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Jüdische Rundschau · 1938-07-01 · Heft 52 (1.7.1938) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 52 (1.7.1938)
Date
1938-07-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 52, 1. VII. 1938 JDDISCHE RUNDSCHAU Seife 5' Aegyptisches Dilemma Palästina als Schemel zum KhaliSat? Von M. Y. Ben-gavriH Jerusalem Der König Faruk von Aegypten ist achtzehn Jahre alt, ist ein Nachkomme des albanischen Napoleons Aegyptens, des großen Mohammed Ali und ist von Ratgebern umgeben, welche die Fähigkeit haben, die Phantasie des jungen Königs mit den realpolitischen Möglichkeiten in Einklang zu bringen. Diese glückversprechcndc Konstellation, welche die erhöhte politische Aktivität im Nilreich und besonders den Elan verständlich erscheinen läßt, mit dein der Hof und die ihm ergebene Regierung den Kampf gegen den vor kurzem noch so populären wafd führt — sie läßt auch die «ndere hochinteressante Angelegenheit erklärlich erscheinen, die vor kurzem durcli eine Indiskretion bekannt wurde. Der Plan Englands, Palästina in einen jüdischen und eine» arabischen Staat zu teilen, hat selbstverständlich im ganzen arabischen Lebensraum Vorderasiens und Afrikas eine Rcaktlon hervorgerufen und zur Stellungnahme veranlaßt. Aegyptens Regierung, als einzige, aber hat bis nun ihre Stellungnähme nur in orakelhafter Weise präzisiert, ohne sich nach einer Richtung hin festzulegcn, das heißt, ohne sich für die Teilung, also gegen die panarabische Richtung, oder gegen die Teilung, also gegen England anszusprechen, Nun erfuhr man aber, daß ein Teil der Minister sehr entschieden für 4ie Teilung ist, unter der Voraussetzung aber, daß der arabische Teil Palästinas zu Aegypten geschlagen werde. Diese Idee, die natürlich den lebhaften Widerspruch des immer mehr panarabisch werdenden Wafd (ägyptische Unabhängigkeitspartei) hervorruft, veranlaßte natürfich auch die teilungsfeindlichen arabischen Politiker Palästinas zu Acußeningen, die bald in die Drohung mündeten, daß ein zu Aegypten geschlagenes Palästina Schauplatz, neuer Unruhen würde, die sich gegen Aegypten richten würden. Die Idee der Mehrheit der ägyptischen Minister wird auch von der sehr starken und das Zünglein an der Wage im ägyptischen Parlament bildenden ״freundschaftlichen Opposition“ der Saadipartei des Dr. Mäher unterstützt, denn aucn diese Partei träumt den Traum von einem "״größeren Aegypten“, von einem Reich, das selbst das aes großen Mohammed Ali übertrifft: ihr Traum ist ein Kaiserreich, dessen Zentrum Kairo heißt und dessen Grenzen etwa die Grenzen jenes Ciroßägyptens der klassischen Zeit sind, das an Babylon stieß. Palästina, das heißt das arabische Stück des Landes — denn mit der Gründung eines jüdischen Staates sind diese Politiker einverstanden, wobei nur noch der Weg zur Befriedigung des befreundeten Emirs von Transjordanien gesucht wird — das arabische Palästina nun soll die erste Sprosse zum Aufstieg bilden; dann würden auch andere arabische Fürstentümer auf diese oder jene Weise an das Nilreich herangezogen werden, insbesondere, wenn über kurz oder lang König Faruk zum Khalifen aller Mobammedaner ausgerufen würde. Daß der Gedanke eines agyptischen Khalifats schon lange erwogen wird, zeigt nicht nur die bekannte Tatsache, daß der junge König eine religiöse Erziehung genoß, sondern auch Fakten, wie die kräftige Unterstützung des Hofes durch die Studenten der religiösen El Azhar-Universität in seinem Kampf gegen den Waid oder ein Erlaß der jüngsten Zeit an die Provinzgouverneure. ״in den Bahnen der Religion zu wandeln, wie es der König tut“. Aber auch andere Ereignisse lassen erkennen, daß in dieser