Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 33 (26.4.1938)
- Date
- 1938-04-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JODISCHf RUNDSCHAU Nr. 33, 26. IV.!938 Olim aus Deutschland Von der Woche Belm Ueberfaü nttf eine PoflzeUtatlon!ח Bclsan wurde ein arabischer P o 1 i / i s t getötet. Von Poli/eihunden auf״enn!!1rmn1e Spuren führten zu zwei Häusern in Beisan, woraufhin der Stadt eine Koltektiv-traic von 00כ M auScrlegt wurde. Ferner griff eine Bande die jüdische Kolonie Tel A ni a 1 an. f>ie Pnli/d verwkkelu' (fic Rande in ein Oe-!echt, wobei diese fmii Mann \erlor. In der Nähe von D.-clienin kam es m einem (iefccht zwischen englischen Truppen timi einer ,1׳r.1־bi'«׳hc11 Bande, wobei / w e i e 11 g I i > e 11 e Sol 11 a t c n g e t 0 t c t wurden. Eine Bombe i:\plodierte im Zentnmi *Jerusalems vor ebnem von biiti-elien Soldaten und Pnb/istrn viel besuchten Restaurant, das dabei stark beschädigt wurde. Ein arahischer Junge wurde Ie!d1t verwundet, hüte weitere Bombe explodierte in der l’iopheteii-triße in J!«׳,-.11׳t!em, woben zwei Juden leicht verwundet wurden. Kur/ vorher war eine Bombe in der Ben Yehuda-Straß!׳ geworfen worden. Bei einer BoinbrnexpUt-inn im judi-uic» Viertel va• Jerusalem « nrs 1 en z w e i A r :1 her verletz t. Bei den Kämpfen bei Nablus wurde der Bamlenfiihrer Abdul R a h i m M;! 11 m ״ u d verwundet und gefangengenommen. Im Zusammenhang mit den Bomben,׳itfentaten in fdalfa Wurekui 10 Juden in Halt genommen mul ein Poll/cistrafnostcn 1'n der 1!:wchoiiHT.-lniüe cingr-el/t. \'ertrelcr der Jüdischen Gemeinde und 111 > Vit! 101 s linder I lak.amiel protestierten gegen diese Maßnahme beut! P;-!1i!24;ommis«.־!r. Im Kon/entrinionviager :1׳ V7~.o sind 200 Araber in (len 11 tt 11 g c!'streik;;<1: .־1.1 :!׳. Eine A!!/:11t' in bsrber i!1 ,• : ,1 1 e r I 11! 111 i g r;1 11 t e n, irt der 1 limptsfli he m!-!,!׳ 1! ,1! )!י n!׳al,1-tma 1• י!,ihre leiten, hnlien in den R 11;:׳;n! der b-io.deutf:' |ud:seltcn Gemeinde einen Sit/-!;׳!! I h:u:.p wir,!k iaepsunti mit der Fordetiing ihrer I eea!:s!et tttt:: und /:ibt-.-atng ihrer I .־enlbc nach Pal.istina. Anlü IT 1! (kr in \ o; «u!dt1 1׳d(־n Ankunft tlvr itriteti [1; י - 1 3 < t i ti ׳- ה K o m m; s «; j ״ ״!; du n du l’nliRtiua-kegicrimg und dm J׳. «Rh A:«׳:־:,« die t•!«׳! p! t)j, p,!! Male: ialien ftir die Beratung de;׳ K'׳!--■■: ״»״\<!:; , rr.'ot. |)ie Araber verharren auf de;:: 01 ס;.n,.. ,י.11 .-,ן»,!,,.!(< du׳ Kcetitnmston und haben keilte M.1te;:a!:1 1׳ ft!!״ ׳oe tu! ׳ g:o siebt. daß die 2״u /u!1d״nl., du■ tu: Angehörige von bereits im I and!■ bw’ntdii tan P׳- : ׳men bv-imiint -21,1, bereits vollst .in di,: \ 1 rgeb! t; - 1״d. 11 s l;!:;d,lt -iah hierbei nicht um Train n und u:.:1 iu j dt::, ׳ K!mlt r \o!1 Nrihaiwanderern, die bekannte, b kue r Zert:l:k.1t-p,flieht mehr unterliegen, sondern ten!.heim u-w.) In Tel Aviv iwtnkti in dieser Saison eine ,Million Kisten Orangen verladen. I )er amt!:. In1 ׳ u tu ,i n i •, c 11 e Schiit a 1t r t s d i e fl S t teilte mit, da!) -ehi׳ I ,!