Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 29 (12.4.1938)
- Date
- 1938-04-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU BERLINER RUNDSCHAU Nr. 29, 12. APRIL 1938 Italienische Landschaften von Max Heimann Ein Atelierbesuch Max Heimann, der junge Meisterschüler von Arthur »egal und einer der .,Neuen Naturalisten“, hatte zur Besiehtigunp der neuen Gemälde eingeladen, die er von einer Samjnerreise nach Toskana milpebradit hat: zarte Landschaften mit dem Morgendunst der Ifiigel um Florenz und den zarten Farben Toskanas und zwei Gemälde mit den starken Farben und allem Glanz des Südens. War ein früheres GartenWId, das mit dem gelben Haus und dem zarten Hellgrün der Büsche und Hecke«, noch beste Segalschule, so sind die Toskanalandschaften ganz selbständig, eher eine neue Romantik als ein neuer Naturalismus. In den Sonnenfarben des Gemäldcs ״Naspole" zeigt sich in der sorgfältigen Malerei jedes der vielen kleinen Blätter in ihrer Farben Vielfalt der Schattierungcn und in den Goldspitzen der Gräser wiederum der ״neue Naturalist“. Atmosphäre der Landschaft und Lokalkolorit hat das Gemälde Olivenhain. Lin abgeerntetes Stoppelleid von einer Mauer umschlossen und im Feld da und dort stehen Olivenbüimie in anderen Fähen als sonst, aber trotz der absonderlichen Rot- und Smaragdspritzer ist durch die Baumschatten die Nachmittagsstimiming gut zu spüren. Die Tupfmanier in einer Vielfalt von Farben vereinigt sich hier zu einem sehr reizvollen Gemälde. Sonnenschatten tmd Sonne spiegelt das Mädchenporträt Marictta, und in der Sonne am Tisch hat Max Heimann auch seine Mutter gemalt; hier vereinigt Heimann pointillistisclie Malmanier und Realismus der Darstellung. Daneben entstanden auch vortreffliche neue Stilleben, die sich neben den bekannten Meisterwerken (dem Stilleben mit dem Saxophon und dem mit der roten Karaffe aus geschliffenem Rubinglas) sehr wohl sehen lassen Minnen. — Daß er die Farben der Steine in ihrem Grau farbig darzustellen weiß, dafiir zeugt seit! Architckturgcmäldc ״Ponte Vechio“ in Florenz. Es ist die bekannte Arnohriicke, die Palazzo Pitti und die Uffizien verbindet. Die scharfen Sonnenschatten und die weißen Steine geben gut die Stimmung des Südens. Hanna Schlesinger (Ruth Morold) Abschiedsabend für Rahel Wischnitzer-Bernstein im JUdischen Museumsvereins. Die letzte Zusammenkunft des Jüdischen Museumsvereins am 31. März stand im Zeichen des Abschieds von Ralicl Wischnitzer-Bernstein, die in diesen Tagen Deutschland verläßt. Professor Dr. Franz Landsberger würdigte in warmen Worten die Verdienste dieser Frau um die jüdische Kunstwissenschaft. Er erinnerte daran, daß sie 1022־ zusammen mit ihrem Gatten Dr. Mark Wischnitzcr die Kunstzeitschrift ״Rimon“ (hebräisch und jiddisch) ins Leben gerufen hatte, in der wichtige Arbeiten erschienen sind. Er verwies auf ihre Untersuchungen über hebräische Miniaturen und vor allem auf ihr aufschlußreiches Buch ״Symbole jüdischer Kunst“ (Verlag Scholem, Berlin). Seit 1935 ist Frau Wisclmitzer-Rcrnstein wissenschädlicher Beirat des Berliner Jüdischen Museums und hat an allen Arbeiten den regsten Anteil genommen. Die Aus- Stellungen anläßlich der Gedenktage Abravanels und Akiba Egcrs sind fast ganz ihr persönliches Werk gewesen. — Auch Dr. Alfred Klee würdigte an diesem Abend mit Herzlichkeit die Bedeutung von Frau Wischnit/er und überreichte ihr zum Abschied ein kostbares Holzgehäuse für eine Mcsusah. Ein Vortrag