Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 53 (5.7.1938)
- Date
- 1938-07-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 2 JOD ISCHE RUNDSCHAU Nr 53 5. VII. 1938 Das neue Sandschakregime Französisch ־türkisches Co-Dominium — Ein Freund Schafts vertrag mit Syrien? Von unserem Pariser Berichterstatter einer Besiedlung der noch unkultivierten Böden, wodurch zusätzlich 60 000 jüdische Familien untergebracht werden könnten; und da erfahrungsgemäß auf «ine landwirtschaftliehe Familie drei andere entfallen, könne man eine Fassungskraft Palästinas für zusätzliche 240 000 Familien errechnen, was t Million Seelen gleichkommt. Unter diesem üesichtspunkt fordert das Memorandum die Konferenz von Evian auf, ungeachtet ihrer sonstigen Aktionen den großen Möglichkeifen Palästinas, die einen praktischen und historischen Beitrag zur Lösung der Frage bieten, ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden. Wir hoffen, daß der Appell der Konferenz in bezug auf Palästina dazu führen wird, daß die Palästinabestrebungen von den Konferenzstaaten tunlichst unterstützt werden. Aber das eigentliche Problem der Konferenz besteht darin, daß die Vertreter der einzelnen Staaten die Notwendigkeit erkennen, daß ihr eigener Staat etwas zur Lösung der Frage beiträgt, durch Aufnähme geeigneter Auswanderer, durch Erteilung von Aufenthaltsrecht und Arbeitserlaubnis, durch aktive Maßnahmen zur Einordnung der Emigranten; denn wenn dies alles der privaten Initiative überlassen bleibt, können leicht strukturelle Mißstände entstehen, die letzten Endes wieder den Einwanderern schaden. Vor allem aber handelt es sich darum, mit einer gewissen Großzügigkeit diejenigen leeren Gebiete, die noch an manchen Stellen der Erde auf arbeitende Hände warten, für die E i 11 w a inler ti n g z u ö f f 11 e n. In dieser Hinsicht bie- ־tet zwcifellns das englische Weltreich große Möglichkeiten. Wir h:1hen in der letzten Nummer einen Brief wiedergegeben, den Sir Robert Waley-Cohen in dieser Sache veröffentlicht hat. Vor einigen Tagen (am 29. Juni) ist der Bericht des englischen Amtes für überseeische Siedlung erschienen, der mit gro- Bern Nachdruck auf die Nachteile liimveist, die durch das Vorhandensein uribesiedelter Raume im englischen Reich entstehen. Menschenmangel im Britischen Reich ist ^ernst vom Standpunkt der Verteidigung ebenso wie aus Einwanderern^*ist ni"einpNIiicn? Yor/umTen^ sind Siedler', allem 'also*'dk''''s kan di 113vrtchcn Länder und Holland. Unter diesem Gesichtspunkt hat der australische Handelsminister auch dieser Tage Holland und Dänemark besucht. Das wichtigste hier gemeinte Land — jia in lieh Australien — hat bereits auf den Bericht reagiert. Primeminister Butler von Südaustralien erklärte, Australien sollte von Menschen britischer Rasse bevölkert werden, aber in den letzten Lagen!•c'cn hauptsächlich Südeuropäer cingewandcrt, ohne daß sich ein Gegengewicht gebildet hätte. Man müsse aber eine Bevölkerung suchen, die der australischen Bevölkerung assimiliert werden kann, so daß das Land durch die Einwanderung gestärkt und nicht geschwächt werde. Der Primeminister Lyons erklärte, die australische Regierung sei nicht bereit, die Einwanderung von Ausländern aktiv (z. B. finanziell) zu unterstützen um! werde auch keine Unterschiede zwischen den europäischen Völkern machen. [Der Bericht hat in bezug auf die Art der Einwanderer einen ähnlichen Standpunkt, wie er vor einiger Zeit in Südafrika geltend gemacht wurde. Wir haben damals darauf