Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 53 (5.7.1938)
- Date
- 1938-07-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JDDISCHE RUNDSCHAU Nr. 53, 5. VII. 1938 Bild der Verwirrung Von unserem palästinensischen Korrespondenten Der nachstehende Bericht wurde am vorletzten Sonntag, d. h. noch v 0 r den mit der Vollstreckung des Todesurteils an dem Juden Ben Josef in Zusammenhang stehenden Ereignissen geschrieben. Er beleuchtet die in den letzten lEoc/ien in Palästina entstandene Situation. (Red.) Rückkehr zur Besinnung Die Lehre eines unnützen Opfers Von ZluNT) Noch zittert du? Unruhe über das Urteil von Haifa 1!!1d sc int■ Vollerer kn tut in den Herzen der Juden nach. Noch empfindet das jüdische Volk voller Scham das Ungluck, das dieses Ereignis bedeutet. Die Stimme der Selbstbesinnung pcfcht mahnend an unser Gewissen, zugleich aber fragen wir, ob es nicht besser ist, zu schweigen, besser für uns und würdiger gegenüber dem Ereignis. Vielleicht aber spricht aus dieser Frage, aus solchem Zweifel mir die Furcht, etwas zu sagen, was nicht nach den! Geschmack der .Menge ist? Vielleicht tut es not, gerade jetzt zu sagen, was Rechtens ist und was uns in die Irre leiten muß? Wir glauben nicht, daß der Satz ״Blut ruft nach Blut“ in diesem [׳'alle zu Recht bestellt. Er gilt nicht für das, was wir wollen und was das jüdische Volk auf dem Boden Palästinas zu verwirklichen sielt bemüht. Wenn Blut geflossen ist, auf beiden Seiten, bei allen Faktoren, die um dieses Land ringen, dann ruft es nach Versöhnung, tmd die .Menge des Blutes, die mit den Jahren ansteigt, muß auch den Willen zur Versöhnung stärken. Mit Ge■ walt wird dieses Problem nicht zu lösen sein, weder mit jener, die aus dem Hinterhalt hervorbricht, noch mit der des Henkers. Wenn einige wenige im jüdischen Lager glauben, daß der Gewalt der anderen Seite aktive Gewalt von uns aus (•״*regenge'-et/t werden muß, so sollte ihnen das Opfer dieses jungen Menschen jetzt zeigen: Dies ist nicht der Weg! Der Verlust so vieler junger .Menschen, den wir in den letzten Jahren in Palästina zu beklagen hatten, ist .-׳. luv r ז genug, um wieviel schwerer diesmal, wo ein Mensch .Maschen eßies Gc-ct/cs geriet, das von uns selbst gefor• du. rt wurde. Ger junge Mensch mag mannhaft gestorben s! in, d (•:!noch ist er kein .Märtyrer unserer Sache, jedent!115 nicht me kr Blutzeuge als irgendeiner der vielen andermg die auf den Straßen und Feldern Palästinas gefalhm sind. Wir aber nuisscn in dieser Stunde die Frage .-!eilen: Wer ist schul d? Fluchten wir uns nicht in die!!;reim׳inen 1 bn-länd:", die zu (fiesem Unglücksfall gefühlt haben, beschuldigen wir nicht den Gesetzgeber und dwicmpni, di!.■ das Gesetz in seiner Strenge ainvandten, sondern suchen wir in unseren eigenen Reihen. Denn Jen!׳, die jung. :1 .MnicGien den Revolver in die Hand Irrlehre v<m uni bciier״ /uehtetcii, .sind es, die allein die Schuld t;:1;׳ru. Wie ver-t mdlich i-t cs, ׳ daß ihre Worte hange nicht kennen, und denen alle Voraussetzungen des Wissens fehlen, um sic zu überblicken. Welch außerordentliehe!־, kaum zu erwartender Mut läge darin, wenn ein junger .Mensch, der einem solchen Kreise angehört, es ablehnt mitztiinachcn, wenn angebliche Heldentaten bevorstehen! Es ist eine der erstaunlichsten Tatsachen des Lebens in Palästina, daß nur so wenige Jugendliche der Vcrlockung unterlegen sind, und daß die große Masse der Mahnung zur Zurückhaltung gefolgt ist, die von den verantwortlichen Stellen des Jiscliuw ausging. Jene aber, die offen oder heimlich junge Menschen hinausschickten und so nicht nur die jüdische Sache als solche, sondern