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Jüdische Rundschau · 1938-06-10 · Heft 46 (10.6.1938) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 46 (10.6.1938)
Date
1938-06-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seit« סו JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 46. 10 VI. 1938 Wirtschaftliche Erleichterung Obwohl der politi.sche UiiMchcrh״i szui-'and im Lande, der seit zwei 1 ahren den beherrschenden Faktor des palästincnsischcn Wirtschaftslebens bildet, nach wie vor anhält, hat der Deprcssionszustaiul in stimmungsmälliper Beziehung in den letzten Wochen eine gewisse Erleichterung erfahren. Sic gründet sich auf Anzeichen einer Wiedcrbeleb u n g des K a p i t a I z u f I u s s c s, die im April und Mai in Erscheinung getreten sind und ein verstärktes Interesse an Investitionen in Roden und Grundstücken, Unternehmungen und palästinensischen Effekten hervorgerufen haben. Es läßt sich im Augenblick noch nicht übersehen, ob diese Belebung der Kapitalcinwandening und Investitionstätigkeit größeren Umfang annimmt, so daß sic einen nachhaltigen Einfluß auf die Konjunkturentwicklung gewinnen kann. Letzten Endes dürfte das von der Entwicklung der politischen Lage im Lande und von den Arbeitsergebnissen der ״Teilungskom- «1 iss fort“ abhäng״,■ t. Günstig« AuBenhandelazIffern In den ersten Monaten des Jahres 1938 haben sich jedenfalls eine Reihe von Wjrt-chaf,*Symptomen hcrausgebildet, die zumindest die Voraussetzungen für eine günstigere Konjunkturentwicklung darstellen. So liegen jetzt die Außenhandels Ziffern für das 1. Quartal 1933 vor, nach denen sich der Import gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal, um gund 15 «0 reduziert hat. Bis zu einem gewissen Grade ist der Importrückgang auf die rückläufige Bewegung der internationalen Warenpreise, die im ersten Quartal 1937 beträchtlich angestiegen waren, zurückzufuhren. Im wesentlichen aber ergibt sich der Importrückgang — und darin ist ein günstiges Wirtschaftssymptom zu erblicken — aus der einschneidenden Minderung des Nahrungsmittelitnportes im Zusammenhang mit der vergröberten inländischen Produktion. Insgesamt ist der Import tut ersten Quartal 1938 von LP •1,19 auf LI’ 3,53 Millionen zuruckgcgangen. Er hat sich also um Li’ 0,64 Millionen reduziert, davon entfallen allein LP 0.44 Millionen auf den Rückgang des Nahrungsmittel- Importes, Der üetreideimport allein ist in den ersten drei Monaten dieses Jahres infolge der günstigen Vorjahrsernte um annähernd LP 300IKK) gesunken (d. 11. von LP 460 000 auf knapp LP 173 01)0!. Br-onders erfreulich ist ferner, daß endlich auch die bi.-dn'r ununterbrochen vor sich gegangene Steigerung des Import« von Butter, Eiern, Fruchten und Ge- 111 üs-e — abo den Haupiprodiiktet! der gemischten jüdischen Landwirtschaft nicht mir /um Stillstand gekommen ist, sondern sich beträchtlich reduziert hat. Die Lier- und Schlachtgcfliigclcitifuhr verminderte sich gegenüber dem ersten Voriahrsqtiarfal um rund die Hälfte. Der Nahmngsniitteldienst konnte im ersten Quartal dieses Jahres daher in sehr beträchtlichem Umfang durch ti!c erhöhte Produktion der palästiiicnsisdien Landwirtschaft ersetzt werden. Da mich in diesem Jahre wieder mit einer gurmigen Ernte zu rechnen ist und die Briefmarken * Fritz Lewin lUtzowitr.BIA Produktion, cutwieklung der gemi.