Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 39 (17.5.1938)
- Date
- 1938-05-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÖDISCHE RUNDSCHAU Nr. 39, 17. V. 1938 Jüdischer ס״־ן^ייוllTr'tlüfOT XXIII. Jehuda Chassid und seine Schule Der Chassidismus in Deutschland, Noch lebte״ und wirkten im deut.sdien Kiilturgcbict die großen, aus der Raschi- Schule hervorgcgaiigeiicn I;dmudeiklarer - - die Tossafisten —׳, als über die ■:iM'kkciiaÖN«!!' Judciihcit eine Periode des Massenmartyriums herein In ach. 1 >:!• talimulisdie I orscliung genügte nicht, um in dieser Zeit ״:njilcr ,seelischer Erschütterungen den Opfermut der ,Massen I1׳u h/uhaiteii und ihren (reist /u starkeil. Nicht die Spradie des Verstandes, sondern die des (iefühl s, nicht l abbim-udic I )ialcktik. sondern sittlich-religiöser Trost taten not. I ):e k'ulttirkrise des 11, Jahrhunderts bewirkte iri der jüdischen (1e!m m-chatt eine Verinnerlichung und Patenzicrung der ri ligiöscn Triebkraft der Seele, eine Durchdringung und Lrf1!n;1!!g de> l.ebciis mit der (ihit mystischer (iliiubigkeit. Der in I )eutsehl.ind entstandene jüdische Pietismus setzte in neuer I arm das Werk geistiger Wilkscr/iehuiig fort, das die Aggndah mul der Midrasch sieh zur Aufgabe gestellt hatten. I:r wurde der lebendige (guell, aus dem die jüdischen Massen jahrhundertelang innere Kraft schöpften und der an der Schwelle der Neuzeit zugleich mit anderen verwandten geistigen Strömungen 111 die mächtige Bewegung des osteuropäi,sehen Chassidismus iimudetc. Die Männer. I '!!!er den volkstümlichen didaktischmoralischen S, brüten t.,M;1'sar“-Selu itten), die uns ein Bild von der indischen \\! :׳.:::sd:,!:;1:!g im Mittclaller geben, ragt das ״Ruf 11 ■der I romiiit׳!׳• ('vier (':;.wMdiin) hervor, das von Jehuda 11 e - (, h a ־ < .י d (;!w 1IV' Ul 7) uml seinem \'ater Samuel ( d!;1 1 ״ J emu 11IV 1 Un! s er fallt und von den Schülern des jwwda in-be-.imdeie \<>11 I leasar aus Worms (am Ihm i J >0) e! g.mzi uml umgearbeitet wurde. I. ober d.!■■ I 1!mr!■ Miiuki1 ׳-; uns - abgesehen von!egen1.!׳: e;1 I m ח mm :diiii!•, dal; es unstet und bedroh! war. -!״::;!; hw: Kthiamn־׳״ he-( h.issid stand an der Spitze eines 1 imueu-rm .׳־:-־ er, v.iVim Mine Titern wahrend des er-1e:! Kim://״,״-, i.s \\,mv ti 1,׳Im! 1 iiiiiihen. lim Gegner der uher'p!•/•׳ ״ ׳: d : I .. ..mi;״dc dh'pul) wandte er sich uw :::<״•׳;׳! I m: :״ ׳! v:,!::::n der rlu-o-opliisch-tnvstisehen I .. mg m m1 1!׳! ׳ eiu er die (icbete kommen!!m u I )■■•:> I 1׳ d tim w;:'׳״ihmemeit und (ienugsamkeit unchs! red• m! -<0 m!.׳.׳!■:;1: -׳: Wanderer und schlichter Handwerker 1 1dm 'mm ׳::re :m!:־len N.immi von Stadt zu Stadt ge zagen \ ׳-!•״. m׳m ־-<.!:;!!• |e'>!;1da, dem Hauptaufnr des ..Big In - d׳ r! n־!!::!׳ mul dem >־! .;entliehen Begrnmler der ״a-, hl.׳ :: mm, in!1 K.drhahi". hmielmd die Sage, daß er in -mm.״׳.1:| ׳:׳:•■! em mm-!׳:!Jn Müßiggänger gewesen -ei; aber dm \ a'rr \״!:m nte dureli seinen geistigen Einfluß und u;e Mi,:־׳ ad 1:, 1 leluis die rohe Kraft des Jehuda zu bändig: n in״' 11!:::,-!