Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 41 (24.5.1938)
- Date
- 1938-05-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 41, 24. V. 1938 Land in Vergangenheit oder Gegenwart bekannt, in dem die Ausfuhr nur 281 ■> ,,/o der Einfuhr erreichte, wie wir e§ für den Durchschnitt der letzten sechs Jahre hier festzustellen haben. 2. Freilich hat sich dieses krasse Mißverhältnis im Laufe der Beobaditungsjahre 1»32 bis 1937 etwas gemildert. Und wenn unsere gewagte Vorschätzung für 1938 der Wahrheit nahekommen sollte, so würde diese Milderung im Defizit der Handelsbilanz zur Zeit anhalten. Aber auch heute noch ist die Diskrepanz zwischen Ein- und Ausfuhr groß genug. 3. Für diese allmähliche Annäherung von Export und Import ist die Steigerung der Landesausfuhr etwas stärker verantwortlich als die geringere Zunahme in der Einfuhr; denn von 1933 bis 1937 stieg der Export um UW 0;״, der Import ״nur‘‘ um 44 r0׳ — und wenn unsere Annahme für 1938 richtig sein sollte, würde sicii sogar das Ansteigen auf 141 ״־׳ gegenüber nur 26' , stellen. Das ist deshalb wesentlich, weil die Frage einer A11-.fuhrste׳"en!ng für das Land viel wichtiger ist als das Problem der Einfuhrregulierung. 4. Schließlich noch ein Wort zu un-eren ״P rophe- 7 e i 11 11 ״ e n“ für 1938. Prophezeien i-4 ein gefährliches Handwerk — doppelt gefährlich für die nahe Zukunft; denn da kann man noch zu Lebzeiten Lügen gestraft werden. Wir haben aber im vorliegenden Falle diese große Unvorsichtigkeit bewußt begangen, um drastisch die äugenblickltche Tendenz zu zeigen, falls nichts Unerwartetes eintreten würde in bezug auf Konjunktur, Einwanderung, Witterung und politische Ereignisse — die vier Hauptterminanten für den Außenhandel. Unter der Voraussetzung normaler Weiterentwicklung aber muß im laufenden Jahre eine weitere Annäherung der beiden Kurven eintreten; denn der Export gellt namentlich infolge der rasch wachsenden Zitrusernte und der anfsteigenden Produktion am Toten Meer in die Höhe, während der Import, vor allem infolge der Depression, der anhaltenden Eiinvandcrungsbesrbrünkungen, vielleicht aber auG! d!11;1!׳ eine Steigerung der heimischen Produktion (was noch zu belegen ist), sinkt. Soweit die Tatsachen. Diese hinwii dertnn legen verschieden(* Fragen 11 ahe: Wie hat Palästina bisher (fas Defizit in seiner Handelsbilanz gedeckt'!׳ Etwa durch wachsende \'c 11 ו1י:יי. ז!! lu n gg > Der weitaus größte Teil war Kapitalimport der I inwanderer, dann folgen zu ziemlich gleichen Teilen die Spenden und Unterstützungen, die keines- Wegs nur jüihsDien Duellen entspringen, und die Kapitalanlngen von Ausländern. Dabei muß man scharf unterscheiden zwischen (>,■!riehen, wie sie etwa von Banken und Versicherung-gcNciD: lüften! 1 i*.־ther gelegt worden sind und die eines Tages zu■ nrkhrzaldt werden müssen und (vor allem jüdische) Ka n;nli!m׳d:ti<>ncn, die keinen Rechtsanspruch auf Riick zahhmg in sieh schließen, wie Bodenkaufe, Erwerb pahisti n ׳• n-! h or Aktien /.. B. durch Südafrika und die Xäwingten Staaten. Hier handelt es sich übrigens zum Teil!1111 Kapitalien, die vermutlich ihren Besitzern nach Palästina vor.׳!־!«gegangen sind. Defizit im palästinensischen Außenhandel und dessen Deckung 1932—1937 (Schätzung) Defizit ' ca. 59 Milk £P Kapitalnettoimport von Einwanderern Ausländische Dauerbeteiligungen, namentlich von Juden und jüdischen Institutionen Rückzahlbare Darlehen (Anleihen von Ranken, Versicherungen, Privaten, Regierung) Spenden (jüdische und nichtjüdische) Touristenverkehr (netto) _ 33 Milk £P 7—8 Milk £P 8 Mill. £P 8 Mill. £P 1 Mill. £P ztis. ca. 58 Mill. £P Demgegenüber schätzt man die Kapitalinvestitionen von Palästinensern im Ausland auf 17,5—20 Mill. £P. Wir wiederholen, dal! diese