Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 50 (24.6.1938)
- Date
- 1938-06-24
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr, 50 24 v|. 1938 die Einführung zahlreicher VerglcicliMnomentc aus anderen Ländern und Kontinenten, Auf allen genannten Gebieten wird der Versuch gemacht zu zeigen, wie sich die Dinge in anderen, vor allem europäischen Ländern, verhalten. Für uns, die wir leicht dazu neigen, Palästina auch im wirtschaftlichen Sinne als etwas Besonderes aiizusehen — und diese Neigung ist durch die Prosperity, die mit einer Weltkrise zusammenfiel, noch verstärkt worden — ist es besonders wichtig, uns wieder und wieder in allen Fragen an den Zuständen draußen zu orientieren. Und der Niclitpalästinenscr wird eher zum Verständnis der Dinge im Lande gelangen, wenn ihm die Möglichkeit gegeben wird, seine Bevölkerungsbewegung und seinen Lebensstandard, seine Lohnhöhe und seine landwirtschaftlicbc Produktion, seine Kapitalinvestitionen und seine Wohnungsvcrliälfnisse mit Ländern zu vergleichen, die er aus eigener Betrachtung besser kennt. Das Buch ist geeignet, eine stark empfundene Lücke In der palästinensischen Literatur auszufullen. Wir besaßen bisher ״Palästinabiicher•‘, die mit viel Eifer Tatsachen über das Land zusammentrugen und dabei auch die Wirtschaft umfaßten. Die ״f)ökonomische Uebersicht“ jedoch, die uns jetzt vorliegt, liefert zum erstenmal eine umfassende Analyse der modernen Entwicklungen im Lande und gibt dadurch die Grundlage für ein vernünftiges Studium der Wirtschaft. Der an theoretischen Kommentaren zur ökonomischen Ent- Wicklung interessierte Expert wird hier viel Anregung zum Nachdenken finden. Wer Zahlen sucht, erhält sie hier, zum Teil illustriert durch Diagramme. Es finden sich Anregungen für eine konstruktive Beeinflussung der Wirtschaft, insbesondere in dem kritischen Kapitel über die Finanzpolitik der Regierung und der Behandlung der Zoll- und Handelsfragen. Gerade 111 der Aktualität des Buches liegt jedoch die Gefahr, daß es nach einem oder zwei j,׳ihren nur noch historischen Wert lut. Die Entwicklung in Palästina geht selbst liervorbrinjK•״, so daß neue Ucbcrsichten und Analvsen notwendig werden. Da, Wirtschaftsinstitut wird deshalb'vor weiferzufuhren und in bestimmten Zeitabständen ^Neuauflagen herauszubringcii, die sowohl das Zahlenmaterial als auch die Analvsen auf den neuesten Stand bringen. Ist das möglich, so erhalten wir eine laufende Wirtschaftsubersicht, die sowohl theoretisch als auch praktisch von großem Interesse sein kann. In einer Hinsicht ist ein Aushau des Buches wüusehenswert: auf dem Gebiete der a rahischen Wirfschaff. Mehrere der genannten Kapitel ״her die einzelnen Sektor, insbesondere wo er mit dem jüdischen verflochten ist. Und ein SclilrifIkarntol i,t speziell der arabischen Wirtschaft gewidmet, enthält jedoch nicht mehr als eine allgemein gehalterte Uebersicht. Hier wird über die Umbildung des arabischen Dorfes gesprochen, das ans seiner primitiven selbstgenügsamen Wirtschaft in den Kreis des int Lande aufsteigenden Kapitalismus gezogen wird, über die Verschuldüng der Fellachen und das Wachstum der arabischen Stadt. Der Rückschlag der Unruhcjabre 1036 37 wird berührt, ebenso Briefmarken Fritz Lewin lützowstr!0*A wie die Regierungsaktionen zur Erleichterung der arabischen Wirtschaftsnot. Jedoch ist dieses Kapitel den anderen gegenüber, die durch den Reichtum ihres Quellenstoffes und die souveräne Beherrschung des Materials auffallen, etwas unbefriedigend. Das darf unter den bestehenden Verhältnissen kaum wundernehtuen. Es ist noch relativ wenig Material