von Prof. Landsberger über ״Jüdisches Kulturgerät in stilgeschichtlicher Betrachtung“ brachte manche neuen Aufschlüsse üher den Einfluß von verschiedenen Stilperioden auf die jüdischen Kultgeräte. An zahlreichen Lichtbildern wurde demonstriert, wie die verschicdcncn Epochen ganz, im Geiste ihrer Zeit an die Bearbeitung eines jüdischen Kultgeräts hcrangchen. Erst im 19. Jahrhundert beginnt eine Stilvernicngung, die zur Geschmacksverwildcrung führt und vielleicht erst jetzt allmählich überwunden wird. N. Oneg Peßach in der Hebräischen Lehranstalt Am Schlüsse des Winter-Semesters kamen die Lehrer und Schüler der Hebräischen Lehranstalt der Berliner Jüdischen Gemeinde fröhlich zusammen und zeigten, wieviel sie gelernt hatte״; aber auch welch froher Geist der verständnisgetragenen Gemeinschaft der Arbeit sic alle zusammen beseelt. Auch der letzte Platz in der Aula der Schult* Klopstoekstraßc war besetzt, als Nissan Berggrun seinen heiter-ernsten, kenntnisreichen Vortrag üher .,Hebräische Philologie“ begann. Ihm folgte Meir Mohr, bekannt und geschätzt als hebräischer Dichter und Lehrer, mit einer höchst originellen und geistreichen neuen Pcßaeh-I laggadah, die sich würdig an die Haggadoth von (iiwath Brenner und Bcth Alfa anschlicßt. N'aier machte dann auf wichtige unlängst erschienene hebräische Bücher aufmerksam. Endlich erzählte Wolf! lustige Pcßach-Gcschichten, und Mohr las zum Schlüsse noch ein reizendes kleines Feuilleton, das er aus dem Jiddischen übersetzt hatte. — Der harmonische Verlauf des ganzen, völlig hebräisch geführten Abends legte nicht nur Zeugnis ah von der gedeihlichen Arheit der Lehranstalt, sondern auch von der fröhlichen Karneradschaft, die dort Lehrer und Schüler verbindet. —s. Otto und ,Jenny Bernstein bemühten sich als Gäste dis Jüdischen Central-Vereins in einem Programm voll dichterischer Gediegenheit um den Nachweis rczitatorischcr Ebenhürtigkeit. Der Sprecher, bekannt als einer unserer wenigen Vortragskünstler, fand in der Legende ,,Die ehrliche Liehe" sofort Fühlung mit der Hörerschaft. In Buhcrs ״Chassidisehe Geschichten“ w'irkte er freilich zu lehrhaft, vermochten überdies seine hellen Klangfarben die mystisch dunklen Zeithintcrgriimie nicht anznileiitcn. Um so lebhafter üherzeugte er als Reh Jojclienen Uabaj in der gleichnamigen Skizze von I. L. Perez bc ider Beantwortung der trage: ,,Ewiger Diener des Herrn, wann willst du endlich etwas für dich tun?״ Den bittersüßen Humor des über alle Winkelzüge und Ausflüchte armer, fabrsrhciiiloser Passagiere unter Tränen lächelnden Lebenskenners Scholem Aleijehern beglaubigte er als Schaffner Jossl: ״Auf der Trambahn“ durch verhaltenen Zwiespalt zwischen Entrüstung Gemeindemitglieder! Denkt rechtzeitig nn die Frühjahrsbepflanzungen Stiefmütterchen Tnasendschünehen Ver tiAm ein nicht Primeln Wenden Sie sich bitte an die Friedhofsgirtnerel der Jüdischen Gemeinde Berlin-Weißensee, Lothringenstr. 22 / Tel. 56 40 36 Schriftliche und telefonische Amkiinfte bereitwilligst und Nachsicht, Zu einem festlichen Erlebnis gestaltete sich das Debüt der .Schauspielerin Jenny Bernstein als Sprechkünstlerin in S. f. Agnat» Erzählung: ״Der Scder" durch zärtliche Wiedergabe und Stufungen aller seelischen Zwischentöne. In Gustav Wieds Ticrfabel: ״Gebrüder Grün" brachte sie die tragikomischen Lchcnsrettungsversnche der Frösche Quabbc und Krabbe dem meist aus Hörerinnen bestehenden Auditorium so nahe, daß diese zuletzt sogar ihren eigenen Entwertungen durch boshafte Aphorismen über Frauen durch lebhaften 'Beifall zustimmten. —t. Brief aus Essen!n der Essener Zionistischen Vereinigung finden rege!