■״.!:;aeuinftc \!>m 1. Mai 193$ •ab im Hafen von Tel Avis׳ anbagii werden. In den jüdischen Vorst :1;11 e f1 von Haifa sind weitere private tiittl mfentliehc Bauten errichtet worden. Die Entwicklung der Vorstädte in der llmfa-Bay erreicht bald den Stadtrand von Akku. Ftir den Bau eines neuen StraItcmiet/rs ift def Haifa- Bay wurd(■וו CP tädtiO zur Er-dtbeffimg neuer Privatböden zur Verfirnung gestellt. Mit der Anlage der ersten Straften wurde bereit״ begonnen. Auf dein K .1 r tu e 1 - f j c I 3 n d e unterhalb der Achtmal! Sir 111 rinnt Samtiol, haut die i.oewv Itd. eilt Straßennetz von ungefähr 2»»f1 nt (.,iitge zur weiteren Erschließung der Tel Aro׳:- und Karmel Bcach-Bödvn. Die palästinensische M 1 s r a e h i-<> r gn!1 1 s a 11 an ratiflzie; te das Abkoiiuneii zv, Gcheti Mi-rachi und Agmla» Jisrocl. Zum Audi nken;!tt Monh cl! 1i Baer hat die (iesellsehaft Karin! 1 Iin c-tturnt hiot Md, In s, hlossen, den 1 löhoti/tig, auf dun d! 1' Zto■;!:״Uh d! st.ittgi fiimlvn hat, G 1 V 3 t M o r!1!■ c 1:!: und atiiMrdem die Statte durch einen t n!!: .:1 20 1!; t:d! u Eriiim rnng zu «eiben. Alts Tel Aviv wird uns berichtet: Anläßlich eines Terroraktes in Jerusalem, dein zwei junge Juden aus Deutschland zum Opfer fielen, schreibt M. Gücksohrt im ״Haare/2': Die letzten fünf Jahre seit dem Umschwung In Deutschland waren für die Juden eine Zeit der nationalen Wiederbelebung. Viele, die völlig dem Judentum entfremdet waren, bestanden die schwere Prüfung. In diesen fünf Jahren nahm die Beteiligung der Juden aus Deutschland am הין. lästinensischcn Aufbauwerk in Qualität und Quantität zu. Die hohe kulturelle Stufe dieser Menschen, ihr Ycmitwortuiigsgefühl und ihr Wille zur Disziplin verbunden mit pralltischer Begabung und Organisationstalent halfen ihnen bei der Erhaltung der Zukunft ihrer Kinder. Z.ehntausetide, von denen viele vermögend gewesen waren, verwurzelten sich im Boden des Landes. Viele brachten das schwerste Opfer, das ,Menschen im reifen Lebensalter bringen können, sie ,änderten all ihre Lebensgewohnheiten und gingen zu schwerer körperlicher Arbeit Über. Das große Posifivum dieser Rewegttng aber ist die Elnwaiulcrungsorganisntiort für die Jugend und die Vorbereitung der Jugendlichen auf das Leben im 1 ande. So gewannen wir Tausende von Jugendlichen aus Deutschland, die sich an uns ״assimilierten". Diese Altjalt ist aus dem nationalen Aufbauwerk nicht wegzudenken, sic brachte uns wertvolles Menschenmaterial von seelischer Eigming, sie hat tu diesen schweren Jahren viele Blutopfer gebracht. In einem anderen Aufsatz im ״Haare?