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Jüdische Rundschau · 1938-05-17 · Heft 39 (17.5.1938) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 39 (17.5.1938)
Date
1938-05-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Y , ’׳ r Nr. 39 x Jahrgang 43 Preis 25 Rpf * JÜDISCHE RUNDSCHAU Hc4«kHon,V«rlag und A ncelganvarwiltBiigi BerlinW15, Melnekeatr.lO Ftinraft 919031, Tel«gT(1111m*Admtet Orghlp. “ ln Fällen höherer Gewalt besteht kein Anspruch •vif Nachlieferung mler Erstattung etwa schon gezahlter Bezugsgebühren. Bezugspreis eimchlieBlich Bestellgeld je Monat RM 2,— , je Viertel* jahr RM 5,75; bei Abholung RM 188־ bzw. RM 5,39 (einschließlich Postzeitungs* gebühr von 10,72 Rpf je Monat). — Postscheck Konten der Vertrieb» * Abteilung für Groß-Berlin: Berlin 71523, für das übrige Reich: Berlin 17392 BERLIN ט״ז אייר תרצ״ה DIENSTAG, 17. MAI 1938 Erscheint jeden Dienstag' and Freitag• Gültig ist die Anzeigenpreliliste Nr. 5 vom!.April 1936. Die zwölfgespaltene mm-Zeile 20 Rpf, für Familien» Nachrichten 15 Rpf. Keine Gewähr für Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Ausgaben oder an bestimmten Plätzen. Einzelanzeigen nur gegen Vorauszahlung auf Postscheck * Konto Berlin 71618 oder bar Montag bis Freitag 9—18 Uhr. AnnahmeschluB für die Dienstag - Ausgabe: Montag!0 Uhr, für die Freilag Ausgabe: Mittwoch!5 Uhr. Familien •Anzeigen am Tag: vor Erscheinen 16 Uhr Oer Zionismus erstrebt ftir das iOdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. (Baseler Programm) Die Kommission arbeitet Jerusalemer Notizbuch RW. Jerusalem, Anfang Mai ״In Jerusalem leben.,..“ Der Jude von heute bat keinen festen Wohnsitz.. Viele Tausende steilen vor der Frage, wo sie ihr Lehen, das irgendwo abgebrochen werden muß, weiter führen werden. Man überlegt immerzu. Die ganze Welt zieht kaleidoskopartig an dem inneren Auge vorüber. Wirklichkeit und Phantasie mischen sich. Unter all den Vorstellungen eines etwa mögliehen Wohnortes ist wohl keine so phantastisch und romaritisch, so packend im Grunde unglaubhaft, wie diese: in J e r tt s a i e m leben. Auch der Nüchternste kann sich gewiß nicht von dem Oefühlsbciwcrk befreien, das sieh hier einstellt. Denn hier ist n1111111m11!1111Mm1111H11m1!1m111MM1i1n11i111!11111111111H11111M11mn1111111!111111!1111r1u1M111rm111!111n11111111t11111111m111m1111t Emigrationskonferenz am 6. Juli Die Konferenz, zur Behandlung des Problems der Emigration, die auf Vorschlag von Präsident Roosevelt einberufen worden ist, wird am 6. J u i i in Evian (Frankreich) eröffnet werden. Der amerikanische Gesandte in der Schweiz, Leland Harrisoii, teilte dies den Mitgliedern des Völkerbunds-Komitees zur Behandlung des Emigrantenproblems mit, weiche ihren Bericht dem Völkerbundsrat überreichten. Harrison wird die Washingtoner Regierung Uber die jetzigen Genfer Verhandlungen über das Emigranten- Problem informieren. tmillllMHIMIIIIimillllllllMIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIMIIIHIIIMIItimilMIIIIIIIIIIIIMIIMIIIlIHlMIIIIIIIIMMnilllllllllillllllimilimim mehr als bloß ״Geschichte“. Es gibt auf dem Erdenrund viele Plätze mit großem geschichtlichen Namen, verknüpft mit Ercignissen und Erinnerungen, Orte, die historisch und kirnstlerisch, landschaftlich und literarisch etwas bedeuten. Aber Jerusalem ist mit nichts zu vergleichen. Diese Stadt ist von einem eigentümlichen, einzigartigen