-chten jüdischen Landwirt* schalt weiter im Aufstieg begriffen ist, dürften sich die Importriiekgänge im weiteren Verlaufe des Jahres fortsetzen und in zunehmendem Maße Inlandspradukte an die Stelle bisher importierter Waren treten. Die sich hieraus ergebende Ab* satz- und Kaufkraft.« t c i g c r u 11 g kommt zu einem großen Teile allerdings der arabischen Landwirtschaft (vor allem Getreide), z. T. aber auch der jüdischen Landwirtschaft zugute. In diesem Zusammenhang ist auch die Steigerung des diesjährigen Zifruscx porter loses um schätzungsweise LP 1 Million zu berücksichtigen, mit der die Steigerung des inländischen Absatzes der Landwirtschaft, die sich im Verlaufe des ganzen Jahres in ähnlicher Größenordnung bewegen dürfte, Hand in Hand geilt. Durch die Steigerung des Zitrusexportes einerseits und die stärkere Versorgung des Inlandsbedarf es andererseits wächst der jüdischen 1ytd arabischen Landwirtschaft in diesem Jahre eine Mehreinnahme zu. die auf etwa LP 2 Millionen zu veranschlagen sein dürfte und eine Stutze der gesamten Wirtschaftslage bildet. Insbeson* dere wird dadurch auch die Handels- und Zahlungsbilanz in diesem Jahre stark entlastet. Das 1! a n d e I s h 1 1 a!1 1 d e f i / i t stellt sich daher im erster! Quarta! dic-cs Jahres wesentlich niedriger als im Vorjahr, nachdem es bereits in den beiden vorhergehenden Jahren stark herabgedruckt » erden konnte. Aus der nachstehenden Tabelle ergehen sich die Fortschritte, die in dieser Hinsicht seit dem Jahre 1055 erzielt werdet! konnten, und zwar sowohl durch Hcrabdruckimg der übergroßen Importe wie andererseits auch durch Exportsteigerung (in LP 10O0): i. ״;ס!;!»! 1. Ouar'a! 1. fVcnial 1. Qisrt־,! 1938 193? ipe 1935 Import 3 ) 19 4 103 3 732 4 352 Export 2 Ml 2?44 2 043 2 508 Reexport 151 27(! 67 61 Defizit d.lian del-hilnnz 771 1 (173 1 620 1 780 ln Wirklichkeit i-t der Rückgang des Handelsbilanzdefizits gegenüber dem Vorjahr ein noch stärkerer, als er statistisch in Erscbcinung tritt, da der Zitrusexport im Vorjahr Handelsstatistisch mit einem zu hohen Durchschnittserlös pro Kiste erfaßt und der Export dementsprechend überhöht ausgewiesen wurde. Wenn das Handelsbila11zdefiz.it sich auch in den beiden nächsten Quartalen des Jahres, in denen der Zitrusexport ruht, stark steigern muß, so wird es sich doch in diesem Jahr weiter reduzieren und zur Entlastung der Zahlungsbilanz, beitragen. Der Kapital- und Kaufkraftabfluß ins Ausland, auf den die hohen Handelsbilanzdefizite hinauslaufen, erfährt daher eine weitere Abschwächung. Dl« Preisentwicklung Eine gewisse Bedeutung für die Konjunkturentwicklung hat feiner die Tatsache, daß der KIcinhandelspreisindex in den letzten Wochen einen bemerkenswerten Rückgang erfahren hat, nachdem er sich seit dem Beginn der Unruhen im Frühfahr 1936 gerade in der Depressionszeit empfindlich erhöht batte und die Lebenshaltungskosten belastete. Die Erhöhung ergab sich zunächst aus den steigenden Nahrungsmittelprcisen infolge der Störung der Versorgungsvcrhältnissc durch Ausfall der arabischen Lieferungen, ferner aus erhöhten Frachtbelastungen im Zusammenhang