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Jüdische Rundschau · 1938-06-28 · Heft 51 (28.6.1938) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 51 (28.6.1938)
Date
1938-06-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 51, 28, VI. 1938 Wirtschaftliche Grundfragen III. Die industriellen Probleme Palästinas*) Von Ernst Kahn, Jerusalem Auch im günstigsten Fall wird in Palästina nur der kleinere Teil der Juden von der Landwirtschaft leben können. Das ist in allen modernen Staaten so. Selbst einstmalige Agrarländer wie Deutschland und USA, beschäftigen heute nur mehr ein Fünftel ihrer Erwerbstätigen in der Agrarwirt- Schaft; Industrie, Handwerk, Handel und Verwaltung ernähren den Rest, Und diese Entwicklung scheint weiterzugehen, weil die Bedeutung der Nahrung im Haushalt allmählich zurückgedrängt wird von Wohnung, Kleidung, Er- Ziehung, Steuer, Radio, Auto, Kino und Kühlschrank. Palästina bildet hier keine Ausnahme. Zwar spielt ein Landwirtschaftliches Exportprodukt, die Orange, in unserem Budget eine überragende Rolle. Aber wir benötigen den Erlös daraus noch auf absehbare Zeit hinaus zur Bezahlung der noch erforderlichen Nahrungsmittel-Einfuhr. Wenn wir — recht optimistisch — auch für Palästina die Unterbringung von einem Fünftel der Juden in der Land- Wirtschaft erhoffen, so erhebt sich die Frage, ob für die restlichen vier Fünftel anderswo, d. h. also vor allem in der Industrie und dem Gewerbe, Platz ist; denn die im Handel, der Verwaltung und im Fr/iehmigsvesen Beschäftigten sind ja schließlich im engeren Sinne nicht Werte schaffend. Gewöhnlich werden die Aussichten der palästinensischen Industrie schon mit dem Hinweis skeptisch beurteilt, es!VliL■^;!;! der notwendigen^ Rohstoffbasis. einigermaßen erschüttert, und mo ,e!1 ist sie hoffentlich überholt. Bereits stehen früher ׳entbehrte Ausgangspunkte zur Verfiigung: Wasser, Kali. Brom, Apfelsinen: dazu durften bald -uh ׳ich I 1 1 m -וו I! 1 V. tssei Jahren noch dursteten, ohne daß die systematische Ausnufzting und Bearbeitung der einschlägigen Fragen eigentlicii begonnen hat, zu Jahr rapid ansteigende und offensichtlich recht rentable Gewinnung. (In den ersten vier Monaten d. J. wurden für ist noch nicht einmal die Rede. Brom, ebenfalls ein Produkt des Toten Meeres, kann dort in jeder beliebigen Menge gewonnen werden. Einstweilen werden erst bescheidene Mengen vom Weltmarkt abgenommen. Auch hier warten unerschöpfliche Läger auf Prozesse zur besseren Verwendung. Magnesium •aber wird dort unten vorerst noch als unverwendbar ins Meer zurückgeworfen und wartet auf den Augenblick, in dem die Ausnutzung dieses immer interessanter werdenden Leichtmetallcs vielleicht zum Ausgangspunkt bedeutender Industriell werden könnte. Petroleum fließt einstweilen in rohem Zustand vom Irak nach Haifa und geht dann per Schliff in englische Raffinerien. Künftig wird dic.-es Rohöl in der Haifa-Bay veredelt werden; die demnächst 7t! erbauenden Anlagen sollen angeblich LP 'i Milhmn-n kosten. Nicht ganz so sicher ist, ob tin I ui v Mi זי יו י m ittmerie einmal Daß die Apfelsine eines Tages mehr der Ausgangspunkt wichtiger chemischer und Nahrungsmittelindustrien sein boFc״t 1 ■',•'•!״,'fbf.1g I »er ׳ ו-,ge” Zukunft?