleinhandelsmarkt des Bezirkes nur eine Nebenerscheinung ist, darf man hoffen, daß die bautechnische Aufgabe eine befriedigende Lösung finden wird. Dabei soll darauf liingevvicsen werden, daß nicht minder wichtig als ein zweckentsprechender Bau für den äußeren Rahmen des Marktes die Verkehrsregelung für die Zufuhr der Waren und für die Bewegung der am Markte tätigen BBIEFHlftBKEH Hl. Ernst Potsdamer Str. 86 Menschen ist. Aber bei aller Bedeutung, die der Schaffung angemessener technischer Voraussetzungen ztikommt, darf man nicht glauben, daß sie allein das Problem dieses Großhandelsmarktes lösen können. Der beste Rahmen wird nur geringen Nutzen für die Volkswirtschaft erlangen, wenn es nicht gelingt, ihn mit dem den besonderen Bedingungen des Landes entspreclienden Inhalt zu versehen, d. h. mit einer Marktordnung, die den Interessen der heimischen Produzenten und den Interessen der Konsumenten gerecht wird und dadurch dem Handel die Erfüllung seiner Funktionen für die Gesamtwirtschaft ruweist. Bisher haben die bautechnischen Fragen im Vordergrund gestanden. Jetzt ist es an der Zeit, den Blick auf die Probleme der Markt- Ordnung zu lenken. Die erste Frage ist die nach der Herrschaft über den Betrieb der Markthallen und über die Marktordnung. In fast allen Ländern ist die Errichtung und der Betrieb von Markthallen zu einer Angelegenheit der Stadtverwaltungen geworden. Nur die öffentliche Körperschaft ist in der Lage, die Interessen der üesamtwirtschaft, die mit dem Marktverkclir verbunden sind, zu schützen. Das gilt unter den schwierigen Bedingungen des Lebcnsmittclmarktes und seiner Konkurrenz- Verhältnisse und unter den herrschenden Rechtsverhältnissen für Erez Israel noch mehr als für andere Länder. Grundsätzlich ist der zentrale Großhandelsmarkt als komntiinale Aufgabe auch von der Stadtverwaltung Tel Awiw anerkannt worden. Aber es muß auf die Notwendigkeit hingewiesen werden, diese Herrschaft der Stadt über den Marktbetrieb voll zu sichern und sie nicht in der Praxis durch langfristige Verträge mit den Interessenten unter Ein- Schluß finanzieller Beteiligungen wieder zu gefährden. Durch notwendige Erweiterungen der Bau- und Verkelirsfläche und Erweiterungen des Bauplanes, die gewisse Grundstiickscntcignungen erfordern, ist der Finanzbedarf über den zur Durchfülmmg bercitstclienden Anleihebetrag hiiiausgewachsen. Das erfordert eine Zusatzfinanzierung. Nun bestellt der Plan, diese zusätzlichen Mittel durch langjährige Verträge mit den wichtigsten Großhändlern bzw. Produze 11 ten Verkaufs Organisationen unter Entgegennahine von Wechseln im voraus für die Jahrespachtcn der ganzen Vertragszeit zu beschaffen. Zuerst war von zehn, dann von fünf Jahren die Rede. Ich will in diesem Augenblick nicht von den Bedenken gegen so langfristige Bedingungen auf seifen der Interessenten sprechen, obwohl auch sie ernst zu nehmen sind. Aber ich will auf die Gefahr hinweisen, die bei diesem Verfahren für die volle Herrschaft der Stadt über den Marktbetrieb bestellt. Auch wenn ein Kitndigungsrecht der Stadt bei Verletzung der Marktordnung vorgesehen wird, kann es in der Praxis — bei dem herrschenden Rechts- und Gerichtswesen — zu langwierigen Prozessen über das Recht der Aufhebung des langfristigen Vertrages kommen. In der Zwischenzeit aber kann ein Händler, der etwa solche Bestimmungen der Marktordnung, die unmittelbar oder mittelbar dem Tozerctli Haarez-Schutz dienen, verletzt, unter Umständen den ganzen volkswirtschaftlichen Nutzen des Marktes untergraben. Kurzfristige, ein Jahr kaum übersteigende V e r t r ä g c scheinen mir eine wesentliche Voraussetzung für die Herrscliaftssiclicrung der Stadt über die Markthalle. Das gilt um so mehr, als wir ja damit rechnen müssen, nicht gleich von Anfang an in jedem Punkt den zweckmäßigsten Weg für das Ziel der Marktordnung gefunden zu haben. Es ist ein neues Gebiet. Ausländische Vorbilder können uns manches lehren, aber sie sind nicht auf unsere besondere Situation zugcschnittcn. Also werden wir aus Erfahrung 1ernen müssen, und deshalb muß die Stadtverwaltung freie Hand behalten gegenüber den Interessenten der vcrschicdenen