Richtung hin zielbcwußt gearbeitet wird: So die Vorlobung der Schwester des Königs mit dem Kronprinzen von Persien — andere Verschwägerungen mit arabischen Fürstenhäusern sollen bevorstclicn — und der Besuch des bcdcutenden Führers der indischen Mohammedaner, Aga Khan, der ein unentwegter Vertreter des Khalifatsgcdankens ist, in Kairo, bei welcher Gelegenheit lange Gespräche zwischen ihm und dem Haupt der Eil Ashar, der gleichfalls ein Anbänger des Khalifats ist, stattfanden. Warum nun bekämpft gerade der Wafd, der doch das Erbe des großen Patrioten Zaghlul vertritt, die Idee eines ägyptischen Khalifats, jene Idee, die vor genau hundert Jahren den Gründer der Dynastie, den großen Mohammed All bis nach Konya, also beinahe bis vor die Tore Konstante nopels brachte? Weil — so sagen die Wafdlsten — diese Idee eine Idee Englands ist, dem es darum zu tun ist, jederzeit einen im Schatten Britanniens stehenden Khalifen gegen andere Aspiranten ausspielen zu können. Die Argumcntation des Wafd hat vielleicht etwas für sich; jedenfalls dürfte ein ägyptischer Khaiifatstraum den politischen Tendenzen Englands im Vorderen Orient nicht widersprechen. Wobei, zu allem, noch zu bedenken ist, daß ein von England irgendwie abhängiger ägyptischer Khalif ein bedeutendes Gegengewicht gegen alle südwärts, also arabienwärts gerichteten Tendenzen der Türkei darstellt, die, schon aus diesem Grunde, die neue Klialifatsbewegung nicht weniger bekämpfen dürfte, wie die ihr gleichfalls gefährliche panarabische Propaganda. Sei es wie cs sei; die Stellungnahme Aegyptens zum T e i 111 n gs p r ob 1 e m Palästinas ist außerordentlich pikant und ist geeignet, die gesamte arabische Welt in zwei Teile zu teilen. Syrien aber, das panarabische Syrien, steht min nicht allein einer ״türkischen Gefahr“ im Norden, sondern auch einer ägyptischen im Süden gegenüber. Vielleicht, und dies wäre ein positiver Erfolg der ägyptischen Politik, wird dies eines Tages die syrischen Politiker dem Oedanken eines jüdischen Palästina näherbringen. Besuche in Holland Von unserem Berichterstatter RL, Den Haag, 28. Juli Der Justizminister hat an die Polizeibehörden ein Rundschreiben gerichtet, in dem er Anweisungen für die Regelung des vorübergehenden Besuchs von Angehörien oder Freunden hier ansässiger Personen gibt, ind diese Besucher als Flüchtlinge anzusehen, so sind sic nur zuzulassen, wenn sie nachweiseti können, yiaR sie in einem anderen Lande mit Zustimmung der dortigen Rehörden dauernde Aufenthaltsmöglichkeit gefunden haben. Es soll in jedem Falle geprüft werden, ob es sich wirklich uni einen Besuch handelt oder um einen Versuch, sieh in Holland niederzulassen, oder um einen sonstigen Zw־eck. Steht fest, daß es sich nur um einen Besuch handelt, so soll dies zur Vermeidung von Schwierigkeiten an der Grenze in irgendeiner Form, etwa durch einen Vermerk aut einem Einiaaungsbrief, von der zuständigen örtlichen Polizeibehörde deutlich gemacht werden. Insbesondere, wenn die Besucher nur über geringe Geldmittel verfügen, werden sie ohne eine solche Bescheinigung an der Grenze nicht durchgelassen. Neben dem Gesetz, das für Fremde, die selbständig ein Gewerbe ausüben, eine Genehmigung vorschreibt, gilt auch das allgemeine Gesetz über die Gründung von Kleinbetrieben für Fremde. Dieses Gesetz hatte bisher Anwendung gefunden auf das Schlächterei-, Bäckerei- und Schuhgewerbc sowie auf den Kontorbuchbandel. Jetzt ist auch Land Kanaan Von Match« KtUk o •Wintwer ln diesem Lande wohnet Gott. Er lt! In allen Landen; Doch war Ich Ihm io lange Itm, Da kam er mir abhanden, ln fremden Städten war Ich fremd, Stein war Ich unter Steinen. Wer Gott tm Laiben elntt