- *o sehen" die Dinge•' wesentlich "bescheidener aus. Nimmt inan eine Arbeiterzahl von HK! als die unterste Grenze eines industriellen Großbetriebes an, so hauen wir nach den von uns ergänzten Feststellungen des Indtistriczcnsus, den Jewish Agency und 1־iötadrutli gemeinsam Vornahmen, im Durchschnitt des Jahres 1037 deren 17 (wobei wir die Fisenbalunverk- Stätten der Regierung außer Betracht ließen). Wir führen sie nachstehend auf; wir betonen, daß nur die Arbeiter, also nicht die Angestellten, berücksichtigt sind: Palestine Electric Corporation (Ruthenberg) 1060 (einschließlich Angestellte 1370) Palestine Potash Corporation 930 Nesher Gement 461 Maspero (eigene Schatzung) ca. '100 Lozia (Textil) 270 Shcmen (Oel) 260 Elite (Schokolade) 107 Kremener (Metallverarbeitung)!50 Dubek (Zigaretten) 13g Möller (Textil) 136 Lieber (Schokolade) 112 Beth Lechem (Brot) 111 Steinbruch des Hasolel 107 Silverberg (Karton,igen) 105 Jerusalem Electric Co. (eigene Schätzung) 105 Zahnfabrik Blum!00 Jizhar (Oel)!00 Die Liste ist einstweilen noch kurz, zeigt aber immerhin bereits eine gewisse Mannigfaltigkeit. (Selbstverständlich gibt es zahlreiche Großbetriebe in Handel und Verkehr, die aber nicht hierher gehören.) *) Siehe die beiden erster! Artikel in Nr. 41 und 4S. Im wesentlichen aber ist natürlich Palästina noch ein Land der K 1 e i n - u n d Mittelbetriebe. Das vom ״Econorme Research Institute“ herausgegebene Bulletin veröffentlicht z. B. soeben die wichtigsten Ergebnisse des oben erwähnten Zensus. Danach gab es 1037 nicht weniger als 5602 Betriebe, davon 1552 industrielle und 4050 Handwerksmäßige; jene beschäftigen im Durchschnitt etwa 13 Arbeiter! Mail möge die Bedeutung dieser Klcinindustric weder für Gegenwart noch Zukunft unterschätzen; sie gehen jeder Wirtschaff Charakter und Festigkeit. Und wenn wir soeben auch für Palästina eine Entwicklung großer Betriebe voraussagten, so schließt das die Entfaltung der kleinen durchaus nicht aus. Im Gegenteil: die einstige Prophezeiung mancher National- Ökonomen, der Siegeszug der Großindustrie werde das Handwerk vernichten, hat sich als grundfalsch erwiesen. Denn jeder neue Großbetrieb gibt für zahlreiche Hilfswirtschaften Nahrung. Das dürfen wir auch für Palästina erhoffen. Der erwähnte Bau der Raffinerie in Haifa wird vielleicht schon die Probe aufs Exempel liefern. (Oft ist gesagt worden, daB in Palästina die Industrien nur mit Subsidiett leben können, wenn sie nicht zugrunde gehen wollen; ein Blick auf obige Liste widerlegt das bereits, denn die Mehrzahl der Unternehmen sind lebensfähig, manche sogar höchstrentabel, aus eigenen Kräfte״.) Andere, die z. T. nicht mehr in der Liste enthalten sind, haben Schiffbruch gelitten; ob deren Zahl höher ist als in anderen Ländern während Krisenzeiten, ist unklar. Sollte es aber der Fall sein, so wäre zu tragen, ob das an unabänderliehen, mit dem Land verknüpften Gründen liegt, oder ob Ursachen vorüegen, die zu beseitigen sind. Es scheint uns, als ob das letztere der Fall ist. Ein — recht zeitgemäßer — Rückblick auf die Mißerfolge in unserer jungen Industrie zeigt nämlich folgende Gründe: 1. Uebersehätzung der Aufnahmefähigkeit des Marktes. 2. Maßlose Konkurrenz, 3. Mangelnde Fachkenntnis. 4. Ungenügende Finanzierung. 5. Zu aufwandreiche Betriebsführung und zru kostspielige Anlage. 