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Jüdische Rundschau · 1938-05-17 · Heft 39 (17.5.1938) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 39 (17.5.1938)
Date
1938-05-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 39, 17. V. 1938 JÜDISCHE RUNDSCHAU Sette 5 Seelische und materielle Hilfe IN ALLER KURZE Im britischen Unterhaus gab der Dominion* Minister Malcolm MacDonald in Vertretung des Kolonialministers Lord Harlech eine Erklärung über die Waffenfunde in arabischen Dörfern bei Nablus ab. In Warschau nahmen jüdische Organisationen an den Feiern zum Jahrestage des Todes von Marschall Pil- u d s k i teil. Bei dem Brand in dem Seebad Pol an gen (Litauen) wurden 200 von Juden bewohnte Häuser vernichtet, darunter auch die Synagoge. In Buenos Aires fand der erste südamerikanischc Pro-Palästina-Kongreß statt, an dem 120 Delegierte teilnahmen, die in einer Resolution die Oeffnung der Tore Palästinas verlangten. Als Auftakt der Mifdch Zioni-Aktion haben beide zionistischeii Vereine Kopenhagens einen Festabend arrangiert, bei welchem der schwedische Oberrabbiner Prof. Dr. M. Ehrenpreis sprach. In München wurde Juden die Teilnahme an Vcr- Steigerungen sow ie auch der ׳Zutritt zum Städtischen Leihamt und die Durchführung jeglicher Leihgeschäftstätigkeit verboten. Der New York Board of Education wählte den Sohn des verstorbenen Louis Marshall, James Marshall, zu seinem Präsidenten. Dr. A. H. I) u m 0 s c 11, der frühere Präsident des Gerichtshofes im Haag, starb im Alter von 74 Jahren in Amsterdam. Auswanderer - Umzugsgut anmeldepflichtig Ein Rnnderlaß der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung weist darauf hin, daß Auswanderer in letzter Zeit in steigendem Umfange dazu iibergegangeii seien, durch Ergänzung ihres Umzugsgutcs erhebliche Vermögenswerte ins Ausland z.u überführen. Es wird daher ungeordnet, daß derjenige, der Umzugsgut nach dem Ausland befördern will, dieses Gut mindestens LI Tage vor Verpackung und Verladung der für ihn zuständigen I) c v i s c 11 s t e 11 c a 111 e i g t. Dieser Anzeige ist ein genaues Verzeichnis der zur Ausfuhr bestimmten Gegenstände in dreifacher Ausfertigung beizufügen, das ausweist, welche Gegenstände bereits vor dem 1. Januar!033 nachweisbar Eigentum des Auswanderers gewesen sind, welche Gegenstände seit 1. Januar 1933 erworben worden sind, welche Gegenstände in uuniittelbarein Zusammenhang mit der Auswanderung an geschafft worden sind sowie den für die Verpackung und Verladung in Aussicht genommenen Zeitpunkt. Dem Verzeichnis sind auch Unterlagen über den W e r t und den A 11 s c 11 a i f 1111 g s 7, c i t - Punkt der zur Mitnahme bestimmten Gegenstände beizufügen. Die Notwendigkeit der Anschaffung neuer Einrichtungsgegenstände ist eingehend zu begründen. Ferner sind Angaben über die Vermögens Verhältnisse des antragstctlcndcn Auswanderers zu machen. Auf Grund dieser Unterlagen trifft die Devisenstelle im Einvernehmen mit der zuständigen ZollfahndiingssteUe-endgültig die Entscheidung, welche Gegenstände als Umzugsgut in das Ausland verbracht werden können. Die Devisenstellen können in Ausnahmefällen auf Einreichung des Verzeichnisses verzichten. Die Anzeigepflicht an die Zollstellcn wird hierdurch nicht berührt. Aus der Wirtschaft Die Firma Adolph Maas ft Co., Wollgarnfabrik und Tapisseriemanufaktur, Berlin, ist in den Besitz von Wilhelm Schulz und Dipl.