verlor. Der findet Ihn tm Weinen, Hier kflndet Baum und Feit und Meer Von lenen, die etnit waren. — ln diesem Lande wohnet Gott Schon seit vteltauiend Jahren. Oppenheim Das bekannte Spezialhaus für Kleiderstoffe Charlottenburg, Wllmersdorfer Str. 115-116 Wollstoffe — Samt — Seidenstoffe für den Kolonialwarcn-Kieinhandcl im weitesten Sinne sowie für das Automobil- und Garagengewerbe ein vorübergehendes Gründlingsverbot erlassen worden. Auch Fremde, die einen solchen Gewerbebetrieb beginnen wollen, bedürfen dazu der besonderen Genehmigung des Wirtschaftsniinisters« Die jüdische Franenvereinigung für praktische Palästinaarbeit, der holländische Zweig der wizo, hielt ihre Sommer- Zusammenkunft in Woudschoten ab. Die Arbeitstagung wurde mit einer Ansprache von Frau E. Kaufmann-Spier eingeleitet. Clara Asscher-Pinkhof sprach über das Thema ״In Zeiten wie diesen“. Frau Mr. E. Levenbach-Ooudenket gab einen Ucberblick über die Geschichte Palästinas. Frl. S. Pinkhof behandelte das Hebräische. Frl. Mr. E. Gaben berichtete über die Sozialarbeit in Palästina. Mr. Henri Edersheim spradh über Zionismus und Lehensanschauung und der Schriftsteller Siegfried van Praag hielt einen Vortrag über Zionismus in der Literatur. | Aron Erb Unfaßbar ist für uns die Nachricht, daß unser Chawer Aron Erb das Opfer eines Ucbcrfalls wurde. In der Nacht mm 17. Juni griffen Araber den Kibbuz Hakowesch bei Kfar Saba an, schossen in die Bäckerei, in welcher Aron Erb arbeitete und trafen ihn tödlich. Von frühester Jugend an war Aron Erb Chawer unseres Rundes. Konsequent verfolgtc er seine Ziele in der Rundesarbeit, auf Hadischara; vor fast zwei Jahren kam er zur Alija. immer war er einsatzbereit, in der Vorbereitung für Erez Israel und in der Verwirklichung beim Aufbau im Lande. Er war ein guter Chawer und ein vorzüglicher Arbeiter. Um so schwerer ist für uns und seine Chawerim im Lande der Verlust diese« Menschen, der, erst 21 Jahre alt, schon aus unseren Reihen scheiden mußte. Habonfm noar chaluzl Di® Peiter Ist. Gemeinde hielt unter Vorsitz ihres Präsidenten, Hofrat S. Stern, ihre ordentliche Generals* er״ Sammlung ab, die den Jahresbericht, sowie die von A, Eppler vorgelegten Schlußrechnungen für 1017 genehmigte und dem Vorstand das Vertrauen anssprach. Im Namen der Zionisten sprach Dr, Julius Miklös seine Oeliugtuung über das in Angriff genommene soziale Programm aus, das auch die Berufsumhildung, Unterstützung und Emigration der Jugend umfassen soll. Zum neuen Vorsteher und stellv, Vorsitzenden wurde einstimmig der pensionierte Kurialrichter Albert Markus gewählt. ״■ Knapp vor seinem 00. Geburtstag starb in Budapest Oberregierungirat Stefan Popper, einer der ersten Kulturingenieure des Lartdes. In seiner Jugend hat er schon an den Rcgiilierungs!- arbeiten der Donau und Theiß mitgesvirkt, eine Reihe von lndustrieuntcrnehinungen mitbrgrlmaet, u.a. die erste sog. ״Telefon-Zeitung" ins Leben gerufen, deren Präsident er auch blieb, fm Verein mit seinem Schwiegersohn, Dr. Leo Budax-Ooldbergcr, hat er auch an allen jüdischen kulturellen Bestrebungen regen Anteil genommen. Dr. A. F. Hl efafae jriifttß. Hi Au* der ״JÜDISCHEN RUNDSCHAU" v. 4. T. 19t J: ln M i n s k starb ein alter Mann, Chaim Mosrhhin, dieser Tage im Alter von 127 Jahren. Er hat noch im Jahre 1812 Napoleon während seines* Aufenthaltes in Minsk Türkei.‘ Dem Politei-Dii eklor Samuel Effendi Israel, der bei der Festnahme der Mörder Mahmud Shewhets verwundet wurde, ist emn Sultan die Tapferkeit»• medniUe verliehen worden. aus: ״Nimm alles, Unersättlicher, aber laß' mir meine Lieb* linge?" ״Nein! Gerade sie brauche ich dringend!