Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 41 (24.5.1938)
- Date
- 1938-05-24
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 41, 24. V. 1938 Von der Kehillah Jerusalem Die seit drei Jahren hinaus gezögerten Wahlen zum Waad hakehillah haben endlich Anfang Februar stattgetunden. Die drittgrößte Stimmenzahl erhielt die neue Liste Chidd lisch pnei hakehillah, die hauptsächlich von der HOG und Wizo unterstützt wurde, denjenigen Gruppen, welche die Ocffentlichkeit aufgeruttelt und die Abhaltung der Wahlen erzwingen hatten. Von den Juden aus Deutschland stimmte die überwältigende Mehrheit für diese Liste, deren Lrfolg noch erheblich gröber gewesen wäre, wenn nicht wenige Tage vor der Wahl eine grolle Zahl Wahlberechtigter zu Unrecht aus den Wählerlisten gestrichen worden wären. Merkwürdigerweisc ist, nachdem Kurt B I u rn c n f e I d sein Mandat ntedergelegt hat, kein Jude aus Deutschland als Kandidat der von der HOG propagierten Liste in den Waad gekommen, während als Vertreter politischer Parteien drei Juden aus Deutschland, Dr. Fritz L ö w e n s t e i n (Arbeiterpartei), Dr. Isaak Landau (Revisionist) und Prof. Ad 01t Frankel (Zeirc MIsraelii) gewählt worden sind. Aber Chiddusch pnei hakehillah ist weder eine Parteinoch eine landsmannschaftliche Gruppe und es kam den Anhängern dieser Liste nur darauf an, fähige, sachlich arbeitende Männer und Frauen, woher sie auch stammen, welche Ueberzeugung immer sie haben, in den Waad zu bringen. Ihre Vertreter, Heurietta Szold, Jizchak Samunow und Rose V iteles, erfüllen diese Bedingungen. Vor ihnen liegt eine sdiwere Arbeit. Im vergangenen Vierteljahr wählte der neue Waad einen Vorstand, bestehend aus Eliashar (Sephanliiii), Farbstein (Misrachi), C h a i in Salon!״!! (Allgemeine Zionisten A) und Dr. Jakob Thon (Aibeürrpartci). Aber es gelang den Parteien in endlosen Nacht׳/;״!!:/;״*! n״eh uinh». sich!!her die Zu- «ammenset/ttng der lh A r I! ״ i ז s k ״ m m i s ל i o u c n zu cinigen. So konnte d!*• l'atigko!: de.- Waad bisher nicht bcginnen. Di1' Ot׳ffet1'!Htk--!t,!•h Presse, ist darüber tmgehalten, I linri,!׳/<!.,׳*! I u!n <!!: P:11te!cn wiederholt in energischen Worten 1)51 c /eiturgcudting vor. In der Tat: im Norden des l,!n:i,s «malm m e!m.11!׳ lag S׳edlungen gegründet. 111 Jerusalem -tunu״׳ sich schon drei Monate lang die Vertrcti r v< :1 SD <»mi Juden über die Besetzung ihrer Ehren.untri. Die Zeit d r, 1 ׳:'. Die /er>[ü1!n1׳ ti W <> 11 1 I a h 1 t s p f I e g e muß vereinhcithUu w etdea, 11:11־ Aufgahe, die sich Iran Szold gesetzt hat, Wed!Inn lu-lie! igai! Waad hakehillah das notige Vertrauen t־׳hl!e, war uielit daran zu denken, die Wohifahrt.spt'hem In ״•:!icn I landen zu zentralisieret!. Schon im Jahre!')10 Petz;0* ״nti-iik) wurilen in Jerusalem für soziale und kulturHle imiische 7weekc, abgesehen von Universität mul natiomdm l1!״־us, d .|(,0!0ן jaiirl ich ausgegeben, mehr als das I hindert!',ache dr! heutige״ Steuercingange der keinuzu. 1)1; -e imditr bemüht sein, einen großen Ted <h :• ( 1;!.:< ז :■! da;׳ \d־! waitung zu!׳״kommen. Die bisher \m! der KVbida 11 11 ir -o/taie Zneake autgehraehteii £ 420 im Jahr s!!1d bei u׳ r 11.1;׳s, h! •»den N1״ ohne Bedeutung, und wenn Frau S/old je!