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Jüdische Rundschau · 1938-04-26 · Heft 33 (26.4.1938) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 33 (26.4.1938)
Date
1938-04-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr 33 26 IV, 1938 In *Ich aufgenommen; dennoch bewahrte er sein« urspriing* liehe Eigenart. Wir wissen, was diese ursprüngliche Eigenart war. Es war die jüdische Auffassung der Menschen als Kinder Gottes, als in Gottes Ebenbild geschaffen. Sie hat der menschlichen Geschichte einen neuen Sinn, ein neues Antlitz gegeben. Das Volk, das aus der Knechtschaft in die Wüste und durch die Wüste an den Sinai zog, erhielt dort die Offenbannig seines eigenen Sinnes als Volk und des Zieles der Menschheitsgeschichte. Wir sagen es »rn Sehlußgebete jedes Gottesdienstes: ,,Die Welt imutiscltaffeit /um Reiche Gottes.“ Die Parole von der Normalisierung hat nur dann einen Rhin, wenn wir uns zugleich auf die Botschaft besinnen, die wir übernommen haben. Unser jüdisches Leben ist heute gerade innerhalb der nationalen Bewegung selbst zu sehr überwuchert von den Sorgen um unsere körperliche Existenz. Sie verlangt überall gebieterisch ihr Recht ttnd ihren Platz in unserem öffentlichen Lebert. Aber wir dürfen nicht vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen wollen. Ls geht nicht an, daß die körperlichen Bedürfnisse unseres Lebens uns blind machen für seine Grundlagen. Gerade jetzt, wo immer Wieder neu die Fundamente unseres Seins erschüttert werden, wo immer wieder neue jüdische Menschen sich fragen: Wo/u? darf ihnen die Antwort nicht vorenthalten werden: Das jüdische Volk hat der Menschheit noch sein eigenes Wort zu sagen, noch einmal zu sagen. Nicht In Worten, im Kampfe tim politische Formen anderer Völker — das war der große Irrtum der vorzionistischcu Epoche —, sondern im ei g e!1 e ti mithin den leben, durch das, was wir s i n d, Ls war das grolle Verdienst des jüdischen religiösen I ibernlisinus, ilir-rii religiösen < immigedaiiken des Judentums bcraimgeai l;.׳i;ct zu haben, seine historische Schuld, daß er nicht sah, dali «01־ diesen Grundgedanken an uns selbst, 1 :1 11 11 s e r e r e i g 0!1 e n G e m e i n s r 11 :1 f!, nicht durch Mission an mulcn 11 Völkern zu verwirklichte! Inben. \V[r wurdiii lugen, wenn wir sagten, dali in l’ulastin« diese Dinge allgemein veisfamlen werden. Dali es in dieser Beziehung um einen Teil der jüdischen J 11 g e n d in Palästina schlecht bestellt ist, hat erst vor km/ein ein Lehrer, P. Schiff mann, aus seiner i rfidinmr in der Klasse erzählt (״Hazofeh“ 25. 3. 1(M8). Tr spuckt von einer erschreckenden Geringschätzung der religiö-en und nationalen Güter, von einer Verst.'lmlnislosiwkeif gegenüber dem Judentum der Propheten. ,,Nichts [st schwerer, als unsere Jugend in diesen Dingten zu unterweisen. 1 )as Wort Gottes ist ihnen entfremdet. Die Worte des Ln.phcien über Gerechtigkeit — leeres Gerede. F.s gibt keine Gerechtigkeit in der Welt und wird keine geben, nur die Gewalt entscheidet, lieber die Worte Jesajas vom Pude der Tage spotten sie. Immer gab cs Kriege, immer wird es Kriege geben, und es ist gut so. Die jüdische Jugend wartet auf den Tag, an dem auch sie ihre Kraft wird im Kriege zeigen können. Alle Worte von Eriedm, Humanismus, Gerechtigkeit, Gottesreich sind für sie nur leeres Gerede eines kranken Volkes, dem es am Willen zur Macht fehlte.