׳;!! dm I )ienst der Thora W stellen. Jehuda ver li: ß ׳am! I l'id -eine I leimatstadt Speyer und begründete in IV״.׳ a-harg ein w citbemhmtes 1.0)1 rltans. Ein Verwandter \o:t ihm und , 1:1er -einer bedeutendsten Jünger war der (lelelu te und l:t1׳rgi-eiie Dichter li 1 e a s a r nett Jehuda k’ n L c a c 11 ( ,,S.'dbcnmisoher", so genannt nach seinem Hauptwerk ..Kokeaeh'•); er mußte wegen der Verfolgungen!11! Jahre I 1 SS seine erste Wirkungsstätte in Mainz, verlassen uml ließ -ich in!irfurt nieder. Hier trat ihn im Jahre llhß ein sihwma- I 'nbei!: zwei Kreuzfahrer drangen in sein Haus ein, töteten seine 1 rau und seine beiden Töchter und verwundeten seinen Sohn und ihn selbst. Seit 1201 wirkte er als Rabbiner in Worinuml gehurte 1223 der großen Synode in Main/ an. Das ,,Buch der Frommen", Das große Sammelwerk, ein Ergebnis kollektiven Se 11:1t lens dreier (renerationen, ist ein sonderbares iicim-ch erhabener (irdanken und primitiver, auf Aberglauben beruhender Wk-vorsteilungcn, schwärmerischer, weltabgew andier Mv-tik und gesunder Lebensweisheit, Der Ciriind/ug aher, der dmn ganzen den ( 11:111/ höchsten sittliehen Adels verleiht, i-t die 1.1,!!:׳ zu 1 m!t uml den Menselten. Auch dem Amle;m'׳.!׳׳ m! gw.:ow!hm׳ u!rd Auf: ieh’igkeit, unbedingte mm-׳ hh.■he V vtund l.'ed!iehkeit im Handeln verlangt. (iotn׳-i:1r,h1 uml I ״•׳,יי.!’ \m!!km als (mmdlagen der pe1"-ö111:׳,׳h:m I :1:!■/׳׳:׳״״,!im t!':,;!.׳• I)!cn-t am Mensehen und du lim.ml'! ׳!:׳׳ : '׳ an (mit als Inhalt und letztes Ziel!!!׳-:!!• 1 -׳ k1 ־׳ I!׳:!!:׳- g.prm-1n. Das Buch ״Rokeach“. \׳u dm!,ihre \on der Williderwirkeiuh!1 K:k* e!״״ V ׳!_.-,:; N.!!!;! n - 1m,l der Buchstaben-Koii'hm!:::.״ ■!!:!:״;':!! em ,.p:׳a ״e!-־ h!׳" Kabbala, wie sie in Dt iitseh'.'iiid 1 ׳1.1׳! mm h -־m!;!nim Werke des Briefe an die Redaktion Eine Entgleisung Chamsin Berlin, den 11. Mai 1938 Sehr geehrte Redaktion! Ich mochte es mir nicht ver- «agen. au; der Ntimm18 ־!״׳ des Organs Hrr Staa^zinnist ischen Organisation in!'>eutM־hl;md vom 6. Mai au? einen I.ap-Us hinzuwris.cn, der ein hrzridtnrndrs auf die Hrru ftterw!af! 1.111״ (iicke> Rlatte-s wim. Auf Seite 1 tm׳k־t ■d«־h eine erregte Ausein״ undrr-rizung mit Mnsrhf Sehe rt o k, der rs grwvigt 11,n. den neuen IHgh (’״mmjssirincr zu einem Tn«.־׳anini-Kor.7,rrt einzuiadrn. T) i 0 Antwort du, High fommn-ioncr «;ei gewesen. <1 י, |־j r> m :־׳!!(igrr sei. für den St־huזx de-!.eben«, und I'ü^entutns de«. pHii-chen zu sorgen, als!n g’anzvnllcn Konzerten zu repräsentieren. Der Berichters» at-!er endet mit der Bemerkung: ״So mußte Mr. Schert.ok wieder eine -'•haHende moralische Ohricige ein-'rrken und 'ich. von einem Hn'en Ix'icliK n la-scn. daß man an”C-u11׳!s b'u! iper!udi-eher Opler Winde zu wahren hat.‘־ Aut Seife 4 dc'-eihen Blattes );mlcn wir dir Mitteilung, daß der IliMi ('Mnimi-doner bei dem K o n 7 e י ין dev I\da-!ira SwnphonienritHwi-rs in Jerusalem, das von To-rannh dirigiert wurde, ,1 nw f .