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Jüdische Rundschau · 1938-04-21 · Heft 32 (21.4.1938) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 32 (21.4.1938)
Date
1938-04-21
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 JODISCHE RUNDSCHAÖ Nr. 32, 21. IV. 1938 den Zufall aber 90 weit wie möglich atmschaltenden Vorbereitung. Hier wird eine große und komplizierte Mascliinerie in ihren einzelnen Teilen völlig vorbereitet. A!n entscheidenden Tage sind dann diese Teile nur in richtiger, vorher ausgerechneter Folge an den Platz zu schaffen und fachmännisch zusa!11 me!1/usetzen. Diese Vorbereitungen waren diesmal vom Büro der Sied- Iungsgesellsrhaft, der Hasser», gemacht worden, die freilich auf die frrfallrmigen und Menschen zuruckgreifen konnte, die bei früheren Besetzungen dieser Art tätig gewesen Waren. Am Vorabend werden alle Einzelheiten des Transports und der Aufstellung noch einmal dureligepriiff, zwischen dem Haifaer Büro und Nahariah, dem Ausgangspunkt, spielt das Telephon. Beim eisicii!Morgengrauen setzt sieh die Karawane der Lastautos von Nahariah aus in Bewegung. Sie fährt innerhalb des viereckigen Draht/aunes ein, um den sich bereits die mit Gewehren bewaffnete Postenkette verteilt hat. Als die Sonne aufgeht, findet sie das Lager in vorher ausgerechneter voller Tätigkeit, Auf der Düne vvimmein die Menst hen durcheinander. Feine Gruppe legt die Böden der Baracken, richtet die Yüindc auf, die, auf große Lastautos gestapelt, direkt an die Baustelle heraugefahren werden. Rund um das Feld wird der bisher einfache Drahtzaun verstärkt, ein doppeltes Siacheklrahtgittrr daraus gemacht. Für die offene Hinfahrt liegt schon der große spa-!tische Reiter bereit, f'ni den eigentlichen Wohnplatz. herum steigen die doppelten Wände eines Holzzauncs in die Höhe. An ihm entlang liegen schon nach einer halben Stunde in regelmäßigen Abständen die Sclmtterhaufen, "die den Zvisenenraum ntisfiillcn und damit den Innenraum kugelsicher machen. Draußen außerhalb des Zaunes arbeitet eine Klempnergruppe schweigend ,חזו Bohrloch; zehn Meter entfernt wird die elektrische I ritung;gelegt: es kommt alles daran* an, daß das Lager noch vor I )unkelheit Licht, Strom und Wasser hat. Schon gegen sieben. 1 "hr früh beginnen sich die Ihnrissc der neuen Swdhtng aus dem Chaos heraiiszuschälen, die Wände der Baracken ־.!:! ׳!׳<;״n sich, aneinander. Jetzt wird das gesamte 1 laus liera nt: a״-p.״n:1 rt, der große Holztürm, der den '■H'h-.unWerfer aufnehmen soll, schwankt, von vielen I lämien gezogen, auf Autoreifen montiert, über den Sand. Hm Lastauto rattert heran, mit großen Steinblöcken zur Beschwerung dieses Riesen. So geht der Verkehr hin und her — alle 1 lol/teile roden nacheinander an, die Tanks für das Wasser, die roten Xwgcl für die Dächer. Auf einem I.astautn aus Nahm iah fahren mit großer Lustigkeit die Frauen der Sie,Iler an und ־זז,it ihnen alles, was zum ersten Früh<töck auf dem nnien Boden gehört, Line lange Reihe von Tischen und Stühlen formt sich am Rande de« Lagers, und aus dm anscheinend unerschöpflichen Vorräten holen sich die Arbeiter in ihrer ersten Pause, was ihr Herz begehrt. Da« schwäbische Deuts!!1 der Rexinger mischt sich ׳ mit dem Hebräisch der hilfn׳i.hen ,,Eingeborenen“ und den deutgehen Dialekten der