hingewiesen, daß in dem hier gemeinten Sinne die |ud<en ungeachtet ihrer historisch, volksmäßig und religiös bedingten Eigenart - gewiß zu den Elementen gehören, die sich loval und produktiv eingliedern lassem Die jiulen haben'für die Einwanderungsländer einen Vorteil, der nicht gering veranschlagt wird: hinter ihnen stellt keine ko nkurrierende Macht, und daher ist es unmöglich, daß die jüdischen Einwanderer irredentistische üestrebungen Italien oder irgendeinem anderen politischen Interesse dienen als dem des Landes das sie aufgenommen hat. Es ist ein Paradox, wenn auf der einen Seite eine Konferenz von .10 Staaten {darunter auch England und mehrere Dominien) Zusammentritt, um zu beraten, wohin mit Millionen nach Auswanderung verlangender, bodenloser und arbeitswilliger Menschen, und auf der anderen Seite zur gleichen Zeit in einem offiziellen britischen Dokument geschildert wird, welche Nachteile sich aus der ü rt ie r vii.öe :;,!־< großer Gebiete des englischen Weltreiches ergeben und wie schwer es sei, Einwanderer zu bekommen. * Bis zur Stunde ist eine genaue Tagesordnung der Konferenz von Evian nicht bekanntgegeben worden. Es scheint, daß die Tendenz dahin geht, die Konferenz nach Möglichkeit hinter geschlossenen Türen abzuhalten. Es wird eine reine Arbeitstagung sein. Die Blicke der Judenheit der Welt sind nach Evian gerichtet. Wir erwarten von der Konferenz keine ״Wunder“, aber wir werden schon aufntmen, wenn wir das Gefühl haben, daß ein Anfang gemacht wird, um den vielen Problemen der jüdischen Auswanderung durch eine systemalische Aktion betzukommen. Am 28. November 1035 trat in Genf das Expertenkomitee des Völkerbundes für Wanderungsfragen zusammen; die ״Jüdische Rundschau“ hat damals an die versammelten Vertreter der Völker einen Appell gerichtet, ihre Länder für jüdische Einwanderung zu öffnen: ״O e f f n e t d i e I o r e, w i r wollen arbeiten, und wir werden es euch danken!“ In Evian, drei Jahre später, versammelt sich eine weit repräsentativere Konferenz; das Problem ist das gleiche, ja es ist heute noch dringender als vor drei Jahren, und wir müssen unseren Appell wiederholen. Möge er nicht verhallen. K. Paris, im Juli Wie bereits die letzten Nachrichten voraussehen ließen, sind die französisch-türkischen Verhandlungen über die Regehing der Saiulsehak-Frage jetzt erfolgreich a b g e - schlossen worden. Der neue Vertrag zwischen Frankreich und der Türkei, der von der französischen Presse als der Beginn einer neuen Periode enger Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten dargestellt wird, ist in Paris von dem Außenminister B o n n e t und dem türkischen Gesandten Suad Davaz unterzeichnet worden. In diesem neuen V ertrag e, der vorläufig sechs Monate Gültigkeit hat, aber verlängert werden kann, verzichtet die Türkei auf territoriale Ansprüche im Sandschakgebiet. Frankreich seinerseits erkennt die vorherrschende Stell 11 n g der türkischen Minderheit in diesem Territorium an, die auch in der Verwaltung zum Ausdruck kommen wird. Die grundsätzliche Regelung wird durch ein Militärabkoninen zwischen Frankreich and der Türkei ergänzt, das praktisch ein Co-Dominium beider Staaten im Sandschal; schafft. Sowohl Frankreich wie die Türkei werden je 2500 Mann Truppen als Polizeigewalt im Sandschak halten, und diese Truppe wird unter den Oberbefehl eines französischen Generals gestellt werden. Die türkischen Truppen werden vor allem in jenen Gebieten stehen, die eine besonders zahlreiche türkische