Pathos umweht, sie ist, ob wir wollen oder nicht, nicht nur ein geographischer Punkt, sondern zugleich ein Symbol, eine Idee, und hier — mehr als in irgendeinem Teil der Welt — ist die Idee stärker als die Wirklichkeit. Jerusalem, die hochgebaute Stadt, umgeben von den judäischen Bergen, verklärt von heller leichter Luft, mitten in strenger und doch nicht monotoner Landschaft, die durch ihre Monumentalität immer wieder von neuem erschlittert, — diese Stadt hat ihre eigene Atmosphäre, eine metaphysische Wesenheit, die mit der physischen eng verknüpft ist. Nicht umsonst stand im Denken der Menschheit durch Jahrhunderte das ״himmlische“ Jerusalem neben dem irdischen. Es ist unmöglich, sich von diesen Assoziationen zu befreien, wenn man von ferne an Jerusalem denkt, und ebenso unmöglich, wenn der Fuß die Stadt betritt. Und heute leben tausende Juden in Jerusalem, Menschen unserer Art, Juden, die früher in irgendeiner Stadt Deutschiands oder Europas ein bürgerliches Leben führten, dem Alltag zugewandt, in bestinunteri Formen der Zivilisation unseres Zeitalters. Bricht nun dieses Zeitalter auch in die Stadt der Zeitlosigkeit ein? ״Leben“ heißt Alltag, die Menschen gehen Ihren Geschäften nach, haben ihre kleinen Besorgungen, ihre täglichen Bedürfnisse, ihre Vergnügungen. Es gibt eine mo- (ferne Stadt Jerusalem, mit Riiros und Geschüftsiiiden und Kinos, und mit sehr vielen Problemen, die gar nichts Metaphysisches an sich haben. Es mag sonderbar erscheinen, aber für viele ist Leben in Jerusalem eine prosaische Sache geworden, und mir selten werden sie dessen inne, wohin sie da verschlagen sind. * Das Leben in Jerusalem geht ohne Stillstand weiter, aber eine Wolke der Ungewißheit liegt über der Stadt. Die Diskussionen über die Zukunft des Landes betreffen Jerusalem in besonderer Weise. Was wird mit Jerusalem? Die Juden, die Mehrheit der Stadtbevölkerung bildend, leben in ihrer eigenen Sphäre. Es gibt ein fast abgeschlossenes ״jüdisches“ Jerusalem, besonders für die Juden der letzten Einwanderungswelle, die sich in einigen Stadtvierteln auch räumlieh konzentrieren. Und doch ist Jerusalem nicht nur eine ״gemischte“ Stadt, in der die arabische Bevölkerung des Landes ihr Zentrum und ihre weithin sichtbaren großartigen architektonischen Wahrzeichen hat, es ist auch darüber hinaus eine ״internationale“ Stadl erster Ordnung, in der verschiedene Volksgruppen, wenn auch numerisch nicht sehr groß, ihr eigenes Lehen führen, mit all den Eigenarten der betreffenden Nation, Konfession oder Stammesgruppe. Und es ist der Sitz der englischen Zentralregierung des Landes, der hohen Beamtenschaft, des Militärkommandos, der Kirchen und Klöster. Es ist erstaunlich, wie wenig Berührungspunkte diese auf engem Raum nebeneinander existierenden Welten miteinander haben. Einer weiß nicht vom andern. Es gibt z. B. nur sehr wenige Juden, auch unter den jahrelang hier wohnenden, die Einblick haben in diese fremden Bezirke innerhalb ihrer eigenen Stadt. Es ist eine Stadt voller Geheimnisse. Der Begriff des ״Bürgers von Jerusalem“ ist noch viel weniger eindeutig als der des Bürgers irgendeiner Stadt der Welt. Nicht immer steht diese Tatsache klar vor dem Bewußtsein. Im Zusammenhang mit dem Teilungsplan des Peel-Berichte־s, der ganz Jerusalem der künftigen britischen Zone zuweist, wurde bekanntlich von jüdischer Seite die Forderung erhoben, daß die jüdischen