Siedler aus Nahariah. Gegen acht l'hr triift der Pob/eioffi/irr ein und nimmt die Vereidigung der neuen Gbaffirim (Hilfspolizisten) des Ortes vor. Da stehen sie in einer Reihe, die Männer aus Rcxingen, und seine een auf hebräisch ihren Diensteid als Polizisten. Jüngere und ältere, alle in Arhcitskleiderii, alle bestaubt und verschwitzt, alle in der gewaltigsten Umstelhing begriffen, die sie in ihrem Lehen durchmachen. Ein Glas Bier zur Erfrischung — wir haben eine halbe Stunde vorher vorsorglich einen vollen Kasten aus Nahariah herangeschafft — und zurück zur Arbeit. Gegen Mittag wird der wimmelnde Ameisenhaufen zwlichen den Baracken plötzlich für ein paar Minuten still. Alle, Siedler, Arbeiter, Helfer, Gäste sammeln sich dicht gedrängt um einen Tisch, an dem Dr. Foerder spricht, Blumenfei fl, Vertreter mehrerer Mittelsfandssiedlungen und einer der Siedler aus Rexingen. In allen Reden liegt der gleiche Klang und Ton. Die Symbolik des Moments ist so stark, daß sie sich jedem einzelnen anfdrängt, jeden zu der gleichen Haitung, zu fast den gleichen Ausdrücken zwingt. Mit erneuter Anstrengung geht es zurück zur Arbeit, Gegen sechs Dhr, als die Strahlen der Sonne schon schräg zu fallen beginnen, liegt das Lager von außen fertig da. Die roten Dächer der Baracken fangen den letzten Schein auf, auf dem Turm stellt der Scheinwerfer bereit, die Wasserpumpe ist zur Arbeit fertig. Dm den fertigen Zaun stehen die post■11 ,;11 •סי! 111 .!!׳ > der F.mfi iedung ist es voll von Mendu n 1:r! o w Kotier jeder Große und Art, Retten und ih 1 1.1 c-.: e 0,1, primitive Möbel in großen!laufen, I” den 1••׳!■ ׳-־ n!er /:eilt der Ar/t aus Haifa, der heute /uni I ):.׳•M be-timm! Kt, mit der ersten Hilfe ein. In La-tatitos kommmi die b! ei willigen aus der Nachbarschaft, um die Wache 1:1 :11 r ersten Nacht zu verstärken, Vom Turme sic ln man weit übers Meer hinaus, weit in die von ZvprcsMui und Orangen begrünte I andschaft hinein, über die pdbo Dnne, die unter einem Teppich von roten und 1:1:1 Bluten bcgrahcri Hegt, Am Abend spielt ein neuer Scheunen! fer über die Ebene, verständigt sich mit dem Nachharturm von Nahariah. Der Jischuw nennt einen neuen Namen: ,,Sdiawe Z!o:r‘. 175 000 LP-Anleihe für den Keren Hajessod Als Resultat der Bemühungen von Klieser K a plan, der dabei von den Herren Israel Sie ff und lstorlc unterstützt wurde, erhielt der Keren Hajessod von der Lloyds Bank in London und der Anßlo Palestine Bank eine Anleihe von 1 7 5 0 0 Ö Pfund. Die Jewish Agency beabsichtigt, diesen Betrag für wichtige öffentliche Arbeiten in Palästina zu verwenden. Es Kt e; Imicilicli, daß der Keren Hajessod bereits im ahre 1>>35 eine Anleihe von äOll IHM) Pfund von der Invds Bank erhielt, die damals für die Konsolidierung der Agencv-1 inait/cn \ erv, :•!ulet wtti de. Die neue Anleihe zeigt das Zutrauen, das der Keren Hajessod in den Londoner Finan/krcKcn genießt. Die Rückzahlungen auf die frühere Anleihe der I lov;K Bank wurden vom Keren Hajessod regulär durchgctulirt. Die Nebi Musa «Feier Jerusalem, M. April. (Palcor.) Heute begann das arabische Lest Nebi Musa. Hunderte von Arabern hatten sich in der Nahe der Tore der Altstadt versammelt, um die traditionelle Prozession der Bewohner von Nahlus nach Jerusalem zu sehen, die alljährlich zu Beginn des Festes