Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 34 (29.4.1938)
- Date
- 1938-04-29
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite סו JODISCHF RUNr»?CHAH Nr 9"׳ 4י K. 1938 Haus der tausend Töne Besuch im Jerusalemer Konservatorium Von der Woche Sir Harold M ,1 c M i c h a c 1 M ar in einem Konzert des Palästina-Symphonie-( 'rcliesters in Jerusalem, das von Toscanini dirigiert wurde, anwesend. Es war das erste Erscheinen des neuen High Gommissioners in Palästina, Das Konzert war die letzte von Tose,־mini vor *einer Abreise dirigierte Aufführung. Tos canini gab am '21. April ein Konzert in Te! Aviv. Nach dein Konzert teilte liiirgeimciMcr Rohacli!nit, daß Tose a!1 i n i und Muh e r 111 a!1 zu Ehrenbürger n der Stadt Tel Aviv ernannt worden sind. Dr. Malcolm Sarg ent hat sich von London nach Palast in a begeben, um Konzerte in Jerusalem und Haifa zu dirigieren. Der High Commissioner empfing Rabbi Blau von der Agmlas Jisroel. Im Hause von Mosche Seherink wurde ein Abschiedsempfang für Dr. M. R. Mexter, Mitglied der fixekutive der Jewöh Agency, vor seiner Abreise nach Amerika gegeben. Bei einer Sitzung der Exekutive der Jcwish Agencv sprach der Vorsitzende, Ren (iurion, Dr. Hcxter seine besten ,Wünsche für die Zukunft aus. Am 2. Mai wird in Jerusalem eine Sil/uiig der Assefath 11 a n i w e h a r i m stattfinden, in der unter anderen das Budget des Waad I.etimi besprochen werden soll. In 30 Orten wurden ,Massenversammlungen zur Feier des 20jährigen Bestehens des Hechahiz abgehalten. Bei einer Presse-Konferenz erörterte U s s i sc 11 k i n die Pläne des Keren K a j e m e t h für tlas kommende Jahr. Er sagte, daß für Bodenkauf in Norclpalastma eine Summe von einer halben .Million P f 11 11 d benötigt würde. Der Keren Kajeuicth hotte, eine Summe swi 100 0(X) £ aus der Galiläa-Aktion zu erhalten. Fine Müi! irpatr<’tiiil־׳ \ r:׳\\ ichelte eine arabische Rande bei Nabln.- i,1 eia Ucinh;, wobei zahlreiche Terroristen getötet vuid-.c 1 ,111־ ,reIrrTrupp■■ tötete einen Araber bei Akko, bei dem Mmmhm geimnicn x\ urdc. Eine aiabi-ciu• Baude ulu 1 fiel Miii'.itbaraekcii bei Us t 11 c fl i n. I In.! he! w ardeii /. v e i A r a b e r g e 1 o 1 e t. Israel (i o 1 ti 1 nber g, m1 3'ijalirigcr jüdischer \V'a,hter, wurde br! . :neu! Angriff au! Ejii Yercd im Scharon sch w c r v e r w ti n d e t. Selilomo Piumrn»! t s e 11, 1:11 'jTiahngcr Rabbiner aus Hadar Makannel. wnrth, als er mit brau mul Kind spazieren ging. Von emim Araber aiigesvlio-sen und leicht verwundet, ebenso seine Tochter, die eine Verletzung im Rem erhielt. Bei RoschphKih winsle ein arabischer Omnibus besclrosscn. Die Polizei \ irhaftitc daraufhin (Ire iinl'sehe junge Leute, alle IN xi-i-mi-icn, 1k* denen sie zwei Revolver, Oewchrktigehi uimI Fh.mbeu fand. ln Akko zumieten Araber drei 1.i-eti bahu v agen an. Ein Ausgi In erbot wurde über die Stadt von i.3 Uhr nachts verhängt. Fs stellte sich heraus, daß die zwei Araber, die hei dem Bombcnattentat auf ein arabiselies Cafe am 17. April in Haifa getötet wurden, Mitglieder des Palästina-Arb c i t e r h 11 n (I e s «;11111, 1 )lese Organisation ist mit der Histadruth eng verbunden, stand mit den Juden auch wallrend der Unruhen in freundschaftlichen Beziehungen und rettete vielen Juden das I eben. Adele arabische Geschäfte in Haifa blieben aus Svmpatliie mit den in Akko internierten Arabern, die teilweise in den Hungerstreik getreten sind, geschlossen, Arabische Umzüge, die in Haifa veranstaltet wurden, wurden von Poli- /isten zeistreut. Weiteren .Mehlungen zufolge haben die meisten Araber im Konzentrationslager in Akko;11/wischen den Hungerstreik eingestellt. Arab'.