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Jüdische Rundschau · 1938-07-15 · Heft 56 (15.7.1938) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 56 (15.7.1938)
Date
1938-07-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 56 15. VII. 1938 J0DI5CHB RUNDSCHAU Seife 11 Löhne und Lebenshaltungskosten Das L o h n p r 0 b 1 c in, und damit im Zusammenhang das Problem der Preis und Lebenshaltungskosten, stellt eine der Grundfragen des palästinensischen Wirt- Schaftsaufbaues dar. Das Dilemma besteht darin, daß aus sozialen und wirtschaftlichen Gründen ein zu tiefer Lohn- und Lebensstandard, durch den die Massenkaufkraft auf den primitivsten Existenzbedarf herabgedriiekt wird, unerwünscht erscheint. Andererseits konkurriert die jüdische Industrie und Landwirtschaft mit der arabischen Wirtschaft im eigenen Lande wie der Nachbarländer, deren Lohn- und Lebens- Standard ein außerordentlich tiefer ist (wenn er auch 1111־ verkennbar eine Steigerungstendenz aufweist). Es kommt hinzu, daß der palästinensische .Markt durch den geltenden Linheitszolltarif, der alle Länder meistbegünstigt, nur sehr unvollkommen gegen die Importkonkurrenz geschützt ist und daher die billigsten Produkte des Weltmarktes anzielit. Diese Situation ist allgemein bekannt und es erübrigt sich, näher darauf einzugehen. Was bis vor kurzem aber ziemlieh unbekannt war, ist das quantitative V7 e r h ä 11 n i s, in dem der Lohn- und Lebensstandard des jüdischen Ar- Deiters in Palästina zum arabischen Lohnxmd Lebensstandard wie demjenigen europäischer Länder steht. Es wurden wohl gelegentlich rohe Lohnvergleiehe gezogen. Geber eine systcmatische Inbezichnngsctztmg jüdischer, arabischer und ausländischer Lohnsätze und Lebenshaltungskosten und deren Kombination zu vergleichenden Rcallöhnen, die für die Arbeiter ja das Wesentliche sind, verfügten wir jedoch nicht. Das Office of Statistics unternahm im vorigen Jahre zum erstenmal einen Versuch, einen R e a 1 I 0 h n i n d e x und -vergleich in Anlehnung an die Methoden des Internationalen Arbeitsamtes zu konstruieren. Ls hat diesen Vorsuch jetzt auf einer verbreiterten Bereclinungsgrundlage nach dem Stand von Oktober 19 3 7 erneut durchgcfiihrt. Die Methode besteht darin, für neun verschiedene Arbeiterkategorien (.Maurer, Zimmerleute, Maler, ungelernte Bauarbeite!־, Möbeltischler, Monteure, Handsetzer, Buchbinder, Bäcker) Stundenlölme fcstzustellen und diese mit der Zahl der wöchentlichen Arbeitsstunden zu Woclicnlöhncn zu multiplizieren. Dem gegenüber werden die F.riiährüngskostcn von 15 international als repräsentativ angesehenen Nahrungsmittcln mit der wöchentlichen Verbrauelismenge eines erwachsend! niänuliehcn Arbeiters mullipli/iert. Sic stellen die Ernährungskostcn dar. Aus der Division der Wochenlohne durch die wöchentlichen Emühnmgskosten ergibt sich dann der Realiohiiindex. Das Office of Statistics warnt ausdrücklich davor, in dieser Berechnung mehr als nur eine versuchsweise Erfassung und Annäherungswerte zu sollen. Da es sich an dieser Stelle verbietet, das umfangreiche Tabellenmaterial für neun verschiedene Arbeiterkategorien in sieben verschiedenen Ländern wiederzugehen, dem cs auch an Ucbersichtlichlceit fehlen würde, hat der Verfasser eine Zusammenfassung und D 11 r c 11 s c 11 n i 11 s b e r e e n - nung zu einem einheitlichen Realiohiiindex für jedes Land vorgenommen. Für die jüdischen Arbeiter in Palästina hat das Office of Statistics drei verschiedene Lohngruppen gcbildet, die hier ebenfalls der Uehersichtlichkeit halber zu einem Durchschnitt zusammenge/ogen sind. In dieser Konzentration und Zusammenfassung ergehen die Untersuchungen des Office of Statistics nunmehr folgendes Rild der Stundenlöhne, Ernähningskosten und des Reallohnindex von fünf verschiedenen europäischen Städten im .Vergleich zur jüdischen und arabischen Arbeit in Palästina׳. (Wnchentl. Ernährung־»!