Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 55 (12.7.1938)
- Date
- 1938-07-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 55, 12. VII.938ו JÖDISCHI RUNDSCHAU Seite 7 Noch ein Wort zur arabischen Frage Von J. Radlcr-Fcldmann (Rabbi Benjamin), Jerusalem Vor einiger Zeit haben wir einen Artikel zitiert, den der bekannte hebräische Schriftsteller Rabbi Benjamin (Radler- Feldmann) in einer palästinensischen Zeitschrift veröffentlicht hat. Rabbi Benjamin, der schon seit 35 Jahren auf die Notwendigkeit des Versuches einer Verständigung mit den Arabern und einer daran ausgerichteten zionistischen Politik himveist, hat in diesem Artikel die Haltung der Exekutive im letzten Jahr kritisiert. Hierzu hat sich der Leiter des politischen Departements der 'Zionistischen Exekutive, Mosche Sch er loh, in Nr. 36 der ״Jüdischen Rundschau“ geäußert und hat einige Behauptungen von Rabbi Benjamin bestritten. Dazu sandte uns Rabbi Benjamin seinerseits wieder eine längere Erwiderung. Im ersten Teil gibt ■er eine Darstellung der auch von Schertok erwähnten Tatsache bezüglich der Verteidigungsmöglichheilen im vorigen Jahre und kommt zu dein Ergebnis, daß im Gegensatz zu Schertoks Meinung ein Versäumnis der Exekutive vorlicgt. Wir halten es für unfruchtbar, diesen Teil der Ausführungen von Rabbi Benjamin zu veröffentlichen, weil die größere Oeffentlichkelt die Einzelheitcn nicht kennt und die Zusammenhänge nicht durchschauen kann und sich daher dort, wo Behauptung gegen Behauptung steht, kein eigenes Urteil bilden kann. Dazu kommt noch, daß diese Polemik über eine versäumte Gelegenheit nur noch historischen Wert hat. Wir begnügen uns also damit, den zweiten Teil des Aufsatzes von Rabbi Benjamin (etwas gekürztf abzudrucken, ,der grundsätzliche Einwände und Vorschläge zur Araberpolitik der Exekutive enthält. (Red.) Ich möchte die Bemerkung■ vorausschicken, daß es sich nicht um die Ansicht eines Eigenbrötlers handelt, sondern daß ich die Ansichten eines Kreises wiedergebe, der sich andauernd mit der arabischen Frage befaßt. Seit zwei Jahrea gibt es einen Verein ״Kenia Misrachia“; in Jerusalem, der sich mit der arabischen Frage befaßt, und der Personen von fast allen zionistischen Parteien umfaßt. Zum Vorstand gehören David Jellin, Kalverisky, Dr. Thon Raw Berlin, Duchan u. a. Er hat auch eine Gruppe in Tel Avviw und in Haifa. Bei einem Kinufi, der vor einem Jahre in Mikw׳c Jistael abgehalten wurde, waren Vertreter von sieben Ortschaften, und unter den Anwesenden w׳ar auch Oberrabbiner Usiel aus Tel Awiw, und ich darf wohl behaupten, daß ich in meinem letzten Aufsatz (in ״Mosnajim“) die Anschauungen und Strömungen dieses Kreises wiedergab. ... Schertok stellt uns die Frage, ob wir denn einer Sperrung der Einwanderung oder einer permanenten Miuderheits- Stellung der Juden in Erez Jisrael, was die Araber als Bedirigung zu Verhandlungen stellen, zustimmen würden. Wenn nicht, so sollten auch wir uns nicht wundern, daß die Hereteilung des Friedens zwischen Juden und Arabern hintangesteilt wird. Auf diese Fragen möchte ich erwidern: Wir Unzufriedenen wollen der Sperrung der Einwanderung oder einer permanenten Minderheitsstellung nicht zustimmen. Auch wir Unzufriedenen wollen eine möglichst