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Jüdische Rundschau · 1938-06-03 · Heft 44-45 (3.6.1938) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 44-45 (3.6.1938)
Date
1938-06-03
Page
– (sequence 14)
Language
German
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U JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 44/45 3 VI. 1938 ״Psychologisch verteidigungsfähige Grenze“ Die Aufgabe der Technischen Kommission Im Februar 1037 hcrausste'lte, daß von der! 12120 in den Pflanzungen Beschönigten 27 1 ׳־ A aber waren. Aus dem Abschnitt ii'v die städtische Ent w ick- Ittng geht hervor, daß die Wirtschaftskrise die Städte mehr betroffen hat als das Land. 10 37 gab es in Tel Awiw zum erstenmal seit langem kein bemerkenswertes Ansteigen der Bevölkerung mehr, sondern irn Gegenteil einen kleinen Rückgang, da beschäftigungslose Bauarbeiter zur Landarbeit übergingen. Die Bautätigkeit ist stark zurückgegangen, andererseits gab es 1937 mehrere bedeutende öffentliche Bauten (z. B. das Hadassa-Krankenhaus, die Ruthcnberg-Kraft- Station am Jarkon und Arbeiten am Tel Awiwer Hafen). Der Bericht beschäftigt sich vor allem mit den Finanz, en der Stadt Tel A vv i w und hebt die Notwendigkeit einer oßen Anleihe hervor. Man schätzt, daß 1917 für Bauten 3 100 000 aufgewandt wurden, im Gegensatz zu 5 Milk Pfund irn Jahre 1936. Der Export 1937 betrug £ 565 000. Während 1935 jedoch 32 000 Personen in der Industrie beschäftigt waren, waren es 1937 nur 25 000. Andererseits glaubt der Berieht eine qualitative Verbesserung der Produkte konstatieren zu können. Weiter wird hingewiesen auf die Steigerung des Elektrizitätskonsums sowie auf die Produktionserhöhung der Potash-Werkc tim 60 <y״. Die Arbeitslage Die gesamte palästinensische Arbeiterschaft zählte im März 1937 104 000 Menschen; mit ihren Angehörigen waren es zusammen 200 0h), d. h. ungefähr die Hälfte der jüdischen Bevölkerung. 24,2 0 י׳ davon waren in der Land- Wirtschaft beschäftigt.’ 10.6 ״״ im Baugewerbe, 25,1 0'״ in der Industrie, 6,3 "<׳ i!n Transportwesen, 2,6 "0 waren ungelernte Arbeiter und 7,5 ״״ gehörten den freien Berufen an. Der jüdischen Arbeberorganisntion gehörten 1937 85000 Menschen oder mehr als 80 0'״ der jüdischen arbeitenden Bevölkerung an. Die Frauen-Gcwerkscbaft zählte 32 000 Mitglieder. Die Arbeit?!a■ 10 war Ende F>37 durch die schwere W'irtscliaftskrhe!:!ul I bigcw.Oluat der poMtkobeu Situation bestimmt, die R.r,! hufu-dbe und was mit ihr zusammen-!längt, war In-sondns schwer bet!offen, während der Preis- Sturz für Orangen auf dem europäischen Markt ebenfalls zur Verminderung der Beschäftigung in den Pflanzungen beitrug. Derne! itspnvhend kt di. Kaufkraft der Bevölkerung gesun!■ ern, u ׳ul' Ende 1017 1 b׳־> es 50(91 A r b e i t s 1 o s e, 711 denen noch eine bet1:1chdi< •he Zahl von .Menschen kam, die nur d rei od er vier Tage c Her noch wen! ger in der Woche arbeiti •tcn. Der t-i! 10 113', der ]1 Hksehen Arbeitervor ein i'/llM;׳ hat von 10 SS! ,׳ :! RIST in-gesr mit 1: '200 0(3) ,;mfgebrat <]' .111 ־ ie Zahl der Ik ■i R e g 1• r 11!1 g s ,1 r b c i t 0 n besch;i! t i 71(0! lodni /׳.■! :;te :! 1!'«>!■. ]e des aral rischen Streiks im Jahre '10 SO einen betiaditl 1 1 '.