Kategorien. Langfristige Verträge und Mitfinanzierung durch die Händler würde mit unerwünschten Bedingungen verbunden sein. Und ich sehe die Notwendigkeit dieser Finanzierung auch nicht ein. Ich glaube, daß eine in ihrer Rentabilität vorsichtig berechnete, im übrigen aber von der Stadt geleitete und gesicherte Markthalle durchaus ein Objekt für eine hypothekarische Beleihung in dem im Verhältnis zur Gesamfinvestition mäßigen Rahmen des erforderlichen Zusatzbetrages wäre. Ob dafür eine selbständige Rechtsform eine Erleichterung wäre, muß geprüft werden. Zu den Verträgen mit den Händlern und Produzenten- Organisationen sei hier noch kurz aut die Frage der Pachttarife hingewiesen. In ausländischen Markthallen begegnen wir abgestuften Pachtpreisen nach mannigfaltigen Gesichtspunkten. Es gibt eine Differenzierung nach der Lage der Raume, nach besonderem technischen Zubehör, mit dem sie versehen sind, aber auch nach den Warenarten, die zum Verkauf gelangen. Das heißt für Waren, die im Verhältnis zum Wert größeren Raum erfordern, können niedrigere Preise bestimmt werden, als für Waren, die im Verhältnis zum Wert geringen Raum erfordern. So könnte z. B. in unserem Falle eine Differenzierung zwischen Gemüse und Früchten, zwischen Eiern und Kolonialwaren angebracht sein. Vielleicht auch eine Differenzierung zwischen einhcimiscliai und eingeführten Waren. Diese Fragen sind gleichermaßen unter dem Gesichtspunkt der Rentabilitätsberechnung der Markthalle, wie unter dem Gesichtspunkt nationaler Wirt- Schaftspolitik zu prüfen. Nun zur M a r k t o rd 11 u n g selbst. Das erste Prinzip ist die größtmögliche Konzentration des Großh andcls Verkehrs (Verkauf vom Produzenten oder Groß- Händler an den Kleinhändler und von der Produzcntenorganisation oder dem Großproduzenten an den Großhändler) an dem zentralen Markt. Der öffentliche Verkauf, das Ausstößen der betreffenden Waren zum Großhandelsverkauf, im besonderen das Verauktionieren, ist durch städtisches Hilfsgesetz außerhalb der Markthalle oder eines bestimmten sie umgebenden Bezirkes zu verbieten. Soweit Auktionen in Frage kommen (die Anerkennung der Zweckmäßigkeit dieser Verkaufsform oder ihre Ablehnung ist an sich unabhängig vom Bestellen der zentralen Markthalle), ist ihr Verfahren einheitiieh zu regeln. In den meisten Ländern findet die Auktion durch Beamte des Marktes oder besonders zugelassene Funktionäre statt. Sehr oft wird die Abrechnung und Bezahlung durch eine besondere Organisation, die dem Markt angeschlossen ist, geregelt. Die feste Regelung des Auktioiisvcrfahrens, wie überhaupt die räumliche Konzentration des Angebotes erleichtert, die Ucbcrsicht über den Markt und macht dadurch die Preisbildung stetiger und befreit die Produzenten und Konsumenten von manchen Zufälligkeiten der erzielten oder bezahlten Preise, die auf dem heutigen unübersichtlichen und zersplitterten Marktverkclir, z. B. für Gemüse, in Tel Awiw beruhen. An den konzentrierten Markt* verkehr schließt sich organisch die regelmäßige Markt• Berichterstattung durch die Marktverwaltung an. Die Marktberichte sind besonders für den vom Markt selbst entfernten Landwirt außerordentlich wichtig, aber ganz allgemein sind sie das Versfändigungsmittel zwischen Produzenten, Handlern und Konsumenten. Die Regelung des Kreises der auf Grund von Lizenzen zum Verkauf von Waren am zentralen Markt zugclassencn Produzenten und Großhändler kann in unserem Falle eines der wichtigsten Instrumente für die Sicherung des Tozercth Haarcz-Schutzcs sein. Die Maßnahmen, die mit rechtlicher Wirksamkeit und wirtschaftlicher Vernunft zum Schutze der jüdischen landwirtschaftlichen Produzenten getroffen werden können, müssen sorgfältig geprüft werden. Ich will sie hier nicht im vorhinein entscheiden. Aber ich will als ein vielleicht lehrreiches Beispiel die Verordnung über den Fischniarkt in Triest zitieren, in der cs heißt: ״Zinn Erwerb einer Großhandelslizenz mit der Berechtigung an Versteigerungen mitzuwirken muß durch den Marktdirektor ein Antrag an die Stadtverwaltung gestellt werden. Dem Antrag müssen die folgenden Dokumente beigefügt sein: a) Geburtsschein, aus dem Volljährigkeit hervorgehen muß, b) Staatsangehörigkeits-Zeugnis, c) Bescheinigung des Wohnsitzes innerhalb der Gemeinde, d) polizeiliches Führungszeugnis, e) Mitgliedsbescheinigung der Korporationen und Syndikate, f) Verpflichtungserklärung zur absoluten Einhaltung dieser und eventueller späterer Vorschriften über den Fischmarkt.