Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 48 (17.6.1938)
- Date
- 1938-06-17
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 12 jüdische Rundschau Nr. 48, 17■ W. 1938 Das Säuglingsheim der Wizo Die Kinderzufluchtsstätte in Jerusalem Im Jahre 1036 wurden in Palästina ungefähr 11 000 Kinder geboren. Tragisdierwcisc werden aber mindestens 500 dieser jüdischen Kinder geboren, ohne daß auch nur die ciernentarsten Bedingungen erfüllt sind, die ihr junges Leben sichern würden. Nicht weniger als 500 dieser kleinen Geschöpfe bcdürfen dringendster Hilfe — Errettung von Elend und Krankheit. Von diesen 509 werden jährlich etwa 100 gerettet. Wenn man sie sehen will, braucht man nur in das Säuglingsheim der Wizo in Jerusalem zu gehen. In der Isolierungsabteilung wird man die allerletzten Neuankömmlinge treffen, Häufchen menschlichen Elends, gcbrcchlich und Krank. Dennoch sind in den 13 Jahren seines Bestandes im Babyheim von 1020 nur 30 Kinder gestorben. Die kritische Periode scheint die kurz nach der Einlieferung zu sein, in der sich die Umstellung vollzieht. Sobald sic überwunden ist, tun frische Milch, Vitamine und Sonnenschein das ihre. Schmächtige Körperchen werden braun, runden und lätten sich, die Augen beginnen zu leuchten und das Lachen!einer Kinder erfüllt die Spielzimmer. Vor 16 Jahren hatte die jüdische Frauenorganisation Palästinas (heute die palästinensische Föderation der Wizo) sieben Findelkinder in ihre Obhut genommen. Nach zwei Monaten schon begann man Waisen atifzunchmen, und es kamen noch andere hinzu, bis am Ende des ersten Jahres die Zahl bis auf 18 gestiegen war, Im Jahre 1029 zählte das Heim 42 Kinder, die noch immer von der Ortsgruppe betreut wurden. Als dann in jenem Jahre die Unruhen ausbrachen, wurde auch das Babyheim angegriffen. Es war damals im Montefiore-Quartier untergebracht, und cs war sicherlich nicht einfach, die 42 Kleinen und die 15 Schwestern in einem einzigen gedrängt vollen Omnibus zu verstauen, während die Kugeln ihnen tun die Köpfe pfiffen. Eine Jerusalemer Mitarbeiterin stellte der Ortsgruppe ihr fünfzimmriges Haus zur Verfügung, und die Babys wurden auf Stühlen und Tischen untergebracht. Die Ueberfäile in Hebron und Safcd fielen gerade in diese Zeit, und innerhalb eines Monats war die Bevölkerung des fünfzimmrigen Babvhcimes durch die neuen Waisen auf das Doppelte gestiegen. Daß unter diesen erschwerten Umständen kein einziges Kind starb oder auch nur ernstlich erkrankte, darf wohl als ein glänzendes Zeugnis für die Menschen gelten, deren Obhut die Kinder anvertraut waren. Die Wizo übernahm es, einen Teil der Lasten, die eine einzige Gruppe nicht mehr zu tragen vermochte, zu übernehmen. Ein neues Gebäude wurde gefunden, aber gerade als das Heim sich einzurichten begann, erschütterte das Erdbeben von 1934 das Haus in seinen Grundfesten. Es mußte verlassen und ein anderes gesucht werden. Man übersiedelte ins arabische Bakka-Vicrtcl auf der Straße nach Talpioth. Das!