Bevölkerung haben. Dieses Mililärregime wird in dem Abkommen als provisorisch, d. h. bis zur Beendigung des jetzigen Unruhezustandes im Sandschak, dargestellt, und soll dann durch «ine heimische Miliz ersetzt werden. Es besteht jedoch aller Grund anzunehmen, daß die gemeinsame paritätisch französisch-türkische Okkupation eine dauerhafte Regelung der Herrschaft im Sandschak sejii wird. Die heiden Mächte verpflichten sich ferner, den Sandschak gegen jede dritte Macht gemeinsam 711 verteidigen. Der jetzige ״Uebergangszustand“ enthält den Kern der definitiven Regelung des Sandsehak-Problems. Das neue Samlschakregime bedeutet wohl das Jjndc des Völkerbundprojektes, das auf eine Berücksichtigung der Mehrheitsverhältnisse der Bevölkerung gegründet war. Währeiid die Volksabstimmung die türkische Bevölkerung in die Minderheit versetzt hätte, wird dieser Bevölkerungsgruppe jetzt die prominente Stellung in der Verwaltung des Sandschak Jüdisches aus London Von unserem Berichterstatter J. M., London, 30. Juni Zionistische Arbeit unter Jaden aus Deutschland Es ist schwer, sich die Tatsache zu erklären, warum es bis heute nicht gelungen ist, die aus Deutschland nach England eingewanderten Zionisten zu einer aktiv-jüdischen Arbeit /usammermifassen. Natürlich fehlte es nicht an Versuchen, die vorhandene Lücke auszufüllen. , Tatsache ist aber, daß der Atomisierutigsprozeß nach wie vor sehr stark ist, und daß es bedauerlicherweise keine einheitliche Organisation gibt, die einen ernsten Versuch macht, die vorhandenen Energien zusammenzuhalten. Es muß festgestellt werden, daß, abgesehen von einigen kleinen Gruppen, die Zionisten aus Deutschland als solche keinerlei Anstalten gemacht haben, hier Abhilfe zu schaffen. Ein Versuch, diesen Gefahren zu begegnen, ist wiederum von den maßgebenden zionistischen Kreisen unternommen worden. Die Initiative hierzu geht diesmal von einem Aktivkreis aus, der für Dienstag, den 28. Juni, eine öffentliche Versammlung der Zionisten aus Deutschland einberufen hatte. Man will, wie Dr. Martin Rosenblüth einleitend ausführte, die schlummernden Kräfte aktivieren und die eingewanderten Zionisten in nähere Berührung mit den jüdisehen Problemen und der Palästina-Arbeit bringen. Das Hauptreferat des Abends wurde, unter dem Vorsitz der Lady R e a d i n g, von dem aus Palästina im Aufträge des ״Mifde Zioni" kommenden Dr, Alexander Goldstein gehalten. Sein Referat über ״Die politische und wirtschaftliche Situation in ״Palästina“ hat begreifliches Interesse unter den zahlreichen Anwesenden hervorgerufen. Am Ende sprachen noch Lady R e a d i n g und Dr. S i n d 1 e r aus Haifa. Die Bar Mizwa-Fei er der ,,Hebräischen Universität*1 Zur Feier des dreizehnjährigen Bestehens der hebräischen Universität in Jerusalem hatte in der letzten Woche die sehr aktive ״Tarbutn“-Gesellschaft eingeladen. Unter dem Vorsitz Leo Simons hielt die Festrede der Dozent für Klassische Philologie an der Universität in Jerusalem, Dr. Schwabe, Wiener jüdische Musiker nach Palästina Von unserem Berichterstatter J. R,, Wien, 29. Juni In den letzten Tagen weilte hier der Direktor und Begründer des Palestine Conservatoire of Music and Dramatic Art, Jerusalem, Emil Hauser, um die Au-swahl unter den jüdischen Musikstudierenden zu treffen, denen durch Lieber־ Ieitung nach Palästina das Weiterstudium ermöglicht werden soll. Professor Hauser, der selbst seinerzeit a.n der Meisterschule der Wiener Musikakademie studiert hat, erzählt über seine Aufgabe hier folgendes: Es ist das erste Mal, daß ich itn Rahmen meiner sonstigen Prüfungsreisen in Europa auch an das Sc 111'11 e r m at e r i a 1 in Oesterreich herangekommen bin. Es gab bei den von mir durcligeführten Priifangen ein schönes, "klares Musizieren, mit genauem Verständnis und der Deutung aller Komponenten der Musik. Das Alter der Schüler bewegt sich zwischen 14 und 25 Jahren. Unter den Prüflingen waren Geiger, Pianisten, Cellisten, Sänger und Komponisten. Alle freuen sich natürlich, ihr Studium fortsetzen und beenden zu können. Von der Auswanderung Nach Mitteilungen der Auswanderungsabteilung der Kultusgemeinde sind in der Zeit vom 10. bis 26. Juni 672 Personen mit Hilfe der Gemeinde ausgewandert. Insgesamt sind bis jetzt mit Unterstützung der Auswanderungsabteilung der Kultusgemeinde 1820 Personen ausgewandert. Die Hilfe erstreckte sich sowohl auf die Be- Schaffung von Dokumenten als auch auf Gewährung von Reisezuschüssen, Insgesamt sind im Monat Juni von zugebilligt. Darüber hinaus wird naturgemäß der türkische Ein f 1!ן ß durch die zugebilligte militärische Okkupation noch maßgebend verstärkt. Obwohl der Wortlaut der neuen Abkommen noch nicht vorliejzt, kann inan wohl annehmen, daß der größte Teil des Sandschaks von Alexandrette dadurch definitiv in die türkische Einflußsphäre übergeht. An Stelle der vom Völkerbund vorgeschlagenen Regelung, die sich auf dem Selbstbestimmungsrecht der Bevölkerung des Sandschaks aufbaute ist eine machtpolitische Regelung des Problems zwischen Frankreich und der Türkei getreten. Angesichts der politischen Spannung im Mittelmeer war eine andere Lösung des Sandschakkonfliktes nicht zu erwarten. Syrien ist zu den Pariser Verhandlungen, die letzten Endes das Ausscheiden einer wichtigen Provinz aus dem syrischen Staatsverband nach sich ziehen werden, nicht zu gezogen worden. Es ist kaum zweifelhaft, daß das neue Sanaschakabkommen in Syrien Entrüstung hervorrufen wird und man muß sich fragen, ob die gemäßigte Regierung Djemal Merdams danach weiter dem Druck der radikalen Nationalisten standhalten kann. Die Sandschak-Affäre wird von grundlegender Bedeutung für die künftige Levantepolitik־ Frankreichs und damit auch für die politische Entwicklung im Vorderen Orient sein. Welche Wichtigkeit man in Paris den französisch-türkischen Verhandlungen beilegt, wird auch durch die erneute An* kiindigung einer Reise des französischen Außenministers nach Ankara unterstrichen. Bei dieser Gelegenheit soll dann ein französisch-türkischer Freundschaftsvertrag unterzeichnet werden, der seine Ergänzung durch einen französisch-türkisch-syrischen Vertrag finden wird. Aut dieser Basis beabsichtigt dann Frankreich im Zusammen׳■ wirken mit England, das durch den türkischen Vorstoß gegen den Sandschak von Alexandrette bedrohte Gleichgewicht im östlichen Mittelmeer wieder herzustellen. Türkische Truppen einmarschiert Die türkischen Truppen sind am Sonntag mittag im Sandschak Alexandrette eimnarschiert. Die türkische Bevölkerung des Sandschaks bereitete den einmarschierenden Truppen einen begeisterten Empfang. der die Entwicklung der Universität seit ihrer Gründung in großen Umrissen zeichnete und zum Schluß über ■die Notwendigkeit der Schaffung eines landwirtschaftlichen Institutes, das der Universität angegliedert werden soll, sprach. Vom Leben, der Arbeit und den Problemen des hebräischen Studenten sprach ein Absolvent der Universität, Isch Schalom. Die Feier wurde voii hebräischen Liedern, gesungen von Heinrich