große Einwanderung und einen möglichst raschen Aufbau Palästinas. Eben deshalb nehmen wir das arabische Problem so ernst und eben deshalb klagen wir über Vernachlässigung, Bagatellisierung oder auch falsche Behandlung des arabischen Problems. Nur möchte ich sagen, daß das arabische Problem etwas me h r ist. als bloß die Beilegung des augenblicklichen Konfliktes. Es gibt da erstens die andauernde und systematische Arbeit in ruhigen Zeiten, und erst in zweiter Reihe die Beilegung eines Konfliktes, wenn er doch unvermeidlich war. Und wir sind der Ansicht, daß unsere Leitung und unsere Oeffentlichkcit zunächst in den ruhigen Jahren die große Bedeutung und Tragweite des arabischen Problems unterschätzt hat, und lange nicht alles getan hat, was zu tun war. Dies drückt sich schon zunächst darin aus, daß wir in der Exekutive nicht ein besonderes Departement mit entsprechenden Mitteln für die arabische Politik haben. Wir haben aus unserer Forderung nach einem selbständigen Ressort für die arabische Frage keinen Hehl gemacht, jedoch bis nun vergebens. Aber wir gehen noch weiter. Wir sind der Ansicht, daß Personen, die sich für diese Fragq aktiv interessieren und sich freiwillig in den Dienst der Sache stellen möchten, zu diesem Ressort herangezogen werden müßten. Alle Achtung vor der Befähigung Ben Gurions und Schertoks. Aber allwissend sind sie auch nicht, und es ist gewiß keine Ketzerei, wenn wir der Meinung sind, daß manch andere auf diesem Gebiete die Fähigkeit und die Leidenschaft haben, Ersprießliches zu leisten. Aber ist es vielleicht unrichtig und unbescheiden, wenn wir den Begriff der arabischen Politik etwas weiter und tiefer auffassen, wenn wir sozusagen nicht bloß eine Leitung, sondern auch eine Führung verlangen? Politische Verhandlungen mit der Gegenpartei in allen Ehren. Aber sie sollten doch vernünftigerweise gewissermaßen ein abschließendes und nicht ein erstes Glied in der Kette bilden. Zuerst müßte doch eine Reihe von Arbeiten auf kulturellem, wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Gebiete geleistet werden, bevor man etwas Ersprießliches von Verhandlungen erwarten könnte. Zu den Aufgaben einer füllrenden und unternehmenden arabischen Politik würde es gehören, auch die jüdische Oeffentlichkeit erzieherisch aufzuklären und sie für die Annahme von tragbaren Zugeständnissen reif zu machen. Wenn ein Frieden zwischen Juden und Arabern zu erzielen ist, so muß dem ja eine Vorbereitungszeit vorangehen. Es genügt lange nicht, ruhig abzuwarten, bis die Führer der Araber an uns herantreten und erklären werden; Wir nehmen alle eure Bedingungen anstandslos an. Das ist keine Polit i k, und darauf können wir lange warten. Eine Verständigung ist ja nur bei gegenseitiger ■Minderung der Ansprüche möglich, und in diesem Punkte mußten beide Bevölkerungen systematisch vorbereitet werden, ist etwas in dieser Beziehung von seiten unserer Leitung geschehen? Gewiß lehnen wir Eiinvatulerungssperre und permanente Mincierlieitsstcllung ab. Aber wie steht es mit der Frage des Legislativc Council? War dies der Sperrung der Ein- Wanderung usw. gScicluustcllcn? Das und ähnliches meinen wir, wenn wir von dem Fehlen eines Planes zur Verständigung sprechen. « Und nun noch ein Wort