auch das Leben dieser Jugendlichen gefährdeten — sie trifft die volle Schwere der Verantwortung, und von ihnen müssen wir in dieser Stunde abrücken. AVenn eine Lehre aus diesem Ereignis gezogen wird, dann, nur diese: Unsere Reihen gilt es rein zu halten von dein verderblichen Gift einer Ideologie, die die Moral tinseres öffentlichen Lebens untergraben muß (und in früherer Zeit, als es tun innere Auseinandersetzungen ging, aufs tiefste uni ergraben hat), die junge Menschen unnütz preisgibt und die das jüdische Volk in eine Lage bringt, in der es sich gefallener Opfer schämen muß. Zurückhaltung und Disziplin nach außen allein geniigen nicht. I li;1/u kommen muß die Abgrenzung gegen jene, die ein solches Opfer jungen Lebens verschuldet haben, unnütz und schädlich für unsere Sache. Nur dann wird es tiiclit ganz vergeblich gebracht sein, und aus der Verwirrmif׳ dieser Stunde wird eine Klärung für die Zukunft lurvorgeiien. Diese R e s i 1111 ti n g ist heute gewiß nicht einfach, wi;hrund das Gefühl noch initscliwingt, sie muß aber an die Stelle unnötiger Demonstrationen treten. Neue Polizeikräfte rencc 11,! r r in g t o n zum Beteh.Khaber einer neuen ber i f lenen P o I 1 / e 1;1 111 e 1 1 1111 g auf dem Lande, bestehend aus 800 Poli/in<11, ernannt wurde, die Sir Charles Tcgarts Vorschlägen zufolge neu gebildet werden soll. Einem weiteren britischen Offizier namens Den ton wurde das Kommando ״her da> neu«■ Korps von Eisenbahn- Wächtern übergeben, danur luden enthalt, die kürzlich am: eworheii wurden. Anbrey S i 1 v e r, ein englischer Jude, erhielt das Kommando über jüdische Hilfspolizisten. Es verlautet, daß die Regierung in den nächsten Tagen att die Errichtung von neun Polizeistationen längs der ganzen Nordgreuze geht. Diese Stationen werden fcstungsartig gebaut werden «ml als Ergänzung zum Tcgart-Zaun dienen. Jede Station wird drei Stockwerke mit 60 Räumen um lassen. In Halle von 25 Metern wird ein starker Scheinverkr angebracht werden. Die Errichtung der Gebäude wurde einer englisch-ägyptischen Gesellschaft übertragen. Die Baukosten werden läP 99 000 betragen. Aus arabisch,er Quelle wird berichtet, daß «die von einer etiropaiM'lien Agentur verbreitete und in mehreren Zeitungen aligedruckte (vgl. ״J. IG" Nr. 50) Nachricht über die Entf e r n 11 11 g d e s Mufti aus de!n L i b a n o n unzutreffend sei. Lediglich die Aufsicht über ihn wurde verschärft. Die fr,'1n/ÖM=chcn Behörden verboten jedes Zusammentreffen fremder Menschen, außer seiner Diener, mit ihm. Deshalb wandte siet! der Mufti an die Regierung mit der Bitte um Ucbcrfitlmmg nach dem H c d s c h a s. Nach einigenVerhandlungen traf die Antwort ein. daß ״das Klima int Hedsehas ihm im gegenwärtigen Zeitpunkt niefit zuträglich sei“'; deshalb sei die französische Regierung nicht bereit, ihm bei der Ausreise dorthin behilflich zu sein. *) Dieser Artikel wurde vor Eintreffen der letzten Nach- י׳ mm Montag geschrieben. — A. d. R. gl. Tel A w i w, 26. Juni Schabbath dar Gerüchte (29. Juni) Die Tage der größten Nervosität und der wildesten Gerüchte sind in den letzten Jahren immer die Sonnaber!de, die auf einen ungewöhnlichen Terrorakt folgen. Die Nachricht von einem Unglücksfall erregt die Juden, neue Opfer fallen, neue Wunden werden atifgerissen, niemand weiß, was die näciiste Minute bringt, und plötzlieh senkt sich bei Sonnenuntergang die Schabbathstille über die jüdischen Viertel und Siedlungen, es erscheint keine Zeitung, für mehr als einen vollen Tag ist das Publikum von direkten Nachrichten abgeschnitten. Immer an solchen Tagen klingeln die Telephone mehr als sonst, sammeln sich Gruppen