abgehaiteil wird. Sic warteten jedoch vergebens. Es stellte sich, heraus, daß bei den Vorbereitungen für die Prozession in Nablus gestern nacht Streitigkeiten zwischen den Anhängern des Ex- Mufti von Jerusalem und der Gefolgschaft des Bürgermeisters von Nablus aitsbrachen, wobei es zu einem Gefecht kam, bis die Polizei beide Parteien zerstreute. Die Prozession wurde daraufhin aufgegeben. Es ist das erste Mal, daß die traditionelle Prozession zu Beginn des Nebi Musa-Festes nicht stattfindet. Audi die traditionelle Prozession von Hebron nach Jerusalem fand in diesem Jahre zum ersten Male nicht statt. *Der Grund liegt in Differenzen zwischen Anhängern des früheren Mufti und ihren Gegnern. Dadurch sind die Festlichkeiten irr diesem Jahre vollkommen reduziert worden. Bubers erste ״Bar Mizwa“-Feier der Universität in Tel Aviv Per Te! Aviver Verein der Freunde der Ifebräischen Universität hatte beschlossen, die ,,Bar Mi/wa“ der llebräisehen Universität durch eine Reihe von Festlichkeiten zu feiern. Die Festwoche wurde am 7. April durch eine große Versammlung in der Halle der Ausstellung eröffnet, an der gegen 1500 Personen tcilnahmcn. Die Versammlung leitete der Vorsitzende der Gesellschaft Dr. M. Gliicksohn, der die Erinnerung an die herrliche Feier lebendig machte, welche vor 13 Jahren auf dern Skoptis stattfand, .als Lord Balfour die Universität in Anwesenheit eines hervorragenden Kreises von Staatsmännern und Gelehrten aus der ganzen Welt eröffnete. Nach ihm sprach der 85jährige hebräische Schriftsteller A. S. R a b b i n o w i t 7, Worte der Begrüßung. Sodann erhielt der Rektor der Universität Prof, Dr. Hugo Bergmann das Wort, der die Idee der Hebräischen Universität und ihre Aufgaben erörterte. Er erläuterte insbesonderc den in der jüdischen Geschichte einzigartigen Versuch der Schaffung einer europäischen Wissenschaft in hebräischer Sprache und betonte die besonderen Schwierigkeiten, welche steh einer solchen Synthese zweier einander bisher fremder Elemente, der europäischen Kultur und der jüdischen Kultur, entgegensetzen. Die Einzigartigkeit des Unternehmens der Hebräischen Universität sei aber nur ein Teil der Einzigartigkeit des jüdischen Werkes in Palästina überhaupt. Die Hebräische Universität sei a 11 f«gebaut auf dem Prinzip der Lehrfreiheit, habe aber gerade als freie jüdische Institution die Verpflichtung, das Wesen des jüdischen Menschen und die Aufgabe des Juden heute in der Welt klarzulcgen. Schwerer Ueberfall bei Akko Vier jüdische Tote Jerusalem, 16. April. (Palcor.) Sechs jüdische Ausflügier in einem Pr'vataut», die heute die neugegriindete Siedlung Schawe Zion In der Nordwestecke des Landes besucht hatten und nach C h a n u t a h weiterfuhren, wurden auf dem Heimweg auf der Küstenstraße, in der Nähe des arabischen Dorfes Bassa von bewaffneten Arabern überfallen. Drei Passagiere wurden getötet, den übrigen drei gelang es,_ nach Chanutah zu entkommen, von wo ihnen jüdische Hilfspolizisten auf die Schüsse hin zu Hilfe kamen. Es kam zu einem Gefecht mit der arabischen Bande, bei dem der jüdische Hilfspolizist A!1 n a w schwer verw undet wurde. Er starb nach der Ueberführting nach Haifa. Wie mm annimmt, hatten auch dfe arabischen Terroristen Verluste. Die Namen der drei getöteten Passagiere des jüdischen