mit der Umdirigicrung des Importes über Haifa, und schließlich wirkte sich im letzten Jahre die internationale Warenpreis- Steigerung auf eine große Anzahl von Produkten verteuernd aus. Der Index der Kleinhandelspreise, der in den Prosperitätsjahren nahezu völlig stabil geblieben war, erreichte daher im Frühjahr 1937 einen Höhepunkt, der sich aus folgender Ucbcrsicnt ergibt (Kleinliandelsindex 1922 100): April 1933 April 1015־ April 1936 April 1937 Aprit 1938 52,6 53,0 52,9 61,4 56,4 Von April 1936 bis April 1937 ist der Index der Kleinhandeispreise tim nicht weniger als 16 ״<> gestiegen. Diese Steigerung, die mit der allgemeinen Depression zusammenfiel, hat i1׳ nicht unbcträditlichcm MaBe zur Schrumpfung der Kaufkraft beigetragen. Sie ist nunmehr durch die seitdem zunächat *ehr langsam vor sich gehende Senkung des Kleinhandelsindex, die dann in den letzten Wochen starke Fortschritte gemacht hat, zum größten Teil wieder ausgeglichen, so daß die Steigerung gegenüber April 1936 jetzt nur noch rund 6'!■״,« ausmacht. Die städtische Kaufkraft erfäbrt_ dadurch eine erhebliche Entlastung — allerdings bis zu einem gewissen Grade auf Kosten der Landwirtschaft, der jedoch die mengenmäßige Absatzsteigerung zugute kommt. Geldumlauf Auf eine gewisse Erleichterung der Wirtschaftslage in den ersten Monaten dieses Jahres deutet insbesondere auch di« Entwicklung des Geldumlaufs hin, der sich seit dem Jahre 1936 in einer zwar langsamen, aber ununterbrochene* Rückwärtsbewegung befunden hat und im Januar 1937 «eine* Tiefstand mit £P 4,79 Millionen erreichte. Seitdem hat die Rückwärtsbewegung einer leichten Abwärtsbewegung Platz gemacht, so daß sich der Geldumlauf bis Ende April auf £P 5,07 Millionen erhöhte. Die Steigerung in diesen drei Monaten macht immerhin annähernd 6 ״> aus, während in der gleichen Zeit des Vorjahres ein Rückgang um 3 •/« cingetreten ist. Einwanderung, Bautätigkeit und Flnenzentwlcklung Im!.Quartal 1938 Die Einwanderung, die in den letzten Monaten auf weniger als 1000 Einwanderer gesunken war, hat sich im März Sprunghaft auf 2866 Personen gesteigert, so daß sich für das erste Quartal dieses Jahres eine — allerdings nicht stark ins Gewicht fallende — Erhöhung der Einwanderung gegenüber dem ersten Vorjahrsquartal ergibt. Im einzelnen weisen die Einwanderungsziffern folgendes Bild auf: Jan./März 1938 Jan./März 1937 Personen mit £P 1000 Mindestkapital 305 354 deren Angehörige 320 258 Arbeitsuchende 1533 662 deren Angehörige 686 528 Angehörige pal. Einwohner 489 1078 Andere Kategorien 628 286 Juden insgesamt 4051 3166 Nichtjuden 327 477 Oesamteinwanderung 4378 3643 (davon aus Deutschland) (1265) (852) Die Zusammensetzung der Einwanderung, die in den Grundziigen durch das neue Ein wand crungsgesetz festgelegt ist, hat sich insofern verschoben, als die Arbeitereinwinderung zugenommen hat, während die Einwanderung von angeforderten Angehörigen palästinensischer Einwohner, die im vorigen Jahre zur wichtigsten Einwanderungskategorie geworden war, stark eingeschränkt ist. Die Bautätigkeit in den vier großen Städten des Landes, über die die Ziffern für das erste Quartal dieses Jahres vorliegen, hat im ganzen gegenüber dem Vorjahr einen starken Rückschlag erlitten, obwohl sich die Bautäfigkeit in Tel Awiw in den letzten Monaten belebt hat. Der Rückschlag ergibt sich aus dem Umstand, daß große Baukomplexe m Llaifa und Jerusalem, die im Vorjahr in der Ausfiihrung begriffen waren, inzwischen fcrtiggcstellt sind, außerdem ist die arabische Bautätigkeit fast vollkommen zum Stillstand gelangt (Baubewilligungen in Quadratmeter): 1. Quart, 1938!.Quart. 