an den Straßenecken, beginnt jeder Besuch, jedes Zusammentreffen mit der ominösen Frage: Gibt es etwas Neues? ln Tel Awiw sammeln sich am Ausgang eines solch« Schabbath Gruppen um die Zeitungsjungen, die das Abendblatt austragen, hört man in jedem Hause mit besonderer Aufmerksamkeit die Radionachrichten ab, wendet man sich mit schwerem Herzen einer neuen Woche zu. Solch ein Schabbath ging auch dieses Mal über Palästina hin, und besonders in Tel Awiw brachte er Spannung und Erregung, Am Donnerstag Zusammenstöße an der Grenze von Tel Awiw und Jaffa. Am Freitag böse Nachrichten aus verschiedenen Stellen im Lande. Am Nachmittag die Verhängung der Sperrstunde über die Teile von Jaffa und Tel Awiw, die aneinandergrctizen. Am Freitagabend die Nachricht von der Bestätigung des Todesurteils gegen einen der angeklagten Revisionisten im Rosch-Pina-Prozeß. Und ein Sonnabend voll von Gerüchten, Anfragen, Spannung, Sorgen. Trotz alledem bot die Stadt Tel Awiw an ihren belebten Zentren am Schabbathausgang ein absolut friedlieh cs» buntes, fast fröhliches Bild. Wer keine Zeitungen gelesen hatte, wer etwa neu in diese Stadt hincinkam, nichts von den Ereignisses des Tages wußte, konnte aus dem Anblick der Straßen nur die Folgerung ziehen, daß hier eine zufriedene und ihrer selbst sichere Bevölkerung den Abend ihres Ruhetages genieße. Volle Kinos, in den Cafds und Restaurants kaum ein Platz zu finden, der Strand bis spät in die Nacht belebt, die Straßen voll von Autos, friedliche Unterhaltungen, Jitgendgruppcn in großen Trupps wie immer unterwegs. In einigen Kinos versuchten Oesinnungsgenossen des Verurteilten aus Rosch-Pina, die Vor- Stellungen durch Störungen zu unterbrechen, aber es gelang ihnen nicht. Tel Awiw versucht mit Erfolg, so normal weiter zu leben, wie es nur irgend möglich ist. Es liegt keinerlei Gleichgültigkeit gegenüber den Tagesereignissen in dieser fast überraschend ruhigen Haltung. Schneiden doch diese Ereignisse zu scharf in das Leben jedes Einzelnen ein, hängt doch das Schicksal aller zu stark mit ihnen zusammen, als daß irgend jemand sich von ihnen losmachen, sie leicht nehmen könnte. Es liegt eher eine Art Selbstschutz in dieser Ruhe, ein Gefühl dafür, daß man sich von all dem Bösen der Gegenwart nicht umwerfen lassen darf, daß eine bestimmte Kühle des Urteils heute mehr nottut denn je. Hawlaga und die Drohung des Henkers Diese Mahnung zur Ruhe, zur Disziplin, eine Bestätigung der Haltung, die man mit dein hebräischen Wort der ״Hawlaga" zu bezeichnen gewohnt ist, geht auch durch die am Sonntag erscheinende Presse. Alle verantwortlichen Blätter sind einig in der Bitte um Begnadigung und in der Mahnung zur Ruhe und Selbstbeherrschung. Es besteht noch immer eine leise Hoffnung, daß die Bcmühungen um Begnadigung Erfolg haben könnten (was inzwischen leider überholt ist. Red.). Dabei spielt nicht nur der Wunsch eine Rolle, einen jungen Menschen vom Tode durch den Strang zu retten. Uebcrall empfindet man, daß sich hier ein tragischer Zauberkreis geschlossen hat. Es war nötig, aktive Terroristen mit harten Mitteln von ihrem Vorhaben abzuschrecken. Als eines dieser Mittel dienten die Kriegsgerichte. Jetzt hat sich in diesem von der Not gesponnenen Netz ein Jude gefangen, der irregeleitet war, und dessen Vorgehen von der überwältigenden Mehrheit seiner Volksgenossen im Lande abgelehnt wird. Sollte das Todesurteil vollzogen werden, so wird es jedoch nicht abschreckend wirken, einfach weil die jüdische Gemeinschaft Von der Woche Der Tcgart-Wall wurde in der Nähe des Ortes Saassa von arabischen Terroristen beschädigt. Truppen und Flugzeuge verfolgten