Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 58 (22.7.1938)
- Date
- 1938-07-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 jüdische Rundschau Nr. 58, 22. VII. 1938 Laßt die Jugend voran 1 Von Rabb. Dr. Josef Kliersfeld, Bochum Z11 dem Aufsatz von Dr. Gerhard II old heim über las Nachwuchs prob lern (״J. II.“ Sr. 52) sendet uns Dr. Kliersfeld nachstehende Ausführungen. Die ״Alten‘‘ spielten im Jmlrntuin stets eine überragende Rolle. Das war gut und segensreich und ist und wäre es auch heute — wenn inan die begabte, nach vorn strebende Jugend Vorliebe. ׳ Gewiß, es ist gut, wenn Jugend kämpfen muß, wenn sie• erprobt und gestählt wird, bevor sic eine Verantworfung übernimmt. Aber die zu überwindenden Minderiirsse' sollet! Faktoren des inneren geistigen Ringens sein. Das Ringen und Yorwärtsgrcben unserer Jugend — und der edelsten darunter — darf nicht entmutigt und!ahmgelegt werden durch das verbitternde Gefühl, gegen eine Welt von Kautschuk an/ummen, in der die ..Beziehungen“ mehr als das echte Streben aiismachcn. Fis darf in dem begabten jungen Juden, der für Idee mul Volk alles!!ergeben will, nicht die Empfindung aufkommen,!laß ihn eine fest verankerte Schicht von ״Alten“ nicht vorläßt und seine besten Kräfte in den besten Lebensjahren verbrauchen läßt. Viele Rcvolutionen, Differenzen mul Tragödien sind in der Geschichte durch solch ein Wartcnlas'Cn, durch das Zumckdämmen der Arbeitslnst und Arbeit-kraft entstanden. Jüdische Jugend — bcsonders d:e intellektuelle —, seit der Nachkriegszeit einer seelischen IhnfoTmimg unterworfen, sieht siel! von den anderen Völkern uniner mehr aus den Stellungen hinnusgewiesen und glaubt auf der Suche nach Betätigung lind Stellung im eigenen Volke mehr I'onhrmig erhalten zu sollen, als es ge- Schicht. .Mull da d e l'olge nicht eine mifkornniendc Enttäusch!! :1 g,!״!:, Ihd,:׳;>:/ zwischen den Alten und den Jungen sc:11 ׳ V׳r!iahen E,deute und Begabungen, nur müssen w.r ihnen ihn! \V.■ ׳ freien•!',en. Nicht jeder hat das Glück, dmcli •ruemleine YcrbY.dimg dorthin zu gelangen, wo er Er- Ik'iKmt 1 v eile Mit '\'erk nnimern verurteilt. Das ist ein ungesunder und unertreuI:eiler Tiistand, den zu bessern unsere tiing-f: 1 u.k׳:e. >'c warhritni und sehaffen, aufbauen und mifornuu!. A!h r will 11:1/1! auch gehört werden, sie will dazu 111: e neuen < n dankn! und ihr neues Denken in die Debatte w e: Jen. N cht allein, /loanimen mit den Alten will stehen \ e״i1!n,.1! ׳ sein, wenn ul!er die Zukunft des jüdischen Volkes — :inre 1;..,rüste Zukunft Entscheidungen gefällt llnhihr'm \ er! uigt, da 11 de Talente und Begabungen eine Gbai;.״■ D konninm. I r denk! dabei ausscllließlich an! | 11׳ t W 1 1 1■11111 ־ o dis! I alente OaiiitV' A:o der I 1, י'pora wird die Bewegung und das Volk auch 11־ den n.n1111׳,!