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Jüdische Rundschau · 1938-05-27 · Heft 42 (27.5.1938) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 42 (27.5.1938)
Date
1938-05-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 42, 27. V. 1938 Zwischenfälle in Jerusalem und Haifa Zwei Tote — Zahlreiche Verwundete — Ausgehverbot in Jerusalem anscheinend gut bewährt. Dennoch, diese Begegnung mit der Militär-Kolonne am letzten Tag erinnert daran, daß wir im ״Suh-War“ leben, in einem Fast-Krieg oder Quasi- Krieg .. . in der täglichen Arbeit vergißt man cs oft. Nur eine Nachtfahrt trennt Haifa von Cypcrn. In! Hafen von Lirnaca weht die britische Fahne. Die Stadt ist griechisch, die Bevölkerung anscheinend sehr arm. Die Straßen sind tot, nur hier und da räkelt sich ein Mensch vor dem Haustor. In den Häusern arbeiten die Frauen, überall sieht man durch das Tor einen geräumigen Hof, mit vielen Pflanzen und Blumen geschmückt, hier scheint sich in der Hauptsache das häusliche Leben abzuspiclen. Mitten in der Stadt ist freies Feld, hier oder dort ruht ein Eselchen in der Sonne. Kirchen und Moscheen, plötzlich sieht man armenische Schrift, es ist ein ״Klub" mit Kirche und Kindergarten. Unwillkürlich erinnert man sich an Kinderhorte bei den orientalischen Juden Palästinas, es ist ein ähnlicher Typ, diese Kinder mit den blitzenden dunkeln Augen. Das Gefühl der Nachbarschaft ist stark. Man sagt uns, daß der Donnerstag der belebteste Tag in dieser Stadt ist, weil das Schiff aus Palästina ankommt, Verbindung mit der Außenwelt. Später, beim stundenlangen Vorbeifahren an der cyprischen Küste, wird man sich der Dimensionen dieser wenig entwickelten Insel bewußt. Wirtschaftliche Be- Ziehungen zu Palästina sind bereits in kleinen Anfängen vorhanden. Da Cvpern als Kronkolonie den Vorteil der ״Imperial Preference“ (Reichs-Vorzugszölle) in England hat, und überdies die Arbeitslöhne sehr niedrig sind, haben pa- ]ästin crnsische Industrien liier Ableger gegründet, so z. B. die Fabrik für künstliche Zahne, eine gut gehende Knopffabrik usw. Die dort arheilenden!7rauen erhalten, wie uns ein zu dem Unternehmen gehörender Zionist aus Deutschland berichtet, palästinensische Piaster Tagelohn. Damit kann Palästina natürlich nicht konkurrieren. Aber die anormale und unhaltbare Stellung Palästinas im britischen Zollsystem kommt hier wieder /um Bewußtsein. In Larnaca leben jetzt etwa 200 Juden, darunter sind 3 Juden aus Deutschland, die hier Hotels betreiben. Gerade am Tage unserer Ankunft sind ein seltenes Fest zwei jüdische Hochzeiten, es ist ja Lag h’Omcr; aber wir können nicht verweilen, das Schiff geht weiter. * Auf der 0״ e r ti s a | c m m c“ gibt es auch Produkte aus Palästina, 1. B. Marmcladen in Originalpackung mit Aufdruck ״Made In Palesfinc“, auch mit hebräischer Aufschrifl. Aber man überlegt, warum nicht Vorkehrungen getroffen werden, damit die Reisenden etwas über Palästina «rf.ihren. Auf diesem Schiff mit dem Namen ״Jerusalem“ gibt 05 kein einziges Bild J e r 11 s a 1 e tu s, keine palästin onsische Literatur und Informationsstoff, Ist es unmöglich, daß «in Album palästinensischer Landschaften 1t. a. aufliegt? Könnte nicht statt der täglichen UnterhalUmgsfilme einmal ein Palästina-Kulturfilm laufen? Die Gespräche der Reisenden kreisen