über die arabische Wirtschaft zusammengetragen worden und in den letzten zwei Jahren ist der Zugang zu arabischen Faktoren so außerordentlich erschwert, daß wir von normalen Arbeitsbedingungen entfernt sind. Gerade aus der Darstellung von Horowitz und Minden geht jedoch besonders deutlich hervor, an wie vielen Stellen der arabische und der jüdische Sektor verbunden sind, wie stark sie sich gegenseitig beeinflussen und wie durch diese Beeinflussung bedeutsame ökonomische Probleme entstehen. Eine gründliche Durchfnrschttng der arabischen Wirtschaft mit den modernen Mcthoden, die Hornwitz und Hindert in ihrem Buche angewandt haben, ist deshalb wichtig. Hoffen wir, daß sich bald die Verhältnisse so ändern, daß diese Durchforschung erleichtert wird. Durch den Ausbau des Kapitels über den arabischen \X irtschaftssektor wird sich die ״Ockonomischc Uebersicht“ im vollen Sinne des Wortes das Adjektiv einer ״pafästinensischen" verdienen, wahrend das Buch heute eher als eine den muß. J Eine neue Siedlung im Emek Jerusalem, 20. Juni. (Palcor.) Im Emek wird von dem Kibbuz Afonirn, der jugendliche Einwanderer aus Deutschland, die mit der Jugendalija ins Land kamen, umfaßt, auf 2000 Dunarn teilweise hügligen Keren Kajemeth- Bodens eine neue jüdische Siedlung errichtet. Die neue Sied- 11111g liegt auf dem Land in Kuskus Tabun, das Gegenstand eines langwierigen Rechtsstreites zwischen Juden und Arabern, die Eigentumsansprüche erhoben, war. Jedoch entschied das Gericht seinerzeit zugunsten der Juden. Mit Hilfe von jungen Ernck-Siedlcrn und zahlreichen Ghaffirim wurde um die Siedhing ein Drahtzaun errichtet und Scheinwerfer aufgestellt. (Wir brachten in Nr. 48 Bilder von der Siedlung. Red.) Ausweisung des Mufti aus Syrien? Nach einer (bisher noch unbestätigten) Meldung aus Damaskus ist die Ausweisung des aus Jerusalem geflnhenen Mufti aus Syrien durch die französischen Militärbehörden beschlossen worden. Der Mufti habe König Ghazi vom Irak und König Ibn Saud von Arabien um Vermittlung gebeten. Die Ausweisung soll auf englische Vorstellungen hin erfolgt sein. Kunst und Kultur Lea Goldberg: Meer, im Fenster Lea Gold b e r g besitzt als hebräische Lvrikerin und Publizistin bereits einen Ruf. Ihr erster dramatischer Versuch, ein dreiaktiges Konversationsstück, gelangte durch das ״Theatron Iwri“ zur Aufführung, das mit dem erneuten Bemühen um ein original-hebräisches Werk seinen Wert als junge Experimentier- und Studio-Kühne bcwe'st. Das Stück spielt in der Gegenwart in e ner Stadt Palästinas. Das Milieu ist palästinensische ״Boheme"; eine Tänzerin, ein Maler — miteinander verheiratet -— sind die Hauptfiguren, umgeben vom Freundeskreis. Der Ausblick vom Fenster seiner Wohnung auf das Meer beeindruckt den Maler als Sujet und er versucht, cs für ein Bild zu verwerten, das ebenso Schönheit wie Schwere palästinensischer Landschaft und LebensbeJingungen umfassen soll. Die Ab- Ichnung seines — wie es vom Parkett aus scheint, stark futuristischen — Werkes, der Tod seines Kindes, die Hysterie der Frau treiben ihn zum Selbstmord. Die ganze Atmosphäre hat etwas Krankhaftes, und man möge sich davor hüten, sie für die palästinensische Künstlerschaff zu verallgemeinern. Außer den Beweisen für die Anormalität der handelnden Figuren (die sich einiges darauf zugute tun) und den erwähnten Katastrophen wird an Handhing wenig geliefert, was dem Zuschauer so recht klar wird, wenn die Mutter der Tänzerin gegen Ende des Stückes mit der bangen Frage auftritt: ״Schon wieder was passiert?