1937 Jerusalem 22 634 32 708 Tel Awiw 4 3 958 4 1 847 Haifa 31 031 59 457 Jaffa 5 469 14186 Insgesamt 103 142 148 198 Zwei Juden zum Tode verurteilt Bemühungen um Begnadigung Jerusalem, 6. Juni. (Palcor.) Freitag, den 3. Juni, wurde vor dem Militärgericht in Haifa urteil über die drei jungen Juden aus Rösch Pina verkündet, die w׳ege 11 Schießens auf einen arabischen Omnibus vor einigen Wochen vor das Militärgericht gestellt wurden. Schlomo Ren Joseph und Abraham Schein, beide IS Jahre alt, wurden zum Tode verurteilt. Der Dritte, Schalom Zurabin, wurde fiir geistig minderwertig befunden und soll in eine Anstalt geschickt werden. Die Todesurteile unterliegen noch der Bestätigung des Truppenkonimandanten General Haining. Das Obcrrabhinat von Palästina sprach bei General Haining vor und bat um Gnade für die verurteilten jungen füdeit. Das polnische Konsulat in Jerusalem erhielt, wie Palcor erfährt, von der polnischen Regierung die Anweisung, bei den palästinensischen Behörden bezüglich der Todesurteile über Abraham Schein und Sehlomo Ben Joseph, beides polnische Staatsbürger, vorstellig zu werden. Der Verteidiger der Angeklagten, Dr. Philip Joseph, hat dein Militär-Kommandanten ein ausführliches Memorandum überreicht, in welchem er alle Gründe zusammenfaßt, die für eine Begnadigung der Verurteilten sprechen. Vor allem wird auf deren jugendliches Alter hingewiesen. Es wird gemeldet, daß auch einige jüdische örganisafionen Palästinas sich um eine Umwandlung der Strafe bemühen. Ueber den Prozeß, der mehrere Tage in Anspruch nahm, wird noch berichtet, daß das Plädover des Staatsanwalfs eine Stunde dauerte, während der Verteidiger fünf Stunden sprach. Nach Verkündung des Urteils appellierte Dr. Joseph an das Gericht, sich für die Begnadigung ■cinzusetzen, wobei er auf die Leiden hinwies, die der Jischuw in den letzten zwei Jahren mit größter Selbstbeherrschung ertragen hat. ״Manchester Guardian״ empfiehlt Begnadigung Der ״Manchester Guardian“ schreibt, wie uns aus London gemeldet wird, in einem Leitartikel: Zwei junge Juden, von denen einer erst 18 Jahre alt ist, wurden von dem Militärgericht in Haifa zum Tode verurteilt. Es wurde behauptet, daß sie einen arabischen Omnibus beschossen "haben, und sic wurden im Besitz von Waffen gefunden. Oemäß der militärischen Rechtsprechung, die seit November in Kraft ist, ist das Tragen von Waffen ein mit dem Tode strafbares Vergeben, und es wurden auch in der Tat mehrere Araber, bei denen Waffen gefunden wurden, htngerichtet. ... Die Handlungsweise der zwei jungen Juden ist unentschuldbar, jedoch wurde glücklicherweise kein Araber von ihren Schüssen getötet oder verwundet. Man muß daran denken, in welchem angespannten Zustand die Juden leben. Die Zukunft des Landes, das sie jetzt als ihr Heim arischen, ist ungewiß, und während einer langen Zeit — während