-Ittg. Rudolf Schulz übergegangen. — Aus der Firma Kaufhaus J o!1 a s s ft Co. Berlin sind die Kommanditistci! Hermann G o 1! u h e r und Hugo Halle ausgeschieden. Die Firma ist damit seit 1. 5. 1938 itn Besitz von nur arischen Gesellschaftern. — In arischen Besitz sind übergegangen: Die Textilfirma S. R o s e 111 h a I ft Co. in H o 11 c!1 s t e i 11 L r n s f t h a I; die Finna Frank ft Nielsen, Manufakuirwnren mul Fertigkleidung in Hamburg- Berge dort: das Modenhaus Gehr. Rüden berg in Vlotho; das Spitzenhaus Reich ft Co. in Köln; das Manufakturw areiigcsdiält L. H i r s c 11 f e | d in A 11 e n s t c i 11 (Ostpr.); die Kiirzvvarcn-Großhatidlung D. Rirk in Fulda; das Modehaus S. H c i I h o r n in H i tul e ת h 11 r g; das Kaufhaus R. F 0 1 d in a 11 11 N a c h f. in Hof a. d. S.; das Stoffgeschäft F e I s in M a 11 11 h e i m; die Firma (iesclnv. S c e I i g feine Handarbeiten, in W ii r 7 b 11 r g; die Firma J. Hocken- 11 e i 111 e r ,ft Söhne, Zigarrenfabrik in Hocken he im. — Die Firma Adolph Frank, I ouruicr- und Holzimport, A.-G., Nürnberg, ist in arischen Besitz iibergcgaiigcn. — Die Herrcnkleidcrfnbrik Fl , Inh. Bernhard Sokol-Eisenstein, Berlin, ist in arischen Besitz ii hergegangen, Herr Bernhard Sokol-Eisenstciii führt sein Zweiggeschäft in Berlin- Moabit, Oldenburger Str. 48, fort. Badevorschriftcn für Juden in Bad Kissingen. In Bad Kissingen sind run 2. Mai seitens der Rehörden die Bestirnmutigen bekanntgegeben worden, welche den Kurge* brauch der jüdischen Kurgäste regeln. Diese An- Ordnungen enthalten eine Reihe von Einschränkungen für den jüdischen Kurgast: es ist diesem aber Gelegenheit gegeben, in den konzessionierten jüdische n Häuser n zu wohnen und eine Trink- und Badekur in der vom Arzt angegebenen Weise zu gebrauchen. Einwanderung nach Portugal. Her Hilfsverein teilt mit: In letzter Zeit haben sich bei der Einwanderung in Portugal Schwierigkeiten ergeben. Es muß deshalb allen jüdischen Auswanderern, die in dieses Land zu gehen beabsichtigen, geraten werden, sich mit der örtlich zuständigen Bcratungsstelle des Hilfsvereins in Verbindung zu setzen. ״Das Gericht“, von Schtilamith Batdori, das jetzt vom Jüdischen Kulturbund Berlin aufgeführt wird, ist in dem palästinensischen ßühuenvcrlag ״Moadim“ erschienen. Dieser Verlag wurde von Margot Klausner und Jchoschua Brandstatter gegründet, tun die junge palästinensische Dramatik zu fördern und sie auf die jüdischen Bühnen der Welt zu bringen. U. a. gehören ihm Dichter wie Abraham Schionsky, Mosche l.iwschitz, N. Bistritzky an. Gedalja Buhlik, der bekannte amerikanisch-jüdische Publizist, ist (10 Jahre alt geworden. Bublik stammt aus Kischinevc, kam 1903 nach Argentinien, ein Jahr später nach New׳ York. Die damals besonders krasse Assimilation in jeder Form wurde der Gegenstand der scharfen Polemiken, die Bublik rasch bekannt machten. Jetzt ist er längst einer der geistigen Führer des Misrachi in Amerika, dem er als Theoretiker wie als vorzüglicher Redner bedeutende Dienste geleistet hat. Buhliks Stärke bestellt darin, daß er ein ungewöhnliches jüdisches Wissen mit ebensolchen weltlichen Kenntnissen vereint und in klarem, eindrucksvollem Jiddisch aligcmeinwissenschaftliche, besonders philosophische, theologische, aber auch physikalische Probleme darzustcllcn vorsteht, dabei aber den 'eigenen jüdischen Standpunkt souverän bewahrt. Nach innen und außen Von Dr. M a x O r ü n e w a 1 d Der Vorgang der Ausglicderung der Juden aus der