Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 57 (19.7.1938)
- Date
- 1938-07-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 57,19. VII. 1938 JÜDISCHE RUNDSCHA0 Seife 3 Theodor Herzl / Von Shmarya Levin Shniai va Lrvin wurde durch die Erscheinung Theodor Herzls, dem bekanntlich von den Juden des Ostens, als er sie in Wilna 1903 besuchte, ein begeisterter Empfang bereitet wurde, aufs tiefste beeindruckt. Er widmete Herzl in seinen Lebenserinnerungen ein Kapitel, dem wir nachstehende Abschnitte entnehmen. Diese Teile werden hier erstmalig in deutscher Sprache wiedergegehen. Die Uebersetzung aus dem Englischen wurde als freiwillige Arbeit in der obersten Fortbildungsklasse der Theodor Herzl-Sehulc in Berlin von der ehemaligen Schülerin Rose Allerthum ausgeführt. Wir veröffentlichen sie anläßlich Herzls Todestag. (Red.) Ich weiß nicht, welchen Eindruck Herzl in seiner nach■ sten Umgebung verursachte, als er sich selber in der Oeffentlichkeit bekannt machte. Ich kann es nur aus Berichten rekonstruieren, und Berichte sind selten objektiv. Uns, den russischen Juden, waren nur die letzten Ausstrahlungen des Kometen sichtbar, und die große Stimme erreichte uns nur aus der Entfernung, und trotzdem gibt cs nicht den leisesten Zweifel, daß wir diejenigen waren, die am stärksten ergriffen wurden. Ich spreche jetzt nicht von den Kreisen der Chibat-Zion, die auf Grund jahrelanger Propaganda besonders empfänglich für einen solchen Aufruf waren. Ich spreche vielmehr von den jüdischen Massen, die nicht analysierten und berechneten, sondern wie alle Massen nur aus der plötzlichen Aufregung heraus denken und die auf alle Ereignisse instinktiv und direkt reagieren. Ueber Nacht war der Name Theodor Herzl cm allgemein gebräuchliches Wort geworden. Noch hatte keiner den Mann gesehen, aber es wurden Geschichten von ihm erzählt, die sehr bald den Charakter von Legenden annahmen. Plötzlich wurde die jüdische Welt gewahr, daß von der anderen Seite des Sambatjon — aus den Ländern der äußersten Assimilation heraus —ein Wanderer zur Herde zurückgekehrt war, eine majestätische Erscheinung, die tatsächlich einem der Könige des alten Ostens glich, ein Mann mit den Augen eines Träumers, der durch das Dunkel der Zeiten hindurch in unsere Zukunft und in die Zukunft der kommenden Generationen blickte. Auf allen Wegen war er in die weitliehen Wissenschaften eingedrungen; begabt mit der wunderbaren Kraft, über andere zu herrschen, konnte dieser Mann die Aufmerksamkeit derer erregen, die die Welt regieren, und sic zwingen, ihm zuzuhören. Aus welchen Gründen er auf den Pfad zurückgekehrt war, der ihn einst aus seinem Volke herausgeführt hatte, konnte keiner sagen, aber er hatte seine Rückkehr dadurch angezeigt, daß er eine Fahne erhoben hatte, die bis an die vier Enden der Welt sichtbar wurde. Es wurde gleichfalls erzählt, daß er sich vor seiner Rückkehr auf die Rolle eines Befreiers vorbereitet hätte. Er hatte sich von der lärmenden Welt zurückgezogen, hatte sich in ein Zimmer cingeschlossen und ein Buch geschrieben, in dem er sein Geheimnis der Welt verkündete. Er hatte den Weg gefunden, der zum Judenstaat führte! Während er das Buch geschrieben hatte, hatte er deutlich das Flattern von Adlerflügeln gehört, die über seinem Kopfe hin und her flogen. Dies waren die Geschichten, die plötzlich in der Menge zirkulierten. Aber Sagen werden nicht an einem Tage geschaffen. Sie brauchen lange, um ausgebrütet zu werden, und sehr selten können wir eine dabei abfassen, wenn sie aus ihrer Hülle hervorkommt, noch ganz frisch