“ schreibt M. < i 1 ü c k s 0 11 n: Haben wir die seelische Aufnahmekraft für den Einwanderer ans Deutschland und bcsonders fiir den Jungen I m t!1 i g f a n t c n? Am schwersten ist für diesen die Begegnung mit der neuen Wirklichkeit, selbst wenn er von ganzer Seele bereit ist, in unser Leben ein/tigehcn und sich mit ihm zu verbinden. Schwer ist das;111211 für den Teil der Jugend aus Deutschland, der sich der Ribbu/bewegung augcsclitosSen hat, und im Kibbuz ihr Ideal sah. I läufig empfindet der Junge ,Mensch, der im tiefsten Herzen einer Lebensform anhängt, die hier nicht hoch im Ansehen stellt, so etwas wie Scham Und (iewisseiisipialen «egen seiner ״kulturellen Verzärtelung“. Manchmal neigt er auch dazu, seine unmittelbare Reaktion vor sich selbst zu rechtfertigen und in der (Üeichgültigkcit der anderen killturellc Primitivität und Dürftigkeit zu sehen. So kann es zu Emir Shakib Arslan Die Person des Emir Shakib Arslan ist unseren Lesern aus Vielen Berichten übel׳ die syrische Delegation In Genf bekannt, deren Leiter der Emir seit langem ist. Er gehört zu den Vorkämpfern der arabisch-islamischen Sache in Europa mul hatte erst auf Grund des fran/ösiscl1-syrise!1eit Abkommens die Möglichkeit, nach seiner Heimat, aus der er verbannt wnr, /nrückzukelireü. Heber seine Persönlichkeit erfahren wir nun neue, interessante Ein/elluuton aus einer Arbeit von L)r. E. W i d in c r (Die Welt des Islams, 1037, Band 19). Hier wird das I eben und die literarische Tätigkeit des Emir geschildert, und man erfährt, daß es sieh bei ihm nicht nur um einen Politiker!tändelt, sondern um einen he* deutenden arabischen Dichter und Schriftsteller, der in der vordersten Reihe der heutigen schreibenden Araber stellt. Anschlüßen(! werden in Ucbersct/ung zwei Arbeiten des Emir abgedruckt, mul zwar ein Essay über den Aufstieg des Orients in der Gegenwart und eine Untersuchung über die Echtheit der vori-lamisclicn Poesie. In der erstgenannten Arbeit kommt der Emir unter anderem auch auf die Trage der Zunahme dos Reichtums in den arabischen Ländern zu sprechen und behandelt in diesem Ztisammenhmige auch die Entwicklung der B o d e n p r e i s e. Er polemisiert dabei gegen die Ansicht, die .Steigerung der Bodenpreise rühre von den Zionisten in Palästina her, die bei ihren I anilkätifcn hohe Preise zahlen. Demgegenüber meint er, daß in anderen arabischen Bezirken die Bodciiprelsc zum Teil noch mehr gestiegen sind als iu Palästina, und er fuhrt eine Reihe von Gründen für diese Erscheinung an. Bei der Behandlung des Problems der landwirtschaftlichen 1:111 w i c k 111 n g einem Minderwertigkeitsgefühl kommen, das sich auf man• gclnde Kenntnis de» Hebräischen, mangelnde Fähigkeit zur Arbeit und mangelnde ״Jikllsehkdt“ überhaupt gründen kann wie auch auf die Tatsache, daß er ״zu spät“ kam und die wichtigste Kolonisatioiisarbeit schon durch Juden aus Rußlaitd und Polen geleistet worden ist. Er findet schwer eine Synthese aus den Portierungen, seinen eigenen Charakter ZU hewahren und sich doch der Umgebung aitzupansen, Sekte Umgebung aber hat nicht immer den nötige» 'Takt, um ihm seine Lage zu erleichtern. Häufig hat sein Arbeit»־ genösse nur Spott für die Problematik des Neuankömmling». Stets ist das persönliche Leben im Kibbuz problematisch, aber für den jungen Menschen aus