־laus ist jedoch nicht sehr geeignet, denn der Raum ist bcschränkt. Die Hausbewohner sollten bald neue Freunde bekommen, denn viele Juden waren aus Deutschland nach Palästina gekommen, und einige ihrer Kinder hatten den Weg ins Heim gefunden, das aber nicht mehr als 1Q0 Kinder zu beherbergen vermag. Jeden Monat müssen mindestens 20 Baby« abgewiesen werden, da nicht ein Quadratmeter Raum oder aie nötigen £P 4 aufzutreiben sind, um ein Kind lintcrzatbringen oder zu ernähren. Im vorigen lahr stürzte eines Morgens eine der Schwestern ins Heim und berichtete, daß in einer Ecke des Hauses in Petroleum getauchte Fetzen brannten. Der Brandherd wurde bald — mit Hilfe von arabischen Nachbarn — erstickt, aber der Schrecken wurde nicht so bald vergessen, zumal ln den darauffolgenden beiden Nächten in der Nähe des Heims geschossen wurde. Binnen kurzem wird das Babyheim der_W1zo in ein neues Haus, das sich in jüdischer Umgebung befindet, iibersiedcln. Ein neues großes Gebäude am Rande Rechawias, das sich im Bau befindet, wird nunmehr den besonderen Zwecken dieser Institution angepaßt. Molly Lyons, Jerusalem Von der Woche Ein 21 jähriger Jude namens Haim Naka wurde in der Nähe des Montefiore-Vicrtels in Jerusalem von einem Araber erschossen. Spuren führten von der Mordstelle zu dem in der Nähe liegenden Arabetdorf lk־ir Jassin, in dem der Ausnahmezustand erklärt und ein Poli/ei-Strafpostcn aufgestellt wurde. Sechs Araber wurden verhaftet und drei Häuser sollen im Zusammenhang mit dem Mord zerstört werden. Zwei jüdische Hilfspolizisten wurden bei der Abwehr eine* Angriffs auf die Siedlung Sarid leicht verwundet, ein arabischer Terrorist wurde getötet. Eine Autopatrouille jüdischer Ghaffirim aus dem Emek wurde nachts in der Nähe von Kfar Baruch von einer 20 Mann starken Arahergruppe aus dem Hinterhalt überfallen. Nach einem harten Kampf, an dem Ghaffirim von Nachbarsicdltingcn tcilnabmen, ergriffen die Terroristen die Flucht und ließen einen erschossenen Araber, bei dem ein Gewehr gefunden wurde, zurück. Zwei jüdische Ghaffirim, Haim Glosser und lsaiah Zcevi, wurden bei dem Gefecht leicht verwundet. Jizchak Reifcl, ein jüdischer Ghaffir, wurde schwer verwundet, als Araber ein Feldlager der Arbeiter über• fielen, die mit dem Bau der ״Tcgart-Mauer“ beschäftigt lind. Die jüdischen Ghaffirim vertrieben die Angreifer. Ghaffirim aus dem Etnck stießen nachts bei einer Auto- Patrouille auf einen mit zwei Gewehren bewaffneten Araber. Als dieser auf Anruf zu fliehen versuchte, wurde er er- ■ schossen. Ungefähr 40 Terroristen überfielen das Dorf Ranteh bei Akko lind versuchten, von den Bewohnern Geld zu erpressen. Die Dorfbewohner weigerten sich jedoch, den Terroristcr nnch/ugeben und cröffneten das Feuer. Nach tapfcrer Verteidigung gelang es dm Einwohnern, die Terroristen zu vertreiben. Bei dem Kampf wurde einer der Verteidiger schwer verwundet. Eine Terroristengruppe von KV) Manu griff das Dorf D e 1 r c s - S h a r f an.. Sie drang in das Dorf ein und forderte die Auslieferung des lokalen Führers der Naseha* schibi-Partei, Abdul A/iw Er wurde entführt, sein B e ila’n! *die 'im 'BrgrKf ° warum die' Ocllritimg an/ulmhrcn! Es kam zu einem Geteilit. bei dem ein Terrorist getötet