Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 35 (3.5.1938)
- Date
- 1938-05-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 2' JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 35, 3. V. 1938 Frage nach ihrer Existenz gestellt ist. Es wird an ihnen selbst liegen, diese Frage nicht mit Beteuerungen und Deklamationen zu beantworten, die auf nieniand anderen Eindruck machen als auf ihre Urheber, sondern den Ernst der Stunde zu erkennen und nicht nur die erforderlichen wirtschaftlichen Selbsth i 1 f e m a ß n a h in e!1 einzuleiten, sondern sich die m>ora!iscl1e Kraft zu verschaffen, die nottut, wenn eine Gemeinschaft vor sich selbst und vor der Geschichte bestehen soll. K. L. Die Einwanderungsquote nach USA Die Regierung der Vereinigten Staaten hat beschlossen, die E i n w a n d e r u 11 g s q u o ten f ü r D e u t s c h 1 a 11 d und Oesterreich zu vereinigen. Die Gesamtsumme der demnach zugelaufenen Einwanderer ändert sich nicht. Die am 1-, Juli in Kraft tretende Quote beträgt fiir das Jahr 25 947 Perseinen. (Hierzu ist zu bemerken, daß die Quote eine Höchstzahl der aus einem Lande zugclaescnen Einwanderer tiarsteilt. Die Erlangung der EmwntHlenmgserlatibnN im Einzelfall hangt toft dem Besitz eines ausreichenden Affidavits ab. Red.) Japan und die Juden Der japanische Botschafter in London, S. Yoshida, hat eine Erklärung »her die Haltung Japans den Juden und jüdischen Emigranten gegenüber abgegeben. Er dementierte .das Gerücht, dal’• in Japan eine antijüdNche Bewegung begtehe! Das japanis,!!,■ \ ״;k liege keine Vorurteile gegen dte Juden, die japani-che Rcgirning behandle die Juden nach den gleichen (1rtmtlsa:/cn wie andere Lreimle. Kleine Nachrichten Die Frage, ob T. t;ts. he Rechtsanwälte Juden vertreten können,;1ml dir Liane, w ein sonst die Vertretung von Juden übertragen werden kann, insbesondere in den Verfahren, für die eine Vertu t1׳!,׳g durch Rechtsanwälte ge- *etzlich vorgesclilieben Nt, weiden diireh (iesetz geregelt werden. ׳ Nach einer Mitteilung des erzbischöflichen Ordinariats von Wien haben alle I 11 cm'11 helki!1 g-organ e in ( )estorreieh in jenen Tr.11!:1n..׳s!.,|:rn, in denen ihnen bekannt ist oder rtachgru k-sen n\ ini, d iII ih r eine Beteiligte Vollarter, der andere V o I I j 11 d e Nt, 1R! en Aufgebot oder Verheiratung bis auf weiterer 1 11 r 11 e k /!1 stell 0!1. Kt m einem solchen Fall einer der Beteiligten Ausbilder, so ist an das Amt des Reichsstattliaheis zu berichten. Der Präsident des A jener Stadtschulrates hat an die W jener Mittelschul-1 )in ktoieu Wi isungeu ausgegeben, nach denen an den staatlichen Mittelschulen Wiens die j i'1 d i - sehen Schiller sofort \o!1 den arischen Schülern in eigene Anstalten abztisondern sind. In Halle wurde Juden vom 1. Mal DsS ab der Zutritt und dir Benutzung des Stadthades, Solbades Wittekind, Sommerbades t jesuiulbninne 11 mul l'lulibadcs Pulverweiden untersagt. , ,. Zwei jüdische ,Mitglieder der 1111 g a־r i s T h eTT'R e g i e - r'fl ri g s p a r t e i, Dr. üez.a Desi und I)r. Sigmtmd Orova, häben ihren Austritt aus der Partei lin Hinblick auf das ungarische Judcngcsctz erklärt. Auch •der vor kurzem gctaufte Dr. Alaclar Dcmcnvi hat die Regierungspartei ver- It'irn. Enrico Sonnematin wurde 711m ,,Cavaliere de 11 a Corona d'ltalia‘• ernannt. Der Ausgezeichnete, der geborener Miitichener ist, lebt seit über du Jahren in Rom. Der Bariton .Max Ra einer fCnicrim ver) wurde fiir cjrd Konzerte an zwei Radiosender in New York für Mai Und Juni .und an den Sender in I uxembiirg für Juli verpflichtet. Der Monas־!:•■.eher Rebbe, Rabbi Yehoshua Rabinow 11 z, starb 111 New York 1111 Ader von TS Jahien, Er war Präsident der dn-Mdi-chci! Rubin־. in l'.S. A. und Kanada. In Stockholm .