Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 43 (31.5.1938)
- Date
- 1938-05-31
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 43, 31. V. 1938 Das palästinensische Hypothekenwesen der Entgegennahme solcher Oedankengänge feststellen dürfen.) Wahrend Stil und Leistung des Ohel sich als Früchte einer jahrelangen Bemühung um Schaffung einer echten Volks- Kunst darstcllen, konnte man eines Abends auf der gleichen Bühne, die nur gepachtet ist und bisher von Ohel und Habima gemeinsam benutzt wurde, eine eben erst gegründete A r h e i t c r - D i I e 11 a n t e n t r u p p e ein offenbar eben erst geschriebenes Stuck aus dem aktuellen Siedlcrleben spielen und um die Bildung eines neuen Ensembles bemüht sehen. Davon aber wird hier nur Notiz genommen, um vor dem Zuzug eines eifrigen Dilettantismus in das noch so junge palästinensische Tlicaterlebcn zu warnen. Dies gilt noch mehr für das Dramatische als für das Darstellerische. Probleme der Individual• und Kollektivpsychologie liegen mitten in einem jungen Land und verjüngtem Volk natürlich auf der Straße. Sie rasch auf die Bühne zu bringen und in Szene zu setzen, ist ein zu billiges Gewerbe, als daß es Anspruch auf künstlerlsche Wertung hätte. Dilettanten soll man zwar nicht hindern, einen Verein zu gründen, aber ihnen die gleiche Publizität zurtibilligen wie #c11 erprobten Kämpfern um eine hebräische Bülmenktmst, geht nicht an. Hier ist, wie es scheint, Gefahr im Verzug. Der Zufall, dessen Regentschaft über einen vierwöchigen Aufenthalt irn Lande man vorbehaltlos anerkennen muß und dem natürlich auch die oben geschilderten Theatereindrückc unterstehen, weshalb sie keineswegs den Anspruch auf Endßültigkcit des Urteils erheben, — dieser gleiche Zufall fügte es, daß ich ln Jerusalem den ״D v b b u k“ - F i l tri sehen konnte. Hier darf man cinschalten, daß die drei Städte des Landes über ein halbes Dutzend nicht nur sehr geräumiger, sondern zum Teil auch baulich imposanter Kinos verfügen und daß die Filme aus aller Weit trotz ihrer Fremdsnrachigkeit die Gunst und den Zulauf des Publikums haben. Um so 1m־rhw ürdiger mußte es berühren, daß der ״Dvbbtik“ als Film vielfach auf Hrfrenulcn und Mißtrauen stieß, und daß es an gut gnm׳int1״!t Ratschlägen, ihn nicht zu hesuchen, nicht fehlte. Schuld daran ist wahrscheinlich, daß die Bulmeitforni. Hie das Werk durch die I iabima erhalten hat, als etwas Einmaliges und Endgültiges angesehen wird. Das ist aber ein l birceht gegen diesen (bekanntlich in Warschau liergistellten) Film. Denn er ist — zumal in Ansehung der geringen Mitiei, mit denen er liergcstellt ist •— nichts Geringeres als ein MciMerwerk! Er wird in Erez Jisracl m einer hebniwhen Srnchronisation vorgefiihrt. Sie ist leider Kclmi-ch ziemlich unvollkommen, und es hätte sich fiir diesen Einzel- und AiiMiahmefall empfohlen, der jiddischen < Vigi’iaispracirc des Werkes ihr Recht zu lassen, um so mehr, als hier die hebräische Sprache neben der hinreißend(• 11 foikloristischen Echtheit \on Gestus und .Mimtis• geradezu als ein Fremdkörper wirkt. Dies vor allem ist der meisterliche Wurf des ..I)\׳hbuk״-Fi!ms, daß er in noch überzeugenderem Maße, ais es die Buhne