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Jüdische Rundschau · 1938-06-14 · Heft 47 (14.6.1938) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 47 (14.6.1938)
Date
1938-06-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 47, 14. VI. 1938 Aufgaben der Wiener Kullusgemeinde Im Mittelpunkt der .Ausrpracbc in der Mandats-Kommission, wobei von mehreren Rednern die Notwendigkeit, einer Förderung einer größeren jüdischen Einwanderung betont wurde. Der zweite Punkt von überragendem Interesse ist Siuickburglis Darstellung der Landttfinanzcn. Die Palästina- Regierung hatte bekanntlich bis zum 1. April 1936, kauptsnchlieh infolge der großen jüdischen Einwanderung, eine Reserve von £ b2(J!XKX) angesammelt. Durch eine Reihe von Jahren hintereinander hatte das Landcsbudgct jeweils mit einem Jahresilberschult abgeschlossen, gerade in der damaligen Zeit der Weltwirtschaftskrise eine fast einzigartige Erscheinung in der Welt. Diese guten Jahre sind nun vorüber, und anstelle yon Uebcrschüssen haben die letzten zwei Jahresabschlüsse mit Defizit geendet. Die Reserve von £ 6200000 ist nun auf £ 2 300 000 herabgesunken. Sir John erklärte, die Finanzläge sei ernst, weil die angesammeltem Reserven sich in einem Prozeß rapider Verminderung befinden, und die Mandats-Regierung wende dieser Tatsache ihre Sorge m. Bei der Verminderung ries Vermögens der Palästina-Rcgierung sind natürlich vor allem die a 11 li e r 0 r d e 1111 i c h e 11 Ausgaben für tmlitanisclie und Poii7.eizw־ecke in Betracht zu ziehen. Falls man diese Ausgaben als vorübergehend hetrachtet, so wäre Palästinas Finanzlage trotz, allem nicht als schlecht zu bezeichnen, zumal wenn bei einer Wiederbelebung der Wirtschaft und der Eidwanderüng die Einnahmen wieder reichlicher fließen, falls aber die militärischen Ausgaben als ein ständiger, vielleicht sogar wachsender (,osten im Staatshaushalt angesehen werden müssen, dann entsteht in der Tat eine neue Situat!׳!׳!, auf die alle an Palästina intcrcssicrteit (irnppen vorhereiiet «ein müssen F« wurde sich die Notwendigkeit eines I';1! b;1 11 c - d e s p;1 1;1 s t i n c n 5 i - sehen S t e u e 1׳ - n n <1 1' i n a!1 / w e s c 11 s ergeben, was einer stärkeren I Ivran/ii-luin,: der Ber.iikening zu den Staatsausgaben gleiclikommen wurde IN sjnd dies Probleme von großer Aktualität, die and! für den hall einer Teilung des I.,׳indes und der (iiumhwg eines J 11 d e n s 1;1;1 t e א i.11 Vordergrund stehen. Bisher 11 at sieh die p.1l;i«ti1H'n«isthr l iitw iekhuig im Schatten einer geordnete׳! riiian/wnvallinig abivrollt, und daher ist es vielen gar nieiit /um Bewußi-eiii gekommen, eine wie wichtige Voraussetzung dies für Palästina in jeder Be- Ziehung bildet. Vielleicht wild man in dem aiisfnhriiclien Protokoll der Mandatstagung, da« im August erscheinen wird, auch einige Anhaltspunkte darüber linden, wie sieh die Mandnt«-h’cgienmg, die nach Shtiekbu! ghs Worte(! dieser Frage ihre ״s״rgf;i!ti!