Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 39 (17.5.1938)
- Date
- 1938-05-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr, 39 17. V. 1938 sich dieser Aufgabe bewußt, Auster, aus dem Vorkriegsösterreich stammend, in Strvj geixtren, hat seine Bildung in Wien erhalten; nach dem Kriege in Palästina angesiedelt, wurde er ein erfolgreicher Rechtsanwalt und durch Heirat mit den eingesessenen Schichten der sefardisehen judenheit der Stadt verbunden. Er spricht fließend hebräisch, arabisch, englisch, französisch, deutsch, jiddisch und andere Sprachen, und bedurfte eines Dolmetschers nur kürzlich beim Besuch eines abessinischen Piinzen. Seit der letzte arabische Bürgermeister Dr. Khaidi auf die Seychellen verbannt ist, liegt die Verwaümig in AnsIcrs Händen. Die Zusammenarbeit mit den arabischen Stadtraten vollzieht sich in allen sachlichen!־ragen reibungslos, trotz der unverborgenen politischen Gegensätze; Auster gelang es, die Verwaltung zu entpolitisieren. Fs wird mir nach dc'11 wirklichen Bedürfnissen verfahren. Straßenbau, Hygiene, Beleuchtung nsw. sind keine politischen Angelegenbeiten. Die Stadt Jerusalem hat in den letzten Jahren, dank des Zustroms an Kapital und an Menschen eines höheren Standard, eiiu-n gewaltigen Aufschwung von einer orientalischeii Kleinstadt zu einer ordentlich angelegten, sauberen mul belebten Weltstadt diircligemacht. Die Straßen sind betoniert und asphaltiert, die Verkcltrsregulierung mit Rurulverkehr an den Kreuzungen und Geländer an den Gehsteigen funktioniert, viele Autobuslinien durchfahren die Stadt, vor allem aber: es gibt W a s s e r, Wasser in Fülle, so viel man will und braucht. Vergessen ist die Zeit der Zisternen, die eine der charakteristischen Einrichtungen jerusalems waren ׳ jedes Hans hatte seine Zisterne zum Auffangen des Kegenw assers, und im Sommer prüfte man äugstlieh, wie lau ge der Vorrat bei!;roher Sparsamkeit noch reichen moclitt׳: Vf1g׳'v1׳! ist das S! hl.inge^Sehen der Frauen an den Wasserhahnen, die nur zu bestimmten Stunden geöffnet waren, worauf ehe I lauen ui glühender Hitze stundenlang mit ihren Blechgefa lien warleteu; v ergessen der arabische Wasser- Verkäufer, der;Ulf Seinem!.sei Wasser 111 Zicgcntcllen äugeschlepp! brai hu׳. Um! das alles liegt ja erst fünf Jahre zuruck! Heute g!N ■es in den modernen Wohnvierteln die allermodernsten Badezimmer, niemand spart mehr mit Wasser, die Häuser haben ihr e kleinen < )arten, und man erkennt häufig schon von ivnrr.'ii dosen oder jenen bekannten Zionisten aus Deutschland vor seinem Hause, seinen Garten ganz verschw emlei i'Hi ans!lern Wawi'wlilaiicl( besprengend, - ohne sich Gedanken zu niae'hen, daß via־! eine neue und ganz außer- Ordentliche I 1;:mgcii-chaft i-t. Emeiiivuertel Millionen Gallonen Wasser vei.b; ,nicht Jerusalem heule pro l ag: das Wasser ist teuer, 2' . I'nt-Ucr pro Kubikmeter, trotzdem hat die Stadt! erwaltung, war Ku: gt 1 mei-ti r Auster uns sagte, noch ein Defizit heim \\ aS'C! Iredart. Hie \11iagr 111־1־ Wasserleitung Von Ras el Ajin hat timum Pt'mid gek out. Nie ist der grüßte Segen für die Stadt, die Vor nu־-st׳t/1111g ihrer Feisten/. Seit W a s s e r da ist, ist J 1■ r u s a I e 111 v o n ü r n n 11 a u f verändert, Audi alle andern Aufgaben der städtischen Verwaltung sind dadurch erleivhtert. Im übrigen besteht seit D'27 eine Plan 1111 « für den weiteren Aushau der Stadt. Wenn die Entviekhmg des Landes, dessen Metropole sie ist, nicht abgedrosselt wird, dann werden die weiten leeren Flacben. die man bei jedem Gesarntblick bemerkt, sich bald mit Gebäuden bedecken. Langsam werden neue Teile erschlossen. So z. K. stehen, vorläufig etwas einsam, auf der Höhe hinter Talpiot, die ״Giwat Elijahu", der Eliashügel heißt, bereits zwei schöne Häuser, bekannten Zionisten aus Oesterreich und USR gehörend, mit herrlichem Rundblick auf die Stadt urul ins Jordantal — bald wird sich hier eine neue ,,Scli'chiinalW entwickelt haben. Auch Rechavia ist nicht au einem lag gebaut worden. Auf dem Fisch des Bürgermeisters ist die künftige Au.