Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 49 (21.6.1938)
- Date
- 1938-06-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 6 JDDISCHE RUNDSCHAU Nr. 49, 21. VI. 1999 Die chemische Industrie geräumiges Caf£, das auf den Flugplatz schaut. Allem An* schein nach hat die Palästinaregierung, nachdem sie lange mit dem Ausbau von Ludd gewartet nat, sich nach großzügigen und modernen Vorbildern gerichtet, und Palästina wird bald einen Flugplatz besitzen, der nicht nur technisch, sondern auch der Ausstattung nach sich mit anderen messen kann. Der Verkehr ist schon heute sehr rege. In einer knappen Stunde kommen und gehen etliche Maschinen. Der kleine Aegyptenflieger surrt herab und entläßt seine Passagiere aus Kairo. Er wird bald von einem großen Holländer abgelöst, der sfch auf dem Weg über Bagdad nach Indien befindet. Entfernungen schmelzen zusammen, ferne Länder kommen in enge Verbindung, und dabei wickelt *ich Starten und Landen so ruhig ab wie das Abfahren eines Autobus. Nicht einmal vorüberziehende Araber auf ihrem Esel, die doch wahrlich den schönsten Gegensatz zu den Maschinen abgeben, sehen mehr als flüchtig hin. ... Zwei Juden getötet Aron Erb, ein 21 jähriger Jude aus Deutschland, wurde bei einem Ueberfail auf den Kibbuz Hakowesch bei Kfar Saba von Arabern erschossen. Jacob Sch ach ar, ein Eisenbahn-Vorarbeiter von 38 Jahren aus Tel Awiw, wurde durch Schüsse von arabischen Reitern schwer verletzt Er erlag später im Hadassa-Krankenhaus in Tel Awiw seinen Verletzungen. Schachar beaufsichtigte arabische Arbeiter bei der Reparatur einer Brücke, die nachts in der Nähe von Kalkilieh beschädigt wurde. König Salomons Kupferwerk In der ״Palestine Post“ veröffentlicht Professor Nelson Ol tick, der Leiter des Jerusalemer Instituts der American Society of Oriental Research, einen Bericht über Ausgrabungen in der Nähe von Akaba: Das Ausgrabungsfeld ist wahrscheinlieh mit dem alten Ezion Geber identisch, obgleich es jetzt 556 m vom Meere entfernt liegt. Diese Tatsache erklärt sich durch die in der Gegend vorherrschenden Nordwinde, die große Sandmengen mit sich führen und den Strand jedes Jahr um einige Zentimeter verbreitern. Während der seit der salomonischen Zeit verflossenen drei Jahrtausende kann dieser Vorgang leicht dazu geführt haben, daß der damals am Meere gelegene Ort jetzt um mehr als einen halben Kilo- Meter landeinwärts liegt. Die Stadt scheint absichtlich an der Stelle angelegt worden zu sein, wo sic am stärksten dem Wind ausgesetzt ist. Das nahe Akaba liegt bei weitem gesrluitzter. Die Bewohner von E/ion Geber beschäftigten sich mit Kupfcrschmcizc, Herstellung von Fischereigeräten, Waffen, Nägeln usw. aus Kupfer, Seehandel, Schiffsbau und Fischerei. Daneben wurde das Wirken von Fisebernetzen und Seilen sowie die Herstellung von Tongeräten betrieben. Die besten Gebäude der Stadt gehören der salomonischen Periode an. Auch die aufgefundenen Tonwaren sind von großem Interesse. Sic unterscheiden sich von den Funden in Transjordanien, und die Vermutung liegt nahe, daß, sobald Ausgrabungen aus der frühen Eisenzeit in den Gebieten Midjans. und des Sinai gemacht werden werden, man dort ähnlich Tonwaren finden wird wie in Ezion Geber, denn diese Gebiete standen miteinander in engem Kontakt. Kursus im jüdischen Privatrecht. In letzter Zeit