Zahlen auf Schätzungen beruhen, von denen die letzte Ziffer für die Kapitalinvestitionen im Ausland aus mannigfachen Gründen am problematischsten ist; denn wir kennen in dieser Beziehung nur die Reserven der Mandafsregicrung in London (einschließlich Währung«- reserve und die Guthaben der Banken), dagegen sind wir z. B. in bezug auf den zweifellos bedeutenden Effektenbesitz der Palästinenser auf ziemlich vage Vermutungen angewiesen. Immerhin: der zunächst äußerst bedenkliche Eindruck unseres Handelsbilanz-Defizits wird erheblich gemildert; denn es ist offenbar nicht oder wenig durch eine Versehuldüng erkauft worden, ja, noch mehr: So außerordentlich überraschend es klingt — Palästina scheint in den Jahren der schärfsten Passivität seiner Handelsbilanz nicht etwa zum Schuldneriand, sondern per Saldo zum Gläubigerland geworden zu sein. So verblüffend und beruhigend das fraglos ist, so Ist damit keineswegs das Problem des einzigartigen Importtiber- Schusses gelöst. Gewiß, die große Passivität beruht zu einem erheblichen Teil auf dem ,.Einwanclerergut“ der Alijah. Ja, man kann mit Recht darauf Hinweisen, daß jedes neue Land in der Zeit seines Aufbans zunächst Güter vom Ausland beziehen muß, bevor es in das Produktionsstadium kommt. Palästina unterscheidet sich in dieser Beziehung sogar darum vorteilhaft von anderen Neuländern, weil die nötigen Kapitalien in weitgehendem Maße von den Ein- Wanderern niitgebrarht wurden, während anderswo (Amerika, Australien, Südafrika) diese Kapitalien in der Hauptsache geborgt werden mußten. Alles das ist wahr — aber es bleibt doch ein ernster Zweifel: Zugegeben, die Einwanderer bringen Kapitalien mit sich, die den Einfuhrüberschuß in weitgehendem Maße decken» so muß man erst die Natur des Imports untersuchen״ Besteht er in der Hauptsache aus Konsnnigiitern, so essen sich diese Einwanderer im wirklichen Sinne allmählich auf. Eingehende Untersuchungen in dem soeben von David Horowitz und Rita!linden erschienenen Werk ,.Economic Survey of Palestine“ berechtigen wohl zu der Annahme, daß ein rundes Drittel des Imports auf unleugbare Produktions guter entfällt, die knappe Hälfte auf offensichtliche Konsumgüter und der Rest auf Rohmaterialien. Das würde also bedeuten, daß die Einfuhr von Konsumgutem ungefähr zu 79—80 «!, durch die Ausfuhr gedeckt wird. Man kann dieses Ergebnis nicht ohne weiteres eindeutig günstig oder ungünstig nennen. Wenn nämlich dieser erhebliche Import von Konsumgutem nur vorübergehend ist, wenn er nur so lange andauert, bis das Land dank der importierten Produktionsmittel sich ln zunehmendem Maße selbst ernähren und kleiden kann, so ist das Urteil anders, als wenn eine solche Aussicht nicht besteht. Theoretisch könnte man sich beispielsweise verstellen, daß Zehntausende damit beschäftigt sind, Gebäude zum Wohnen und Fabriken zum Produzieren zu erbauen und daß sie während dieses Aufbau« keine Zeit zur agrarischen Erzeugung oder zur Fabrikarbeit haben. Für diese Annahme könnte man sogar Beispiele aus der Praxis anführen: Wenn in den letzten Jahren Tausende von Kibbuzmitgliedem auf Außenarbeit im städtischen Baugewerbe, im Fuhrgewerbe oder am Toten Meer beim Ausbau des Südwerkes beschäftigt Palästina-Kongreß in Buenos Aires Von unserem Berichterstatter Buenos Aires, 14. Mai Der gegenwärtig im Auftrag der Jewish Agency und des Hauptbüros des Keren Hajessod in Südamerika weilende Delegierte Dr. A. Mibashan ergriff die Initiative zur Einberufung des ersten süd amerikanischen Pro- Palästina-Kongresses, der vom 8. bis 10. Mai in Buenos Aires tagte. Den Auftakt dieser Tagung bildete eine der imposantesten jüdischen Versammlungen, die Buenos Aires je gesehen: Im ״Gran Cine Monumental“, das über 2000 Personen faßt, wurde am 