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Jüdische Rundschau · 1938-04-12 · Heft 29 (12.4.1938) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 29 (12.4.1938)
Date
1938-04-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 29, 12. IV. 1938 gjSgS**Jiid1id1er *TERGAMGENHEIT XX. Mose ben Maimon Zeitlage. Um die Mitte des I2. Jahrhunderts trat eine Verschlechterung in der Lage der spanischen Judenheit ein. Als die Kreuzfahrer vom christlichen Europa zum zweiten Male nach Kleina-ien zogen, um den Stegeszug des Islam einzudanitneii, breitete sieh am südlichen Ufer des Mittelmeercs eine von der maurischen Dynastie der Almohaden Kampfer der Eiu/igkcit) geführte fanatisch-religiöse Bewegung aus, die der Verweltlichung des Islam unerbittlichen ivampi;uiÄjgic um: uie primttive mohammedanische Rechtglaubigkcit mit!־"euer und Schweif wicderluTstellcn wollte. Im Zeichen des heiligen Kricges eroberten die ״E'inheitseifercr“ Andalusien, verbrämt• teil die Kirchen und die Svn- «geigen, zerstörten die Talmudschulen von Sevilla, Cordova und Lucena und zwangen die uden, sich zum Islam zu ekehren. Gelstesgaschichtllcha Sfollung. ln dieser Schicksals• Idtiik־״ 'Leit' Blcgi1111"des"'l’xdsr: Mose heu Al;1 1 m o n -- Mahmud gum1״t' \hJhrä1»cl:e I des Maimonides Mo- (!714) pheten, hsra, Hi Hel, Akiha und fehttda Hsmassi fortlaufende Arbeit zweier Jahrtausende einheitlich zusammenfaßte, svste- B1ati»ch ordnete und philosophisch fundierte. Damit gab er der spaniscti-judisciicn!:poche ihre letzte Sinnerfüllung: die Auseinandersetzung /wischen dem Rabbinismus und der hellenistisch-,־:ranisdii'ti (icdankcnwclt erhielt ihren Abschluß in einer durch philosophische Selbstbesinnung errungenen, verfiel fei! Auffassung der (irtindlchren des Judentums. Leben. Als Sohn eines angesehenen Talinudgclchrten 1135 itt Cordova geboren, wurde der junge Mose in allen jüdischen Wissensgebieten, in Mathematik, Philosophie und den Natur- Wissenschaften gründlich ausgebildet. Die Verfolgungen seitens der Almohaden zwangen die Familie, ihre Heimat zu verlassen, und sie gelangte nach langem Umherirren um 1160 nach Fez (Marokko). Aber auch ihre neue Heimat mußten die Angehörigen des M״>e infolge des Fanatismus der Almohaden verlassen. Sie begaben sich nach Palästina, konnten jedoch im Heiligen Lande wegen der Kriege zwischen dm Kreuzfahrern und den Türken keine Sicherheit finden: sie zogen nach Acgypten und liehen sielt in Alt-Kairo (F.ostat) nieder. Nach dem Tode seines Vaters und seines jüngeren Bruders, der die Familie durch Juwelenhaiidel ernährt hatte, mußte Maimonides einen praktischen Beruf ergreifen: er wandte sich der Heilkunst zu, erwarb bald großes Ansehen und wurde Leibarzt des ägvptischen Sultans. Trotz, intensivster beruflicher Tätigkeit schuf er i!1 Aegypten seine beiden Hauptwerke: 1168 vollendete er seinen arabischen Mischnakommentar, 1180 den Religkmskodex ,,M i s c 11 n e Tora" ( Wiederholung des Gesetzes; auch Jad lia-Cha-aka“ - - Die starke Hand — genannt) und!190 sein religionsplnkKophiscluw Buch ״More א e b u c h i m" (-־״־ Ftthrer der Schwankenden: aus dom Arabischen von Samuel ihn Tibbon bei I ob/eiten des Autors ins Hebräische übertragen). Zugleuli w ne!:-, der Ruhm des Maimonides: er wurde ()her-!