“ ״Nein Und abertausendmal nein“, wollte er dem hämischen Sklaven der Habgier entgegenbrüllen, nein und ja schrien seine geilederteit Freunde in Gedanken an sein und Ziporas Leid durcheinander. Aber der Posaunenstimme seines Gewissens, den hauchleisen Seufzern der geliebten Dulderin und der sehen jubilierenden Hoffnung auf ihre Genesung erwiderte er zuletzt ganz kleinlaut: ״Ja!“, atmete tief, und sein Herz schlug gleich einem in der Schwebe zwischen Tod und Leben ängstlich zuckenden Vogel mit purpurnen Flügeln gegen mitleidlose Gefängnisvände. Jizchnk rieb sich die Augen und schalt sich selber einen Narren. Doch das Traumgespenst wurde bald unheimliche Wirklichkeit: der Versucher ließ nicht lange auf sich warten. Alte Spatzen pfiffen bereits Jizchaks wirtschaftliche Be• drängnis von den Dächern, und sie wurde auch in der Schänke mit dem verheißungsvollen Namen: ״Gegen alle Zores“ von Fuhrknechtcn und Hausierern ebenso oft beschwatzt wie die rührende Einfalt des alten Vogelfreundes nach den Worten Koheicts, Sohnes David, König in Jeru» schalaiam: ״Die Vögel des Himmels führen die Stimme fort. Und die Fittiche haben, sagen’s nach!“ Hier suchte sich unter bekannten Spaßvögeln mancher arme Gimpe] darüber zu trösten, daß er sich von köstlichem Köder m ein goldenes, oder meist nur vergoldetes Bauer hatte locken lassen. Auch der viemndzwanzigjährige Tunichtgut Abraham Kiswin, allzu lange Habenichts, hatte schon zwei Jahre lang seine glatte Haut, schmeichlerische Zunge und den Freiheitsdrang eines Juchheirassa-Burschen der um drei Jahrzehnte älteren, ebenso an Sommersprossen wie an Edelstemen reichen Juwelierswitwe Sara Pander geopfert und ihr jedesmal nach Empfang eines neuen Kleinods versichert, sie gelte ihm als das kostbarste, Schon war er durch ihre zahlreichen Geschenke für die Stillung ihrer Sinnenlust zu so erheblichem Wohlstand gelangt, daß er seine Lösung von ihren immer festeren mscnlingungcn erwog, sich im Rausch mit seinen Liebesgewinnen brüstete und voll triumphierender Siegessicherheit federn eine Wette anbot, er würde innerhalb vierundzwanzig Stunden Besitzer aller Lieblinge Jizchaks werden. Da fragte ihn der sonst wortkarge Laternenanzünder Moschele, was er mit den Piepmätzen beginnen wolle. ״Sara und euch", erwiderte Kiswin, ״soll endlich ein Licht aufgehn, daß mich hier keine Macht der Welt mehr halten kann. Ich werde ihnen einige saftige Liebeslieder beibringen, mir einen grünen Wagen und ein Gespann kaufen, endlich, hall, halo, als freier Mann landstraßenauf, landitraßenab sausen, unterwegs Wanderburschen, Postboten, Fuhrknechte und Zigeuner zu den Konzerten meiner kleinen Musizi laden und mich, großzügig wie ich nun einmal bin, mit manchem Gott vergclt's oder — toi, toi, toi, — kleinem Teufclslohn begnügen!“ Es bewahrheitete sich aber König Salomos Spruch: ״Ein Mann treibt Mutwillen, und hat es noch dazu seinen Spott, aber der Mann ist weise, der darauf achtet.“ Moschele entfernte sich unauffällig, lief zu Sara Pander und erhielt für seine Benachrichtigung ein Goldstück, das er so verzaubert anstaunte, als wäre ein Stern aus Gottes Krone in seine Hand gefallen. In einer der ersten Stunden des nächsten Tages kam Sara Pander, nach dem zärtlichen Girren ihres feilen Täu►־ berichs Kiswin ein ״sanftmütiges Himmclstäubchen“, schnaubend wie ein alter, aus Höllentiefen emporgeschossencr Drache zu Jizchak angesaust. Er bemühte sich, seine Verblüffung iiher diesen seltenen Besuch in solcher Frühe, sie ihre Erregung zu meistern und bat tim, er möge ihr nur gestatten, hier einen Bekannten zu erwarten. Da lächelte Jizchak nach Wochen tiefster Bekümmernis um Ziporas hoffnungslosen Zustand zum ersten Male wieder. Wie komisch, unergründlich und überraschend waren doch Frauenlaunen! Ihn erheiterte der absonderliche Einfall einer Altem►■ den und nach allgemeinem Tratsch in ihren jungen Galan Kiswin wie ein Backfisch Verliebten, ausgerechnet den Tempel seiner ehelichen Treue zu einem Stelldichein gewählt zu haben, und er dachte an die biblischen Worte über das Betragen des Weisen und de* Toren: ״Wer sich gern läßt strafen, der wird klug werden, wer aber ungestraft sein will, der bleibt ein Narr.