8. Mai der Kongreß feierlieh eröffnet. Eine gewaltige Menschenmasse, die weit über die Fassungskraft des Riesensaals ging, nahm an dieser großartigen Kundgebung für den Aufbau Palästinas teil. Nach Anhören der argentinischen und hebräischen Hymnen eröffnete Dr. W. Nijensohn, Präsident der zionistischen Föderation Argentiniens, den Kongreß, zuerst in Hebräisch, dann in der Landessprache; ihm folgte der Präsident der ,,Jewish Agency, seecion argentina“, Ezra Teubal, der zugleich mit Jacobo Sasslawski und Nathan Gesang zu Ehrenpräsidenten des Kongresses proklamiert wurde. Hierauf wurde von Dr. Mibashan ein Begrüßungstelegramm von Dr. Weizniann vorgclcscn. Es sprachen noch S. R a b i n o w i t s c h, Direktor des Keren Hajessod in Argentinien, sowie M. Regalski. Zum Schluß sprach Dr. Mibashan, der die anwesenden Delegierten und das Publikum im Namen der zentralen zionistischen Instanzen begrüßte. Diesem Eröffnungsakt folgten die geschäftlichen Sitzunen des Kongresses, die in der Hauptsache folgende Prolerne behandelten: Vereinheitlichung der Arbeitsmethoden für den KH; ökonomische Verbindungen zwischen Erez Israel und den südamerikanischen Republiken; Zionismus und die Gola; Hebräisch und jüdische Erziehung in der südamerikanischen Diaspora; Hilfe und Wiederaufbau usw. Interessante Referate wurden von Dr. Mibashan (über wirtschaftliche Beziehungen zwischen Palästina und Südamerika)! S. Rabinowitsch (Der KH in Argentinien), Dr. Filer Hu• gend und wir), Kostrinski (Gegenwartsarbeit und der Pa• lastinagedanke), J. Epstein (Der KKL und wir), Jos6 Kamji (Die Sefardim und der Aufbau Erez. Israels) gehalten. Es arbeiteten eine Reihe von Kommissionen, die den wichtigen, zur Debatte stehenden Fragen Resolutionen vor• bereiteten. Nach zweieinhalbtägigen Debatten wurde der Kongreß, mit Ansprachen von Dr. Mibashan, Dr. Nijensohn, Rabinowitsch, Reaalski und Teubal, sowie einem Segens• Spruch des Rabbiners Alg.rzi aus Montevideo unter Absingmig der Hatikwah geschlossen. Der Kongreß wurde von 238 Delegierten beschickt, die 127 zionistische und nationaljüdische Körperschaften aus Argentinien, Brasilien, Chile, Uruguay und Venezuela ver• traten. Während des Kongresses wurde eine sehr eindrucksvolle, speziell zu diesem Zweck vom KH-Hauptbüro herübergeschickte graphische und Bilder-ÄusStellung über den Fortschritt im Aufbau Palästinas gezeigt. Gleichzeitig mit dem südamerikanischen Kongreß fand in den Räumen der zionistischen Föderation Argentiniens eine Konferenz der allgemeinen Zionisten dieses Landes statt, welche sich mit verschiedenen organisatorischen und ideologischen Fragen befaßte. Abu-Noeml Die Auswanderangssituation. ixt Wien Von unserem Berichterstatter J.R., Wien, 18. Mai Der Andrang zu den zwei zentralen jüdischen Auswanderungsstellen der Kultusgemeinde und des Palästina- Amtes hält in unvermindertem Maße an. In den ersten zehn Tagen sind von der Auswanderungsabteilung der Jüdischen Gemeinde insgesamt 40 000 Auswanderung!• frage bogen zur Ausgabe gelangt. 20 000 Personen haben bereits diese Bogen abgeliefert und sind von der Gemeinde für die Auswanderung registriert worden. Die Zahl der aus Wien in jüngster Zeit ausgewanderten Juden wird auf 2000 geschätzt. Die Auswanderungsabteilung der Gemeinde hofft, in Kurzem einem größeren Personenkreis die Auswanderungsmöglichkeit geben zu können. Das Wiener Palästina-Amt hat seit dem 9. Mai, dem Tage der Wiederaufnahme des Parteienverkehrs, 5(300 Fragebogen ausgegeben. Bis zum 17. Mai haben 2341 Personen diese Bogen eingereicht; da ein Fragebogen auch m e h - rere Familienmitglieder umfaßt, ergab dies eine Zahl von 4925 Personen. Hierzu kommen noch etwa 1200 Anmeldungen für die J u g e n d ־ A 1 i j a h und eine nicht unbeträchtliche