/t d 8011 monatlich vom Waad hakehillah foidert, >1 ״-t U:ltuaig. \1׳״ den 18 000 Kindern im schulpflichtigen Alter i-t dar' vierte Teil ohne jeden Unterricht. Nach den geset/',i. hen Bestimmungen hat sieh der Waad hakehillah mit dem 1״, ׳ / j e 11 11!1 g s w e s e n zu befassen. Aber auelt auf allen anderen Gebieten liegt die Arbeit brach. In Wirklichkeit existiert die Kehillah kaum noch, sie muß erst neu g c׳ s e 11 a f!' e 11 werden. Erst wenn das geschehen ist, wird eine Gemeindefreudigkeit entstehen, die sich in jeder Weise he zahlt machen wird. Wenn auch die Verhandlungen des Waail hakehillah noch immer in geschlosserten Sitzungen stattfindeii, so steht er von jetzt ab dank der Tätigkeit der UDO unter der Kontrolle der Oeffcntlichkeit. Sie kamt nicht ohne Wirkung bleiben. Der Waad I.eumi wirs einen gegen die Wahlen von einer!hart ei eingelegten Protest ohne Begründung zurück wie er auch billigte, daß bei einem Teil der Wähler das Wahlrecht von der Stetierlei.-tiing abhängig gemacht wurde, obwohl das Gesetz keinen 7;׳n.w1s kennt. Daß der W'aad Lcunti sieh bei -einer F'iit-ekeidting von andern als Rechtsgründen hat hüten l.o-cn, bedeutet;״ne I iselrun, ning des Rcchtshcwulitsein. lim in \w.;len kkamai hi dauert wird. 11 a r r v 1ין ׳ s t e i n Die Sitzung des Kleinen A-C Die Stt/ung de- Kiemen Aktion—< (onutes wurde in An- Wesenheit von 1 >r. W e! z m a!1 n e!״!t!u׳t. i; s s 1 s c h k 1 tt führte den \'.״r-,tz. Am dr! Tkigr-malnung stand die Haltung der Je« •-h Am am m .׳1 ״ Pm׳ I eilung-kotnmission. Nach einer An-pm.!;;־\ ׳r! >, ״; ruf inmmm da Diskussion. Dte Sit/!!*!;׳- fand :׳ibmidna,11 lang. 11 D!-ku--mm'׳n, an denen 1 —w; 1׳km ::ml \״t׳;t;r dm \a r-,!1:<ח־1;!י;[;י Gruppen teilnuhmen, dum: Ahhiuß. i w 1 >.-ku-,1׳׳n wurde von Ben (in!״;!׳! .!b״1:1 -■•״--;:;, dm;m Nameii der B\ekufixe sprach. Dm b 1! ׳ :; t!׳ mit einer Gegen-- Stimme die I ’ o 1! t k der 1 v e k 11 t 1 \111 1 ׳ be/tig auf die Feiluitg-Kmm!:־-״me I -; 1 pol;*׳-; i׳״- B v r :1 t 11 11 g e k o - mite e u u! de zui 1 'ntw -tut/uug dm Exekutiv e ernannt, das aus Rabb. M. Berlin, PsMschkin, Herl Ka/neison, Remcz, Supraskv und Z.mhox it/kv he-teht. Am Ende der Sitzung teilte Ben Gurion mit, daß sowohl .,Jasager“ wie ,,Neinsager“ vor der l'tdmigskninini-sio:; aus.-agen werden. Von der Woche Mohammed Hassan aus dem Dorf Arraba, der vom Militärgericht wegen Schießens auf Truppen zum Tode verurteilt wurde, ist im Gefängnis von Akko hingerichtet worden. Eine arabische Bande verübte einen Angriff auf die jüdische Siedlung N i r David im Beisan-Ocbiet. Ghaffirirn verteidigten die Siedlung und nahmen drei Araber gefangen. Achmed AI Scheiklt, ein arabischer Notabel aus Dschenin, wurde von Terroristen ermordet und sein Bruder schwer verwundet. Zwei Araber wurden in der Nähe des Postamtes in Akko angeschossen und schwer verwundet. In^ einem Holzlagerhaus in Tel Aviv hrach Feuer aus, das 15 Hütten vollkommen zerstörte. Der Schaden wird auf ungefähr £ 10 000 geschätzt. Die arabische Feuerwehr von Jaffa kam der Tel Avivcr Feuerwehr beim Löschen des Brandes zu Hilfe, Im ganzen Lande wurde lag b’Omer gefeiert, l'cber 400 Studenten begaben sich zum Scopus, wo Dr. Magnes und Dr. Hugo Bergmann von der Hebräischen Universität und Ussischkm Anspiacheu hielten. Kurse palästinensischer Wertpapiere. Am 17. Mai 1038 hatten dm wichtigsten palästinensischen Wertpapiere in Tel Aviv folgende Kurse: Allgemeine Hypothekenbank 5 ״oige Pfandbriefe 1038,05 ö'-Hge Pfandbriefe 1034-54 1015/, 6 böige kiim. Vorzugsaktien 10/« ,, gewöhnliche