-tarb im Alter von TU Jahren Dr. Arthur B.e n d i xb n, ein bekannter Sozialarbeiter. Aus der Wirtschaft Das Galant( rn־!,; \\־,. ngc-, iiiift S, G u 11 f re u n d in 1 er! b- S.C h ü t 1. ist in an-i lun Be-itz nbergegangen. — Die Kleiderfabrik F 1;׳> r s h 1־ : m f. C.״. in M. -Gl a d h ח r h ist \ on der tdrma P. \V. Kaken, י ), 'm:fh!<■ in Nenll, cru orben worden Und damit!11!irischeii Best׳ uiiergegangcii. — Die Herrenkteiderfahrik Jakob x <>! 1;1;; c r 111 A - c 11 a f f e ״ b n r g Nt in•■ aristheii iiest/ nie rg ,;,i!1l;01. . I >1e I inna Walter W 111 f s o 11 11, 1 lamb'.i:;; 11 i:::!:nrb׳ r!;!N-. huln' erk, Vir tritt» mul Großhandel;11 1 iiinimi-chiibw .neu aller Ar!) ist in anscheu Be-itz. 11 ln! gegangen. JGdisches l eben in Holland. 1'nsrr Haager Berirliterstatt6r schreibt lins: Die ,,Judi-ehe Iraueiu creinigiing fur praktische Palastiiia-Ai beit״ (Wi/n lloilantl) hielt in Rotterdam ihre Jahresversammlung ab, bei der A. Polak das Referat über den politischen Zustand hielt. — Anläßlich des 23jährigen Bestehens der Synagoge in Nijmegen, die im Jahre IQ 13 die Stelle der alten Synagoge aus dem Jahre 1756 einnahm, fand ein Festgottesdienst und eine Festsitzung der (Gemeindeverwaltung statt, — Von der l iberal-jüdischen Gemeinde in Amsterdam hat sich eine Gruppe ,,Besjeim Sjomajim“ abgvspalten, die auf dem Boden der World U-ni011 for Progressive judaism steht und ihren Gottesdiensten, die in der Landessprache gehalten werden, am Sonntag einen besonderen Charakter geben will. — Vor der ,,Oenootsol»ap voor de Joodsehe Wetcnschap in Neilcrlaitd“ hat Dr: I. Kisch einen Vortrag über die jüdischen Minderheiten in -Europa gehalten, — Die Lrühjahrsausstellmigen von ,,Arti et Amicitiae“ und ,,St. Lucas“ in Amsterdam brachten auch eine Reihe von Arbeiten jüdischer Künstler. Marinas van Raaltc erhielt für seine ״Schlittschuhläufer in Arosa‘•' die goldene Medaille der Königin. Ferner sah man ein Stilleben der, Malerin franken, ein Interieur von Monnickendam, eine Landschaft von David Sehultnati und Arbeiten von Ciarf und Jacques Stal, Else Borg stellte bei Bronwer In Amsterdam aus. — Die Reihe der Aufführungen der Concertgebouw-KamHierinnsik in der Jubiläumssatson erhielt ihren Abschluß durch das Spiel von Jelnidi und Hcphz.ibah Menuhin. Die Wirkung war so stark, daß eine bejahrte Zuhörerin spqntan ihren wertvollen Ring der Künstlerin überreichte. Nachdem sich Jeluidi Mcmihin bereits vom Amsterdamer Publikum verabschiedet hatte, gab er im Haag mit dem Cancertgebouw-Ur ehest er unter Leitung von Willem Mcngelberg sein letztes Konzert, Neo-Territorialismus oder Wanderungbetreuung? Die nachfolgenden Ausführungen stammen von einem allen Zionisten, der seihst in der Ito-Bnvegung mitgearbeitet hat, (Red.) Die Frage des Territorialismus ist für den Zionismus nicht neu. Bereits auf dem VI. Kongreß erfolgte das Uganda- Angebot der englischen Regierung, das bekanntlich die ITO-Bewegtuig unter Zangwills Leitung ins