־ JuhrzcdiiUei! die Kräfte schöpfen. Hier wird die indocln׳ K1׳n:1i>'■ancc-Bewegung immer wieder das unerse!:11ון< ׳ fiillhmn, wird sie jene Weite und .Men-cbhehke:! finden,, ^lie nenviiulig ist, um auf die Besten Ans dir-i■r I >;aspor:1 soil inan Begabungen lind Talente, ziibilclen. Die Aktion, die Holdlieitn von der Zionistischen Exekutive verlangt, soll auch auf die jungen, begabten, jüdischen Menschen ausgedehnt werden, die durch die Ereignisse der Nachkriegszeit aus ihren Länden! entwurzelt wurden und ihre Kräfte, ihr Können und Wissen ihrem Volke weihen wollen. Es sollen Menschen sein, die in die geistigen Bedürfnisse anderer eiiulriugcn können, die Juden und Judentum!11 Geschichte, Lehre und Entwicklung kennen, die aber selber in ihrem ludentiuu nicht eingeschlossen, sondern allem .Mensel!I:chc 11 offen sind. Die zu den Menschen in ihrer Sprache sprecht 11, die in den Zentren der Judcnhcit zu ihnen Jiddisch 1i:u! Englisch >p:cchen. um sie wirklich zu erfassen. Der Ruf nach Nachwuchs und damit zusammenliängeud nach e uer zentralisierten Propaganda wird immer starker. 1)0: /:r>ni־ti־rl1c Bewegung darf ihn nicht verhallen ia-.su!. 1 ־ v, ,!׳e eine lhitcrlassungssiinde, die sich Die Vereinigung jüdischer Kantoren In Deutschland wendet sieb an s nntlicln• in Deutschland wirkenden Kantoren 1111:1 Kultii'beair.ten mit?nie׳ endrr Veröffentlichung: Die Ver- Interosi 11 s.imt'd.'ln■!־ in I)intschland wirkender Kantoren und K111111'!11׳ amti n. Die sofortige Anmeldung als Mitglied ist deshalb diingend-t geboten. Anmeldungen mit genauer Angäbe der Personalien und der einzelnen beruflichen Betiitigütigen ist unbedingt notwendig. Zuschriften sind an den Vorsitzenden nberkantor Magnus Davidsohn, Berlin-Wilmers- Ankündigungen aus dem Reich Hamburg;: Jeden Dienstag, 20.30 Uhr, ZionD!t~eher AIicikI im jüd. liomeiiw'liatt -Ikhk llartun^nr. 11. 26. Juli: Km זי Mm!־!־ >pn<.'ht. Köln! \x (Kol״), Kald). Pr. Rirhtcr (Mannheim}. Or^el: KdprUnirUtcr Heine- Familien-Nachrichten hegein am 12. August drei 83. Geburtstag. Herr Morin׳. Kad.de״ und Frau Mein. geh. Kathien. Essen, Gcinatkcn.ir. 41, hcgingen am 20. Juli die >!!lx׳:r.e I lochzeit. Trau llartlia Schlesinger, Fraiiktürt a. M,, Sraufcnstr. 28, begeht. am 31. Juli eien 75. Geburtstag. Barmizwa-Tcrmin, Am 23. Juli (24. ־Tammiis): Jack N'emlich, Sohn Beuthen. Die Seeionzahl der Getneimle bei rüg am 1• Juli mir noch \V״hli .thrlspf lege in Oherschlesien schickte während der Fetien 60 Kinden miiifierbeiniUelten Scfiülern der iödi'ehen Be/irkwlmle in Kreuz• Offene Auslandsstellen (genehmigt durch das Landesarbeitsamt Brandenburg.) Es werden gesucht: 1. Für Hol-!and ein perfekter jüdischer Werkzeugmacher. — 2. Für Polen ein jüdischer Fachmann (;Meister) für Ausarbeitung von Gelatine. —- 3. Für Uruguay ein jüdischer Techniker für elektrische Kühlschränke aller Systeme, der sämtliche vorkommenden Reparaturen selbständig aiisfiiliren kann und über nachweisliche Praxis verfügt. Einreisegenehmigung xvird besorgt. — 4. Für die Tschechoslowakei eine jüdische Tanz- Partnerin. — 5. Für Indien eine jüdische Erzieherin zu vier Jungen im Alter von 3, 4, 6 und 8 Jahren. Fs kommt eine Lehrerin zwischen 30 und 40 Jahren in Frage, die die Kinder vollständig unterrichten kann. Verlangt wird: Fatcin, Mathematik, Geographie, Geschichte und englischer Unterrieht. Da es sich um junge Kinder handelt, werden an das Fachwissen in den einzelnen Fächern keine übermäßigen Anforderungen gestellt. Bei vollständig freier Pension und Bedicmttig wird ein Anfangsgehalt