-ebc brauen in Half a demonstrierten gegen die Ecsthaltimg von Arabern im Akkoer Konzentrationslager. Sie überreichten den! I )istriktskommNsar ein Memorandum. Wie .,Adifaa“ meldet, sind 28 .Araber im Lager von Akko infolge des Huiigeistreiks in das (iefiingnis-Krankenhaus ein geliefert worden. Der /Auftrag für die Errichtung eines clcktri-ierhären Drahtzaun <: s an der Nordgren/e des Landes wurde dem Solei Bon eh in 1 iaifa übergeben, I > 1 c Arbeit,■11, die ungefähr drei Monate in An-pru, 11 nehmen werden und Hunderten von Arbeitern P>e*ch,<n1gu11g ge In 11, werden mehr als £ 100 00(1 kosten. Unn.is-nde Voran litMiiaiinahinen winden fiir die bieiu rlieit ihr Arm der g» troffen und eine Abteilung jüdischer I!1l!s|H>h/!sU:1 wind! neu aiigcworben. In dem Keren I lajcssod-! >ort K für 1 ia! och wurde 11 er (!rundstein zu der erstell le-whiw all 111 einer landw irtseiialtlielien Siedlung geh..:;. 1)0■ joonnwili wird zur I 1 imierung an übcrrabbincr Kock ernehtet. Der Mo-ihaw, der auf Boden des Keren Kajemelh 1111 Imei■. (.11111 r gelegen i-t, wird von Poaic .Mi/nn hi-Siedlu :1 bewohnt. Die Tel Aviver .Meizger .*ireiken ab Prolot gegen die erhöhten Preise der Yiebhamüet. Die .Metzger haben ihre Geschäfte £cn־hIo-‘.c11 und die Arb :t in den Schlachthaus( rti ruht. Die 'Bev oikerunr:. du* von der Stadtverwaltung unterstützt wird, scheint en!sehl׳׳s-en zu *ein, kein Fleisch zu essen, bis die preist: ge-enkt «erden. Der innerarabische Terror Drei Arab e r, darunter der Muehtar des I )orfes Mcitha» lun, wurden von erahisciien Terroristen getötet. Eine unbekannte Person trat 111 ein arabi-elie- (lafc im cltristlielten Viertel der Jeriisaleiner Alts( ult ein und verletzte den Besitzer durch einen Schuß leicht. Eine arabische Rande iiherfiel das Dort Ejn (ihn/,11׳ bei Sichmn Jaakow und tötete den Muehtar. 5 Araber, darunter der frühere Muehtar des Dorfes, die unter dem A'erdaeht der Unterstützung der Regierung stehen, wurden entfuhrt, Arabische Terroristen töteten z w e 1 \v eite r e a r a b i s c 11 e I > o r f h e w o h n e r. Eine arabische Bande überfiel das Dorf Rima hei Nazareth und tötete den Muehtar. Zahlreiche andere arabische Muchtare empfingen von den arabischen Banden Befehle, zurückzutreten. Der Muehtar des Dorfes Siri bei Dschenin, der den Distriktskommissar aufsuchte und ihm seinen Rücktritt ankündigte, wurde in das Akkoer Konzentraticmslagcr eingeliefert. In Jaffa werden arabische Rundschreiben verbreitet, die die Stadtbevölkertmg zu einem Boykott christlicher Araber wegen ihres unpatriotischen Vcr- Haltens aufrufen. Ein Fünfjahres־Pian für Palästina Forderungen des United Palestlne Appeal Die Konferenz des United Palest ine Appeal in Chicago nahm eine Resolution an, nach der dem Präsidenten Roosevelt und dem Außenminister Cordeil Hüll ein 5-Jahres- Plan für die Ansiedlung von 500 000 Juden in Palästina vorgelegt werden soll. Diese Ansiedfung soll unter der Leitung des von Roosevelt vorgeschlagenen Internationalen Komifees für Emigranten stehen und durch piivate Organisationen finanziert werden. Die Redner bei cb r Konferenz, forderten die amerikanische Judcnheit auf, 25 Millionen Dollar für jüdische Emigranten nach Palästina und andere übersec;-. Le L.indcr aufzuhringen. Auf den Drucksachen des ״Konservatorion ha’arzi-jisracli lemusikah‘‘ — des von Emil Hauser gegründeten und geleiteten jüdischen Konservatoriums in Jerusalem — stellt der frühere High Commissioner, Sir Arthur AV a 11c h o p c, als ,,patron" angegeben. Sir Arthur, dessen Musikleidenschaft einer seiner hervorstechendsten Charakterzüge ist, war dem