Bornstein, umrahmt. Ein Jiddisch-Abend im Anglo-Palestinian Club Der Anglo-Palcstijiian Club hat jetzt den Versuch gemacht, seine Mitglieder mit den zeitgenössischen Problemen der jiddisehen Kultur und Wissenschaft bekanntzumachen. Zu diesem Zwecke wurde ein Abend, der der jiddischen Sprache und Kultur gewidmet war, unter Anteilnahme der Londoner Sektion des Jiddisch-Wissenschaftlichen Institutes (Yiwo), veranstaltet. An dem Abend, der ein zahlreiches interessiertes Publikam anzog, sprach I. N. Steinberg über die Bedeutung der modernen Wissenschaft in Jiddisch und über die speziellen Arbeiten und Forschungsaufgaben des Londoner Yiwo. Der englisch-jüdische Schriftsteller Joseph Leftwich .sprach über die Errungenschaften der jiddischen Kultur iii den letzten Jahrzehnten, besonders über das Wissenschaftliche Institut in Wilna, das soeben seine ״Bar Mizwa“ gefeiert hat. Viel Beifall bringt ein Schreibai Prof. Siegniund Freuds an die Londoner Yiwo-Gruppe, worin Freud betont, daß er sich immer gern und stolz zum Judentume bekannt hat. Das Fest der Tora Hier hat man am letzten Sonntag unter großer Beteiligung das Fest der Tora, das ״Ssitim ha-Schass“ (die Beendigung des Taltnudlernens, das alljährlich in der ganzen Welt vom orthodoxen Judentum begangen wird) gefeiert. In einer Versammlung, an der viele Rabbiner und Führer der ״Agudath Jisrael“ teilnahmen, wurde insbesondere Anerkennung den Verdiensten des verstorbenen Rabbiners Meir Schapira, des Begründers der Jeschiwa iri Lublin, gezollt. Unter den Versammelten herrschte große Begeisterung. Unter lautem Jubel begann alt und jung chassiaischc Tänze zu tanzen. Ein festliches Mahl, eine Ssuda sehe! Mizwa, schloß in später Nachtstunde diese Feier. der jüdischen Gemeinde 250 000 RM. für Zwecke der Auswanderung und der Fürsorge ausgegeben worden. Außerordentlich reger Betrieb herrscht bereits in der Beratungsstelle für Berufsausbildung und Umschichtung, die in den Räumen des früheren Arbeitsstellennachweises der Gemeinde untergebracht ist. Insgesamt sind bisher an die 50 Umschichtungskurse der verschiedensten Berufskategorien eingerichtet. Die Berufsausbildung und die Sprachkurse der Gemeinde erfassen schon heute 2000 Teilnehmer. Der Zionistische Landesverband eröffnet in diesen Tagen in den Bezirken II, IV und V, VI und VII, VIII und IX, XIV und XV seine Bezirksverbände, resp. Heime. Auch die Wizo-Gruppen haben in acht Wiener Bezirken ihre zionistische Tätigkeit wieder aufgenommen. Außer der Vortragstätigkeit im Zentrallieim am Schottenring haben die einzelnen Bezirke zahlreiche Kurse für Sprachen, Kochen, Schnittzeichnen, Weißnähen und Schaufensterdekoration eingerichtet. — Wie der Polizeipräsident in Wien bekannt gibt, wurde zur Behandlung von Paß- und Reiseansuchen der Juden und jener Personen, die nach den Rassegesetzen als Juden gelten, eine selbständige Abteilung des Paßa int es im Gebäude des ehemaligen Bezirkspolizeikommissariates Margareten, V., Wehr gassei, errichtet. Gesuche um Ausreisebewilligungen für Juden sind nur dort einzureichen. Verantwortlicher Redakteur! Dr. Robert Weltsch, Berlin-Charl. 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loew enstein, Berlin W 15. Anzeigenleiter und verantwortlieh für den Inhalt der Anzeigen: Erich Liepmann, Berlin W 15. Gültig Anzeigen-Preisliste 5 vom 1. April 1936. Verlag und Anzcigenverwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W15, Meinekestr. 10. D.A, 11/1938! 26 045. — Druck! Siegfried Scholem, li, :l!n• Schöneberg.