gestattet, Volksmäßig gebun(lerne Menschen in ein echtes landschaftliches Milieu und auch in eine eindringlich und überzeugend wirkende geistige Landschaft stellt. Er ist auch ausgezeichnet photographiert und reich an kunstlerst:!! konzipierten Bildern, dir mit dein menschlich Hintergründigen zugleich auch die Hintergründe von Stuhl, Stiidti und Landschaft zur Geltung bringen. Auch hier wird herrlich gesungen und getanzt, auch hier tritt jiddisches Volk in ein anschaulich reiches l eben, auch hier gewinnt die ,,Masse"’ eine überwältigcndc symbolische Kraft. Es ist erstaunlich, bis zu weicher Hälse der Form dieser Versuch, einen jiddischen Volksfilm zu schaffen, gediehen ist, Straßennamen in Jerusalem Erweiterung und Fortschritt der heiligen Stadt sind sicher daran zu erkennen, daß die Straßen und Nebenstraßen Namen bekommen. Und dazu sogar allmählich Hausnummern. Setzt du deinen Fuß nach Rcchawiah, so mußt du zuerst die Keren Kajemeth-Straße ein Stückchen durchwandern und denkst an die jungste Gegenwart, da der alte Terminus der ,Mischnah Keren Kajemeth einen neuen Sinn bekommen hat. Aber dann fühlst du dich um einige Jahrhunderte, ja fast um ein Jahrtausend zurückversetzt und triffst alle die großen Geister d׳'r spanischen Blütezeit, den Maimonides, den Nachmamrles, den Alfassi, den Redak, den Chasdaj ihn Schaprut usw. In anderer Gegend in der Schechunah Me kor B ה r 11 c 11 .- tntiNt du Ra-eiti, seine Zeitgenossen und Nachfahren. Wn ml erst du durch Gi-uiah -- dieses Zukunftswort, dessen Frfüilmu; vielleicht schon irgendwie sich anbahnt ־--, so gelangst du nach der Sclnvhrmaih K e r e m Abraham, und dort begegnen dir die Namen der kleinen Propheten (1 lösen, Arno«, Mal! aelii, Zcphuma usw.), die den Traum der wahren Erlösung oft geträumt und verheißen haban. Nun aber bat 1:11 Ifer/on der Stadt in der Ben J 0 h u d a- Straße eine Aemierung Platz gegriffen, die von Jedermann freudig begrubt wird. Die Querstraßen dieser Straße führten bisher auch nur den Namen der Mutterstraßc. Jetzt erhalten sie eigene Namen. Eine .- sie fuhrt von der Jaffasfraße zur Ben jehuda-Strabe ■— heißt nun A. M. Lunez-Straße und ehrt den als Buchdrucker und Forscher auf dem Gebiete der Palästinakunde bekannten Gelehrten, der als Kind von 14 Jahren ins Land kam, mit 25 Jahren erblindete und trotzdem in seinen Jahrbüchern ,,Jerusalem“, in seinem ״I.uach Erez Israel“ um! anderen Sammelwerken und Monographien Hervorragendes leistete. Das wurde in den letzten Wochen — da 20 Jahre seit seinem Tode verflossen sind — in den hebrauchen Blättern des Landes vielfach anerkannt. Die Verhindungsstrafie zwischen Melech George (King George)- und Ben Jehuda-Straße heißt nun nach Mordechaj ben Hillel (hakohen). Auch liier ist ein alter Veteran unter den Schriftstellern und den im öffentlichen Leben tätigen Juden Erez Israels geehrt worden, dessen zahlreiche Erzäh- Jungen und Veröffentlichungen große Verbreitung gefunden haben. Seine Gründung der Jeschiwath ham’schtalmim hat den Grund zur Begründung der Schulen des Misraehi gelegt. Eine dritte Straße führt den Namen Avinoam Yellin. Sie liegt an der Ecke, wo sich die Quartiere von Meah Schearim, Bucharim und Gculah