Wirtscliaft stellt uns vor gewaltige Aufgaben. Betroffen wird eine nicht geringe Zahl arbeitsfähiger Menschen, Die Vermimlcrung des Einkommens muß sich aut allen Gebieten, insbesondere auf dem Gebiet der Auswanderung, atiswlrken. Bisher stand das Auslandsaufkommen zu den finanziellen Anstrengungen der Juden in Deutschland in einem bestimmten Verhältnis. Nach (fern Maß unserer eigenen Hilfe wurde uns geholfen. In dieser Tatsache dokumentierte sich die hilfreiche Gesinnung der Juden im Ausland, gleichzeitig war sie für die Juden in Deutschland eine (,) uellederScIbsta c 111 11 11 g. Sie haben die meisten vier ihnen überkommenen Institutionen aus eigener Kraft erhalten, sic haben neue dazu csdiaffen. Unter innen sind solche, die für die Juden anercr Länder vorbildlich werden können und jedenfalls über den Anlaß ihrer Entstehung hinaus von bleibendem Wert sein werden. Verringert sich nun mit der Minderung unseres eigenen Anteils auch die Hilfe vom Auslände 11er, dann ist das große Werk der Vorbereitung zur Auswanderung und der Auswanderung selbst mindestens in seinem Umfang beeinträchtigt. Wird die Hilfe von draußen wie bisher fortgesetzt, unabhängig von dem Ausmaß unserer eigenen Leistung, dann sinken wir zu einem Gegenstand der Fürsorge herab. Zu den wirtschaftlichen Folgen treten die seelischen. Keine Entbehrung ist so groß, wie die des Verzichts auf eine sinnvolle Tätigkeit. Um dies zu bestellen, bedürfen wir eines Ausgleichs. Auch in den abgelaufenen Tagen konnten wir ohne seelische Selbsthilfe nicht stamlhalieii. Der Fin/elne fand sie darin, daß er sein persönliches Letten, das hier zu Ende geht, in seinen Kindern und in einem anderen Lande fortgesetzt sah. Dieser Versuch individueller Tröstung will aber nicht gelingen angesichts der Tiefe und des Umfanges der geschichtlichen Umwälzung, die nicht den Einzelnen allein, sondern große Teile unseres Volkes trifft und seine Lcbetisimisfände von Grund aus verändert. Daß wir aber nicht nur Kräfte zerbrechen, sondern auch sich bilden sehen, elementare Kräfte der Oem ci n s c h a f t s b i 1 d 11 n g auf fast allen Gebieten, daß wir mit unseren eigenen Augen auf unwiderlegbare Weise unter so schwierigen Bedingungen auch die Grundlage einer neuen Volksexistcn/ wachsen sehen, legt uns nahe, daß wir daran tinsern Glauben heften und von daher kräftigen Zu- Spruch empfangen. Und so wenig der Trost vom Volke her der einzige Trost sein kann, so wird doch der Ausblick auf die Sammlung und Neuordnung seiner Kräfte uns zur Selbstaiifimmterung dienen und uns Auftrieb geben. Nachbarschaft Schwer aber bleibt es doch für den, der nur aus der Ferne dieses Werk begleiten darf, schwer ist es, seine Seele immer nur mit Bildern zu tiillen. Aus dieser Erkenntnis drängt sich mir ein Vorschlag auf. den ich selbst in meiner Gemeinde erprobt habe. Ich will ihn an dieser Stelle darlegen: An einem bestimmten Abend der Woche sollen die Juden, die benachbart wohnen, Zusammenkommen. Die Gemeinden, die zumeist auch über Rezirkslisten verfügen, können uns dabei zur Hand gehen. Irgendeiner aus einem Wohnviertel oder aus einer Straße lädt die andern ein, die ihm benachbart wohnen. Unter ihnen werden solche sein, von deren Existenz er nichts gevvulit hat und die er auf der Straße nicht grüßte. Fr wird keinen Aufwand hei der Bewirtung machen. Die Zusammengekommenen werden sich keine Vorträge halten lassen. Sie werden in der Bibel lesen, und wenn sie