von 50 Reis geboten. Das Gehalt ist bescheiden. Es wird jedoch damit gerechnet, daß eine tüchtige Kraft auch ein höheres Gehalt erzielen wird. Ein fester Vertrag wird geboten und die Kosten der lieberfahrt bezahlt. — 6. Für England ein jüdisches Fräulein zur Betreuung eines fünfjährigen Kindes (ohne Hausarbeit). Die Betreffende muß perfekt englisch sprechen und durchaus vertrauenswürdig sein. — 7. Für Holland für den Haushalt (drei Erwachsene, ein zwölfjähriges Kind) ein jüdisches Mäddien mit nachweislicher Hnnshalterfahruug. Gehalt 25 Otilden monatlich hei freier Station. — Ausführliche Bewerhungen nur auf 1 uftpostdünnpapier, Lebenslauf, Zougiiisabschriffen und Paßphoto werden ausschließlich durch die Jüdische Gemeinde, Berlin SW 68, I.indenstr. 4,8 50, weitergeleitct. Die Staatsangehörigkeit ist wegen der Verschiedenheit der Einreisobestimmungen in jedem Fall anzugeben. Englischer Intensiv-Fortbildungskurs für Lehrer. Vom 24. Juli bis 4. August findet in Stuttgart ein von ■der Reichs- Vertretung und vom Oberrat der Isr. Religionsgemeinschaft Württembergs-Stuttgart veranstalteter englischer Infensiv-Forthildungskurs für Lehrer statt. Als Teilnehmer sind Lehrer vorgesehen. :Fe englischen Sprachunterricht in Schulen und an Erwachsene erteilen. Einer kleinen Zahl von Lehrern kann evtl, noch die Teilnahme ermöglicht werden. Meldungen an den Oberrat der Isr. Religionsgemeinschaft Württembergs, Stuttgart-W, Königstr. 82. Tagung der Zionistischen Organisation in Klein-Polen und Polnisch-Schlesien. Am Uh. Juli fand in Krakau eine Tagung der Zionistischen Organisation Klein-Polens und Polniscii-Schlcsiens statt. Dr, J. Schwarzbarth sprach über die Lage im Zionismus und in Erez Jisracl, Dr. F e I 11 b 1 u n! über die Lage der Juden in Polen und Mag. J. Salpeter über Organ isationsf ragen der Landesorganisation. Den Vorträgen folgte eine lebhafte Diskussion. Persönliches. Am 4. August begeht Frau Lin Eichmart 11, Detmold, die Vorsitzende des Jüdischen Frauenhundes, Zweigstelle Lippe, den 7D, Geburtstag. Gleich ihrem Gatten, dem Vorsitzenden der Repräsentanz der Synagogengemeinde Detmold und des Gemeindet,iges für Lippe, gilt ihre ganze Kraft der sozialen Wirksamkeit. Mit Rat und Tat hat sie in selbstloser Weise unendlich vielen Menschen geholten. Briefe an die Redaktion Zur Sidra Ralnk M.. 18. Frankfi anregend Aclml ich ,'!1i!4e1"i, ielic Bede: gebraucht. Neben dieser räumlichen dcutung wird es aber auch d. h. ihn« laUirlieh (wie der i’cl'inn der Bewohner Arnold Wiener hat ter.'tichung ein recht Fiagcngcbiet nngetir man ihm dank- Bewcblührung auch nicht durchgängig licipt'lichtcn kann. Hochachtungsvoll II, U n ik 0 wef Eine RiditigstcIIung Bhi.-Wilmersdorf, 17. Juli 1938 An die ,,jüdische Rundschau־■, Berlin \V 15. Zu dom Artikel des Heim Dr. T.ittcn in Nr. 56 ״Jüdische! Lemilteile״:‘ Dr? LDtn'Lt'^'iil'hrrmm unterlaufen, der Kerühmt« Gelehrte war der Oberlandesrab- Diner in Danzig, Dr. Israel Lüp• schütz, mein l'rgi'oßvater, und sein Wer'k heißt Tifereth Jisrael. 