•'* London 71),9 100,0 (46) 396 100 100,0 65,1 Marseille 69.2 (40) 2־37 102 Stockholm 71,7 91J (48) 396 100 95,4 Riga 26,2 32,7 (46) 188 51 03,6 Warschau 43,3 52,3 (40• 2) 235 64 85,3 Palästina j ü d. A r b e i t 50,4 62,9 (48) 353 96 68,2 arab. Arbeit 31,1 39,0 (52) 299 73 60,6 Aus dieser Tabelle ergibt sich z 11 nächst, daß London, Stockholm und Marse :Ille beträchtlich höhere Stundenlölme als die jüdischen Arbeiter in Palästina liahcn, während Warschau und Riga niedriger liegen. Die Rigaer Stundenlöhne liegen sogar unter denen für arabische Arbeit in Palästina. Andererseits sind die Ernähningskosten (für die 15 international als repräsentativ angesehenen Nahrung!»- mittel) auf dem jüdischen Markt Palästinas annähernd ebenso hoch wie in London, Marseille und Stockholm. Die Ernährungskosten auf dem arabischen Markt Palästinas, in Warschau und Riga liegen dagegen sehr stark unter den jüdischcn Ernähningskosten. Durch die unterschiedlichen Ernährungskosten werden die Reallöhne stark nivelliert. Eondort steht mit 10(1 an der Spitze, von Stockholm mit 95,4 fast erreicht, Warschau kommt infolge der niedrigen Ernährungskosten auf einen Reallohnindex־ von 85,3, die Reallohrtindices für die jüdische und arabische Arbeit in Palästina wie auch für Marseille und Riga schwanken in ziemlich engen Grenzen zwischen 60—70. In dieser Gruppe steht 'der jüdische Realiohiiindex mit 6S.2 an der Spitze, der arabische mit 60,6 an der untersten Stelle. Das etwas überraschende Ergebnis dieser Untersuchung bestellt darin, daß die jüdischen Reallöhne niedriger sind (vor allem im Vergleich zu Marseille und den mittel- und osteuropäischen Städten) als vielfach vermutet wurde, und daß sich andererseits ein verhältnismäßig hoher arabischer Rcallolm ergibt, der gar nicht einmal stark hinter dem jiidisehen zuriickblcibt. Das erklärt sich vor allem aus der relativen H ö 11 e der jüdischen E r n ä!1 r 11 n g s - kosten, die somit in aller Deutlichkeit als der eigentliche Kern des jüdischen Lohn- und Lebensstandardproblems in Erscheinung treten. Nun ist zu beachten, daß die vom internationalen Arbeitsamt als repräsentativ angesehenen 15 Nahrungsmittel, die für die Ernähningskosten eines Arbeiters als typisch eingesetzt sind, sich auf die Ernährungsverhältnisse in europäi sehen Ländern beziehen, von denen diejenigen Palästinas als eines halbtropischen Landes in manchem abweichen. Das Office of Statistics hat daher ergänzend eine Berechnung der spezifisch palästinensischen Ernährungskosten für jüdische und arabische Arbeiter vorgenommen, nach der sich Ernährungsausgaben wesentlich reduzieren. Und zwar stellen sich die Ernährungsausgahen eines erwachsenen männlichen Arbeiters (auf der Bcrechntingsgrundlagc einer vom Department of Labour der zionistischen Exekutive durchgeführten Untersuchung der Lebenshaltungskosten einer jüdischen Arbeiterfamilie nach den Preisen vom Oktober 1937) auf 278,9 Mils gegenüber 353 Mils nach der internationalen Berechnung. Die arabischen Lebenshaltungskosten senken sich (nach einer Untersuchung der Ernährungsausgaben eines unteren arabischen Regierungsbeamten durch die Regierung vom Jahre 1922) ebenfalls nach dem Preisstand vom Oktober 1937 auf 206,6 Mils (gegenüber 269 Mils nach der intcrnationalen Berechnung). Bei diesen erniedrigten spezifisch palästinensischen Ernährungskostcn erhöht sich der Reallohnindex nicht unbeträchtlich, und zwar der jüdische von 68,2 auf rd. 86 und der arabische von 60,6 auf rd. 78. Trotz der um etwa 600׳״ höheren