“ An Positivem bleibt: ein teilweise nicht schlecht geführter Dialog, der im Hintergrund des Ganzen spürbare Zwiespalt des ״Für und wider Palästina“, d. h, der gleichzeitigen Weite und Enge hiesigen Lehensraumes, und ein tragisch-ironisches Chanson. Der Wille des Regisseurs Alfred Wolf, der mit bewundernswertem Fleiß und Energie immer wieder sich bemüht, ist gut, aber sein Schauspielerinaterial ist diesmal allzu schwach, um so schwierigen Charakteren Umriß und Ausdruck zu geben; weswegen nur noch zu erwähnen bleibt, daß bei Cnamssin (von dem übrigens, in Anbetracht seiner Einwirkung auf den Gemütszustand, viel die Re le ist) keine noch so exaltierte palästinensische Tiin/erin in ihrer Wohnung oder gar auf einem Neubau sich in Mode-Kleidern ä la Paris oder Nizza bewegen wird, die zu der unterstrichenen Geldlosigkeit der ״Künstler“ in besonders eigenartigem Kontrast stehen und deren Vorhandensein höchstens durch den Wunsch der Lieferfirma, auf dem Programmheft zu erscheinen, erklärbar war. ovale immergrüne Rasenflächen, Blumenbeete mit Stiefmüttereben und Veilchen in allen Farbcnschattierungcn einer versclnvcnderischen Natur, stolze Palmen und ständig schattige Jahressukkoth in allen Winkelchen, entzücken das Auge jedes Besuchers von neuem. Dem Straßcnlärm' etwas entrückt, mit der Aussicht nach der Scharonehcne und den im dunstigen Horizont liegenden jiidäischcn Bergen, mit schneeweißen Bänken, erfreut der Park den Besucher. Zum ersten Male erfuhren die Tel Awiwer von dem ״Gan-Hanewiini“, als die Stadt der englischen Garnison anläßlich der Krönung König Georg VI. ein Festmahl dort gab. Seine eigentliche’Weihe aber erhielt der Garten, als ihn die Stad'gcmeinde zum Begrüßungsort für die eben heimgekehrte Habima erwählte. Ein größeres Publikum von Freunden des Theaters, Journalisten, Schriftstellern und Kirnstlern waren zum Empfange erschienen. Bürgermeister Rokach begrüßte sehr warm die Heimgekehrten, die schon durch das Tel Awiwer ״Schaar-Zion“ einziehen konnten, wies auf die Bedeutung der Sendung hin, die die Habima in der Gola erfüllte, und forderte alle auf, für die Vollendung des Hahima-Hauses Sorge zu tragen. — Für die Habima- I eilte dankte Z i m in c r i n s k y, der in von biblischer Wucht getragenen Worten die feindrücke schilderte, die die Truppe während der acht Monate langen Wanderung durch die verschiedenen l.ander Europas empfing. — Bei musikalischcn Darbietungen und einem kurzen Imbiß blieb man bis Sonnenuntergang im Schatten des Gartens der Propheten. Simon Menczer, Tel Awixv Ausstellung in Jerusalem In einem Raum des ßczalcl -Museums veranstaltet die ״Gruppe der Maier und Bildhauer im Kibbuz Arzi des Flaschomer Hazair“ ihre dritte Ausstellung. Veranstaltet von einer Gruppe, die in Theorie und Praxis dem Kollektivgedanken so sehr verhaftet ist, zeigt sie ein erfreuliches Maß künstlerischer Individualität in ihren Einzelleistungen. Die beiden Hauptbegabungen sind Abraham Amarant aus Misra und Jizchak ben M e n a c 11 e rn aus Mischmar Haemek. Am• raut ist ein Schwarzweiß-Künstlcr von hohen Graden, IFESTft simaren wasche, Hanflscmine / Bin.-schönebfl. Qrunewalditr. 58 a.Siy.PI. T«l. 7111t» Veranstaltungen in Tel Awiw Die 20״ Minuten Kleinkunst“ des Sciidcroth-Kinos standen unter Donaths Leitung auch diesmal auf erfreulich hoher Stufe. Mia Pick, die fast als einzige palästinensische Tänzerin den Spitzentanz pflegt, erzielte lebhaften Beifall mit zwei ausdrucksmäßig und vor allem technisch vorzüglich durchgeführten Stücken, ebenso wie der Violinist Jacob Meyerowitz mit dem ״Baalschcm“ von Bloch. Unter dem Vorsitz von Prof. N. S1 11 s z veranstaltete der ,,Brith Iwrith Olamith" einen Empfang für