־mimt (Nagui) s ■ mt'iuher!!״%ptisrher Gemeinden und als die größte rabbinisebe Autorität seiner /eit anerkannt. Im Jahre 1201 seliled er aus dem Leben, Seine Leiche wurde nach’ dem Heiligen lande 11!1 סו fuhrt und in Tihcrias bestattet. Der Gesetzeslehrer. Die Aufgabe, die im 2. Jahr- 11:111111 n Jiiunia llanasM erfüllt hatte - - die übersichtliche An- Ordnung der gesamten mündlichen Lehre — wurde durch die weitere tau-endjahrige Tittw icklung des talmudischcn Gesetzesston'es von neuem gestellt. Bereits der spanische Talmudgeleinte Is.i.'ik Alfas-i (HU j -IHM), Begründer der Gelehrten- Kranken- Versicherungen VER&(CHERUNGftBURO ״EUROPA" •.m.b.H. Inh. seil 1924; M. Manaste, Berlin W15, Pariser Btr. IT, Ruf! 924446 schule in Lucena, hatte für den praktischen Gebrauch ein kritistites Quellenbudi der Ilalacha in der Form eines talmudischcn Kompendiums (״Haiachot״) geschaffen. Alter erst Maimonides gab 1(1 seinem üesetzeskodex eine streng systematisch aufgebaute Darstellung des gesamten I.eh rin 11 alt* des Judentum!. Er legte aut 11 als erster den verbindlichen Glauhensinhalt des Judentums in einer Anzahl knapper Sätze genau fest (Die ״dreizehn Glaubenssätze'׳). Der Kodex, der nach dem Willen de! Autors das .Studium der Taimudqueflcn seihst ersetzen sollte, hat zeitweise Widerspruch und starke Gegnerschaft, noch mehr aber hohe Anerkennung gefunden. Der Führer des Volkes. Seinen unter den Religion«־ Verfolgungen leidenden Brüdern war Maimonides ein Ratgeber in ihrer seelischen Not. In seinem Sendschreiben an die Gemeinden Jemens (Iggcret ha-Schcmad) nahm er die zum islamischen Lippenbekenntnis Gezwungenen in Schutz gegen den Uebereifer ucr Strenggläubigen und warnte vor ungeduldiger nitssianischcr Schwärmerei. Der Religionsphilosoph. Maimonides ist der Klassiker der jüdischen Religionsphilosophie, die bis in die neue Zeit hinein unter seinem Einfluß stand. Fr ist der Führer des jüdiselten religiösen Rationalismus, der die Offenbarungswahrheit mit der Verstandeswahrheit zu versöhnen sucht und sie beide als den Ausfluß einer dem Menschen unfaßbaren höheren göttliehen Vernunft;insieht. Er haute den arabischen Aristotelismus in abgewandelter Form in die jüdische religiöse Weltanschauung ein. Maimunismus und Antimainumlsmus. Mit Maimonides erreichte die geistige Entwicklung des Judentums im Mittelalter ihren Höhepunkt: von da an traten ein Rückschlag und eine Zeit des Niederganges ein. Seine Anschauungen beeinflufiten die mohammedanische Theologie und die christliche mittelalterliche Philosophie. Im Judentum selbst wurde