Zahl für die Schüler- und Studenten- Zertifikate. Insbesondere hat die Bereitwilligkeit der hebräischen Universität, für Studenten eine Anzahl von Studentenzertifikaten zur Verfügung zu stellen, sehr viele Studenten zur Anmeldung für diese Alijah veranlaßt. Täglich häufen sich beim zuständigen Ressort des Palästina-Amtes diese Anmeldungen. Auch die Nachricht von der Ausdehnung der Schüler- und Jugend-Ali j ah auf Oesterreich hat sehr viele Eltern bewogen, ihre schulpflichtigen Kinder in palästinensischen Lehranstalten unterzubringen. Das Interesse der jüdischen Elternschaft Wiens für diese Unterbringungsmöglicnkeiten ihrer Kinder ist auch in jenen Kreisen zu registrieren, die bisher dem Zionismus gänzlich ferngestanden sind. Die Auswanderungsabteilung der Wiener Kultusgemeinde macht in einer Mitteilung auf die Häufung von Fällen aufmerksam, in denen Durchwanderer aus Oesterreich an der holländischen, belgischen oder französischen Grenze zurückgewiesen werden, weil die Betreffenden entweder nicht die nötigen Ausweispapiere oder das für die Einreise in die genannten Linder erforderliche Visum nicht besitzen. In manchen Fällen erfolgte die vorübergehende Festnahme dieser Leute. Die Kultusgemeinde macht daher alle Auswanderer nachdrücklich darauf aufmerksam, daß Personen, die nicht im Besitze von Pässen mit Ausreisevermerken lind Unbedenklichkeitsbescheinigungen sind, die Ahreise aus Wien bzw. Oesterreich unterlassen sollen, da nicht nur eine Ueberschreitung der Grenzen ins Ausland, sondern auch eine Unterstützung durch die bestehenden Wanderfürsorgestellen ausgeschlossen erscheint. Jüdische Schalen Das Chajes-Realgymnaslum, das einen Schülerzuwachs von 160 Schülern aufweist, hat in der letzten Woche etwa 100 Neuanmeldungen für die erste Klasse des kommenden Schuljahres zu verzeichnen. Mit Rücksicht darauf, daß das neue Schuljahr erst in einigen Monaten beginnt, ist mit einer weit größeren Anzahl neu eintreten der Schüler nodh zu rechnen. Die Schulleitung Ist selbstverwaren, so haben sie unbewußt Ihre eigene Wirtschaft vernachlässige um das notwendige Kapital tür den Aufbau ihrer Siedlungen zu verdienen. In einem späteren Zeitpunkt der Entwicklung, der heute z. T. schon erreicht ist, haben sie Zeit und manchmal auch Geld zu dem früher vernachlässigten Aufbau ihrer Eigenproduktion oder aber sie arbeiten heute bereits in den Fabriken statt an den Fabrik«! (Potash, Nesher usw.). Eine vorläufige Zusammenfassung berechtigt wohl zu folgendem Zwischenergebnis: Die äußerst passive Handelsbilanz Palästinas braucht deshalb noch nicht eindeutig ungünstig gedeutet zu werden, weil sie In weitgehendem Maße eine unvermeidliche Folge der an und für sich wünschenswerter Kapitaleinfuhr der Immigranten ist, well sie offensichtlich sehr erheblich zum Aufbau des Landes unerllßlich war und weil sie weit weniger als in anderen neuen Ländern mit Schuldverpflichtungen verknüpft war. Die entscheidende Frage ist, ob dieser anormale Zustand allmählich sich ändern wird, d.h. ob die Ausfuhr gesteigert, besonders aber die Einfuhr reduziert werden kann durch entsprechende Produktionssteigerung und nicht auf Kosten des ohnehin bescheidenen, zum Teil ungenügenden Lebens- Standards und ohne Aufzehrung der vorhandenen Reserven. Eine Antwort auf diese entscheidenden Fragen soll später versucht werden, ständlich nach wie vor bemüht, den Bedürfnissen der erhöhten Schülerfrequenz in jeder Beziehung zu entsprechen. Auch in der jüdischen Volksschule der Wiener Kultusgemeinde in der Castellezgasse, dem früheren Sitz des Chajes-Realgymnasiums, haben die Einschreibungen in alle vier Klassen für das Schuljahr 1938/39 bereits begonnen. Mit Ausnahme der seit 75 Jahren bestehenden fünfklassigen Talmud-Thora-Schule