Leben rief. Es ist heute an sich gleichgültig, wie man jene Zeit beurteilen will, nur sei darauf hingewiesen, daß für den jungen Zionismus allein der Umstand, daß eine Weltmacht wie England ihm ein solches Angebot machte, von größter Bedeutung war und daß selbst die Gegner sich dem tiefen Eindruck nicht entziehen konnten, ijer durch dieses Angebot hervorgerufen wurde. Der Zuwachs äu Prestige, den die zionistische Bewegung damals erfuhr, war nicht zu unterschätzen, und er rief in vielen ji'idisehen Kreisen ein gleiches Hochgefühl hervor wie heute die Tatsache, daß England den judenstaat schaffen will. Der Weltkrieg und seine Folgen machten einen Schlußstrich unter die territörialistisclu■ Bewegung, aber wie die neuerlichen Eiörtcrimgen ergeben, schwelt der Gedanke noch immer fort, und es sind nicht die Schlechtesten unter 1ms, die von ihm erfaßt worden sind. Bald wird dieses, bald jenes Gebiet genannt, das als Territorium für uns Juden in Frage käme, zumal der Judenstaat ja doch nicht alle Juden aufuehmen könnte, die auswandern müssen. Es soll hier nicht untersucht werden, ob überhaupt die Möglichkeit gegeben ist, ein Territorium außerhalb Palästinas als nationale Heimstätte für die Juden zu schaffen ־—■ unsere maßgebenden Wirtschal'ts|x)litiker verneinen es aus bekannten Gründen und weisen immer wieder auf Argentinieri hin, wo es trotz gewaltiger Mittel nicht gelungen ist, int Laufe von Jahrzehnten auch mir einen Bruchteil der Juden anzusiedeln, die in Palästina ihre Heimstätte gefunden haben. Wir wollen 1111s lediglich an die Tatsache halten, daß ein Neo- Territorialisnms schon aus politischen Gründen nicht durchführbar ist, denn es durfte heute keine Kolonialmacht der Welt geben, welche ein geschlossenes jüdisches Territorinm in ihren Kolonien dulden würde. Deshalb sollten wir auch einen solch irreführenden Nanyen, der mir unnütze Hoffnungen erwecken würde, vermeiden; wir wollen versuchen, den berechtigten Kern, der sich in diesen Wünschen, Hoffnungen tmd Forderungen verbirgt, herauszuschälcn und 1131111 die Folgerungen ziehen, die sich für unsere zionistische G c g e n w a r t s a rb e i 1 ergeben, D e rn Zionismus darf nichts Jüdisches fremd sein. Das Baseler Programm ist die Fahne, der wir unsere Treue unbedingt halten werden; aber wie sich heute die Verhältnisse in der Welt gestaltet haben, würde der Zionismus an Kraft und Bedeutung verlieren, wenn er nicht zum mindesten seinen Atifgabenkreis auf alles erstreckte, was das jüdische Volk angeht. Und daß hier das Wanderung.1!• problem sieh in hervorragendem Maße geltend macht, bedarf keiner weiteren Ausführung. Fs genügt nicht, daß in den mehr oder minder zahlreichen Organisationen, die sieh mit der Wandermigsbewegung befassen, auch gelegentlich Zionisten anziitreffen sind, denn ihr Einfluß ist, wie wir tatsächlich wissen, häufig gering, Es genügt nicht, daß selbst die Zionistische Organisation vielleicht in irgendwelche Beziehungen zu diesen Einrichtungen tritt, denn nur dann, wenn wirklich zionistische Ideen, zionistische Kräfte und zionistische Tatkraft auch für die Wandenmgsbewegung von Bedeutung־ sindv wird .