Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 50 (24.6.1938)
- Date
- 1938-06-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 50, 24. VI. 1938 Ein Besuch in der neuen Türkei Ein neuer Staat‘) Von Richard Lichtheim (Jerusalem) (Schluß) V. Wir schreiben hier keine Geschichte und verzeichnen nicht die einzelnen!:pochen der Lauibahn Kemais. Dem fremden Reisenden wird heute auf Kemais Mustergut bei Ankara die armselige Kalesche gezeigt, in der er damals vor 20 Jahren von Dorf zu Dorf fuhr, um den Widerstand zu organisieren, seine Getreuen um sich zu sammeln und die Grundlagen der neuen Armee zu schaffen, Es ist bekannt, wie er 1922 die einmarscliierenden griechischen Armeen in die Flucht schlug und damit den Sturz des britischen Premierministers Lloyd George herbeiführte, der das griechische Abenteuer ermutigt hatte. Nachdem die militärische Aufgäbe gelöst und Konstantinopcl wieder in seinen Münden war, begann er von Ankara aus den Aufbau des neuen Staates, ln der Ueber/eugung, daß dieser Staat nur lebensfähig sein könne, wenn es ihm ziuiiichst gelang, die schlafende tiirkische Nation zu erwecken, beseitigte er unerbittlich und oft mit M.'irte alle Spuren der ehemaligen Sultans- und Kalifenherrscbaft. Die europäische Weit, die die Vorgange irn Innern des fernen Anatolien nicht begriff, konnte nicht verstehen, warum Kem.il mit solcher Härte darauf bestand, die äußeren Lebensformen und religiosen Traditionen seines Volkes umzuge• s t a 11 e n. Aber wer che Geschuhte des Türkischen Reiches kennt, bewundert jene geniale Nüchternheit, mit der dieser einzelne Mann 'eine t.cf-te Erkenntnis in lebendiges Dasein verwandelte: <l,1fi ein Staat mir leben kann, wenn ein gemeinsaimr (ieilauke, t ine allen Burgern des Staates gemeinsame I d e e das Staatsgchikle trägt. Mit Sultans- und Ka* lifenlierrlidiki 1t war 0vorbei. Nicht nur die Idee der Sultansherrsehaft über fremde Völker war durch die Ereignisse zerstört, sondern auch die Kalifatsidee war im Weltkrieg vernichtet worden. Der Abfall der arabischen Staaten hatte bereits in \>. h. da ß nationale Prinzip stärker war als das rehg ose. Ls mußte die Konsequenz gezogen, cs mußte der tuiki-ehe Nationalstaat errichtet werden. Das aber konnte nicht gelingen, wenn den geistigen Mächten vergangener Zeiten noch _ gestattet wurde, das Volk zu leiten. Deshalb waren alle jene Einrichtungen zu beseitigen, die an das Alte erinnerten. Deshalb wurde die Geistlichkeit entmachtet, Staat und K:reite getrennt, der Tirblisch der Männer wie der Schleier der Frauen abgeschafft, ja, um die Reformen so sinnfällig wie möglich zu machen, durfte auch der Freitag nicht mehr als Feh rtag gelten und wurde durch den Sonntag ersetzt. Europäische Kleidung und europäischer Tanz wurde ebenso von oben her dekretiert, wie die vollständige Emanzipation der!־'rauen, Ma.n darf wohl sagen, daß von allen Experimenten, die Kemal Atatürk unternahm, dieser Kampf für den Laienstaat und gegen den moslemischen Klerus das kühnste Experiment war. Aber es scheint, daß es gelungen ist und daß die Bevölkerung mit geringen Ausnahmen die Wege gutheißt, die der neue Herr ihr gewiesen hat. VL War es das Glaubensbekenntnis Kemal Atatiirks, daß das Prinzip des Nationalstaates zur Grundlage der neuen Turnei gemacht werden müsse, so gesellte sich dazu bei ihm der weitere Glaubenssatz, daß europäische Technik und Wissenschaft unaufhaltsam und unwidcrstehlich sind. Cr will nicht nur die türkische Nation — er will eine!notlerne, eine europäische türkische Nation. Wohl _ soll altturkisches Spruchgut, turlusche Volksmusik und Volkskunst gepflegt werden - aber zugleich sollen alle geistigen Güter Europas dem türkischen Volke zugänglich und dienstbar gemacht werden, — vor allem die praktisch nützlichen. Wir sprachen von der gemalcn Nüchternheit Kemal Atatiirks. S-e zeigte sich auch darin, daß er mit untriiglicheni Bl ck erkannte, w;o_ jt weils die notwendigste und entfaltete «־::!wu^ ihrer vollen Größe, als er nach erfochtenem Zivikste׳,. wurde. Das BDI Kt mal Atatiirks, das heute pn sondern — an! rack mit weißer Binde. Kemal Ataturk hatte begriffen, daH 11;uh l.o-nng der milltaii•־ hen Aufgabe nunmehr die wirtseliattlirhe, soziale, kulturel’« Aufbauarbeit. ciuseizen gestellt werden sollte. Aus ,Vien t.nmlern Europas ließ er die fen. Ankara lv-i;7t heute Mittel-chule!! und Lehrerseminare, ein hygienisches Institut und moderne Krankenhäuser. Fis besitzt fine Erz cfmngsanstalt für junge Mädchen, wo 750 Schülerinneu in Hau -wo tsrhnft, Schneiderei, Knnstgewerhe u. dgl, ausge h'hlet ^werden,!) e Lchn׳rit1nen dieser Anstalt sind bekommen kann; sie Nt bestrebt, es dem besten Vorbild Kranit8n-U8r8cf13rung Philipp ucho gleich zu tun und die besten Erzeugnisse Europas zu verwenden. Es charakterisiert die Schnelligkeit und Entschiedenheit, mit der Kemal Atatürk vorging, daß er sich im Zuge der Rechtsreform nicht durch lange Vorstudien aufhalten ließ, sondern einfach befahl, das Schweizerische Bürgerliehe Gesetzbuch ins Türkische zu übersetzen. (Das alte osmanlsche Recht wird heute nur noch in Palästina von der britischen Mandatsregierung ehrfurchtsvoll konserviert.) Was für die Schweizer gut ist, wird auch für die Türken gut sein, und wenn dieser oder jener Paragraph für türkische Verim trnsse nicht paßt — nun, um so schlimmer für den Parigraphen! Vor zehn Jahren beschloß Kemal, die komplizierte arabische S c b r 1 f t a b 7 11 5 c h a f f e!1 und durch die lateinischen Buchstr.hen zu ersetzen. Als eine Oelehrtenkommission viele Monate über der Aufgabe gebrütet hatte, wie die türkisehen Worte am besten mit lateinischen Buchstaben transkribiert würden, entließ er die Kommission und diktierte selber die neue Schreibweise, soweit die Gelehrten zu keinem Entschluß gekommen waren. Bei dieser wie bei anderen Reformen folgte er dem sehr gesunden Prinzip, lieber einige Unvollkommenheiten in Kauf zu nehmen, als die Sache selbst gefährden zu fassen. Er fuhr selber in Städte und Dörfer, ließ Schultafeln aufstellen und zeigte dem Volke die neue Schrift. *) V gl. Vorliemetkim״ und Artikel in Nr. 49. Gegenwärtig sind alle Anstrengungen darauf gerichtet, mit Hilfe des Staates Industrien aufzubauen, die Land- Wirtschaft zu entwickeln und dem unwissenden Volk bis in das kleinste Dorf hinein Schulbildung zu vermittein. Fremde Beobachter legen sich naturgemäß die Frage vor, ob der Reformismus, dem Kemal Atatürk huldigt, Bestand haben wird. Nach dem, was ich in Istanbul und Ankara sah und hörte, scheint das kühne Experiment ü b c r r a - sehend gut zu gelingen. Die Jugend und ajle intelligenten Elemente sind gerne bereit, dem neuen Staat zu dienen, der ihnen die Möglichkeit zur Betätigung und zum Aufstieg gewährt. Daß die jüngeren Frauen und Mädchen nicht wieder unter den Schleier ztiriickkchren wollen, versteht sich von selbst. VII. Das städtische wirtschaftliche Leben der Türkei befand sich größtenteils in den Händen