gab es in Wien bis vor wenigen Jahren keine jüdische Volksschule. Erst im Jahre 1934 eröffnete die Kultusgemeinde eine solche. Die jüdische Volks¬ Anzeigenschluß für die n&chste Ausgabe am Mittwoch! dem 85. Mal, vormittag 10 Uhr schule hat schon früher während ihres kurzen Bestände« durch stets erhöhte Schülerfrequenz ihre Daseinsberechtigung bewiesen. Für die in entfernteren Bezirken wohnenden Kinder wurde ein Abholdienst eingerichtet. Wie der Stadtschulrat für Wien mitteilt, hat der Bür* ermcister der Stadt Wien angeordnet, daß die jüdischen chüier an den Wiener Volks- und Hauptschulen sofort von den arischen Schülern abzusondern und in eigene Schulen zusammenzufassen sind. Eine gleichartige Weisung erging an die Fortbildungsschulen Wiens. * Der zionistische Landesverband hat seine Tätigkeit in den bisherigen Räumlichkeiten, Wien I, Marc Aurelstr. 5, aufgenommen. Ebenso hat die Wizo In ihrem Heim am Schottenring ihre Arbeit wieder begonnen. Ueberg-ang jüdischer Geschäfte in Oesterreich Der Reichsstatthalter in Oesterreich hat im Einvernehmen mit dem Reicliskoimnissar eine ״Kundmachung über die Uebertragung von Befugnissen nach den Vorschriften über die Anmeldung des Vermögens von Juden und über ־die Errichtung einer Vermögcnsverkchrsstellc im Ministerium für Handel und Verkehr“ erlassen. Danach überträgt der Reichsstatthalter die ihm nach der Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden vom 26. April und nach der Anordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan auf Grund dieser Verordnung zustehenden Befugnisse auf den Minister für Handel und Verkehr. Im Ministerium für Handel und Verkehr wird eine V e r m ö g e n s v e rkehrsstelle eingerichtet, die alle Geschäfte, die sich aus der Ausübung dieser Befugnisse wie auch derjenigen auf Grund des § 3 des Gesetzes zum Schutze der österreichischen Wirtschaft ergehen, wahrnirnmt. Die Führung dieser Vermögensstelle wird in Unterordnung unter den Minister für Handel und Verkehr dem Staatskommissar in der Privatwirtschaft übertragen. Die Kundmachung ist mit dem Tage ihrer Verlautbarung in Kraft getreten. Für die Vermögensverkehrsstelle wird ein Beirat bestellt werden, in dem Vertreter der Industrie, des Handels, de* Handwerks, der privaten Verkehrswirtschaft, der Landwirt- Schaft, der Banken, Sparkassen und Versicherungsanstalten vertreten sein werden. An das Büro der Vermögensver« kehrsstelle sind künftig ausschließlich Anträge wegen der Veräußerung oder der Erwerbung iüdisehen Vermögens, insbesondere von jüdischen Unternehmungen, Geschäften, Geschäftsanteilen w«w. zu riehten. Uebertragungen jüdischen Vermögens, die ohne Genehmigung der Vermögensverkehrsstelle erfolgen, sind rechtsunwirksam und strafbar. Für bereits vorgenommene Uebertragungen dieser Art müssen die Genehmigungen nachträglich beantragt werden. Anträge auf solche nachträglichen Genehmigungen sind bei der Vermögensverkehrsstelle bis zum 30. Juni 1938 zu stellen. Auf eine Anfrage antwortete Im ägyptischen Senat der Premierminister, Mahmud Pascha, daß die ägyptische Regierung alles aufbietet, um zu einer Lösung der Palästina-Frage beizutragen. Er sei autoritativ informiert, daß cine Lösung gefunden werden würde, die die Araber im allgemeinen und die Aegypter im besonderen befriedige. Verantwortlicher Redakteurs Dr. Rotiert W e 11 s c h, Berlin-ChaA (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreters Kurt Loewenstein, Berlin W 15. Anreigenleiter und verantwortlieh für den Inhalt der Anreigen: Erich Licpmann, Berlin W15. Gültig Anzeigen - Preisliste 5 vom 1. April 1938. Verlag und An* icigenverwaltungs Jüdische Rundschau, Berlin W15, Meinelceatr. 10. DX 1/1938 s 86043. —י Prüdes Siegfried Scholem, Berlin-Schöndzag.