׳ste Aufmi! ksamkeit“ zun endet, die Reform des Finanzwesens in Palästina vorstellt. Bericht der Regierung an den Völkerbund Der Jahresbericht d e r M;1 n 11:11;1 r m;1 c h t an dc!1 Völkerbunds rat, in dem filier die Verwaltung Palästinas und Transjordameiis im Jahre 10)7 Rechenschaft gegeben wird, weist eingangs aut die Störung der öffentlichen Sicherheit durch Morde, Einschüchterungen und Sabotage setlens arabischer Rechtsbrecher hin, durch die in wenigen lallen jüdische Vergeltungsmaßnahmen liervorgernfen wurden. Der Bericht schildert die Formen des arabischen Terrors, betont jedoch, daß äußerlich zwar das Leben des Landes kaum Dccinfhiflt erscheine, daß sich aber die Wirtschaftliehe Lage gegen Ende des Jahres sehr verschlechtert habe. Der 'Bericht nennt 438 Fälle arabischer Aktionen, einschließlich 113 Angriffen gegen jüdische Siedlungen, 33 gegen jüdische Transporte und KW gegen Militär und Polizei. 97 Menschen wurden getötet 11ml 1 Id verwundet, davon waren 32 bzw. 8( Juden. 1 ur den Schutz jüdischer Siedlungcit wurden -1859 jmlPche I lilFpoli/isteii angeworben. Die Militärgerichte verurteilten 38 Per-otien, sämtlieh Araber. Der Bericht detailliert dann die 1' i 11 w n n d e r 11 11 g s - zahlen des J.ihres Id )7, die wir bereits ans dem Bericht der Jewish A״r:1,v Nr. 4 1 )5 ve׳offenki. Ir■m. Bemerken«- wert ist, daß vmt 1373 /!! (ief.ingnl« und Ausweisung vorurteilten illegalen I inwamlcrem mir i(1| Juden waren; l(1<)6 witrdrn atisgewicern. darunter d'j Juden,!111 ganzen stellt der Bericht ein s i c 111:1 i c h e s A h s 1 n k c 11 11 er i 1 1 e g a i e!1 E i n w n!1 d e r 11 n g v <1 n j 11 d;• tt fest, Nach einer atisluhrlichcn Aufstellung der Import- 11 n d E x [5 o r t / i t f e 1 n wird aii-gefnhrt. daß die Anwendung der VorsNitift der wirt-idiatdiielieii 1 iieithhere( littgmrg, wie* sie im Arg 13 de- Mandats niedc;gelegt ׳ist, eine s c 11 w e r e L a st für 1!1 d u s t r i e 1t 1111 11 :! 1! d e 1 in Pa! ä s i i n a infolge des l ehieunai (bzgen-witigkei! bedeutet. Fs wird festgestellt, <1:1(1 die Fmpß hlmigeii der Kgl. Kommission hinsichtlich der I roffmmg \<>!! Verhandlungen zur \'crhe«serung dieses .Artikels mit dem Ziel, den palästinensischen Hamid auf ritte ge-iimlcre Ba-is zu stellen, von der bri- ־tischen Regierung geprüft werden. Der Berich! schildert die Versclilcxiiterting der wiri- *chaftüchen Lage i:n judi«e!u׳n Sektor, das Nachlassen der Aktivität in 1 iiu'ili•!, Indii.-ttie und Bauwesen und schätzt die Zahl der Arbeitslosen für linde FHT auf 12 WM). Im Bericht,-iahr stieg die Zahl der Gesuche um Gc- Währung der nalaMiiicn i-ehen S t a a t s b I! r g c 1׳ s c 11 a f t erhehlich an. W .iliretid 10 )6 sieh 5111 Personen darum beworbett haben, warm e« im vorigen Jahr 12 KJI. Die Naturalisierung erhielten 0925 Personen {1030 nur 4911). Insgesamt erhielten 1937 einschließlich Frauen und Kinder '21 728 Personen die palästinensische Staatsbürgerschaft. Aus Brüssel.. Das ״Foyer Israelite", das seine Tätigkeit schon seit etwa einem Jalir ausübt, hatte zur Einweihung seiner neuen Räumlichkeiten, in denen es in erweiterter Form seine /Aufgaben erfüllen will, eingeladen. Fine Reihe bekannter Persönlichkeiten waren der Aufforderung gefolgt: Max, der Bürgermeister von Brüssel, der Leiter der Sfiretf Pubhque Dnfciv, Maurice Pltilippson, der Präsident des Consistoire, Eilitiond Rons, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde und andere, Der Grandrabbin von Belgien, Dr. W jener, hielt eine An«pra<he. Nach ihm nahm der Initiator des Werkes, Max (iottschalk, das Wort. Es wurde ausdrückhch darnui hiiigewiesen, daß das Foyer kein Wohltätigkeitsinstitnt sei. Im Vordergrund stehe der Er/ithungszweck: man wolle!hc neuen teile der jüdischen Bevölkcrung• stärker nls, lii-her mit dem