Deutschland, der »einer Natur nach zur Theorie und zur Analyse neigt, ist cs besonders schwer. Gerade seine geistige Vorbereitung auf das Klbbii/lcben wirkt sielt oft gegen ihn aus. Für ihn *fand Im Mittelpunkt des Kibbuzlcbetis die ״Gemeinschaft“, die ״Verwirklicfuirig“ und die ״Religion der Arbeit“. Und diese Be• griffe, im Ödste der romantischen Beleuchtung der Jugend gesehen, haben in der palästinensischen Realität kein Gegenstück. Das Lehen im Kibbuz stellt auf den einfachen Grundlagen der gemeinsamen Arbeit und der gegenseitigen Hilfe, aber (Ins Mysterium der Oeineinsehaft kamt dort nicht erlebt «erden. Aber schlimmer als die Enttäuschung über den Ausfall unklarer Vorstellungen vom Kibbuz, ist die Entfäiisdumg wegen des hehlen« fester Lebensform«! und religiösen Gcfühis. Die menschliche Seele fürchtet die Leere, sie kann nicht ohne Symbol und Gestalt leben. Gerade diese Menschen, die eine festumrissene Kultur verließen, sehnen sich nach neuen Lebensformen. Sia» sehnen sich nach jüdischer Kultur, jüdischem Leben, religiösen Werten und jüdischer Tradition, und diese Sehnsucht findet keine Erfitllung. Die SciiabbatC und Feste im Kibbuz sind im allgemeinen nicht dazu angetan, die Seelen zu erheben. Das empfindet der junge Jude aus Osteuropa nicht so sehr, der im Kample gegen die Form jüdischer Religiosität und gegen das jüdische Ghetto aufgewachsen Ist und der In der Gegnerschalt gegen diese Dinge noch seelische Befriedigung findet. Die jungen Juden aus Deutschland aber kennen keine *olche ״Kompensation“.׳So gehen von ihnen Forderungen nach reli* giösen Werten aus, die■ nicht erfüllt werden. wundert er »ich, dal) die Syrer das Vorbild der Zionisten irt Palästina vor Augen haben, dennoch aber sich nicht aufzuraffen vermögen und von ihren altertümlichen Methoden der Bewirtschaftung nicht abgehen. Auf dem Gebiete de» Handels glaubt Fmir Arslan, daß Syrien in Zukunft keinen Aufschwung erleben wird außer durch eine wirtscliaftlictie Verbindung mit dem Irak, dem Ncdscli, Hcdsehas und Palästina. Schließlich äußert er sich auch zu der Frage der politischen Zukunft der arabischen Länder. Er weist auf de» syrischen Aufstand von 1925 hin, an dem »Ich nicht nur wie bei früheren Erhebungen Beduinen, Drusen und kriegerische Stämme beteiligten, sondern auch die fntclligenz und die Bewohner der Städte. Dies bedeute eine große Acntlernng. Arslan denkt sich die zukünftige Unabhängigkeit der arabischen Länder In Form eines Bundes, der jedem Staat und jedem Emirat «eine innere Selbständigkeit ver* bürgt. Die Grenzen der verschiedene״ Staaten sollen festgelegt werden, aber eine Einheit soll für Post, Telegraph, äußere Angelegenheiten und Militär geschaffen werden. 