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Jüdische Rundschau · 1938-06-28 · Heft 51 (28.6.1938) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 51 (28.6.1938)
Date
1938-06-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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JQDISCHE RUNDSCHAU Nr. 51, 28. VI. 1938 Radhel Die ..gött liehe Rae hei“, deren Ruhm vor hundert Jahren bei!,־um, die spater von den Königen »ml Fürsten Euro* pas hevundeit winde und ■schließlich sogar ein Denkmal erhielt, i>t von uns Nachgcborcnen nur aus ihrer Wirkung auf die Zeitgenossen zu beurteilen. Ihr schärfster Kritiker war I leim; di!!eine, der 1?42 über sie schrieb, sie auch persönlich kannte und die Künstlerin mehr als die menschliche Persönlichkeit schätzte. Sie war offenbar eine vollkommene Schau- Spielerin, indem sic in einer guten Rolle ganz aufging, so völlig, daß sie ohne die Rolle eines Dichters verblaßte. ״Auf dem Theater“, so schilderte Heine sic 1847 in einem Gespräch, ״wo ihr ein Dichter die Worte souffliert, ist sie groß und sublim. Weiß geschminkt, Brust und Anne herrlich drapiert, in ihrem weißen Gewände, gleicht sic einer griechischen Statue. S1ch.it aber auch eine Stimme, alle Herzen um/udrehert, und l’ehorgäiigc des Gefühls zu Au dז ׳ K : . ■ '•,׳ ■ G r malen, wie stellt sie die Ju i■!ס;׳ o;.Im; 1״ Ausbrüche der l.eidcnschafton dar! Vor allem aber hat sic so na rkwiirdige Tone für die Darstellung geheimer, *u.־!! u״ bergender, verbrecherischer hiebe (in den!da '*:-1׳hc:1 1!a.׳.׳dien Racine*). Auf dem Theater, ja, i-t sie so g;־.>!:! I i.ikeim aber in ihrer Wohnun״ finden Sie;1111 ,.;;11!.:■db-'*. ha. eres, hreitsiirniges Frauen- Zimmer... 1 >.!.* /,« ■!■*ין ü!:ge in K'nehel und ihrer Wirkung auf di■' wenige!] n 1, :;t 1 e-lk>* oder doch mir von ihrer Kunst cnthio;;!*;:■:1 /■■,!.:,!!,,ח•,״ he-engt r.ieh Alexandre NX׳ c i II, der sie ״•;!:,■ e!-:0 I :,n'i'.Iiu der Well" nannte, ״aber als Jude“ der Jmbn 1״rv, ui, d,d! * e :;!1 heben nicht erfüllte, was sie Ruhme* ,1•:* dir X',.:;, 0־;!:;!;!״ Ibisse zu werfen,“ In ihrer (I - 1'! ׳ י,, , י - ן; ’V‘1lm«k'Nt״!,lk\\uulcls־ s *, 1 , ,׳!׳. . 1 , י• ’ ׳" ־,n U1\•« dr 1111g" Verstr ' 1 ' ' ־' ■ / ei, l1 ee 1 igütM heften, che In* 1 1! ׳ t 1 1! 11 >, 1 I* 11 ,d* Fm Iiter 1 ine* Landgut bei T־e;!!e!. Ihe l׳an-:r (iedenkfeier für die Rachel hafte (nu׳!;t, wie in \r. 50 mitrreteilf, *len 100. Gebnrlstag, sondern) die 1 laude:tjahrfeicr des Debüts ain Thc.itre Fran- 9ais zum Anlaß. An Ars;•11( ״Wisse״ S Grab. Irli' wol ich meine Ta׳ scltelien. t!nd Schuld, 1111 i 11 e schönen T.01״!־ nicht in F 14 111 Der Gott I~r:1 oben, erlaube! und meine 1;1! Rache! na H0USS.1 V;■ drü, 'kte Aus Briefen der Radtel I loussaye (4S56): e noch, wie wir von meiner Laufbahn sprachen, 1 von Marmor? Ja, von Marmor für mein te dem (ieuuß leben. In wenige» Jahren habe :e und Nächte verzehrt; doch es ist eben ge- ■ h sage nicht wie Ihre Büßerin: es ist meine SchuldI Wenn man sein Herz nicht i-n seinen 1 verbrannt 11.1t, kann man es mit 35 Jahren m it *et/eti .. .!doch ich werde /!!riiekkehren. :■!* wird mir, in meinen Zwischenakten dort In rab/1!'•(!;.re!!, um meine Kinder zu küssen mmle dcr/iiscben im Theätrc Franfais, das r Id, dbc!׳!r aus Adepten sehnte sich die;1׳ r Ri;*! nach Palästina, Der ober! erwähnte von ihrtr Rt:*c. in Aegypten. Sie h chirf, wenn ich auf meiner Reise ihr it begraben, dort wo das Grab!, der i rau Jakob* istderen Girab ■■ 1 ■״l:e-e Seh1:*׳.!eht i*t ihr nicht Ernst Blaß* ,,Kain“-Uebersetzung Ma״;ochc S!00■ c׳■ erak ist uns aus les Dichters Gedicht* bänden ..l>׳V *■tr.i.h■ kotnine ich entlanggeweilt“, ״Die Gedichte von Trciinatig und I :Gif und ״Die Gedichte von Sommer!:ml Tod״ t if (■;׳;i; :;vtont, Ernst Blaß ist in den Jahren des finde:; I\p!