Teile Neti-Jerusalems dem künftigen Judenstaat angegliedert werden. Es braucht kein Wort darüber verloren zu werden, welche ide- Die Liste der Regicrungs Vertreter, die vor der neuen Palästina-Kommission erscheinen werden, ist noch nicht veröffentlicht worden. Marl nimmt an, daß führende Regierungsheamte sowie Boden- und Steuersachverständige und militärische Sachverständige erscheinen werden. Der j ü d i s c he St a ״ d p u ״ k t wird, wie man annimmt, voraussichtlich in erster Linie von Dr. VC' c i z in a n 11 vertreteii werden. Ferner dürften Schcrtok und R u p p i n Aussagen machen. Man glaubt, daß weiterhin Pinchas Ruthenh e r g, der Direktor der Palestine Electric Corporation, aussagen wird, da der Peel-Plan Vorsicht, daß das Ruthenberg־ Werk zum arabischen Teil des Landes gehören soll. Von seiten der Gegner des Teilungsplanes werden IJssischkiii, Rabbi Mosche Blau von der Agudas-JisrocI lind Prof. I. A k z i 11 von der Neiizionistiselien Organisation vor der Kommission erscheinen. Araber werden auf Grund der bisherigen arabischen Stellungnahme, die Kommission zu boykottieren, offiziell nicht vor ihr erscheinen. Es wird behauptet, daß die Kommission nach der Rückkehr nach London weitere Vernehmungen durchführen wird. Die erste einleitende Konferenz der Jewisli Agency mit der Teilungskommission fand am 10. Mai statt, um hauptsächlieh das Verfahren bei den Sitzungen zu besprechen. Das Kleine Zionistische Aktions-Comite soll am 18. Juni zusammentreten, um den zionistischen Standpunkt zu formulieren, der vor der Teilungskommission vertreten werden soll. Die Einstellung der Nationalen Verteidigung*- artei, die von Ragheb Naschasehibi geführt wird, zu der eilungskommission wurde in einer in Ramleh abgehaltenen Das ungarische Judengesetz angenommen Von unserem Berichterstatter Budapest, 14. Mai Nach den Ausschüssen liat nun auch das ungarische Abgeordnetenhaus die Regierungsvorlage über das Judengesetz angenommen. Dagegen stimmten die Vereinigte׳ Christliche Partei, verschiedene freisinnige Fraktionen, die Sozialisten sowie mehrere Mitglieder des Hochadels. Für den Gesetzentwurf stimmte die Regierungspartei, wällrend die zweitgrößte Partei des Parlaments, die der U n - abhängigen K 1 e i n w i rt e, durch ihren einzigen Generalredner, Tihor von Eckhardt, ebenfalls für das Judengesetz votierte, es aber an Kritik nicht fehlen ließ. Während die Judenvorlage im Abgeordnetenhau.se noch zur Verhandlung steht, hat die Ausschaltung der Juden aus den verschiedenen Bereichen des ungarischen Lebens bereits ihren Anfang genommen. Sportvereinigungen, die Organisation der Filmprodnktion, Interessenvertretungen kaufmännischer Natur haben die jüdische Verhältniszahl durchgefiilirt. Auch jüdische Unternehmungen und Privatfirmen beginnen, ihren jüdischen Angestellten zu kundigen. Ihres vorgerückten Alters wegen sind der Vorsitzende des Budapester Journalisten- Verbandes, auch mehrere Advokateukammerpräsidenten in der Provinz zuriiekgefreten. Dem ״Nationalverband ungarischer Aerzte“ liegt ein Beschluß seines Ausschusses vor, nach dem die Krankenkassen in Zukunft ihre Patienten nicht dem jüdisehen Spital in der Hauptstadt, sondern Provinzkrankenhäusern zuweisen sollen. Dr. A. F. eilen und sachlichen Momente für diese Forderung in die Waagschale zu werfen sind. Der Gedanke, daß cs keiner! ״Zionismus ohne Zion" geben kann, wurde sogar im