nichttürkischer Elemente oder von Ausländern. Erst jetzt — und gerade durch das neue Regime — entsteht ein türkischer Mittelstand und eine industrielle Arbeiterschaft. Das Regime ist durchaus populär, es stützt sieh auf die Zustimmung der Masse und die Mitarbeit aller jüngeren türkischen Elemente. Jeder unwissende tu haben in den guten Fachgeschäften IdienatHrqemsse{ jTnssbekleidunq\ Bauer empfindet, daß dieses Regime für ihn selbst und für das Land besser ist als das frühere SuJtansregiment, und die gebildetere Oberschicht sieht für sich die Möglichkeit zu Aufstieg und tätiger Mitwirkung. Die neue Hauptstraße Ankaras ist ein fünf Kilometer langer Boulevard von 32 bis 40 Meter Breite, mit blitzend sauberen Trottoirs und Fahrdämmen, schönen gärtnerischen Anlagen, flankiert von modernsten Wohnhäusern, Villen, Ministerialgebäuden im besten Geschmack der heutigen Architektur. Ordnung und Sauberkeit sind die Wahrzeichen der neuen Hauptstadt. Das organisatorische Genie eines General- Stabsoffiziers hat dort seinen Traum verwirklicht. VIII. Die nichttürkischen Elemente der Bevölkerung sind den Türken gesetzlich gleichgestellt; Juden, Griechen, Armenier türkischer Staatsangehörigkeit genießen alle bürgediehen Rechte. Doch spielen diese an Zahl geringen nationalen Sondergruppen Keine politische Rolle. Die Zahl der Griechen und Armenier ist durch die Ereignisse im Weltkriege und die dann einsetzende Auswanderung so stark gesunken, daß sie für die Türkei kein ״Minoritätsprohlem“ mehr darstellen. Der griechische ״Erhfeind“ von einst ist zum guten Freund geworden, nachdem der große Bevölkmmgsaustausch slattgefunden hat — eine wichtige. Lehre für die Behandlung des jüdisch-arabischen Problems in Pa- Judenkolonie in China Von Max Wolist ein er, Karlsbad Vor einigen Tagen ging die Nachricht durch die Presse, daß die Japaner die Hauptstadt der chinesischen Provinz Ilona״, Khaifong, erobert haben, eine Stadt von 200 000 Einwohnern, welche eine seit dem zwölften Jahrhundert dort ansässige jüdische Kolonie beherbergt, lieber die Einwanderung der Juden nach Khaifoug existieren zahlreiche Hypothesen, die sogar bis auf die vor- BRIEFMARKEN M.ErnS( Potsdamer Str. 86 christliche Zeit zurikkgehen. Sicher ist, daß Juden im frühen Mittelalter aus Persien und Indien auf den uralten Karawanenwegen nach China gekommen sind. In der Stadt Khaifong sind außer einer Synagoge noch drei Inschriften zu sehen, die aus den Jahren 1480, 1512 und 1663 stammen, in chinesischer Sprache — vermengt mit einzelnen persischen Worten — geschrieben sind und über die Geschichte dieser Juden einigermaßen Aufschluß geben. In einer dieser Inschriften wird die Tatsache erwähnt, daß 1161 niit dem Bau der Synagoge begonnen wurde, der aber erst im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts vollendet wurde. Die Juden wurden im 17. Jahrhundert von katholischen Missionaren neu entdeckt und erforscht. Ein Franziskaner- Mönch, der Zweifel hegte, ob es sich überhaupt um'Juden handelte, legte ihnen ein Manuskript in chinesischer Sprache, in welchem einige hebräische Worte standen, vor, und sofort zeigten die Juden auf die hebräischen Schriftzcichcn, die sie allerdings nicht mehr deuten konnten. Durch den Mangel an Rabbinern und Lehrern ist ihnen die Lehre des Judentums und die hehr,•Ische Sprache vollständig verloren gegangen, so daß sie sieh nicht nur äußerlich (man kann sie von den Chinesen kaum unterscheiden), sondern auch geistig im Laufe