׳ Ie n Anstieg. So wurden 7. ß. beim Bau der Straße Ha ifa ■Jaffa und anderen Stral bii• bauten 1 etwr t 100(1 jüdische > A!hmter im Sommer 1936 be* schäftigt. Seit Anfang 1937 ist jedoch die Zahl der bei öffentlichen Arbeiten tätigen Juden wieder gesunken und Stellt nur noch 13 <"״ der gesamten Arbeitstage und 26 <0׳ der gesamten Löhne im Jahre 10 37 dar. Trotz, fortgesetzter Anstrengung(1!! der Jewish Agency, den Prozentsatz der bei der Eisenbahn beschäftigten' Juden zu sichern, ist dieser noch immer sehr niedrig. Gebessert haben sich andererseits die Verhältnisse im Haifaer Hafen, wo Ende 1937 außer 175 jüdischen Hafenarbeitern noch 500 Juden durch private Firmen beschäftigt wurden. Erziehung und Gesundheitswesen Das Kapitel Erziehung weist für 1937 68 182 Schüler in den jüdischen Schulen aus (1936: 61173); davon hesuchten 46 767 Schüler (68,6״״) die Schufen des Waad Leumi. Das jüdische Schulbudget für 1937 betrug £ 385 306, davon wurden 83 סי׳ durch die Juden in Palästina seihst aufgebracht. Die Jevvish Agency leistete £ 20000 Zuschuß, die Pica über £ 4000, während der Regierungszuschuß £ 42 SSO betrug und damit um rund £ 3000 höher war als 1936. Die Alliance brachte hatte in ihren Schulen 5000 Kinder. Die Zahl der Studenten an der Universität betrug 779, der Lehrkörper und Forsrliungsstnb zählte 126 Personen. Das Budget der Universität betrug für das Finanzjahr 1936 37 £ lt)7 00n, zu denen die Regierung für bestimmte Forschungen £ 500 zustenerte. Weiter befaßt sich der Bericht mit den Arbeiten 11 er Technischen Hochschule in Haifa und des Instituts für Wirtscdinftsforscliung, um zum Schluß die kunbleris die Arbeit zu streifen. Ein weitere•; Kapitel erörtert die öffentliche Gesund 11 e i t s ין f I v g e, wobei he: vorgehohen wird, daß der .Mangel an Betten :!1 den Krankenhäusern Tel Awiws und Haifas noch immer akut ist. Auch sei 711 bedauern, so schreibt der Bericht, daß die Regit ningspliine bezüglich der Tuberkulose-Bekämpfung und der Errichtung einer Irrenanstalt sowie der Ausdehnung vorbeugender medizinischer Arbeit noch nicht in ehe Tat umgesetzt sind. Die jüdischen Gcstimlli'-'tsömtitutionen betreuen rund 60 009 Kinder, davon allein die Hadaß.1 36 000. Das Gesamteinkommen der Kupatli CJhuIi:11 betrug im Jahre 1937 £ 22(: DK). ■Davon stammten 0 21000 von Arb! itgebern und der Rest von den ver-::,dealen Arbeitnehmern. Die Ausgaben beliefen sich auf rund b 210 090,!hm l),1:׳/it ahn auf £ 13 (MIO, das hauptsächlich der Arlvüdo-hd<>׳i! und der allgemeinen Wirt- Schaftsdepression zu/u-ehrciben ist. Der Stand der Finanzen Das Kapitel Finanzen stellt fest, daß trotz der Depression die wirtschaftliche Struktur im wesentlichen gesund geblieben sei. Der Geldumlauf verminderte sich von £ 57000«) im Januar 1937 auf £ 4 900 000 Ende 1937. Das R e g i e r u n g s e i n k o m 111 e n zeigte von März, bis Dezember eine Erhöhung um £ 350 0)0 auf £ 3 600 000 gegenüber dem entsprechenden Zeitraum im Jahre 1936. Die Ausgaben der Regierung betrugen £ 3700000, wobei das Defizit bedingt war durch Ausgaben für Verteidigungszwecke. Die ßankstatistik zeigt, daß Ende 1937 die Anleihen 4 11611 ״'״er lagen als im Januar, während die Depositen um 4 Ko geringer waren: £ 16,3 Millionen gegen £ 17,1 Millionen. Die jüdischen Investitionen im Jahre 1937 werden auf £ 6 Millionen geschätzt. Der Kapitalimport betrug £ 5—6 Millionen. Davon wurden 11/4 Million durch •die nationalen Institutionen und l'/j bis 2 Millionen durch Kapitalisten ins Land gebracht. Das Gesamteinkommen der jüdischen Bevölkerung betrug 1937 £ 18 Millionen, wovon 2 Millionen auf die Landwirtschaft, 4,1 Millionen auf die