Konservatorium — wie allein, was in Palästina Musik macht, liebt und fördert, — in der Tat ein Gönner und Freund. National und Übernational Das Konservatorium soll das große, nationale Zent r 11111 jüdischer Musikerziehung werden, aber es soll den übernationalen Charakter der .Musik nicht verleugnen. Besonders nicht hier, in diesem Lande und in dieser Stadt, wo Menschen der verschiedensten Völker, Rassen, Sprachen und musikalischen Auffassungen so nahe beieinander wohnen. Und in der l.istc seiner Schüler stehen Engländer und Griechen, Schweden und Armenier, Orthodoxe, Katholiken und Maroniten — abgesehen natiirlieh von Juden aus aller Herren Länder, vom äußersten Norden Europas bis zum südlichsten Arabien lind dem tiefsten Asien. Die L e 11 r e r s c 11 a f t ist fast ausschließlich jüdisch; aber wie sehr alle geographischen Breiten des internationalen Musiklebens an ihrer Zusammensetzung bfteiligt sind, zeigt rin Verzeichnis der Städte, in denen die Lehrkräfte des Konservatoriums ihre Ausbildung erfahren haben oder selbst leitende musikpädagogische Stellungen inneliatten, ehe sie nach Erez Israel kamen. Petersburg und London, Berlin und Paris, Cincinnati und Budapest, Prag und Odessa sind auf dieser Liste vertreten, und wollte man die Lehrer nennen, bei denen die gelernt haben, die heute in Jerusalem selbst lehren, cs gäbe eirf Verzeichnis der stolzesten Namen... Die Hcbraisierung des Konservatoriums ist sehr weitgehend; insbesondere der ganze theoretische Untrrricht findet in hebräischer Sprache statt. Aber aus den einzelnen Zimmern, in denen gegeigt, Klavier gespielt, Flöte geblasen, gesungen, klarinettiert, Cello geübt, Bässe gestimmt werden, kann man doch immer wieder die ״Stimmen der A'ölker“ hören, wenn auch manchmal nicht gerade in Liedem, sondern Temperamentsausbrüchen. Worauf man freilieh nach Ungarisch, Italienisch, Deutsch oder Russisch reumutig zum Hebräischen zurückkehrt in jener Formel, in der es weitaus am häufigsten gebraucht wird: ״Od hapa’am! — Noch einmal!“ Denn auf unzähligen ״od hapa’ams“ baut sich hier wie überall die Meisterschaft auf... Von Klasse zu Klasse Es nutzt dem Besucher gar nichts, daß er erklärt, ein sogenanntes ״musikalisches Rindvieh“ zu sein, zwar mit leidlichem Gehör und Freude an Musik begabt, im übrigen aber musikalisch ungebildet bis zur Nichtkenntnis der Noten — er muß doch in die verschiedenen Klassen. Er sieht und hört kleine Mädchen Klavier spielen, wobei Lehrer oder I ehrerin den Takt nicht mit ״ein-ä, zvvei-ä“ angeben, sondern mit ״a-achad, schta-ajim“. Fr sieht etwas größere Mädel und Jungen Geige üben, darunter einen kleinen Griechen, mit dem man Französisch spricht, eine kleine Armenierin, zu der man Englisch redet und die mit großer Höflichkeit in ihre Antworten hebräische AVorte mischt, die sic aufgeschnappt hat. Am meisten imponiert hat mir ein wohl 18jähriger Arab e r, der eine Mozart-Sonate so schön spielte, daß seihst dem Laien klar wurde, wie sehr dieser echte Orientale in den Geist der europäischen Musik cingcdrnngen ist. (Umgekehlt war eine der erfolgreichsten Publikunisveranstaltungen des Konservatoriums ein Abend, bei dem die Samarit a n e r ihre Gesänge Vorträgen und diese vielleicht ältesten Dokumente orientalischer Musik tiefsten Eindruck auf ein großes europäisches Publikum machten.) AA'ährend man auf diese Weise einen recht guten Ucberbück über den 1. a i e n 11!11 c r r i c h t am Konservatorium erhalt, ist eine seiner wichtigsten Aufgaben, die Ausbildung von R t r u f s 111 u s i k e r n, im ״Haus der tausend Töne“ kaum zu verfolgen. Demi dieser Unterricht wird fast ausschließlich in den Privaträumen der verschiedenen Lehrer erteilt. Und doch ist mancher zu später Abendstunde schon vor dem Haus stehcngcblicben, um den Tönen eines Quar- Das Krupniksdie Wörterbuch ׳ תרצ״וTel Aviv דיחןאת מןי$ה׳ «{^*jr!