ist in den Kreisen der Olim, die die palästinensische Staatsangchörigkcit erworben haben oder erwerben wollen, sowie in den Kreisen der deswegen befragten Juristen Unruhe entstanden, die im Zusammenhang steht mit der Unkenntnis des jüdischen Rechts, das nach Erlangung der palästinensischen Staatsangehörigkeit in vielen Fällen anwendbar ist. Um diese Zweifelsfragen zu beheben, hat sich ein interessierter Kreis zusammengeschlossen und Rabbiner Dr. jur. Eichanan S c h e f t e I o w i t z. gebeten, das jüdische Zivilrecht, soweit es für palästinensische Staatsangehörige von Bedeutung sein kann, in einem systematischen Kursus vorzutragen. Es ist vorgesehen, daß der Kursus einmal wöchentlich 1*2 Stunden stattfindet und möglichst der Systematik moderner Gesetze folgt, um einen Uebfrblick über das ganze Gebiet zu erhalten. Interessenten werden gebeten, sich mit Rechtsanwalt M. Moritz, Tel Awiw, ' Naclilath-Benjaminstr. 1. oder dem Kurslcitcr, Rabh. Dr. S c h (■ f t e i o w i 11, Rotschild Boulevard 5f>, in Verbindung zu setzen. Jüdisch-Theologische Gesprächsrunde. (Anschrift: Scha- 10m Ren-Ghonn, Jerusalem Romemah.) Auf Anregung aus dem Kreise der Teilnehmer der theologischen Gesprächsrunde, die im Sommer 1037 sich an zehn Abenden z.usamiTiriifamlc-n, findet in diesem Jahr ein Vortragszyklus Re- I i g i •') s e Denke r d c r G e g e n w a r t statt. Es sprechen: 23. Juni: Han־ Gnmew.tld über Hermann Cohen: 30. Juni: F >r. [. Maram über Oskar Goldberg; 7. Juli: Dr. Arje Sborowitz über Soren Kierkegaard; 14. Juli: Chassja Aberjanska über A. D. Gordon; 21. Juli; Sch. Ren-Chorin über Max Brod; 2?. Juli: Peter Krieger über Nathan Birnbaum. Ort der Vorträge: Ren Jchudastr. 5 1. (Hi'achduth Olej Germania.) Beginn der Vorträge: pünktlich 8.30 Uhr. Unkostenbeitrag pro Abend 5 Mil. Kurse palästinensischer Wertpapiere, Am 3. Juni hatten die wichtigsten pa'ästinensischen Wertpapiere in Tel Aw׳iw folgende K1;־«e: Allgemeine Hypothekenbank 5 "nige Pfandbriefe 1033 55, 1030 50, 1041 56, 1042 57 Oft' , (unverändert); 6״v,ige Pfandbriefe 1034 54 101''. (bisher: 10!»/,); M״ige kum, Vorzugsaktien 108*3 (unverändert); Keren Kajemeth l.ejisrae! 2',r׳׳,igc Pfandbriefe 77'., (bisher 76); Bizur 6«״igc Pfandbriefe 1038 43 08'(unverändert); Nir Ltd. 4 "״ige Pfandbriefe 1037 51 S3W (bisher: 83*/.)• (Mitgeteilt von der Ellern’s Bank Ltd., Tel Awiw.) Palästinensischer Sommerfahrplan. Die ״Pakstine General Time-Table“, heraitsgegehen von Zvi Fricdländer, enthält 100 Autobuslinien des Nah- und Ueberlandverkehrs mit Abangszeiten, Entfernungen und Fahrtdauer, ferner den Eitenahnfahrplan. Beim Schiffsverkehr sind erstmalig auch die Anlaufdaten für den Tel Awiwcr Hafen angegeben. Di« Fluglinien sind mit den Anschlüssen bis zu den europäischen Zentren aufgenommen. Neu hinzugefügt wurden die Auflieferungs7eiten für Luftpost nach Europa bei den Hauptpostämtern. Eine Verkehrskarte enthält alle neuen Siedlung*• punkte und die Streckenangaben. Der Fahrplan ist als Taschen- und Wandausgabe für 2 Piaster im palästinensischen Buchhandel zu haben. Zum Andenken eines Gaon. Das eben erschienene Doppelheft 1213 der hebräischen Zeitschrift סיני ist vollständig dem Andenken des Gaon R a b Hai gewidmet, der vor 900 Jahren am 20. Nissan gestorben ist. Dieser Große, der offiziell als letzter den Titel