und zitternd vor der Neuheit ihres Lebens. Sic bleibt solange in ihrer Schale, bis das Ereignis oder der Mensch sie in die Welt hinausrufen. Ausgenommen allerdings, daß sie von etwas oder von jemand fortgerufen wird, dem sie sich selber anheften kann, dann wird sich die Sage von selber offenbaren... In den innersten Winkeln der jüdischen Seele hatte schon immer eine Flamme gebrannt. Das ist das Licht eines Volkes, das nicht auf der Bühne der Geschiehte auftreten durfte — wie viele andere Völker es an seiner Statt getan haben —,das aber für ein Minimum von_ menschliehen Existenzbedingungen einen unaufhörlichen Kampf zu führen gehabt hat. Außerhalb des Lebens- und Todeskampfes war die Vision einer kommenden Welt geboren worden. Wenn ein Volk weder sterben noch zu einem richtigen Leben gelangen kann, schafft es für sicli selbst einen Messias. Das ist der Ausdruck seines Ideals von einem richtigen und erfüllten Leben. In keinem Moment der Geschichte hat das jüdische Volk die Hoffnung aufgegeben. In der doppelten Dunkelheit seines inneren Seins, denn auch sein äußerstes Leben war dunkel, webte es die Sage seines Befreiers, und von Zeit zu Zeit kam es in seiner Geschichte sogar vor, in langen Abständen allerdings, daß Menschen auftraten und diese Sage für sich in Anspruch nahmen. Sie wollten durch ihre Taten beweisen, daß die Zeit nur auf sie gewartet hätte. Auch auf Herzl, den modernen, den vollkommen europäisierten Aestheten, müssen wir diese Sage anwenden, um seine Machtstellung zu verstehen und um zu begreifen, welch ein Vorrecht es für diesen Mann war, zu einer solchen Stellung innerhalb der Geschichte seiner Zeit und seines Volkes zu gelangen, obwohl augenscheinlich andere ebenso dazu hätten gelangen können, Zeitgenossen, die anscheinend nicht weniger begabt waren, die noch dazu tiefer im jüdischen Lehen verwurzelt waren als er und die auch nicht weniger dem Ideal ergeben waren, das er proklamierte. Die Wahrheit ist, daß Herzl durchaus nichts Neues sagte, ja nicht einmal etwas reformierte. Sein Jadenstaat ist nur ein Echo zu Moses Heß’; ״Rom und Jerusalem“ und Leo Pinskers: ,,Autoemanzipation“. Die Artikel, die er schrieb, um seinen Opponenten zu erwidern, waren in keiner Weise so glänzend wie die von Achad-Haam über dieselben Themen. Es bleibt uns nichts weiter übrig, als uns zu wundern, welche zauberische Kraft er besaß, um auf einmal die Tausende alter Zionsfreunde und die Zehntausende der jüdischen Massen an sich zu ziehen. Ich nehme mich selbst und meine Beziehungen zu Herzl als Beispiel, bevor ich diesen Mann kennenlernte, und ich stehe einem Rätsel gegenüber. Was ist es, das mich zu ihm hinzieht und mich an ihm festhalten läßt? Wie kommt es, daß er in meinen Augen der Held wurde und blieb, während Ach ad H a a ni mir der Lehrer war? Ich war ein Zeitgenosse beider. Ich folgte ihrem Werk von! ersten Tage ihres öffentlichen Erscheinens an bis zu ihrem Tode. Ich kannte Herzl erst wenige Jahre, und nur auf den Zionistenkongressen stand ich in persönlicher Verbindung mit ihm. Mit Achad Haam war ich seit Jahren vertraut, und ich sah in ihm beides: den Meister und den Freund. In dem geistigen Felde Achad Haams sah ich die Personifizicrung des tiefsten sowohl wie des reichsten Teiles der jüdisehen Welt. Herzl war ... die Personifizierung des gcbildeten Europa. In einem Wort: Sie waren für mich der Osten und der Westen. Ich aber gehöre von Natur, Neigung und Erziehung aus mehr zum Osten als zum Westen. Ich war tief beeinflußt von dem Glauben und der Botschaft meines Lehrers, daß die Kraft