die von ihm vertretene Richtung durch eine andere bekämpft, die das gläubige Gefühl höher stellte als dt« philosophische Ratio. Der Streit um seine Lehrmeinungen und Schriften, der Jabt» Hachscharah in Holland Von unserem Berichterstatter Haag. 9. April Der Jahresbericht der ״D e v e 111 e r - V e r e i u i g u ח g“ für das Jahr 1937 gibt einen Uebcrblick über die Arbeit dieser seit etwa zwanzig Jahren bestehenden Vereinigung, die der Förderung der fachlichen Ausbildung der Jugend für Palästina dient. Durch Vermittlung der Devcnter-Vereiiiigung sind in Holland in verschiedenen Zweigen der Landwirtschaft und des Handwerks 178 junge Leute in der Ausbildung, 129 Jungen und 49 Mädchen, davon 35 unter Leitung der misrachistisätcn Vereinigung Dath Waärcz. 77 Lehrlinge sind Holländer, 72 deutscher und 20 anderer Staatsangehörigkeit. Van den int J ü d i s c h c 11 W crkdnrf Nie uw c - *luis im Wicringcrmccrpoldcr ausgcbildcten jungen I cutcn sind im Jahre 1937 179 ausgewandert, darunter 91 nach Palästina, 20 nach Südafrika, TS nach Argentinien, 10 nach Nordamerika und England, 8 nach Australien, 5 nach der Tschechoslowakei, 4 nach Italien. In Amsterdam wurde das zweiliuudertiährige Bestehen des Niederländisch-Israelitischen Waisenhauses für Juden gefeiert. Außer einem Feslgottesdieust, an dem auch der Garnisonskommandant sowie der Polizeichef von Amsterdam teilnahmen, wurde eine Gedenkfeier veranstaltet, bei der der Bürgermeister und andere Behördenvertreter anwesend waren. Dem Schatzmeister der Waisenhaosvcrwaltung, A. J. van Ame ron ge 11, wurde der Ritterorden von Oranje- Nassau verliehen. Anläßlich des vierzigjährigen Bestehens der jüdischen Psychopallicnanstalt 1״ iet Apeldooritsehe Bosch“ nahm der Minister des Inneren die Eröffnung eines neu errichteten Erhoiungsgebäudes vor. Die Anstalt, die unter Leitung von Dr. J. Lobstein stellt, hat eine Patientenzahl von 900. Die Contact-Commission der Niederländisch-Israelitischen Hauptsynagogc in Amsterdam, die sich die Förderung des Zusammenhanges der Juden ans Deutschland mit der Gemein de zur Aufgabe gemacht 11,1t, veranstaltete einen Abend, an dem Dr. W. Auerbach einen ״jüdisch empfindsamen Spaziergang durch Amsterdam“ schilderte, während Dr. K. Hirsch einen Rundblick über das europäische Judentum gab. Der J ii d i s c 11 e I r a u c n r a t in Holland hielt seine zehnte Jahresversammlung in Utrecht ab. Einen breiten Raum nahm in den Verhandlungen die Einigrationsfrage ein. Post nach Uebersee 13ie angegebenen Zeiten sind die Abgangs zelten der Züge bz». Flugzeuge aus Berlin. Die Sendungen müssen 1—11/« Stunden vor Abgang hei der zuständigen HahnhoUpns:,1n!ta!t (Flugpost beim Dim-Iigan,״ der Zuge bzw. Flugr-oiige oder durch Sendung nach Berlin oder direkt an die ZwöclieiwUtioiicn. Bei der Aulselirilt ernpiiehk!ich die Anbringung von Leilvcrnierken. Palästina (an A״h. Bhf. 22.55. Sonnt im- 21.29; Ahwmg Miinlieti c:1. 