- r n d war, und daß dies das eiste ü!tentliehe Fr-chemen deneuen High ComniK'ioiK׳! in IVa-tina. war. Kommentar uheriiu -• Schalem! Michael Levi Tel .Aviv, 3. Mai 1938 Sehr geehrte Redaktion! ln ihrer •ehr leben-wahren ..Klima-rhildcnin^‘■ in Nr. 33 -ehreibt C.ahriHe Tcrgii von dem (‘harn-in. er sei der unberuhmte Bruder des he rühmten Samum. Ich muH dem Samum seine Berulmitheit nicht ah-nrerhen. 111״׳h?c aber zur liUHm-uhen und!;tcran-chen Khremcttung ,amsere-־‘ rham.-iudaran!' hi hm ei- >en, daß einer der erlatm-hte-ten Gei-ter der neueren /eit sah au-giebig mit ihm he-rhithtjU hat. Kant srhreiht in den Annirrkungen zur Krlautcrung der Theorie der Winde u. a.: ,.Kiste Anmerkung: ihn ^ioIh rer (irad der Hitze, der nul eine 1,11t!- gegend mehr als auf eine andere wiikt, ma׳׳ht einen Wind nach dieser erhitzten Luftn׳gcnd hin, der so lange;mhalt, als dir vfuzügliclic W:irmc der Gegend fortdaurrt .1 ־־ nd in der Besuuigung auder Krt.ihnmg■־: .,Daher hohen auch die Winde nn Anfang des Frühling-, an von dem Aepuator nach der nördlichen 1 i albkugrl zu wehen, v\ eil di־׳ vermehrte Sonnen warme in die-cr die Luit verdünnt und einen Rückzug von dem Aequa• tor zu der nördlichen temperier• ten Zone hin verursacht. Dieser W!nd erstreckt sich nicht weit in diesen gemäßigten Krdstrich hinein, weil die Sonnenwärme zu der Zeit noch nicht viel Wirkung in größerer KnUernting vom Aequator verrichten kann. L m diese Zeit, i rn April* u n d M a i m o n a t 0, vv eben dir Winde aus dem inne■ reu A 0 t h i ק ס i c n über A e g v p t r n hi!1, welche d i e C a m p s in genannt v erden und. da sie von einem erhitzten Boden kommen, eine brennend heiße Luft mit >irh hilirrn; denn die verdünnte Lut! in der temperierten Zone nötigt die Aorpiutordiift zurück* zutreten und sich eine Zeitlarig über dic-e Gegend au«zubreiten.“ Daß übrigens dieser ,.fünf* ziger“ Winrl nicht etwa fünfzigmal im Jahr aiiftritt, sondern nur zirka ein dutzendmal, und da 15 sein N ame daher kommt, daß er meist in den 50 Tagen nach der Frühlings-Tag־ und Xaehtglciehc auf»ritt, darf wohl als bekannt vorausgesetzt werden. 1 lochachtungsvoll Dr. Krwin L o e w y ־ Hattendorf ןוווו!וו1וווו!ווווחח!1ווויוו1ווו״ווו1זוווז1זןןןןןןוווווווחןןוןןן1ו!ןןן!וןןוןוןוווןןןןן1ןן11ווו1;1ןןןןווןןן1ןן!וווו1ן!ו!ווווווו!ווווווווו״זוווו111ווווו״וו1 dU MtiU&U ÜUtdeA - jluHdsckau erscheint nm kommenden Freitag. Sic bringt u. a.: Zweimal Lag b’Omer, Bericht und Bildet aus Palästina Der Neue• eine Erzählung aus der lugend-Alijah Die Fortsetzung der Ersähltmg •»Die ItICel-Kwuzah" Elrasar entwickelt wurde. In dieser Lebensansdtaimnß treten asketische Tetidcnzen hervor. Die jüdische Mystik wurde mit einer .strenger! Bußdisziplin verschmolzen, deren Regeln Elcasar aus Worms /usammenfaßfe: sie sollten als Mittel dienen zur Gottcscrkenntms, zur völligen Selbstaufgabe und Selbstverleugnung. Der das Buch erfüllende (•eist wird am besten durch die einleitenden Worte gekennzeichnet; ״Keine Krone überragt Demut, kein Denkmal einen guten Namen, kein Gewinn die Beobachtung der Thora; das beste Opfer ist ein zerknirschtes Herz, die höchste Weisheit die Weisheit der L.obre, die schönste Zierde -- Schamhaftigkeit, die schönste Tugend — Unrecht verzeihen. Liebe das gute Herz, hasse den Hochmut, bleibe fern von dem Prahler.... Heil dem. der stets sorgsam seines Schöpfers gedenkt, nach seiner Gnade mit Sehnsucht betet, liest und lernt!'