6. Schleiidcrkonkurreiiz des Auslandes. Ein reichliches, aber nicht vollständiges Bukett! ad 1) Palästina hat heute eine Bevölkerung von 420 000 Juden und 950 000 Nichtjuden, deren Kaufkraft zusammen nicht größer ist als die von 250 000—400 000 Amerikanern. Das kann man u. a. an dem Elektroverbrauch des Landes zeigen; wir verbrauchen heute erst 70 Millionen Kilowattstunden — das ist ungefähr der Verbrauch von 70 000 Amerikauern. Es sind Maschinen importiert worden, für die bestenfalls wenige Tage im Jahre Beschäftigung da ist, wenn keinerlei Import und keinerlei Konkurrenz vorhanden wäre. ad 2) W e n n — aber die Konkurrenz kommt trotzdem. Die Anekdote von dem Einwanderer aus Deutschland, der einem Freunde den Grund seines Zusammenbraches erzählte, ist bezeichnend. Er hatte sein Geld in eine — Schlittschuhfabrik investiert, und als gerade der Rohbau fertig war, wurde auf dem Grundstück gegenüber mit einer zweiten Schlittschuhfabrik begonnen. Das völlige Fehlen des Sinnes für die Aufnahmefähigkeit des Marktes und der Wunsch, dem Nachbar den vermeintlichen Erfolg streitig zu machen, waren bisher augenfällig. ad 3) Daß wir in den ersten Jahren an einem Mangel cm geschulten Facharbeitern litten, ist bekannt und nicht überraschend. Daß aber der geschulte Unternehmer auch heute noch dünn gesät ist, mag den Fernstehenden überraschen. Das beginnt mit dem verblüffenden Versagen der den Juden angeblich angeborenen Kunst des Rechnens. Aber auch die Betriebswirtschaft, Organisation. Fachkenntnis fehlen und fehlten hier sehr häufig. Das mag vielleicht mit der Natur des Neulandes Zusammenhängen, wo zunächst jeder sich mit jeden! zu beschäftigen hatte, der Lehrer Bankdirektor, der Assessor Städtebauer, der Oelfachmann 2e!nenfindustrieller, der Rabbiner Mctallindastrieller wurde. Das Umlernen hat natürlich Lehrgeld gekostet. ad 4) Wenn in Europa ein Unternehmungslustiger zu seinem Bankier kam, und ihm den Plan zur Fabrik unterbreitete und die voraussichtlichen Kosten auf £ 6000 bezifferte, so hat der erfahrene Bankier einen Finanzplan mit C 8000 entworfen; da er mit einer Kostenüberschreitung von 25r׳n rechnete. ln Palästina hat man dem Unternehmer in einem solchen Fall gewöhnlich £ 4000 zur Verfügung gestellt und die Ausfüllung der Differenz dem lieben Gott überlassen — in einem Land, wo einstweilen Kredite recht teuer sind — mit dem Erfolg, daß der arme Mann vom ersten Tage zu seinen anderen Sorgen unterfinanziert war und das Uebcrangebot fragwürdigen Weise in allen Großen und Laufzeiten noch weiter erhöhte. ad 5) Selten habe ich so schöne Fabriken gesehen wie vereinzelt hier. Die 1935 36 errichtete Glasfabrik in Haifa könnte sich überall sehen lassen. Aber gerade die Schönheit von Fabriken ist häufig nur für den Laien imponierend. Leider sind die in einem Hintergebäude oder in einem Schuppen mit einigen Familienmitgliedern begonnenen Werk- Stätten nicht selten lebensfähiger als die mit allen Schikanen der Neuzeit aiisgcstaltcte Prunkanlage. Im Tisclilergcwerbe gibt es für beide Exlreme lehrreiche und schmerzliche Vergleichsobjekte im Land. ad 6) Alles bisher Gesagte ist traurig und trostreich zugleich: traurig wegen der verlorenen Kapitalien und Hoffnungen, trostreich, weil all diese Dinge zu überwinden sind, sobald man sie erkannt hat: Die Errichtung von zu großen und zu vielen Betrieben kann durch Aufklärung und durch eine entsprechende Kreditpolitik der Batiken eingeschränkt werden, die Faehkcnntnis nimmt unleugbar zu, die Finanzierungsmethoden können und werden gebessert werden, die Errichtung von Prmikfahriken für problematische, unerforschte Industrien gehört hoffentlich der Vergangenheit an — aber wie ist es mit der Konkurrenz von In- und Ausland, von Nationen