der Jahrhunderte ihren chinesischen Landsleuten völlig assimilierten. fm 20. Jahrhundert sind dann endlich auch europäische Juden nach Khaifong gekommen, die mit ihren Stammesnriidern in Verbindung traten. Einer von diesen, der ein bedeutender Sinologe ist, hat vor etwa 25 Jahren ein Manifest der wenigen noch in der Stadt!ebenden Juden nach Europa!nitgebracht, in welchem sie das Judentum der ganzen Welt anflehen, sich ihrer anztinehmen und ihnen Lehrer zu senden, die die Jugend wieder jüdisch erziehen. Die hierauf beziigliehen Bemühungen sind jedoch mit dem Weltkrieg zunichte geworden. Immerhin hat die jüdische Gemeinde in Schanghai, die aus der Einwanderung osteuropäischer und Bagdader Juden entstanden ist, auf den Ruf reagiert und einige junge Juden aus Khaifong nach Shanghai kommen lassen, die zu Lehrern ausgcbik'et wurden. Die 1itcratur ii'■-• dir chinesischen Juden ist ziemlich groß, aus neuerer Z •יי s-ien erwähnt: Kitz, Die Juden in China (1R0״), Adler, Chinese Jews (1900), Perlmann, History of the Jews in China (1913). lästina. Die Zahl der Juden in der Türkei beträgt nur 60000 bis 70 000, von denen etwa die Hälfte in Istanbul lebt. IX. Die wirtschaftlichen Aussichten des Landes sind ungewöhnlich günstig. Die Türkei verfügt über ein Gebiet von 762 000 qkm mit einer Bevölkerung von nur 18 Millionen. Das Land besitzt große natürliche Reichtütncr (Mineralien, Kohlen), und die Menge und Fülle der landwirtschaftlichen Produkte vermag nicht nur die einheimische Bevölkerung reichlich zu versorgen, sondern ermöglicht einen bedeutenden Exporthandel, der in der Zukunft noch gewaltig gesteigert werden kann. Gelingt es der Türkei, ihr wirtschaftliches Aufbaupro* gramni diirchzufiihren, das bäuerliche Element zu heben und die Industrien zu entwickeln, so ist mit einer sehr raschen Rcvölkcrungszunahmc zu rechnen, in der Tat ist es die erklärte Absicht, im Laufe einer Generation die Bevölkerung durch natürliche Vermehrung und Zuwanderung türkischer Elemente aus den Nachbarländern auf 25 Millionen Köpfe zu bringen. Aus dem Reform- und Aufbauprogramm der Türkei ergehen sich die Leitsätze iher auswärtigen Politik. Die Türkei ist Partner zweier Bündnissysteme, nämlich des Baikanbundes, der die Türkei, Rumänien, Griechenland und Jugoslawien umfaßt, sowie des östlichen Staatenbundes, der aus der Türkei, Afghanistan, Iran lind Irak besteht. Geographisch zentral gelegen, von einer starken Armee geschützt, blickt die Türkei von dem Hochland Anatoliens gleichsam wie ein Wächter nach Ost und West. Sie ist an der Aufrechtcrhaltiing der beiden genannten Bündnissysteme interessiert, weil sie zu in Schutze ihrer ejgenen stetigen Entwicklung Ruhe und Frieden an ihren Grenzen haben will. Das schließt nicht ans, daß sic für sich selbst noch dieses oder jenes territoriale Ziel verfolgt und bei passender Gelegenheit vielleicht einen Vorstoß nach dieser oder jener Richtung unternehmen wird. Aber dennoch darf man sagen, daß im großen und ganzen die türkische Politik eine friedliehe ist, weil sic ihr Wesentliches Ziel — die Befreiung von der Fremdherrschaft und die Aufrichtung eines unabhängigen Staates — auf ihrem eigenen sehr großen Territorium vollständig erreicht hat und sich nunmehr dem Ausbau und Aufbau des jungen Staates widmen will. X. Für die Zukunft Palästinas und insbesondere für den werdenden Judenstaat hat die vorstehend skizzierte Entwicklung der türkischen Machtstellung im Orient die allergrößte