ohnedies um dieses Thema. Denn die Mehrheit der Reisenden sind Juden, denen dieses Land viel bedeutet, die es nicht losläßt, seien sie bereits Bewohner des Landes oder Touristen. Dieses Schiff hat ja, jüdisch gesehen, eine wichtige Funktion: es verbindet Palästina und Golah, und diese beiden sind aneinander gekettet und aufeinander angewi esen. Die schönen und ruhigen Tage auf dem Schiff werden bald zu Ende sein. Dann melden sich für jeden die Probleme, die im Grunde auch hier nicht ruheft. Gruppen von Zionisten besprechen die Dinge, um die es heute geht. Teilung oder nicht, Möglichkeit einer hinationalcn Lösung, Wirtschaftsfragen, Linzeischicksale. Es fällt manches trübe Wort. Aber alle sind erfüllt von dem Vertrauen zur Zukunft auf lange Sicht. Dies ist es, was man in den schweren Alltag der jüdischen Arbeit mitbringt. Jugend-Alijah-Gruppe beendet ihre Lehrzeit in der Ahanran. Kurz vor Pellacii hat die /weite Gruppe der Jugend- Alijah ihre Ausbildung; im Kinder- und Jugendheim der Ahn wah in Kirjath Rinlik beendet. Das Absrhiedsfest für die 29 jugendlichen gab Zeugnis von der Verbundenheit, die sich in zwei Jahren /wr-chen I ehrersehaft 11(111 Jugend gebildet fiat. L in besonder er Erfolg der Erziehung zum Ge- 1ru-ir1sch:1Hslcbet1 und der Verwurzelung im Lande ist die O r 11 n d 11 n g e i n e s j 11 g e n d k r e j s e s. der von 6 Jungen und 3 Mädchen au-gegangen ist, die unter eigener Verantwnrtiuig ein Stuck ihres Lebens Zusammengehen wollen. Zu jung, um schon im Kibbuz. Aufnahme zu finden — 'es handelt sich um 1b- bis 17jährige — haben diese 0 sich in Kirjath Bialik ein Haus von drei Zimmern gemietet, und die Ahawah hat ihre Bestrebungen unterstützt, um ihnen eine Hachscharah-Zeit zu ermöglichen. Einige werden als Arbeiteig jn de,- i(a״s. ״ncj Landwirtschaft des Heims beschäftigt, andere gehen auf Außenarbeit. Für die Einrichturig des Häuschens, die 7. T. selbst getischlert wird, hat die Aha wall ihnen eine kleine Anleihe bewilligt, die allmählieh abgearbeitet wird. Für Lernstunden nach achtstündiger Arbeitszeit haben sich Lehrkräfte des Heims freiwillig zur Verfügung gestellt. — Von den anderen Absolventen der Ahawah bleiben eine Anzahl noch im Heim als Praktikanten oder Arbeiter. Die meisten Jungen bilden sich weiter in der Landwirtschaft aus oder haben bereits Arbeitsplätze in Siedlungen gefunden. Andere besuchen das Technikum in Haifa oder vervollkommnen sich im Handwerk. Von. den Mädchen wird ein großer Teil in der Hauswirtschaft oder in hauswirtschaftlichen Betrieben arbeiten. Musik Jn ״Schaar-Hanegew׳“ (Kfar Szotd). Einige Mitglieder des Palästina-Orchesters konzertieren neben ihrer anstrengenden Tätigkeit in den Kibbuzim. So hörten wir den Flötisten Poons, der u. a. mit dem Vortrag des Konzerts in D-dur von Mozart großen Beifall fand. Weitere Zusagen von Musikern des Orchesters werden wohl erst nach Beendi- 21111g der Hauptkon/ertsaison erfüllt werden. Alice Jacob- Loew cnson fand rnit dem Vortrag eines Programms mit Klaviermusik_ von ausschließlich extrem-moderner Richtung keine volle Zustimmung. Der junge rumänisch-jüdische Kornponist. Boskowitch, dessen Suite jüdischer Volksinelodien jn einem der letzten Orchesterkon/erte aufgeführt wurde, war im Kibbuz, zu Gast mul zeigte sich als hervorragender