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Jüdische Rundschau · 1938-07-19 · Heft 57 (19.7.1938) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 57 (19.7.1938)
Date
1938-07-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU PALÄSTINA-BLATT Nr. 57, 19. JULI 1938 ln bewegter Zeit Die Ereignisse in Palästina überstürzen sich derart, daß die briefliche Berichterstattung (trotz Luftpost) oft beim Eintreffen bereits durch die neuesten Telegramme überholt ist. Wir bitten also unsere Leser, bei den Berichten unseres palästinensischen Korrespondenten das jeweilige Dalum zu beachten. Wir glauben, daß diese Berichte, obwohl sie heim Erscheinen zeitlich etwas zurilckliegen, dennoch von großem Interesse sind, weil sie die Stimmung im Lande und die Entwicklung der Dinge charakterisieren. (Red.) Die Suche nach dem Ausweg Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel Awiw, 10.Juli In Jerusalem tritt heute der Waad Leumi zusammen, die Vertretung des palästinensischen Jischuw, um über die Lage im Lande zu beraten. Kaum eine der häufigen und schwierigen Sitzungen der letzten Jahre hatte mit einer so komplizierten Situation zu tun wie die heutige. Und noch schwieriger als die Beratungen selbst wird es sein, der Leitung des Jischuw wieder die volle Herrschaft über die Lage zu verschaffen, die sich in den letzten Wochen rasch und gründlich geändert hat. Palästina selbst und dio an ihm interessierte Außenwelt hat sich in den letzten Jahren mehr als genug an ungewöhnliehe und grauenvolle Ereignisse gewöhnt, und es konnte wohl scheinen, als ob ein paar Tote mehr oder weniger, etwas stärkere Unsicherheit kaum mehr einen Einfluß auf Stimmung, auf Politik, auf Haltung des Publikums hätten. Aber es ist nicht die Verstärkung des Terrors allein, die wirksam ist. Es ist die Empfindung, daß eine allgemeine Ver- Wirrung einzutreten droht und daß die von langen Kämpfen ermüdeten Nerven nachzulassen beginnen. In dieser Lage ist eine möglichst objektive und kühle Prüfung der Etappe, an der wir heute stehen, wichtiger als je, und es wird eine der Aufgaben der Waad Leumi-Sitzung sein, eine solche Prüfung vorzunehmen. Wie sieht es heute im Lande aus? Im Zentrum von Tel Awiw durchaus normal, belebt, ohne einen Schimmer von Unbehagen. Aber schon zehn Minuten vom Zentrum, nach der Jaffaer Grenze zu, wird das Bild anders. Hier hat in den letzten Zeiten wieder und wieder Sperrstunde geherrscht, so daß die Straßen nach Dunkelheit völlig verlassen dalagen. Ein w-enig weiter, im benachbarten Jaffa, konnte man Bilder finden, wie in den Zeilen des Streiks von 1936, geschlossene Läden, eine stillgelegte Stadt. Jerusalem hat wieder Sperrstunde, Haifa verwindet nur schwer die ungeheure Erschütterung der Panik von vor einigen Tagen. Die Sperrstunde räumt die Straße für den Abend und die Nacht, aber auch am Tage lauft das Leben nicht seinen normalen Gang, auch hier wird der Streik versucht, und dasselbe Haifa, das im Jahre 1936 der Streikpropaganda vielfach erfolgreichen Widerstand leistete, droht diesmal von der Welle mitgerissen zu werden. In dieser gemischten Stadt, in der Juden und Araber einträchtig ihrer Arbeit nachgingen, in der die gemeinsame Verwaltung in der Munizipalität gute Fortschritte macht, stehen sich das jüdische und das arabische Lager mit Spannung gegenüber. Wie schon mehrmals in den Unruhen liegen englische Kriegsschiffe vor Haifa, die im Falle der Not bereit sind, ihre Besatzung auszuschiffen und als Patrouillen in die Stadt zu senden. Nablus, Gaza und Akko streiken. Die Einzelangriffe, die überall das Land in Atem halten, haben sich vermehrt, ohne daß man dabei