über die bisherigen nicht in ausreichendem Maße ausgcnutztcn Möglichkeiten zu Verha n dl un gen. Das ist ja nun ein eigenes und langwieriges Kapitel, das hier nicht anfgcrollt werden kann. Kalvarisky hat mehrmals die Anregung gegeben, daß eine eigene Konim i s s i o n eingesetzt w ird, die diese Angelegenheit prüfen und auch ein positives Programm für die Zukunft aufstcllen soll. Diese Anregung ist, wie so manches andere, in der Luft verhallt, ohne daß irgendwie darauf reagiert worden Ich kann mir schlecht denken, daß es zu einem Umbruch in unserer arabischen Politik ohne eine solche Kommission kommen wird. Die Frage ist bloß die, wie lange Wir noch unsere bisherige Misere geduldig fortzusdz.cn bcreit sind. Sollte vielleicht doch noch in zwölfter Stunde eine Aenderung des Kurie» möglich sein? — Der palästinensisch-syrische Handelsvertrag Nach Nachrichten in der syrischen Presse herrscht in den dortigen Wirtschaftskreisen Besorgnis wegen der drohenden K ii n d i g u n g d e s p a 1 ii s t i n e 11 s i s c 11 - s y r i s c h e 11 Handelsvertrages von 1929, der Paliistina zum Hauptkünden Syriens und des Libanons machte. Dieser Vertrag ermöglichte diesen beiden. Staaten 47• ״ ihres Gesamtexports nach Palästina zu verkaufen, während sie nur etwa 7 0,״ ihres Bedarfs in Palästina deckten. Paliistina kaufte von Syrien und dem Libanon im Jahre 1937 fitr E 1 '374 4L! und verkaufte dorthin für £ 625 204. Der Freihandel mit Syrien verwandelt jeden palästinensischen Schutzzoll in einen Schutzzoll zugunsten Syriens. Der Zoll auf Eier erhöhte den syrischem Lierimpor! nach Palästina von 14"״ auf 99 ״״. Als int Jahre 1938 ein Zoll auf ausländisches Geflügel gelegt!wurde, stieg der Gefliigelimport aus Syrien auf 94 0״. Und so war es auch in anderen Fällen. Syrien kann durch hil'igen Boden, billiges Wasser und billige Arbeit die Lau.' irtscliaft Palästinas niederkonkurrieren. In einigen Jahren wäre vielleicht die syrische Konkurrenz für die palästinensische Landwirtschaft überwindbar, aber die junge, gemischte Wirtschaft bedarf zum mindesten in den ersten Jahren ihrer Existenz des Schutzes. Die rücksichtslose syrische Konkurrenz störte die Entwicklung der Produktion und beim hin ihr jede Möglichkeit, technische Verbesserungen ein/11 fuhren. Eine Zeitlang herrschte in Palästina die Vorstellung einer Art Arbeiteteilung zwischen Syrien und Palästina: Palästina versorgt Syrien mit lndustrieprodiiktcu und Syrien zahlt in Agrar- Produkten. Damals gab cs unter den Industrielle!! Befürworter des Freihandels mit Syrien. Die letzten Jahre aber haben gelehrt, daß Syrien auch auf dem Gebiete der Industrie ein gefährlicher Konkurrent sein kann. I lie Vorstellung, daß der kulturell niedrigstehe title Arbeiter an der modernen Masehine versage, hat sich nicht bewahrheitet. Freilich ist seine Produktion nicht erstklassig, aber die Billigkeit wiegt diesen Mangel auf. Die Palästinaregierung 11 nt sich nur langsam bclehren lassen. Die Kündigung des flandeisvcrtrages mit Syrien erweckt die Hoffnung, daß in der Wirtschaftspolitik der Regierung eine neue Epoche beginnt. | Pr, F. Rottenstreich | Dr. F. Rottenstreich, Mitglied der Exekutive der Jewish Agenev, starb in Jerusalem nach kurzer schwerer Krankheit. Sein