selbst nichts zur Erklärung beitragen können, werden sie einen Lehrer darum bitten. Das Lesen in der Bibel soll ein beständiger Inhalt dieses Abends sein. Daneben aber soll der Abend dazu dienen, sich berichten zu lassen, was in der jüdischen Welt des Geistes für den oder jenen unbekannt war. Es ist nichts dagegen zu sagen, mit den Mitteln der M 11 s i k einen solchen Abend zu gestalten. Im übrigen wird es gut sein, wenn mehr und mehr das Thema aus dem Kreise seihst hervorgeht. Nur hüte man sieb vor der wesenlosen Unterhahung, die kraftlos von einem Gegenstand zum andern schwirrt und irrt. Der Abend kann eine erzieherische Redeutuiig haben, wenn er den Einzelnen dazu bringt, zuzuhören, zu fragen und den anderen zu respektieren. Als ich vor längercr Zeit diesen Versuch unternahm, ist er kommentiert worden als ein Versuch, große Wolinquarliere aufzugliedern und die Menschen einander näherzuhringm. Für uns heute aber handelt es sieh darum, Nachbarschaft zu stiften zwisehen Menschen, die sie entbehren müssen und einen wirkliehen — bis jetzt noch fehlenden — Beifrag zu liefern für die T r w a c h s e n c n b i I d 11 n g im engeren Rinne. Bisher wandte sich die Erwachsenenbildung vornehmlich an Jugendführer, Lehrer und Rabbiner und ging an der großen Zahl der Erwachsenen selbst vorbei. Schließlich wäre In dem Vorschlag ein Versuch zu erblicken, zu der Zäsur des Schabbat noch eine weitere Zäsur hiri/u/ufiigen, um gegen das Gespenst der leeren Woche anzukämpfen. Umschichtung der Aelteren Angesichts des großen und beschleunigten Vorgangs der Auswanderung ist cs müßig, die Einwanderungslage in den verschiedenen Ländern einmal mehr passieren zu lassen. Es soll auch kein Wort der Kritik fallen über die nebeneinander bestehenden Hilfskomitees und nebeneinander bestehenden Organisationen, die sich viel Muhe geben, aber nach den! Gesetz handeln, nach dem sie angetreten sind. Sie rechnen mit Zeit und mit Tausenden, während cs sich um Zehntausende und um Eile handelt. Wir können damit rechnen, daß einzelne überseeische Länder Juden in kleinerer Zahl aufnehmen und daß das Amerika Roosevelts Juden in größerer Zahl noch aufnehmen wird. Wir müssen aber in Erwägung ziehen, daß es eine Grenze der Infiltration durch Juden in allen diesen Ländern gibt, daß ihr Verhältnis zu unserer Einwanderung unregelmäßig sein wird, solange es von so unvorherschbaren Faktoren wie wirtschaftlicher Krise und sozialen Kämpfen diktiert wird. Wir hoffen das Gegen* teil, aber nehmen wir an, daß das Verhältnis zwischen Ausvvanclernmüssen und Einwandernkönnen sich noch mehr zu unseren Ungunsten gestaltet — was dann? An diesem Punkte pflegt das Stichwort T erritorium zu fallen. Man braucht sich nicht zu schämen, angesichts der Landnot und der Eiriwanderungsbeschränkung in Palästina noch ein anderes Territorium, und sei es auch nur als ein Nachtasyl, zu suchen. Aber cs ist doch keiner noch so reaktiven Wünschelrute gelungen, es zu entdecken. Es ist dem Einzelne« aufgegeben, dieses Problem immer wieder durchzudenken, aber er wird sich kaum aumaßen dürfe״, das Ganze aus einem Punkte kurieren zu wollen. Fs gibt keine erklügelte Lösung. Und alle Phantasie nützt nichts, wenn nicht das Können dazutritt, die Macht, einen Gedanken auch auf den Weg zu bringen. Es ist besser, die Totalprojekte, die meistens total Projekte bleiben, zu lassen und sich auf die Teile zu richten, an denen das Oanze so reich ist. Von einer