12 Stunden 5 p» :er. 12. via Bniidid mr^ rn1׳aic:»111r1 .18 :־ laii 1. Luftpost: I)i., Dm 7.C0; 8.15 H;äk Trier5.50;״ Wir ״; an!.' dda Ali.. Fi. n.ü.ä■ \m2f״׳in>n --Ttumiorug über Arlwn>. — U. S. A. (ab Bhf■ Friedrirhur. 15.441: 12. via t'hcrlr'mg mit. ..Berengaria“: 19. New York. — 15. via t hertneirg mit ,,Bremen"; 21. Nerv York. Südamerika: 15. (Bhf. F! ie.iii< h-1r. 13.•14) via!,!■■;ilmn mir ,.Al- I. 11 ft per t (mich nach Mktcbmcrikn und Westindien): Mi. Posiachl. 21.00: Do. 5.00 Fianklurt a. M.| Sbd. R.1; S!g. Hncno, Aires (Dem sehe G1:!|>o,!). Südafrika: 13. (Bhf. Fnrdrich-tr. 13.53) via Soudimm.ion mit ״Aiblonc C“: 28. Ksp-1a.lt. Luftpost: Do. 7.00; 9.50 Wien; Ali. K,m-!.tT (Link- T״n.l;׳m— Kapstadt über Athen). Australien! 14. (Anti. ^Bht. 9.20) via Marseille mit ,.SiratHedcn'1; Luftpost: Di. 7,00; 8.15 I! .,111 < Leijizig; 9.50 Wir»; Du, Svdncy; Fr. Melbourne (nach ca. I1״ Wochen) (i.inic .׳V111-lerilani — JJandoeng Die häckde tändei - JhwidscUcui erscheint am kommen dm Freitag nis PcAach - Nummer Siebringt u.a iiPtfUth in Palästina“ / ״Ein Peftachtraum“ Die Fortsetzung der Erzählung ,!Die Insel - Kwusah‘* Ankündigungen aus dem Reich Bielefeld: ZV. 14. Apiil, 20.30 Uhr, Flau Die ml A!,-v,!n׳!cr (01״tmniidi: .. tiiili-ahcr Alkag in P.il.i-lin.i". Breslau: Ht״h1 1: -! m K'uh. 12. April. 20.30 Fhr, M useuimplatz 9. Dr. Maiiin Berk: ״im- Ziehung in I’aln-tina". -— Düsseldorf: XV, 13. Aju:l. 20.30 Ihr, f.trt): ..Mine ’ neue Etappe d«-r P.11.1-tina-l'nli!ik". — Essen: ZV. (Berlin): ״Neue Phase der PniäsU 1-a-Pr.iitik. — Neue Phase dem zionisü.wbni Werks". — Kobleni: ZV. 14. April, 20.30 I irr. Dememdehaus. Florinsmarkt 11, Dr. Ilnnikmieian?, (Frnnkluit;: .,.Neue Phase der Palästina-Poli!ik -- Neue l'Gee des zi׳u1ioi.a:l.e11 Werks". — Remscheid 1 ZV. 13, Apiil, 20.30 Uhr, Bank-tuBe. Dr. Fritz Ikenberg (Duw-rldorf): ״Uhaiiu Wcizmmm — Der Siaai-mami' und »ein Werk". -׳— Wuppertal: ZA'. 13, Apiil, 20.30 1,hr, Dr. David Schloßberg: (udrniragc überall — Was w;;d aui’ala-'inar'* Familien - Nachrichten stia&e 20. begeht am 13. April den 85. Geburt־'ag. Frau Gusta Rosen, geb. U a״g, Fianklurt a. AL. Zeil 39, begeht am 16. April den 75. Geburtstag. Barmitwah• Termin. Am 16. April (15. Nissan): Hans Loewy aus Luxemburg, Land-chulireim am G.uua-cr׳, Gatdone, Villa Madda- Juden und Jüdische! im Rundfunk. x Donnerstag, 14. April: M.- n.tran (2491, 21.25: Bihiisrlie Lieder von Dvorak. — Freitag, II. April: KsluiidHorg (123(0, 16.20: Y011.1׳g: Liiidmrke von einer Reise in Paläslina und Aogvpirii. — Sonntag, 17. April: London National. 