• mäßig Zusammenkünfte statt. Die Winterarheit galt namentlieh aer Neugestaltung der Verhältnisse in Ercz Israel. Hierüber referierten Dr. N e u b e r g e r und Dr. Philipp, ferner Dr. Hans F r i e d e n 111 a I. Der Bachad zeigte seinen Palästina-Schmalfilm, dem ein Werbefilm der ״Jüdischen Rund- Behau“ vorangcscliiekt wurde. Eine Gemeindeversammlung wurde von dem Ortskomitec der Jewish Agency veranstaltet; cs referierten Dr. Herzf e 1 cl, Vorsitzender des C.-V., über seine Eindrücke aus Palästina und Dr, Hans Pomeratu über die Lage in Erez Israel. Sehr wertvoll ist die Arbeit der Wizo, die insbesondere die Fragen der Berufswahl durch Vorträge von Frau Levy- Zobel und Dr. Hertz zur Erörterung gestellt hat. In dem fünfgliedrigen Gemeindevorstand sind die Zionisten mit zwei, in der fünfzchngliedrigen Repräsentant mit sechs Mitgliedern vertreten. Die Arbeit vollzieht sich reibungslos. Im Gemcindeetat sind angemessene Beträge für KH und Jugetidalfjah vorgesehen; eine Berücksichtigung des KKL ist in Aussicht gestellt; die Arbeit der Jugendbünde wird in begrüßenswerter Weise gefördert. Auch das kulturelle Leben erfreut sich der Förderung durch die Gemeinde. Sprachkurse in Iwrith, Englisch, Spanisch und Portugiesisch sowie Kurse in Stenographie und Schreibmaschine linden reges Interesse. Das Thema ״Die Weltreligionen“ wurde in fünf Einzelvortragen behandelt. Außer den Veranstaltungen des Jüdischen Kulturbundes Rhein- Ruhr wurden drei Konzerte im Rahmen der Winterhilfe geboten. Gestalter des hiesigen jüdischen Musiklebens ist der Düsseldorfer Dirigent Erwin Palm. Ankündigungen Veramtaltungipame. Am 19., 20. und 21. April linder arw'alHjngen der I17V. ua>t. Audi t,.n!d:d1e hehr.ii feilen an die-en Tagen aus. Stderabende der BZV, 1 \j 1 _ ' 1 \ 2.75 KM. Arnnddunynr: ,in die BZV.. \V 13. 31׳ndn. 9190 31 (App. 75 und 7:0. Zu'ri" nur;p 3־; •d v An-uri-knür. Hebräische Kurse der BZV. X,.״ i 1 U-w:״ neu. r iangerkurs (t.rimn״: Dr. M. Riooro Kznf-'r. 51. Arm die Kuliurabtdhmg der BZV., Meineke tr. 10 ( Lei. CH 9: und 79). Phatogruppc T'munah der BZV. 12. Ap■2M3 Ehr. Hebräisch* Lehranslall der Jüd. Gemeinde (Cr. U.,mb Kulturhund-Spiclplan der \\'< Rahel Errmdi der Sc :he Mt Familien-Nachrichten Herr Carl (״״hu. "d!, ״:d.f.p, I; begeht am 11. Apnl den 33. 1 ׳rimr: •Mg 23. April eleu 75. Geburtstag! Herr Siegtmmd T i c I. a ״ * r. Piene'atK-r Reuthen. O.-b.i, begebt am 23. April den Das lustige Regenwetterbuch von Edith Samuel. Edith Samuel, die durch ihre dem Leben abgcl.1ii-1 hten Puppen schon manch wertvollen Beitrag zum Tiunut ,.Judi-clu• K'inder" geschaffen hat, erfreut uns jetzt upt einem originellen Bilderbuch ״Da s I u - t i g e R c g r n w c ז u r h!1 r 11", in dem sie uns in Bild und Wort einen T;m;;יוון (h m I eben sechs jüdischer Kinder schildert. Wir sehen die 11111111111׳ St har, wie sie sich überlegen, was sic hei dem häßlichen Regenwetter wohl zu Hause anfangen sollen und dann auf die Idee rerfallen, Geschichten aus der Bibel aufzuführen. Und dann geht es los! Der Kleiderschrank wird zur Arche Noah, der umgeworfene Tisch zur Grube, in dm der kleine Joseph geworfen wird. Aus Stühlen und Ti-.lu 1: \\־rd ihr Turm zu Babel gebaut. Wir lernen auch die vcrwhirdrnen Kinder kernten, den großen Micha, der aus der 1 nelikamie den Sintflutregcn strömen läßt, aut der i ußbank stehend, den grimmigen Goliath mimt, oder ah Ahiaham, d!