Stundenlöhne übersteigt der jüdische Realiohnindex den arabischen also mir uin etwa 10"o. Bis zu einem gewissen Grade ist das auf die höhere Zahl der wöchentlichen Arbeitsstunden hei den Arabern zurückzuführen, im übrigen aber liegt das an den wesentlich höheren jüdischen Lebenshaltungskosten, die die arabischen um mehr als 300'״ übersteigen. Die folgende Tabelle gibt einen detaillierten Einblick in die abweichenden Preisverhaltnis.se auf den jüdischen und arahisehen Märkten und ebenso in die abweichenden j 11 - dischcn und arabischen Ernährungs v erhält- 11 i s s c, aus denen sich die höheren jüdischen Ernährimgsausgaben ergeben: Nahrungsmittel Marktpreis Gesamtkosten*) jüdilchw (arabischer) jüdische (arabische) Mil» Mils Mils Brot Kilo 23,1 (16,8) 88,2 (28,9) Mehl n 15,0 (15,0) 4,5 (24,2) Weizen ״ (10,2) (8,5) Reis 15,5 (15,4) 3,4 (H,1) Rindfleisch 134,5 (87,4) 69,5 (10,7) Hammelfleisch (72,1) (20,3) Fische 101,2 (04,3) 12,1 (15,9) Heringe 41,6 2,5 Milch Liter 22,0 (16,8) 18,3 (8,9) Butter Kilo 178,0 (178,0) 14,3 (20,2) Käse 80,4 (94;n 6,4 (10,7) Eier Stück 13,1 (3,1) 24,5 (5,7) Pflanzenöl Kilo 58,3 9,3 Olivenöl (68,5) (15,2) Kartoffeln 8,4 (6,4) 9,5 (2,8) Zwiebeln (5,4) ל, 1 (1,2) Zucker 13’0 (15,1) 9,2 (<M) Tee 274,6 Kaffee (69,4) (3,0) Ernährungsausgaben insges. 278,9 (206,6) Einerseits ergeben sich die niedrigeren arabischen Ernätirttngsausgaben aus den geringeren Preisen auf den arabischen Märkten, bei denen allerdings zu berücksichtig(;!! ist, daß es sich häufig nicht um qualitativ gleichwertige Produkte handelt. Bei importierten Waren wie .Mehl, Reis, Butter, Eiern, Zucker u.a. fallen die Preisunterschiede übrigens fast vollständig weg. Von den Preisdifferenzen abgesehen, erklären sich die niedrigeren arabischen Ernährungskostcn aber auch sehr stark daraus, daß die arabische Ernährungsweise in stärkerem Maße als die jüdische auf billigere Produktc konzentriert ist. So entfallen von den jüdischen Eriiälmmgskosten 77״,, auf Brot, Fleisch, Milch, Butter und Eier, während diese Produkte nur 40״o der niedrigeren arahisehen Ernältrungskosfen ausntaclicn. insbesondere erklärt sich der Unterschied der jüdischen und arabischen Ernälirungskosten zu einem großen Teil aus dem Fleischkonsum. Beide Bcvölkenmgsgnippen konsumieren annähernd die gleiche Flcischnienge, der arabische Fleischkonsum macht aber nur etwa 55",! der Kosten des jüdischen Fleischkonsums aus, da die jüdische Bevölkerung das teuere koschere Rindfleisch, die arabische dagegen billigeres Rindfleisch und zum größeren Teile das noch billigere Hammelfleisch konsumiert. Ferner konsumiert die jüdische Bevölkerung in viel stärkerem Maße ein so verhältnismäßig teures Nahrungsmittel wie Eier. Der Konsum von [Tüchten und Gemüsen, der in der obigen Zusammcnstelhing nicht inbegriffen ist, verbilligt die arabische Ernähningskosten weiter gegenüber den jüdischen, da diese Produkte von den Arabern in stärkerem Maße konsumiert werden und sich im allgemeinen auf den arabischen .Märkten billiger als auf den jüdischen stellen. Es kommt hinzu, daß die Lebenshaltungskosten des jiidischeu Arbeiters durch den hohen Stand der jüdische n Mieten herabgedriiekt werden. Die Mieten sind in den beiden letzten Jahren, vor allein in Tel Awiw und Jerusalem, erheblich zurückgegangen, machen aber noch immer einen beträchtlichen Teil des Einkommens aus. Das Office of Statistics hat in seiner neuen Berechnung zum erstenmal einen Versuch gemacht, den Anteil der Mieten am jüdischen Ar bei tc re in ko 111 men zu berechnen und den sich ergehenden Prozentsatz mit den entsprechenden Anteilen anderer Länder in Vergleich zu setzen. Dabei ergibt sich nun folgendes Bild: Anteil der Mietausgaben am Arbeitereinkommen Palästina 193 7 Jerusalem 17,5 ״ Tel Awiw 21,1 ״ Haifa 24,1 ״ Durchschnitt hei 2 5 Arbeitstagen 20.7 <י (Durchschnitt bei 20 Arbeitstagen) USA. (Detroit) Südafrika Kopenhagen Schweden Finnland Bulgarien Riga Belgien Tschechoslowakei Polen 1929 1936 1931 1933 1928 1927 38 38־1927 29 928! 