Bedeutung. Es besteht zwischen der Türkei und dem jüdischen Palästina eine natürliche Interessengcmeinscliaft, die sich in folgender Weise kurz um* schreiben läßt: Es gibt keine wirtschaftlichen oder politischen Interessen-(jcgensätze zwischen der Türkei und dem jüdischen Palästina. Beide Völker sind bestrebt, zurückgebliebene Länder des Vorderen Orients zu besiedeln, zu kultivieren und dem Standard der europäischen Zivilisationen anzupassen. Aus dem Charakter dieser Arbeit ergibt sich für beide Völker das Bestreben nach Ruhe und Frieden im Innern wie im Aeußercn. Die geographische Nähe muß dazu führen, daß die fortschriftliche und wirtschaftlich aufblühende Türkei engste Handelsbeziehungen mit dem fortschrittlichen und Wirtschaftlieh aufblühenden künftigen Judenstaat unterhält. Bei dieser Sachlage ist enge freundschaftliche Beziehung zwischen der Türkei und dem kommenden Judenstaat eine natürliche und notwendige Erscheinung. Aus der Kooperation zwischen dem Britischen Empire, der Türkei und dem jüdischen Staat kann eines Tages die dauernde Beruhigung und der wirtschaftliche Fortschritt des Vorderen Orients liervorgchen. Notizen aus Holland Von unserem Berichterstatter RL. Den Haag, 21. Juni In Amsterdam fand die jährliche Tagung der Zentrafen Kom missi o 11 für die allgemeinen Angelegenbeiten der Niederländisch-Israelitischen Kirchengcmcinschaft statt, die die Repräsentanz der Juden in Holland bildet. Die Verhandlungen betrafen vor allem Organisationsfragen. sowie Fragen der allgemeinen Lage der Juden. Der Vorsitzende A. Ä s s c h c r betonte, daß sich die Emigranten in Holland der ihnen gewährten Gastfreiheit würdig zeigten. In Amersfoort wurde der 16. Landtag der Jüdischen Jugendföderation bei großer Beteiligung abgehalten. Nach der Eröffnungsrede des Vorsit e ulen der Föderation, K. D. de llartog, sprachen Abel J. flcrzbcrg, der Vorsitzende des Niederländischen Zioiiisfcnluindes, und der Amsterdamer Stadtrat E. B o e k in a n, der auf die Verantwortung der jüdischen Jugend für den Palästina-Aufbau hinwies. Theateraufführungen, Chorgesängc und die lieberreiclmng des JNF.-Wimpels an den Amsterdamer Makkabi- Hazair bildeten den Abschluß des Tages. Dr. D. van Dantz ig wurde zum außerordentlichen Professor der Mathematik und theore'ischen Physik an der Technischen Hochschule zu Delft ernannt. Bibel-Jubiläum ln England. England feiert jetzt das 400jährige Jubiläum der ersten englischen Bibel-Uebfr- Setzung. Aus diesem Anlaß fand vor einigen lagen ein feierlicher Gottesdienst statt, an dem das Haupt der anglikanischen Kirche, der Erzbischof von Canterbury, Dr. Lang, in seiner Predigt, die von allen englischen Radiostationen übertragen wurde, den hohen Wert der Bibel pries. Der Bischof schloß seine Predigt mit folgenden Worten: Möge die Nation dieses einzigartige Buch der Bücher, das den größten Schatz, den sie besitzt, darstellt, weiterhin hoch in Ehren halten und bewahren. J.M. '7^״ ürtfm fcuju& hm der ״JÜDISCHEN RUNDSCHAU“ v. 27. f. 19131 Am Lag Baomer wurde in Hebron in Anivcscnhcit des Kaimakams sowie zahlreicher A otabeln aus den jüdischen und arabischen Kreisen der Stadt und ihrer Hingebung das neue Bankgebäude der zionistischen Anpln-Palestine Company von Herrn S. Hooficn-Jaffa eröffnet. Der Gouverneur van Jerusalem besuchte während seiner letzten Anwesenheit in Jaffa auch das neue jüdische Stadtviertel Tel Aw iw und das Hebräische Gpmnasium, wo er einige Stunden dem Unterricht beiwohnte.