Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 50 (24.6.1938)
- Date
- 1938-06-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 50, 24. VI. 1938 Die Palästina-Messe in London Ansprachen von Weizmann und Amery London, 21. Juni. Die Palästina-Messe, eine Veranstaltung des Keren Kajcmcth Lejisrael, wurde heute nachmittag in Queens Hall in London von dem früheren Kolonialministcr Amery eröffnet. Die Messe, die beabsichtigt, ein lebendiges Bild des jüdischen Aufbaus in Palästina zu geben, fand großes öffentliches Interesse. Dr. W e i z m a n n führte den Vorsitz in der Eröffnungsversamniliing, zu der sich eine große Menschenmenge, darunter viele prominente Juden und Nichtjuden, cingclundcn hatte. Dr. Weizmann bezog sich in seiner Ansprache auf die schwierige Zeit in Palästina im gegenwärtigen Augenblick sowie auf die Unruhen im Lande. Er wünsche nicht, sich jetzt mit der allgemeinen politischen Lage zu beschäftigen, jedoch möchte er bemerken: Was auch immer die endgültige Entscheidung sein werde, das Jüdische Nationalheim würde weiter aufgebaut. Dr. Weizmann beschäftigte sich weiter mit der Absorbierung von 42 ODO Einwanderern aus Deutschland in Palästina, der landwirtschaftlichen Ausbiklung der Jugendlichen und wies daraut hin, die Hauptaufgabc im Augenblick sei, mehr Boden in jüdischen Besitz zu bringen. Er rühmte den Keren Kajcmcth, dessen konstruktive Arbeit die Ansiedlung i-m Lande ermöglichte, und schloß, man solle nicht vergessen, daß die Mandatarmacht, trotz allem, was man gegen die Adnunistration im einzelnen sagen könne, es ermöglicht habe, daß all diese Arbeit in Palästina geleistet werden konnte. Großbritannien sei das einzige Land, das eine beträchtliche Beisteuer zur Lösung des jüdischen Problems geleistet habe. Mr. Amery zollte Dr. Weizmann als Persönlichkeit und Staatsmann warme Anerkennung. Seiner Ansicht nach liege in einer gerechten Teilung die beste Lösung des Paläslinaproblcms, jedoch müsse eine Entscheidung rasch getroffen werden, dies sei im Moment die wichtigste Not- Wendigkeit. Er verglich die augenblickliche Periode mit der Zeit, als Jerusalem unter Nehemia wieder aufgebaut wurde, und sagte, wenn den Juden nur ein angemessener Raum gegeben würde, sei er gewiß, daß das jüdische Volk dann seinen Mann stellen und einen Wimdcrstaat im wahrsten Sinne des Wortes aufbauen würde. Mrs. Si eff dankte den Rednern für ihre Bereitwilligkeit, mit der sie sich der Palästina-Messe zur Verfügung gestellt hatten. Sic führte aus, daß 1300 Frauen fünf Monate beschäftigt waren, um die Ausstellung vorzubereiten. Es sei ihnen bereits gelungen, eine Summe von C 8000 zu sammeln, die zum Ankauf von Boden in Palästina verwendet werden soll. Mr. Amery erklärte daraufhin die Ausstellung für eröffnet. und alle öffentlichen Instanzen herbeiführen wollen, ist nicht ״Flucht“, sondern eine geordnete und planmäßige Aktion, die mit der größten irgendwie technisch möglichen Beschleunigung das Bedürfnis der Juden Deutschlands nach Auswanderung befriedigt. Neben den vielen Ein/elfragen von großer Wichtigkeit, die die Konferenz beschäftigen mögen, worunter auch alle Vorschriften über Aufenthaltserlaubnis, Arheitserlauhnis, Ausweispapiere itsw., fallen, muß, so glauben wir, diese Frage der Finanzierung als das zentrale Problem angesehen werden. Es folgen hier einige Meldungen, die die Vorbereitung der Konferenz, in Evian betreffen. Der Führer der amerikanischen Delegation für die Konferenz in Evian, Mr. Myron C. Taylor, trat in Paris ein und empfing eine Anzahl von Vertretern von Gruppen, die an dem Fmigrantenprohlem interessiert sind. In Pari* beabsichtigt Mr. Tavlor, mit der französischen Regierung ur״i den Vertretern anderer Regierungen die Pro- Meine der Konferenz vorzubesprechen. Eine Anzahl zentral- und Südamerika«iseher Länder werden in Evian durch