der kürzliche-n arabischen Revolte und des gegenwärtigen Terrors — haben sie die Unfähigkeit der Polizei und der Militärkräfte gesehen, die extremen arabischen Elemente in Schranken zu halten. Die jüdischen Führer haben unaufhörlich auf Zurückhaltung Nach dem fieberhaften Anstieg der Bautätigkeit in der! Jahren 1933 bis 1935 ist die Bautätigkeit jet/t ungefähr auf den Umfang zurückgegangen, den sie vor dem Einsetzen der großen F.inwandcrtingswelte im Jahre 1932 angenommen hatte, und die dem normalen Ncnbaubcdarf entspricht. Naturgemäß mußte sich die Depression in der Bau- Wirtschaft, die durch die Einwanderung unmittelbar am stärksten angeregt wurde, am schärfsten auswirken, während auf dem Gebiete der agrarischen und industriellen Prodiiktion die Produktionsrescrven so groß waren und sind, daß selbst in der Depression für Prcduktionsstcigcrungen ein weiter Raum verblieben ist, Dagegen hat sich der Umfang der Roden kaufe im I. Quartal 1938 wieder stark erhöht; sie belaufen sich auf 15 575 Dunam (gegenüber nur 6239 im entsprechenden Vorjahresquartal). Wie die Palestine Land Development Co. in ihrem Geschäftsbericht fiir das letzte Jahr mitteilt, hat das Bestreben der arabischen Bodenbesitzer zur Veräußerung ihres Besitzes trotz der Einschüchterungen stark zugenommen, da ihre wirtschaftliche Lage durch die Verhältnisse untragbar geworden ist. Die Depositcncinlagen bei den palästinensischen Banken und Kreditgenossenschaften, die sich trotz der Depression bis Mitte 1937 noch erhöht und mit LP 17,4 Millionen ihren Höhepunkt erreicht hatten, bewegten sieh bis zum Jahresende in ziemlich stark absteigender Richtung. Der Depositenbestand reduzierte sich in der zweiten Jahreshälfte 1937 um rd. LP 1 Million, da der Kapitalimport die laufenden Abzüge zu Investitionszwecken (in Bauten, Pfandhriefen, Hypotheken, geschäftlichen Unternehmungen u. ».) wie auch zum Teil zu Konsumzwecken nicht mehr kompensierte. Diese Entwicklung, die bei einem weiteren Fortschreiten zu einer Verschärfung der Depression hätte führen können, da sie auf die Dauer den Kreditspielraum der Banken eineiigen mußte, ist im 1. Quartal 1938 zum Stillstand gekommen und hat sogar einer Steigerungstendenz BRIEFMARKEN M. Ernst Potsdamer Str. 86 der Depositeneinlagen Platz gemacht. In der nachstehenden Tabelle tritt diese nicht einmal in vollem Umfang in Erscheknung, da sich die Zahl der in die Bankbilanz-Statistik, der diese Ziffern entnommen sind, eingeschlosscnen Banken zu Beginn des Jahres von 72 auf 53 reduziert hat (Anfang Januar traten die Bestimmungen des neuen Bankgesetz.es kn Kraft, die zu einem Ausscheiden einer entspreehenden Anzahl von Kleinbanken aus dem Kreis der Banken führte). Infolgedessen haben die Bilanzziffern seit Anfang Januai eine gewisse Reduktion erfahren. Die Entwicklung der Depositeneinlagen und Kredite der Banken ■und Kreditgenossenschaften weist folgende Entwicklung auf (£P 1000): Dcpositeneinlagen auf Abruf fällig auf Termin 31.3.1938 31.12.1937 11910 11710 4 646 4 576 30.6.1937 12755 4 599 31.12.1936 13 028 3 958 Insgesamt 16 556 16 286 17354 16 986 Kredite Wecliselkredite 3 321 3 537 3 636 3 412 Darlehenskredite 10 155 10 140 9 603 9 939 Insgesamt 13 476 13 986 13 239 