Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1938-06-24 · Heft 50 (24.6.1938) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 50 (24.6.1938)
Date
1938-06-24
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2653549-2653588--32333-2684049
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

15 entity mentions

Nr. 50, 24. VI.938 ו jüdische Rundschau Seife 11 Revisionis Scharfes Kreuzverhör vor Herr B. Akzin, ein Vertreter der Revisionisten, sagte letzten Montag in einer öffentlichen Sitzung vor der Teilungskomniission aus, Uebcr d e;e Sitzung veröffentlieht ״Palcor“ einen längeren Bericht, dem wir Nachstehendes entnehmen: Her Zeuge erklärte, nach der wirtschaftliehcn Aufnahmefähigkeit v׳ n Pal ׳stina und Transjordanien befragt, könnten seiner Schätzung nach diese Gebiete schließlich eine Bevölkerung von 6 800 000 Seelen erhalten. Er glaubte, daß über vier Millionen Juden in das Land einwandern könnten, und kritisierte an dem Plan der Peel- Kommission für einen Jüdischen Staat, daß die für einen Jüdischen Staat vorgeschlagenen Gebiete für zusätzliche Kolonisation und jüdische Einwanderung unzureichend seien, wäh. rend in dem vorgeschlagenen Arabischen Staat Möglichkeiten von Mineralquellen im Negew und beim Toten Meer bcständen. Der Zeuge fuhr fort, ein großer Teil der Juden, die gcgen den Vorschlag einer Teilung Palästinas eingestellt seien, würden nach der vollzogenen Teilung versuchen, das Land wieder zu vereinigen. Denn sogar diejenigen, die für eine Teilung seien, betrachteten dies nur als einen ersten Schritt und dächten an eine spätere Aenderung und Ausdehnung des Jüdischen Staates auf Kosten des Arabischen Staates. An Stelle des gegenwärtigen Zustandes mit den arabischen Terroristen und der halboffiziellen Hagana würde man dann einen richtigen Krieg haben. Der Zeuge erklärte, die Revisionisten drängten daher auf Aufgäbe des Teilungsplans und beabsichtigten, der englischen Regierung ihren eigenen Zehnjahresplan vorzulcgen. Auf Befragen des Vorsitzenden der Kommission über die Zusammensetzung der Revisionistischen Organisation erklärte Herr Akzin, die Organisation habe 750 000 Mitglieder (? — Red. ״J. R.“), die hauptsächlich in Polen, Osteuropa, Südafrika und Irland lebten. Der Vorsitzende wies dann auf Herrn Akzins unrichtige Kalkulation in bezug auf die wirtschaftlichc Aufnahmefähigkeit des Landes hin. Den Bercchnungen des Zeugen zufolge, sagte er, gäbe es in einem ungeteilten Palästina nur Raum für weitere 700 000 Juden. — Damit wurde die Vormittagssitzung abgeschlossen. In der Nachmittagssitzung wurde Herr Akzin in ein scharfes Kreuzverhör genommen, das zwei Stunden dauerte. Er wurde besonders ausführlich in bezug auf die Wirtschaftliehe Aufnahmefähigkeit Palästinas befragt. Der Vorsitzende, Sir John Woodhead, wies darauf hin, daß seine Aussage Widersprüche enthielt und seine Kalkulationen in Millionen sich widersprächen. Als der Zeuge weiter über wirtschaftliche und kolonisatorische Fragen verhört wurde, gab er keine Antwort und bemerkte, er sei auf diesen Gebieten! kein Fachmann. Weiter wurde er befragt, ob er jemals Transjordanien oder den Negew besucht habe, was er verneinte. Sir John bemerkte daraufhin, daß die Kommission Transjordanien besucht und alles gesehen habe. Mr. Watcrfield, ein Mitglied der Kommission, bemerkte auf die letzte Antwort des Zeugen, dieser schiene sehr pessimistisch zu sein und schiene zu glauben, ein ji'1ai scher Staat würde aggressiv sein. Herr Akzin erklärte, der Unterschied zwischen der ״Neuen Zionistischen Organisation“ (d. h. Revisionisten) und denjenigen, die für eine Teilung seien, sei, daß die letzteren glaubten, sie könnten die aus einem arabischen Staat resultierenden Schwierigkeiten Überwinden, während die ersteren der Ansicht seien, daß die Schwierigkeiten sich vermehren würden. Als er von der Kommission gefragt wurde, was die NZO. tun würde, falls die meisten Juden einen Teilungsplan annehmen würden, Araber überfallen Tegart-Wall Jerusalem, 21. Juni. (Palcor.) Gestern nacht verübten 200 Araber einen Angriff auf den Tegart-Wall in der Nähe von Safed. Nach einem längeren Kampf vertrieben jüdischc Ghaffirim die Terroristen, die die Flucht ergriffen und zwei erschossene Terroristen zurückließen. Zwei Ghaffirim wurden in dem Gefecht leicht verwundet. Der Zaun war an mehreren Stellen beschädigt worden. Herzl Aloni, ein lOjähriger berittener Ghaffir, Sohn eines Siedlers in Kfar Jechcskel, wurde auf einer Patrouille in der Nähe von Gcva von vier Arabern, die auf ihn aus dem Hinterhalt schossen, ermordet. Alonis Gefährte entkam. Die Terroristen raubten Alonis Gewehr und Munition und ergriffen die Flucht. Eliahu Simha, ein lOjährigcr Jude aus Jerusalem, wurde in einem Teicli in der Nähe der Jerusalemer Eisenbahnstation ertrunken aufgefunden. Es besteht der Verdacht, daß es sich lim einen Mord handelt, da hei einer Untersuchung des Leichnams fcstgestcllt wurde, daß das Opfer erst erwürgt und dann ins Wasser geworfen wurde. Arabische Terroristen griffen arabische Arbeiter an, die bei dem Bau einer neuen Polizeistation in Saassa, im Norden Palästinas, beschäftigt waren. Drei Araber wurden getötet. Eine Polizeipatrouille, bei der sich auch einige jüdische Ghaffirim befanden, stieß in der Nähe der Nordgrenze auf eine arabische Bande. Es kam zu einem Gefecht, bei dem zwei Terroristen getötet und sechs gefangen genommen wurden. Arabische Terroristen unternahmen einen neuen Angriff auf Ramat Hakoweseh, der von jüdischen Ghaffirim zurückgcschlagen wurde. Es wurde die Entdeckung gemacht, daß das Wasserreservoir der Siedlung zerstört und sechs Dunam Weinstöcke ausgerissen wurden. Der Schaden beträgt £ 300. Bei einem Ucbcrfall auf einen Autobus auf der Straße voii Haifa nach Tiberias wurde der jüdische Chauffeur Leon Nathan leicht verwundet. Bei einem Gefecht bei Ancbta wurden zwei Araber getötet. Bei einem LJcberfall auf das Dorf Kirbath Shamie bei Tulkerem wurde ein arabischer Beamter getötet. Eine Militärpatrouille wurde in der Nähe von Rösch Pina von Beduinen aus dem Hinterhalt überfallen. Der Patrouille, die von jüdischen Ghaffirim begleitet wurde, gelang es, drei Beduinen zu verhaften. Arabische Terroristen versuchten ein Attentat auf das Leben des jüdischen Bürgermeisters von Tiberias, Z a k i Elhadif, der von ihren Schüssen nicht getroffen wurde. Jedoch wurde ein arabischer Zollbeamter, der in die Feuerlirsie geriet, schwer verwundet. Sieben Araber, darunter eine schwangere Frau, wurden im Norden Palästinas von Terroristen ermordet. Die arabische Frau wurde an einen Baum gebunden und erschossen, weil sie bei Juden arbeitet. Arabische Terroristen hielten ein arabisches Taxi im Außenbezirk von Nablus an, töteten den Chauffeur und verwundeten zwei Passagiere. t sagt aus der Teilungskommission gab der Zeuge keine Antwort und sagte nur, er glaube nicht, daß dies möglich sei. Der Jerusalemer Kor.espondent der ״Tim es“ schreibt zu Akzins Aussage: ״Leider hat die Ocfentlichkeit infolge des Umstandes, (laß die früieren Si./ungen der Teil«11 gskommission hinter geschlossenen Türen stattfanden, nicht die Meinung der die Majorität umfassenden jüdischen Organisation, der Jcwish Agency, gehört; dies ist um so bedauerlicher, da die Aussage des Revisionisten dazu beiträgt, die s c h I i m m s t e n Befürchtungen der Araber zu bestätigen.