unserer nationalen Bewegung nicht von den politischen Lockungen eines Judenstaates abgeleitet werden kann, sondern nur von dem Willen eines östlichen Volkes, sein eigenes Leben in geistiger Unab* hängigkeit zu führen. Ebenso war ich fest überzeugt davon, daß der Staat nur ein Mittel und kein Endzweck, ein Rahmen, aber kein Bild sei. Nachdem ich mir dies alles klar gemacht hatte, kehrte ich zu der einzig feststehenden Tatsache zurück, daß ich Herzl vom Augenblicke seines Erscheinens an für einen Mann angesehen hatte, dessen Kraft über die der anderen hinausragte. Achad Haam war kein Geheimnis für mich. Ich hatte ein klares Bild von ihm und glaubte, ihn bequem in die Reihen der anderen großen Gestalten der vergangenen Geschichte einordnen zu können. Hauptsächlich dachte iA an Hillel, Saadia Gaon und Maimorikles. Doch wenn ich in ihren Reihen einen passenden Platz für Herzl gesucht hätte, hätte ich weiter zuriiekgehen müssen, in die dunkle Vorgeschichte, in die Zeit der Richter. Denn ich Theodor Herzl Radierung von Hermann Struck könnte ihn weder unter den Denkern des Mittelalters, noch unter den Tannaim, noch unter den Propheten unterbringen. Ich müßte die großen Befreier der Vergangenheit aufsuchen, einen Gideon und einen Simson, denn wie jene beiden wirkte er durch sein plötzliches und geheimnisvolles Auftauchen. . . Die nafioiialgesinnfe jüdische Jugend war es, die Herzl mit der größten Freude atifnahm; sie sali plötzlich in ihm ihren besonderen Helden. Trotz allem ist die jüdisch-nationale Bewegung, wie sie sich zuletzt zeigte, nur ein Glied in der langen Kette jüdischer Gcschichtslioffniingen. Die Jugend, das letzte Glied, war unfähig, sich vom Geiste der Zeit zu trennen, und ein Teil von ihr büßte dafür. In zionistisehen Kreisen drückte die Bürde der traditionellen Pflichten noch schwer. Es gab linier der Jugend einen Teil, der noch mehr vom Aufruf Herzls bewegt wurde als der andere, der Teil, der selber von dem Wege zur Assimilation zuruckgckehrt war. Diesen Teil konnte niemals Acliad-Ilaam annelimcn, auch nicht, wenn er alle guten Eigenschaften gehabt hatte. Das beste, was Achad-Haam hätte tun können, wäre gewesen, daß er sie in seinen Glieder gerufen hätte, um erst einmal etwas zu lernen, und das war nicht nach ihrem Geschmack.... Herzl kam zu den Juden als Reuiger. Mit seinen eigenen Händen zerschmetterte er die Götzen, denen er in seiner Jugend und auch noch als Mann gedient hatte und kehrte zu seinem Volke zurück. Die Adlerfliigcl, die er, wie er sagte, über sich flattern hörte, während er seinen ״Judenstaat“ schrieb, waren in Wirklichkeit die Schwingen des über seinem Volke wachenden Schutzgeistes. Etwas Aehnliches müssen alle die erfahren haben, die versuchten, mit der Vergangenheit zu brechen. Je schwerer diese Krisis ist, uni so stärker ist das Gefühl für den Schutz von oben. In Herzls Falle vertiefte sich diese Ueberzcugung beinahe bis zur Halluzination von Flügeln. Was war cs, das Herzl plötzlich veranlaßte, einen so schmerzhaften Abschied von seiner Vergangenheit zu nehmen und sich selbst ais Befreier seines Volkes auszurufen? Was stimmte ihn um oder zwang ihn dazu, sein sorgenfreies Leben als Wiener Journalist mit der dunklen und schwierigen Laufbahn eines Apostels zu vertauschen? War er vielleicht als Mann oder als Künstler beleidigt worden, weil er von Gehurt ein Jude war? War er durch eine seelische Krisis gegangen, weil er in seinem Freundeskreise merkwürdigen Maßnahmen begegnet war? Es geschieht oft, daß ein persönliches Erlebnis einen Sprung im Menschen verursacht, Dienstag,!9. Juli / 20. Tammus 20.15 Ulir Jüd. Brüdervereinshaus, Kurfürstenstr. 