“ An derartige Lizenzbestimmungen kann man z. B. die Bedingung anknüpfen, fremde Ware nur gemäß den nach der Lage der Versorgung durch die eigene Landwirtschaft erteilten Genehmigungen einzufiihren. Die zum Marktverkehr zugelassenen Waren, die Zeiten des Marktverkehrs und die Zeiten für das Heranbringen und Abfaliren der Waren sind durch die Marktordnung zu regeln. Schließlich nehmen m allen Marktverordnungen die sanitären und Reinigungs Vorschriften einen breiten Raum ein. Und diese Vorschriften müssen unseren besonderen klimatischen Bedingnngen angepaßt und ihre Uebcrwadiung muß durch die Marktvcrwaltuiig gesichert werden. Denn nicht die geringste Aufgabe des zentralen Marktes ist es, die gegenwärtig oft sehr wenig erfreuliche, unsaubere und unhygienische Behandlung der Lebensmittel, besonders der Gemüse und Früchte, im Tel Awiwcr Handels- und Auktionsverkehr zu beseitigen. Mehr Sauberkeit im Großverkehr kann auch den Kleinhändler zu besseren Umgangsformen mit der Ware erziehen. _ Das wird Krankheiten ersparen una auch auf manchen Gebieten eine Ausdehnung des Konsums fördern. Die Ausarbeitung der Marktverordnung, die neben den in allen Ländern üblichen Aufgaben bei uns das besondere Problem des Schutzes des jüdischen landwirtschaftlichen Produzenten zu lösen hat, ist eine gemeinsame Aufgabe von Volkswirtschaftlern, Juristen, Hygienikern und Praktikern des Marktverkehrs. _ Fritz Naphtali Sprunghafte Entwicklung der palästi• nensischen Chemikalien-Ausfuhr Mitten in der Depression und den schweren Unruhen gewinnt die Entwicklung der Palest ine Potash Co. erhöhtes Interesse. Soeben veröffentlicht die Regierung die Ausfuhrziffern für Mai dieses Jahres. Daraus ergibt sich für den Export von Kall und Brom Jan. Mal 1037 1038 in £P 60 000 210 000 Somit hat sich die Ausfuhr im laufenden Jahr gegen die gleiche Zeit 1037 m e h r a 1 s verdreifacht; es ist kaum anzunehmen, daß die Entwicklung in den nächsten Monaten ganz im selben Tempo weitcrgelien wird. Immerhin ist bis Ende Mai bereits mehr ausgeführt worden als im ganzen Vorjahr (CP 223 000). Dabei sei ausdrücklich die irrige Auffassung widerlegt, als oh es sich bei dieser Belebung um eine Auswirkung der Aufrüstungskonjunktur handele. Das ist nicht der Fall. Die Steigerung ist lediglich die erste Auswirkung des planmäßigen Aushaues, wie es dem Schöpfer des Werkes, N o w o m e j s k i, von jeher vorschwebte trotz aller unsagbaren sachlichen und menschlichen Widerstände. Wieder zeigt sich hier, daß Beharrlichkeit siegt und die übergescheiten ״Sachverständigen“ nicht selten gehörig danebentreffen. Denn diese hatten ״bewiesen“, daß das ganze Projekt ein Hirngespinst sei. In dieser Beziehung ging es Nowomejski wie Herzl. E. K. Kurse palästinensischer Wertpapiere. Am 15. Juli hatten die wichtigsten palästinensischen Wertpapiere in Tel Awiw folgende Kurse: Allgemeine Hypothekenbank 5 n.'oigc Pfandbriete 1038 55,!030 56, 1011/56, 10-12/57 99*'4 (unverändert); 6 "'»ige Pfandbriefe 193-1 ■102 54'׳l׳, (unverändert); ft ״bige kum. Vorzugsaktien 113V! (bisher: 113); Stammaktien: 117 (bisher: IKV'״); Bizur 6 <o,igc Pfandbriefe 1038 43 00!׳, (bisher: 99v!); Nir Ltd. 4 ״׳,״ige Pfandbriefe 1037/51 85'׳! (85l/s). Auch in der abgelaufenen Woche hat sich gezeigt, daß die Welle der Unruhen keinerlei Einfluß auf den Effektenmarkt hatte. Eine ganze Reihe von Wertpapieren konnten ihren Kursstand verbessern, und die Kauflust des Publikums hielt bis zum Wochenende an. Im Vordergrund des lnteresses standen die Vorzugs- und Stammaktien der Hypothekenbank sowie die Prcf. Shares der Palestinc Potash Ltd. (Mitgeteilt von der Ellern’s Bank Ltd. Tel Awiw.) Sommer-ScMuß-Verkauf vom 2 5. Jull bls 6. August MARTIN BESSER KurfUrstantfamin 196, Ick• Bleibtraustral« / Tri. Bl 07 B7 WOILE SEIDE

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