«-..uns gelinget), diese Wanderung und ihre Regelung im zionistischen S i 11 n c z 11 beeinflussen und zu gestalten. Dies ist sicher eine mühevolle und schwere Arbeit, aber sie muß gemacht werden. Wenn es nicht geschieht, werden wir erleben, daß lediglich die Judennot wandern wird, nicht aber nationalbewußte Juden, welche auch auf neuem Boden ihr Judentum wirklich bewahren werden. Wohin auch der wandernde Jude kohmien wird, es ist unsere Aufgabe, den Herzlsehen Satz wahrzimiachen, ihn ziun Judentum zu bringen, ihn als Juden zu erhalten, da ja der Zionismus nach diesem Wort die R ü c kk ehr z ti 111 J u d e 11111!11 vor der Rückkehr ins Judenland ist. Selbst die überzetißieslen Ugandisten haben seinerzeit Uganda stets nur als ein ,,Nachtasyl" bezeichnet, auch ihnen war klar bewußt, daß die endgültige Lösung der Jmlenfrage, nicht die Erlösung des gesamten jüdischen Volkes, nur in Palästina erfolgen könne. Was können wir aller tun? Wir müssen ganz offen gcstehen, daß wir nicht die Mittel besitzen, auf die Wandermigsinstitutionell selbst einen entscheidenden Einfluß auszuüben; wir sind im günstigsten Lalle auf ein mehr oder weniger enges Zusammenwirken mit ihnen angewiesen, aber wir können folgendes tun: Der Kreis der Aufgaben, die uns obliegen, muß dahin erweitert werden, daß auch die Verhältnisse aller Länder, die irgendwie als Aiiswanderungsliinder in Frage kommen, eingehend von uns erörtert werden. Jeder zionistisehen Vereinigung müßte ein Land für die Arbeit zugewiesen werden. Es müßten fiir die einzelnen Fragen .ständige Berichterstatter bestellt werden, 7. B. fiir die Wirtschaft, fiir die gesundheitliclien und klimatischen Verhältnisse, für die soziale Schichtung usw. Fs durfte sieh dringend empfehlen, dieses Material, das unter Umständen durch das befreundeter Organisafionen ergänzt werden könnte, derartig zu sammeln und zu ordnen, daB es von einer Zentrale aus jedem Interessenten zur Verfügung stehen könnte. Dies bedeutet durchaus keine Konkiirrcnz gegen die Materialsammlimg der anderen Wanderimgseiiiriehtuiigen, denn wir verfolgen ja einen anderen Zweck. Für diese Organisationen ist die Wanderung der Endzweck, f iir uns ist sie nur ein Mittel, die Wandernden auch im neuen Lande im Judentum festzuhalten. Wir haben also auch ganz andere Aufgaben zu erfüllen. Ohne uns in die religiösen Auffassungen der einzelnen Wandernden cinzumengen, wird es für uns stets Pflicht sein, das religiöse Moment besonders zu betonen. Wir werden ferner vor allen Dingen diejenigen Juden, ehe heute bercifs auf nationaler Grundlage stehen, zu erfassen suchen, um ihnen auch in der neuen Heimat die Wege zu weisen, die sic gehen müssen, wenn sie dem Judentum die Treue halten wollen. Wir werden aber auch überall in den Atiswanderuiigsländern, in denen wir bereits in irgendeiner Weise Fuß gefaßt haben, dafür eiritreten müssen, die Neuankömmlinge, insbesondere soweit sie mit uns bereits hier Fühlung hatten, zu erfassen. Es genügt nicht, diese Ankömmlinge mit einigen Geldmitteln den Kampf ums Dasein beginnen zu lassen, unsere Aufgabe muß cs sein, diese Wanderer seelisch und geistig vom ersten Augenblick ihrer Ankunft an zu betreuen, sie in unsere Reihen zu führen und ihnen die seelische Hilfe angedeihen zu lassen, die häufig so viel wichtiger ist als die rein wirtschaftliche. Die Aufgabe ist vielseitig, groß und schwer, aber wenn wir uns ihr nicht unterziehen, werden wir starke Verluste an unserem Volkskörper erleiden, wir werden es erleben, daß die uns am schwersten bedrohende Krankheit, die Assimilation, mich