Industrie, 1,3 Mil- Honen auf Transport, 3,0 Millionen auf den öffentlichen Dienst, 1,5 Millionen auf die Bautätigkeit, 2,7 Millionen auf den Hausbesitz und 2,5 Millionen auf den Handel entfielen. Das Einkommen pro Kopf der jüdischen Bevölkerung betrug rund £ 45 pro Jahr. Die Gesamteingänge bei den zionistischen Institutionen betrugen am Ende des Finanzjahres 1936/37 £ 1 362 000. Der letzte Abschnitt des Berichtes befaßt sich mit der Tätigkeit der J e w i s h Agency gibt einen Rückblick auf die Agency-Tagung im August 1937 in Zürich und schließt mit der Resolution, die damals zur Teilungsfrage beschlossen wurde. Mit den Aufgaben der Technischen Kommission befaßt sich der Jerusalemer Korrespondent der ״Times“ vorn 31. Mai in längeren Ausführungen. Er hebt hervor, daß ihre Befugnisse eng Umrissen sind und daß sie insbesondere die Frage zu prüfen habe, welche Rolle der jüd i s c 11 e Staat in hcziig ä uf das G e s a in t j 11 d e n - tum der Welt spielen soll; denn davon werde ihre Entscheidung abhängen, wieviel Land gerechterweise den Juden und den Arabern zuerkannt werden könne. Der jetzige Feilungsplan bietet viele Schwierigkeiten. Die Kgl. Kommission hat vor neun Monaten ihre Vorschläge unterbreitet; aber inzwischen ist die Zukunft dunkler denn je. Die Jewish Agency, die an sich sowohl das Mandat bei gutem Willen für ausführbar als auch ein Kompromiß zwischen Juden und Arabern auf der Grundlage politischer Gleichheit für möglich hält, ist bereit, die Teilung zu erörtern mit dem Ziel einer Verbesserung des Peel-Vor- Schlages. Man glaube sogar, daß sie selbst die Teilung akzeptieren würde, falls sie nicht schlechter ausfiele als der jetzige Plan. Es gäbe Anzeichen, daß die meisten Juden in Palästina für eine Teilung stimmen würden, da sie das einzige Mittel ist, die Einwanderung zu sichern und das bereits Errungene zu konsolidieren. Aber in ihrer heutigen Lage bedürften sie einer sicheren Zufluchtsstätte. ,,Dies bringt sie in die höchst unglückliche Lage bedürftiger Käufer, die das Angebotene nicht abschlagen können und teuer dafür zu zahlen haben, entweder indem sie weniger Land für ihren projektierten Staat akzeptieren oder indem sie andere Kon- Zessionen machen.“ So sei es auch nicht verwunderlich, daß viele Inden nach einer anderen Lösung suchen. Manche fordern die Fortsetzung des Mandats, andere wollen Palästina zu einer Kronkolonie machen; einige andere sind bereit, einem bi-nationalen Staat zuzustimmen, in dem die Juden für eine begrenzte Zeit eine Minderheit sind, solange die Verhandlungen schweben. Auch die Kantonisierung wird befürwortet; einige halten auch den Typ des Bundesstaates nach dem Muster der USA. für geeignet. Alle diese Vorschläge hält der Autor deshalb für ungeeignet, weil die ״schreiende Not der Juden“ keinen perm a n c n t e n Minderheits-Status 7 u 1 a s s e.י Da die Araber gerade dies fürchten, ist die Hoffnung auf Einigung in dieser Richtung vergeblich. Dieses praktische Hindernis bringe die realistisch denkenden Juden immer wieder zur Teilung zurfick. ״Während konservative religiöse Juden dagegen protestieren, daß keiner das Recht habe, die von Gott gegebene Erbschaft in irgendeinem Teil des Heiligen Landes wegzugehen, und andere, die im Besitze der ameriknriischen oder britischen Staatsbürgerschaft sind, die mögliehe Wirkung der Schaffung eines jüdischen Staates auf ihre künftige Lage befürchten und beteuern, daß Palästina keine Lösung der Judenfrage bieten könne, gibt es andererseits viele, deren Phantasie gefangen ist von der Aussicht, wieder einen unabhängigen jüdischen Staat zu haben, und sei er noch so klein.