Pianist. Er brachte außer der erwähnten Suite einige Präludien und Kinderliedcr und zeigte sich als Partner bei einer Violinsonate als ausgezeichneter Mozartspieier. Der Höhepunkt der Konzerte war eine Veranstaltung, die ausschließlich von nicht bciufsmäßig ausübenden Musikern bestritten wurde. Wir hörteil einen Brahms-Abend, der einen sehr tiefen Eindruck hint erließ. Es waren beteiligt: die Chawerim Theo Bloch (Klarinettensonate F-moll) und Paul Lisser (Cellosonate E-mol!) aus Giwatli Brenner und die Sängerin II c n n y Schloß aus Tel Aviv mit einer Auswahl von Liedern. Den Haupt,111U1I am Hfolg hatte die Pianistin Hede Piat au - G u 11!11 a 11 11 (früher Breslau). Chaim B a er London, 25. Mai 1938 (telephonisch) In Jerusalem kam es am 24. Mai zu schweren Zwlschenfällen. Am frühen Morgen wurde nach den verließenden Meldungen auf Araber geschossen, wobei in einer Haupt- Straße der Stadt ein Araber verwundet wurde. Später wurden zwei weitere Araber angeschossen. In eine Gruppe arabischer Arbeiter wurde eine Bombe geworfen, wobei mehrere Araber verwundet wurden. Daraufhin kam es zu Angriffen von Arabern auf Juden, bei denen vier Juden verwundet und ein Jude getötet wurde. Der Name des Getöteten lautet Mosche Popper; er ist ein 25jähriger Jude aus Petach Tikwah, Kurz vorher war ein arabischer Autobus in der Vorstadt Ejn Ke rem beschossen worden, wobei sieben Passagiere verletzt wurden. An der gleichen Stelle wurde ein jüdischer Autobus von Arabern mit Steinen beworfen und der Chauffeur verwundet. Zehn Minuten später wurde ein Araber in Rechawia verwundet. In einem jüdischen Steinbruch bei Jerusalem wurde ein Auto von Arabern beschossen. Die Angreifer entflohen. Einer von ihnen wurde verwundet aufgefunden. Das jüdische Viertel New Montefiore wurde mit einer Strafe von 120 C belegt. Sieben Revisionisten in Jerusalem und Tel Aviv wurden am Dienstagabend verhaftet. Ueber Jerusalem wurde ein Ausgehverbot von 7 Uhr abends bis 5 Uhr morgens verhängt. Auch in Haifa kam es zu Zwischenfällen. In Hadar Hacarmel wurden zwei Araber verwundet, von denen der eine später schien Verletzungen erlag. Daraufhin erfolgten mehrere Zusammenstöße, bei denen einige Juden leicht verletzt wurden. Weitere Todesopfer Auch die vorhergehenden Tage verliefen bereits recht uniuhig. Hierüber liegen folgende‘ Berichte vor: Die Leiche eines Juden wurde auf einem Feld hei Betli linkerem im Westen von Jerusalem gefunden. Das Opfer wurde mit Dolchstößen getötet. Es handelt sich bei Ein Memorandum Emir Abdullahs Neuer Plan zur Lösung des Palästina-Problems Nach einer Meldung des Londoner ״Daily Telegraph“ hat Emir Abdul I alt an die Palästina-Tcilungs-Komrnisskm ein Memorandum gerichtet. In diesem bestreitet er, daß er den Platt der Teilung Palästinas akzeptiert habe. Er habe demgegenüber den Vorschlag eines Vereinigten Staates von Palästina und Trans Jordanien unter arabischer Souveränität gemacht. Die Juden sollen innerhalb dieses Staates in den von ihnen besiedelten Gebieten die Möglichkeit eigener Administration erhalten. Eine gemischte cnglisch-jiklisch-arabische Kommission soll die Einzclheitcn für die Durchführung dieser Administration festsetzen. In dein Parlament des neuen Staates sollen die Juden nach ihrer Zahl proportioneil vertreten sein. Auch in der Regierung