belgischen!.eben verbinden. — Im internationalen Wettbewerb Eugene Isayc, der jährlieh in Brüssel stntttindet, haben auch in diesem Jahr jiidisehe Künstler einen hervorragenden Platz eingenommen. Den ersten Preis von 50 (KM) Francs erhielt unter 87 KandidaU'ii Finde Guilels, den dritten Jacob Flier. Während es sich im vergangenen Jahr um einen Wettbewerb für Violine handelte, fand dieses Mal der Wettkampf für Piano statt. Die Preismtcihmg erfolgte in Anwesenheit der Königin Elisabeth. Die preisgekrönten Pianistcit haben im Palais des Bcaux Arts ein Konzert gegeben. Dr. R. Umschichtung: und Auswanderung: Von unserem Berichterstatter J. R., Wien, 12. Juni Die Wiener Israelitische Kulfuigemeimk׳ veröffentlicht einen A. ti f r u f a 11 d i e J 11 d c n t in A tt > 1 a 11 d, in dem 11. a. gesagt wird, daß das Wiener Judentum als eine int Gott vertraue» einige Gemeinschaft bestrebt sei, sieh auf neue Leheiisbedittgungen Hinzu stellen, den < iemeindeangeliö3 ׳ ge 11 Auswaridcnuigsmögliclike iten zu schaffen und die Jugend für ihren Lebensweg aus/uiüsteii. Die Kulttisgemeinde gibt der Erwartung Ausdruck, daß ״die Juden in allen Laudem de r Welt es als ihre heilige Pflicht anselten werden, sic In diesen Bemühungen zu unterstützen. Diese Hilfe soll vorwiegend in der Ermöglichung der Einwanderung, in der Bereitstellung von Arbeitsplätzen und in der Unterstützung der F'ursorgcanstalteii bestehen. Jeder Schritt und jede llaiulhing hingegen, die geeignet wären. Unsere ruhige Arbeit zu erschweren oder gar zu stören, müssen vermieden werden.“ Ein Gemeinde •Beirat Entsprechend der Anordnung der zuständigen Behörden wurde der Amtsdirektor der Gemeinde, Dr. Josef Löwen- 11 e r/, zum Leiter der Israelitischen Kulttisgemeinde V ien ernannt und ein Beirat, bestellend aus acht Mitgliedern, bestellt. Per Beirat setzt sich /nsatiniien aus vier Zionisten, einem Misrachisten, zwei Vertretern der Orthodoxie (Adas jisrocl-Sc’hiffssclui!) und einem Neutralen. Fs gehören ihm an: Komm.-Rat Sicgmund Bondl, Dr. Isidor Kl aber, Dr. I. 11, Körner, l)r. Leo Landau, Oberlaiidcsgerichtsrat i. R. I )!־. Viktor O r!1 s t e i 11, Dr. Leopold 1’1 a s e likes, Dr. Mendel Rosen borg und Julius Steinfeld. Nach einer offiziellen Mitteilung der Kultusgcmeinde bleibt es dem l.eiter der Kultusgeineitule anhcimgesteilt, den Beirat zu Sitzungen ein/uhcrufen, ihm Bericht zu erstatten, die Meim!״gsüußert!11g der Mitglieder des Beirates entgegetiziinehmen, sowie einzelnen Mitgliedern dieses Beirates chrenamtliehe Funktionen im Rahmen des Geschäftsbereiches der Israelitischen Kultusgcmeinde Wien zu/mveisen. Die keinsfifliierende Sitzung־ des nett gebildete״ Beirates hat im Sitzungssaal der Gemeinde bereits stattgefunden. In dieser wurden die Gcmcinderessorts auf die einzelnen Mitglieder aufgdeilt. Umschichtungs -Arbeit In der Auswandcrungsabfeilung der Gemeinde wird nach wie vor an der Sichtung der eingcrciehtcn Auswanderungsbogen gearbeitet. Parallel zu dieser Tätigkeit geht die Vorbereif ung der U m s c 11 i c 1111111 gs;1 r b e i t, für die die Gemeinde eine eigene Beratungsstelle f ü r j ii d i s c h e B e r u f 8 a tt s b i 1 d 11 n g 1t 11 d IJ 111 s c 11 i c 11111 ״ g errichtet hat, vor sich. Einzelne Beratungsstellen, so für /Netzte wie für andere Bertifsgrtippcn, haben ihre Tätigkeit bereits aufgenommen. Andere wieder sind in