Inhaberaktien 1083/4» P• L, D. (,, gewöhnliche Inhaberaktien ICK»®/«, 6 »oige kum. Vorzugsaktien 107« ,, Keren Kajcmeth l.ejisrael''2! ״« ־ige Pfandbrefe 75, Biz.ur Lid. f) »,ige Pfandbriefe 08 .. Nir Ltd. 4 «tiige Pfandbriefe 1037,51 8,3' s. (Mitgcteilt von der Ellern’s Bank Ltd., Tel Aviv.) Eine Bank-Bilanz Die Anglo Palestine Bank im Jahre 1937 Stabilität und Elastizität sind die hervorstechenden Merkmale der Bilanz, welche die Anglo Palestine Bank für das Geschäftsjahr 1037 vorlegt. Der Reingewinn ist mit L'P 107 000 sogar etwas größer als im Vorjahr. Die geringfügige Reduktion der Stammaktiendividende von 10,6 auf 10 »0 erfolgt zugunsten erhöhter Zuweisungen an die Rücklagen. Unter Aufrechtcrhaltung einer hohen Liquidität konnte die Rank ihre Tätigkeit auf verschiedenen Gebieten der Wirtschaftsfinanzierung weitcrcntwickeln, obwohl auch bei ihr — wie im Oesamtdurchschnitt des palästinensischen Bankgewerbes — die Depositcneinlagcn der Kundschaft zurückgegangen sind. Teilweise beruht der Depositcnrückgang darauf, daß die Bank durch Beratung von Einlegern und durch technische Hilfe die Anlage von Depositengeldern in palästinensischen Wertpapieren gefördert hat. Depo*lt*nelnlagen, Kapitalimport und Effektenabsatz Auf der Passivseite ist das Kreditorenkonto um fast £P 600 000 auf 6,84 Millionen, also um rund 8 »0, zurückgegangen. Die APB als größte Depositenbank des Landes trug natürlich auch den grollten Anteil am Gesamtrückgang aller palästinensischen Bankdepositen, der 1037 cingetreten ist. Ganz allgemein wird der Stand der Bankdepositen in Palästina entscheidend vom Umfang des jüdischen Kapitalimports beeinflußt. Ein Teil des importierten Kapitals wartet zunächst in Form von Bankdepositen auf geeignete Anlagemöglichkeiten. Auch im letzten Jahr sind erhebliche Bankdepositen in Investitionen umgcw'andelt worden — wenn auch mehr auf dem Wege des Effcktenkaufs als auf dem der Gründungstätigkeit. Der sonstige Inhalt des Kreditorenkontos Das Depositenkonto umlaßt aber keineswegs nur Einlagen der Kundschaft. Allein 0,44 Millionen entfallen auf Guthaben der Tochtergesellschaften beim Mutterinstitut. Aber auch in dem größeren Unterabschnitt von 6,40 Millionen, dessen Hauptanteil auf wirkliche Kuudendepositen entfällt, sind noch andere Konten enthalten. So ist hier der gesamte Reingewinn verbucht, soweit er nicht schon vor dein Bilanz- Stichtag in Form der 4 igen Interimsdividende auf die beiden Kategorien der Stammaktien ausgeschüttet worden ist, sowie auch die Rücklage für die britische Einkommens- und Verteidigungssteuer, welche die Bank bzw. ihre Aktioitäre als eine in London eingetragene Gesellschaft britischen Rechtes zu zahlen haben. Schließlich aber stecken in diesen! Konto and) stille Reserven. Allein in diesem Jahre sind de» hier verbuchten Sonden ücklage für unvorhergesehene Fälle CP 25 000 aus dem Reingewinn zugewiesen worden, im Vorjahr CP 20 000. Die Liquidität Den erhöhten Anteil der Tochtergesellschaften lind der Rückstellungen wird man auch bei Berechnung der Liqttidität berücksichtigen müssen. Den gesamten ״Kreditoren“, die sielt einschließlich der Weehselverhindlichkcitcn und des Depositenkontos auf CP 7,02 Milk gegen 7,63 Milt, im Vorjahr belaufen, stehen CP 3,22 Ml!!, in flüssigen Mitteln erster Ordnung gegenüber; im Vorjahr waren es £P 4,55 Millionen. Der Rückgang entfällt beinahe restlos