(.-*,on:s11111s, in denen er seinen Weg begann, dieser Richtung me ganz verfallen und seine Groß* stadtiyrik;:;thrlm last jegdehen dcsillusionierenden Zuges; detin dieser Sänger ist ein Mxlier der verborgenen Seele in Menschen, Ticriu und Hingen. Mit der Uebertragung des Byrn n sehen ,,Rain״ (Sdiocken-Büchcrei 80) reiht er sich den großen Uebe! setzerleistungen ein. Byron 1*t im Geisteslehcn der jungen Völker eine so lebendige Kraft gewesen, daß die Geschichte ihres Schrittturns, de•* Gawmchen zumal, zahlreiche Byrons mit der Be- Zeichnung des betreffenden Landes nennt,. Byron war ein Vorkämpfer der unterdrückten Völker und es ist nicht schwer, 11«־* seinen ״Hebräischen Melodien“ eine ״verhaltene Parlament 1mode“ herauszuhören, in der er auf Grund der traditionellen Verbindung des englischen Volkes mit der Bibel a bmr1g*vo!l (icdankcngangen der Balfour-Deklaration nahekoniint. Gehören di;■ Juden auch nicht zu den Völkern, an deren •Wiedergeburt Byron mügelioifcn hat, so haben sie diese Paleis4ina-Am4 Berlin DER. 3 tWISH A 6 E NI C V FOR. PAliSTlNE Berlin W 15, Meinekestraße 10. Telefon: Sammet-Nummer 91 9031. 12. Handwerker-Schule. Die■ Hamkverkerschulc am Techitikuni, die l I — Ugaiirige in einem 3jährigen Lehrgang ausbildet, hat noch wringe Platze frei. Anmeldungen für diese Plätze müssen 1111 vcr/uglich an die Abteilung Allgemeine Beratung des Palästina-Amtes, Berlin W15, Mcinckostr. 10, erfolgen. Jüdische Schätze in Cambridge* II. Maimonidcs und Isaac Ahrabanel ״Queens College׳•' in Cambridge war von je her ein Zentrurn für orientalische Studien. Aus diesem Grunde läßt ejas College keine Gelegenheit vorübergehen, auf diesem Gebiet berühmt gewordene Männer zu feiern. Maimonidcs- und A b r a b a nel-Eeiern hat es bereits gegeben, und nur! bereitet man eine solche für Rase hi für das Jahr 1910 vor. Bei der M a i m o n i d c s - F e i e r, an der sielt die philosophiselie, niedi/inische und orientalische Fakultät in der Universität beteiligten, gab es auch eine Ausstellung. Sie diente in erster Linie dem Zweck, das Lehen und die Scltriften Maimonidcs' an Spedition seiner Werke zu illustrieren; ferner um seinen Einfluß auf europäisches Denken darzustcllen. In dieser Ausstellung fanden sich sowohl Leihgaben als auch Eigentum des Colleges. Letzteres umfaßt größtenteils eine Sammlung von Uebersctzungen seiner philosophischen und juristischen Werke in europäische Sprachen und frühe hebräische Ausgaben. Das College besitzt übrigens kein Werk, oder auch nur Fragment, von Maimonidcs’ medizinisch en Schriften. Ich habe drei Ausgaben vor mir aus dem 1(»., 17. und 18. Jahrhundert, deren schönste, ״Mischnc Tora hu Yad ha-ehasaka“, 1521 in Venedig gedruckt wurde. Diese große Anzahl von Deberset/tmgen wirft ein Licht auf die Tatsache, in welch hohem Maße im 16. und 17. Jahrhundert Maimonidcs studiert wurde. Was m1״ Isaac Ahrabanel betrifft, so ist anläßlich der Wiederkehr seines 50;). Geburtstages (Lissabon 1437) neben der von ״Queens'“ organisierten, jedoch in einem anderen College gehaltenen Feier ein Fluch entstanden mit 6 Vorlesungen, lierausgegebcn von Prof. J. B. Trend und Prof. Herbert l.oewc, das Ahrabanel.