einer einzelnen Schießerei viel Wert beilegt, weil man sich zu stark an sie gewöhnt hat. Die Regierung meldet — ebenfalls ein Zeichen scharfer Spannungen —, daß sie die Lage in der Hand habe, im Notfälle die Herrschaft an das Militär übergeben könne. Die Truppen fransporte, die erst für den Herbst erwartet wurden, werden beschleunigt und sofort Verstärkungen aus Aegypten herangebracht. Privat und öffentlich hört man Mahnungen, Reisen auf ein Minimum einzuschränken, sich in der nächsten Zeit möglichst ruhig zu halten, Gefahren nicht unnötig aufzusudiern Stellt man derartig eine Skizze der Situation zusammen, so kann man auf den ersten Blick glauben, wir haben es einfach mit einem höheren Grad von Unruhe zu tun, als er sonst in den letzten Jahren üblich ist. Aber mit dieser Unruhe ist das Bild nicht voll gezeichnet. In diesen Tagen des Streiks wenden sich auch die Araber an die Regierung und bitten um Schutz, werden massenhaft Revisionisten verhaftet, und nicht nur unbekannte junge Burschen, die wegen ihrer Hitzköpfigkeit verdächtig sein können, sondern auch bekannte Führer, mit dem Anwalt Dr. Wasch itz an der Spitze. Wenn man von neuen Opfern, von Schüssen oder Bomben hört, fragt man ebenso ängstlich wie nach dem Schicksal der Verwundeten nach der Nationalität der Täter. Die Sicherheit, daß der Angriff nur von einer, der arabischen Seite, kommen könne, ist erschüttert. Die verantwortlichen Kreise des Jischuw setzen alles daran, um der Verwirrung, die dadurch im Publikum geschaffen wird, ein Ende zu setzen. Dr. W e i z!11 a n n, der selbst in den Haifaer Ausbrüchen einen Schwager verloren hat, mahnt zu Ruhe und Disziplin, Ihm schließt sich der Waad Leumi an, die Exekutive, die Arbeiterorganisation, die einzelnen Arbeiterräte. Man versucht eine lange Front zu schaffen, die sich schützend vor den Jischuw stellt, um ihn vor der inneren Zersplitterung zu bewahren, und das Publikum nimmt diese Aktionen mit Bereitwilligkeit, mit Verständnis, mit aktiver Unterstützung auf. So zeigen die Juden in ihrer Majorität und in den verantworflichen Stellen eine klare Linie in diesem einen Punkt, der die Wiederherstellung der inneren Disziplin, die Ablehnung der Racheakte an Unschuldigen betrifft. Und es ist zu hoffen, daß sie bald hier Erfolg haben werden. In denkenden Kreisen jedoch wird man sieb darüber klar, daß wir damit nicht mehr gewonnen haben als eine Rückkehr zu dem Zustand von gestern, der uns heute erträglich erscheint, weil nur die Araber angriffen, die Juden sich auf Verteidigung beschränkten und wir damit eine klare Scheidungslinie be- *aßen. Aber dieser Zustand von gestern, zu dem wir vielleicht wieder morgen mit Hilfe von Kriegsschiffen, neuen Truppen, Verhaftungen, Sperrstunde und dem starken Druck aller besonnenen Elemente unter den Juden zurückkehren werden, war ja bereits absolut unbefriedigend. Eine Verschärfung genügte, um ihn unerträglich zu machen. Die Mahnung, die der ״Haarez" am Tage nach dem Haifaer Ausbruch laut werden ließ, der Ruf nach einem sofort!- gen Waffenstillstand, ist zwar nicht wiederholt worden, hat jedoch vielfach einen Widerhall. Nun — wenn man ganz ehrlich sein soll —, weiß niemand recht, wie dieser Waffenstillstand eingeleitet und auf welchen Bedingung e n er beruhen soll. Es ist eine sonderbare Erscheinung in den politischen Ueberlegungen und Diskussionen von Heute, daß Emotionen, die den üblichen scharf nationalen konträr gehen, in sich zusammensinken, sobald sie auf die nackten Tatsachen der täglichen Konflikte stoßen. Sobald der Versuch gemacht wird, in das verschlungene Knäuel der politischen Fragen ohne Voreingenommenheit