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Jüdische Rundschau · 1938-07-19 · Heft 57 (19.7.1938) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 57 (19.7.1938)
Date
1938-07-19
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 57, 19■ VII. 1938 JODISCHE RUNDSCHAU Seif• 9 Die Resolutionen von Evian Das Intergouvernementale Komitee, das vom 6. bis 15. Juli in Evian getagt hat, hat folgende Resolution beschlossen: 1. In der Erwägung, daß die Frage der unfreiwilligen Auswanderung größeren Umfang angenommen hat und das Schicksal der betroffenen unglücklichen Menschen ein Problem für eine Beratung von Regierungen geworden ist; 2. In der Erkenntnis, daß die unfreiwillige Auswanderung großer Menschenmassen verschiedener Bekenntnisse, Wirtschaft- Ocher Lage und Berufe aus dem Lande oder den Ländern, in denen sie ansässig waren, für die allgemeine Wirtschaft störend ist, da diese Menschen einen zeitweiligen oder ständigen Aufenthalt in anderen Ländern, in denen zur Zeit starke Arbeitslosigkeit herrscht, suchen intissen; daß infolgedessen Aufenthalts- und Ansiedlungsländer nicht nur Problemen wirtschaftlicher und sozialer Natur gegenüberstehen, sondern auch solchen der öffentlichen Ordnung, und daß eine ernste Anspannung der administrativen Möglichkeiten und der Aufnahmefähigkeit der betreffenden Länder entsteht; 3. In der weiteren Erkenntnis, daß die unfreiwillige Aus- Wanderung großer Menschenmassen so beträchtlich geworden ist, daß volkliche und religiöse Probleme akut werden, die internationale Unruhe vergrößert wird und die Fortschritte der Ausgleichung der internationalen Beziehungen ernstlich behindert werden könnten; 4. In der Meinung, daß es wesentlich ist, daß ein langfristiges Programm aufgestellt wird, durch das den unfreiwilligen Auswanderern, soweit sie schon ausgewandert sind oder noch vor der Auswanderung stehen, Hilfe im Rahmen der bestehenden Wanderungsgesetze (md Vorschriften der Regierungen gewährt werden kann; 5. In der Erwägung, daß, wenn die Aufenthalts- oder Ansiedlungsländer zur Schaffung einer geeigneten Lösung des von dem Komitee zu bearbeitenden Problems zusammenarbeiten sollen, sic auch die Mitarbeit des Herkunftsland(» benötigen, wobei wir überzeugt sind, daß dieses seinen Beitrag leisten wird, indem es den unfreiwilligen Auswanderern gestattet, ihr Eigentum und ihre Besitztümer mitzunehmen und in geordneter Weise auszuwandern;! 6. Mit herzlicher Begrüßung der vom Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika unternommenen Initiative, durch aie die Intergouvernementale Konferenz in Evian für den hauptsächlichen Zweck der Erleichterung der unfreiwilligen Auswanderung aus Deutschland (einschließlich Oesterreichs) einberufen wurde, und in warmer Anerkennung der Liebenswürdigkeit, mit der die französische Regierung die Intergouvernementale Konferenz in Evian empfangen hat; 7. In Fortführung der vom Völkerbundsrat am 14. Mai 1938 angenommenen Resolution hinsichtlich der internatiomalen Flüchtlingsliilfe; — empfiehlt das Intergouvernementale Komitee: 8. a) daß unter das Arbeitsprogramm des Intergouverne-;mentalen Komitees folgende Kategorien fallen: 1. Menschen, die ihr Heimatland (Deutschland einschließlich Oesterreichs) noch nicht verlassen haben, aber infolge ihrer politischen Ansichten, religiösen Ueberzeugungen oder rassischen Herkunft auswandern