111 dem gleichen Band der Zeitschrift finden wir eine Darlegung von Conrad Oehlricli über dag Feisal- W e i z m a nn-A b k o m m c 11 von 1919 und seine Bedeutung für Palästina. Der Verfasser schildert die Vorgeschichte de» Abkommens, gibt dann den Text und weist auf l>r. Weizinnmis Ausführungen in dieser Sache in der ״Time»“ vom Juni v, J. hin. Bei der Erörterung des Abkommens kommt OcliLIvb zu der Ansicht, dnli »chic rechtliche Unerheblich« keit fe»t»fchc, dal) aber l'cisal, obwohl er mit den Zlonisten paktierte, den Arabern (I0(111׳׳rl1 ״keinerlei VcrpfllcH* timgen hlntcrlloß, die sie im Kampfe um ein arahl»che* Palästina belasten könnten“. Klima Nur .!1׳ 1!.׳:׳ ■! ,׳ Gr:;: 2>׳t; L hviGrai» der j alircs/eilCM, die Km! e u. IG.:■12:;: :,1; 1 ,׳ Iä)!. Nur hör i-t der I rühliug Leu.;:.י:־ G!׳»:!; »1 י:.!׳ י LG''. cn:G':ntt aus Weißem Tode, IG■■׳;,::: ,;.׳ , -־: , :׳ ,.Irr «,,:;;־rer heiße Lohe, ZU <nt/11:!■:■;', r :;• 2 ׳ r /׳! ((:!,: irtarii. Nur liier ist Wille zu Net.rrt tr ■! ir .,■ ,-■ In; «;12; r ,.; ,2' Nrur 21. rt G.!;!;; und der Mensch!11 2 ■■׳ < M r di.׳ R.;!,;re« 11 I ur״pns, Amerika‘; und Votd.!1.׳• r -1.1 rrrrr, l), ״'er.f 1 das Kitr.ri den Menschen nicht, 1 - v : I t: r ■; , I: 1 tum. Zw; i /1.11!:■>', ־ •Ir;; r :1:.21 -111;־ I rdr, die itorrrite Von M ai bl 11) י « I ׳, ■; e!- ■ %! >:: (rmb:1״ In- Mai. Nicht riech! 1 - I: :;-׳■! tu d «;:::■jdnu,.:. u etiii der Sch nee schmilz!, imd ru t!' vi ■ :!!.:;irr« ni. hi R!2 und Gelb, nicht fällt die 1;121:, reif nul!;:. rh-lliGt, «1::1 12 tum. Das ganze Jahr isi I.nur 11:1■ I!Gate zu gh'lchcr Zeit. Imitier refft etwas und i1!!m׳.-r blüht c׳iwAhr IGuun 111 Ingen ihre I rticllt zü ihrer eigener. Zeit. im September Gl dm llu/c noch initiier sehr Hie Bäume sim! gi,111׳ v11״ Staub, die StraBenräiulcr, (11 c Felder braun und;!rat!. f>r Li'ilr■ i-t ri-dg von IHirrc. Alle Büsche, Blätter, N’.nlcln, P,ihnen sind dick mit Staub belegt, sö daß man mit (!■m Garn t!-c!!la1.׳eh durch daganze Land gehen möchte, H! 1*h־r c1:1׳ her machen. 12s war im jitli tthd Itti August vii 1 I11׳;!kt, alwr mm fangt man an, müde zu werden, schlapp, und nun -11111t «ich nach Ksihle, Mau mö< htc heraus all» ihm D.iwp.Gid, aller ei-f überall gleich heiß. U enn in Europa ihr lag glüht, und die Luft voll von Spannung ist, wartet man, daß (Irr Wind sieh erhebe, der dem tieuitier vorangiht, So w.n 1 et 111,111 hier zwei Monate, Im Oktober bcginnen die < icln le (lei Juden um Regen. Idius lag - r-l der Regen da, mul nun spricht man von nichtanhumii: 1:11;'!״ i-1 der!hegen daG oder; ״Spät ist der Lh ,:1 a di״ ״«;aiK war der Regen", oder; ,,Schwach «ar der 12■.::■:!." Ah,.■;■ ntan weiß, -eit '1090 Jahren, es beginnt im Mkinhcr ■ח וי .■:!■■tt und 11 2׳rt auf im Mai. Narb (hin et-mti Reget[ beginnt die ApleIsilirlicrnte, beginnt das Land zu eiinieii. Auf den Aecitcrn sproßt es. All den Wcgi.i'ideri]?•agdi -ich die ersten Blumen. Wiesenschaumki.'iiit. 1!,יוי hier gelb Rt, grünes Bliiltergta», Löwenzahn. Und mm!,״:!