-dehmmg in einer Karte vorgezeiclmet. Noch fehlt es in der Stadt an (mm, au Erholimgsplätzen. .Aber die Stadtverwaltung hat jetzt ein größeres Gelände jenseits der Bucharin reservier! und zum ersten, öffentlichen Park Jertisalems bestimmt. Möge dieser Plan bald verwirklicht werden! * f reilich, IM,1111mg vermag das .äußere Bild Jerusalems 71! ändern und seine Auflehnung zu regulieren, aber unerforschlieh scheint!.las W e s e 11 dieser Stadt. In ihrer Mitte liegt versteinert du׳ Altstadt, eine museale Sehenswürdigkeit, seit den Unruhen stiller geworden und mx־h mehr verarmt. Zwar hat auch hier die Stadtverwaltung־ reformiert, für Straßen lind Beleuchtnug gesorgt, aber es liegt etwas linheimlielies über dieser Enklave. Die früher üblichen romantischen Spaziergange von Juden sind sehr selten geworden, es sei denn, daß cs sieh um Proze-sioneii zur Klagemauer auf der neuen, arabische \ iertei nioglielM vermeidenden Zugangsstraße Irandelt. Die Juden haben ehe Altstadt fast verlassen, es sollen noch 41KM! dort wohnen, fh handelt sich hier meist um orthodoxe Juden!1 es Typs, den man 11 en ״alten Jischuw" nennt. Diese On!Kxloxcri,!ncot nach I leikimi! zusammenlcbend, haben auch außerhalb der Stadtmauern ihre eigenen geschlossericn Wohnbezirke, deren bedeutendster ״Mea Seliearim״ ist, sie sind aber auch in andern Vierteln verstreut (״Sehaare 2cdek" 7, B. grenzt mim ittelbar an das moderne Rechavia). Das Haupt dieser Orthodoxie mit Ausnahme der agudistischen Trennuiigsorthodoxen — ist als Nachfolger des verstorbenen Rabbi Kuk der neue Oberrabbiner f>r. M c r t z o g, aus Irland kommend, ein Mann, der rabbinische und moderne Bildung vereinigt; er arbeitet eben an einem großen sechsbändigen Werk über das jüdische Recht, in englischer Sprache, dessen erster Band schon erschienen ist, ein Werk von größter Bedeutung für den Fall der Entstehung eines jüdischen Staates. Jeder Streifzug durch Jerusalem führt in abseitige Wellen. Da sieht man /. B. eine Abendschule, die die Wizo für o r i e 11 f a U s c h e J u 11 e n m ■\!1 e 11 e n eingerichtet hat, die tagsüber ah Dienstmädchen, oft für geringen Lohn, arbeiten. Man sieht jemenitische, kurdische, persische, bucharisehe, georgische Jüdinnen, alle Altersstufen, aber die Jugend über- Wiegt, arbeiten doch diese Mädchen schon mit 12 Jahren, Die Agitation des Mufti Von unserem Berichterstatter K, Paris, im Mai Der frühere Jerusalemer Mufti hat sich vor der Verlraftung durch die englische Polizei nach dem Libanoustaat gefluchtet, wo ihm unter dem Versprechen, sich jeder politisehen Tätigkeit 71! enthalten, von den französischen Behörden das Dorf LI Zouk in der Nähe von Beirut als Wohnsitz zugewiesen wurde. Dieses Versprechen, sich in Zukunft ruhig zu verhalten, ist aber von Amin ei Hussein!' nur ganz kurze Zeit eingehalten worden. Die neue politische Aktivität des Mufti beginnt jetzt auch die französische Oeffcritlichkeif zu beimruhigen, und man beginnt, sieh in der französischen Presse ansführiieh mit dem Mufti und seiner Tätigkeit zu beschäftigen. Die interessanteste unter den Veröffentlichungen über die Tätigkeit der arabischen Extremisten in Syrien ist ein Artikel des Kairoer Korrespondenten des ״Teuips“. Der Korrespondent stellt fest, ״daß sich um den Mufti