‘ Literatur. M. Gmlcmann, Geschichte des Erzichungs- Wesens und der Kultur der Juden, I (1 SSO): Winter und Wünsche, Jüdische Literatur, II, III; G. Karpeles, Geschichte der jüdischen Literatur II; I. Elhogcn, Geschichte der Juden in Deutschland (10'iä). — Auszüge aus dem ״Ruch der Fromme n“ hei Zun/, Gesammelte Werke, I. — A 11 s z ii g e a ti s d e m ״R okeae h" bei Ad. Jcllinek, Auswahl kabbalisti* scher Mystik, I. - - Sag e ״ ü b e r J e h u d a C h a s s i d: M. J. Bin Gnrion, Der Born luchs (Schocken-Ausg׳abe), S. 3öä. Dr. J. H. Pald«4ina 41n4 Koriin OKR. 31W1SU UENCY PO El PALESTINE Berlin W 15, Meinekestraße 10. Telefon: Sammcl-Nummer 91 90 31. Sprechstunden des Palästina-Amtes. Allgemeine Beratung: Montag, ,Mittwoch, Donnerstag 9.30 bis 12 Uhr. — Juristische Abteilung: Montag, Mittwoch, Donnerstag II bis 13 Uhr; vorherige Anmeldung erforderlich. — Abteilung für Siedlung: .Montag, Mittwoch, Donnerstag 0.39 bis 12 Uhr. . Passage- Abteilung; Montag his Freitag 0.30 bis 12 Uhr. Touristik: Montag, Mittwoch, Donnerstag 0,39 bis 12 Uhr. - Wirt- Schafts-Abteilung: Montag, .Mittwoch, Donnerstag 0.30 bis 12 Uhr. - Zertifikats-Abteilung: Montag, Mittwoch, Do״- nerstag 0.3(1 bis 12 Uhr. Post nach Uebersee Vom 17. bis 25. Mai (ohne Gewähr) Oie angegebenen Zeiten sind die Abgang 1 Zeiten der Züge bzw. Flugzeuge aus Berlin. Die Sendungen müssen 1—11/9 Stunden vor Abgang bei der zuständigen Bahnhotspostanstalt (Flugpost beim rostamt SW 11) vorliegen. .Anschluß im Reich entweder bei D!m hgang der Züge bzw, Flugzeuge oder durch Sendung nach Berlin oder direkt an die Zwischenstationen. Bei der Aufschrift empfiehlt sich die Anbringung von Leitvermerken. Palästina fab Anh. Bhf. 22.55. Sonntags 21.29; Abgang München ca. 12 Siunilen später): 18. via Brindisi mit ,.Victoria“; 23. Haifa. — 20. via Belgrad: 25. Haifa. — 22. via Belgrad; 27. Haifa. — 24. via Brindisi mit ״Ocru.saletmne'‘; 30. Haifa. — 25. via Belgr.1'1; 31. Haifa. Luftpost: Mo., Mi., Fr. 7.00; 9.50 Wien; Di., Do., Sbd. Lydda (Linie Warschau—Lydda über Athen). — Di., Do., Sbd. 7.00; 8.15 Hallc/Lcipzig; 9.50 Wien; Mi., Fr., Stg. Lydda (Linie Amsterdam—Bandoeng über Athen). U. S. A.! 17. (Bhf. Frieilrich'tr. 15.44) via Cherbourg mit. ״Queen Marv'23 :׳. New Yn!k. — 21. fBld. Charloltenbg. 0.08) via Cherhomg mit ..!!reinen"; 26. New York. — 24. (Bhf. Friedrichstr. 15,44) via Le I lavre. mit .,Normandie"; 30. New York. : Luftpost (Xarhbringct'ltigc): 21. (mit Luftpost über Köln *ur ,.Bremen") 6.50; 11.00 Ki)!n. Südamerika! 