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Jüdische Rundschau · 1938-06-21 · Heft 49 (21.6.1938) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 49 (21.6.1938)
Date
1938-06-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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־׳״“ PALÄSTINA-BLATT Auf dem Flugplatz in Ludd Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel Awiw, 12. Juni Die Prophezeiungen, die von Palästina als einen! Knot-npunkt des europäisch-asiatischen Lu.tvcrkchrs sprachen, sind in kurzer Zeit eingetroffen. Die geographische Lage des Landes am Treffpunkt dreier Koniinente veran'aßtc das modernste Verkehrsmittel, sich dieser Ostecke des Miltelmcers als Durchgangspunkt zu bedienen. Die Interessen des englischen Imperiums, die in dieser Gegend in erster Reihe Verkehrs- Interessen sind, wandten schon früh das Augenmerk der Luftverkehrsgesellschaft auf Palästina. Dem Zivil verkehr ginen die Militärflieger voraus, man versuchte es auf dem iberiassce mit Wasserflugzeugen, in Gaza mit einem Landungsplatz für Landflug/cuge. Der Luftverkehr entwickelte sich immer mehr. Neben den Imperial Airways, der englischen Linie, die im Imperium den Verkehr besorgt und in Palästina ihren Ausgangspunkt für Indien u1׳d Australien, in Aegypten ihren Siart nach Südafrika hat, benutzt die holländische Linie regelmäßig die palästinensischen Landungsplätze. Dazu kommt die Linie Warschau— Ludd, die dreimal in der Woche <lc!1 Spezialdienst nach Palästina besorgt, die italienische und die ägyptische, die Palästina mit Afrika verbindet. Immer mehr wird dieses kleine Territorium am Miltelincer zum Zen'nmi eines Sems, von dem sich die Fluglinien in die ve״-cl1iecl,.nsten llimmelsrichtungen an breiten und rasche Verbindung nach allen Kontinenten schaffen. Der rege Flugverkehr, der über Palästina geht, hat seit langem die Post in großem Maße beeinflußt. Das Land hat durch die aus den verschiedensten G ■genden cingcwanderten Juden einen starken Briefverkehr mit dem Auslände und in den letzten Jahren hat das Publikum sich gewöhnt, mehr lind mehr die Flugpost zu benutzen. Die relativ niedrigen Tarife und die Konkurrenz zwischen den zahlreichen Li״ien, die das Land berühren, verstärkt diese Tendenz. Auch der Passagierverkehr hat in steigendem Maße zugenommen. Die Flugzeuge haben in früher unvorstellbarem Maße die Reisezeiten verkürzt und die Länder ancinandcgcriickt. Der starken Entwicklung des Flugwesens im Lande entsprach bisher in keiner Weise der Ausbau der Flugh ä f e n. Der große Zcntralhafen befand sich in Ludd. Wer jedoch noch im vorigen Jahre von hier nach Europa startete, war erstaunt und verblüfft über den ungewöhnlichen Gegensatz zwischen den schönen, bequemen und modernen Maschinen und ' den jämmerlichen Baracken, die in einer Ecke aut dem großen sandigen Flugfeld standen und als Büros für das Personal und die Fahrgäste dienten. Die Maschinen erweckten den Eindruck des Einbruchs der Zivilisation in ein fernes und der Entwicklung fremdes Land, und doch wuchs zwanzig Autominuten entfernt das moderne geschäftige Tel Awiw und eine Stunde entfernt das neue Jerusalem. Dann brannten eines Tages alle diese Baracken, von Arabern während der Unruhen augesteckt, bis auf den Grund nieder. Es blich nichts übrig als der Flugplatz, und der war bis auf ein paar Nivellierungen so ziemlich im Urzustände. Heute ist all das in grundlegender Umwandlung. Wenn man jetzt den Flugplatz von Ludd besucht, so sicht man eines der modernsten Acrodromc im Entstehen, mit allem, was dazugehört, von dem a^phal'icrteii großen Rollfeld an bis zu zweckmäßig g planten ungewöhn'ich imnoanien Gebäuden, Häusern für das Personal und Zulahrtswegen. Die Straße, die von Tel Awiw auf den Flugplatz in Ludd führt, hat ein sonderbares Wahrzeichen. Man kommt aus den Außenvicrtcln der Stadt heraus .