•1׳ die Götzen erschlagt, zum Entsetzen der Mädchen auf d>e Puppen losgeht. Besonder! aufgeweckt scheint der kleine Gnl zu sein, ihm fallen einige bedeutende Rnllrn zu, -״־ die des jungen! Joseph, der in die Grube geworfen wud, oder er spielt den David, der den bösen Goliath tn׳t einem docken Gimimihill an Stelle der Schleuder tötet. Nur wer Kmilfr so gut zu beobachten weiß, wie Edith Samuel, kann so hübsche Details festhalfen. Das im Verlag \011 Joseph Jaürrav erschienene kleine Kunstwerk wird nicht nur unsere Kiemen, sondern auch viele Große erfreuen.;obv (früher Bezirks-Veranstaltungen der BZV SeltOnabarg Dienstag, 12. April, 20.75 Uhr BZV-Heim, Oalttslt. 21 Oneg Pefiaclt (Bitte H**j.rloth mitrubrinzee) Ee spricht■ Rabb. cand. Jeho.rhnsh Wetff Tampaihot- Dienstag, 12. April. 20.15 Uhr Krauzberg ן Tempelhot, Mimehktr. 22 CSrnagoge) Georg Kopjdlowskt 1 PaUeHan-PolIttk hnli. Varfdhnmg der neuen PalUtlnaMonateedieu Frladrlchthaln Mittwoch, 71. April, 20.75 Uhr B/V-Heim, Landsberger Sir. 87 Arbeitskreis, Ltf. Hufo Wolf ermann Hermannplatz Mittwoch, 71. April, 20.75 Uhr BZV-Heim, NnMlin, Jägerstr. * Dr. Josef Weits! Neu• Positionen — Ml«• Crtuu Oliva Mittworh, 71. April, 20.75 Uhr BZ V Häm, Kantstr, 5t ״Aafbsu", Gespracheoe Zeitung! Eiras Krsft sls politischer Faktor, GstiUa - Aktuell» PslI.HnaWunde, Sprechende Zshlen, MelarUkeklmpfuiig la Palletina! VorfShrunoder aeuaa PaUatiaa-Moaatasdiaa. Et ■artahsai Dr.Hsns Cspell.Wslter Sdiwsm, Frans Ptek.Dr.S.Spira Südoat Mittwoch, 13. April, 20.75 Uhr BZV-Heim, Briukenstr. 9 Dr. Georg WelsuBann: ״PsltsHns und wir•* DR. ARTHUR PRINZ Wanderunffspolitik als nationalfüdische Aufgabe BERLINER ZIONISTISCHE VEREIHIBUN0 Karlsbader Kondltoralan MORITZ OOBRIN, BERLIN Oestarliche Spazial-Kuchanwaran ln bekannter Qualität und •trang rituell Tortan von rm 8.— an / Baumkuchen BaufttkucNanspiizan^ mit SchöNtMada, Mafxfal״ tuftd Oranfl•* DOBRINS feinste BlTTIR-PRAUNEN Schokoladen eigener Herstellung tägl, frisch Dobrina Spezialität für Diabetiker Zwltbaeki Msndsitortsn, Tssgablck, Konfekt v. Schokolsdsn Dobrlnt Spazlal-Kaffaamladiung Postversend (such Auslandspackchen) Ak RM a.— Uslsrung fr*t Hiut / Prsislistsr. ■ut Wunsch Verkaufsstellen: Kurfürsten da mm 202 ־ Alexanderstr, 54 Oettsrllchts Kaffeehaus: nur Kurlürstendsmm 202 ■■■■יייייי Telefonzentrale: 515611 lassen Sie sich Ihre Anzeigen nur vom Fachmann aufsefzen Anzelpen-Preuiut« Wr. S aut Anfordern SEDERABENDE — 15. 4. unt»r persönlicher L.itung Sännatd., 1S,4. Bitte Plltxe schon ]atzt reservieren zu lasten Sonnabend, den 16. April Im Separotroum auch Speiser. nach der Karle erbrochener Cafehausbetricb, Peßacltgebäck eigtnar HorsloHung Wiener Restaurant und Cafe RUBINSTEIN jo«. und Repsrataur / T«1. 8710 46 Klavierstimmer PEREZ Ruf: 7219 20 FEST DICHTUNGEN aktuell Individuall E. Sandak, Bln.-Charlottbg. 4 W.iu.lmBe 20 Ruf. 962318 Sonnabend, den 23. April, 20.15 Uhr BZV- Helm, Landsberger Straße 87 N Ol AB-PISS ACH-FEI ER M11 ז ו *י k «i •! Di• Kantoren Manfred Lewandowskl und Wilhelm Säuler Herbert GrOnbaum (Rezitation) Chor der Junggruppe Anapracha: Rabb. Emst Hamburger Kerlen iu RM 0.» und 0,90 Im Vorverknur hei! Frljr, St1״״«hrrjrr StraBs 24! Salie»er, Neun Kbnlu1.tr. 74; »»!, .,״ ,Irr Abrrdkasse Berliner Zionistische Vereinigung, Bezirk Friedrichshain