19. (Bhf. 1• riediich-tr. 15.44) via Lissabon mit ״Cap Arrona■•; 1. 6, Rio: 4. ß. Buenos Aiies. — 23. (Potsd. Bhf. 23.42) via Genua mit ,.Contc Grande“; 6• 6. Rio; 10. 6. Buenos Aires. Luftpost (auch nach Milte'amerika und Westindien): Mi. Postschl. 21.00; Do. 5,00 Frankfurt a. M.; Sbd. Rio; Stg. Buenos Aires (Deutsche Lut’tp.). — Sbd. Postschl. 12.15; Di. Rio; Mi. Buenos Aires (nicht nach Bolivien und Kuba) (Frz. Luftp.). Südafrika: 19. (B1! 1. Friedrich-o. 13.58) via Soulhampton mit ״Stirling 3. 6. Kap-!adt. — 25. (Anh. Bhf. 22.12) via Marseille mit Cr-,irr"; 11. 6 Knn-tadi. Luftpost: Mi. und ,Sbd. 7.00; 9.50 Wien; an Kapstadt nach 6 Tagen (Linie London—Kapstadt über Athen). Australien: 19. (Anh. Bhf. 9.20) via Marseille mit ״Strathnaver“; 18. 6. Melboumec; 19. 6. Sydney. Luftpost: Di. und Sbd. 7.00; 8.15 Halle/Leipzig; 9.50 Wien; Do. und Di. Sydney; Fr. und Mi. Melbourne (nach ca. 11/3 Wochen) (I.inie Amsterdam — Bandoeng über Athen). Lag h'Omer in Me ron Von i ) 1! : » 1׳ I : : -; h in;! n n Ich -ehrt:)! 111׳:!:׳ K: ־ k! I -p:1/i I!!-;:1, der Weg *Grd schwerer, und :.:! v > ׳1:1;;;!׳ r inst!odmi Schrift. Wiraus reitet cm 111;:.:!׳! ■W1h,׳r 31;:' -1: ׳n׳u1 F.-rl, mir den Weg zu znpen. L- 1-t -1׳:״!׳ in! h; ulzu! 1 Stunden her, daß ich die Stadt >.11!׳:i 1:׳,׳ habe. Die Nacht bricht jicr- C!n und beginnt d. > 1 :km! /!! 1>! dm keil, die Erde und Die A Heilt■ i'oti .1/enz/1 Archiv llpilp den Himmel. l:s wird so finster, daß ich den Araber vor mir nicht mehr erkennen kann. Ich tappe aufs Geratewohl hinter ihm drein und weiß nicht, ob ich mich nicht schon langst verlaufen habe. Plötzlich — was für ein Schein erhellt die Nacht? Ein I euerfunke glimmt vor mir auf und erlischt. Noch ein Augenblick vergeht, und tausend Lunken leuchten auf. Auf einmal ist alles hell. Ich höre von ferne Gesang und höre die Worte: ,,Bar Jochaj, Heil dir sei!" Nicht anders, als daß Mcron vor mir aufgetaucht isi, Mcron, das Ziel meiner Wanderung. In wenigen Minuten stehe ich mitten unter Tausenden von Mensehen, die hier versammelt sind. Der vielstimmige Liirm, der mich mnbraust, dringt bis zum Himmel hinauf. Nur mit Muhe bahne ich mir den Weg zum Vorhof des Bethauscs, das hier über den Grüften des Sehim'on har Jochaj und seines Sohnes El’asar errichtet ist. Im Innern umfängt mich ein Lichtermeer, zahllose Kerzen, Dochte und Tackeln brennen. Du kannst dich weder nach rechts wenden, noch nach links lind \nrst willenlos von der Menge fortgerissen, die jetzt zu tanzen beginnt. Da sind Scfardim und Asclikenasim im Tanze vereinigt, dazu Jemeniten und Juden aus Buchara; auch einzelne Araber sind dabei, Manncr und trauen und Kinder. Ein Kinderreigeu lenkt zuerst den Blick auf sich. Der Strom zieht mich fort his zu den Gräbern hin. Im vordersten Raum erhebt sich der steinerne Sarkophag des Rabbi tl’asar. Von diesem Raum gelangt man linkerhand in den zweiter!, woselbst die Ruhestätte Bar Jocbajs sich befindet; der Sarkophag ist von einem eisernen Zaun umgehen, und Hunderte