13 351 In der Zunahme der Depositcncinlagen dürfte bis zu einem gewissen Grade bereits die oben erwähnte Belebung des Kapitalzuflusses Ausdruck gefunden haben. Auch in der leichten Einschränkung des Kreditvolumens, das von den Banken gerade in der Depression zur finanziellen Erleichte-- rung erhöht wurde, drückt sich eine gewisse Verflüssigung der Wirtschaft aus. In diesem Zusammenhang ist insbesondere auch auf den anhaltend lebhaften Absatz der Hypothekennfandhrief-Etnissioncn und die Festigkeit der palästinensischen Effektennotierungen hinzuweisen. Dr. Alfred Michaelis, Tel Awiw und Geduld angesichts dieser fortwährenden Provozierung י יי 'נ ' r f ~ :L Gesetz in ihre eigenen Hände zu nehmen. Dies sollten sie jedoch nicht tun, denn überwältigende Gefühle sind, wie sehr sie auch immer an sich gerechtfertigt sind, keirte Entschuldigung für Verbrechen. Dies ist jedoch das erste;- mal, soweit man beurteilen kann, dal) Juden wegen Waffen,- tragens zum Tode verurteilt wurden. Das Urteil als solche)* ist eine Warnung, und cs sviirde an Wirkung eher gewinne!;! als verlieren, wenn in diesem besonderen I alle Gnade v׳o>r Gerechtigkeit gesetzt und die zwei jungen Männer begnadigt würden. \ Ein Jude erschossen Der 21jährige jüdische Oliaffir Zvi Lcvin wurde am) 4. Juni erschossen, als eine arabische Bande die Sied:; lung Jedidja bei Afule überfiel. Ein zweiter Jude, deif 36jährige Hanoch Olovinsky, wurde verwundet. Die Angreifer wurden von den Siedlern vertrieben. Spürhunde würden her?; heigeholt, die die Polizei zu einem nahe gelegenen arabischen\ Arbeiterviertel bei Nazareth führten, wo 13 Araber vorhaftet wurden. Olovinskys Zustand wurde zuerst nicht als ernst betrachtet, jedoch mußte später sein linkes Bein amputiert werden, Zvi Levin kam im Jahre 1933 von Warschau nach Palästina. Eliezer Apham, 26 Jahre alt, der als einzig jüdischer Passagier in einem arabischen Omnibus von Jerusalcm nach Jaffa fuhr, wurde unterwegs von den arabischen Passagieren angegriffen, beraubt und in der Nähe von Motza B aus dem Omnibus herausgeworfen. Sein Zustand ist s nicht ernst. Drei jüdische Ghaffirim wurden von Arabern in den Feldem von Javniel angegriffen. Es kam zu einem Schußwechsel, bei dem der jüdische Ghaffir Mordechai Sukcnnik leicht verwundet wurde. Ein Araber wurde ebenfalls verletzt. ( Ein britischer Soldat, der Gemeine David Hood des Black - Wateh Regimentes, wurde getötet und zwei andere Ge- י meine verwundet, als eine Landmine unter dem Militärlast- , W’agen, in dem die Soldaten fuhren, zwischen zwei Dörfern in Samaria explodierte. Eine aus 40 Mann bestehende Araberbande überfiel nachts die an der Hauptlinic gelegene Eisenbahnstation Kakun, sperrte alle Beamten in einen Raum ein und setzte , das Gebäude in Brand. Glücklicherweise konnten die Beamten E“ ״ Eine ungefähr 50 Mann starke Arabergruppe überfiel ein arabisches Arbeiter-Feldlager und stahl 6(30 kg Dynamit. In dem arabischen Dorf Lifta hei Jerusalem wurde eine Abteilung Polizisten als Strafmalinahme postiert, weil die Dorfbewohner den Angreifer des Juden Relback, der durch Schüsse aus der Richtung Lifta verwundet wurde, nicht innerhalb 24 Stunden auslieferten.

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