treffen, auf dem Wege zur sogenannten Spitzer-Schule (Mädchenschule des Misraehi). Sie will das sclrwere Opfer der Unruhen, das im Oktober 1937 seinen Tod fand, ehren, den Sohn von David Yellin. A. P. Ein palästinensisches pädagogisches Archiv. Der ״Dawar״ bringt, wie uns aus Tel Aviv geschrieben wird, den Vor־ schlag, pädagogisches Material aus den Ländern der Diaspora zu sammeln. Zu diesem Zwecke wäre ein Archiv für jüdisches Erziehung? wesen zu errichten, das sicli mit der Geschichte der jüdischen Erziehungsanstalten aller Strömungen, Typen und Sprachen zu befassen haben wird. Es gibt im La!1 de viele Menschen, die im Auslande Lehrer waren oder sich dort sonstwie mit Erziehungsfragen befaßten, und die wertvolles Material aus ihren Herkunft«־ ländern aufbewahrt haben, z. B. Photographien, Pläne, Verzeichnisse usw. Diese Materialien können leiciit verloren gehen, wenn sie nicht in einem besonderen Institut gesammelt werden. Sobald ein solches Institut existieren wird, wird cs auch vom Ausland mit Material versorgt werden. Das Institut müßte nach dem jüngst verstorbenen Leiter des jüdischen Erzichungswescns in Palästina Dr. Lurje benannt werden. Aus Tel Aviv wird uns geschrieben: In der Wirtschaftsbcilagc des ,,Haare/." weist M. ßernik auf die ungesunde Entwicklung Irin, die das Beleihungswesen in Palästina vielfach angenommen hat. Man hat diese Sache in den Jahren der Prosperity leicht genommen und sie für eine Angelegenheit gehalten, die nur den Hausbesitz angeht. In Wirklichkeit wird der ganze Jischuw unter der Entwicklung dieser Dinge zu leiden haben, falls es nicht den maßgebenden Instanzen noch rechtzeitig gelingt, Einfluß zu gewinnen. Zwangsversteigerungen von Häusern sind jetzt schon nichts seltenes mehr, und ein solches Vorkommnis bringt nicht mir den betreffenden Hausbesitzer um sein Eigentum, sondern vermindert auch den Wert des Hausbesitzes überhaupt. Die Belastung des Hausbesitzes i!1 ihrer jetzigen Form ist ein Mißstand, der sich nur eimvurzeln konnte, weil keinerlei Aufsicht und Leitung von Seiten unserer nationaien Institutionen vorhanden war. Von den 5 Millionen Pfund, die auf dem Tel Avivcr Hausbesitz lasten, hat die Hypothekenbank nur 30 0'״ gegeben: 100״ gaben fremde Versicherungsgesellschaften und die restlichen 60 "0׳ private Geldgeber. Diese sind vielfach nicht sehr bemittelt, können auf die Einnahmen aus ihrem Besitz auch für kurze Zeit nicht verzichten und sind gezwungen, bei dem geringsten /Anzeichen von Unsicherheit ihre Hypotheken zu kiindigen. Die meisten dieser Hypotheken sind überhaupt nur für 2—5 Jahre gegeben, nur wenige für 8 Jahre. Der Zinsf ti ß ist sehr hoch, bis 10 "0, und zweite Hypotheken erreichen sogar bis 12 Die Hypotheken dieser Art werden nicht amortisiert, und so bleibt die Belastung immer in Die Vorfälle in Jerusalem und Haifa Bei den Vorfällen in Jerusalem am vorigen Dienstag wurden insgesamt ein Jude und ein Araber getötet, fünfzehn Araber verwundet, davon fünf gefährlich, und sechs luden leicht verwundet. Eine russische Nonne, die ebenfalls nei einer der Schießereien verwundet war, erlag ihren Verletzungen. Der Ausnahmezustand in Jerusalem wurde auf die Zeit von 8 Uhr