des Staates sollen j@ische Minister sitzen. Die jüdischen Gebiete sollen das Recht der Zu- 1 a s s 11 n g jüdischer Einwanderung ״in einem vernünftigen Maßstabe“ erhalten. Dagegen sollen die Juden nicht das Recht gewährt bekommen, in die Teile des Staates, die außerhalb ihrer Siedlungsgebiete liegen, einzuwandern oder dort Land zu kaufen. Das ganze Projekt ist als Z e 11 n j a h r e s p 1 a n gedacht. Die ersten acht Jahre davon sollen ein Versticnsstadium darstellen. Auf Grund der gemachten Erfahrungen sollen dann in den letzten zwei Jahren die endgültigen Festlegungen erfolgen. Das Mandat soll während der zehn Jahre in Kraft bleiben, damit der Staat sich unter seinem Schutz entwickeln kann. Emir Abdullah glaubt, daß die Araber, wenn sie die jüdische Bereitwilligkeit zu einer Zusammenarbeit auf dieser Basis sehen und bemerken werden, daß daraus kein Schaden für ihren Staat erwachse, dann weitere Bestrebungen zur Entwicklung der jüdischen Einwanderung zulassen würden. Boykott gegen palästinensische Waren. Der ״Haarcz“ mehlet, wie uns aus Tel Aviv geschrieben wird: In Aleppo in Syrien macht sich eine starke Propaganda gegen die Einfuhr aus Palästina bemerkbar. Es ist dort ein Boykott- Komitee gegründet worden, das verdächtige Kaufleute aufsucht und ihre Magazine nach palästinensischer Importwäre absucht. Die Kaufleute werden gezwungen, eine Verpflichtung zu unterschreiben, keinerlei palästinensische Industriecr/eugnisse mehr zu führen. Diese Bewegung nimmt immer größeren Umfang an, und ist für die Kaufleute so bedrohlich, daß jene unter ihnen, die in Handelsbeziehuncn zu Palästina stehen, ihre!riesigen Geschäftsfreunde itten, sich vorläufig zu gedulden, da es jetzt nicht ratsam für sie sei, Bestellungen zu machen. Die Vertreter hiesiger Fabriken in Aleppo melden, daß sic gegenwärtig fast gar keine Abschlüsse dort machen können. Die palästinensische Blurnenproduktion. Wie uns aus Tel Aviv geschrieben wird, berichtet der ״Haarez“: Die ßlumeneinfuhr aus dem Ausland ist ein großer Schaden für die palästinensischen Blumenzüchter. Die jüdischen Gärtnereien hatten sich im Jahre 1936 zusammengeschlossen. Die Folge war eine Verdoppelung der Anbaufläche: Hunderte von Arbeitern und Arbeiterinnen fanden Beschäftigung. Die eingeführten Blumen verschwanden vom jüdischen Markt, Neue Pflanzcnsorten wurden eingeführt. Man begann im Winter mit dem Export von Blumen nach London, Amstcrdam, Bukarest und Warschau. Alle diese vielversprechenden Anfänge sind in Frage gestellt, wenn nicht die wilde Konkurrenz unterbunden wird. Der Verband jüdischer Gärtner, der mehr als 500 arbeitenden Menschen Brot gibt, wendet sich deshalb an die jüdische Ocffentlichkeit mit der Bitte um Unterstützung der heimischen Produktion. Jerusalemer Vorträge. In einer überfüllten Versammhing der Hitachdutb Olej Germanin sprach Kurt Blum e n f e 1 d über das Thema ״Die Zukunft Europas und das Schicksal der Juden“. — In der Buchhandlung Reick sprach der Kunsthistoriker Dr. Schiff über Aegyptische Kunst- Reisceindrückc. S. B. C. Todesfall. Dr. Bartich Kahane, der ausgezeichnete Talmudkenner, der bis vor wenigen Monaten an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin den Vorbereitungsunterricht im rabbinischen Schrifttum erteilte, ist in Erez Israel verschieden. Seine