ein nettes Terror- Zentrum gebildet hat, das etwa 20 Personen umfaßt und das regelmäßig Sitzungen in Damaskus abhält. Dieser ,,(jeneralstah״!eitet systematisch den arabischen Terror in Palästina. Die Ziele des Mufti sind systematischer Terror in Palästina, Propaganda in Syrien, Irak und Aegypten, Ausnutzung der inneren Streitigkeiten in den arabischen Staaten zugunsten der Extremisten. Die Terroristen setzen sich in der Hauptsacke aus Dorfbewohnern ans dem Hauran zusammen; da diese aber durch die englischen Truppen schwere Verluste erlitten haben, wurden sie durch angeworhene Marokkaner, I )misch, Tseherkessen und .Armenier ergänzt. Sie sind regelmäßig besoldet. Die Terroristen haben in jedem syrischlibanesischen Grenzdorf ihre Operationsbasis. Sie verfügen über reiche Geldmittel. Die Aktion der Terroristen leidet aber unter dem Mangel an militärisch geschulten Führern, die eine Aktion in größerem Maßstahe imternehmen können. Die früheren Chefs ' F a u z i Kaukji und Amin R u w e i h a haben sich geweigert, wieder an die Spitze der neuen Terroraktion zu treten. Die Grenzüberwachung ist, wie der Korrespondent betont, auf beiden Seiten der Grenze völlig ungenügend. Das palästinensische Zentrum der Terroristen ist bafed. Der Waffenschmtiggel steht in voller Blüte, da ein großer Teil der syrischen Grenzbeamten mit den Terroristen im Bunde steht. Zentrum des Waffenhandels ist in Damaskus der Stadtteil Maidan. Die modernen Waffen werden an der l.ibaiionküste ausgebootet. Das Terrorzentrum des Mufti hat politische Filialen in Bagdad, das ״Palestine Defence Committee", sowie in Damaskus, das ״Office de Propaganda et de Pubiicite“. In Aegypten ist der Propaganda der arabischen Extremisten bisher nur geringer Erfolg beschieden gewesen, da sich die ägyptische öffentliche Meinung bisher desinteressierte. Dagegen ist ihr Einfluß in Bagdad und Damaskus im Steigen begriffen. Die arabischen Klubs in Damaskus gleiten immer mehr in das Fahrwasser des Mufti. Aus Damaskus wird gemeldet, daß der dortige britische Konsul bei der Regierung vorstellig wurde und auf größere V o r s i e 111 s m a ß!1 a h m e!1 an der palästinensisehen Grenze drängte, um den Waffeiisclimuggcl von Syrien nach Palästina zu verhindern. Ferner wurden die französischen Behörden gebeten, Maßnahmen gegen die in der syrischen Presse betriebene a 111 i b r i t i s c 11 e Propaganda zu ergreifen. Auswanderung: aus Oesterreich Von unserem Berichterstatter j. R. Wien, 11. Mai Die ersten Tage nach Eröffnung der Aus wänder 11 11 g s 3 1) t e i I 11 11 g der Wiener Israelitischen KultusgeiiH'inde, die im Rahmen der Fürsorgc/entrale der Gemeinde geführt wird, sahen bereits einen außerordentlich starken Parteienverkelir. Die Atiswaiicieningswülligen stehen in langen Reihen, Die Regelung des Zu- und Abganges versehen judisehe Ordner, die durch blattweiße Armbinden gekennzeichnet sind. Das glGche Bild bietet auch die nächste Umgebung der Marc-Aurel-Straße, in der sich die zionistischen Büros und das P a 1 ii s t i ri a - A 111 i befinden. Schon in den frühen Morgenstunden linden sich Leute vor dem Hause ein. Der. große Sitzungs- und Vortragssaal des zionistischen Landes- Komitees ist in ein Auskimfts- und Informationslokal umgewandelt wurden. An langen Tischen sitzen zionistische .Männer und Frauen und erteilen Hunderten von Menschen Auskünfte bezüglich der Palästina-Wanderung. Fs gibt separate Stellen für Jugend- und Schüler-Alijah, Chaluzim und Handwerker, 1 'rauen-Alijali, sowie Anforderuugs- und Verwandten/ertifikate. Fine eigene Stelle ist der Provinz gewidmet. 111 den ersten zwei Tagen hat das Wiener Pa-!