Vorbereitung. In der riclttigeti Erkenntnis, daß im Mittelpunkt einer planmäßigen Emigration die Hcrufsuniscliiehtung zu stellen habe, geht die Gemeinde daran, schon in allernächster Zeit eine Reibe von U iiiscliichtungskursen einzuriebten. So sind vor- Fremdenrecht in Holland Von unserem Berichterstatter R L. Den Haag, 10. Juni In der Zweiten Kammer wurde der Justizminister wegen der Regelung des F r e m dc tt r c c 111 s interpelliert. Fs wurde vor allem darauf hingewiesen, daß die I remdenpolitik sowohl mit der Verfassung wie mit dem Fmiidetigesc'tz von 1810 in Widerspruch ' stehe, Fine Beschränkung der dann vorgesehenen Möglichkeiten der Zulassung von Eremden sei nur durch Gesetz, nicht aber durch ein ministerielles Rundschreiben möglich. Fs wurde ferner darauf hiiigewiesen, daß durch die strenge Schließung der Grenzen das von alters 11er in Holland gewährte Asylrecht verletzt wurde. Die Redner erachteten eine Berücksichtigung der Wirtschaftliehen Interessen Hollands zwar für erforderlich, wiesen jedoch nach, daß die geltenden gesetzlichen Vorschriften, die Genehmigung für Arbcitsverricbtuiig und Betricbserriehtutig durch Eretnde verlangen, einen weitgehenden Schutz ein ist eilten. Die Sorge der privaten Hilfskomitees für die unbemittelten Emigranten bringe keinen Nachteil für die Holländer mit sieh. Dagegen treten die Emigranten als zusätzliche Konsumenten aut. Auch hätten sie vielfach neue Arbeitsgelegenheiten geschaffen. Bemerkenswert war, daß kein Redner f ü r die neue Frcimlenrechtsregelung cintrat. Der Justizminister wies in seiner Antwort darauf hin, daß die Bezeichnung der Emigranten als unerwünschte!־‘reimte (wie dies in dem Rundschreiben geschehen sei) nur technisch-administrative Bedeutung habe, nicht aber diese in ihrer Persönlichkeit treffen wolle. Die Regierung sei der Meinung, daß diese Regelung keineswegs im Widerspruch zu Verfassung und Frcmdcngesetz stehe. Das Gesetz von 1819 und die darin vorgesehene .Ausstellung vor) Reise- und Aiifcnfhaltspässeu für Fremde sei bereits frühzeitig außer Gebrauch gekommen, so daß alle Fremden in gewissem Sinne nirhtzugclasscne Fremde seien. Der Minister sieht eine gröbere Härte darin, daß 111,111 die Fremden erst hineinlasse, um sie dann wieder ausweisen zu müssen. Fein subjektives Recht auf Asyl bestehe nicht. Die Zahl der Fremden in Holland sei nicht bekannt. Der Minister schätzt sie auf 32 000, darunter 7000 Nichtjuden. Nich den Unfcrsudutngen des Wirtschaftsministcrimns hätten die in Holland von Fremden gegründeten Betriebe keine Erweiterung, sondern nur eine Verschiebung von Arbeitsgelegenheit gebracht, Für eine weitere Zulassung von Fremden sei kein Platz. Der Min ist er stellte eine Meldepflicht für Fremde sowie die Nachprüfnng der Möglichkeit einer neuen Regelung des Fremden־ rechts in Aussicht. Aus der Wirtschaft Die Textilfirma Gerrit van I )cldcn K Co. in Gronau 1. W. hat die Jutespinnerei, Weberei und Put/wollwerke M. C. W c r t h e i m in B 11 r g s t c i 11 f tt r t erworben. Das Central- Kaufhaus Alois Eckstein, 1־ reit a I, ist von der Herbert Dahl K.