•,:mm dir Jam1!1!sturlhr, Dotmer und Blitz. Regen ist nielit im lir T topfrtunß. Regen •st Wolkeiibrucli. KütHlguß. Rege» f.dlt nicht mehr lotrecht vom Himmel, Rege•! pritritt Sidmag an die I l.iuser. Nichts hält ihn ab, unpassierbar wir!! da- 1 and, I,i-enbalimlämme brechen ein. Der Regen dringt über die Tcrra--en, durch die Türspnlten, durch die Len-irr, durch Rolläden und LetiMcrIädcn. Auf dir Fensterbretter legt man Tücher, trotzdem sind im Nu die Zimmer überschwemmt. Das Meer überflutet den Strand von Tel Aviv. Die imgetifla-terttn Straften der Jerusalemer Vororte sind mir hüpfend zli passieren. Vom Karmel stürzen die Wasscrinassett, flächen glcichj durch die bergigen Straßen Haifas. Dagegen hilft kein Schirm, kein Regenmantel, mir ()umnmiicfcl und Lederjacke. Während(!«wen ist Apfclsincneriite, währenddessen ankern im Hafen von Jaffa im Sturm die Schiffe für die Apfelsinen, Aber nicht täglich regnet es. Man kann nicht sagen: ״Nun den Ofen geheizt fiir drei Monate oder vier," Es ist ein ständiger Wechsel. Pclziackt und Wollkleid und Luch um den Hals in der kalten Wohnung und Kampf mit drtn Petroleuniofen, das ist mir ein Tag. Schon am nächsten Tage scheint die Sonne. Schon am näcltsteit Tage ist es warm, mau sll/t im I rden, liest In der Sonne, freut »Ich am Blühen, denn überall sind jetzt rote Anemonen oder kurze rote Mohnblumen, dicht über der Erde, Die Obstbäume blühen und die Wieset), das Getreide Ist grün und dir Orangen* blliteu duften. Und cs Ist richtig warm. Iß, 10, 20°, Mittelniccrsüllr, bis wieder zwei Tage später Regenguß einsetzt, -Intlhitnrtlg, als wollte ei vierzig Tage und’ vierzig Nächte regnen. Wo blich Frühling, wo Sommer, wo Winter, wenn ,1111 blühenden Orangenbaum die goldene llcrb-tfnldit hängt und daneben blätterlos die Akazie trauert und der Oleander graues Winfergc-triipp zeigt? Immer ist Ernte. Blumenkohl, groß, wie kleine Wagen* rüder, reift Im Dezember, und 1111 Januar kommen die ersten Tomaten, Im April sind Stoppeln auf de» Feldern, lind gelb wogt da« Getreide da im März und *da Im Mal. Im April beginnen die Oleander zu blühen, Akazien, Goldregen, Mimosen. Im Mai stehen die Gärten In voller Blüte: Büsche von Margtieritefi, Büsche von Geranien. Im Mal reifen Melonen und Oitrkcn. ' Und Im Mal kommen die C 11 a!11 s i 11 e. Der Ohartisin i-t ein Wüstenwind aus der arabischen Wüste, Er Ist der unberühmte Bruder des berühmten Samum. Man wird nicht berühmt, wenn man aus der Arabischen Wüste kommt tirnl iu Palästina endet, man Ist einflußlos. Aber der Santtm1 aus der Sahara gellt nach Europa, er weht durch Italien #1* Seirokko, geht über die Schweizer Berge als 1(11111. Der Chnmsin ist glühend, Die Luft »teilt, Der Himmel Pt grau, ״Es ist Ghamsln", sagt früh der erste, und man «dilleflt rasch die f fitster, niacfit die Läden zu, geht nicht aus dein Haus, Die Geschäfte »leben still. Verabredungen werden nicht ein-;(׳halten, Im Freien wird nicht gearbeitet, Die Straße» *ind hfr. Glühend weht ein heißer wind von Osten. Alle« faßt ■ ich an wie gekocht. Die Betten «Ind warm wie mit einem Wärmekissrn, Ein ungeheurer Kampf hat dngesetzt, Die Wliüie, tötend und lähmend, «chickt sich «11, das Land ztt überfallen, «tiszmlörreu «lies Lebendige, Das Meer ist wie Blei, Unbewegt »ml hinter grauen Nebel» versinkt eine trübe Sonne. Im Kampf der Nalur *teilt man abseits, verhalt *ich ftihig, ist wie gelähmt. Nur nicht« tun müsse» 1 Nur liegen können! Kleine Kinder müssen zu Hause bleiben. Die Lilien im Garten werden dünne Stengel. Die Rosen verwelken. Diese Tage ließen die Reisenden In der Wüste vor Dur»t sterben, und die Skelette der Kamele waren da» Wahrzeichen des alles tölenden Clinmsln, Da erhebt sieb (Ins Meer. Fs wird grillt und blau! Ci tanzt, es hat weiße Selimnnköpfe. Die Sonne *teilt »trah* letnl, legt sich, — glühende Schönheit — in ein von rauichetl* den Vorhängen blau 11ml violett und gelb umwalltes Bett, Das Meer hat gesiegt. Da hört man sie rufen wie Herolde, den Milchmann, den Eismann, Kutscher, Chauffeure: ״Der Chflm-in Ist vorbei,“ Und es wellt der Westwind, kühlende Brise vom •leg* haften Meer, Es beginnt die normale Hitze de« Sommer», der trocke* nen Zelt, Juli, Anglist, September. Längst i»t alle» ver* blüht. Auch die Bäume werden grau und schmutzig, Sand und Dürre tritt an Stelle des Schnees. Es Ist ein häßlicher Tod. 37"C 11» Schatten Ist die I)urch*cl»1ltlste1t1peratur, aber cs gibt wenig Schatten im Land, Der Tag hat fast immer die gleiche Länge, so wie Blüte und!־rticlvt am gleichen Baum hängt. Rasch steigt morgens die Sonne. In Jerusalem ist es schon um 10 Uhr heiß, um 4 Uhr kommt kühlender Nord westwind. In Tel Aviv ist der Vormittag kühl, und am Abend herrscht erstickende, heiße Leuchte. Wenn die Sonne sinkt, ist c* rasch kalt und rasch dunkel. Es gibt keine blaue Stunde, c» gibt keine Dflmmerintg, Jäh ist der Wechsel, Glfilieml endet der Tag, und schon Ist e» zu kalt, um im Garten Abendbrot zu essen. Naß ■wie iibcIi starkem Regen sind die Stühle am Abend vom Tau, und die Wäsche ״trocknet nur In der Sonne, Wunderbar sind die Nichte, erfüllt von Sternen, Im Februar wie Im Dezember, Im Mal wie Im August. Der Himmel Ist höher als Im Norden. Der Mond steht fm Zenitli wie die Sonne. Die Mondnächte, also die Hälfte de* Monat», beherrscht der Mond die Nacht, bringt In den großen Städten da« elektrische Licht zum Schwelgen durch *eine Helligkeit, wirft einen kurzen, scharfen schwarze» Schatten. Der Mond Ist feierlich und *Ireng, wie Wüste und Sonne. Das Klima Pt nicht gemüßigt, Von Oktober bl* Juli Ist drelvlertel aller Tage schöne» Somifierwcttcr. blauer Himmel und Wärme, Es Ist Riviera, aber ohne Stille. Wind hcrricht. In Jerusalem Bergwlnd, an der Küste Seewind. Immer klappern Fenster und Türen, Immer heult der Wind, Immer fängt er sich wie Im Segel ln der Wäsche, dlt ztim Trockne» aufgehllngt Ist, Immer fliegt Sand und Staub in» Zimmer, Immer raschelt Papier, immer bewegen »Ich die Lampenpendel an der Decke, immer huschen Gespenster, miauen Katzen, *chrclen fisch klingt der Schritt nächtlicher Kamdkarawancn auf dem Pflaster oder dem Sand, »felgt aus Geklapper und Geheul die Angst der Kreatur. Gabriele Ter eit