abends bis 5 Uhr morgens verhängt. Sir Harold MacMichae! besuchte die bei den Vorfällen verwundeten Araber im Regierringshospitai. Die Jerusalemer Gemeinde veröffentlichte einen Aufruf, in dem die jüdische Bevölkerung dringlichst aufgefordert wird, sich nicht provozieren zu lassen, Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten und den Behörden Hilfe zu leisten. Die hebräische Presse verurteilte die Zwischenfälle aufs schärfste. Die Zahl der bei den Zwischenfällen in Hadar Hakarmcl getöteten Araber beträgt z.wei. Von den 20 Revisionisten, die in Haifa verhaftet wurden, sind 17 wieder freigelassen worden. Drei Revisionisten, die in Tel Aviv verhaftet wurden, sind für drei Monate nach A k k o ins Konzentrationslager gebracht worden. Meldungen, daß den jüdischen Chauffeuren nach den Ereignissen in Jerusalem ihre Waffenlizcnzcn entzogen wurden, haben sich als unrichtig herausgcsteilt. Britischer Polizist getötet Jerusalem, 26. Mai. (Palcor.) Heute nachmittag wurde ein britischer Polizist namens Edward Stephens, der in Herziia einquarti.ert war, in einem Kampf zwischen Polizei und einer Araberbande in der Nähe der jüdischen Siedlung R a m a t Hakowesch im Emek Cliefer getötet. Fine Abteiiung Polizei hatte sieh dorthin begeben, um einer Meldung, die Straße sei unterminiert worden, nachzugehen, als sie auf eine zehn Mann starke Araberbande stieß. Jüdische Hiit'solizisten aus Ranrat Hakowesch nahmen an dem Kampf teil, iehen Banditen wurden in dem Gefecht verwundet und gefangen genommen, von denen sechs später den Verfetzmrgen erlagen. Die Polizei beschlagnahmte zahlreiche Khaki-Uniformen, Gewehre und 1000 Kugeln. — Edward Stephens, der aus Snssex stammt, kam iin Jahre 1936 nach Palästina. Eine arabische Bande griff drei arabische Hilfspolizisten zwischen Hebron und Beerscheha an. Die Terroristen töteten einen der Polizisten und verschleppten die zwei anderen. Einer der beiden Verschleppten wurde heute morgen tot aufgefunden. Zwei Anschläge im Emek Jesrcel wurden durch jüdische Wächter verhindert. In einem Fall überraschten sie in der Nähe von Tel Adas ch im eine Araberbande, die versuchte, die Ölleitung anzubohren. Nach den!unterlassenen Blutspuren zu schließen, müssen die Araber bei dem Kampf Verluste erlitten haben. Der zweite Vorfall fand in der Nähe von Bet Alpha statt, als jüdische Wächter eine Anzahl Banditen verhinderten, die Kornfelder in Brand zu stecken. Bei der Schießerei wurde ein jüdischer Hilfspolizist namens Jakob Lcntz leicht verwundet. Die Banditen ergriffen die Flucht; es wird angenommen, daß zwei von ihnen verwundet wurden. Widerstand gegen Terroristen Jerusalem, 26. Mai. (Palcor.) Zum ersten Male leistete heute morgen ein arabisches Dorf einem Terroristen- Ucberfail Widerstand. Das Dorf Sannur bei Dschenin wurde von einer Terroristenbande angegriffen, die die Auslieferung des Muktar verlangte. Die Bauern weigerten sich, der Forderung nachzukommen nnd widerstanden den Banditen. In dem Kampf wurden drei Terroristen verwundet und fünt von den Dorfbewohnern gefangen genommen, die sie der Polizei übergaben. Der Rest der Bande ergriff die Flucht. *Ufa, ■kat aUuof Jetzt dritte BUchsenleerung 5698 T)q4MJ2. tcujlicjta. 