-G., Erciial (Sachsen) erworben worden. —־ ln arischen Besitz sind iibergcgangen; Firma Richard Haminet Naclif, Strickwarenfabrik in Chemnitz, Bekleidiings- und 'Textilwarengeschäft I. Abramowilz, in Görlitz, Kaufhaus Stadtmitte GmbH, in Wuppertal-Barmen, Kaufhaus Frlsa in Innsbrnck, Firma Schuh-Wolff in Gleiwitz. — Die Firma Franz Simon, Hamburg, ging in dett Besitz von Behrens & Halterinatm über. gesehen für männliche Berufe: Kurse für die diversen Zweige der Metallbearbeitung (Mechaniker, Schlosser, Dreher u. ä■), der Holzbearbeitung (Bau- und Möbeltischler u. a.), des Ihmgewerbes, der Photographie, der chemischen Betriebe, des Bekleidungsmul Nahrimgsmittelgesvcrbes. Für weibliche Berufe werden l.'mschiclituiigskurse in der Hauswirtschaft, dem Bekleidungsgewerbe und der Körperpflege eingerichtet. Die Umschichtungsstelle in der Gemeinde sticht gegenwärtig dringend auf diesen Gebieten fachlich ausgebildete Lehrkräfte, im Zuge der Umscliichhmgsarbeit sind auch 1 a 11 d - wirtschaftliche U 111 s c h tt I u ח g s k u r s e f iir Auswan- (lerer geplant. Für diesen Zweck will die Gemeinde etwa im jüdischen Besitz befindliche landwirtschaftliche Betriebe, womiiglich in der Nähe W iens, pachten, und sie für I laehschara verwenden. Nicht zuletzt ist noch die Frrichtung^eincr Anzahl von Sprachkursen, die vom Schulamt der Gemeinde geleitet und in denen mehrmals wöchentlich Hcbriiisdi-Kttrse für Anfänger mul Fortgeschrittene allgehalten werden, zu erwähnen. Für Mitglieder der Jugend-Alija, für die übrigens auch allgemeine Vorbercifungskurse seitens der Jugcndfürsorge abgelialten werden, sind separate Hebräisch-Kurse bestimmt. Fiir .Mädchen der Jttgcnd-Alija finden außerdem Kurse über H y g i e ne und erste H i I f e statt. Zionistisches Wir haben jüngst an dieser Stelle von dein Aufruf des zionistischen Landesverbandes an die Judenheit Deutsch- ()csterreichs berichtet. 1 >ie M i t g I i e d e 1 w e r b e a k t i o n, die mit diesem Aufruf eingeleitet wurde, ist in vollem Gange. Gegenwärtig wird im Zuge der Reorganisierung der Zionistischen Organisation eine Neuregistricrung aller ehemals organisierten Zionisten dieses Landes durchgeführt. Letztere müssen ihren Beitritt zum Landesverband neuerdings durch eine schriftliche Beitrittserklärung vollzielten. -- Der zionistische Landesverband hat für seine Mitglieder eine eigene Beratungsstelle errichtet, die vor einigen Tagen ihre Tätigkeit bereits aufgenommen hat und zweimal wöchentlich in den Räumen der zionistischen Büros amtieren wird. — In den Bezirkssekiiotten, die allmählieh ihre Tätigkeit auhulimcn, werden zahlreiche hebräische und englische Sprachkurse abgehalten. Die Wi/o, die als erste zionistische Körperschaft bereits mit der Vortragstätigkeit eingesetzt hat, hat den hebräischen Sprach unterricht im großen Umfange aufgetiommen. Ebenso hat der Misraclii-l.andesverband für Deutsch-Oesterreich seine Arbeit begönnen. Au■ dem Sportltbra Nach längerer Unterbrechung des jüdischen Sportbetriebes können nunmehr die jüdischen bport- und Turnvereine ihren vollen Betrieb wieder aufnehmen. Am 15. Juni findet der erste S c 11 w i m 111 a b cn (1 der ״Hako ah1‘ im B r ii 11 111 b a d im 9. Bezirk statt. Die Schwimmabcrnle des jüdischen Sehwimmklubs sind vorläufig für dreimal wöchentlich angesetzt. Auch die Ringsektion des Sportkliths ..llakoah“ beginnt in diesen Tagen in ihrem Heim ihr Training, tut Heim der Ringsektion werden auch die Makkabi-Boxer sowie die Gymnastik-Riege des ,,J. K. J.