müssen; 2, Menschen der Kategorie 1, die ihr Heimatland bereits verlassen haben und sich noch nicht ständig in einem anderen Lande niedergelassen haben; b) daß die im Intergouvernementalen Komitee beteiügten Regierungen das Komitee zu seiner streng vertraulichen Information weiter versehen sollen 1. mit Einzelheiten hinsichtlich solcher Einwanderer, die jede Regierung bereit ist, unter den bestehenden Gesetzen und Praxis aufzunehmen, und 2. mit Einzelheiten über diese Gesetze und Praxis; c) daß angesichts der Tatsache, daß die Aufenthalts- und Ansiedlungsländer berechtigt sind, die wirtschaftliche und soziale Anpassungsfähigkeit der Einwanderer in Betracht zu ziehen, von diesen in vielen Fällen verlangt werden kann, daß sie wenigstens für eine gewisse Zeit veränderte Lebensbedingungen in den Ansiedhmgsländcm annehmen; d) daß die Regierungen der Aufenthalts- und Ansiedlungs- Linder keine Verpflichtungen hinsichtlich der Finanzierung der unfreiwilligen Auswanderung zu übernehmen haben; e) daß in bezug auf die von den Aufenthalts- und Ansiedlungsländern verlangten Dokumente die im Intergouvernementalen Komitee vertretenen Regierungen die Annahme folgender Bestimmung erwägen mögen: den, dii und daß hinsichtlich des Dokuments, das einem unfreiwilligen Auswanderer von dem Lande seines fremden Wohnsitzes an Stelle eines Passes ausgestellt wird, die verschiedenen internationalen Abkommen berücksichtigt werden, die die Ausstellung eines Reisedokuments vorsehen, das dem Zweck eines Passes dient, sowie der Vorteil einer weiten An- Wendung; f) daß in London ein Intcrgouverncmentales Komitee zusammentreten soll, das aus den Vertretern bestehen soll, die die an der Konferenz in Evian teilnehmenden Regierungen zu entsenden wünschen. Dieses Komitee soll die Arbeit der Intergouvernementalen Konferenz in Evian tortsetzen und weiterführen und soll sich in folgender Weise zusammensct/cn und arbeiten: Es sollen ein Vorsitzender dieses Komitees und vier stellvertretende Vorsitzende eingesetzt werden. Es soll einen Direktor von Autorität geben, der vom Intergouvernementalen Komitee ernannt wird und von diesem in seinen Unternehmungen geleitet wird. Er soll Verhandiungen führen zur Verbesserung der augenblicklichen Auswanderungsbedingungen und ihrer Ersetzung durch Voraussetzung gen für eine geordnete Auswanderung. Er soll mit den Regierungen der Aufenthalts- und Ansiedlungsländer Fühlung nehmen mit dem Ziel, Möglichkeiten für eine ständige Niederlassung zu schaffen. Das Intergouvernementale Komitee, das den Wert der Arbeit der bestehenden Fliichtlingshilfc des Völkerbunds und der vom Internationalen Arbeitsamt gemachten Wandertings- Studien anerkennt, soll eng mit diesen Institutionen zusammenarbeiten, und das Intergouvernementale Komitee in London soll die Mittel prüfen, durch welche die Zusammenarbeit des Komitees und des Direktors mit diesen Institutionen hergestellt werden kann. Das Intergouvernementale Komitee wird bei seiner kominenden Sitzung in London das Verhältnis beraten, in dem seine Kosten auf die beteiligten Regierungen umgelegt werden sollen. 