Gaon führt, ist, da seine Werke nur zum geringen Teile erhalten sind, in der Menge des Volkes unbekannter, als er es nach seiner Zeit und seinen Leistungen verdiente. In den 13 Beiträgen dieses Heftes wird das Lebensbild, die Bedeutung, die Einwirkung auf spätere Gelehrte neu gezeichnet und werden uns unbekannte Proben seiner Responsen und seiner Dichtungen gebracht. Dieses Heft (über 2H) Seite׳!) ist geeignet, die Vertiefung in die gaonäisrhr Periode und ihre Bedeutung für die Dezisoren zu fördern 1mJ das Andenken an den Gaon Hai in weitere Kreise zu tragen. Rabb. Dr. A. Pos n er, Jerusalem Große Hoffnungen für die Zukunft Die Berichte über die Wirtschaftslage in Palästina lauten in der letzten Zeit wieder etwas zuversichtlicher. Verschiedene Tatsachen, wie die Ankunft neuer Einwanderer der Kapitalistenkategorie, der diesjährige Mehrerlös für Orangen, die Wirkung gewisser größerer öffentlicher Arbeiten usw־., haben manche Symptome einer Wirtschaftsbelebung entstehen lassen, ln diesem Zusammenhang wäre auch ein Projekt zu erwähnen, auf das man besonders große Hoffnungen setzt, nämlich der bevorstehende Beginn des Baues der großen P e t ro I e u m ־ R a f f i n e r i e bei Haifa. Dieser Bau soll in den nächsten Monaten in Angriff genommjm werden und wird, wie wir hören, nicht weniger als 2000 Arbeiter beschäftigen. Die Petroleum-Raffinerie, die das durch die Oelleitung von Mossul herantransportiertc Petroleum verarbeiten wird, wird von der Anglo-Iranian Co. (früher Anglo-Persian) errichtet, in der die englische Regierung maßgebenden Einfluß hat. Das Gelände ist schon nestimmt. Es handelt sich um ein Gebiet, das im Rahmen der Haifa-Bay der amerikanischen ״Palostine Electric Corporation“ gehörte, die es gegen Regicrtingsboden im Dünengebiet am Meer eingctauscht hat. Denn aus hygienischen und ästhetischen Gründen kann die Raffinerie nicht unmittclbar ain Meer erbaut werden, da in diesem Falle der Meerwind den Rauch und den Geruch auf die Stadt Haifa und ihre nördlichen Vororte treiben würde. In ihrer jetzigen Lage am Eingang des Tals auf dem Weg nach Jagur, wo m einiger Entfernung auch die große Zementfabrik Ncshcr stellt, fallen alle diese Nachteile weg. Die Investitionen, die Jüdische Siedler in C h a n i t a wurden von Arabern mit Schüssen überfallen. Die Siedler erwiderten das Feuer und sollen dabei den Arabern mehrere Verluste zugefügt haben. Simon Och bau in, ein 17jähriger Jude, wurde in der Hauptstraße von Safed von einem Araber aus nächster Nähe angeschossen und schwer verwundet. Drei Brandstifter, die versuchten, Felder in der jüdischen Siedlung Migclal hei Tiherias anzuzünden, wurden von Ghaffirim festgenonunen. Bei Jokneam hielt eine Patrouille jüdischer Ghaffirim ein arabisches Auto an, in dem Landminen, Munition, Bomben, Instrumente zur Durchbohrung des Oclrohres und zum Durchschneiden von Telephondräliten sowie drei Khakiuniforrnen gefunden wurden. Die vier arabischen Insassen des Autos wurden verhaftet. Die Hilfspolizisten erhielten von der Regierung eine Belohnung. Nach einem Angriff auf ein Feldlager jüdischer Arbeiter, die mit der Errichtung des ״Tcgart-Wallcs“ beschäftigt sind, friffcri Truppen zu Gegenmaßnahmen und verwundeten mehrere erroristen in einem Gefecht. Drei Terroristen wurden getötet. Besondere Maßnahmen sind von den