auf den in britischen Staatspanieren angelegten Teil der Liquiditätsreservc; ein Teil dieser im Ausland angelegten Mittel wurde ins Fand zurückgerufen und der Finanzierung der Wirtschaft nutzbar gemacht. Die Deckung der gesamten Kreditoren durch flüssige Mittel erster Ordnung betnigt also 46 »0. Das bedeutet zwar einen Rückgang gegenüber der abnorm hohen vorjährigen I.iquiditätsquote von 58 <«, aber noch immer eine sehr hohe Liquidität. Würde man außerdem die Rücklagen sowie die Konten der Tochtergesellschaften ttsw. ausschaltcn und die Liquiditätsberechnung auf die wirklichen Einlagen der Kundscltaft beschränken, so käme man zu dem Ergebnis, daß mehr als die Hälfte der echten Depositen in flüssigen Mitteln erster Ordnung bereitliegt. Für die kurzfristigen Einlagen allein, deren Anteil auch bei der APB gesunken sein dürfte, ergibt sich eine wesentlich höhere Liquidität. Barmittel und Bankguthaben blichen auf dem Stand von mehr als einer Million CP. Vermindert haben sich diejenigen liquiden Mittel, die in britischen Staatspapieren oder staatlich garantierten Werten angelegt worden sind. Aus verschiedenen Gründen pflegt die Bank die besortderhohen Liquiditätsreserven, 7u deren Unterhaltung sie sich verpflichtet fühlt, in dieser Form an/ulegen. Einmal erstrebt sic damit einen besseren Risikoausgieich; übrigens wurden diese Papiere in der Bilanz unter dem Börsenkurs cingesetzt. Vor allem aber ist diese Anlagcform die einzige Mög* lichkeit, so beträchtliche Mittel ohne allzu großen Zins• Verlust liquide zu halten. Die in Europa und Amerika be• stehende Möglichkeit, flüssige Mittel in rediskontfähigen ■Wechseln anzulegcn, kommt für palästinensische Banken nicht in Frage. Denn Palästina hat keine Notenbank, also auch keine gesicherte Rediskontmöglichkeit. Obwohl man annehmen darf, daß die Bank nur gute Wechsel diskontiert, kann man daher das Wechselportefeuille, das auf der Aktivseite mit CP 682 000 erscheint, nur den flüssigen Mitteln zweiter Ordnung zurechnen. Die Kreditpolitik Drei Faktoren ermöglichten es der Bank, auf dem Wege einer vorsichtigen Krcaitcxpansion weiterzugehen: Einmal die Erfahrung, daß der Depositenbestand auch in bewegten Zeiten eine weitgehende Stabilität zeigt, ferner der hohe Bestand an Rücklagen und flüssigen Mitteln und schließlich die 1936 vorgenommene Stärkung des Eigenkapitals — eingezahltes Aktienkapital und offene Reserve — um £P 388 000 auf 1,08 Millionen, welche die Kreditpolitik der Bank bis zu einem gewissen Grade von den jeweiligen Schwankungen des Depositenbestandes unabhängig machte. Die gemischte Landwirtschaft mit ihren (ienossenschaften Handel und lndustrie sowie namentlich die Zitruswirtschaft traten mit erhöhten Kreditansprüchen auf. Den sichtbarsten Niederschlag findet die Expansion in der Zunahme der Ausleihungen an die Kundschaft tun £P 0,4 auf 3,01 Mill. Der Bilanzstichtag, der 31. Dezemher, stellt eine Saisonspitze in dem diesmal besonders großen Kreditbedarf der Zitruswirtschaft dar; in dieser Zeit beginnen Erntearbeit und Versand, und die dafür erforderliehen Kredite sind schon vorher ausbezahlt worden. Die Bank hat auch unter Bürgschaft bzw. Mitwirkung des Keren liajessod und der Bank Letaassia industrielle Ueberbriickungs- und Reorganisationskredite gewährt; im Rahmen des Ge- Samtgeschäftes fallen diese Summen aber nicht sehr ins Gewicht, wenngleich sie für