sie und fügten ihnen Verluste hei. Zur Erleichterung des Schutzes des Tcgart -Walles wurde ein Ausgeh ver bot über einen Teil des Unterdistrikts von Akko, angrenzend an die Libanon-Grenze, und über den Unterdistrikt von Safed mit Ausnahme der jü- (fischen Siedlungen und des jüdischen Viertels in Safed verhängt. Ein britischer Soldat wurde in Jaffa verwundet. Ein zweiter Soldat, der sich in der Nähe befand, entkam ohne Verletzungen. In der Nähe von T ulk crem wurde zum erstenmal ein Angriff auf eine jüdische Eiscnbalm-Wachtpatrouillc verübt. Der Patrouille gelang es, die Angreifer zu vertreiben. Die kleine Pica-Kolonie Mischmar Hajarden war in. den vergangenen zwei Wochen die Zielscheibe konzentrierter terroristischer Anschläge, bei denen der größte Teil der Felder von den Terroristen niedergebrannt und ein Drittel der Pflanzungen entwurzelt wurde. Vor wenigen Tagen wurde die Wasserversorgungsanlage beschädigt. Drei Araber, darunter ein Muktar, die Gemüse transportierten, wurden durch die Explosion einer Landmine auf einer Straße bei Bethlehem schwer verletzt. Die Landmine wir anscheinend von den Terroristen für eine Polizei- Patrouille gelegt worden. Zwi Landsmann, ein jüdischer Wächter, wurde 1'n Tel Zur bei einem Unfall, durch Entladung des Gewehrs, getötet. Landsmann stammt aus Polen. nicht abgeschreckt zu werden braucht, weil sie trotz aller Angriffe die Methode der blinden Racheakte immer abgelehnt hat, lind weil gerade daher die Erbitterung, die die Vollstreckung des Todesurteils ht-rvorrufen muß, eher zu Unbesonnenheiten verlocken kann. Die Dinge im Lande sind jedoch ohnedies verworren genug und verlangen eine ebenso energische wie vorsichtige Behandlung. Naue Schutzforderungen Die letzten Zusammenstöße in Tel Awiw und die allgemeine Verstärkung des Terrors lassen von neuem in der Presse jene Artikel auftauchen, die strafferes Durchgreifen der Regierung verlangen. In Tel Awiw fordert man eine Verstärkung der Polizei, die Abschaffung der Order, die Tel Awiwcr Polizisten das Uebcrschrciten der Jaffaer Grenze verbietet und somit das Ergreifen von Schuldigen erschwert. Uebcrall im Lande fordern die Juden mehr Gewehre, an der Grenze und am Drahtzaun, der im Norden aufgerichtet wird, Verstärkung der Wachen. Man fordert von neuem die Verhinderung des Menschen- und Waffenschmuggels, man fordert administrativen Druck auf jene Elemente, die den Terroristen im Lande auf irgendeine Weise Vorschub leisten, man fordert, daß das Militär die Terroristen aktiv aufspüre und nicht nur dann sich in einen Kampf einlasse, wenn es angegriffen wird. Diese Kampagne um ein schärferes Durchgreifen steht in einem sonderbaren Gegensatz zu der! Maßnahmen der Regierung. Niemand wird leugnen können, daß das Militär und die Polizei sich in den letzten Monaten zu außergewöhnlichen Maßnahmen entschlossen hat. Man riegelt das Land durch einen Zaun ab. Man drosselt bei Nacht den Uebergang über die nördlichen Grenzstationen. Man baut strategische Wege durch die Dörfer, räumt an vielen Punkten mit harter Hand auf. Die Kriegsgerichte arbeiten, die Gefängnisse sind voll. All das wissen die Juden. Aber sie wissen auch, daß trotz alledem jeder Tag seine neuen Opfer fordert, daß die öffentliche Sicherheit sich nicht gebessert hat, daß nach jeden! Nachlassen die Terrorwelle von neuem anschwillt, daß der Bau des Grenzwalls durch jüdische Arbeiter nur unter den größten Gefahren fortschreitet, daß gegnerische Propaganda im Lande und außerhalb weiter überaus aktiv ist. So verlangt man Ausbau der Schutzmaßnahmen, vor allem mehr Waffen, mehr Rechie zu legitimer Verteidigung. Und der