hier ihre zahlreichen Opfer fordern wird. Keine neuen Schlagworte also tun not, kein Nco-Tcrritorialisuuis, sondern. Betreuung der \V a 11 d c r ח d c n u n d der Wanderung durch die Zionistische Organisation. O. W, Jüdische Musiker in London London, Ende April Einen äußerst günstigen Eindruck!unterließ der junge Meyer Rosen st rin mit seinem diesjährigen Klavierabend. Die Stärke seines Spiels liegt in einem lebendigen, elastischen Rhythmus. Julius I s s e r I i s, der älteren russisehen Piaii'istengeneration angehörend, betont in seinem Spiel mehr die lyriseh-kaiitable Seife, wenn auch zeitweise auf Kosten rhythmischer Kontinuität. Er ist ein .Meister differenzierter Anschlngsniianccn tlnd zeigte sich in vier ,Miniaturen aus eigener Hand als ein geschmackvoller, gefälliger Koniponist. — ln Alksandre H e 1 tu a 11 begegnete man einem vot trefflichen Chopin-Interpreten, der echt romantischen Schwung und warmes poetisches Empfinden in sein Spiel bringt. — Von fast universalem Können ist Louis Kentncr. Als Solist in Mozarts C1-l)ur-Kon/ert in einem der philharmonischen Konzerte unter Beceham und an einem eigenen Abend mit der ״Hammerklavicrsonate“ im Mittelpunkt des Programms bewies Kentncr den hohen Grad seiner niusikalisclien und technischen Qualitäten. — Kantahler, weicher Ion und ziemlich reite Technik charakterisierten das Spiel von Alfred Lustgarten, der hier kürzlich debütierte. — Mit Beethoven, Mozart und Brahms trat das Blee hquartett, eine junge Kammermusikvereinigung, an die *K-ffctitliehkeit. Die Qualität der Spieler ist gut und auch die Füllrung sicher und überzeugend. Doch fehlte es noch an jener Spontaneität des gemeinsamen Musizicrcns, das mir als Resultat langen Eiisemblcstudiums zu erzielen ist. — Von den Cellisten nennen wir Regina Schein, eine technisch hcgabte Künstlerin. — Ein interessantes Programm brachte Alice Sehäffer in ihrem diesjährigen Liederabend. — An einem Konzert des London Contemporary Mtisic Centre, der britischen Sektion der Internationalen Gesellschaft für Modeine Musik, sang Erika Storni mit bewundernswürdigem Einfühlungsvermögen 111111 überzeugender Gestaltung der schwierigen Texte Ernst Kreneks ,,Eiedellieder“. Von Werken lebender jüdischer Komponisten erwähnen wir an erster Stelle die ״Romantie Fantasy for Violin, Viola and Orchestra“ von Arthur B e n j a m i ri, die kürzlich in einem der philharmonischen Konzerte unter der Leitung des Komponisten ihre Uraufführung erlebte. Die ״Fantasy“ ist ein Sfimmungsstück cklektizistiselier Haltung, das jedoch eine technisch äußerst sieltere Hand und einen erprobten Klangsinn verrat. Der Part fiir die beiden Soloinstruniente ist schwierig, doch aus dem Geiste des Streichinstruments gcschrieben und dankbar. — An einem musikalischen Abend der West London Synagogue Association brachte Wilhelm Groszseine neuen Kinderlieder op. LJ zum ersten Male vor eine größere Ücffcntlichkeit; diese Lieder sind entzückende Miniaturen in feinem pointiliistischem Stil geschrieben und wurden von Irene Eislngcr mit Charme vorgetragen. — Die Aufführungen von Werken Ernest Bl ochs nehmen dank der Tätigkeit der jungen Blocligesellschatt stetig zu. Kürzlieh sandte Birmingham, zu tu ersten Male für England, das ״Sacred Service“, das unter Leitung von G. D, Ctniningham und der Mitwirkung von Roy Henderson (Partie des Kantor) und