1020/30 1928 (,״ 25,9) 0״ 27,8 ״־» 22,2 Im Durchschnitt der drei großen Städte (nach ihrer jüdisehen Bevölkerung berechnet) machen die jüdischen Mictsansgabcn bei 25 Arbeitstagen im Monat knapp 21״׳ des Arbeitcrcinkonunens aus (die Mictbclastung ist in Haifa am drückendsten). 1111 Vergleich zu anderen Ländern liegt der jüdische Mictsanleil unter demjenigen von Detroit und Südafrika und entspricht ungefähr demjenigen von Kopen-!lagen. Die übrigen Vcrgleichsländer haben sämtlich einen wesentlich niedrigeren Anteil der Mictsausgabcn vom Arbeiter¬ *) Marktpreis und Verbrauchsmcngc, von deren Angabe hier abgesehen ist. einkommen, der in Riga, Belgien, der Tschechoslowakei und Polen unter die Hälfte des jüdischen Anteils in Palästina sinkt. Die Erhebungen in den anderen Landern liegen zwar eine Reihe von Jahren zurück, es ist jedoch kaum anzu״ nehmen, daß sich die Verhältnisse seitdem wesentlich verschoben haben. Durch den höheren Anteil der .Mieten am Einkommen reduziert sich der Lebensstandard des jüdischen Arbeiters in PaI;istina vor allem gegenüber den mittel- und osteuropäischen Ländern weiter recht beträchtlich. Wenn alle diese Berechnungen naturgemäß auch den verschiedenartigen in Betracht zu ziehenden Umständen nur unvollkommen Rechnung tragen und mit starken Unsicherheitsfaktorcu belastet sind, so ergibt sich aus ihnen den noch' ein ungefähres Bild der Verhältnisse. Das charakteristische Ergebnis besteht jedenfalls darin, daß die jüdischen Löhne in Palästina in ihrer N o 111 i n a 1 11 o h e zwar hoher als in vielen europäischen!..ändern sind, mit deren Produkten die jüdische Industrie und Landwirtschaft zu konkurrieren hat, daß mit diesen Noininallöhnen aber infolge der hohen Lebenslialtungskostcn kein entsprechend h o h e r R c a 1 - lohn verbunden ist. Die \virtseliaftspolitischcn Konsequenzen, die sich daraus ergehen, bestehen vor allem in der Not- Wendigkeit, auf eine Senkung des Niveaus der Lebcnshaltungskosten hinzmvirken, insbesondere der Mieten, die sich in den Jahren der starken Einwanderung und Wohuungsnachfrage außerordentlich gesteigert haben. Die Mietsenkung hat besonders in Tel Awiw in den beiden letzter! Jahren bereits in erheblichem ,Maße eingesetzt, wenn das Niveau auch noch immer ein auf die Dauer zu hohes ist. Weitere Reduktionen durften im Laufe der Zeit mit der fortschreitenden Amortisation der Hypotheken, die in Palästina verhältnismäßig schnell erfolgt, erreichbar sein. Weiter handelt es sich um die Reduktion des K I e i n 11־ a n - d e i s p r e i s n i v c a 11 s auf d e ״ j 11 d i s c 11 c n M ä r k t e n, die in den letzten .Monaten bis zu einem gewissen Grade bereits vor sich gegangen ist. Weitere, mehr strukturelle Fortschritte werden im Laufe der Zeit durch Rationalisierung!;indischen Agrarprodukten noch nicht durchweg die höchste Vo!!k״u1mcnheit.ss!11fo erreicht hat, /n erzielen sein. Auf dein Fleisch m a r k t deuten die Flcischprcisknnflikte in Tel Awiw eindringlich auf die Beanstandung der Preisbihliiiigsvcrhältnisse von! Konsiinienteiistaiidpiinkt aus h in. kosten auch sehr stark ein Problem der Ernährungsweise, in der s:ch die f.inwanileniiigsbevölkcning den Verhältnissen des Landes nicht an gepaßt hat. Vielleicht ist das überhaupt nur auf längere Sicht hin möglich. Die eingew änderte jüdische Bevölkerung behalt mi allgemeinen die gewohnte europäische Ernähnmgsw eise, die vor