'fÜK 01044. CK.OC.L. gleicher Höhe bestehen. Hätten die maßgebenden fnstanzen im Hausbau nicht nur eine Arbeitsbeschaffung für die Einwanderer gesehen, 90 hätten sie nicht über diese ungesunden Methoden zur Tagesordnung übergehen können. Man hätte die Hypothekenbank mit Mitteln ausstatten müssen, die sie zu einem entscheidenden Faktor im Bauwesen gemacht hätte. Sowohl vom Ausland wie von den in Palastina in den Banken liegenden Geldern waren Mittel zu solchen Zwecken zu erhalten. Sollte cs gelingen, dies zu erreichen, so würde der Zinsfuß von seihst fallen und die privaten Gläubiger des Hausbesitzes würden ihr Geld in Obligationen der Hypothekenbank arilegCn. Man kann die Schuld au diesen Zuständen nicht den Hausbesitzern zuschreiben, von denen man eine wirtschaftliche Weitsicht nicht fordern kann, die man mit Recht von den Aufsicht übenden Instanzen verlangen darf. Die Schwierigkeit, in der sich jetzt der Hausbesitz befindet, resultiert aus dem Fallen (Ter Einnahmen und dem Olcichblciben der lasten. Sogar von den nicht vermieteten Wohnungen werden die Steuern erhoben. Verzug in der Zahlung des Hypotheken zinses. zieht die Kündigung der Hypothek nach sich und damit die Stiche nach nettem Geld. Einerseits findet der Geldgeber nicht!eicht eine neue Anlage für sein gekündigtes Geld, andererseits belastet die Suche nach neuen Hypöthekcngcldein den Geldmarkt. Es kann dabei wegen ganz, geringer Verschuldung zur Versteigerung wertvoller Objekte komnien, selbst wenn die Beleihung an sich nicht einmal hoch ist. Aus solchen Zuständen läßt es sielt erklären, daß die Forderung eines Moratoriums vom Hausbesitz kommt. Von der Woche Ueber das Araberdorf Ain Kartm wurde der Ausnahmezustand verhängt. Ferner wurde dort eine Abteilung Strafpolizisten im Zusammenhang mit dem Mord an Itzhaki am 22. Mai postiert. Zwei jüdische Streckenbeamte, die in der Nähe des Feldes arbeiteten und sahen, wie Itzhaki ermordet wurde, identifizierten einen vorübergehenden Araber als den Mörder, der sofort der Polizei übergeben wurde. Mustapha Khalii, der vom Militärgericht wegen Schie- Bens auf Truppen zum Tode verurteilt wurde, ist int Gefängnis von Akko 11 ingerichtet worden. Die arabische Zeitung ,,Al Sclrerk“ in Beirut veröffentlicht ein Interview׳ mit dem Terroristenführer Kaukji. Kaukji erklärte, er würde nach Palästina zurückkehren und dort die Banden selber führen, wenn ihn die irakische Regierung nicht daran hindern würde. Aus arabischer Quelle verlautet, daß 200 palästinensische Terroristen, die in Damaskus Zuflucht genommen haben, sich weigern, nach Palästina zurückzukehren, da sie die militärischen Maßnahmen der Regierung fürchten. Die Anbänger des ehemaligen Mufti von Jerusalem haben sie gewarnt, daß die Zahlung ihrer Löhne eingestellt wird, falls sie nicht sofort nach Palästina zurückkehren. Der 80jährige jemenitische Gelehrte Iahla Attieh, der am 22. Mai in Tiherias verletzt wurde, e r 1 a g seinen Wunden. Zvi Horovitz, einer der frühesten Pioniere in Palästina, der zu der ״Bilu“-Oruppe gehörte, starb im Alter von 82 Jahren. Der Verstorbene war einer der Gründer der jüdischen Siedlung Gedera. Auni Abdu! Hadi sandte ein