des Birmingsham Städtcliores konzertant aufgeführt wurde. Die Sendung!unterließ einen tiefen Eindruck. In einem Artikel in der ״Sunday Times“ widmete Ernest Newman, der bekannte englische Musikschriftsteller, der Musik eingehende, von warmer Sympathie erfüllte Worte, Dr. M. C a r 11 c r Das Rcrfit jüdischer Ausländer Dem aufmerksamen Leser der Statistik der Kriminalität der Juden in Deutschland wird sofort auffallcn, daß 20 aller Bestrafungen wegen Vergehen gegen die Paßvorscltriften erfolgt sind. Man fragt sieh, wie das möglich ist. Die Antwort hierauf ist die, daß in weiten Kreisen der Intercssentcn Unklarheit über die von ihnen zu beachtenden Vor* Schriften herrscht. Fs hat leider bisher an einer Zusammenstellung der Rechtsbestimnuuigeu, die für jüdische Ausländer und Staatenlose in Deutschland gelten, in geineinverständlicher Form gefehlt. F'raustädters Buch über das Ausllinderreclit von 1627 ist streng wissenschaftlich und berücksichtigt weder die neuere Gesetzgebung, noch die jüdischen Belange. Nur Wittelshüfer widmet i!1 seinem Werk ״Sozial- und Wirtschaftsrecht‘• auch einige Seiten dem jüdischen Ausländerrecht. Deshalb ist es besonders dankenswert, daß Justizrat Lissncr es unternommen hat, die wichtigsten Vorschriften, die für jüdische Ausländer und Staatenlose gelten, in _ gemeinverstöndUeher Torrn zu behandeln. (Justizrat Jakob Ltss-!1er: ״Jüdische Ausländer und Staatenlose in Deutschland‘‘. Ihre Rechte und Pflichten. — Verlag Josopli Jastrow. Berlin IQ'iS.) Er beschäftigt sich mit den T ragen des Paßrechts, _dcs Arheits- und Oewerbererhts, sowie mit den wichtigsten zivil- und strafprozessualen Vorschriften: er behandelt ferner das internationale Eherecht und die Nürnberger Gesetze. Aus dem Buch spricht die große Sachkenntnis des Praktikers; nicht mir für die unmittelbar Betroffenen, sottdern auch für alle, die mit jüdischen Ausländern ständig in Fiililnng sind, wird das Buch von großem Nutzen sein. Dr. Werner Salinger jCeiesU SpMiueifhisM Makkabl-Melsterschaften im Fußball und Handball. Die Vorrunde um die Makkabi-Meisterschaft im Fußball und Handball ist jetzt endgültig auf - den 15. Mai festgesetzt worden. Die Meister der verschiedenen Bezirke sind ermittelt. Bemerkenswert ist, daß in sämtlichen _ Bezirken der gleiche Verein die Meister ifrt Handball und im Fußball stellt. Die Meister heißen: Bar Kochba Frankfurt (Siiddetitschland), Makkahi Düsseldorf (Westdeutschland), Bar Kochba Hambürg (Norddetitschland), Bar Kochba Leipzig (Mitteldeutschlanu), Bar Kochba Breslau (Südostdeutschland), dazu kommt als Vertreter Bayerns der JUis München. Am 15. Mai stehen sich in Breslau die Vertreter _ Mitteldeutschlands und Siidostdeutsehlands, in Hamburg die Vertreter Westdeutsehlands und Norddc-utschlands und in Augsburg die Vertreter Berlins und Bayerns gegenüber. Der Meister Süddeutsehlands ist in der Vorrunde spielfrei. Verantwortlicher Redakteur! Dr. Robert W e! t s c h, Bcrlln-Charl, 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter! Kurt Loewenstein, Berlin W IS. Anzeigenleiter und verantwortlieh für den Inhalt der Anzeigen: Hermann F, i n n, Berlin W 18. Gültig Anzeigen - Preisliste 5 vom X. April 1936. Verlag und Anzcigenvmvaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W15. Meinckestr. 10. D.A, 1/1938: 26043. — Druck: Siegfried Scholem, Bcrlin-Schöncbcrg.