und sechs gefangen genommen wurden. Arabische Tenoristen haben ein ״Gericht“ über zwei Araber eingesetzt, die in Verdacht standen, der Polizei Informationen gegeben zu haben. Beide Beschuldigten wurden getötet und ihre Frauen schwer verletzt. Der van dem Zaun an der Nordgrcn/c von Arabern estohlcne Draht wurde in einem libanesischen Dorf enteckt. Die Zaunbestaridteile wurden verschleppt, als sie vor ihrer Zusammensetzung auf dem Boden lagen. Vor der Palästina-Teilungskommission sagten in geschlossener Sitzung der Kommandant der Palästina-Polizei Saun der und der Direktor des Erzichungsdcpartemcnts W. J. Farrel aus. Die Agudisten Rabb. Duschinski, Rabb. Blau und Dr. ßuxbautn sagten ferner aus. Am 21, Juni wird Prof. Akzin im Namen der Revisionisten vor der Kommission aussagen. Wie der ״Temps“ berichtet, besuchte eine syrische Delegation unter der Leitung von Mohatned Hedjazi Kailani den britischen Konsul in Damaskus, tim ihm zu erklären, daß die hinter ihm stehende Gruppe den Terrorismus in Palästina auf das schärfste verurteilt. Der Wortführer der Delegation erklärte, daß diese Terroristen nur der arabischen Sache schaden und daß die Araber sich der Wichtigkeit der englischen FrcmuPchaft bewußt sein müßten. Der ״Temps“ fügt hinzu, daß alle vernünftigen arabischen Kreise im vorderen Orient durch die von dem Fxmufti von seinem Asyl im Libanon aus geführte revolutionäre Bewegung aufs äußerste beunruhigt sind und auch den Terror in Palästina verurteilen. Die Wahl der Direktoren dos Tel Awiwer Ma* rlne-Trust wurde durch das Erscheinen eines arabischen Polizisten unterbrochen, der eine Anordnung des britischen Polizeirichters in |af!a vor/eigte, die die Einstellung der Wahl auf Intervention der Revisionisten verlangt. Eine Anzahl revisionistischer Aktionäre, darunter Dr. ' Cohen, ein Mitglied des Tel Awiwer Stadtrates, erhob vor dem Jaffaer Gericht Umwände gegen die Wiederwahl der Kandidaten S, Hoofien und Isaac Roknch, den Vertreter der Zitrusruppe, deren Kandidatur von allen Gruppen mit Ausnahme er Revisionisten genehmigt wurde. Die ,,Habima1‘ kehrte auf der ״Polonia“ von einer längeren Auslandstournee wieder nach Palästina zurück. Als die Schauspieler mittags in Tel Awiw an Land gingen, wurden sie von einer großen Menschenmenge, unter der sich zahlreiche Abordnungen des Jischuw befanden, empfangen. Ein palästinensischer Bühnenverlag. Man schreibt uns: ״Das Gericht“' von S. Bat-Dori, das kürzlich im Jiidisehen Kulturbund in Berlin mit außergewöhnlichem Erfolg gegeben wurde, stammt aus dem palästinensischen Bühnen- Verlag ״Moadim“, dessen Initiatoren Margot Klausner und Jehoschua Brandstätter es sich zur Aufgabe gemacht haben, die jungen palästinensischen Autoren auf die Bühnen der jüdischen Welt zu bringen. In diesem Verlag soll ein Sammelpunkt für die palästinensische Dramatik geschaffen werden, später aber möglichst auch für die Autoren anderer Länder. Dem Verlag gehören heute schon u.a. folgende Autoren an: N. Bistritzki, S. Batdori, F. Lobe, M. Liwschitz, M. Locker, M. Rost, A. Sehlonski. Aus Polen Alter Kazisne mit seinem großen