ל‘' >בךי*? ,Baruch Krupnik Der auch in Deutschland durch zahlreiche Arbeiten und durch seine redaktionelle Tätigkeit bei der ״Encyclopaedia Judaica“ bekannte hebräische Schriftsteller Baruch Krupnik veröffentlicht im Verlag Mizpa, Tel Aviv, ein hebräisch-hebräisches Wörterbuch, das ״für das Hebräisch lesende und lernende Publikum eine Hilfe sein will, die ihm Aufklärung über unbekannte Ausdrücke, in Buch, Brief oder Zeitung leicht und ohne viel Kopfzerbrechen geben soll“, ein Prinzip, das sich wohl restlos nicht verwirklichen lassen kann, da ohne grammatische Voraussetzung namentlich in bezug auf das Auffinden von A'crbformen der Gebrauch eines 1 exikons nicht denkbar ist. Der Lernende wird sicher die Wiederholungen der A'erbcn in ihren verschiedenen Erscheinungsformen begrüßen, z. B. 13א und הבא, (auch die Aufnähme von תת ,קחה neben ל?|ח und נתן wäre erwünscht). Er findet auch in diesem Wörterbuch viele Aramäismcn und eine Menge von hebräischen Redewendungen, die unter ihrem Anfangsbuchstaben aufgeführt werden, z. B. 13על 3רח unter ב, Ob dies immer eine glückliche Anordnung ist, erscheint mir zweifelhaft, vgl. מלא HD3 unter 3, יחזר הדץ unter 1 Dasselbe Bedenken habe ich bei einzelnen Wörtern, z. B. bei תדע unter ת. Dagegen ist gutzuheißen, daß למרוח und מהמת unter ל beziehungsweise מ aufzufinden sind. Die Neu- Schöpfungen des modernen Hebräisch sind zahlreich registriert. Das feine Sprachgefühl des Autors und seine gründliehe Kenntnis des hebräischen Sprachgutes haben hier Spreu vom Weizen geschieden (jedoch halte ich die Aufnahme des aus dem Jiddischen stammenden, im palästinensischen Volksmund für Ratte gebräuchlichen ע33ר1ע fiir verfehlt). Die Vokaüsatioii ist zuverlässig, einige Druckfehler wie ,ומילין שדוד המערכות, נוח לרצ1ת statt חלין, שדוד המערכת, נוח לרצות wären bei der nächsten Auflage leicht auszumerzen. Ich tetts zu lauschen, das die Anwesenheit eines der Künstler des ״Palästina-Orchesters“ in Jerusalem waltrnahm, die ihre Kraft in den Dienst des Konservatoriums stellen. Konservatorium und Alijah aus Deutschland Das Thema ״künstlerische Berufsausbildung“ stellt in sehr engem Zusammenhang mit der Alijah aus Deutschland. Denn nicht nur sind fast die Hälfte aller Lehrkraft e des Konservatoriums entweder Immigranten aus Deutschland oder Einwanderer anderer Herkunft, die in Deutschland ihre musikalische Ausbildung erfahren und ihre musikalische Tätigkeit ausgeübt haben, sondern auch die große Mehrzahl der M 11 s i k s t u d i c r c n d c 11 setzt sich aus jungen Menschen aus Deutschland zusammen, die auf Schüler-Zertifikat ins 1 and gekommen sind, und die Direktor Hauser seihst auf verschiedenen Reisen aus der Zahl der Kandidaten ausgewähit hat. Seit 1933 sind insgesamt 28 Miisikstudicrcnde aus Deutschland an das Konscrvatorium gegangen; in letzter Zeit ist aber auch die Zahl von Musikstudenten aus dem l ande selbst im Steigen begriffen. Sie später in ihrem Beruf unter/ubringen, wird nicht das kleinste Problem sein, vor das das Konservatorium in nicht allzu ferner Zukunft gestellt sein wird. Musikalische Volkserziehung Mehr oder weniger virtuose Handhabung der verschiedenen Instrumente wird an zahlreichen Schulen gelehrt, an denen es auch in Erez Israel nicht mangelt. Die 1! a t i o nale Bedeutung eines zentralen Frzielningsinstitntes für Musik wird stets an seinem Einfluß auf die m 11 s i k a ־ lischcVolkscrzichting