hineinzuleuchten, nachzusehen, ob sich nicht ein anderer Ausweg fände, als die bis zum Ueberdruß wiedergekäuten Vorschläge der letzten Zeit, so bricht er in der Regel nach dem ersten Austausch der Meinungen zusammen. Ehe man sichs versieht, ist man wieder in einer der endlosen und mehr als bekannten Auseinandersetzungen über die Teilung, ln Erörterungen über den Charakter des projektierten Judenstaates und ähnliches. Jedoch helfen diese Diskussionen jetzt und hier sehr wenig. Es scheint mit den politischen Dingen genau so zu sein wie mit den virtschaftlichen. Diese verschlechtern sich nach und nach, auch wenn sie objektiv die ökonomische Lage nicht verschlechtert, einfach durch die Dauer, durch die Abnahme der Reserven, durch den Schwund der Anktirbclungskraft. Bei den politisehen Dingen liegt es .ähnlich. Wenn sie nicht einigermaßen in Ordnung gebracht werden, komplizieren sie sich sozusagen durch Eigengewicht, Gegensätze, die früher leicht waren, werden schärfer und gefährlicher, einfache Widersprüche zu komplizierten Feindschaften. Und diese Entwicklung hat spürbare psychologische Konsequenezn. Man hat sich in Palästina gewöhnt, die schrittweise Lösung der politischen Fragen, auch die Erleichterung der Spannung von einem Termin zum anderen zu verschieben. Augenblicklich wartet man auf den Bericht der technischen Kommission und die Stellungnahme Londons dazu. Niemand weiß jedoch zu sagen, wie lange noch bis zu diesem Termin vergehen wird; sicher ist, daß wir noch etliche Monate, wenn nicht bis Jahresschluß, damit zu warten haben. Man darf es nicht als übermäßige Besorgnis auslegen, wenn man die Frage aufwirft, ob wir so lange warteil, das heißt uns auf unsere Verteidigung beschränken können, ohne außerdem politische Fühler auszustrecken, die Gehirne wadmihalten, um sie wieder und wieder zum Durchdenken der alten Fragen zu bewegen. Was in den letzten Wochen im Lande geschehen ist, muß von verschiedensten Gesichtspunkten aus als sehr ernstes Warnungszeichen dienen. Wir haben Verpflichtungen, nicht nur gegenüber dem wunden Palästina selbst, sondern vor allem gegenüber der Gallith, die in diesem kämpfenden Lande einen der wenigen Lichtpunkte sieht, die der Judcnhcit heute noch gegeben sind. Kampf gegen zwei Fronten gl. Tel Awiw, 12. Juli Die Ereignisse beginnen sich zu überstürzen. Anfangs wollte es scheinen, als ob wir es mit einer der sporadischen Verstärkungen des Terrors zu tun haben, die in der Regel nach kurzer Zeit absinken. Augenblicklich aber sieht es so aus, als wären wir an einem Wendepunkt der Unruhen angelangt, vielleicht an einer entscheidenden Etappe, und überall im Jischuw spürt man, wie sich die Juden aut diese neue Etappe einstellen und vorbereiten. Unter den vielfachen Theorien, die immer bei Terrorwellen sich bilden, wurde auch die genannt, daß die Verstärkung der arabischen Angriffe eine Antwort auf die Konferenz in Evian sei und die damit verbundenen Bemühungen, die Tore Palästinas für eine weitere Immigration zu öffnen. Es ist jedoch wahrscheinlich, daß dieses Moment, wenn es überhaupt wirksam ist, nur ein Neben motiv darstellt. Ohne Frage haben die scharfen jüdischen R ach ea k t e, die der Hinrichtung von Ben-Josset folgten, eine tiefe Wirkung auf das arabische Lager ausgeübt. Dieses war in letzter Zeit bereits gespalten, Die Terroristen, die lange Zeit die aktive Sympatliie der Bevölkerung genossen, von ihr geschützt, versteckt, vielfach mit Lebensmitteln versehen wurden, hatten von der langen Kampfzeit genug. Sie kamen selbst mehr und mehr unter die Peitsche des Terrors, der Fel lach fühlte sich in seinem Hause nicht sicher, mehr