“ * JR. Für Außenstehende ist es unmöglich zu beurteilen, wer die Verantwortung für die Regie trägt, mit der die Arbeiten der ״Technischen Kommission“ in Szene gesetzt werden. Die ״Technische Kommission“, so wurde wiederholt erklärt, hat keine politische Funktion, sondern hat die Aufgäbe, die technischen Details des Teilungsplanes auszuarbeiten. Sie hat bisher in aller Stille ihr Material gesammelt, auch viele Zeugen vernommen, ohne daß ein öffentliches Schauspiel damit verbunden wurde. Man muß daher vermuten, daß die Vernehmung des Revisionisten in offen tlieber Sitzung von den Revisionisten gefordert wurde; es bleibt aber unbegreiflich, daß die Kommission darauf eingegangen ist und gerade in diesem Falle eine Ausnahme gemacht hat. Entweder man hat nicht gewußt, mit wem man es 711 tun hat oder aber — diesen Gedanken wollen wir freilich zurückdrängen — man wollte die jüdische Sache dadurch schädigen, daß man einen Zeugen vor das Rampenlicht der Ocffentlichkeit stellte, der die jüdische Sache bloßstellt. Wer die revisionistischen Kundgebungen seit 15 Jahren kennt, weiß, daß es der Mentalität der Revisionisten entspricht, nach Theatereffekten zu haschen und daß sie es im übrigen mit der Verantwortung nicht so genau nehmen. Der Eindruck, den die Aussage von Herrn Akzin hervorgerufen hat, ist wahrscheinlich, wie schon aus den Bemerkungen der ״Times“ hervorgeht, Wasser auf die Mühle aller derjenigen Kreise in England, die behaupten, daß man die Araber vor den Juden schützen müsse. Die Öffentlichkeit kennt nicht die Aussagen der offiziellen Vertreter der Jcwish Agency, die allein das Recht haben, im Namen derorganisierten jüdischen Palästina- B e w e g 11 n g zu sprechen. Wir nehmen aber an, daß deren Erklärungen und Programme besser fundiert waren als die des Revisionisten, und vor allem, daß sie eine klare Darstellung darüber enthielten, daß das jüdische Ziel in Palästina, wie immer die künftige Form des ״Nationalhcitns“ aussehen möge, eine Zusammenarbeit mit dem arabischen Volke ist und nicht eine ewige Feindschaft. Die (auch die Hauptabsicht des Peel-Planes bildende) Ueberwindung der gegenwärtigen po’i'ischen Spannungen muß den Sinn haben, nachher zu einem Zustand der Zusammenarbeit zu gelangen. Wenn Akzin etwas Gegenteiliges sagte, dann ist dies nicht nur unlegitimiert, sondern es ist auch widersinnig, weil jeder denkende Mensch verstehen muß, daß das Jüdische Nationalhcim auf die Dauer nur in friedlicher Zusammenarbeit mit seiner natürlichen Umwelt existieren kann und daher dies das Ziel der jüdischen Palästina- Politik sein muß. Arabische Terroristen entführten den Mukthar des Dorfes Avarta. Zwei arabische Kameltreiber wurden bei Kfar Saba von arabischen Terroristen getötet. Drei arabische Bauern wurden in der Nähe von Safed von ungefähr 300 Terroristen aus dem Libanon ermordet'. Die Terroristen überschritten die Grenze an einer Stelle, an der der neue Drahtzaun noch nicht errichtet wurde, und überfielen das Dorf Hurfeisch. Hospilalisierung Unbemittelter im Hadassa - Krankenhaus. Der ״Flaarcz“ veröffentlicht, wie uns aus Tel Aviv geschrieben wird, in seiner Jerusalemer Beilage folgende Angaben: Das Hadassa-Krankenhans in Jerusalem versorgt in erster Linie die ärmsten Bevölkerungsschichten ohne jede Unterstützung von seiten der Regierung, der Stadtverwaltung oder der jüdischen Gemeinde. Im Jahre 1037 wurden 16 סי aller Kranken ohne Bezahlung aufgenommen. 