Marrannenwerk ,,Die Oper des Juden“. Der Verlag ,,Moadim“ hat im vergangenen Jahr die Gründung der Jüdisch-Naiionalen Bühne in Polen veranlaßt, wo — wie die ״Jüdische Rundschau“ seinerzeit berichtet hat — der ״Mischpath“ von Bat-Dori (15011181) und ״Boden“ von M. Rost durch eine ganze Raison hindurch täglich gespielt wurden, und zwar erst in Warschau, dann in 40 Städten der Provinz. Für die nächste Zeit sind Aufführungen palästinensischer Autoren für den New Yorker Weltausstellungspavillon von Palästina durch den Verlag ״Moadim“ geplant. Alte Zionisten in sozialer Not In der orthodoxen Tageszeitung ״Ha/ofe“ berichtet J. I.. Te uh mann: In dieser schweren Zeit ist cs nicht leicht, die öffentliche Aufmerksamkeit auf eine Angelegenheit zu lenken, die nur 150 200 Familie»! betrifft, deren Ober- Häupter einmal im Zionismus bekannt waren. Viele von diesen Menschen sind i!1 Palästina in einer schweren Lage. Manche von ihnen sind nicht mehr im arbeitsfähigen Alter und müßten eigentlich pensioniert werden, wenn sich dafür Mittel finden ließen; viele von ihnen wären aber als Buch- Halter, Kassenverwaltcr usw. noch durchaus verwendbar. Sie suchen oft jahrelang erfolglos Arbeit und leben inzwischen von der Unterstützung ihrer Verwandten, zum Teil haben sie sich mit ihrer Lage abgefunden, aber einige unter ihnen sind verbittert. Sie bekommen dauernd Empfehlungsbriefe an die verschiedensten Institutionen und von diesen wieder hinhaltende Antworten. Die Aufrüttelung des öffentlieben Gewissens in dieser Frage scheint die einzige Maßnahme zu sein, die Hilfe verspricht. Festtage In Klrjat Bialik. Die Ahawa hatte zu Schawuoth traditionsgemäß ihre früheren Zöglinge zu einer Zusammenknnft eingeladen. Zahlreich erschienen sie, sicher alle gern auf einige Tage in das Heim und die Umgebung zurückkehrend. Die ehemaligen Zöglinge, die Lehrer und Erzieher und die Gäste umgab die wohltuende Atmosphäre dieses Kinderheims, in dem Inhalt und Form in gleicher Weise in allen Bezirken des Lebens vorbildlich sind. Schwester Oberin Berger begrüßte alle Erschienenen. Im Mittelpunkt der Zusammenkunft stand ein Referat von Mosche Cal vary über ״Gerechtigkeit und Sozialismus“, ln eindringlicher Ausspräche beteiligten sich Erwachsene und Jugendliche an diesem Thema. Wie üblich war auch eine Aufführung vorbereitet. ״Prinz Zwiebel und Prinz Knoblauch“, Rialiks Vorgeschichte (Altrf Ba/luth wealuf Schum) in lustiger Weise mit Musik, Gesang und Tanz vom Regisseur Zwi inszeniert (Kostüme von Käte Baer), versetzte alle in fröhlichste Stimmung. — Am Tage nach dem Fest feierte Kirjaf Rialik in Chag hahikurim, verbunden mit der Grundsteinlegung für das Beth Am. Ein Festzug bewegte sich durch die Siedlung: die Landwirte mit ihren schön geschmückten Erntewagen, der Babykorso, die Ahawa, der Wagen der Tnuwa, der Kindergarten und die Musikkanclle. Auf dem Festplatz begrüßte von einer Bühne aus der Waad und die Vertreter der Organisationen und Nachbarsiedlungen die Gäste; etwa 1090 Menschen nahmen an der Feier teil. Es folgte die Darbringung der Erstlingsfrüchte nach der in der Tradition