Autos sind: Josef Rothblatt aus Kirjat Chajitn, Abraham D a n i e 1 i aus Kirjat Motzkin und David Ben- G a o n (früher Kurt Hagen), ein Einwanderer aus Deutschland. Der getötete Hilfspolizist Scew Annaw (früher Wolf Keusch) vvanderte im Jahre 1933 aus Deutschland ein. Während des Gefechts wurden fünf arabische Terroristen getötet. Großes Gefecht bei Nablus 22 Araber getötet Jerusalem, 17. April. (Paicor.) Zu einem sechsstündigen schweren Gefecht kam es in den Bergen von Nablus bei Balaa zwischen britischen Truppen und Luftstreitkräften und einer arabischen Bande. Bei dem Gefecht wurden 22 Araber getötet, darunter ein Bandenführer namens Aref Abdul Razzak. Zwei Araber w'urden verwundet und fünf, im Besitze von Gewehren, gefangen genommen. Ein britischer Soldat wurde verwundet. Die militärischen Operationen im Gebiet von Nablus dauerten auch am 17. April noch an. Neue Strafverschärfungen Durch eine Ergiinzungsverordming ist bestimmt worden, daß für das unerlaubte Tragen von Uniformen lebenslängliches Gefängnis verhängt werden kann. Der kommandicrende General ist ferner ermächtigt worden, die Wiederaufnähme von Fällen anzuordnen, die von militärischen Gerichtshöfen abgeurteilt worden sind. Die Strafen für den Besitz von Waffen und Bomben sind verschärft worden. Mord im Jemen Aus Jemen wird gemeldet, daß Jehia Halm Habsch 11 sch, der Sohn des berühmten jüdischen Autors Haim Habschusch, dessen Werke in Kürze von dem Institut für orientalische Studier! der Hebräischen Universität veröffetitlicht werden, ermordet wurde. Jehia wurde im moliammedänischen Viertel von Sanaa von jungen Leuten durch Steinwürfe getötet. Der Mord wird auf die int Jemen betriebene antijüdische Propaganda zu rückgeführt. Jehia Haim Habschusch war 60 Jahre alt. Der Einfluß der Universität auf die Mittelschulen Palästlnas. In der orthodoxen Tageszeitung ״Hazofe“ schreibt P. S c h i f f m a n n unter dem Titel ״Verborgener Segen'‘: Bei aller inneren Anteilnahme des Jischuw an unserem Erzielmngswcrk sind sein Einfluß und seine sachvcrständige Hilfe auf diesem Gebiete doch nur gering. Der Jischuw hat speziell für die Mittelschule keine tiefere Sachkenntnis. Die Mittelschulen aber fühlen in sich die Verpflichtung zu einem hoben kulturellen Niveau, das den kulturellen An- Sprüchen des Jischuw entspricht, sie bleiben aber ohne Leitung und Aufsicht der Oeffentlicbkeit. Diesen Mangel bemüht sich die Universität in einer Arbeit ausz.ugleichen, die der Oeffentlicbkeit bis heute wenig bekannt geworden ist. Seitdem die Universität die Aufsicht über das AH jfiiricntcnexnmcn übernommen hat, ist an allen Mittelschulen eine neue pädagogische Anstrengung spürbar. Die Lernarbeit ist vertieft und intensiviert. Dies ist nicht die Felge irgendwelcher Anordnungen, sondern des Respekts \or der höchsten wissenschaftlichen Institution des I.andes. Wenn aber die Mittelschulen besser werden und ihr erzieherisches Niveau und ihr Lehrprogramm heben, so sind auch die Lehrerseminare gezwungen, ihren I chrplan zu revidieren und sogar die Volksschulen werden davon zum Guten beeinflußt, denn viele gehen nach Absolvierung der Volksschule in die Mittelschulen über. Die Existenz einer Aufsichtsstelle wirkt sich auf das ganze Erziehungswerk aus. Es wurde so eine pädagogische Instanz geschaffen, mit