‘‘ (Jiidischer Klub der Jungen) trainieren könnet!. Kleine Nachrichten Der Reichs- und Preußische Minister fiir Ernährung und Landwirtschaft hat folgenden Zusatz zur T 1 a h r e 1111 o r d - n 11 11 g erlassen: ,.Personen, die nicht als Reiehsbiirger im Sinne der Ersten Verordnung zum Reidishürgergcseiz vom 14. November 1935 . Rciehsgcsetzblatt I 1933 S. 133) — gelten, sind vom gesamten Rennbetrieh a 11 s g e s e 11 I o s - sen. Diese Bestimmung gilt nicht für Angehörige fremder Staaten." Die gleiche Bestimmung findet'sinngemäß für den Empfang von /. i\ c h f e r p r ä nt i c 11 Anwendung. Die Aciidcrungen sind am 10. Juni in Kraft getreten. Die in der ״Arwa“ Lieferung«- und WirlsuTiaftsgenossenschalt deutscher M 111 z e 11 f n 11 r i k a 111 c 11 c. V. zusammengefaßten über 40 arischen Miitzcnfabräkanien sind der Atlefa beigetreten und haben sich verpflichtet, vom 1. Juli 1938 an ihre Erzeugnisse mit dem Zeichen für Ware aus arischer Hand zu kennzeichnen. Im Rahmen der bauliehen Neugestaltung des Mji n - c 11 c 11 e r Küiistlerliauscs wurde mit dem Abbruch *der g r o IS e n S v 11 a g o g e begonnen, die in unmittelbarer Nähe des Kiitistlerhauses liegt. Die jüdische KuHusgemeindc hatte schon am Montag mit dem Ausräumcii der Synagoge begonnen. F)er freiwerdetule Platz wird als Parkplatz Ver- Wendung finden. Den Münchener Juden stehen noch eine kleinere Synagoge und ein Betsaal zur Verfügung. Nach einer Verordnung vom 31. März kann jüdischen Rechtsanwälten in ü e 5 t e r r c i c h die Ausübung ihres Berufes vorläufig untersagt werden. Solche Vertretung«־ verböte werden in der nächsten Zeit gegen eine größere Anzahl von jüdischen Rechtsanwälten ergehen. Um die von diesen Rechtsanwälten vertretenen Parteien vor Rcchtsnachteilen zu schützen, hat das Rciclisjustmoinlsterium (Abteilung Oesterreich) angeordnet, daß die enthobenen Rechtsanwfiltc noch drei Wochen lang berechtigt und v c r p f I i c 11 - tet bleiben, ihren Beruf nuszuüben, soweit cs zum Schutz der Parteien erforderlich ist. In diesem Zeitraum haben die Parteien Gelegenheit, »ich um eine״ anderen Rechtsvertreter zu bemühen. ln London fand eine öffentliche Versammlung für den Mtfdeh Ziotti statt, die vom Verband zionistischer Frauen veranstaltet war. Miß Dudgdale hatte den Vorsitz, während Dr. Benzion Mnssinsohn und Dr. Alcxander Gold st ein sprachen. Es wurde niitgctcilt, daß die Familien Simon Marks und Sieff £ 10 00(1 für den Mifdch Zioni gegeben haben. Die besten palästinensischen Volkslieder. In New York ist soeben eine Sammlung palästinensischer Volkslieder unter dem Titel ״Folk Songs ot the New Palestine“ erschienen. Herausgeber ist Dr. Hans Nathan, der auch die Erläutcrungen geschrieben hat. Die musikalische Bearbeitung der einzelnen Lieder erfolgte durch eine Reihe K0111potlisten, darunter Paul Dessau, Max Fttinger, Erich Walter Sternberg, Ernst Toch, Kurt Weil! 11. a, IT« Heft ist zu beziehen durch die Firma ״N'igun“, New York, 111, Fifth Ave., Room 607. Verantwortlicher Redakteur! Dr, Robert Weltseh, Berlin-Charl. 9 (auch verantwortlich (Ur die Aufnahme von Bildern). Stellvertieter 1 Kurt L 0 e w e n s 11 i n, Berlin W 16, Anreigcnleiitr und verantwort• lieh für den Inhalt der Anzeigen: Erich I. i e p in a n n, Berlin W 15, t’.tülig Anzeigen.I'i<-i>;liste 8 vom 1. April 19,16. Verlag und Anzei|tnverw»Ut1ng! JUdUche Rundichau, Berlin W 18, Mtintkeitt. 10, DA. 1/1938» 28043. — Druckt Siegfried Schalem. Berlin-Sehnneberg

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