mit niedrigerem Lebensstandard? Soweit das Inland in Frage kommt, so ist — vorerst — von einer Konkurrenz der Araber deshalb noch wenig zu sprechen, weil sie sich einstweilen kaum auf diesem Felde betätigen. Um so ernster ist das Dumping des Auslandes; war es bis vor kurzem hauptsächlich Japan, so ist cs seit einiger Zeit Von der Woche Die Militärbehörden haben einen Kontrakt mit dem Solei Bo n e für die_Drrichtung־ von Gebäuden zur Unterbrin- .. Kontrakt wurde dem Solei Bone nach Einreichung von Kostenanschlägen von arabischen, jüdischen, britischen und ägyptischen lärmen übergeben. Die arabischen Zeitungen melden, daß arabische Institutionen bei dem High Commissioner und General Haining gegen die Vergebung des Kontraktes an Juden protestiert haben. Die Regierung beschloß, neun dreistöckige Polizeistations• gebäude an der Nordgrenze zu errichten. Der Auftrag für die Sauarbeiten ist einer englischen Firma übertragen worden. Die Kosten dieser Polizcistationen werden sich aut zirka £ 90 000 belaufen. Die Polizcistationen sollen mit elektrischen Alarmcinrichtimgen versehen werden. Meldungen zufolge hat der ehemalige Mufti von Jerusalcm Alzouk im Libanon verlassen und sich nach Jebel Suniin begeben, wo er die Sommermonate verbringen will. Berichte, er habe den Libanon verlassen und sich in ein anderes Land begeben, sind unrichtig. Auf dem Friedhof von Tel Awiw wurde des fünften Todestages von Dr. Chaim Arlosoroff gedacht. Arlosoroffs achtjähriger Sohn sagte zum ersten Male das Kaddisch- Gehet, Abends wurde in der Halle des Jewish Agency- Gebäudes in Jerusalem eine Gedächtnisfeier abgehalten, der eine große Menschenmenge beiwohnte. Ben Gurion hielt eine Ansprache, die durch Rundfunk übertragen wurde. In der Kwuza (livath Chaim im Emek Chefer, die nach Arlosoroff benannt ist, wurde ebenfalls eine Gedächtnisfeier abgehalten. Syrien, das uns die überschwersten Verlegenheiten bereitet. Da es hier vorläufig noch Zollfreiheit genießt, so sind viele Industriezweige seinen äußerst niedrigen Produktionskosten und den Vorteilen seiner Frankcnwälirung schutzlos preisgegeben. Obwohl uns nichts ferner liegt als eine Unterstützung der Aütarkiebeslrebungen und obwohl wir nicht vergessen dürfen, daß Syrien für uns auch ein begehrenswerter Kunde ist, so kann das nicht so weitergehen; denn ein Betrieb nach dem anderen droht zum Erliegen zu kommen. Deshalb ist der Entschluß der Regierung, die Zolleinheit mit Syrien zu kündigen, von ungeheurer Wichtigkeit. Freilich wird das noch keine restlose Lösung sein. Denn die Frage der Lohnhöhe in einem Gebiet mit Menschen verschiedenen Lebens- Standards besteht ja auch innerhalb der Landesgrenzen und fordert eine besondere Behandlung. Wir fürchten, daß unsere Darlegung ein Mißverständnis hervorrufen könnte: Nämlich eine Verwechslung von Industrialisierung und Verstädterung. Beides muß aber keineswegs identisch sein, am wenigsten in Palästina. Es ist nicht nur möglich, sondern in hohem Grade wünschenswert, die Industrie und den Industriearbeiter zu dezentralisieren. Die Voraussetzungen für diese überall angestrebte Entwicklung sind hier besonders günstig. Das zeigt nicht nur ein Blick auf unsere Liste, sondern auch die eigenartige Standortfrage: Die Wasserkräfte, die Kalischätze, die Steinbrüche und die Plantagen der Orangenpflanzer liegen draußen im Land. Außerdem bauen wir ja im Zeitalter der Elektrizität und des Lastautos auf, welche