vorzeitiger Tod wird in allen zionistischen Kreisen tief beklagt, Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency hatten sich am Totenbett ihres Kollegen versammelt. Die Faltne wurde auf dem Gebäude der Jewish Agency auf Halbmast gesetzt. Am 8. Juli fand das Begrabnis von Dr. Rottenstreich statt. Der Leichenzug begann bei dem Gebäude der Jewish Agency. Zahlre che proniinente Juden aus Jerusalem und dem ganzen Land, darunter Vertreter der jüdischen Nationalinstitutionen, hatten sich zur Beisetzung eingefunden. Isaak O r u e n b a u m sprach i m Na• men der Exekutive der Jewish Archiv Agency, während Herr Suprasky für die Allgemeinen Zionisten (Gruppe B), denen der Verstorbene angehörte, eine Ansprache hielt. Ferner sprach Rabbiner Ostrowsky im Namen des Waad Leuini, Zahlreiche Telegramme mit Beileidskundgebungen trafen aus verschiedenen Teilen der Welt ein, darunter eines von Dr. Weizmann und der Exekutive der Jewish Agency in London. Das Zentralbüro der Zionistischen Organisation in L011don wurde für mehrere Stunden als Zeichen der Trauer geschlossen. I. Gruenbaum hielt Sonntag abend eine Gcdächtnisan• spräche zu Ehren des Verstorbenen, die durch den palästinensisclien Rundfunk übertragen wurde. Kolonisten und Pica Vor zwei Jahren um die Pcßachzeit war Baron James Rothschild in Palästina. Sein Besuch soll den Zweck gehabt haben, ihm eine unmittelbare Anschauung der hiesigen Zustände zu vermitteln. Damals hat der Ausbruch der Unruhen die Bereinigung der Verhältnisse zwischen Pica und Be• a m t e n sc n af t ■ wieder hinausgeschoben. Inzwischen hegann die Regierung die Landverinessung und •Verschreibung in Obergaliläa zu beschleunigen, und so mußten auch die Auseinandersetzungen der Pica mit den Kolonisten beschlcu■ nigt werden, damit diese die Böden bei der Regierung als ihr Eigentum verschreiben lassen konnten. Die Hauptfrage ist natürlich, die Festsetzung der der Pica geschuldeten Summe und die Festlegung der Zahlungsbedingungen. Folgende Bedingungen sollen festgeUgt werden: Jeder Bauer soll für Böden und Gebäude 700 Pfund schulden, die er im Laufe von 56 Jahren abzahlen soll. 100 Pfund von dieser Summe wird die Pica dem Fonds der Kolonisten Obergaliläas zurückerstatten, der die Aufgabe hat, verschiedene Kooperativen in den Kolonien zu ermöglichen. Jeder Koloni-t gibt der Pica SO Dunam von seinem Boden zurück, damit diese weitere Kolonisten ansiedcln kann. Auch in den anderen Pica-Siedlungen steht man vor Abschluß neuer Abmachuiigen. Man hofft, daß nach Bereinigung der bisherigen Scinvierigkeiten eine neue Epoche in der Arbeit der Pica beginnen wird. Es ist zu hoffen, daß die Pica nicht nur die bisherigen Siedlungen vergrößern wird, sondern daß sie auch darangehen wird, ihre noch unbcsiedclten Landstrecken der Kolonisation zu erschließen. Die Bauentwicklung Jerusalems Seit der Errichtung des großen Gebäudes der Assicurazionc Generali sehen die übrigen älteren Gebäude der Jaffastraße wie Anachronismen aus. Inzwischen ist noch neben diesem großen Gebäude das neue moderne Postgebäude errichtet worden. Daneben ist das neue Gebäude der A P C (Architekt Erich Mendelsolm) im Bau. In anderen Teilen der Stadt entstehen weitere Riesengebäude: der Krankcnhaus-Koniplex der Hadassa auf dem Skopus, neue Gebäude in der Nähe des Bczalel und auf der King-George-Straßc. Auch ein neues großes Kino wird gebaut, una das Eden-Hotel hat vor kurzem ein schönes Hotelgebäude bezogen. 