Behörden getroffen worden, um die Oelleitung zu schützen. Die Oelleitung wird von vier Flugzeugen durch eine ständige Luftpatrouille bewacht. Dr. Nejih Khourv, ein bekannter christlich-arabischer Notabel aus Haifa, wurde schwer verwundet, als zwei unbekannte Araber auf dem Marktplatz, in Haifa sechs Schüsse auf ihn abfeuerten. Arabische Terroristen entführten im Dorf Kabu bei Jerusalem den Sohn des Muktars. Einem Bedtiincnstanim in der Nähe von Tiherias wurde wegen Schießerei auf die Stadt eine Geldbuße von •C 150 auferlegt. Die erste Abteilung jüdischer E i s 0 n b a h n w ä c h - ter wurde angeworben, die die Eisenbahnen vor Sabotageakten schützen sollen. Wie Kolonienminister MacDonald mitteilte, ist in Aussicht genommen, daß der Tegart-Wal! in Palästina in zwei Monaten vollendet sei״ wird. Vor der Teilungskommission sagte der Chefsekretär der Palnstinarcgierung, B a ttersfi ill, aus. Jerusalemer Kunstbericht Zwei Jerusalemer Künstlerinnen, Mtiricl Rmlge Bcntw i c h und Thea Hamburger, stellen Aquarelle und Zeichnungen aus. Beut wich zeigt neben anmutigen, wenngleich oft zu konventionellen Landschaften Palästinas, unter denen besonders Ansichten aus Tel Aviv auffallen, eine Reihe von Bildniszeichnungen, die zuweilen von photoraphischer Aehn!ichkcit sind. Thea Hamburger ist eine andsehafterin von ausgeprägterer Persönlichkeit, ln oft kiihner Kombination von Kohle und Farbe erreicht sie starke Wirkungen, indes liegt bei ihr die Gefahr nabe, sich zu sehr vom Zufall treiben zu lassen. — Bezalel veranstaltete anläßlich des Peßachfcstes eine sehenswerte Schau von Hagadot- und Ssedc--K|11tgcräten aller Zeiten und Länder. Ein Ssedertiseh im Stile des frühen 19. Jahrhunderts eröffnet die Schau, die von der handgeschriebenen frühmittelalterlichen Hagada über Blockbücher des lfi. Jahrhunderts bis zu modernen Hagadot führt. Unter den Kullrreräten fielen vor allem prächtige Stücke aus der großen Sammlung Dr. Heinrich Feuchtwanger, Jerusalem (früher München), auf. — In den für Ausstellungszweckc hervorragend geeigneten Räumen des Menora-Klubs stellt die Künstlergruppe ״Che wer Om an im“ Arbeiten ihrer Mitglieder aus. Bürgermeister Daniel Auster erölfnete die Ausstellung. Der Initiator der Gruppe A. L. Pcysack zeigt ausschließlich biblische und palästinensische Szenen und Landschaften, die alle in einer an frühe ägyptische Kunst gemahnenden Starre und Färbhärte gehalten sind. S. Levy ringt noch um eine eigene Note und die wirkliche Erfassung der Probleme der palistinensischen Landschaft. Härte und Klarheit dieser Land- Schaft und ihres Lichtes kommen noch nicht zu gültigem Ausdruck bei ihm. Seine Porträts hingegen verraten einen uten Beobachter und zeigen vielversprechende Ansätze, eich ist mit Aquarellen, Landschaften aus Tel Awiw, Tiberias, Hebron vertreten, die mit Fleiß und Begabung gemalt sind, sieh aber über das Konventionelle und Oefällige kaum erheben. Der Bildhauer Brandenburg zeigt eine Reihe sehr unterschiedlicher Plastiken in Holz, Stein und Metall. Seine Monumental-Büste von Nahum Sokolow, sowie seine anderen Porträts zeugen von Beherrschung des Materials und einem wägenden Blick für das Wesentliche einer Persönlichkeit. Entschieden die reifste Leistung der ganzen Gruppe hat Ed. Fürst aufzuweisen, ein Por* trätist von Rang und ein feinfühliger Landschafter. Fürsts Porträt von Kurt R'11 י •״ Kehl ist eine Meisterlcistung. Weniger liegen ihm l'iVis״h-r!