“ Schiff in a nn selbst sagt, daß seine Charakteristik nur für einen Teil der palästinensischen Jugend zutrifft, aber auch dies genügt, um ernste Besorgnisse zu erwecken und uns daran zu erinnern, wie sehr eine Erörterung der geistigen Grundlagen unserer Bewegung nottut. Es gilt für uns selbst, für unsere Jugend, für die kommende Generation das Bewußtsein des jüdischen Humanismus neu zu beleben (und, nebenbei, scheint mir hier eine große Aufgabe für die Hebräische Universität und für die von ihr zu becinflussenden Erz ichungsinstanzen des J i s c!1 u w zu liegen). Die Gotteskindscliaft des Menschen, aller Menschen, der unendliche Wert des Tiu/elnen, der Glaube und die Hoffnung, daß Sein Reich kommen «ird, 1101־/ aller Not und Vielleicht durch alle Not, sind pevallige n/icht-rische Werte, die leider bei uns noch hracliliegen. Wir müssen nur uns selbst ganz aus der Tiefe heraus vergehen und den Mut zur zionistischen Aufgabe haben, für die heute kaum cm besseres Wort get’umlen werden konnte als dies: Hebräischer H u nt a n i s m 11 s. Für eine ״Jüdische Akademie“ Dr. J. L. M a g n <• s, Präsident der Jerusalemer ]lehrä- '!sehen Cnivers itäl, iiufierle sich zu den Fragen, die in dem eingangs von Proi. H! rgmann erwähnten Aufsatz ״Lehen über den Pag hinaus‘’ behandelt wurden,!nie fnlgt: Sie fragen, oh nach meiner Anwebt eine Jüdische Akademie der Kiuotc und Wis-enwhaften eine Notwendigkeit ist. Ich denke: ja. Während es in einem ge׳.׳. Isscn Maße eine Zusammenarbeit zwischen jüdischen Geleinten und Künstlern hier und dort gibt, besteht nach meiner Ansicht kein sehr enger Kontakt zwischen ihnen. Das grolle Ziel ist die Erforschung: der Wahrheit und die Schaffung von Schönheit; und es würde auch für die Juden als solche von großem Vorteil sein, wenn ihre Gelehrten und Künstler auf irgendeine Weise ihre Arbeit in Beziehung biingeit würde!! zu dem besonderen Komplex, zu den bedrückenden und doch auch erhebenden Fragen, die auf dem Grunde des jüdischen Lebens ruhen. Insoweit ein Zentrum für eine Akademie notwendig ist, scheint es mir, daß die Universität Jerusalem diesem Zweck dienstbar gemacht werden könnte. Sie ist der einzige Ort im jüdischen Leben, wo Juden verschiedenster Herkunft und Meinungen sich unter einem Dach zusammenfinden für eine grundlegende Arbeit an Kunst und Wissenschaft. Außer den Mitgliedern der Universität gibt es noch andere Menschen in Palästina, die als würdige Mitglieder zu einer Jüdischen Akademie der Künste und Wissenschaften hinzugezogen werden mußten. Nötig ist meiner Meinung nach ein bescheidener Anfang liier in Palästina, vielleicht auf dem Gebiete jüdischer Studien, sowie auch eine Zusammenkunft der jüdischen Gelehrten und Künstler aus den verschiedenen Ländern 7um Zweck einer Erörterung der Idee und ihrer Ausführung. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Robert Welt sch, Berl!n*Charl. 9 (auch vera rrfwort!ich dir die Am'nnbmc■ v״n Hadern). Stellvertreter: Kurt I, oe w r n < t f i n, Brr'in W 1 5. An7ei׳:enlci'er und verantwortlieh für den Irdnit der Anzeige•״: Hermann Fi nn, Beil:״ W 15, Gültig Anzeigen Preisliste 5 vom 1. April 1936. Verlag und Anzeigenvenvaltung: Jüdische Rundschau, Berlin \V 15, Meinekestr. 10, D.A. 1/1938: 26043. — Druck: Siegfried Srholem, Bcrlin-Schönebcrg, Wiederum Nuri Pascha Die arabische Zeitung ״Felestin* veröffentlichte vor kurzem Mitteilungen über neue Vorschläge Nuri Paschas zur Schaffung eines vereinigten Königreiches von Palästina und Trarisjordanien. Das Blatt sagt, daß diese Mitteilungen zwar nicht autorisiert, aber korrekt seien. Danach soll in diesem vereinigten Königreich für die Juden kein Staat, aber ein Nationalheim geschaffen werden unter der Voraussetzung, daß sie nicht mehr als die Hälfte d e r G esamtbevölkcrung ausmachen, im übrigen sollen in dem zu bildenden Königreich alle Rassen ttnd Völker Gleichberechtigung besitzen, und Juden und Araher sollen auf dem Gebiete der Gemeindeverwaltung Autonomie erhalten. E n g 1 a rt d soll ein Aufsichtsrecht über das Königreich und volle Rechte im Hafen von Haifa behalten. Schließlich wird vorgeschlagen, daß das Königreich Mitgliedschaft im Völkerbund