der die Lehrer aus Achtung und Respekt rechnen müssen. Kein Kulturvolk kann seine Erziehungsarbeit ohne die wissenschaftliche und kulturelle Unterstützung einer Universität und ohne deren pädagogische und kulturelle Aufsicht leisten. hebräische Rede Nach Professor Bergmann erhielt das Wort Martin Huber, der zum ersten Male eine hebräische Anspräche in Palästina hielt. Das Publikum begrüßte ihn mit lebhaftem Beifall, der sich zu stürmischen Ovationen steigerte, als Buber die ersten hebräischen Worte sprach. In breitangelegter Rede stellte Buber die Idee der Universität dar, wie er sie noch vor der Gründung der Universität und in deren ersten Jahren vertreten hatte. Die Universität sollte nach seiner damaligen Auffassung vor allem dem Dienst am Lande gewidmet sein, der Agrikultur, der Sozialpolitik, der Volksgesundlicit. Sie sollte ein judaistisches Institut enthalten, und die Volkshochschule sollte ein wesent-!!eher Bestandteil sein. Die Entwicklung der Verhältnisse innerhalb des europäischen Judentums machte es unmöglich, diesen ursprünglichen Plan in seiner Reinheit zu verwirkliehen. Der ״heilige Zwang“ hat die Universität vor Aufgaben gestellt, an die wir planend nicht gedacht hätten, die Not der jüdischen Jugend hat die Universität gezwungen, ihre Tore weit zu öffnen und neue schwere Aufgaben zu übernehmen. Buber bejaht diese Entwicklung, die uns aufgezwungen wurde, ohne aufzuhören, an seinem ursprüngliehen Plane festzuhalten. Der Schluß von Bubers Rede löste wiederum Beifallsstürme aus. Mit einer Ansprache des Dichters Tschernichowskl, der die Grüße der Jewish Agency überbrachte lind insbesondere die staatlichen Aufgaben der Universität betonte, schloß die Reihe der Redner. Rechtsanwalt Bar-Schira verlas einen ausführlichen Brief Ussischkins, der seine vorgesehene Rede nicht halten konnte. Der Brief schilderte die historische Entwicklung des Universitätsgedankens und forderte auf, die Universität mit aller Kraft finanziell zu stützen. Von der Woche Zwei Bomben wurden von einem Auto in der Nähe des Kinos Armon in Hadar Hakarmel geworfen. Ein Araher wurde getötet und sieben verwundet, während ein sephardischer Jude in einem benachbarten Caf6 leicht verwundet wurde. Eine weitere Bombe wurde an der Grenze von Hadar Hakarmel zur Explosion gebracht. Zwei Araher wurden getötet. Drei Juden wurden im Zusammenhang mit dem Bombenattentat verhaftet. Zwei Juden wurden bei der Explosion einer Bombe verwundet, die von einem Taxi in einem jüdischen Viertel von Jerusalem geworfen wurde. Die Bombe wurde inmitten des Viertels Meali Schearim geworfen. Im Dorf Attil bei Nablus wurde ein Araber von einer arabischen Bande getötet. Eine andere Bande überfiel das Dorf Scjed in den judTischen Bergen und tötete einen arabischen Nota beim Bewaffnete Araber überfielen nachts das Araherdorf Mujeidal bei Nazareth und ermordeten einen christlichen Muktar namens Ibrahim und seine Frau. Bei dem Bombcnattcntat in einem Zuge bei Haifa wurden insgesamt vier Araber getötet. In Haifa wurden im Zusammenhang mit dem Attentat Massenverhaftungen von Arabern vorgenommen. Meldungen zufolge hat ein Araber, der nach der Bombcncxplosion verhaftet wurde, ein O e ־ Stand nis abgelegt, demzufolge er den Mord an Jehiida Migdali, einem jüdischen Wächter, der am 