allem im Rindfleisch-, Brot-, Rurter-, Eierkonsum besteht, hei während im Orient Hammelmittel sind. In dieser Beziehung ist ein Blick in die wenig beachtete Sclilaclithausstatistik der Regierung instruktiv: in allen jüdischen Stadien werden fast ausschließlich Rinder, in allen arabischen Städten fast aussehlicßlich Schafe und Ziegen geschlachtet und in den gemischten Städten ließe sich die Bevölkenings/usamnifnsrt/mig aus der Verteilung der Sc Illachtun gen auf Rindvieh, Schafe 11ml Ziegen errechnen. Der Rind fleischpreis, der nicht unerheblich zu den hohen jüdischen Ernälmuigskostcn beitragt, liegt selbst auf dem jüdischen BRIEFMARKEN M. Ernst BERLIN W 35 Potsdamer Sfr. 86 Markt um annähernd 50״״ über dem Hammelfleischpreis. Das Problem der relativ hohen jüdischen Ernähningskosten erscheint also, wenn vielleicht auch nicht von heute auf morgen, in der a!!gedeuteten Richtung weitgehend lösbar, wenn die jüdischen Ernälmmgskosten — schon der Qualitätsdifferenzen halber auch nicht auf das arabische Niveau herahzudriickcii sein werden. Durch eine zieibewußte Wirtschaftspolitik könnte dieser Prozeß beschleunigt werden. Mit der Reduktion der I.ehcnslialtiuigskostcn würde sich auch gleichzeitig das Dilemma zwischen dem Lohn- und Lcbcnsstandardprohlcm lösen. Dr. Alfred Michaelis Palästinensische Heimindustrie Die Werkstatt ״Amal" in Fel Awiw sucht dem Arbeitsman g cl durch Gründung von Heimindustrien allzumachen,' So werden 7. B. in der1( ) ־ aiigcnpfluckzcit viele Zehntausend(• von Körben benötigt, die von 'innen, um die!nicht zu schonen, gefuttert sein müssen, bin solcher Korb kostet im Kleinhandel 7 8 Piaster. Heimarbeiter oder -arbeiteam Tage verdienen, Die Arbeit ist auch für schwächliche gesetzt','es '’erfolgte eine Nach*'b’esten’1;u!־ t'au'emi 1md״neue Nachbestellungen sind in Aussicht. Auch Marktkörbe aus Hulc-Schilf werden verfertigt und für 4 5 Piaster pro Stuck verkauft. Ein Araber aus dem Ihile-Gebict unterrichtete die Heimarbeiter im Verfertigen von .Matten, ferner werden Korbmöbel ,',!!gefertigt. Die Anfertigung von Schokoladenschachteln gibt vielen Brot. Die großen indischen Schokoladenfirmen bedienen sich fast ausschließlich palästinensischer Packungen, Audi die Verfertigung von Wollteppichen aus Ziegenwolle wird übernommen, und größere Bestellungen sind bereits ausgefiilirt worden. Audi die Burstenhcrstellung scheint noch aussichtsreich, denn obgleich sieh die Blinden damit befassen, findet auch noch Auslamlswarc Absatz. Die Werkstatt arbeitet fast ohne jede Unterstützung. Es werden dort auch neue Arbeiter angelernt, deren Produktion von der Werkstatt angekatift und vertrieben wird, um zu vorhindem, daß die Schüler auf dem freien Markte mit ,,Amal'“ konkurrieren. Flugplatz fiir Tel Awiw. In einer Sitzung der Stadtverwaltung von Tel Awiw wurde angekündigt, daß der Kontrakt (ür die, Errichtung eines Flugplatzes bei Tel Awiw am nördlichen Ufer des Jarkon vergehen worden ist. Die Arbeit soll demnächst in Angriff genommen werden. Das Beth Waad Lessicha Iwrith, Tel Awiw, Rechow Hagalil 15, geleitet von Elieser Berggrün, bietet besonders aus Deutschland stammenden Olim, gleichgültig oh ihre Vorkcnntnissc gering oder bedeutend sind, eine gute Möglichkeit, sich im Hebräischen zu vervollkommnen. Auf Sprech- Übungen und Zcitungslektüre wird besonderes Gewicht gelegt. (Schluß des Palästina Teils) BRASCH fr ROTHENSTEIN INNABIB HARRY W. HAMACHER BERUH NW 40, Lüneburger Straße 22 / Ruf: 35 66 41 WIEN I, Fleischmarkt 17 / Ruf: R 25590-91 Umzüge für Auswanderer sowieTransporte jeglicher Art nach allen Teilen der Welt Verpackung/ Versicherung Gepäckbeförderung / Lagerung

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