115/116 Trauer des Volkes Wir gedenken Theodor Herzls Es sprechen: Rabbiner Dr. Max Grüne wald Dr. Alfred Klee ZIONISTISCHE VEREINIGUNG FÜR DEUTSCHLAND JEWISH AGENCY FOR PALESTINE ihm die Augen öffnet und ihm zeigt, daß er in einer Welt von Unwahrheit und Falschheit gelebt hat. So ist cs einem großen Teil der späteren jüdischen Schriftsteller gegangen, die versucht haben, gegen den Strom zu schwimmen, die an einen Felsen geschlagen sind und ernüchtert wurden von der Gehalt- und Nutzlosigkeit ihrer Anstrengungen. Herzl bekam keinen solchen Schlag.... In Paris spielte sich zu dieser Zeit eines der furchtbarsten menschlichen Dramen ab, die Dreyftis-Affäre... . Dreyfus, der Hauptmann, spielte dabei eine viel geringere Rolle als Dreyfus, der Jude. Die Anklage war nicht gegen ein lndividuum gerichtet, sondern gegen ein Volk... Aber während Frankreich sehr erschüttert war, war das jüdische Volk betäubt. Dreyfus selbst hatte wenig Bedeuhing, durch ihn jedoch wurde deutlich die Verantwortlichkeit der ganzen jüdischen Welt für jeden einzelnen demonstriert. Wenn ein Engländer oder ein I ran/ose in einem Kampf mit dem Gesetz gerät, so ist das Sache dieses einen Mannes. Wenn ein Jude mit dem Gesetz kämpft, geht das jeden Juden etwas an.... In bestimmten Orten Rußlands rief die ״Affäre“ Stimmungen hervor, die während des zweiten Drcyfus-Vcrliörs beinahe in Pogrome ausgeartet wären. Die Dinge gingen so weit, daß die Juden in Berdiisehew. aus Angst vor einem Pogrom, eine öffentliche Resolution bekannt machten, die Dreyfus verurteilte. Das furchtbare Drama wurde zu einer Tragikomödie. Auf die assimilierten Juden fiel die Dreyfus-Affäre wie ein Blitz aus heiterem Himmel, Für sie alle war Frankreich das klassische Land der Emanzipation gewesen. ... Aber für einen ernsten jüdischen Denker, der sich nicht fürchtete, der Wahrheit gerade ins Gesicht zu sehen, war der Vorfall gerade um Dreyfus von tiefer und entscheidender Bedeutung. Solch einem Manne wurde folgendes Bild klar: Mehr als 101) Jahre vor der Dreyfus-Affare hafte sich ein bestimmter politischer Kampf in Frankreich auszubreiten begonnen. Auf der einen Seite hatte ein ganzes Volk gestanden ־- zirka 30 Millionen Menschen die gerade damals durch die größte modern(■ Revolution einen Sieg im Namen der menschlichen Freiheit und Gleichheit errungen hatten. Auf der anderen Seite stand eine w inzige (iruppe von 4(MK) Juden, die baten in die Reihen der Befreiten miteinsie mit angewendet werden durfte. Nach einem harten Kampf gewarnt die kleine Gruppe die Freiheit 11 ml /,;roßte Freude herrschte in ihrem Lager, Die ganze jüdische Welt freute sieh, und das Wort flog von Land zu Land: Der Jude ist als Mensch anerkannt worden! Hundert Jahre oder mehr tanzten sie nach diesem Lied, einen hau/ voller Selbstvergessen und Verkennen der Lage, Am finde dieses Zeitabschnittes war das französische Volk von 2ל Millionen auf 30 Millionen nngcwachsen, und die Juden in Frankreich von 4000 genau auf 51)00(1, nach derselben Verteilung wie 100 Jahre vorher. Aber nicht die Vergleiciiszalilen bleiben dieselben, sondern auch die Beziehungen. Die winzige Gruppe von Juden muß immer noch ihr .Menschenrecht verteidigen. Es muß durch alle möglichen Zeiten bewiesen werden, daß diese Gruppe sich wirklich assimiliert hat, wahrend die andere immer noch einen Fremdkörper innerhalb des französischen Volkes bildet. Aber die Juden verstehen nicht die Tragik ihrer Beteuerungen, denn ’ je lauter sie versichern, daß sie