manche Produktionszweige von entscheidender Bedeutung waren. Auch die Wirtschaftskredite in Form des Wechseldiskonts erhöhten sich um rund £P 150 000 auf 682 000. Ein weiteres wesentliches Gebiet der wirtschaftlichen Aktivität ist die K o n z c r 11 f i 11 a n z. i e r tt n g. Die Investitionen der Bank hei ihren Tochtergesellschaften stiegen um rund £P 150000 auf 374000. Das Emissfonsgeschäft Der weitaus größte Teil dieses Postens entfällt auf Aktien und marktgängige Obligationen der Gesellschaften, die der APB nalicstehen. Im Wesentlichen dürfte es sich um Aktien und Pfandbriefe der General Mortgage Bank handeln, deren Emissionen von der Bank placiert werden. Insoweit sind diese Posten nicht in vollem Umfang als Dauerinvcsti» tionen der Bank anzusehen, sondern als eine Art Durchgangsposten, der sich freilich immer wieder erneuert. Im letzten Jahr wurden annähernd CP 400 000 neue Pfandbriefe abgesetzt und aucit im neuen Jahr hat sich der Absatz günstig weiterentwickelt. Aber auch andere Unternehmungen, die nicht eigentlich zum Konzern der APB gehören, hat die Bank durch Uebernähme lind Placierung von Wertpapieren bei der Kapital- und Kreditbeschaffung'unterstützt. In der Bilanz findet oieser Geschäftszweig einen gewissen Niederschlag in dem Konto der ״sonstigen'* Investierungen, der sich auf mehr als eine halbe Million CP erhöht hat. Er enthält ausschließlich Wertpapiere palästinensischer Unternehmungen, welche die Bank entweder als Daueranlage besitzt, oder für die sie, teilweise in Konsortialgemeinsdiaft mit anderen Battkfirmcn, den Absatz, und die Marktpflege übernommen hat. Als ein Beispiel von mehreren diene die Bizzur, Fiminzicrimgsgcsellschaft für öffent• liehe Arbeiten, eine Gründung des Keren Majcssod und des Arbeitsbeschaffungsfonds der Histadruth; ihre Obligationen wurden vom Zeitpunkt der Gründling an in erheblichem Umfang von der APB übernommen lind placiert. Arbeiten ״außerhalb der Bilanz“ Die Tätigkeit der Bank auf dein Gebiete der Effekten• emissionen beschränkt sich nicht auf die in der Bilanz sichtbaren Transaktionen. Seit der unter Führung der APB erfolgten Gründung des ״Securities Clearing House“, einer Art Börse, hat die Bank unablässig an der Verfeinerung und Erweiterung des Effektenvcrkchrs gearbeitet und na mentlieh darauf hingewirkt, die Zusammenarbeit zwischen den ver• schiedenen daran interessierten Firmen zu vertiefen. Im Zu• sammenhang mit der zunehmenden Bedeutung der Industrie im Auf hau der Gesamtwirtschaft hat auch die Industrie• abteilung der Batik ihre Tätigkeit erweitert. Sic bemüht sich, nicht nur als Kreditv^rteilungsstcllc zu wirken, sondern durch planmäßige Industnepolitik Ordnung in das Wachs• tum ztt bringen. Es werden betriebswirtschaftliche und Bran• chcn-Untcrsuchungen an!gestellt, die schon mehrfach die Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Werken eines Industriezweiges geboten haben, Auch dein Institut zur Förderung des Industrieexports gehört die Bank, neben Jewish Agency und Industricllenvcrhand, als Mitglied an. Schließlich werden auch die im Gang befind• liehen Reformbcstrebungcn der Zitruswirtschaft von der Bank nach Möglichkeit unterstützt. Die Zunahme des auf beiden Seiten der Bilanz crschei• ttenden Kontos der ״Garantien und Indossamente“ läßt er• kennen, daß sich das Akkreditivgeschäft, das im Außen■ handei Palästinas eine wichtige Rolle