* Einfluß auf damaliges Denken, auf die Geschichte der Renaissance, zeigt. Die b Aufsätze verdeutlichen, in welch starkem Grad die spa- תisehe Literatur jener Zeit von hebräischen Elementen durch• setzt war. Wir erfahren weiter, wie sehr Abrabaiiels Bibelkommentare Anziehungspunkte für christliche Uebersetzer waren, woftir der Grund vielleicht auch darin zu Stichen ist, daß Ahrabanel eine gute Kenntnis des Christentums bcsaß. Die Verbindung Abrabaiiels durch seinen Sohn mit der Renaissance-Denkweise fuhrt zu Spinoza und damit zu!110■ dernein Denken. Abgesehen von der philosophischen Bedcutnng Abrabaiiels sind seine Werke für das Verständnis des damaligen Spanien wichtig. III. Die .fudaica- und Orientalin־ Abteilung Queens College hat, wie cs im Mittelalter üblich war, hebräische Bücher gleich hei Erscheinen aiigekauft. Aus dieser Tatsache können wir uns die verhältnismäßig große Anzahl von Bibeln erklären, die das College besitzt. Noch heute stehen die Bände an den Plätzen auf den schwereichenen Regalen, die ihnen in jenen längstvergangenen Tagen angewiesen wurden. Im ersten Stock des wunderschönen Tudor-Baues fällt die ״Pariser Polyglott-Üibel“ sogleich auf, ein herrliches Werk in neun Folio-Bänden, das 1615 in Paris erschien. Siebensprachig (hebräisch, samaritanisch, chaldäisch, griechisch, sy* risch, lateinisch und arabisch), sind die Bände in zwei Spalteil gedruckt,. mit Targmn und lateinischer Uebersetzung des Chaldäischcn. Die Lettern sind wundervoll klar, die Punktation sorgfältig und übersichtlich. Der braune Ledereinband ist jüngeren Datums. Ein weiterer Schatz des Colleges ist die ״Biblia Sacra Polvglotta“, herausgegeben von Bryan Wal ton (und unter diesem Namen am bekanntesten), einem christlichen Hcbraisten. Zwischen 1654 und 1657 hat er in Oxford — Walton selbst ist Cambridge-Professor gewesen — daran gearbeitet. Ursprünglich sollen die 6 Bände in 9 Sprachen erschienen sein, jedoch weist keines der Bücher mehr als 8 verschiedene Versionen auf (griechisch, lateinisch, hehräisch, arabisch, äthiopisch, syrisch, persisch, samaritanisch). Diesen ft Bänden ist ein Heptaglott-Lexikon in 3 Bänden als Supplement beigefügt. Waltons Ausgabe ist eines der ersten in England durch Subskription in Umlauf gesetzten Werke. Er verlangte damals C 10 für die ft Bände. Was die mir zur Verfügung stehende Ausgabe von Waltons ״Biblia Sacra“ so unendlich wertvoll macht, ist eine Bemerkung im Vorwort, die allen übrigen Ausgaben fehlt. Es wird, neben den Namen der Subskribenten, darin angegeben, daß Oliver Cromwcll, Englands Lord-Protektor, dem Herausgeber ״den Zoll für das aus dem Ausland zum Druck des Werkes eingeführte Papier erließ“. Iin Einbanddeckel findet sich die Widmung eines Londoner Kaufmanns, Jeremias Bonnell mit Namen, der in seiner Jugend mit dem College in Verbindung gestanden haben muß und aus Achtung vor der Wissenschaft und in Erinnerung an eben diese Tage das Werk den! College im Jahre 1658 übergab. Der ursprüngliche dunkelbraune Ledereinband, mit Goldvcrzicrungen und gußeisernen Verschlüssen, ist noch vorhanden. Es ist bekannt, daß Erasmus von Rotterdam lange Zeit in England zubrachte, ein ״Freund der Könige“ (Henry VII. und VIII.) und der gelehrten Welt. Vier Jahre dieser verschicdcncn Englandaufenthalte lebte er in Cambridge, in Queens College, wo er Griechisch lehrte. Hier auch arbeitete er an seinem ״Novum Testamentum“, dessen Baseler Ausgabe von 1540, gedruckt bei seinem Freunde Probenitis, er in den letztwilligen Verfügungen dem College vermachte. Neun Folio-Biinde sind cs, prachtvoll gedruckt, deren Satzspiegel einem modernen in keiner Weise nachsteht. ln der eigentlichen Orientalin- und Judaica-Sammlung des Colleges, die in einem hübschen, von schweren Holzbalken getragenen Raum unterm Dach ihren Standort hat, finden sich keine Kostbarkeiten. Vielmehr handelt es sich hier um eine