völlig assimiliert sind, desto deutlicher merken die anderen, daß sie es nicht sind. Hat schon einmal jemand einen Körper versichern hören, dal! er tot sei? Fs ist also ein kleines Wunder, daß eines der Resultate der Dreyfus-Affäre war, daß viele Juden, die ihr Volk verlassen hatten, zu ihm ztirückkelirteii. Und wenn das alte Sprichwort, daß kein Unglück nicht auch zimt Ersatz etwas Gutes hat, eine Wahrheit in sich birgt, dann war sogar die Dreyfus-Affäre nicht ganz ohne Vorteile. Denn sie brachte Herzl zum jüdischen Volk zurück. Das Schlimme dabei ist, daß die Geschichte so eine heroische Hilfe gebrauchen mußte, 11m mit den Juden abzurechnen. Herzl seihst erzählt uns, daß cs Dreyfus war, der ihm zum Zionismus bekehrte. Aber das sagte er nur so. Wir sind zu sehr geneigt, mir über die letzte Folge der Ursachen nachzudenken; Dreyfus war mir der letzte Anstoß. Es muß bemerkt werden, daß llerzl natürlich und unabhängig durch seine eigenen Ansichten auf die Judeufrage kam. Erst nachdem er seinen ״Judenstaat“ geschrieben hatte, erfuhr er von der Existenz jener zwei Bücher, von Heß’ ״Rom und Jerusalem” und Pinskers ״Autoeiiiaii/ipation“. Mehr als einmal druckte er seine Befriedigung darüber aus, daß ihn kein jüdischer Denker in den Schlüssen beeinflußt hätte, die er erreichte. Seine ganze Natur war so eiiigerichtel, daß er nicht die Eortset/uug eines Werkes aut sich nehmen konnte, das andere begonnen hatten. Er konnte nicht die Rolle eines Nachfolgers spielen, er mußte für sich selber schaff e!1. Er mußte der B e g i!1 n einer Bewegung sein, nicht ihre ier Art fortlaufende Erscheinungen sind, muß jeder Gründer, der etwas Nemo hiingen will, sich in Opposition zu seinen Vorgängern .stellen, die die _ Hevegmig ermöglichte״. Denn der Rolle beharren, die sic früher gespult haben, vermindern sie seinen Beifall. Andererseits tut der Gründer sein Bestes, um die Bedeutung seiner Vorgänger /11 vermindern, llerzl konnte als Gründer einer Bewegung nicht anders handeln. Erst später erkannte er die Identität seiner eigenen Bewegung mit den historischen Kräften des jüdischen Volkes an und bekannte öffentlich seine Schuld hei der Vergangenheit. Notizen aus Wien Von unserem Berichterstatter J. R., W i e n, im Juli Als Vertreter der Juden in Oesterreich war in der vorigen Woche der l.citer der Kuliusgemcinde, Amtsdirektor Dr. Josef Lövvenhcrz, in Evian anwesend. In seiner Begleitung befanden sich aus Wien der berühmte Ohrcnspczia* list Professor Dr, Heinrich Neu mann und Kommerzialrat Berthold St o r f e r. Mit Hilfe der Auswaitdenrngsabteihmg der Kultusgetneindc sind in der Zeit vom 5. bis 10. Juli 355 Personen ausgewandert. Insgesamt sind bis jetzt im Wege der Auswan* derungsabtciluiig der Gemeinde 27(19 Personen ausgewandert. Aus Anlaß des Ablebens des Mitglieds der Jcwish Agency Dr. Fisdiel R o 11 e n s f r e i e 11. wurde i!1 samtliehen zionistischen Büros die Arbeit für zwei Stunden zum Zeichen der Trauer unterbrochen. SjtbzU Irn Fußball: Bar Kochba-Haknah Berlin, 1‘m Handball: Bar Kochba Frankfurt — Makkabimeister 1938. Die Endspiele um die Meisterschaften brachten ein überraschendes Ergebnis: Die Fußballelf des Rar Kochba-Haknah Berlin konnte die Meisterschaft, nachdem das Spiel bis zur Halbzeit 0:0 sfand, mit einem Ergebnis von 2:0 ztirtickerobem. Bis zurrt Ende der regulären Spielzeit gab cs im Handballspiet keine Entscheidung. Bei einem Ergebnis von 7:7 mußte die Spielzeit zweimal verlängert werden und erst in der zweiten Verlängerung gelang es dem Bar Kochba Frankfurt, das entscheidende Tor zu erzielen.