״״׳tt<nentale Sujets wie die Vertreibung aus dem Pa a lies o!er die ein wenig filmplakatartige Dar- Stellung der Szene der Ermordung des Holofernes durch mit der Errichtung dieser Raffinerie Zusammenhängen, wer* den mehrere Millionen Pfund betragen. Palästina wird dadurch zu dem führenden Zentrum der Oelindustrie im Mittleren Osten. Man rechnet damit, daß die Herstellung von Petroleum in Palästina auch auf die Senkung des Inlandpreises für Petroleum und Triebstoff einen Einfluß haben wird, und daß Transport und Kraft sowie die mit Oel getriebene Elektri/i ätserzeugung dadurch verbilligt werden wird. Aber abgesehen hiervon verspricht man sich noch besondere Vorteile in bezug auf die Entwicklung der chemischen Industrie. Denn der Prozeß der Oel* raffinerie wirft Nebenprodukte ab, die von größter Bedeutung für die chemische Industrie sind. Es werden auch jetzt schon wissenschaftliche Forschungen und Untersuchungen ober die Möglichkeiten der Ausnutzung des Petroleums in ver* schiedenen chemischen Prozessen angestellt. Es gibt in dieser Hinsicht auch schon ganz neue und vielversprechende Resultate. (Die Einzelheiten sind nur für chemisch gebildete Fachleute verständlich und müssen daher hier übergangen werden.) Wenn man bedenkt, daß das Tote Meer ein unübersehbares Reservoir natürlicher Schätze und Rohstoffe für die chemische Industrie bietet, so kam! man unter Be* rücksichtigung der neuen Möglichkeiten, die sich aus der chemischen Verwertung des Petroleums ergeben werden, Schlüsse ziehen auf die künftige Entwicklung der chemischen Industrie in Palästina, die alle Erwar* tungen übersteigen dürfte, und von der man annimmt, daß sic noch vielen Tausenden Arbeit wird gehen können und einen der wichtigsten Grundpfeiler der Wirtschaft des Landes bilden wird. Der Waad L eu m i beschloß in einer Sitzung, daß seine Vertreter vor der Tcilungskommission aussagen sollen. Ir» der Sitzung wurde ferner das Memorandum der Jewish Agency an die Teilungskommission gutgeheißen. In arabischen Kreisen verlautet, daß der ehemalige Mufti von Jerusalem den Libanon verlassen und seinen Wohnsitz in Saudi-Arabien, näher bei Transjordanien, aufschlagen möchte, wenn es ihm gestattet wird. Die arabische Zeitung ״Al Islamia“, die von den Behörden für einige Zeit verboten war, erschien jetzt wieder zum erste״ Male. Das Blatt befürwortet aufs nachdrück* liehste den Vorschlag E n! i r Abdullahs für einen vereinigten Staat von Palästina und Transjordanien. ״Al Islamia“ drängt darauf, die Araber sollten eine konstruktive statt eine negative Politik betreiben. Das Kleine Aktions- Co initö trat in Jerusalem am Montag zusammen. Air Coinmodore A. T. Harris wurde zum Kommandanten der Luftstreitkräfte in Palästina und Transjordanien an Stelle Air Commodores R. M. Hill ernannt. Sir Harold MacMichael cröffnete feierlich das neue Postgeh Sude in Jerusalem, dessen Errichtung £ 180000 kostete. Sir Harold cröffnete gleichzeitig den neuen automatisehen Telephondicnst in Jerusalem. Im Zusammenhang mit der Unterbrechung der Direktorenwähl des Tel Awiwer Marinetrust, die auf eine Intervention der Revisionisten erfolgte, wird behauptet, daß die Revisionisten bei dem Jaffaer Gericht mit einem Gesuch