Ihre diplomatischen Vertreter in Paris repräsentiert werden. Irr! englischen Unterhaus beschäftigte sich Mr. Arthur Hcnderson mit den Fragen der Emigration und der Konierenz in Evian. Fr druckte die Hoffnung aus, daß die Vertreter der britischen Regierung mr Konferenz mit der Absicht gehen wurden, das ihrige zur Hilfe für die jüdisehen Emigranten zu tun. Vertrete 11 Orgat td naht :■11. Bei 'Bert Iw I nitiati der Konti t/!933: Jüdisch-arabischer Meinungsaustausch Von unserem Berichterstatter J. M. London, 21, Juni Zur Erörterung über die Möglichkeit einer jüdisch-arabisehen Verständigung fand am 17. Juni im Housc eff Friends eine Konferenz statt. Nachdem der Vorsitzende der Konferenz, Rcv. Henry Carter, die Sitzung eröffnet hatte, erteilte er das Wort Dr. Isaat T innotis, der die arabische Sache vertrat. Im allgemeinen fiel der sachliche Ton der Rede auf. Der Redner wiederholte die bekannten Anschuldigungen gegen die Mamiatsregierung und versicherte den Juden die vollste Sympathic der Araber, die niemals und auch heute nicht antijüdisch eingestellt seien. Als einen möglichen Ausweg sicht er die Schaffung eines autonomen Kultur-Zentrums der Judenheit in Palästina auf der Basis einer nationalen Minderheit an. Die Araber, versicherte der Redner, werden nie einer politischen Lösung, wie sie der Zionismus herbeiführen will, zustimmen Den jüdischen Standpunkt hat in einer sehr sachlich und klaren Rede Pro-f. Brodctsky vertreten. Erwies nach, daß auf Grund der Erfahrungen in den europäischen Minderheitsfragen die Gewährung noch so gesicherter Mindcrheitsrechte an die Juden in Palästina nicht die geringste Gewähr für ihre Einhaltung bietet. Das jüdische Problem, führt Brodetsky aus, ist ein Problem der politischen Rechte der Juden und ihrer besonderen politischen Lage. Wir streben dahin, daß Palästina das einzige Land in der Welt werden soll, wo die Juden keine Minorität bilden, sondern einen eigenen Staat besitzen. Interessant waren die Ausführungen, die von der im engli sehen leben bekannten Dr. Mand Roy den über die ludenfrage und die damit im engen Zusammenhang stehenden Verpflichtungen Englands den Juden gegenüber gemacht wurden. Der Schwerpunkt der Palästinafrage liege darin, daß die britischen Beamten, die diese Fragen behandelt haben, immer nur ein britisches und nicht ein jüdisch-arabisches Problem, das int Sinne der beiden Völker gelöst werden muß, sehen wollten. Dr. Rovdcn schlägt daher vor, daß der gesamte Fragenkomplex Palästinas offiziell aus den Händen der britisehen Regierungsorgane herausgenommen und in die Hände einer dritten, objektiven Körperschaft gelegt werden soll, die bemüht sein soll, eine Einigung und Befriedung der existierenden Gegensätze herbeizuführen. In der darauffolgenden Diskussion traten verschiedene Redner auf, u. a. Musa llusscini, der Neffe des früheren Mufti. Er betonte, daß die Araber Palästinas bereit sind, Palästina als geistiges und kulturelles Zentrum der Judenheit anzuerkennen. Prof. B e n t w i c h wandte sich am Schluß gegen derartige Halblösungen und wies darauf hin, daß Palästina der einzige Ort sei, der eine Massenimmigration der Juden aufnehmen kann. In seiner Schlußrede drückte der Vor• sitzende Rev. Carter die Hoffnung aus, daß der Meinung«• austausch die Realisierung der Befriedungsidee im Heiligen Lande näher bringen möge. Sofft*#* m rfip «ek ssi^4SI llffl "0-—י 9.90..'״ יי,6׳°*״.י״י׳ ״ © DOfWH*-,l.rh• OÜ"",et srÄ1"״'״׳״׳ ׳■״* Mtstert•'". |0 (0 {0 (0 ßauivMOl bedruckt QgolUot ״!.!י ■״ 'ז0 °י ז «.M״.״״״ r•״, Pop«״ &tre dupkroo» omu»1®' oder marin» j. Qdatltöt. ”י״ ־״״״,«•;'S״««״•-*- loib'9•׳ Ka״ IHm■ ... ,״״״״ 1״״״».״צ״.״ ׳.־ SSSiSSU. -׳— froUt*f,to" oder H«״•״ Kleider- und Strett•"״״*’• V/ollene "י«י גע? *cd*!**»* gr Oe und Y/ebo״?”seht9""י ־״־’‘״״״.." BERLIN C 2 SPANDAUER STRASSE KONI GSTRASSE . QEGR.1815