111 Jerusalem herrscht der natürliche Stein vor, und er gibt uieseii Gebäuden etwas Solides. Allerdings ist der Stil in keiner Weise einheitlich und auch nicht immer erfreulich. In anderen Ländern erstreckt sich die Bauaufsicht auch auf den Stil, hier aber ist das nicht qlcr Fall. Besonders wichtig wäre die Beaufsichtigung des Stils in den repräsentativen Teilen der Stadt. Es sollte zu diesem Zwecke eine Architektenkommission eingesetzt werden. Auch den neuen Stadtvierteln, die im Entstellen sind, würde die Einsetzung einer solchen Kommission zugute kommen. Das Viertel des Mekarcher (der Kooperative der jüdischen Autobuschauffeure Jerusalems) ist schon im Entstehen mit einem großen Garagen bau und Wohnhäusern für die Chauffeure. Die Allgemeinen Zionisten werden in michster Zeit an die Errichtung eines Stadtviertels in der Nähe von Rccliavia gehen. Auch ein Arbeiterviertel von 130 Zwei- und Dreizimmerwohnungen wird bis zum nächsten Mtiharcm (Umzugsterniin in Palästina) in dieser Gegend errichtet werden. Der Holte Gerichtshof in Jerusalem entschied, daß die Sache der Revisionisten gegen den Fel Awiwcr Marine- Trust vor das Gericht in Tel A w i w und nicht in Jaffa gebracht werden soll, wie in erster Instanz entschieden wurde. Die Kläger (Revisionisten) sollen die Kosten des Gerichtsverfahrens tragen. Oberrabbinat vor der Teilungskommission Jerusalem, 7. Juli, (Palcor.) Eine Abordnung des Oberrabblnats, geführt von Oberrabbiner Dr. Herzog, sagte heute vor der Teilungskommission aus. Die Sitzung dauerte zwei Stunden und beschäftigte sich hauptsächlich mit der Notwendigkeit, gewisse jürlisrhe religiöse Prinzipien in die Verfassung des jüdischen Staates ein/nsclilie.ßen, Die Abordnung bestritt in kategorischer Weise die in Umlauf befindlichen Gerüchte, daß die Juden Ab-ichten auf die mohammedanischen heiligen Plätze haben. Ferner wurde die Position von Jerusa• lern im Zusammenhang mit einem jüdischen Staat besprochen, Unser Umgangston Aus Tel A w i \v wird uns geschrieben: Die Juden, die hier in Palästina aus allen Landern zusammenströmen, gehören den verschiedensten Kulturen an und sind hier schweren Veränderungen unterworfen. Was Wunder, wenn sie ihren Weg auf Gebieten, die ihnen nebensächlich scheinen, nicht finden. Sie assimilieren sich aneinander in der Arbeit und sogar in der Sprache, nicht aber im B (nehme tu Sie gehen da den Weg des geringsten Widerstandes, Der neue Einwanderer sicht ungeahnte Dmge vor sich, und da er sich gleich nicht genug Rechenschaft über die Erscheinungen gibt, so kommt es oft dahin, daß er das Gute beiseite hißt und das Schlechte annimmt. So kommt es, daß zum Beispiel der Gruß ganz wegfällt, daß man auf den Straßen, im Cafe und im Tlicnfer in unpassender Kleidüng erscheint und dergleichen mehr. Vielleicht hat man cs in der Zeit der ersten Chaluzim mit der Pünktlichlichkeit nicht immer genau genommen, das aber berechtigt noch nicht jeden, unter den heutigen Umständen Verabredungen einzugehen, die er nicht einhält. Das Uebcl ist allgemein, keine