“ Von der arabischen Opposition sei weiter nichts zu sagen, als daß sie die Teilung nicht wolle und auch nicht glaube, daß man sie überhaupt versuchen werde. Kritik am Tel Awiwer Hafen Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel Awiw, 27. Mai Seit längerer Zeit diskutiert man im Publikum, in wirtschaftiich interessierten Kreisen und in der Presse über die Zustände im Tel Awivver Hafen. Von dem denkwürdigen Tage an, wo sich die Tel Awiwer entschlossen, sich einen eigenen Ausgang ins Meer zu bahnen, weil der arabische Streik den Ja ff aer Hafen unbrauchbar machte, sind zwei Jahre vergangen. In dieser kurzen Zeit ist draußen an der Jarkonmiindung viel geschaffen worden. Von den primitivsten Anfängen an, dem Bau jener fast sagenhaft gewordenen Landungsbrücke, die man in Eile errichtete, sind die Arbeiten fortgeschritten, und es ist viel Geld — über £ 200 000 — investiert worden. Tel Awiw־ hat heute das Recht zum Laden und Löschen von Waren und zuin Landen von Passagieren. Jeder Schritt vorwärts in dieser Entwicklung wurde von der nalästincnsischen Judenheit mit dem größten Interesse verfolgt. Der Hafen wurde zu einem Liehlingskind des Jischuvv. Die Neuheit, die darin lag, daß Juden einen Hafen aus eigenen Kräften bauen, daß sie sich Hafenarbeiter erziehen, daß sie die ersten Versuche machen, Boote herzustellen, Schiffe zu erwerben, all das beflügelte die Phantasie, eröffnete neue Möglichkeiten, stellte große Aufgaben. Fin Zeichen für die starke Anteilnahme des Publikums war die Bereitwilligkeit, mit der gerade der kleine Mann die angebotenen Aktien des ״Palestine Maritime Trost“ kaufte. Bei den verschiedenen Exportgesellschaften und Wirtschaftliehen Institutionen hatten die Investitionen beim Hafenbau .—MAGISTER KIRSCH— I ber Qut6 Llk6r I Magister-Likörfabrik, München VII auch eine Interessengrundlage. Man mußte nach Schließung des Jaffaer Hafens neue Wege für Export und Import suchen, konnte sich auch nicht mit Haifa als dem einzigen Hafen begnügen. Für die Masse aber, die sich in die Banken drängte, um eine Aktie zu kaufen, spielten diese Interessen keine Rolle. Sie antwortete snontan auf die Propaganda, begeisterte sich an jeder bewältigten Ladetonne, 9m jedem neuen Leichter, an jedem anlegenden Schiff. Trotz dieser Begeisterung, die bis heute anhält, wird die Kritik an den im Hafen herrschenden Zuständen immer schärfer und offener. Kaufleute beklagen sich, daß ihre Aufträge nicht so rasch und gut ausgeführt werden, wie es ihre Geschäfte verlangen. Man berichtet darüber, daß manche sich deshalb nach Haifa wenden; es soll auch Fälle geben, wo heimlich wieder der Jaffaer Hafen benutzt wird. Man hört Kritik über die Art der bisherigen Anlagen. Vor allem aber wird darüber geklagt, daß der Hafen keinen rechten Herrn hat, daß seine Leitung nicht konzentriert ist und daher seine Organisation viel zu wünschen übrig läßt. Es ist nur natürlich, wenn ein kritischer Beobachter an dem jungen Unternehmen viele Fehler fände. Der Hafen ist in größter Eile begonnen worden, ohne daß man Zeit fehabt hätte, genaue Untersuchungen darüber anzustellen, wie ie Anlagen im einzelnen gemacht werden müssen. Es gab unter den Juden in Palästina kaum Fachleute für dieses Gebiet. Es gab