9■ Das Intergouvernementale Komitee in seiner neuen Form soll seine erste Sitzung am 3. August 193S in London abhalten. Die zweite Resolution beireiltnd Aufnahme von Emigranten! Das Intergouvernementale Komitee hat den Bericht der Technischen LJnterkommission erhalten und stellt mit Befriedigung fest, daß dieser Bericht Aussichten bietet für eine ervv e i t e r t e Aufnahme von Emigranten, die nach den Einwanderungsgesetzen und nach der Praxis der in Frage kommenden Länder für die Einwanderung geeignet sind; es stellt ferner fest, daß gewisse Länder den Wunsch erkennen ließen, Plane für die Ansiediung von Emigranten in ihren Gebieten zu prüfen, wenn solche Plaue von amtlichen oder privaten Organisationen vorgelegt werden. Das Komitee bemerkt, daß die an Deutschland (einschließlich Oesterreichs) angrenzenden Länder, die unter den bestehenden Umständen nicht in der Lage sind, über ihre augenblicklichen Anstrengungen hinaus noch einen wesentlichen Beitrag zu leisten, fortfahren wollen, einen wichtigen Beitrag zur Lösung des Problems zu leisten, indem sie Erleichterungen für die technische oder landwirtschaftliche Ausbildung von Emigranten gewähren, denen ein zeitweiliger Aufenthalt gestattet wurde. Das Komitee empfiehlt, daß die vertretenen Regierungen die Probleme weiter in weitherziger Weise studieren, die im Bericht der Unterkonimission aufgeworfen worden sind. Aus Dänemark. Die palästinensischen Gymnastik-Lehrer bekommen sehr oft ihre Ausbildung in Dänemark am Gymnastikinstitut des dänischen Staates und an der Gymnastik- Hochschule von Niels Bukh in Ollerup (Fünen). Kürzlich haben noch einige junge Palästinenser ihre Ausbildung mit sehr guten Prüfungen abgeschlossen, und zwei palästinensische Mädchen befinden sich z. Z. in Ollerup. Die verschiedenen Nationen veranstalten dort von Zeit 711 Zeit nationale Abende, und vor kurzem karn die Reihe an dir Palästinenserinnen. Der Abend war dem neuen F.rez lisrael gewidmet. Die jungen •Mädchen sangen und tanzten, und Rabbmer Dr. Marcus Atelchior hielt einen kurzen Vortrag. - Anläßlich des 70. Geburtstages des dänisch-jüdischen Dichters Henri Nathansen hat der skandinavische Zionistenverband Herrn Nathansen in das Goldene Buch des KKL eintragen lassen. Auswärtige Familien-Nachrichten Herr Max Freuden heim, Am-'״rd.1m (früher Direktor der Berbriet־ llandebgc-elbdiaf:), begeht am 29, Jul! den 70. Geburtstag. 'Btrmltw•-Termin. Am 23. Juli \22. Tamucis): Luzian Julius Eink, Bezirks •Veranstaltungen der BZV öiiva MHtworh, 30.!uii, 30.15 Uhr BZV-Hcim, Kanlslr. 54 Dr. Han. Klaa, Ziani.tl.che Politik am Scheideweg« Frledrlchahaln Mittwoch, 30. Ml, 30.15 Uhr BZV-Hcim, Landsberger Str. 87 Dr. Han. Capall 1 Harri• Wirkung auf ttnaara Zait Steglitz- Mittwoch, 30. /ult, 30.15 Uhr Setimarsandorf rriedenau, Mosetstr. 4 Dr. Leo Scharaki Da. rallglSat Froblam im Zlenl.mu. Harmannplata Donnerstag, 21. Juli, 30.15 Uhr BZV-Helm, Neukllln, Jdgerstr. 6 Harrl-Blaltk-Aband. u ipricbr! Frits Cohn WIZO I Frauan-Arbeitsgemeinschaft für Palästina WIZ O-Nachmittag Dienstag, 19. Juii, 16.30 Uhr WIZO■ Halm, Regensburger Str. 26 Zum Todestage Herzls em 20, Tammus; RUDOLF ABRAHAM: Herzl — Erbe und Erflillun| Klavierstimmer PEREZ / Ruf: 7219 20 See etefunen ieü und UhUmUh wenn Sie sich bei Aufgobe von Gelegenheits-Anzeigen wie Personal-Gesuche, Verlobungs- und Vermählungsanzeigen, Traueranzeigen unseres Schnelldienstes bedienen. Bitte rufen Sie on; 9! 90 31, Apparat 89. Sie werden kostenlos und unverbindlich berofen. BERLINER HANDWERK UND EINZELHANDEL ׳ Pflasterungen Aufzüge . 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