als einmal rief man in Dörfern und Städten die Polizei zu Hilfe, verlangte Schutz, gegen Uebcrgriffe. Auf dieser Spaltung unter den Arabern, auf der Aktivität des Militärs und auf der einheitlichen Haltung der Juden beruhte die Hoffnung, nach und nach dem Terror ein Ende zu setzen. Mit dem Moment jedoch, wo die Einheitlichkeit der Juden durchbrochen wurde, wurde auch die Spaltung im arabischen Lager wieder überwunden. Die Terroristen hatten ein erstklassiges Propagandamittel in die Hand bekommen, das sie voll ausnutzten: ,,Wenn ihr euch nicht aktiv zur Wehr setzt, wenn ihr uns nicht helft“, so konnten sie sagen, ״wenn ihr nicht angreift, so weidet ihr von den Juden ermordet werden. Der Anfang dazu ist bereits gemacht.“ Man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, daß derartige Mahnungen nicht auf taube Ohren liel e n. Bisher hatte der arabische Mann von der Straße, der einfache Araber immer wieder gesehen, daß die Juden sich ״Die Tragödie Palästinas1‘ ln der Londoner Wochenschrift ״Great Britarn and the East“ vom 14. Juli veröffentlicht der Herausgeber Kenneth Williams unter dem Titel ״Wann wird das Heilige Land geheilt werden? — Die Tragödie des undurebführbaren Mandats“ einen größeren Aufsatz, in dem er sich mit der augenblicklichen Lage auscinanöersefzt. Man erwarte mit Spannung, so schreibt er u. a., den Bericht der Teilungs׳■ kommission, der vielleicht schon in zwei Monaten der Regierung vorliegen soll. Was wird er empfehlen? ״Kein Außenstehender“, so schreibt Williams, ״kann es Vorhersagen. Es ist wahrscheinlich, wenn es auch nicht definitiv angekündigt werden kann, daß in! Falle einer mit den Riehtlinien für die Kommission übereinstimmenden Lösung die Regierung diese akzeptieren und daran gehen wird, sie z.u verwirklichen. Aber wenn sie entweder soz.usa,gen mit leeren Händen zurückkommt oder ihre Empfehlungen aus irgendeinem Grunde nicht annehmbar sind für die Regierung — was dann? Auf solche Fragen gibt es keine sichere Antwort. Jahrelang haben wir getastet und gehofft in Palästina. Es w״ar vergebens, fm vergangenen Jahr gestanden wir der Welt freimütig ein, daß die eingeschlagene Politik undurchführbar sei. Und wir tasten und hoffen noch. Daß es irgendeine Rückkehr zum Mandat gibt, wie es bisher durchgeführt wurde, ist ausgeschlossen. Es muß also entweder die Teilung oder irgendeine andere Form des Mandats kommen.“ Williams schließt seinen Aufsatz mit der Bemerkung, daß es gewiß noch wichtigere Probleme in der Welt gebe; ״aber wir (d. h. die Engländer) sollten niemals die Tragödie des Heiligen Landes außer acht lassen noch unsere mitfühlenden Gedanken von denen fernhalten, die die gigantische Aufgabe übernommen haben, das Chaos abzuwenden und die Hoffnungslosigkeit bei denen zu verhüten, deren Herzen krank sind.“ ausgezeichnet zu verteidigen wußten, aber es abiehnten, gleiches mit gleichem zu vergelten. Jetzt plötzlich wurde es anders. Die Folgen ließen nicht auf sich warten. Was in Haifa in den letzten Tagen vorgeht, ist ein bitteres Beispiel für die geänderte Lage. Die Angriffe, die ihre Opfer an Toten und Verwundeten forderten, sehen anders aus als der uns bisher bekannte Terror aus dem Hinterhalt. Jetzt sammeln sich plötzlich ganze Rotten an den Durchfahrten und greifen mit allem an, was zur Hand ist, von Revolvern und Bomben bis zu Messern und Steinen, Man sicht, daß nicht nur Einzelne diesen Terror tragen, sondern daß diese auch Teile der Bevölkerung mit sich reißen, die ohnedies erregt und durch dauernde Propaganda vorbereitet, durch die Ereignisse zu blinder Wut gestachelt werden. Der ״llaarcz“ hat es richtig formuliert; die