spielt, wieder mehr ah zuvor hei der APB konzentriert hat. Das Gesamtergebnis Abgesehen von all diesen mittelbaren Beiträgen zur Wirtschaftsfinanzierung stiegen die unmittelbaren Wirtscliaftäfinanzierungcn durch die Bank um rund 3,4 Mill, £P auf rund 41,. Mill. CP, das ist mehr als in irgendeinen! früheren Jahr. Dabei wurde eine hohe Liquidität aufrechterhalten und das Reservenpolster weiter verstärkt. Neben den erwähnten stillen Reserven besteht eine offene Reserve von 25״« des eingczablten Kapitals, und das Verhältnis von eigenen zu fremden Mitteln ist wie 1:7, eine für europäische Maßstäbe recht günstige Relation. Wenn trotz der Mehrbelastung des Spesenapparates durch kleine und kleinste Transaktionen nach Vornahme aller Abschreibungen ein e r!1 ö h ter R e i 11 g c w i n n ausgewiesett werden kann, so wird man in erster Linie zwei Umstände zur Erklärung heranzichen können: Der Anteil des ruhenden Kapitals war kleiner und des arbeitenden Kapitals größer als im Vorjahr, und auch das Effektengeschäft dürfte sich immer mehr zu einer nennenswerten Einnahmequelle entwickeln. Auf neue Rechnung wird wieder ein Betrag von etwa £P 10 000 vorgetragen. Kunst und Kultur Als 10. Konzert dieser Saison arrangierte das Museum Tel Aviv einen Abend für Harfenmusik und Quartett unter Mitwirkung der Budapester Harfenistin Klara Szarvas• Pataki, die eigens zu den Toscanitti- und Sargent-Konzerten nach Palästina berufen wurde. Die hervorragende Technik der Künstlerin, die Tonwärme und -reinheit, die sie auf ihrem schönen Instrument erzielt, trugen ihr lang anhaltenden Beifall ein. Gleichfalls stark akklamiert wurden die übrigen Mitwirkenden Lorand Fenyves, Mark Rak (Violine), Alice Fenyves (Viola), Dr, Laslo Vincze (Cello), Salotno Engelsmann (Flöte). Das Programm brachte Haendel, Beethoven und Schubert. Ignaz Friedman gab im ״Obel Schein“ mit großem Erfolg einen Klavierabend. Der als Chopin-Interpret ganz besonders berühmte Virtuose spielte fünf Stücke dieses Komponisten und mit ebenso brillanter Technik Schumanns ״Cartieval, opus 9“. Mozart, Gluck, Hummel, Bach vervollständigten das Programm. Die jemenitische Sängerin Braclia Z f i r a ist nach mehr als einjährigem Aufenthalt in Amerika, wo sic zahlreiche Gastspiele absolvierte, nach Erez Israel zurückgekehrt und wurde vom Tel Aviver Publikum im dichtgefüllten ״Mograbi*' lebhaft gefeiert. Nachum Nardi, der für die Kom- Positionen bzw. musikalischen Bearbeitungen der Volksmelodien verantwortlich zeichnet, bewährte sieh als einfühlsamer Begleiter am Flügel. In den Jascha Heifcz-Saal lud das neu gegründete Puppentheater ״Mukion“, dessen Leiter Dow und Schoschanah Olb e rg während eines Jahres in Paris studiert und dort erfolgreich debütiert haben. Das Bühnenbild mit gut abgestitnmter Beleuchtung, die bezaubernden Kostüme, die winzigen Requisiten und nicht zuletzt die Puppen seihst sind so vollendet hergestellt, daß der Eindruck wirklichen Theaters — en miniature — erzielt wird. Zur Aufführung gelangten ״David und Goliath“ und die ״Prinzessin auf der Erbse", bearbeitet von Lea G 0 l d b e r g. Im Rahmen der Kulturveranstaltungen der ״Ichtid Schiwath Zion“-Gemeinde hielt — nach einführenden Worten von Dr. Wolff Salomon — Dr. Leo Schocken vor mehreren hundert Zuhörern unter dem Titel ״Der Kampf um eine Idee“ einen überaus interessanten Vortrag. M. G. (Schluß des Palästina• Teils)