5,2 ״יי bezahlten bis 50 Mil pro Tag, das ist weniger als die Verpflcgungskostcn betragen. 14,7 "0 zahlten zwischen 50 und 100 Mil pro Tag. 40 ״> der Kranken zahlen 100 —150 Mil für den Tag. ln diese letzte Kategorie sind die Mitglieder der Krankenkassen einbegriffen. Die Ausgaben der Hadassah pro Krankheitstag betragen 500 Mil, die durchschnittlichen Einnahmen pro Krankheitstag 156 Mil. In Wirklichkeit benutzen nicht mir die erwähnten 16 der Kranken das Krankenhaus völlig umsonst, sondern es gibt noch eine große Anzahl Kranker, für die die sozialen Fürsorgestellen minimale Beträge bezahlen, die aber seihst nichts zu den Kosten der Hosnitalisicrung beitragen. So ist der Prozentsatz der nicht bezahlenden Kranken in Wahrheit höher als 16 °3. Besonders niedrig sind die Bezahlungen für Geburtshilfe. Von 1200 Wöchnerinnen zahlten 22 ״׳״ bis 711 einem Pfund für die Gehurt, den Aufenthalt nach erfolgter Gehurt im Krankenhause und die Behandlung von Mutter und Kind, die mindestens acht Tage dauern. In der Wöchnerinnenfiirsorge weist das jüdische Palästina Leistungen auf, die sieh mit denen der fortgeschrittensten Länder Europas und Amerikas wohl messen können. Die Gebühren sind gering und die Leistungen außerordentlich hochwertig. — Im ganzen ergibt sich folgendes Bild: Die Gebühren der Patienten decken nur etwa 35 0׳״ der Krankenhausspesen. 65 ״/# der Kosten des Krankenhausbetriehes der Hadassa in fernsalem müssen also zugunsten minderbemittelter lind mittelloser Kranker aufgebracht werden. Vom Palästina-Film. Die ״Karmel-Film״, Tel Awiw, hat soeben die Produktion ihres ersten abendfüllenden hebräi.schen Tonfilms beendet. Der Film hat den Titel ״Ueber den Ruinen“ und spielt in Palästina zur Zeit des zweiten Tempels. Die Außenaufnahmen wurden in verschiedenen Gegenden des Landes selbst gemacht, während die Innenaufnahmen im Atelier der Karmel-Film im Montcfiore-Vicrtcl bei Tel Awiw gedreht wurden. Das Manuskript ist von dem hebräischen Autor Zvi Liebermann; Regie führten Nathan Axelrod (der Gründer der ersten palästinensischen Film Wochenschau ״Karmel") und Alfred Wolf. Die Hauptrollen des Films sind mit Schülern der Schule in Schcchunath- Borochow besetzt, die von Schauspielern des ״Ohel“ und des Teatron Ivri unterstützt werden. Alfred Markus, Haifa Das neue Postgebäude in Jerusalem Am 17. Juni wurde das neue Posigcbäinlc in Jerusalem vom High Commissioncr ringeweiht, (Links daneben das im Bau be• jindliche neue Gebäude der Anglo-Paleslinc-ßank) K־<״ H. Oru.hks• י . mm i!S8p Von der Woche Das Kleine A k t i o ״ s - C o m i t e hielt in Jerusalem eine Sitzung ah. Schcrtok he-ch.if!ig;c sich in seinem Bericht mit den Aussagen der Vertreter der jcwish Agencv vor der Teilungskomniission, Im Anschluß daran wurde eine Debatte von den Herren UssbchLin und S11p:׳a-ky begormcn, die den ganzen Tag in Anspruch nahm. Die Sitzung schloß am Abend nach Ansprachen von Bi n < hirRm und IGsischkin. In Jaffa wurden Fl u g b I ä 11 c r wrieflt, die die Unterschrift des Arabischen 1 )ber-ten Komi ecs trauen und den \or-Gdag dis I ׳ 11׳ \b ״! י . ,1> - ׳ * . Staat Der arabische Rechtsanwalt Walul S a I a h. der Sohn wurde verhaftet. ’ י *י' ... In der Klage der Revisionisten neuen den Tel Awiwer Marine Trust wurde für den 12, Juli Termin vor dem Jaffacr Bezirksgericht anberaumt. t־׳ov des Ersuchens des Marine Trusts, die Sache solle auf das Tel Awiwer Gericht übertragen werden. Der Studenten streik an der