- schlimme Armenviertel, die einer gründlichen Säuberung und Sanierung harren - und findet plötzlich mitten auf dem Wege ein kleines Wohnhaus. Das versperrt die Straße i1־ ihrer ganzen Breite und die Autos winden?ich mit Vorsicht um dieses sende baue Hindernis be im!. Wa um man bei Anlage dieses vci-kchrstcchni ch so w ich igen Weges nicht dieses Hindcrrrs ans den! Wege schaden konnte, ist ohi im Lande vielbelaUites Gebein i des zusbändigen Re ie ungsdepartements. Aber davon abgesehen i t die Verbindung mit dem Flugplatz gut und rasch. Hinter dem großen Tor, das den Weg zum Flugplatz freigibt, ziehen sich eine ganze Reihe neuer moderner Häuser hin. Das sind die Wohnungen fiir den Stab, unter dem man mit Interesse eine ganze Reihe von Juden aus Deutschland, an der Spitze einen bekannten Meteorologen, entdeckt. Um die Fiäuser mit ihren Terrassen werden Gärten angelegt und man hat einen weiten Blick auf die judäischen Berge und die Ebene Schefclah. An einer Seite des großen Flugfeldes liegen die Hangars, die gerade eine ganze Reihe von Maschinen beherbergen. In der Mitie der große Apparat der Lot-Linie, der den Rückfing nach Polen erwartet, an den Seiten etliche kleine Flugzeuge. Hier sind die zwei Apparate der ״Palestin c Airways", der neuen palästinensischen Fluglinie. Sie hatte mit Flügen zwischen den palästinensischen Städten begonnen, aber die Entfernungen zwischen den Flugplätzen und den Städten waren im Verhältnis zu groß, die zwischen den einzelnen Städten dagegen zu gering, als daß sich das Unternehmen riclTig gelohnt hätte. Jetzt wird eine Luft- Verbindung zwischen Ludd und Beirut geplant, die die Fahrt zwischen der Hauptstadt des Libanon und Palästina überaus rasch gestaltet und Aussichten haben kann. Im Hangar findet man auch die kleinen Maschinen des paläs tinensi sehen Fliegerklubs, eines privaten jüdischen, in den Anfängen steckenden Unternehmens, und das Flugzeug vor! P e a k e Pascha, des englischen Kommandierenden in Transjordanien, das kürzlich in einer paläs'inensischen Zeitung zum Verkauf ausgeschrieben war und von Tel Awi wer Dorfkinder יי*,.׳ \‘* ■' Bauernkinder in Degania B, mit einem der ältesten indischen Bauern des Landes, I. Haft. Die Palmrn-P llanztingcn der Siedlung haben sich in der letzten Zeit sehr entwickelt und bieten ein Bild üppiger Schönheit. F10״; wr!ueh! 1; 1!111111:111 ו u!ו n 1 : ו u 1!: 1< 111 m u 111 m 1 u 11 m 11 11111111111 ו! u 1 u 111 ו: ו:!׳ 11! 1111 י ״ 1:; — i: :1:.::.: 1:1 u.! i 1 Interessenten erworben wurde. All das sind Anzeichen des steigenden Interesses, das Palästina an de!