Schreiben an die in Kairo erscheinende Zeitung ״Al Ahrain", in dem er aufs heftigste gegen den dem Emir Abduliah zugeschriebenen Vorschlag protestiert, der einen vereinigten Staat von Trans- Jordanien und Palästina unter arabischer Oberhoheit vorsieht. Anläßlich des zweiten Todestages von Nalmm So kolow wurde in den Räumen der Jewish Agency eine Versanrmlung abgehalten, der die Familie Sokolows sowie zahlreiche prominente Persönlichkeiten beiwohnten. Unter den Rednern befanden sielt Rabb. Fischinan, Oberrabbiner Dr. Hertzog, Dr. Kauffmann und M. Schertok. In Tel Aviv fand eine Konferenz des Arbeiterrates statt, in dem festgestellt wurde, daß 2400 Personen in Tel Aviv arbeitslos sind. Es bestehen jedoch Anzeichen für eine Verbesserung der Lage, da in Kürze Arbeiten in Angriff genommen werden, die die Beschäftigung von 1000 Arbeifern ermöglichen. Der Arbeiterrat sprach der Jewish Agency seine Anerkennung fiir die Unterstützung aus, die sie zur Linderung der Arbeitslosigkeit gegeben hat. Einige Jemeniten wurden wegen eines Handgemenges mit städtischen Straßenreinigern in dein Jemcnitenviertel an der Grenze zwischen Tel Aviv und Jaffa verhaftet. Die Auseinandersetzung entstand wegen der Differenzen mit der Stadtverwaltung von Jaffa, die beansprucht, daß die Bewohner dieses Viertels unter die Verwaltung von Jaffa kommen, während die Juden den Anschluß an Tel Aviv fordern. Britische Polizei stellte die Ordnung wieder her. Vor dem Tel Aviver Rathaus demonstrierten Mitglieder der Misrachi-Arbeiter-Organisationen. Zum erstenmal wurde ein Gerichtsurteil vor dem obersten Gerichtshof in Jerusalem in Hebräisch verkündet, als Richter Frumkiti in Gegenwart eines englischen und eines arabischen Richters ein Urteil in Hebräisch verlas. Die Gesuche und Verteidigungen der beiden streitenden jüdischen Parteien waren sämtlich in Hebräisch abgefaßt. Die Palestine Economic Corporation in New York hat während des letzten Jahres 2 385 000 Dollar in Palästina investiert. Die Hadassa hat 22000 Dollar an Henrietta Szold für die Jugend-Alija überwiesen. Vier arabische Notabein erschossen Jerusalem, 27. Mai. (Palcor.) Eine Bande arabischer Terroristen in Khaki-Uniform erschien um Mitternacht in einem Wagen in dem Dorf M i s k e h. Sie fragten nach sieben arabischen Notabein; als diese erschienen, feuerten die Terroristen auf sie aus nächster Nähe, wobei vier getötet und drei schwer verwundet wurden. Truppen waren in kurzer Zeit zur Stelle, die die Bande verfolgten und sechs Terroristen töteten. — ln dem Dorf A t i I bei Nablus wurde ein Araber getötet und zwei andere, darunter eine Frau, von arabischen Terroristen verwundet. Das April-Heft der Zeitschrift ״Palestine and Middle East“ enthält neben beachtlichen redaktionellen Stellungnahmen zu verschiedenen aktuellen Problemen einen Artikel von D. Remez über die Notwendigkeit jüdischer Schiffahrt, einen Aufsatz von Ernst Kahn mit dem Vorschlag zur Bildung eines Einheitstrusts für Palästina zur Ueberwindung der wirtschaftlichen Krise sowie andere wirtschaftliche untersuchungen. Bnrmkwah-Termtn. Am 18. Juni (19, Siwan): Jn-vf Stuzcwcr, Sohn von Kurt Stuzcwcr, Ramot Haschawim (früher Königsberg i. Pr.).