von Lichtern sind rings um ihn angesteckt. Auf dem Boden vor dem Grabe kauern Menschen und lesen den ״Sohar“, das Ruch, welches Sehim’on har Jochaj verfaßt hat. Das Gedränge wird größer. Immer neue Mengen von Mensehen wälzen sich heran. Man geht schon nicht mehr, sondern man tanzt, man spricht nicht mehr, sondern man singt. Man tanzt in einem großen Kreis, man tanzt in kleinen Kreisen, und wo ein Plätzchen frei ist, tanzt einer auch allein. Einer stimmt das Lied an: ״So hat Rabbi Akiba gesagt!" Die Menge fällt ein und antwortet: ״Heil dir Jisracl!" Der Vorsänger fährt fort: ״Der Herr hat zu Jaakow gesprochen!“ Wieder antwortet die Menge im Chor: ״Eiirchtc dich nicht, mein Kriecht Jaakow!״ Die Scharen tanzen zum Bethause heraus, sammeln sielt wieder auf dem weiten Platz davor und tanzen hier weitcr. Die Pauke wird geschlagen, die 1״ löte geblasen, die Geige gespielt; zwischendurch hört mail Freudenschüsse. Fackeln beleuchten den Tanz. Araber tanzen mit gezückten Schwertern, und ihre Umhänge wehen nach allen Seiten hin. Die allgemeine Fröhlichkeit scheint den Gipfel erreicht zu haben. Doch der Höhepunkt des Festes soll erst noch kommen. Um Mitternacht steigen die Wallfahrer auf das Dach des Hauses. Ihnen voran schreitet ein Greis, der das Vorrecht hat, die erste Fackel zu entzünden. Auf dem Dach steht, auf einem Sockel, ein großes steinernes Becken, mit Olivenöl gefüllt; darin schwimmen allerlei bunte Scidentücher, Schleier, Beutelchcn, Mützchcn und Kindcrhcmdchen: auch kostbare Gewebe sind darunter, mit Gold- und Silberfaden durchwirkt, (laben reicher Leute zu Ehren des Festes. Der Greis taucht seinen Stab in das Becken, zieht ein mit Oel getränktes Stück Zeug heraus und zündet cs mit einer Wachskerze an. Die Flamme schlägt hoch. Kleinere Becken derselben Art sind oben und unten aufgestcllt, und alle flammen in demselben Augenblick auf, da oben das Zeichen gegeben wird. Die ganze Fläche ringsum ist in einen einzigen Feuerbrand verwandelt. Reigen und Gesang halten die ganze Nacht an und ebben nicht ab. A!11 nächsten Tag kommen wieder neue Gäste, die mit frischer Kraft singen. Gleich nach dem Morgengehet beginnen die ״Umkreisungen“; Thorarollen in der Hand, wie am Simchat Thora, umwandelt die Menge den Vorhof siebenmal. Dann geht cs ans ״Scheren" der Aller* kleinsten. Die Eltern, der Vater oder die Mutter, bringen ihre dreijährigen Söhne herbei, und einer der Rabbinen oder ein angesehener Mann der Gemeinde schneidet dem Kinde mit der Schere das Haar und läßt zum ersten Male die kleinen Schläfcnlöckchcn stehen. Da ist ein kleiner Junge, ein Engclgcsicht mit hellen Augen und goldenen Locken, so schön, wie ich selten einen gesehen habe; der krümmt sich und strampelt wie wild unter der morderischen Schere, und die Mutter steht daneben und weint mit ihm ... Solange ich lebe, vergesse ich diesen dreiunddreißigsten Omer-Tag in Mcron nicht! (Aus Elicser L. Ehrmann ״Omer-Zcit und Schnwuolh". — Im Schocken Verlag, Berlin 1937.)