erlangen soll. Heber die Pläne Nuri Paschas sind bereits früher vorschicdcnc Nachrichten verbreitet worden. So hieß es Anfang des Jahres, er wolle den Zusammenschluß von Irak, Palästina und Tratisjordimien Vorschlägen und für das vereinigte Gebiet eine weitere jüdische Einwanderung bis zu zwei Millionen ln Aussicht nehmen. Es scheint, daß die von der Zeitung ״Felestin״ jetzt veröffentlichte Meldung, die natürlich auch mit erheblichem Vorbehalt aufgenommen werden muß, eine Abwandlung jener Vorschläge darstellt, die insbesondere die damals sogleich bemerkte Schwierigkeit in Rechnung stellt, daß aus dynastischen Gründen eine Vereinigt!ng von Gebieten, die heute zum Teil unter verschiedenen Lferrschern stehen, besondere Schwierigkeiten machen muß. Aber auch der jetzt Nuri Pascha zugeschriebene Plan dürfte auf große Schwierigkeiten stoßen; abgesehen von der Frage der Zustimmung der jüdischen Seite dürfte bei den extremistischen arabischen Gruppen wenig Neigung für solche Kombinationen bestehen; diese Kreise halten auch heute noch die zu versöhnlicher Haltung geneigten arabiselten Persönlichkeiten unter starkem Druck und hindern z. B. gerade jetzt in der Frage der Stellungnahme za der neuen Kommission diejenigen arabischen Gruppen an. einer Mitarbeit, die von sich aus bereit wären, mit ihr zu kooperieren. Solange die öffentliche Meinung auf arabischer Seite von den Extremen beherrscht wird, bleiben alle Vorschläge, die in irgendeiner Form versuchen, eine mittlere Linie zu finden, zur Erfolglosigkeit verurteilt. Verordnung gegen die Tarnung jüdischer Gewerbebetriebe Auf Grund der Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes vom!8. Oktober 1936 hat der Beauftragte für den Viorjuhresplan unter dem Datum des 22. April folgende ״V erordnung gegen die Unterstützung der Tarn 1! n g j ii d i s c h e r Oe wer behetr i t b e“ erlassen: ,,Tin deutscher Staatsangehöriger, der aus eigennützigen Beweggründen dabei mitwirkt, den jüdischen Charakter eines Gewerbebetriebes zur Irreführung der Bevölkerung oder der Behörden bewußt zu verschleiern, wird mit Zuchthaus, in weniger schweren Fällen mit Gefängnis, jedoch nicht unter einem Jahr, und mit Geldstrafe bestraft. Ebenso wird hvstraft, wer für einen Juden ein Rechtsgeschäft schließt und dabei unter Irreführung des anderen Teils die Tatsache, daß er für einen Juden tätig ist, verschweigt.“ Diese Ver- Ordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft. Zum Uebergang der Bankfirma Straus & Co«, Karlsruhe Wie wir bereits in Nr. 32 berichteten, ist die Karlsniher Bankfirma Straus ft Co. auf die Badische Bank übergegangen. Straus ft Co. ist im Jahre 1370 gegründet worden und arbeitete in der Hauptsache auf dein Gebiet des Kredit- und Konlokorrentgeschäfts. Unter ihrer Mitwirkling■ wurde eine erhebliche Zahl von Aktiengesellschaften gegründet, und die Inhaber der Bank, die zuletzt Dr. Moritz Straus und Friedrich A. Straus waren, gehörten den Verwaltungen an. Wir erwähnen die Nähmaschinenfabrik Karlsruhe A.-G. vorm. Haid ft Nau, Vogel ft Bernheimer A.-ü., Zellstoff- und Papierfabrik Dettlingen, Sinner A.-G., Rheinische Flektrizitäts A.-G., Rodi & Wiettenberger A.-G., Pforzheim, die vormalige A.-G. Motorenfabrik Oberursel, die vor einigen Jahren mit Humboldt-Deutz vereinigt wurde, die Bayrische Brauerei A.-G. Sehttck-Jaehniseh, Kaiserslautern, bis 1934 auch die Torpedo-Werke A.-G., Frankfurt a. M. Das Bankhaus Straus verfügte auch über zahlreiche Auslandsbeziclumgen und konnte Ronstoff-Veredlungs- und Export- Finanzierungs-Kredite gewähren. Aus der Wirtschaft Die Wchw aren-GroPihandlung Tuchs ft F. f n s t e f rt in Augsburg ging in arischen Besitz über, ebenso die Wirkwarenfabrik Richard Hammer Nach f, (bisheriger Inhaber Arthur Pohl) in Chemnitz, die Firma Bruno E h m a n 11, Kurz-, Weiß- und Wollwami, Damen- und Herrenbekleidung, in K 0 11 s t a d t Ü.