erhaltenen Form, sogar zwei weiße Tauben ließ man nach Begrüßung der Gäste auffliegen. Sodann wurde nach Verlesung und Unterschrift der Stiftungsrolle der Grundstein zun! Bet Am gelegt. Die Ahawa spielte noch einmal das oben erwähnte Stück. Nach einer Pause nahm die Feier abends ihren Fortgang. Die Gruppe der ״Machanoth haolim“ bestritt das «׳eitere Programm: Singen, Flötenspie!, Tänze, Turnübungen, und dann folgten Horra und andere Tänze bis in die Nacht hinein. Die ganze Feier wurde diesmal in hebräischer Sprache ahgehaltcn, die Bemühungen der Kulturkommission waren nicht erfolglos. Das Beth Am wird die Möglichkeit zu hebräischer Kulturarbeit noch steigern. A. b. J. Eine neue ״Karmel-Festwoche“ ln Haifa. Nach dem Im roßen ganzen recht gelungenen Versuch der ersten ״Karmelcstwoche“ im Herbst vergangenen Jahres, die aus einer Reihe von Aufführungen und Darbietungen auf dem Zentral- Karmel und in Aclnisa bestand, wird nun Ende Juni in etwas größerem Maßstabe und zusammenfallend mit der Hauptsaison die zweite Karmel-Festwoche vor sich gehen. J11 dem vorläufigen Programm dieser vom 26. Juni hre 4. Juli gehenden Woche sind Aufführungen des Matatö, des Ohcl-Tlieaters und der (zur Zeit noch kt Europa befindlichen) Habima genannt, ferner Konzerte des Palästina-Orchesters, Tanzdarbietungen, das nun schon traditianelle Bibelspiel in Achusa, Aufführungen von Palästina- Filmen, Vorträge prominenter Wirtschaftler usw. Der 5. Juli toll dann einem Abend jüdischer Komponisten gewidmet »ein, bei dem das Palästina-Orchester unter Mack Lawri und unter Mitwirkung des Baritons Vittorio Weinberg vor allem Bloehs Symphonie ״Israel“ und ״Kantate“ (Psalm 114) u. a. spielen wird. Jüdische Taucher Aus Tel Awiw wird uns geschrieben: Der ״Dawar“ meldet: Es hat sich eine Kooperative von zehn Menschen zusammengcsclilosscn, die sich auf den Beruf des Tauchcrs vorbereiten. Besonders wichtig ist das Herausfischen von ins Wasser gefallenen Waren. Die Regierung vergibt die Konzession für diese Arbeit gegen eine Beteiligung von 50״» Gewinn. Auch die Bauarbeit unter Wasser verlangt Taucher. Bei der Abtakclung gesunkener Schiffe werden Taucher benötigt. Im Hafen von Tel Awiw verstehen zwei Arbeiter diese Arbeit; aber sic sind beschäftigt. So fand sich die neue Gruppe zusammen, die diesen Beruf lernt und vorläufig im Hafen von Tel Awiw arbeitet. Mittel stehen ihr nicht zur Verfügung. Eine Taucherausrüstung mußte sie sich leihweise beschaffen; die Fahrt zur Uebungsstelle ist umsonst, Grotte Schwierigkeiten aber macht die Deckung der Barausgaben, die Bezahlung des Instruktors, die Kosten der Seile usw. Die Gruppe deckt diese Ausgaben vorläufig durch Anleihen und wartet auf Förderung durch die an der Entwicklung des Hafens interessierten Institutionen. Bisher ist ihr schon die Bergung von einigen Tonnen Waren geglückt. Allja aus Deutschland Im palästinensischen Gemeindeleben. Wie von uns in Nr. 33 bereits kurz berichtet wurde, fand zwischen den beiden Tel-Awiwer religiösen Vereinigtingen ״Ich ad“ und ״Schiwat Zion“ eine Fusion statt. ״I chu d“, die ältere, bestand über vier Jahre und zählte zuletzt ca. 300 Mitglieder. Sie wurde von Zionisten aus Deutschland, an. ihrer Spitze der verstorbene Dr. Max K 0 11 e 11 s c h e r, ins!..eben gerufen. ״Schiwat Zion“ konstituierte s'י 1!