1 toch.ichtiingäroll Margarete I. üpschüt* Prefsausschreiben für die Jüdische Winterhilfe 1938 39. D1!e Reichsvertretung, Abteilung Zentrahvolilfalirtsstcllc, als zentrale Trägerin der jüdischen Winterhilfe, wendet sich auch in diesem Jahr an die jüdischen Künstler mit der Aufforderung zur Teilnahme au einem Preisausschreiben für die Jüdische Winterhilfe. Verlangt werden graphische, zeichncrische, photographische oder in sonstiger Technik ausgeführte Biildentwürfe, die it! Ausführung und Ideengehalt dem Sinn der Jüdischen Winterhilfe Rechnung tragen und sich sowohl auf die allgemein« Werbung als auch auf die Werbung der verschiedenen Spendenarten (Geldspenden, Eintopfspenden oder Pftindspendeii) beziehen und die zur Vcröffcntliehung in der jüdischen Presse oder für die Herstellung von Plakaten zum Anschlag i!1 öffentlich-jüdischen Räumen ge* eignet sind. Es ist vorgesehen, daß die Werbung für jede der Spendenarten in jedem der 6 Wintermonate wechselt. Beteiligen kann sich jeder Jude in Deutschland. Es sind 3 Preise festgesetzt: 1. Preis: 300 RM.; 2. Preis: 240 RM.; 3. Preis: 150 RM. Der volle erste, zweite mul dritte Preis wird zuerkannt für eine Entwurfsreihe für die allgemeine Werbung oder für die Werbung für eine der besonderen Spendenarten, die für jeden der sechs Wintcrliilfsmonate ein wechselndes Bild vorsieht. Teilpreise werden dann zuerkannt, wenn nicht eine volle Entwurfsreilie, sondern nur einzelne Entwürfe preisgekrönt werden. Ankauf nicht preisgekrönter Entwürfe bleibt Vorbehalten. Die Prüfung der Entwürfe und die Ent- Scheidung über die Verteilung der Preise erfolgt unter Aus- Schluß des Rechtsweges durch die Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Abteilung Zcntralwohlfahrtsstellc, in Gemeinschaft mit nach ihrem Ermessen hinzttgezogenen Kiinstlern, künstlerischen Sachverständigen und Persönlichkeiten aus den jüdischen Organisationen. Die Entwürfe sind mit einem Kennwort zu versehen. Name und Adresse des Einsenelers sind mit dem Kennwort zusammen in einem besonderen, verschlossenen Briefumschlag cin/urcichcn. Letzter Termin der Einsendungen ist der 15. September 1038. Die Anschrift für alle Einsendungen lautet: Rciclisvertrctung der Juden in Deutschland, Abteilung Zentralwohlfahrtsstclle (Jüdische Winterhilfe), Berlin-Charlottenbtirg, Kantstr. 158. Die Preisträger werden bis zum 30. September von der Zentralwohlfahrtsstelle benachrichtigt. STELLENMARKT Nur für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die jüdisch oder jüdischer Abstammung sind 1 ANGEBOTE I Selbständig kochende, jüd. Hausgehilfin ״ Wltkowskl, Berlin, Blumeshof 15. 22 41 98 t bi* 10, 15 — 18. Selbständige jüdische 6eillige!zuct1ipe11s!!in(Gd.-Ge1ji|le) Ang. u.W393 an An*.-Abt. dcrj.R., Bln.WlS Stepper« ji'id., auf gute Damcitinfintel?־»־sucht. CU Kl ER, Berlin, Wallner״ Theater-8tr. 34 israelitische waisen-uerpilegungs-flnsiait Breslau sucht Ulf mdgl. sofortigen Antritt erfahrene jüdische Erzieherin statt, Breslau, Grähschcner Str. 8185, erbeUn. junges flniernmadahen Jüd., schlicht, vonPMSlM,»sucht. 91 02 B0!GESUCHE Frauenloser Haushalt 2H־Zimm׳---K0mf., 1 IVr8., sucht perf.jürig., jöd.früiiUHm An?. nv. Rild W 389 חי Jüdin, perfekt In Küche und Hau•־ halt, sucht 3 mal wöchentlich Stellung־. PostUg. 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