solchen Teila u f g a b e sei hier die Rede. Der AusglicderungsprozeR ans Beruf und Wirtschaft setzt Juden frei, die arbeitskräftig, auch in körperlicher Hinsicht noch arbeitsfähig sind, aber in die bestellenden Ausbildung*• Stätten kaum und bestimmt nicht in die Aiisbildungsmcthode unserer Jugendlieben eiti/ureihen sind. In den letzten Jahren hat diese Frage hei uns an (jewicht und Dringlichkeit verloren, jetzt tritt sic wieder stärker auf. Ls handelt sich um Jahrgänge bis zum Alter von etwa 15 Jahren. Unter der Voraussetzung, daß der Ein/clatiswanderung und dem Infiltrationsprozeß enge und nahe Gren/en gesetzt sind, haben diese Menschen kein anderes Schicksal vor sich, als vor der Zeit alt zu werden. Es handelt sich oft um Menschen, die Familie haben und die noch jung genug sind, um ihren Kindern etwas zu sein. Wir vernehmen oft bewegliche Klagen darüber, wie große Summen unseres nationalen Vermögens für unproduktive, unbefriedigende Zwecke verfall werden. Hier aber handelt es sich um ein noch wirklich bewegliches nationales Vermögen, um in c 11 s c 111 i e h c Kräfte, die wir nicht aufgeben dürfen, die für sich und für uns alle noch etwas zu leisten vermögen. Weder die lea noch der Aufruf Roosevelts werden dieses Problem allein lösen. Auch die Einrichtungen der Ort-Gesellschaft sind dafür nicht ausreichend. Ein bedeutender Beitrag zur Lösung aber wurde darin zu erblicken sein, wenn in und von Staaten f 11 r diese Jahrgänge I a n d w i r t s c h a f f! i e 11 e u n d 11 a n d w e 1־ k - iiehe L c!1 r g ü t e r errichtet wurden, in denen die Vorbereitung vorwiegend für Palästina erfolgt. Ha es sich nicht nur lim Einzelpersonen, sondern um Lanülieu handelt, müßten diese Lchrgüter den Gharakler von ״I)örfern" annehmen. Der finanzielle Aufwand wurde sein groß sein. Wer aber weiß, welche Summen um ,׳uisl.1׳ml1-chcn Komitees aufgewendet weiden müssen, um Juden gerade dies! r Altersklasscn von I and zu Land, ruh‘ gcr von Komitee zu Komitee zu transportier(!!, wird die llolfuung haben, daß dann! diese Gelder wenigstens zu einem Teil einem produktiveren Zweck zugewendet werden. Ahn־ audi der kühnste < iptimismus wird nicht zu der Annahme verleiten, es konnten unsere ()rganisationen und Komitees aus eigener Kraft au solches Unternehmen finanzieren, Mdgheli ist e* mir dann, wenn die in Krage kommenden Staaten s e 1 b s t, in die Juden einwnmleni, ihren Beitrag dazu lieleru, in derIben Weise und in einem weit gröberen Aii-niaß. als cs bei dein W i e r i 11 g e r I. c!1 r g u t durch I loilam! geschehen ist. f man• ziehe Hilfe wiederum ist nur dann von diesen Staaten zu er* warten, wenn genau wie in liollaml die Bedingung cingegan» gen wird, daß diese Menschen und I'ainilien niclu bleiben, sondern nach ihrer Ausbildung und je nach den Umwände* rungsmöglichkcitcn nach Pal.i'tmu. für das sie eine Art Reservearmee darstcllcn, a 11 s w a 11 d t 11 ז. Der Wille zu einer solchen Aktion wird von der Erfüllung dieser Bedingung itl hohem Maße abhängig sein. Die finanziellen Beteiligung der Staaten und ihre Mit- Wirkung hei der Ausbildung jüdischer Familien in großer Zahl auf geschlossenem Raum und für begrenzte Zeit könnte schließlich für die E i n w a n d c r u n g s f r a g e in P a 1 ä* stina seihst zu einem politischen Faktor werden. Jehuda Ehrenkranz, las in Zagreb und Beograd aus Werken hebräischer, jiddischer und europäischer Literatur. Der junge jüdische Koirinonist Erich