ästinri-Anit insgesamt USD Menschen registriert, aber einer weit höheren Zahl Rat und Auskunft erteilt. Insgesamt sind in den zwei ersten Tagen an ' 3000 Fragebogen an Interessenten abgegeben worden. Fine große Zahl von scliriftliehen Ansuchen tun Vormerkung für die Palästina-Wanderung liegt ans der österreichischen Provinz vor. Auch in der Auswandenuigsahtciluiig der jüdischen Gemeiride betrug die Zahl der am ersten Vormittag arigcforderten Auswanderuiigsbogcn weit über tausend. Die ganze Tätigkeit erstreckt sich gegenwärtig nur auf die Erteilung dieser Anmelde- resp. Fragebogen an die Emigrationsbereiten, wodurch sich erst die Gemeinde ein Bild über die persönlichen, familiären und sozialen Verhältnisse des betreffenden Bewerbers schafft. Nach Sichtung dieses Materials wird die Gemeinde an die praktische Durchführung der Aiiswanderiingshilfe schreiten können. Auch im P a 1 ä s t i n a - A m t erschöpft sich derzeit die gesamte Tätigkeit in der Registrierung der Palästina• Wanderer. Der langjährige ehrenamtliche Leiter des Palästinaamtes, Dr. Alois Rothenberg, hat alle administrativen Vorarbeiten getroffen, die für den _ täglich immer größer werdenden Andrang nötig geworden sind. * Die jüdisciien Mittelschüler und Mittel- Schülerinnen, deren Zahl mit insgesamt 5000 angegeben wird, wurden, wie berichtet, in eigenen Schulen zusammen• gezogen. Diese nur für Juden bestimmten Lehranstalten sind: die Gymnasien im 2. Bezirk, Zirkusgasse und 9. Bczirk, Wasagasse; die Realgymnasien im 2. Bezirk, Kleine Sperlgasse und 20. I htterberggasse; die Realschulen im 1. Bezirk, Schotteubastei, und 3., Radetzkystraße. Das Realgymnasinm im S. Bezirk, Albertgasse, wird gemischt mit Klassentrennung geführt. Sie sind meist Analphabeten, und das Verdienst, diesen Frauen und Mädchen etwas Elementarbildung, zugleich Sinn für Schönheit und Kultur beizubringen, kann gar nicht־ hoch genug eingeschätzt werden. Die Lehrerin ist mit wirklicher Liebe bei der Sache. Es ist rührend und erfreulich zu beobacltteil, mit welcher Begeisterung die Mädchen lernen und singen, wie ihre Augen glärr/eri, wie sie innerlich teil nehmen, — obwohi sie doch müde von der schweren Arbeit und sehr arm sind. Wie wir die Schule verlassen und in die dunkeln, ungepflegten Gassen der Bucharia hinauskominen, beobachten wir eine Prozession tanzender Juden, die sich im Scheine von Fackeln singend fort bewegen, unter neugieriger Anteilnähme des ganzen Viertels. Nach ein paar Schritten bleibt der Menschenknauel stehen, ein Mann wird auf die Schultern Max Weissler Berlin W,ע" Kleiststr. 12 2jj& gehoben und hält eine Ansprache zur Begrüßung von zwei T 11 o r a r o! I e n, die von dem jungen Raw der Heiinatsgemeinde des Redners aus Bagdad gebracht worden sind und nun in feierlichem Zuge in die Synagoge der kurdischen Juden überführt werden. Viele bewerben sich um die Ehre, die Thorarollen ein Stink zu tragen, zahlen dafür auch gerne eine Spende, und rings Frauen und Männer in orientalischen Gewändern, in bunten Farben, phantastische und pittoreske Gestalten. Das ganze hat den Charakter eines primitiven Volksfestes, in das man zufällig hineingeraten ist. Solche Kulisse könnte der genialste Regisseur nicht erfinden. * Welch ein gewaltiger Abstand von liier zu dem geistigen Leben des neuen Jerusalem! Man denke an dk Konzerte Toscaninis, man denke an die Hebräische Universität auf dem Skopns. Martin Ruber hat dieser Tage seine Vorlesiingen begonnen. Das ist ein Ereignis, das die Judenheit in Deutschland besonders nah angeht. Denn Buber war bisher in Deutschland tätig, seine Werke und Vorträge bedienen sich der deutschen Spracht*, ja sein Hauptwerk!11 den letzten