Hebräischen Univcrsitat in Jerusalem wurde eingestellt und die Vorlesungen wieder aufgenommen. Die Hebräische Universität veranstaltete am 14. Juni eine Gedenkfeier für den kürzlich verstorbenen Philosophen Edmund Husserl. Dr. Hans Jonas sprach ausführlich über die Persönlichkeit und das Wirken Husserls und stellte ihn in die Reihe der großen klassischen Philosophen. Auch itn hebräischen Radio des Senders Jerusalem hat Dr. Hans Jonas eine populäre Vorlesung über Husserl gehalten. An der Beerdigung des jüdischen Eisenhalin-Vorarbeiters Jakob Schachar nahm eine große Menschenmenge teil, darunter eine Anzahl arabischer Eisenbahnarbeiter und britischer Ingenieure. Unter den Kränzen befand sich einer von Mr. Wchb, dem Generaldirektor der Palästina-Eisenbahnen, und ein Kranz in Form eines Magen Davids von den arabischen Eisenbahnern. ln Jerusalem starb Levi f. e v i n e - F ק s t e i n, einer der Gründer des Misrachi, im Alter von 72 l,ihren. Im Hafen von Tel Au iw legten an einem Tage sechs Dampfer an, wodurch 1000 Hafenarbeiter beschäftigt wurden. Das Bankhaus Jacob J a p h e t ft Go., ׳Jerusalem, schüttet für 1037 eine Dividende von 6 י; aus. Seit 1934 hat sich damit die Gewinnbeteiligung um 11׳׳''■״ erhöht. Die Freiheit des Handels Aus Tel Awiw wird u־״ über folgende interessante Aeußerung berichtet, die Dr. Ren-Nathan in einer palästinensischen Zeitung veröffentlicht: In ihrer Eingabe an F r'c i h G tLdcT!1 ai'd cl s sei' ׳Aber' di(* Iwtwiekhing der letzten Zeit macht es ange/eigt, Einschränkungen nicht durch h I i n d e n Gl a u h e 3 ח n e i n e D o k t rin das Urteil über die realen Zustande trüben!as-en. Tel Awiw, eine Stadt von 100(100 Seelen, hat heute 650 hebcnsmittelgeschähe, 230 Gemüseläden, 100 Restaurants, PK) Apotheken, 50 Schuhgeschäfte, 30 Schokoladen Lilien, 150 laden für Beklcidungsartikcl. Auf jedem dieser Wirtschaftszweige herrscht eine wilde Konkurrenz. Wenn man noch von manchen Arten der Unternehmungen meinen könnte, daß die Fülle des Angebots die Kaufkraft steigern könne, so ist das auf dem Gebiete des Lchensinittelhandels sicher nicht der Fall. Die Stadt Tel Awiw hat jetzt einen Bedarf von 16 000 Liter Milch pro Tag, die von 300 Milchhändlern verteilt werden, während sicher die Hälfte für diese Arbeit genügen würde. Für den Verkauf von 13 000 Rottei Fleisch gibt es 130 Fleischerläden und ihre Zahl ist im Zunehmen. Es ist dabei nicht anzunehmen, daß der Nahrungsmittclhedarf zunimmt, der durch die Einkünfte jeder Volksschicht normiert ist. Deshalb, bedeutet jeder neue Laden eine Vermehrung der Verkaufsspesen zu Lasten des Verbrauchers, denn Abbau der Preise aus Gründen der Konkurrenz hält sich immer nur kurze Zeit. Würde cs uns gelingen, die Zahl der Fleischerladen um ein Drittel ־zu verkleinern, so würden die Fleischpreise sinken, ebenso wie die Milchpreise mit der Zahl der Milchhändler abnclimen würden. Das würde nicht nur niedrigere Kosten der Lebenshaltung für die Massen bedeuten, sondern auch die Möglichkeit, mit der Einfuhrware des Auslands zu konkurrieren. Auch die Arbeitslöhne sind von den Preisen abhängig. Durch Preisabbau könnte der innere Markt erweitert werden. Diejenigen Schichten, die sich bis jetzt kümmerlich ernähren, könnten mehr als bisher kaufen. Die Stadt müßte den Lehensmittelhandel konzessionieren. Bis jetzt hat sie nicht die nötigen Vollmachten dazu, aber wenn man die dringende Notwendigkeit für eine Aenderung dieser Zustände erkennt, wird man sie auch erreichen. (Schluß des Palästina-Teils)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.