zahlreichen Schüler werden mit Wehmut hören, daß es diesem gelehrten und gütigen Manne nur noch vergönnt war, den Boden der Väter zu betreten, um dort zu sterben. Der Lehrer war zugleich ein treuer Freund, der viel Liebe gesät und geerntet hat. Max Wiener dem Getöteten tun den 55jährigen Isaak Itzhaki, einen fahrenden Kesselflicker. Die Siedlungen Ober- und Uriterchanriita wurden von einer Terroristenbande überfallen, wobei der 27jährige Siedler Ezechiel Mundag schwer verwundet wurde. Der Verwundete ist seinen Verletzungen erlegen. Ein zweiter jüdischer Hilfspolizist, Abraham Kat/, wurde bei dem Gefecht erheblich verwundet. Gltaffirim verteidigten die Siedlungen und sollen der Bande Verluste zugefügt haben. Am 23. Mai wurde ein jüdischer Arbeiter in der Nähe von S a f c d erschossen. Zwei weitere jüdische Arbeiter wurden verwundet. Der Tote stammte aus Ajclcth Hascltacltar; sein Name ist Elijahu A v a t i c 11 i. Der Ueberfal! erfolgte auf eine von der Arbeit zunickkehrende Arbeitergruppe, die bei der Errichtung einer Polizeistation in einem arabischen Dorf beschäftigt war. Die Polizeistation wird im Zusammenhang mit dem Grenzzatm geschaffen. ln Tibcrias wurden auf dem arabischen Marktplatz vier Araber, die vor einem Cafe saßen, bei der Explosion einer Bombe, die hinter Steinen verborgen war, verwundet. Araber begannen darauf, Juden mit Steinen zu werfen, wurden jedoch verhindert, das jüdische Viertel der Stadt zu betreten. Ein jemenitischer Jude namens Jechjc Atja wurde hei der Schlägerei durch einen Messerstich ins Bein leicht verletzt. Polizei erschien, verhaftete einige Juden und Araber und stellte die Ordnung wieder her. Ahmed F 11 a d i, ein mohammedanischer Hilfspolizist, wurde in einer arabischen Straße von Haifa, als er seinen Dienst ausübte, erschossen. Ahmed Fuadis Vetter, Sa- Ich Fuadi, wurde vor einigen Tagen von Terroristen ermordet. Am 24. Mai begann vor dem Haifaer Militärgericht der Prozeß gegen drei revisionistische junge Leute, die am 22. April in Rosclt Pinah wegen angeblichen Schie- Bens auf einen arabischen Autobus verhaftet wurden. Die Angeklagten erklärten sich als 11 i c 111 s c 11 u 1 d i g. ״Beth-Halewanon“ Ein Zeitungsmuseum In Tel Aviv Vor kurzer Zeit feierte man im ,.Ohel-Schem“ das 75jährige Jubiläum des Erscheinens der ersten Nummer der palästinensisch-hebräischen Zeitung ,,I ialewanon“. Einige Wochen nach dieser Jubiläumsveisainmluiig fand die Grundsteinlegung des ״Beth-i Ialewanon“ statt, in dem die bedeutendc Sammlung von Sahnan Pcwsner luitergehracht und noch erweitert werden soll. Seine Zeitnn״ssammlung enthält Seltenheiten, von denen nur ein ein/ i^es Exemplar vorhanden ist. Ein Publikum aus allen Schichten der Bevölkerung nahm an der Feier teil, die auch einen Ehrentag für Herrn Pewsncr bedeutete. Inhaltsvolle Reden hielten der Dichter Tschernichowski, Oberrabbiner Usiel, Bürgermeister Rokach, Prof. Slousch, Jawnieli, die greisen Bilulcute Jodelcwitz und Lcibowitz, Solomon aus Jerusalem und Ren-Awi. Dem Bauplane nach soll das ,,Beth-1 Ialewanon“, das auf Boden des Keren Kajemetli, unweit dein Habimah-Hause, errichtet wird, Wohnräume, Büros, einer! großen Lcscsaal, sowie einen Aufbewahrungs- und Ausstellungsraum enthalten. Simon Mericzcr, Tel Aviv Palästinensische Bodenpolitik