Gcbrauclishibliothek, zusammengetragen aus dem Privatbesitz. verstorbener Professoren, die in ״Queens“ orientaiisclie Sprachen lehrten. Man hat aus historischer Rücksicht (Pietät mag auch mitgespielt haben) den Standortangaben dieser Bücher die Namen der einstigen Eigentümer in abgekürzter Form beigefügt. Da ist die Sammlung Samuel Lee, der, vom kleinen Pflugtreiber über den Professor für Hchräisch und Arabisch endlich zum Gründer der ״British and Foreign Bi hie Society" wurde. Von diesen Bibeln findet sich hier ein kompletter Satz in allen Sprachen der Welt, einbegriffen indische Dialekte, Amharisch, Samaritanisch und was immer Missionare haben lernen müssen. Da sind weitere Sammlungen allgemeiner Werke zum Studium unseres Schrifttums, Lcvys Lexikon, Salomon Btibers ״Midraschim“, unter ihnen; Konkordanzen, arabische und persische Wörterbücher, Talmudausgaben. Zum Schluß ein Wort über zwei samaritanische Manuskripte, die, auf l.eder aufgezogen, unter Glas an der Wand hängen. Sie wurden von einem Händler in Nablus erworben und dem College geschenkt. Man hat herausgefunden, daß die Blätter in saniaritanisch-hehräischer Version Teile aus dem Pentateuch, und zwar aus Leviticiis und Numeri, enthalten. Es wird angenommen, daß diese Bogen verhältnismäßig weit zurück datieren, und nicht zu der modernen, für Touristen hergestellten Sorte gehören. Diese Tora-Rollen sind um so wertvoller, als es zwar viele j ü d i sch - hebräische Tora-Rollen gibt, jedoch saniarit a n i s c 11 ־ hebräische kaum existieren. Vollständige RoUen sind wohl überhaupt nicht mehr zu finden. Berühmte hebräische Kataloge (Sammlung Sassoon, Steinschneider, Vatikan-Bibliothek) geben auch nur vereinzelte Manuskript- Fragmente an, und ״Queens“ preist sich glücklich, zwei derartige zu besitzen. Ilse Cohnen *) Siehe den ersten Bericht in Nr. 44/45. Sympathie doch gespürt und den! Dichter und Politiker gedankt, wie wenn er iiire Sache verfochten, ihre Freiheit mit Wort und Tat herbeige führt hätte. Unter dem Eindruck des ״Ohilde Harold“ unternahm der junge Disraeli seine ״Pilgerfahrt", als er in seiner Jugend England verlassen mußte, nahm einen Getreuen des Lords in seine Dienste und setzte Byron in seinem Roman ״Venezia“ ein Denkmal. Heinrich Heine war ein gelehriger Schüler seiner ״Hebräischen Mclodien“. Uebersetzer von Teilen des ״Manfred“ und des ״Cliilde Harold“ und schrieb unter dem Eindruck des Byron-Wortes: ״Ich sah, wie Prosa wuchs und Dichtung schwand'‘ seine dem ..Don Juan“ geistesverwandten Versrpen, während Byron mit den ersten Teil des Satzes einen Heine prophezeit hatte. Georg Brandes entdeckte, daß bei dem englischen Dichter nicht nur ״das jüdische Gewand den Former, seines Gefühls natürlich entsprach“, sondern daß Byron geradezu ״alttestamentarisch in seiner Geistesrichtung und in seinem Seelenleben“ gewesen wäre. Hat Maurois in unseren Tagen die Gestalt des Menschen Byron neu erobert, so schenkt uns die ״Kairr-Uebortragimg von Ernst Blaß den Dichter Byron aufs neue, ja jenen fast unbekannten Byron, der sich zeit «eines Lebens mit der Frage nach den letzten Dingen beschäftigte, zum ersten Male. Der Ernst, mit dem Byron sich auf Grund seiner purita״ nischen Erziehung in die Bibel vertiefte, weckte in ihm früh• zeitig den Rebellen gegen Gott. Von den Büchern der Bibel standen ihm Hiob und Jesaja besonders nahe, während ihm die optimistischen Oottesbewcisc der englischen Aufklärung nicht viel geben konnten. Seine metaphysische Skepsis hinderte Byron nicht an den Bekenntnissen, daß er an Gott glaubte und glücklich wäre, wenn man ihn überzeugen könnte, und daß er