Kategorie der Einwanderer ist davon frei, ja sogar in den Kibbuzim hat es sich eingenistet. Wie ut wäre es, wenn sich Menschen finden würden, die die rbeit für die Oeffentlichkcit nicht verzehrt und die verstehen, daß die Volkskultur in der Form des täglichen Lebens der Massen zum Ausdruck kommt. In diesen Tagen hat sich eine kleine Gruppe zu• sammengefunden, die sich die Verbesserung der Lebensformen zur Aufgabe gesetzt hat. Kurse palästinensischer Wertpapiere. Am 8. Juli hatten die wichtigsten palästinensischen Wertpapiere in Tel Awiw folgende Kurse: A'lgcnieinc Hypothekenbank 5 0,'oige Pfand• briefe 1938 55, 1939 5t), 1011 '56, 1942 57 OG3.! (unverändert); 6 ״uige Pfandbride 1011 54 102' , (unverändert); 6 ״oige kum. Vorzugsaktien 1V3 (bisher: 1I2:5); Stammaktien: 1 KP * (bisher: 116! ,): IVztir 6׳ ige Pfandbriefe 1938 43 09' s (bisher: 00'!); Nir Ltd 4 ״״ ige Pfandbriefe 1937 51 85'׳, (unverändert). Die lebhafte Böiwentätigkeit im Ausland fand keinen Widerhall. Es war recht still, jedoch bestand nach wie vor eher Kaiifneiguiig. Die Aktien der Allgemeinen Hypothekenhank stiegen um ■'׳.׳■•, ferm r wurden in der :)!)gelaufenen Woche e:slmais die neuen Aktien der Allgetu. AXk 1 chc!r:'1'de' 1 h 1V11'' 1(! 115 'auf 1 Hi';'•'''erhöhem (Mdgctcdt von der r llern's Bank hd. Tel Aviv,.) Hebriiisch-Iatcinlsche Schreibmaschine. Man schreibt uns: werden, und man hofft immer mehr Teile hier!!erstellen zu können.^ Die neue M;ו-ebine schreibt -ou old hebräisch wie Israel B r o d v, eines Sohnes des Nckanntcn Rabbiners und Gelehrten Dr. Brodv. Die Erfindung 1-t in Palästina. Polen, Amerika und anderen l.ümlcni patentiert. Sei! 4 — 3 Jahren arbeitet der Erfinder au seiner Erfindung um! verbessert sie. Rabbiner Brodv hat der Maschine ihren Namen ״Duchtaw“ gegeben. Die Herstell 1111g erfolgt in einer 1 ein mechanischen Werkstatt in Tel Awiw, Man will vorläufig 23 Maschinen monatlich hersteilen, bis die Nachfrage wachst und auch Auf- 11'äge aus dem Ausland einlaufen. Kochen ln Palästina. Zu dem Artikel ״Wichtig für Hausfraucn" in Nr. 51 teilt (ins ,,The Dltragas Didrihnttng Gorp. Ltd■“, Tel Awiw, mit, daß es nicht zwecklos sei, einen Gash erd nach Palästina injtzubringen. Schon jahrelang wird Flaschengas (Butangas) in Palästina verkauft und ein norm,11er Gasherd kann mit geringen Unkosten auf Flaschengas umgestellt werden. AtiRerdem besteht che Möglichkeit, vor der Auswanderung einen Herd zu kaufen, der schon auf Flaschengas eingestellt ist. Nathan Blacher wurde als erster jüdischer Polizist mit der Polizei-Medaille des Königs ausgezeichnet, die er für seine Tapferkeit hei einem Kampf zwischen Polizisten und Terroristen am 2h Mai in der Nahe von Ramath Hakowesch, in dem der britische Polizist Stephens getötet wurde, erhielt. Zwei britische Polizisten wurden ebenfalls mit derselben Medaille bei einem Kampf an der Nordgrctizc am 23. Mai ausgezeichnet. Pekiin. Dreizehn jüdische Familien aus dem allen judischeu Dorf Pekiin bei Akko, wo Juden seit der Zerstörung des Tempels wohnen, sind auf Veranlassung der Behörden aus Sicherheitsgründen nach Haifa gezogen. Familien-Nachricnt Herr S. Eichwald (truher HeveiungtnTel Awiw־, Llicser b«n Ji'hudontr. 113, begeht am 5. August der! 70. (>eburtn»£.