Jahren war die lJeher,Setzung der Bibel aus den! Hcbräisehen ins Deutsche. Die Verlegung seiner Wirkungsstätte nach Jerusalem ist — gerade in diesem Falle mehr als bei andern — mehr als eine ürtsverändenmg. Buber liest mm hebräisch; und mit großer Spannung hat man auch aus diesem Grunde der Antrittsvorlesung entgegengeselien (über die liier schon berichtet worden ist). Buber erwies sich als ein souveräner Meister der hebräischen Diktion und des hebräischen Vortrags. Sein Hebräisch wurde allgemein bewundert, die Wahl der Worte, Sat/bau und Stil ergaben einen völlig adäquaten Ausdruck der Gedanken. Bnbers hebräische Vorlesungen sind auch .sprachlich eine Bereicherung der Universität, bei der die sprachlichen Dinge, infolge der Notwendigkeit von Berufungen aus dem Ausland, nicht immer ganz befriedigend liegen. Bucharia und Buber — zwei Welten, die kaum auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen sind, eine der vielen Gegensatz-Spannungen der an Gegensätzen so reichen Stadt. Wieviel ist hier noch zu tun, um ein Volk zu schaffen. Die Schichten sind bisher nebeneinander gelagert, und der Wille zu einer wirklichen Integration ist noch kaum vorhanden. Nirgends spürt man das so wie in Jerusalem. Man könnte Bände über Jerusalem schreiben lind würde kaum mehr als die Oberfläche erfassen. Und min wird diese Stadt zum Objekt einer politischen Operation, sie ist zwischen den Zähnen des Löwen. Möge die Entscheidung so fallen, daß ihr einzigartiger Charakter, bewirkt durch Natur und Geschichte zugleich, gewahrt bleibt. Bei einer weisen Ordnung der Dinge kann die Stadt, deren neue Entwicklung ja nur 15 Jahre alt ist, in einigen Jahrzehnten eine herrliche und glückliche Wohnstätte werden, und viele Tausende von Juden, die heute durch die Welt irren, können sich dem irdischen Jerusalem verbinden — das freilich nur zusammenzudenken ist mit dem anderen Jerusalem,der Stadt des ewigen Friedens. Mögen alle Beteiligten die Verantwortung spüren, daß in ihrer Hand nicht nur ein Stück Land ist, sondern eine I d e e. Und die Menschheit unserer Tage braucht nichts so sehr wie Ideen. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Robert \V e 11 s c h, Bcrlin-Charl # (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewenstein, Berlin W 15. Anzeigenlciter und verantwortlieh für den Inhalt der Anzeigen: Hermann Rinn, Berlin W15. Gültig Anzeigen - Preisliste 5 vom X. April 1938. Verlag und Anzeigenverwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W 15, Meinekestr. 10. D.A. 1/1938: 20043. — Druck: Siegfried Schalem, Berlin-Schöncberg. Zur gefl. Kenntnisnahme A N Z U G E aus *wollenen, schone nIC am m gar ח• und Chtvlotjtoflen, mit voll endetem Sitz 50,- 60,- 70,- MANTEL aus wollonen, imprägni«rt«n Gebar• dine- oder woDenon sportlichen Chaviotstoffan, mit guter Verarbeitung -,60 ־,80 -,40 SONDER- ANFERTIGUNG nach Ihren Maß«n u. Wünschen, Konfektionsmäßig•, gute Verorb.itung 7g,. 80,- 110,- REIN MASS mit 2 Anproben 100,- 180,- Ich mache höflich darauf aufmerksam, daß ich nur mein Geschäft Spittelmarkf verkauft habe und das Geschäft Oldenburger Straße 48 (Ecke Turmstraße) nach wie vor weiterführe. Der gute Ruf, den ich mir als Lieferant preiswürdiger Q ualitäts - Kleidung erworben habe, sichert Ihnen nach wie vor guten Einkauf. Prüfen Si« bitte vor Einkauf meine Angebote — der kleine Weg ist bestimmt lohnend ך־ ';222’22.7'. ׳1 , -:׳ .. ־־ , ,׳ ■ 23:׳ ' ־ י::-־ 2 |3' ״AtOSTRASsr ו;-־־־ :־*:» Die leine hleiduno-df: Behieidungshaus Bernhard sohoi-Eisenstein. mdabit “״ ־״ ■י״'״,״ S1RASSEM8AHN: 5, 6.12.13, *5.21. AUTOBUS: 11.21. 28, T. 'ס EtkoTurm.tfoO• STfrMfrAMN: OtDfWSURCERSTR.