Dr. I. Patai aus Budapest, der gegenwärtig in Erez Jisrael zu Gast weilt. Zu Begrüßungsansprachen ergriffen u. a. das Wort Dr. M. G 1 ü c k s o h n, Schaul Tschcrnichowski, Jchuda Burla, Dr. A. R o s e n f e 1 d. Itamar Ben-Awi hielt ein sehr interessantes Referat über die hebräische Sprachbewegung in Amerika. Eine Gedächtnisfeier für Dr. Barucli Kahane ,fand, veranstaltet von Freunden und Schülern, in der Synagoge ״Ichud Schiwath Zion“ statt. Gedenkreden hielten Dr. A, Jacobus (Jerusalem), Prof. Dr. Ch. Ahlbeck (Jerusalem), Dr. L. Salomon (Ramath-Gan). Die Feier wurde von Gesängen der Kantoren Feuer und Leisten würdig umrahmt. Manfred Geis Empfang für das Habima-Theater Weit im Norden Tel Awiws, den Ausstellung■ und Hafenanlagen benachbart, in dem Gäßchen Malachi, des letzten der zwölf kleinen Propheten, erstreckt sich auf einem Hügel ein neuer städtischer Park, der ״Gan-Han e w i i m“. Terrassen mit allerlei exotischen Gewächsen, Seine in Kohle ausgefiihrtcn Illustrationen nach Motiven, Moicher Sforims zeigen in Komposition und Technik nicht nur eine virtuose Hand, sondern auch ein starkes und leidenschaftliclies künstlerisches Temperament. Seine ״Vier in der Baracke“, ein Blatt, auf dem die Gesichter im Gegenlicht gezeigt werden und wo es dem Künstler gelingt, aus den Ucbcrgängen zwischen Schwarz und Weiß fast eine neue Farbigkeit zu schaffen, möchte man dauernd an der Wand eines unserer Museen wissen. Jizchak ben Mena ehern stellt zwei eindrucksvolle und gut durchgearbeitete Porträt-Büsten aus; seine bildhauerische Begabung scheint stärker zu sein, als seine malerische. Trotzdem stechen unter seinen Oclbildcrn einige hervor; besonders ״Die große und die kleine Ruth“ hat sowohl in der Kom- Position wie in den Farben manches, das ebensosehr durch Geschmack wie durch eine gewisse Kühnheit besticht. — Unter den Uebrigcn fallen Ignaz Fol ko witz durch seine kräftigen Farben und Genia Waldberg — die einzige Frau, die bei der Ausstellung vertreten ist — durch ausezeichnetc Naturbcobachtung auf. Bemerkenswert ist auch as — anonyme — Plakat, das für die Gruppe wirbt, — Schülerarbeiten, die in der Halle der Kunst- und Kunstgcwcrbe-S c h u 1 e Bezalel ausgestellt sind, zeigen in erfreulichster Weise, wie vortrefflich dieses Institut seiner Aufgabe dient. Insbesondere einige sehr gut gelungene farbige Plakatentwürfe beweisen, in welch guter Pflege hier die angewandte Kunst steht, was auch in den Arbeiten der Metall-Klasse in Erscheinung tritt. Indessen erweist es sich an einigen Radierungen und besonders an einer hervorragend gelungenen Federzeichnung ״Oelbäume“, daß die Bczalcl-Schule auch für den zukünftigen freien Künstler die beste Vorbereitung bietet. C. Z. K. Qang zur Klagemauer Ueber den Gang zur Klagemauer am Sc'nawuoth- Fest wird aus Jerusalem berichtet: Am letzten Festtage waren nach den Angaben der Presse 10000—12 000 Menschen an der Klagemauer. Trotz sommerlicher Sonnenglut strömten Juden aus allen Schichten und Bevölkerungsteilen in viel• faltigen Trachten dorthin. In gehobener Stimmung zieht.die Prozession durch das armenische Viertel den neuen Weg zur Klagemauer. Zwei Züge treffen sich dort, die von der Mauer kommen 11nd die dorthin gehen. Auf den Mauern oben sind junge Leute meist aus orientalischen Gemeinden, die iautc Freudeiiriife ausstoßen. Der neuangelegte Weg ist breit und sauber und leicht gangbar, eine angenehme IJeberraschung für alle, die lange Zeit nicht dort waren und sich nur der alten Verhältnisse erinnern. Auch in die Churwa-Syna g o g e, in der heute der Oberrabbiner Raw Herzog predigt, strömt die