englischen Parlament von keinem Geringeren als dem Erzbischof von Cantcrbury vorgetragen; und ebenso wird anerkannt, daß das moralische Gewicht und die Steuerkraft der Jerusalemer Jndenheit dem Judenstaat nicht vorenthalten werden kann. Aber mit der Zustimmung zu diesen Einsichten ist das Problem noch lange nicht praktisch gelöst. Jeder Spaziergang in dieser Stadt belehrt darüber, wie eng hier alle Elemente räumlich miteinander verschlungen und i!1 gewissem Sinn voneinander abhängig sind. Hier einen Schnitt zu ziehen, würde eine sehr verantwortungsvolle chirurgische Aufgabe sein, und die Vorstellung, daß mitten durch die Stadt Landesgrenzen verlaufen sollen, ist zunächst nicht so leicht hinzunelimen. Die ״technische״ Kommission, die sich jetzt das Land betrachtet, wird hier ihre Meisterschaft zu bewähren haben. Die Jndenheit Pa'ästinas, aber auch das jüdische Volk der ganzen Welt, würde sich mit der Ablösung von ganz Jerusalem von dem jüdischen Gemeinwesen niemals abfinden. Zu stark färbt diese Stadt den ganzen Charakter des Landes. Ein Juden- Staat, dessen Wahrzeichen mir das geschichtslose, schnell erbaute Tel Aviv wäre, und über dem nicht die verpflichtende Macht des vieltausendjährigen Jerusalem läge, würde der Weihe entbehren, ohne die die Erweckung des jüdischen Volkes unwirksam und unhistoriseb wäre. Es ist wahrschein־ lieh keine 100 ״״ig befriedigende Lösung möglich, jeder Schnitt wird gewisse Mängel haben, vielleicht einen Bevcilkenmgsaiistausch notwendig machen; aber im großen ganzen zeichnet sich das Hauptstück des jüdischen Teils der Stadt schon ab. Es umfaßt den Westen, die Jaffastraße von der alten Post an mit den südlichen Querstraßen, King Georgestraße und Recliavia, sowie das ausgedehnte, heute zum Teil noch unbebaute Gebiet zwischen Rcchavia und Beth Hakerem, und verbunden durch die Chancellorstraße mit den Vierteln Kerem Konferenz diskutiert; es wurde beschlossen, daß Vertreter der Partei nicht vor der Kommission erscheinen sollen. Jedoch wurde kein!:imvand gegen Aussagen von e i n z e I ti e 11 A r a h e r 11 als P r i v a t p e■!׳ s o u e!1 vor der Kommission erhoben. (Siehe auch Seite 2.) Wieder Kantonisierungspläne? Der Jerusalemer Kolrespomlenf der /citsebrifl ..(ireat Britain and fhe Fast“ berichtet am 12. Mai, dal! <■- den Anschein habe, daß die Aussichten für ehe I riliing l’ ilie-tina* in zwei getrennte Staaten in e 1׳ k I i e 11 g e 1 1 11!: c r wurden, und daß als Ausweg sieh der K a 11 t o nim e r 1; 11 g *- plan zeige. Dieser Vorschlag, so wird argmueul ert, hat alle Vorteile und wenige t.ler Schattenseiten inner wdUt.iiuligen Teilung, gegen die der häufigste l.iiiwand 1-5, ilä; sie 1 n dgültig in ihrer Wirkung wäre. I"■ ■a i \ leb. h ht, so schreibt der Berichterstatter, kune Imh-.h1 einin, daß einige höhere Regierungsbcainte nicht nhgi iieiut -ווייס, eine Aufteilung des l andein Kantone zu beim um teil, dan n jeder Selbstrcglrriing liahmi, aber der Hunde-׳ Au;-1׳ e ,1׳ unterstehen und mögliche \vei*1 ii ihr vertreten seri so1!, lauer der 1 lauptanrcizc des Kantoni-irrung-pian-, für da׳ gein iliigteil Araber wurde sein, daß diese Regierung-f׳e u: ela-t'-ber wäre, als es bei einer Zerschneidung des lande-!int 1!1r;n notwendig folgenden Komplikationen der I ali -er! kannte. Es gebe viele Araber, die wußten, dal! 111! Voll,!•־!