־׳ or etwa zwei Jahren hauptsächlich, um für die zahlreichen im Norden Tel Awiws wohnenden Olim aus Deutschland, für die der im Zentrum gelegene Betsaal des ״Ichud“ mir schwer erreichbar war, ein Gcmeindeleben zu schaffen. Mit dem Ru! der schönen Synagoge in der Ben Jehudastraßc (die heute mit ihren 430 Plätzen längst zu klein ist) nahm ,,Schiwat Zion“, unter Vorsitz von Dr. Leo Schocken, eine außerordentlich rasche Entwicklung. Vor allem gelang es auch — bei strengster Wahrung religiöser Tradition — solche Kreise wieder hcranzuziehen, die nicht nur dem Oemeindeicben, sondern audi allgemem-jüdisehen Interessen ferngerückt waren. Hervorragendes wurde, in Entlastung der öffentlichen Stellen, auf de:11 Gebiete der Sozialarbeit geleistet. U. a. wurden allein zu Pcßach — im Rahmen der regelmäßigen Aktionen — 89 Familien mit Mazzot, Eiern, Kaffee versorgt. Von den Institutionen des ״Ichud“ verdient besonders die ״Oiewra Kadischa“ Erwähnung, die viel zur Verbesserung des hiesigen BcCrdigungs- Wesens heigetragea hat. Wenn man auch schon längst über das Stadium von ״Synagogenvcrcincn“ hinatisgcwachsen war, so ist die Fusionierung zu ״I c h u d Sciiiwat Zion“ von besonderer Bedeutung. Man verfügt heute insgesamt über mehr als 700 eingetragene Mitglieder. In Wirklichkeit besuchen einige Tausende die Gottesdienste und werden durch die Organisation erfaßt. Zweifellos wird man bei den bevorstehenden Wahlen zum ״Waad Hakehila“ eine beachtliche Vertretung und Einfitiß gewinnen. Besondere Beachtung wird der Hebraisiening und der Gewinnung der Jugend geschenkt. Bei der Fusioussit/ung, die Sammy Oroaemann leitete, sprachen Dr. I,. Schocken und der bisherige 1. Vorsitzende des ,.Icliud“, Pinkas, die beide zu gleichbereclitigten Vorsitzenden der neuen Vereinigung gewählt wurden, ferner die amtierenden Rabbiner Dr. Nathan (Emil) Levy und Dr. Ephraim (Wilhelm) Lcwy. Prof. Heinrich Löwe wurde zum Ehrenmitglied gewählt. Manfred Gels Der Regisseur Alfred Wolf übernahm in seiner Eigensebaft als künstlerischer Leiter des ״Theatron Iwri“ — ״Bamah Mekoritii“ (Bodenständige Bühne) — die Regie des ersten hebräischen Kammerspiels seines Theaters, des pnlästinensischen Ki'mstlerdramas ״Meer im Fenster“ von Lea Goldberg, das am 8. Juni über die Bretter ging. Eine Woche später fand die Uraufführung des hebräischen Spiel-Tonfilms ״Ueber den Ruinen“ unter der Regie von Nathan Axelrod und Alfred Wolf statt. Nach einer weiteren Woche findet im Emek Chefcr eine Brecht-Inszenierung von Alfred Wolf anläßlich einer Würdigung des Autors durch die dortigen Kibbuzim statt. (Schluß des Palästinateils) BRASCH 6 ROTH EN STEIN INHABER HARRY W. RAMACHER BERLIN NW 40, Lüneburger Straße 22 / Rufs 3666 41 WIEN I, Fleltchmarkt 17 / Ruf: R 28590-91 Umzüge für Auswanderer sowieTransporie jeglicher Art nach allen Teilen der Welt Verpackung/ Versicherung Gepäckbeförderung / Lagerung