hoffte, zu Gott bekehrt zu werden. In die Gestalt der Adah ist die Blutwärme des existenten Frauenwesens Teresa Giuccioli geströmt, und Byron hat die Gestalt von Kains Gattin und Schwester intuitiv erahnt. Wie ein Bibelkritikcr und Kommentator fußt er auf wenigen Andeutungen, wenn er die Worte, die in der Genesis Kain selber spricht, fast unverändert Adah in den Mund legt: ״Du strafst ihn mehr, als er ertragen kann. Siche, du treibst ihn von der Erde Antlitz, Und bergen muß er sich vor Gottes Antlitz. So wird’s ihm gehn, daß, wer ihn findet, ihn Totschlägen wird.“ Lutz Weltmann Berliner Rundschau Gebt am 3. Juli ״Für das jüdische Kind“! Die zweite Haussammlung ״Für das jüdische Kind“ am Sonntag, dem 3. Juli, muß die noch fehlenden Mittel bcschaffen, damit auch das letzte erholungsbedürftige Kind während der Sommermonate betreut werden kann. Oeffnet Eure Türen und Eure Herzen den ehrenamtlichen Sammlern und gebt noch einmal mit vollen Händen für das jüdische Kind! Die Sammler legitimieren sich durch einen orangefarbenen Ausweis der Jüdischen Gemeinde zu Berlin ..Für das jüdische Kind“, der mit der Unterschrift des Sammlers versehen ist. Der Spender erhält eine orangefarbenc Quittung mit der aufgedruckten gespendeten Summe. Postscheckkonto der Jüdischen Winterhilfe: Berlin 934 46 (mit Vermerk: ״Für das jüdische Kind“). Singstunde bei Karl Adler Ein Besuch des Seminars Karl Adlers, das dem Jugendpflegedezernat der Jüdischen Gemeinde Berlin und der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung unterstellt ist, gab einen Einblick in das Wirken dieses angesehenen Musikpädagogen. Mit reichem Rüstzeug an Kenntnissen und Erfahrung geht Adler daran, junge Menschen zum Gemcinschaftssingen zu erziehen. Er erreicht das mit den denkbar einfachsten Mitteln. Das Hauptziel seiner ״Lehr“-praxis ist die Atempflege, die er mit geeigneten, woh!ersonnenen und -erprobten Uebuiigeii fördert. Interessant ist es, die Versuche Adlers zu beobachten, die im Laien den Sinn für den chorischcn Klang wecken, ihn imbewußt an das Heikle Phänomen des Singens beranführen, ohne die gerade Spur, des natürlich Verstandliehen zu verlieren. Dabei gilt cs für Adler, keine sogenannten Kunstlcistungen zu erzielen oder den Ehrgeiz der öffentlichen Zurschaustellung zu wecken. Wichtig ist ihm — und das spricht für den hier waltenden hündischen Geist — neben der Er- Schließung des allgemein musikalischen Guts die Pflege eines Gemeinschaftsgeistes, der im gemeinsamen Singen die jnngen Menschen innerlich freimacht tmd sie gleichsam seelisch erfrischt. Dr. Jakob Schönberg Ankündigungen Berliner Zionistischer Ortsverband (BZV.), Ab 4, Juli beginnen Fraucn-Arbcitsgemeinschaft für Palästina. Wizo-Xachmiitag am 5. Juli, 16.30 Ehr, Regensburger Str. 26, Waller Lindcn-strauli: ״Palästina- Wanderung — UclKr.-ce-Wanderung.“ Ou La willkommen. Photngruppe T'muna. 5. Juli, 20.15 Uhr, Heim, Kantstr. 54. Hans Ein neuer hebräischer Anfängerkurs beginnt im Tleim. Kant*tr. 54, utilcr Leitung von Dr. Hioscr. Vorbesprechung: 7. Juli, 19 E'hr. Kant- Jüdische» Lehrhaus (Murburger Str. 5; Tel. 24 55 87). Ab 4. Juli finden sämtliche Kur.se wieder statt. Sprechstunden: Moni.1g bis Donnerstag 10—12 Ehr; Montag., und Mittwochs 17—19 Uhr. Lehranstalt lür die Wissenschaft des Judentums. Zu der am 6. Juli, 17.30 E'hr. in der Lehranstalt, ArtiilerirUr, 14, stattiindenden ordentliehen 3יencralver.*ammiung werden die Wohltäter *1er Anstalt hierdurch eingeladen. Tagesordnung: 1. Verwahumgjbeiiclit, 2. Bericht der Revisoren und Entlastung, 3. Wahlen.

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