19.30: Erika Sturm wiikt in einem Kaninicmmsikkonzcrt mit. hunderte dauerte, spaltete im Mittelalter die Judenheit in zwei Lager: das der Maimunisten und der Aniimaimunisten. Literatur. Weher Persönlichkeit, Lebe 11 tt 11 d Lehre d es Maimonides: A. Geiger, Das Judentum und seine Geschichte (1910); derselbe, Nachgelassene Schriften II!; M. Joel, Die Religionsphilosophic des Mose ben Maimon; Sammcibuch: Mose ben Maimon, sein Lehen, seine Werke und sein Einfluß (LU,!908 1911); J. Münz-Bercnt, Moses ben Maimon; Ju!. Guttmann, Die Philosophie des Judentums ((1933); A. Hcschel, Maimonides (1935); O. Gnldherg, Maimonides einseilige Kritik (1935). — U e b c r s e t z. n n ge 11 und Auswahl aus den Werken: Deutsche Ueberset/,1111g des More Nebuchim von A, Weiß (1023); N. Glat/er, Rabbi Mosche ben Maimon, ein svitemaiin her Querschnitt durch sein. Werk (Schocken-Bücherei); A. Altmarin, Der More Nebuchim im Grundriß {Schocken-Büchcreik Df• J* H. Uci4ft*e*10t Ui de* Wett Die Jüdische Rundschau hilft Adressen suchen (Unter dicker Huorik \crCdfenM1d.t ח wir \nU4%cn au* unii-iun I,c«erkrei*« (Jesuchten Auskunft gehen können, werden um Mitteilung ersucht.) Nr. 265. Familie Hasenfratz in USA. wird gesucht von Simon Göttlich aus Wisnitz (Bukowina), jetzt Glauchau (Sa.). Nr. 266. Henry Schüler (Heinrich Schlomowitz) aus Wien, 1920 nach New York gezogen; ferner die Nachkommen von Hersch Schifter aus Stanisiau (Polen, New York, werden gesucht von Lina Zoller, geh. Schlomowitz, Berlin SO36, Xannvnstr, 53. Nr. 267. Julius Abraham, 1906 nach USA. ausgewandert, letzte Adresse 'Al 1-16—2■!111 Street, Coftey Island, New York, wird gesucht von Dorothea Glaser, geb. Abraham, Hirschberg, \Vilhelmstr. 67. Nr. 268. Filip Ritter, Sohn von Osias Ritter aus Ccrnauti, letzte Adresse f'aiis, Doste restante, Post Office 88, wird ge• sucht von seinen Eltern, Ccrnauti, Str. Eundatura Scoalei 4. Nr. 269. Emanuel Schwab, geb. 1852 zu Odenbach am Glan, um 1870 ausgewandert nach Amerika, oder dessen Nachkommen werden gesucht von Albert Rüben, Köln-Braunsfehl, Aachener Str. 409. Nr. 270. Die Nachkommen von Marcus Landau, geb. 1846 in Wulfen (Wcstf.), ausgewandert etwa 1868 nach USA., letzte bekannte Adresse Lancaster (Pcnnsylvanicn), Non Marie Street, bei Charles Meyer; ferner Therese Marcus, geb. Landau, ebenfalls Nordamerika, werden gesucht von Bendix Landau, Frankfurt Main, Bnuimveg 3. Nr. 271. Beile Graff, geh. Zloczower aus Heicnitza (Bukowina), zuletzt New York, 132 West 231 d Street, wird gesucht vo:1 Jakob Zloczower gen. Rittberg, Dresden, Am Sec 7. Nr. 272. Kauf mann Freund, ehern. Inhaber der Knopffabrik Freund in Brooklyn-New York, geh. in Zawisna, oder dessen Nachkommen; ferner Frau Marie Collcr (od. Koller), geb. Heimann aus Lugniaii (Kr. Oppeln), oder deren Nachkommen, werden gesucht von Paul llcyinaiin, Berlin-Wilmersdorf, Hehnstcdter Str. 21. Nr. 273. Angehörige der Familie Lipmann aus Obersitzko (Posen) werden gesucht von ITau Gertrud Reich• mann, Essen, Wolfgangstr. 42. (Letzte Adresse von Jakob Lipniami: 140 Fredrik Av. Milwaukee Wisc.) Nr. 271. Ida Stern, Regina Pich oder deren Kinder (zuletzt St. Francisco, 1161 Page str;) werden gesucht von Georg Pich, Berlin C'2, Neue Friedrielistr. 