außerdem kaum Arbeiter im Lande, die aus- Statt dessen verlangen die Araber einen arabischen Staat, in dem die palästinensischen Juden gleiche Rechte haben sollen, sofern sie die politischen Ziele des Nationalheims aufgeben. Die Beseitigung der Extremisten hat nicht, wie erwartet, die sogenannten Gemäßigten ermutigt hervorzukommen; und selbst ihr gemäßigter Standpunkt ist nicht sehr nahe dem, was die offiziellen jüdischen Führer zu akzeptieren bereit wären. Die Kommission, so schließt der Aufsatz, hat also mehr zu tun als festzustellen, wie die nationalen Gruppen verteilt sind, und zwischen ihnen eine verteidigungsfähige Grenze zu ziehen. Sie hat vielmehr die schwierigere Aufgabe, eine psychologisch verteidigungsfähige Grenze zu finden. Auch hat sie nicht ein Kompromiß zwischen zwei Verhandlungspartnern her/usteflen, sondern festzustellen, wie ein feindseliger Landeigentümer bei Zwangsenteignung eines Teils seines Eigentums im Interesse eines Käufers zufriedengestellt werden kann. Es ist ein Problem, das sich nicht allein auf Palästina bezieht, sondern seine Verzweigungen in Polen und Irak, New York und Indien und selbst in London, Rom und Genf hat. Der Vorschlag Emir Abdullahs Das Memorandum Emir Abdullahs zur Lösung des Palästinaproblems, über das wir in Nr. 42 berichteten, ist jetzt nach einer Meldung der ״Times“ in der arabischen Zeitung ,,Felestin“ mit Genehmigung des Emirs veröffentlicht worden. Das Memorandum schlägt die Schaffung eines einheitlichen Staates aus Palästina und Transjordanien vor, in dem die Juden innerhalb der jüdischen Gebiete Selbst- Verwaltung haben sollen auf Grund von Richtlinien, die eine gemischte Kommission aus Arabern, Juden und Engländern festsetzen soll, sowie auch eine proportionale Vertretung in der Gesetzgebung und im Kabinett, Ein vernünftiges Maß jüdischer Einwanderung soll innerhalb der jüdischen Gebiete zugdassen werden, nicht jedoch in den übrigen Teilen des Landes, sofern nicht die Araber sich davon überzeugt haben, daß die Juden guten Willen und Assimilierbarkeit bewiesen haben. Es wird vorgeschlagen, den Plan für zehn Jahre unter englischer Leitung in die Tat umzusetzen; in den letzten beiden Jahren, soll die endgültige Form der Regelung geschaffen werden, bevor die volle Autonomie gewährt wird. Emir Abdullah teilte weiter mit, daß die Tcilungskommission diesen Plan als außerhalb ihrer Kompetenz liegend zurückgewiesen habe. Er werde den Plan daher den verantwörtlichen Stellen in London unterbreiten. Die ״Times“ bezeichnet diesen Vorschlag deshalb als interessant, weil er zeigt, daß der Emir durch die arabische Opposition von seiner früheren Sympathie für den urspri'inglichen Teilnngsplan abgebracht worden ist, und andererseits, weil der Plan die Möglichkeit einer jüdischen Einwanderung in Zukunft vorsieht. Die ״New York Times“ veröffentlicht ein Interview mit Emir Abdullah, in welchem er dementiert, daß er beabsichtige, König von Palästina und Transjordanien zu werden. י gebildet waren; man mußte alles, von den einfachsten Handgriffen bis zur Bedienung von Maschinen, neu lernen, und hatte oft nicht einmal Gelegenheit, es von jemandem zu lernen, sondern mußte seihst alles ausprobieren. Gerade vor solchen neuen Experimenten schreckt man ja in Palästina nicht zurück; schließlich hat man in der Kolonisation auch alles von Grund auf lernen müssen. Vielleicht wurden beim Hafen nicht einmal die zur Verfügung stehenden