-S., die Firma Emil Brecht, Mech. Leinen- und Baumwollweberei, Druckerei, Färberei, Bleicherei, Frottier- Weberei, App! eturanstalt in Sora ti N.-L., die Firma A I e x a n - der ft E c h t c r n a c 11, Kaufhaus, Königsberg i. PrÖ, ist in arischen Besilz iibergegangen. Die Wolhvarenfabrik Louis Hirsch In Mühlhansen 1. Thiir. ist in arischen Besitz über* gegangen. Die Sigmund Goeritz A.-O., Berlin-Chem* nitz, ist auf die Norddeutsche Trikotweberei A.-G. Berlin (Betriebsstjitten Chemnitz und Liibhcu) übergegangen. Die Knaben* kleiderfabrik S. und A. S t r a u s in A s c 11 a f f e n h u r g ist in arische« Besitz überführt worden. Die Webwarengroßhandlungen Max H c r z b e r g und Magnus W e i ß in Breslau sind in arischen Besitz ühergegangen. Das Kaufhaus M, Lesch* ziner in Gleiwitz O. -S., das Damcmnodegeschäft Alex Lustig in Ratibor sind in arischen Besitz üDergegangen. Die Finna Henke ft Co., Fabrikation und Großhandel chemischer Produkte, Leipzig, ist auf Kurt Haustein übergegangen. Studium im Ausland Durch den Runderiaß Nr. 29 38 werden die bisherigen Bestimmungen über Devisenaiiträge zum Studium und Schulbesuch im Ausland zusanmiengefaßt. Unterhaltsverpflichteten kann die Verrechnung von S111 d i c n g e i d er n mit freiwilligen Unters t ii t z u n g s 3׳ a h 11t n g e n von Ausländern nach dem Inland oder mit Zahlungen von Studiengeldern ausländischer Studierender in Deutschland bis zur Höhe von monatlich 200 Reichsmark genehmigt werden. Diese Verrcch* mtngsniöglichkcit ist jedoch mir anwendbar, wenn der Antragsteller durch unmittelbare Beziehungen zu einem Ausländer zur Durchführung der Verrechnung in der Lage ist. In Ausnahmeiällen kann aut Antrag die (ietiehinigung erteilt werden, dem im Inland studierenden Ausländer Sonderzuwendungen zu machen, um den Verlust aiiszugleiclien, der durch den Verzicht des Ausländers aus Inanspruchnahme von Beträgen aus Registerguthaben entstehen, Sanimelgeuehmiguiigeii bis zur Dauer von sechs Monaten sind zulässig. Als Unterhaltsverpflichtete sind auch Stief- und Pflegeeltern, Verwandte und Verschwägerte anzusehen, jedoch nicht charuativc Vereine oder Anstalten. , Jüdische Studenten oder Schüler sind, soweit eine Zathhing im Verreciumngswege nicht ohne weiteres möglich ist, an den ״Zentralaiissclmß für Hilfe und Aufbau bei der Reichsvertretung der Juden in Deutschland“ (Berlin-Char* lottenburg 2, Kantstr. 158) zu verweisen. Der Runderlaß weist darauf hin, daß zur Zeit 09־ nehtnigimgen zur Bestreitung eines Studienaufenthaltes auf Grund von Verredi nungs- oder Reiseabkommtn bei folgenden Ländern erteilt werden können: Bulgarien, Dänemark, Iran, Italien, Jugoslawien, Niederlande, Norwegen, Palästina, Rumänien, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Diese Genehmigungen sind auf einen 1 löehstbetrag von 200 Reichsmark monatlich zu beschränken. Soweit Anträge nicht im Rahmen dieses Runderlasses erledigt wereien können, sind sie abzulelincn. Für Palästina beläuft sich der!׳löehstbetrag auf 250 Reichsmark. Interessenten für Studien in Palästina haben sich an die Palästina-TmihaneßStclh׳ G. 111. h.H., Berlin SW 68, Friedrichstr. 218, oder an das Palästina-Amt der Jewish Agency, Berlin W 13, Meinekestr. 