Durchbrechung der Disziplin, der ״Hawlaga“, von seiten der Juden hat es fertiggebracht, die Zurückhaltung der gemäßigten Elemente unter den Arabern zu durchbrechen. Sie haben sich den Terroristen genähert. Noch ein zweites bezeichnet die Aenderung der Situation: niemals haben sich die Terroristen auf direkte Angriffe auf Siedlungen eingelassen. Sie haben im Hinterhalt gelegen, einzelne Leute abgeschossen, hier und da einen Schleichangriff auf einen Hof versucht. Jetzt zum ersten Male griffen sie in geschlossener Masse eine isolierte und kleine Siedlung, Giwatli Ada, an. Stunden hindurch mußte diese Siedlung mit Hilfe aus der Umgebung um ihre Existenz kämpfen. Der Angriff wurde abgeschlagen, der Angriffsplan, der anscheinend sorgfältig ausgearbeitet war, vielleicht unter Mithilfe der 1m Orte arbeitenden arabischen Tagelöhner, kam nicht zur Ausfiihrung. Aber der Kampf um Giwath Ada ist ein Warnungszeichen. Er stimmt zusammen mit den Meldüngen, die in letzter Zeit durclidrangen, daß die Häupter der Terroristen einen Kriegsrat abgehaiten und einen allgemeinen Angriff beschlossen hätten. Man muß natürlich gerade in Palästina und gerade in so aufgeregten Zeiten wie heute besonders vorsichtig mit der Aufnahme solcher Nachrichten sein, denn liberal! wimmelt es von Gerüchten und Falschmeldungen. Aber die Absicht eines allgemeinen verstärkten Angriffs ist nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen, und sowohl die Juden als auch die Regierung müssen die Augen offen halten und auf Verteidigung gerüstet sein. Die. Regierung braucht für diese Verteidigung neu« Truppen. Sie kann sie nach den normalen Plänen nicht rasch genug bekommen und greift daher auf in Aegypten stationierte Bataillone zurück. Der erste Transport ist bereits eingetroffen, und inan erwartet mehr. Mit Recht verlang«! jedoch die Juden, die nicht mehr warten können und wollen, daß man ihre Verteidigungskräfte sofort in vollem Maße ausnutze, daß sie mehr Waffen bekommen und instandgesetzt werden, ihre Positionen überall, besonders aber an den exponierten Stellen, zu verstärken. Es untersteht keinem Zweifel, daß die Juden, trotz der Anstrengungen der letzten zwei Jahre, auf eine Verteidigung gegenüber größeren Angriffen wohl eingerichtet sind. So wie der Angriff von Giwath Ada abgeschlagen wurde, obwohl die Angreifer bereits in etliche der Häuser eingedrungen waren, so werden auch weitere Ueberfälle, wenn sie kommen sollten, an der Verteidigung der Siedler a b p r allen. Wenn die Terroristen die Hoffnung hegen, daß sie durch Massenangriffe das erzwingen können, was sie im Laufe von bald zweieinhalb Jahren nicht durch den Terror erzwingen konnten, so kalkulieren sie falsch. Die Voraussetzung jeder organisierten, kalten Blutes vorbereiteten und in voller Stärke durchgeführten Verteidigung ist jedoch durchgängige Disziplin unter den Juden. Mit den wilden und von keiner verantwortlichen Seite gestützten Racheakten muß ebenso endgültig Schluß gemacht werden wie mit der reichlich verwirrten, von verschiedensten politischen Ressentiments gespeisten Sympathie, die manche außenstehenden Kreise für die irregeleiteten Wirrköpfe haben, die uns die Schrecken der letzten Wochen mit eingebracht haben. Die palästinensische Judcnhcit wird den Verteidigungskampf der nächsten Zeit nur dann mit vollem Erfolg führen können, wenn sie nicht gezwungen ist, zu gleicher Zeit auf zwei Fronten, der inneren und der äußeren, zu kämpfen, sondern ihre volle Kraft zur Abwehr der Angriffe sammeln und der einheitlichen Unterstützung des jüdischen Publikums sicher sein kann.

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