69, Nr. 275. Die Tochter des Herrn Haiberg aus Frankfurt am Main, ausgewandert um 1926 nach USA., wird gesucht von Ghana Glaser, geh. Waidmaiin, Wien, IX., Hörigasse TL Nr. 276. Josef Reiner, Virginia, Newport oder Newark (USA.), wird gesucht von A. Reiner b. Trnnenbattm, Berlin, Kantstr. 132. Nr. 277. Die Kinder von Nathan 11. Röschen Schneider, geb. Blck, ausgewandert nach Maresvillc (Kalifornien); ferner die Nachkommen von Therese Rosenberg, geb. Bick, aus ürätz (Posen), ausgewandert nach St. Francisco, werden gesucht von Gertrud Fuß, geb. Bick, Berlm-Charlottenburg 4, Mornmsenstr. 40. _ Frau Ottilie Schncncwald, Bochum (Vorsitzende des JUdischcn Frauenbundes) zu ״Fünf Jahre Hilfe und Aufbau“. Wer je Gelegenheit hatte, die Gcsamtorganisation des Zentralatisschusscs für Hilfe und Aufbau kcnncn/ulernen, weiß, daß hier das Herz unseres jüdisch-sozialen Gemeinschaftslebens schlägt. Viele der Fin/elaiitgabeu, deren Planung und Unter- Stützung dem ZentralaussehuB obliegen — seien es nun Wanderung lind Umschichtung, Erziehung und Fürsorge, Wohlfahrtspflege und Wirtschaftshilfe — gehören auch zum Arbeitsgebiet des Jüdischen Frauenbundes. Kann es da Wunder nehmen, daß die jüdischen Frauen sich aufs engste seinem Wirken verbunden fühlen? Wer die Not der Zeit mit dem Herzen erfaßt, wird keine Muhe und auch keine Opfer scheuen, ihr entgegenzuwirken. Der Zenfralausschuß für Hilfe und Aufbau ist die Verkörperung unseres Lebenswillens, sein Werberuf ״Helft weiter!" ist unsere Losung! Von der Achawa. Die Acliawa ist 1864 als Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger Lehrer gegründet und später zu einer Art Pensionskasse ausgebaut worden. Sie hat sich mmiiiehr aus versiclierungsrcchtlichen Gründen veranlaßt gesehen, zu ihrer ursprünglichen Wirkungsweise zttrückzukehreit. Der Charakter als Peiisionskassc war nicht aufrechtzuerhalteu. Der Verein hat in einer außerordentlichen Mitglicdervcrsammlung ein neues Statut angenommen. Die neue Bezeichnung des Vereins lautet: ״Achawa (Brüderlichkeit), Hillsverein für israelitische Lehrer in Deutschland“. Er ist unter diesem Namen neu in das Vereinsregister eingetragen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Oberlehrer i. R. E. Gut, Frankturt a. M., Mcndelssolinstr. 63, wicdergcwiihlt. Private Jüdische Lehrerbildungsanstalt Würzburg. Dfe drei unteren Klassen bilden eine höhere Schule, die im Anschluß an die Volksschule zur mittleren Reife führt. Die obersten Klassen schließen ab mit dem staatlich anerkannten Volksschullchrerexanien. Ls werden aufgenomnien: in die unterst® Klasse: Sciiüler(imien) mit mindestens 7 Schuljahren, in die mittleren Klassen: Schiller (innen) mit Obersekundareife, in die oberen Klassen: Abiturienten, für welche die Bildungszeit in der Regel 2 Jahre dauert. Fremdsprachen: Iwrith und Englisch, wahlfrei Spanisch und Französisch.

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