vorstellig wurden, den Marinctrust, der den Hafen von Tel Awiw kontrolliert, atifztilösen. Der Marinctrust hat die Uebertragung der Ocriclitssachc vom Jaffaer Gericfit auf den Tel Awiwer Gerichtshof beantragt. Streitigkeiten über die Unterrichtsgelder an der Hebräisehen Universität führten zu einer S t r e i k e r k i ä r u!1 g der Studentenorganisation. Der Rektor der Universität hat alle Kurse bis auf weiteres unterbrochen, während Verhandlungen über einen Vergleich geführt werden. Eine Konferenz der Lieferanten der jüdischen Konsumvereine, die der Histadruth ,-!!׳geschlossen sind, wurde in Tel Awiw cr0,f״״*. Heber hundert Abgeordnete, die 75 Ge- Seilschaften und 28 5 Mitglieder vertreten, und Güter im Werte von über einer Million Pfund jährlich produzieren, waren anwesend. Das Kapital der Kooperativen beträgt s: 335 000. Die Barclay’s Bank hat der Stadtverwaltung P et ach Tikwa eine Anleihe von 17 000 Pfund für öffentliche Arbeiten gewährt. Judith. — Die Jerusalemer Kunsthandlung Kalmann & Schapski zeigt diejenigen kunstgewerblichen Arbeiten, die bestimmt sind, zum großen Bazar der Wizo und des Keren Kajemeth nach London gesandt zu werden. Einige Spitzenleistungen seien aus der Fülle des Gebotenen genannt. Die Buchbinderin Ruth Flörsheim schuf einen reizenden Esel aus grauem Leder, der ־— in der Größe eines Schaukelpferdes — bestimmt die Herzen aller Kinder (und nicht weniger der Großen) erobern wird. Die Kunstschmiede Wolpert und Rieß zeigen Mesusot, die durch ihren neuartigen, aber dem Charakter des Kultgerätes durchaus angepaßten Formcharakter erfreuen. Sehr interessante Versuche in Mischmetall macht der Jerusalemer Kunstschmied Teppich. Handwehercion von Keiner stehen auf hochstem handwerklichen und geschmacklichen Niveau und werden bestimmt im Auslande Käufer finden. Besonders schöne Proben jemenitisch-palästinensischer Volkskunst zeigen wie immer die Schani-Werkstätten. — Der Tel Awiwer Maler Izhak Frenkel zeigt in dem unter Leitung von M. S. Schlosscr-Glasberg stehenden ״Cabinet Omanuih“ eine Serie getönter Federzeichnungen, vorwiegend Landschaften aus Erez- Israel. Frenkel, den wir als Maler von eigenem Format bereits aus einer Reihe von vielbeachteten Ausstellungen kennen, erweist sich hier als geübter Graphiker. — Das Bczalcl-Museum zeigt eine Ausstellung des jungen palästinensischen Malers A v n i, der sich als besonders feiner Fraucn-Bildnismaler erweist, aber auch einige Landschaften zeigen den Künstler als Landschafter von vielversprechenden Ansätzen. — Das Jüdische National-Musemn Bezalel veranstaltete eine Aus- Stellung antiken und modernen Tora-Schmuckes, die sich regen Interesses erfreute. — Die einzige religiöse höhere Schule Jerusalem, die ״Maalc-Schule“, zeigte Schülerarbeiten aus dem Zeichen- und Handfertigkeitsunterricht. Ferner führte die Ausstellung in die Lehrmethode der Schule cm. — Der Tenor Marcel Noe gastierte in einigen populären Kcmzerten im Cafö ״Vienna“. Dem Künstler wäre ein würdigerer Rahmen für seine Darbietungen zu wünschen. S.B.C. Familien - Nachrichten Frau Johanna Kaiser, geh. Hirsch, Jerusalem (früher Frankfurt a. M.), beging am 18. Juni den 75. Geburtstag. BarmUwa-Termin. Am 2. Juli (3. TammuA: Heini Kern. Sohn von Julius Kern. Tel Awiw, King George S!, 33. (Schluß des Palästinatells) Von der Woche