Menge. Viele treten nur für kurze Zeit ein, die ständigen Beter sind gezählt. Auch ein getaufter Jude ist unter ihnen, der der Menge bekannt ist. Viele junge Mensehen sind hier, die wahrscheinlich nicht zur Orthodoxie gehören. Nach dem Mussaf-Gebet geht man mit dem Oberrabbiner an der Spitze auch von hier aus zur Klagemauer. Chassidim kommen dem Zuge entgegen und begrüßen den Oberrabbiner auf Jiddisch: Gut Jontow. An der Mauer ist es jetzt überfüllt. Auch hohe englische Beamte und Offiziere sind da, die den Oberrabbiner ehrfurchtsvoll begrüßen. Die Polizei schafft ihm und seinen Begleitern Platz. Es scheint, als ob ganz Jerusalem zur Mauer strömte. Man sieht auch Kurden, Männer und Frauen, die zu Ehren des Festes das Grab König Davids besuchen. Nach einem schönen Brauch der iuden aus Kurdistan stehen längs des Zuges vom Zionstor is zur Klagemauer Frauen und geben den Dürstenden kaltes Wasser. An jeder dieser Stellen, wo Wasser verteilt wird, hört man orientalische Gesänge in hebräischer Sprache. Das Kinderheim Ahawah veranstaltete zum Chag Habikurim eine Feier, bei der eine Sammlung zugunsten des KKL durchgeführt wurde. Es wurde dem Keren Kajemeth Lejisrael eine beträchliche Summe überwiesen. ״Hier gehören Juden her . . Arbeit Im Hauran Die Zeitung des Kibbuz mcuchad ״Zror Michtawim“ meldet aus Ajjeleth Haschachar (in Ober-Galiläa): Vor einicn Tagen fuhr man in den Hauran, um den Boden des aron Rothschild teilweise mit Traktoren zu pflügen. Unter den Arbeitern war auch einer aus unserer Wirtschaft, der uns folgendes schreibt: Wir wohnen hier in einem großen Hause, das der Pica gehört, es gibt dort auch Vorratshäuser und ständige Wächter bcw'achcn den Besitz. Die Böden, die wir bearbeiten, befinden sich 7 Kilometer weiter östlich. Wir fahren jeden Tag in einem besonderen Auto, das uns zur Verfügung gestellt wurde, zur Arbeit. Der Ort der Arbeit ist ein von der Pica erbautes Dorf, dessen Böden von Arabern bearbeitet werden, die ein Viertel des Ertrages abführen. Die Pica besitzt hier 75 000 Dunam. Der Boden ist fruchtbar und cs gibt viel Wasser, das nicht ausgenutzt wird. Die Araber sagen uns: ״Hier gehören Juden her, die uns durch Geld und Arbeit Segen bringen könnt e n.“ Trotz dieses Wasserreichtums leidet man hier schon einige aufeinanderfolgende Jahre unter der Dürre. Es gibt hier keine Bäume und nichts Grünes außer einem Oliven- Wäldchen, das der Pica gehört. Der Ort liegt 50 Kilometer Luftlinie östlich vom Kinnereth-See, er grenzt südlich am den Jarmuk und Transjordanien und östlich an Dschebel Drus. Die nächste Stadt ist 15 Kilo meter entfernt, die Entfernung von Damaskus beträgt 70 Kilometer. Die Drusen im Osten und die Christen im Norden sind völlig voneinander verschieden. Bei den letzteren ist das Bestreben nach Europäisierung sehr deutlich. Wir arbeiten 10 bis 12 Stunden täglich mit dem Pflug. Die Menschen laufen massenweise zusammen, um das Wunder zu sehen, wie man ohne Pferde und ohne Ochsen pflügt. Ich weiß nicht, ob unsere Arbeit irgendein Ergebnis für die Zukunft haben wird aber schon an sich ist es wichtig, daß hier Juden mit Automobilen und Traktoren herkommen und so unseren arabisehen Nachbarn zeigen, daß die Juden nicht das Ziel haben ״Moscheen zu zerstören und Araber abzuschlachten“, sondern aas Oedland zu neuem Leben zu bringen. BRASCH 6 ROTHENSTEIN I N H A ■ I R HARRY W. HAN1CHII BERLIN NW 40, Lüneburger Straße 22 ✓ Ruf: 3566 41 WIEN I, Flalach markt 17 / Ruf: R 25590-91 Umzüge für Auswanderer sowie Transporte jeglicher Art nach allen Teilen der Welt Verpackung/ Versicherung Gepäckbeförderung / Lagerung 68