Elischa Samfair hielt in Beograd einen Vortragsabend über jüdische Musik und Folklore. - Der palästinensische Maler Abel Pann hält sich zur Zeit in Jugoslawien auf. Nachdem er in Beograd eine Ausstellung seiner Bilielgemäldc geschlossert hat, ist eine solche Ausstellung in Zagreb veranstaltet worden. Zum Tode von Dr. Knnrad Cohn. Mit dem vor kurzem verstorbenen Dr. Konrad Cohn ist ein Manu dahingegangen, dessen wissenschaftliche Bedeutung aut dein Gebiete der Zahnheilkunde allgemein anerkannt war. Sein ״Lehrbuch der konservierenden Zahnheilkumlc" war ein« der bedeutendsteil Werke der Fachliteratur. Besondere Verdienste hat er sich um das zahnärztliche Lorthildungsvvescn erworben. Den jüdischen Zahnärzten war er in den letzten Jahren ein uneigennütziger Berater in allen Fragen der I orthildung und der Fürsorge. Seine abgeklärte Wci-hcit, seine außergew ohnliehe Hcrzeiisgiito und die Lauterkeit seines Wesens sKherten ihm höchsten Respekt, Seme Liehe zu L; cz 1-1'aei rnftprang einer genauen Kenntnis de- 1..indes, das er wiederholt Insucht hatte. Der Tod dieses wahrhaft edlen Mannes bedeutet einen schweren Verlust nicht nur für seine Kollegen, sondern ft'ir die ganze jüdische Gemeinschaft. >p, Tod des Agudah-Filhrcrs Wolf Paoocnheim, I hisrr Wie- ״er Berichterstatter schreibt uns: (nt 0(1 1! bcm-eahi׳ Kt Itter der Führer der Agutlas JKiocI Wolf P a p ין e n h e i m gestorhen. Der Verstorbene, 1m Jahre 1SF in Preßbur;;׳ gehören, entstammte einer orthodoxen Familie, deren Gammbannt bis in die Aera der Kaiserin Maria Tlu! e-i.'t hineinreicht. Wolf Pappen hei in kam in jungen lahmt zunächst nach Parts, wo er halt! im orthodoxen indischen leben der französischen Metropole eine führende Rn|h׳ spielte. Seit vier Dezennien lebte Pappenheim in Wien. Hu•! zahlte er zu den Begründern der Adas* JKrnel {S.-l1tfK׳~cm1l) und war lange Zeit die führende Persönlichkeit der W iener Agudah. Von 1920 bis 1032 gehörte Pappeiilieim al- Vertreter eines orthodoxen Teiles der Wiener Judenschaft dem Vorstände der Israelitischen Kultusgcmcinde an. Um die Makkabl-Melsterschaff. In der Vorrunde um die Makkabimeistersehaft im Handball und Fußball traf sich Bar Kochha Leipzig mit Rar Kocliha Breslau in Breslau. Rar Kochha Leipzig konnte beide Spiele für sich mit einem Resultat von 4:1 im Fußball und 8:3 im Handball entscheiden. -— In Augsburg siegte Rar Kochha-Hakoah Berlin gegen Jtns München mit 7:6 Toren im Handball und mit 3:1 Toren im Fußball. Zwei Veranstaltungen In Frankfurt. Der Bar Kochbj wartete am Sonnabend mit einer groß angelegten Box- Veranstaltung auf, die im überfüllten Saal des?,hilanthropins vor sich ging. Besonders bemerkenswert war der Sieg des Makkabimeistcrs Barterer über den Schildmeister Langmann. — Am Sonntag trat der Bar Kochha-Hakoah Frankfurt mit einem Sportfest an die Öffentlichkeit, das besonders vielseitig und reichhaltig war. Lieber 400 Aktive batten sich zu den 38 Wettbewerben gemeldet. Es befeiligten sich eine Reihe von Makkabi- und Sdüklvereinen aus dem Reich. Alis den Ergebnissen waren besonders beachtlieh der Weitsprung des jungen, talentierten Wittmann mit 5,80 in und der Sieg über 100 Yards in der Mädchenklasse, den bei stärkster Konkurrenz Ella Vogel, Hakoah Frankfurt, in 12,8 Sek. an sich brachte. Besonderen Beifall fand die 4 mal 100-m-Mädchenstaffel der Haknah Frankfurt, die in 59 Sek. überlegen siegte.

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