׳. h nicht völlig reif für vollständige Selbstregierung sei, und die vorziehen wurden, unter britischem Schutz den Weg zur endgültigen Unabhängigkeit zu gehen. Abraham, Mea Schearim, Btidiaria, und endlich den jüdischen wissenschaftlichen Instituten auf dem Skopus. Freilich, in dieses Gebiet sind arabische Teile eingesprengt, auch Christliehe Institutionen, große staatliche Bauten und Institutionen, die zum ״internationalen“ Jerusalem gehören. Es bedarf weitschauender Vision, uni hier einen Plan zu entwerfen, der auch die künftige Entwicklung berücksichtigt. Denn vorläufig geht die Entwicklung weiter ohne Rücksicht auf etwaige Tciluiigslinieii. Fs wird heute in Jerusalem, gemessen an der Zeit vor vier Jahren, wenig gebaut, aber der ständige Fortschritt des Ganzen ist nicht zu verkennen. In der Jaffastraße ist das große neue Postgehäude fast vollendet und wird bald der Benutzung übergeben. Unmittelbar daneben i,-t ein neuer Pala-t der (jiiclischon) Anglo Palestine Bank im Bau, in nächster Nahe befindet sich das Gebäude der engli-vhen BaielavN Bank. I )ieser Ted der Jaffastraße hat sieh gewaltig verändert, aber schon Unmittelbar anschließend finden wir noch die armseligen niedrigen und halb verfallenen Hauser devorigen Jahrhunderts. Der Weg links führt zu ״Naehlat scimva“, benannt nach den ersten sieben Juden, die sich außerhalb der Stadtmaller ansiedclten ()Süd). Genuß werden diese Häuser der nächsten Konjunkturwelle nicht standhalten, sie sind abbrudireif und werden durch Neubauten ersetzt werden, wie sie hier lind da schon heute liervorfreten; kundige Jeru-,־deiner wissen bei den meisten Häusern, wem sie gehöien und wer hier baut, und da empfängt man auch ein Bild der Gemengelage von jüdischem und arabischem Hausbesitz. In der Nahe des Oinema Zion, bei der Ben Jehudastraße,!st auch ein riesiges neues Kino im Bau, dessen Umrisse sielt schon ab/cirhnen, Aber Jerusalem ist sehr vielseitig. Geht man die jaffastraite etwas weiter, gerät man in die Quartiere der orlentaii-flien Juden. Die wenigsten machen sieh klar, daß laut Statistik öO <0! aller Jerusalemer Juden der! sogenannten orientalischen Gemeinden angeboren. Sie sind zum großen Teil in den letzten Jahren eingewandert, aus fürchterlichem Elend kommend und auch hier im Elend versinkend. Das Viertel der kurdischen Juden an der Jaffastraße ist ein Musterbeispiel solcher Elendsquartiere. Wie es in Jerusalem darum bestellt ist, zeigt anschaulich eine eben erschienene Arbeit von Frau Ina B r i t sc h gi - Sch i m in c r, herausgegeben in einem der Wohnungsfrage gewidmeten Sammelbuch des Wirfschaftsmstitutes der Jewish Agency. Wir erhalten hier Einblick in die Slums, wo Menschen zusammengedrängt in Enge und Armut dahinicben. Auch ein Spaziergang durch diese Teile der Stadt gehört zur Kenntnis Jerusalems. * Die Beseitigung der Slums ist eine gewaltige Aufgabe auf lange Sicht. Die gegenwärtige Stadtverwaltung, an deren Spitze der tatkräftige jüdische Vizebürgermeister Daniel Auster als amtierender Bürgermeister steht, ist Ustei Ue&vMick ln T e l A v i v brach ein Schulkonflikt aus, weil der Stadtrat die Uebernahme der Arhciter-Sehulcn in die städtische Schulorganisation ablehnte. In Tel A v i v fand eine Arbeitslosen-Demon• s t r al i o n vor dem Rathaus statt. ln Haifa wurde ein arabischer Potizeibeam* t e r ermordet. In Kairo kam es zu neuen antizionistischen Demonstrationen. %

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