Kräfte richtig ausgenutzt, die Begeisterung, etwas Neues anzufangen, war so groß, daß mau vielleicht nicht mit der nötigen Vorsicht zu Werke ging. Die Fehlerquelle wurde jedoch noch vergrößert, weil es im Hafengelände keinen von allen anerkannten Herrn gab. Die Konzession für den Hafenbau wurde an den ״Palestine Maritime Trust“ vergeben, der seine Kapitalien aus der Aktienausgabe an das Publikum und aus den Beteiligungen öffentlicher Institutionen und geschäftlicher Unternehmungen (Jewish Agency, Stadt Tel Awiw, Anglo- Bank) ziisammensetzte. In der Leitung des ״Trust“ sitzen nun diese verschiedenen Körperschaften, und Fragen des Ausbaus und der Organisation werden durch Abstimmung entschieden. Die Lade- und Löscharbeit im Hafen hat eine andere Gesellschaft ״Prikah“, an der der Trust zusammen mit der Arbeiterorganisation, den Orangengesellschaften und der Bank beteiligt ist. Die Finanzierung und der Aufbau des Hafens liegt also in den Händen einer Gesellschaft, die einen halb privaten, halb öffentlichen Charakter trägt, und dieser unklare Status macht gewisse Schwierigkeiten. Diese vergrößern sich noch, weil die Regierung für den Hafen nicht verantwortlich ist, aber bisher alle seine Einnahmen anfordert, neben den Zöllen — die ihr natürlich zustehen — auch die Lager- und Kaigebiihren, von denen der Hafen profitieren müßte. Ueber diese Frage gehen Verhandlungen mit der Regierung, die aber bisher noch nicht abgeschlossen sind. Es ist gesund und förderlich, daß die Zustände im Hafen unter die kritische Lupe genommen und Vor- Schläge für Reformen diskutiert werden. Dagegen ist es sehr bedauerlich, daß diese Diskussion aufs engste mit politischen Momenten verquickt und mit Beschuldigungen politischer Gegner verbunden wird. Anstatt zuzugeben, daß ein solches großes Werk, ohne Vorbereitung, ohne auf ausgebildete Kräfte aller Art zurückgreifen zu können, Fehler enthalten m u ß, daß vermutlich eine Aenderung der Leitung und der Organisation notwendig sei, ist man eifrig damit beschäftigt, ״Schuldige“ zu finden und ihnen alle mögliehen Sünden in die Schuhe zu schieben. Eine derartige Diskussion und Einstellung ist nur dazu angetan, die zur Diskussion stehenden Punkte zu vernebeln und eine Reform hinauszuschieben. Die Auseinandersetzung, die einem politischen Kampfe ähnelt, war gerade in den letzten Wochen besonders stark, weil der Termin der Generalver- Sammlung des Palestine Maritime Trust heranrückte und sich verschiedene Gruppen auf einen Kampf bei dieser Gelegenheit vorbereiteten. Die Versammlung war auch in der Tat außerordentlich stark besucht und verlief recht stürmisch. Es meldeten sich zu dem Rechenschaftsbericht, den Hoofien, der Direktor der Anglo-Palestine Bank, als Vorsitzender des ״Trust“ erstattete, so viele Redner, daß die Versammlung nach Mitternacht abgebrochen und vertagt werden mußte. Hoofien hatte in seiner Einleitungsrede darauf hingewiesen, daß die gegenwärtige Generalversammlung nicht für die Diskussion der verschiedenen Beschwerden da sei, sondem zur Entlastung und Neuwahl der Leitung. Für die anderen Fragen müßte man eine spezielle Versammlung bestimmen. Die Diskussion war jedoch nrtht in diesen Grenzen zu halten und konnte daher nicht beendet werden. Die Dame kauft bei ty* Bernhard N&cHf, Kleider, Mäntel, Kostüme, Blusen » Berlin SW 61, Belle-AIliance-Str. 105 u.101 (Hallesches Tor)

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