10, zu wenden. Oh wir in der Lage sein werden, all dies unter der Gewalt der täglichen Lasten, die in dieser Zeit auf uns lasten, zu vollenden, weiß ich nicht. Aber wir sollten, glaube ich, den Gedanken weiter erörtern. Wenn wir dies ernst und klug tun, zweifle ich nicht, daß dies früher oder später konkrete Ergebnisse zeitigen wird. Aufgaben jüdischer Wissenschaft Prof. Julian Morgenstern vom llebrew Union College In Cincinnati äußerte sich folgendermaßen: Nach meiner Meinung ist die Bestimmung der »tin* digen fundamentalen Grundsätz« des Juden- {ums und jüdischen Lebens, die die Basis für seine ganze historische Entwicklung in der Vergangenheit waren und auch seine Entwicklung in der Zukunft bis zum Ende der Tage bestimmen müssen und die nur bis zu einem gewissen Ausmaß durch äußere Faktoren und Umstande beeinflußt, aber nicht tatsächlich durch sie verändert werden können, tatsächlich die Aufgabe der jüdischen Wissenschaft. Ungeachtet der spezifischen Probleme, mit denen die jüdische Wissenschaft sich befassen muß, bleibt das letzte Ziel dasselbe und die Gesamtsumme der gemein- Samen Anstrengungen aller jüdischen Wissenschaft ist das rechte Verstehen des Judentums und der Prinzipien seines historischen Werdens durch die Jahrhunderte. Es Ist im gegenwärtigen kritischen Zeitalter von äußerster Wichtigkeit, daß diese Prinzipien erforscht und ihre Folgerungen in einem noch größeren Umfang, als es bisher in der jüdischen Geschichte geschehen ist, klargestellt werden. Das Leben und die künftige Entwicklung des Judentums und des jüdischen Volkes hängen davon ab. Soweit es in unserer Macht steht, dies zu tun, sollten dieses Leben und diese Entwicklung planmäßig geleitet werden und nicht dem bloßen Zufall überlassen bleiben. Ferner würde eine richtige Bestimmung dieser Prinzipien dahin führen, die verschiedenen Elemente in der Judenheit und die verschiedenen Theorien und Philosophien zur jiidisehen Existenz in belräditlichem Maße zu vereinheitliehen und somit eine größere Einheit kn Judentum der Welt und eine konzentrierte Anstrengung für unsere Selbsterhalhmg und für die Verbreitung der jüdischen Grundsätze lind Lehren schaffen. Ich glaube, dali die Gesellschaft für die Wtssen schaft des Judentums logischerweise den Kern für eine Organisation der jüdischen Denker und Führer darstellen müßte. Die Gesellschaft muß die Initiative zur Organisation einer Welt Vereinigung der jüdischen Gelehrten ergreifen, indem sich ihre Führer mit denen der Jüdischen Akademie in Amerika zusammentun, sowie auch mit den entsprechenden Organisationen und Gesellschaften in Frankreich, Palästina und anderen Ländern. Vielleicht könnten Konferenzen der jüdischen Führer und Gelehrten aus allen Teilen der Welt in regelmäßigen Abständen abgehalten werden, zu denen die Teilnehmer nicht als die Vertreter irgendeiner Partei oder Organisation und ohne Auftrag bezüglich irgendeines besonderen Planes oder einer Theorie der Hilfe kommen, sondern bei denen alle Theorien und Pläne objektiv und vom Standpunkt der jüdischen Geschichte aus erörtert werden. Sehr wahrscheinlich würde aus solchen Erörterungen viel Klärung erwachsen, und die verschiedenen Bewegungen und Gruppen innerhalb des Judentums würden zu gegenseitigem Verständnis und zu Achtung gelangen, besser als es heute der Fall ist, und harmonischer Zusammenarbeiten. £ehzte SftiMieteiQM&M■ Der Kinuß des Makkabi Erez Israel. Vom 18. bis 20, April wurde in Erez Israel ein Kinuß des Makkabi Erez Israel abgewickelt. Allein 3000 Makkabim aus Erez Israel nahmen an der Veranstaltung teil. Die sportlichen Leistunen waren nicht überragend. Die 100 nt wurden in 11,2 Settnden gewonnen. Nur dem Tel Aviver Grün gelang es im Speerwerfen, den Rekord auf 53,66 m zu verbessern. Den größten Eindruck hinterließ der Aufmarsch bei der Eröffnungsfeier am 18. April. Ueberaus eindrucksvoll war ferner die Ttirnvorftihrung in Ohel Schern am 18. April. Ins* besondere die Freiübungen der Jugendahteilungen aus Reclto* woth und Petach Tikwah bewiesen eine intensive Vorberei* hing. An den Eröffnungsfeierlichfeiten nahmen Vertreter aller jüdischen Instanzen sowie der englischen Behörden teil.

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