Kampf geht weiter. Oeffentllche Sitzungen der Kommission Während in Dorf und Stadt der Kampf mit dem Terror geführt wird, kämpft die technische Kommission in Jerusalem mit der politischen Lösung der Palästina-Frage. Sie tut es in aller Stille, unter Ausschluß der Oeffentlichkcit, und in der Regel hat man Verständnis dafür, daß sie ihre Türen den Reportern schließt und damit auch den Sensationsliaschern ihre Quellen verstopft. Die Jewish Agency und die englische Beamtenschaft, die mit der Kommission Zusammenarbeiten, haben gegen die Vernehmungen in camera nichts einzuwenden gehabt. Plötzlich aber wurden dem Publikum zwei öffentliche Sitzungen angekündigt, die Vernehmung des revisionistischen Zeugen Akzin und die eines Engländers As 11 ton. Die Verhandlungen wurden im Wortlaut publiziert. Beide Vernehmungen wirkten jedoch eher peinlich als ermutigend, und vielfach hat man es der Kommission übel vermerkt, daß sie gerade diese fast grotesk anmutenden Sitzungen vor das Publikum brachte. (Die Kommission mußte frci'ich auf Wunsch der Z cu - g e n so handeln.) Akzin, der revisionistische Zeuge, brachte neben den bekannten Argumenten gegen die Teilung ein ungewöhnliches Durcheinander von falschen Zahlen und sonderbaren ökonomischen Theorien, und Ashton, Präsident einer Vereinigung von ״Freiwilligen des Wdtstaates“, benutzte offenbar die Kommission als Tribüne für seine Ver- -cinspropaganda. Dieses öffentliche, halb tragische und halb komische Zwischenspiel der ernsten Kommissionsberatungen hält jedoch ihre normale Arbeit mir wenig auf. Und gerade unter dem Eindruck der letzten Tage und Wochen, die eine Verstärkung des Terrors brachten, schreibt man ihrem Berieht besondere Bedeutung zu. Wird es doch immer klarer, daß reine Gewalt nicht imstande ist, den gordischen Knoten der Paliistinafrnge zu zerhauen, so daß von einer politischen Lösung viel, wenn nicht alles abhängt. Sonntag wurde auf dem Skopusberg in Jerusalem, der Grundstein zu dem neuen Gebäude des Institutes für judaistische Studien (Rosenbloom-Haus) gelegt. Unter den Rednern befanden sich Dr. Magncs, der stellvertretende Bezirkskomrnissar Mr. ßadcock, Rektor Bergmann, Ussischkin und Mr. Charles Rosenbioom aus Pittsburgh. Der Zivillufthafen in Beirut, der Anfang Juli eingeweiht wird, wird zu den wichtigsten Flughäfen im Nahen Osten gehören. Zwischen den französischen, englischen und palästincnsischen Behörden soll ein Abkommen über die. Einführung eines Passagier-Luftverkehrs zwischen Tel Awiw, J c r u s a 1 e m u n d B e i r u t seitens der ״Palestine Airways*‘ getroffen worden sein. Die Linie nimmt am 15. Juli den Verkehr auf. In der Generalversammlung der Hitachduth Olej Austria in Tel Awiw stimmte die Mehrzahl der Mitglieder gegen den Antrag des bisherigen Vorstandes, die Hitachduth Olej Austria aufzulösen und sich der Hitachduth Olej Gerjuania anzuscliiicßen. Es wurde ein neuer Vorstand gewählt, dem u. a. auch der Stadtverordnete D. Z, Pinkas und Frau Anita Müller angchören.__ Kurse palästinensischer Wertpapiere. Am 24, Juni hatten die wichtigsten palästinensischen Wertpapiere in Tel Awiw folgende Kurse: Allgemeine Hypothekenbank 5 (,.oige Pfandbriete 1938:55, 1939/56, 1941/50, 1942.57 99•'■.! (unverändert); 6 G*ige Pfandbriefe 1934,54 102V, (unverändert); 6 ״,'oige kum. Vorzugsaktien 1127*. (bisher: 112(1!); Stammaktien: llö>«; Keren Kaiemeth Lejisrael 2! 5 Sige Pfandbriefe 783/g (bisher: 78 7׳»); Bizur 6 «oige Pfandbriefe 1938,43 9971 (bisher: 98■׳’/(.); Nir Ltd. 4 goige Pfandbriefe 1937 51 85',3 (unverändert). (Mitgeteilt von der Ellern’s Bank Ltd. Tel Awiw). (Schluß des Palästinateils)