Dezentralisation leichter machen als die altmodische Eisenbahnstation und die Dampfmaschine. Aber auch ganz bewußte Planung liegt hier bereits vor, wie etwa die Anlage der weitläufigen Haifa-Bay mit ihrer Mischung von Industrie- und vorstädtischcr Zone, Wir brauchen eine Ansicdlung des Industriearbeiters in einer billigen Wohnung mit der Möglichkeit eines eigenen Nutzgartens usw., abgesehen von nationalen Gründen, mehr als andere Länder, da unser Arbeiter weder Arbeitslosennoch Altersversicherung genießt und deshalb gegebenenfalls mindestens seine Nahrung selbst erzeugen sollte. Aber selbst die Menschen, welche in den Großstädten arbeiten müssen, sollten in möglichst großer Zahl draußen angesiedclt werden. Das ist aus tausend Gründen gewiß nicht leicht. Aber es muß gelingen. Wenn einmal der Traum einer elektrischen Schnellbahn von Tel Awiw nach Haifa zur Wirklichkeit geworden ist, dann wird die Lockerung der Städte gelingen. Und schließlich verdient ein Experiment Beachtung und Förderung, das nur in Palästina denkbar ist: Unsere Kibbuzint, die gemeinschaftlichen Siedlungen, versuchen in zunehmendem Maße ihrer landwirtschaftlichen Wirtschaft gewerbliche Ergänzungen zu geben. Heute schon sehen wir Tischlereien, Trikotwebercien, Kistenfabriken, Ziegeleien, Töpfereien im Betrieb oder im Entstehen. .Manchmal in Verbindung mit Unternehmern. Der Wunsch eines Risikoausgleichcs und der besseren Beschäftigung der Mitglieder spricht liier mit. Nicht alle diese Blüten werden reifen. Fehlsehläge und Enttäuschungen sind kaum zu vermeiden. Aber das Experiment ist vielleicht nicht minder interessant als die ersten tastenden Versuche zur rein agrarischen Kollektivsicdlun^ vor einem Menschenalter. Hier könnte eine völlig neue Industrieform entstehen, wenn neben dem vorbandenen Enthusiasmus die erforderlichen kaufmännischen und technischen Qualitäten sich fänden. Die Frage des Absatzes wäre vielleicht weniger schwierig als anderswo, da die Arbeiterwirtschaft des Landes liier gewisse Garantien bietet. Fassen wir diesen Teil unserer Betrachtungen zusammen: Die kaum venneidbare Industrialisierung des Landes stellt uns vor schwere Aufgaben. Eine befriedigende Lösung ist im Bereiche des Wahrscheinlichen, denn die zu überwindenden Schwierigkeiten liegen mehr bei uns als bei anderen. Kulturarbeit auf dem Karmel. Die räumliche Entferrutiig der Wohnbezirke des Karmel vom Hadar Hakarntel, mit seinen Theaterauffuhrungen, Konzerten, Vorträgen, Kinos usw. hat schon vor geraumer Zeit den Gedanken entstehen lassen, dem Karmel ein kulturelles Eigenleben zu schaffen. So kam cs zu gelegentlichen Konzerteti wie den Kammertmtsikahenden bei Teltsch, Vorträgen usw., zu der in größerem Maßstab angelegten Kartnclfestwoche im Herbst vergangenen Jahres, und schließlich vor etwa einem halben fahr zu der Gründung der Achuth Bnei Hakarntel (Carmcl 'Fellowship), in deren Vorstand eine Reihe prominenter Karmelbcwohncr sit/t, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, dem kulturellen Niveau der Kartnelbeivonner und der zahlreichen Kurgäste entsprechende Veranstaltungen zu organisieren und den gesellschaftlichen Zusammenschluß zu fördern. In dem kurzen Zeitraum des Bestehens sind bereits verschiedene Konzerte gegeben und mehrere Vorträge gehalten worden. Das letzte Konzert war ein Sonatenabend Basia Polischuks und Irene Hirschs. Alfred Markus, Haifa

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