Dr. A. Granmvsky: ,,Nationale Bodenpolitik — Theorie und Praxis der jüdischen Bodenpolitik in Palästina“. — Kleine zionistische Bücherei, Heft 18. Prag 5(WS. Von Dr. Granmvsky, dem Leiter und wissenschaftlichen Vertreter der Bodenpolitik־ des Keren Kajcmeth Lejisrae! in Palästina, stammt diese kleine Schrift, die einen Abschnitt aus einem demnächst erscheinenden größeren Ruch des Autors über die jüdische Bodenpolitik (larstellt. Granowsky behandelt in den Kapiteln der Broschüre die Träger der Rodenpolitik, d. 11. insbesondere das Privatkapital, die lea u!1d den Keren Kajcmeth Lejisrae!, vergleicht sodann das Verhältnis der Rodenkiiufe in Stadt und Land, erörtert die sozialen und nationalen Prinzipien, die der bisherigen Bodenpolitik zugrunde liegen, um sodann zur Frage des nationalen und privaten Bodenerwerbs in ihren verschiedenen Formen iiberzugehen. Weiterhin behandelt Granowsky die!׳‘rage der Kreditpolitik der zionistischen Institutionen, der Finanzierungsquellen und PXchtrentc sowie die Probleme der Ameliorationen, der Aufforstung und des Bodenerwerbs, Die Schrift gibt einen vorzüglichen Ueberbiick über die Prinzipien, die bei der Arbeit des Keren Kajcmeth in der Vergangenheit und bis in unsere Tage befolgt werden, über ihre Erfolge und auch über Ihre Schwächen, die Granowsky als einer der verantwortlichen Männer dieses Werkes mit großer Klarheit erkennt. So stellt diese Schrift nicht nur eine Einführung in die Probleme, sondern zugleich eine kritische Würdigung und ein Programm für die zukünftige Arbeit dar. Stadtrand-Siedlungen bei Haifa, in der Gesellschaft Agudath Achim in Haifa sprach Ing. Joseph Loewy über die Frage der Stadtrand-Siedlungen. Besonders geeignet für Stadtrand- "Siedlungen sind drei Gebiete in dem Umkreis von Haifa: ln erster Linie das Gebiet des Naamcn-Fiusses zwischen Kirjath Bialik und Akko, in zweiter Linie das untere Kisliontal in der Richtung auf Afule nebst dem anschließenden Hügelgelände, in dritter Linie das Gebiet des Mittleren Karmel, etwa zwi• sehen Nesher und Atlit. — Der Gedanke der Stadtrand- Siedlung macht in der Umgehung von Haifa praktisch Fortschritte. In Kirjath A m a I, 16 km von Haifa entfernt, aut einem 150 m hohen Hügel am Eingang des Emck Jesreel, werden die ersten 40 Häuser mit je '2 Diinarn Boden Ende Mai bezogen. Noch weitere ca. 1000 Plätze ä 2 Dunam sind für die Siedlung reserviert. Die Siedler erhalten ein Haus von zwei Zimmern mit Küche und haben ca. £P 2 monatlich zu zahlen. Die Hilfswirtschaft auf 2 Dunam ermögiieht ihnen die Anlage von Gemüsegärten, die Pflanzung von Obstbäumen und das Halten von Hühnern und einer Ziege. Zur weiteren Verbilligung ist geplant, Doppelhäuser mit je einem Zimmer zu erstellen, jedoch mit Erweiterungsmögfichkeit auf zwei Zimmer für später. Kurse palästinensischer Wertpapiere. Am 20. Mai hatten die wichtigsten palästinensischen Wertpapiere in Tel Aviv folgende Kurse: Allgemeine Llvpotliekenbank 5 0/oige Pfandbriefe 1938/56 99%; 6 ״oige Pfandbriefe 1934/55 102V»; 6 ׳,״oige kum. Vorzugsaktien 93V«, Keren Kajcmeth Lcjisracl 21'. (־׳oige Pfandbriefe 76; Bi/iir 6 ׳,,oige Pfandbriefe 1938 43 99‘V*; Nir Ltd. 4 ״oige Pfandbriefe 1937/51 84י'<־. (MiDch i'* von der Ellern’s Bank Ltd., Tel Aviv.)

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