zu messen sein. Darum ist es bezeichnend, daß der stärkste Eindruck, den der interessierte Laie vom ״Konservatorion ha’ercz-jisraeli lemusikah“ empfängt, durch den dort erteilten musikpädagogischen Unterricht vermittelt wird. In diesem Unterricht, der mehr oder weniger fiir alle Schüler des Konservatoriums obligatorisch ist, sind zwei Tendenzen deutlich erkennbar. Die eine geht dahin, in die bisher reichlich chaotische und dilettantische palästinensische Musikpädagogik die beste und modernste Methodik einzuführen und zum Standard zu erlichen. Die zweite geht dahin, die originalen produktiven musikalischen Kräfte des Jischuw freizusetzen und so die Grundlage zu schaffen für die Schöpfung nationaler jüdischer Musik, nicht auf Grund eines festgelegten ,,Prograin ins“ lind zweifelhafter ״Vorbilder“ (die im Kern meistens alles andere sind als jüdisch), sondern durch verständnisvolle Pflege überlieferten jüdisch-inusikalisehen Gutes bei gleichzeitiger völliger Freiheit der individuellcn künstlerischen Entwicklung. Es liegt ganz in der Richtung dieser Art musikalischer Volkserziehung, daß das Konservatorium ein Seminar für Volkssc hu llehrcr und musikalische Leiter in Kollcktivsicdlungen ablüilt und ein solches für C 11 a s a n i in zu eröffnen gedenkt. Das Lehrerseminar — dessen Mitglieder zum Teil unter großen persönlichen Opfern ihre Teilnahme ermöglichen — umfaßt von der Harmonielehre über die Theorie und Praxis des Musikunterrichts bis zur Ausbildung in moderncr Rhythmik alles, was geeignet erscheint, dem jüdischen, Erziehungswesen im Lande einen modernen Musikunterricht zu sichern. Wer weiß, wie groß die Musikleidenschaft des Jischuw — auch die aktive! ist und zu welch erfreulieber Höhe die hebräische Musikkultur es an einzelnen Plätzen Erez Israels — z. B. in Ben Schemen — bereits gebracht hat, der wird den Wert der Arbeit ermessen, den hier das Konservator!tim in engstem Zusammenwirken mit der Erziehungsabteilung der Hebräischen Universität und der jüdisehen Lehrerschaft leistet. Eine Geige ״Tozereth Haarez“ , Vielleicht das schönste Symbol dieser Arbeit Ist Iffn* ganz neue Geige, die im Konservatorium erfunden worden ist und dazu bestimmt sein soll, die Geige des Jischuw, die jüdische ״Volks-Geige“ sozusagen zu werden. Ihr Schöpfer ist Emil Hauser selbst, ein Violinist von hohen Graden also und Eigentümer wundervoller Meistergeigen. Das neue Instrument hat ihr Erez Israel zwei große Vorzüge: es kostet sehr erheblich weniger als die billigste europäische Geige und es — näselt ein bißchen, d. 11. es hat jenen spezifisehen Klang, der sieb zur Wiedergabe orientalischer und teilweise auch slawischer Musik so gut eignet. C. Z. Kloctzel, Jerusalem Auf der Wacht Dieser jüdische IIiljspoiizist, der die Siedlung Ramalh Ha• kmi'csch bei Kjar Saba bewachen hilft, stammt aus Berlin und kam im Jahre 1936 nach Palästina ■<!#•■ ‘ ־'־׳ Bit,)®©;fä? kisT r״״ .״ s napG ui...• ®»:’."#©צין*©;■■••:, L *liiS mmm iiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiUHiiiiitiiiiiiiiiiiMiiiiiiimiiimiiiiiiiMimiMiiiiiiHMimiimiMiiiiiiniMiiiniiiMiiiiiiiiiiiM würde Vorschlägen, die enklitischen Formen des Partizips כמדומני, יכולני, חוששני, זכורני usw. in beiden Formen — in der traditionellen asehkenasischen Aussprache mit Patach und in der ursprünglichen Aussprache — זכורני (ohne ®agesch) und זכורני zu bringen, wie ich es auch in der Zeitschrift ״Lescbonenu“ (IV, 173—177) begründet habe. Besonderes Lob verdient die Sprache der hebräischen Erläutermtgen, die bei einem so glänzenden Stilisten wie Krupnik in den besten Händen war. Nissan Berggrün (Schluß des Palästina-Teils)