• Entwicklung des Fliegens nimmt. An einer Seite des Flugplatzes erlicht sich ein riesiges Gebäude, das in der Konstruktion bereits vollendet ist und in einigen Teilen schon provisorisch benutzt wird. Hier werden sämtliche Büros des Flugplatzes untergebracht, einsch|j׳'ß!ich der rne'ereologischcn S a'ion. R:e ige Räume sind für den Passagicrcmpfang bestimmt, ein Flügel beherbergt ein Hotel, ein anderer einen großen Speisesaal und ein Der Park von Ramath Gan Alles kommt auf die Einstellung an. Wenn man sagt, daß durch eine Großstadtstraße an einem einzigen Sonnabend mehr Menschen kommen, als durch Ramath Gan in den vergangenen zehn Jahren, so hat man sicher recht. Aber ein Standpunkt ist cs nicht, denn man kann nur vergleichen, was miteinander vergleichbar ist. Was ist eigentlich Ramath Gan? Da werden viele antworten: ״Fine kleine Kolonie aut der Strecke von Tel Awiw nach Haifa, ich glauhe, da ist die Fabrik von Assis.“ Na, und mehr weiß man nicht. Ramath Gan liegt wirklich an einer Fabrik, man fährt hindurch, auf langgestreckter Chaussee, an Fabriken vorbei, und wenn man noch am Buchstabieren der Namenschilder ist, ist man schon längst in Pctacli Tikwa. Aber Ramath Gan hat seinen Namen nicht umsonst. Garten-Hügel ist ein Name, der verpflichtend ist. Der Ort hält, was sein Name verspricht. Du kommst mit dem Autobus sehr schnell nach Ramath Gan, Du kannst sogar per Rad über den neu gcbau'en breiten Weg kommen oder zu ,Fuß. So nah liegt es von Tel Awiw, An der Schokoladenfabrik von Elite steigst Du aus — oder ah und gehst nun rechts herein etwas bergan in die blühende Hügeistadt Ramath Gan. Nun geh einfach den andern nach, den Kindern am besten, die Hand in Hand einem Ziele zustreben: Das ist der Gan von Ramath Gan. Auf dem zentralsten Hügel des Ortes ist dieser schöne Park angelegt, und von hier aus hast Du einen Ueberhlick über das malerische weitgestreckte Oertchen, das verstreut über viele kleine Hügel liegt, versteckt in Grün und Blumen, umgeben von dunkelgrünen Orangengärten und eingerahmt vom Häusermeer von Tel Awiw mit der glitzernden Fläche des Mittelländischen Meeres im Westen, den weiten sanftgeschwungenen Bergen Judäas im Osten, im Norden ahnt man die weite Ebene, und der Süden verschwimmt in der Ferne. In anmutiger Verbindung mit der Umgebung liegt nun dieser schöne Garten, der einzigartig in Palästina ist und den Du nun in Ruhe betrachten kannst. Wo findest Du solch herrliche Spielplätze und Spielgerate, wo wachsen diese wundervollen Pflanzen und Blumen so üppig, sieh Dir die Fische in den kleinen Teichen an (worunter es eine Art gibt, die Mucken verzehren), setz Dich auf eine der schattigen Bänke, die tun den Wassernirm gebaut sind, und freu Dich mit den spielenden Kindern. Und wenn D11 nachdenkst, wirst Du sicher finden, daß cs nicht an der Zahl der Menschen liegt, die du!eh einen Ort kommen und gehen, sondern an dem Wißen, aus einem Ort und einem Land etwas zu schaffen, wo auch Plitz für Lust und Freude ist, und wo Blumen ebenso wichtig sind, wie der Kampf ums taghelle Brot. Und die Kinder, die heute in die-em (ian durch die Luft schaukeln und am Rundlauf hangen (Hier auf der Winne wippen, werden eines Tages groß s ׳in, ciwaclwcne palastinensische Bürger, und ebenso stolz auf ihre IL im it wie auf ihre glückliche Kinde 1־zeit in die.-er nrticn Heimat. Walter Michael Schwarz Links; Spielplatz für Kinder bis zu 5 Jahren. Rechts: Rundlauf am Platz für die größeren Kinder bis zu 15 Jahren; beide Plätze sind durch Schilder kenntlich gemacht. Links: Auch in Ramath Gan wird fleißig gestrickt. Rechts: Rund um den Wasserlur .t zieht sich ein Wandelgang mit Ruhebänken, der nach allen Seilen eine schöne Aussicht bwtil. Ein schattiger Parkweg : Walter M. Schwan

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