“ Jizchaks Schmunzeln schien seine beschwingten Freunde nach ständigen Klageliedern um ihre Herrin zu neuem Frohsinn zu ermuntern, sie begannen voll Ahnungen einer Schicksalswende auf sonnenumblitzten Gestängen hin- und herzuhüpfen und muntere Weisen zu zwitschern. Sara Pander beneidete sie um ihren Seelenfrieden. Sie konnte wie eine von Rachgier durchflammte, mit allen Pfeilen des Hasses bewehrte Amazone den Augenblick des Kampfbeginns kaum erwarten. Als Kiswin nach zwei Stunden endlich erschien, schrie sie ihm wie eine entfesselte Megäre: ״Schuft!“ zu, erinnerte ihn an seine Aeußerung in der Schänke vom Konzert der kleinen Musizi und schlug ihm bei den Worten: ״Dss Schlaginstrument habe ich för alle Fälle zur Begleitung mitgebracht!" so heftig ins Gesicht, daR prügelter Hund fortschlich. Dann ahc eine plötzlich zu der furchtbaren Li sie mit dem Schlag gegen den unwu eigene Seele am härtesten getroffen i Wie gelähmt von einem Blitzschlag kommen reglos. AI Inn blich entspannten ging mit nachgiebigen Knien auf Sara sie zu beruhigen. Seine samaritersanft Rebkosten sic wie ein übcrirdisfhcr Entschuldigung,יי if/'hatfe”uw m'if reits verzlehn, aber die geflügelten durch ängstliches Umhrrflattcrn m ihrei des Friedensbruchs au. Da zögerte Sara sich ihm ganz zu erschließen, hot ihm z gen Ucberbietungcn durch Kiswin einen Kaufpreis für seine Lieblinge an und ve dere Vergünstigung, daß er sie als frei zum Tag des jüngsten Gerichts behalte nörht Erwachte, daß nligen Geliebten ihre tattf. krampfhaft auf. schien 11/chak vollsich seine Glieder. Er Pander;11 und suchte en Worte und Blicke Irost, Sir sammelte t/trr Fraucncltre und rer Zügellosigkeit um mutigem Fächeln he- ו »aucrti noen immer Pander nicht länger, um Schutz, vor etwa]- ungewöhnlich hohen ■rhieß ihm die beson- 1er Herbergsvater bis 11 und behüten dürfe. So zauberhafter Lockung vermochte Jizchak nicht zu widerstehn, zumal da ihn bereits die Vorfreude beseligte, nunmehr den berühmten Professor aus der Hauptstadt zu Ziporas Krankenlager entbieten zu können. Der Allerseelenarzt war ihr gnädig: sie genas zu einem neuen Leben, durch Leiden gereifter, fast überirdischer Güte und vermochte die wundersamen Zusammenhänge ihrer Rettung erst allmählich zu begreifen. Jizchaks Lieblinge begrüßten ihre Herrin so herzlieh wie eine Auferstandene, um so schmerzlicher wurde ihm das Bewußtsein, daß sie weder das jubilierende Gezwitscher, noch seine Anrufe mit hebräischen Buchstaben, noch den psalmodierenclen Flügelbraus vernehmen konnte. Aber wenn sie mit gefalteten Schwingen auf den Gestängen saßen, war cs ihr, als beteten sie für ein noch langes Gemeinschaft*• glück in Harmonie und Liehcstreue, für das Heil ihres Mannes und auch um Vergebung für Kiswin, den wie ein loser Zugvogel zu sagenhaften Weiten Entschwirrten, der als ewiger Galan vielleicht schon den Spuren einer jungen Wolke folgte. Doch in den heimlichen Gesängen ihrer Ahnungen hörte Zipora oft deutlich die Stimme des Allgütigen, und ihre Augen schimmerten voll Dank- und Freudenzähren für Seine unablässige Huld wie lautere Traumbr.unnen verklärt vom Wiederschein sie überglänzender Engelschwingen.

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