26. März getötet wurde, begangen hat. Ferner gestand er einen Mordanschlag auf einen anderen Juden. Der Gefangene erklärte, daß die Terroristen für den Mord an einem Juden £ 3 zahlten. Die arabischen Arbeiter der Zementfabrik Ncscher sandten anläßlich des Todes Isaak Betrenkers, der einem Angriff zum Opfer fiel, ein Beileidsschreiben an die jüdischen Arbeitcr. In dem Brief erklären sie: ״Seit 1*127 arbeiten wir zusammen und sind ausgezeichnet hehandclt worden. Ihr habt unsere Interessen verteidigt, und wir werden euren guten Willen nie vergessen. Wir schwören, daß wir voll und ganz vereint bleiben werden.“ Der Verkehr auf der Straße Tulkerem—Nahlus wurde eingestellt. Lieber Dschenin w urde ein A 11 s ge!1 - V e r - bot von 10 Stunden, beginnend um 7 Uhr abends, verhängt. Im Zusammenhang mit den zahlreichen Sabotageakten, die auf der Eisenbahnlinie Lvdda-Kalkilieh verübt wurden, ist die Polizei angewiesen worden, auf verdächtige Personen zu schießen, ohne vorher eine Warnung zu gehen. An der Nord grenze Palästinas sollen in Kürze zehn Radioposten errichtet werden sowie ein 3 m hoher zum Teil elektrisierter Drahtzaun, der zirka £ 60 000 kosten wird. Abdul Majir Raja, aus dem Dorf Meithalun bei Dschenin, der am 5. März im Besitz, eines Gewehres verhaftet und am 6, April vom Militärgericht in Haifa zum Tode verurteilt wurde, ist im Gefängnis von Akko hingerichtet worden. Auf Intervention von Oberrabbiner Hcrtzog wurden samtliehe Juden, die noch im Konzentrationslager in Akko gefangen gehalten wurden, vor Peßach entlassen. Sir Herbert MacMichael besuchte zum ersten Male Tel Aviv und besichtigte die Stadt, den Hafen und die Reading-Elektrizitätsstation. Ungefähr tausend jüdische Touristen, darunter hundert südafrikanische Zionisten, eine Gruppe von Fabrikanten aus Rumänien und viele Reisende aus Polen trafen in Palästina zu den Peßach-Feiertageu ein. In Tel Aviv fand zu Ehren der Touristen ein Empfang statt, der von der Jewish Agencv veranstaltet wurde. Es sprachen Ben Gurion, uruenbaum, Kaplan und Sprinzak. Unter den Antwortrednern war Oberrabbiner Prof. Schorr aus Warschau. Kaplan behandelte insbesondere die Fragen der Kampagne des Keren Hajessod und des Keren Kajetneth Lejisrael für die Kolonisation in Galiläa und forderte die Anwesenden zu Anstrengungen für den Mifde Ziotii auf. Am ersten Peßach-Tage besuchten zirka 10000 Juden die K I a g e m a 11 e r. In Haifa wurde eine Zählung der jüdischen Gemeinde durchgeführt, die zeigte, daß 55 000 Juden in Haifa ansässig sind, die eine Mehrheit.der Bevölkerung in dieser Stadt darstellen. Unter den Passagieren der ״Polonia“ befand sich ein 45jähriger jüdischer Tourist, der einen gefälschten Paß vorzeigte. Er wurde in Haifa an Land gelassen, jedoch sofort wegen Fälschung verhaftet. Daraut beging er im Gefängnis Selbstmord. In Kairo fand eine Besprechung zwischen Auni Bey Abd u 1 H a d i, dem früheren Generalsekretär des Obersten Arabischen Komitees in Palästina, und Hafez Wahba, dem Vertreter Saudi-Arabiens in London, statt. Der arabische Gesandte betonte in einer Erklärung, daß König Ihn Saud dien Gebrauch von Gewalt verurteile und friedliche Unterbandhingen zur Lösung des Paiästina-Problems als einen besseren Weg betrachte.

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