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Jüdische Rundschau · 1938-04-08 · Heft 28 (8.4.1938) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 28 (8.4.1938)
Date
1938-04-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nf. 28, 8, IV. 1938 Spiegel des Werdens Das jüdische Volk in der Periode der Wandlung Eint weitere Entspannung muß auch deshalb besonders dring• lieh gewünscht werden, weil ja nach den Feiertagen die neue durch die Ernennung ihres vierten Mitgliedes inzwischen vervollständige technische Kommission von London abreisen soll, deren Aufgabe es ist, die Einzelheiten des Teilung«- Projektes zu beraten, Diese Untersuchungen erfordern eine Atmosphäre der Ruhe, um gedeihlich durchgeführt zu werden. ״Mifdeh Zioni“ Im jüdischen Sektor Palästinas werden indessen weiter* hin alle Anstrengungen gemacht, um das wirtschaftliche Leben des Landes in Gang m halten und nach Möglichkeit Wieder stärker annikurbeln. Dabei liegt uif dem Jischuw selbst eine große und schwere Aufgabe, hat er doch ganz erh e h 1 i c h c Mittel aufgebracht, die der wirtschaftlichen Relebung und der Wiedereingliederung von Menschen in den Arbeitsprozeß dienen. Sowohl die Arbeiterschaft wie die bürgerliehen Kreise haben an diesem Werk teilgenommen und darin sehr starke Kräfte moralischer und materieller Art investiert. Nunmehr hat, wie bereits berichtet, das Zionistische Aktions- Conti je bei seiner Londoner Tagung den Beschluß gefaßt, die Zionisten der ganzen Welt für diese Aktion einzusetzen, die nicht nur eine grolle wirtschaftliche und infolgedessen auch politische Bedeutung fur Palästina hat, sondern auch die moralische und seelische Verbindung der Judenheit in der Oolah und besonders der im Vordergrund der Arbeit stehenden zionistischen Kreise mit Palästina zeigen kann. Die Aktion wird im Rahmen der sonstigen Palästina-Arbeit unter dem Namen Mifdeh Zioni in den nächsten Monaten in allen in Frage kommenden I ändern diirchgcfiihrt werden, imd sie Wird ln ihren Ergebnissen gewiß die Verknüpfung der zionhtischeu Bewegung mit dein Leben Erez Israels zu vollem Ausdruck bringen. K. L, Ben Gurion zur Einwanderungsfrage ln einer Zuschrift an die ״Times“ vom 5. April protestiert David Ben 1111ri״n gegen ״die eigentümliche Interprrfatnm, die skh an die Verlautbarung des Kolonialmini'ferium vom ]0. M irz ho/.üglich der Einwanderung nach Palästina nn״rwhl״-׳.rn hat־׳. ' Dieses Dokument ist nach R?n Chi ס! ז ns Ansicht nicht mit den Grundsätzen des Weißbucht•« vom Juli zu vereinbaren, in deffl deiitiich attsgeder aus dem Mandat dem jüdischen Volke zustehenden Mtorsversonmni Philipp Ucko, R״r״.\r,w״,״,■(, R״״,l.״hurif״״-h»־ st2 ׳».״? / Ruf 92 74*3 Rechte berleuteu snlHe, sondern im Gegenteil den Juden n e u e R e c h t r 11 n 11 Voll 111 ,ו c 111 e n alp Konipensabon buch vorgesehen ist. wurde die jüdische Einwanderung zwar auf ein beschranktes Gebiet begrenzt werden, aber nicht länger den von der Mandatarmacht aufcrlegteii Beschräiikungen unterliegen. Der jüdische Staat selbst würde vielmehr ui* Eimvatidf rungskontrollc aiisuben. Es würde eine falsche Auslegung des von der Regierung erklärten Ziels sein, wenn man die F.inwanderungsheschränktmg ohne ihre kompensierenden Vorteile Iiinnehmen würde. Konzert der Geschwister Menuhin ln London. Nach *einen beiden großen Solo-Abenden (über die wir in Nr. 21 berichteten) gal! Yehudi Menuhin mit seiner Schwester Hephziba einen Snnatenahcnd mit Beethoven, Mozart und Lek eit im Programm. Es war ein einzigartiger künstlerischer Genuß, zwei Musiker in solch vollkommener Zusammenarbeit zu hören, die trotz höchster Begabung und AÄhnlichkeit der ricr^ l'erke rr/ielt'w enien kn-itite. '?11er "tVnWirr d 0 al f a”l ein. Partnern idcniii-1יו" waren. FsV-w׳Kammerimisik i״r'hftchster Geiste echtesten .Mimik,inteutiinis. M. C. Palästinafall rt R W. An Bord der ״Polonia“, 20. März .Gd(! 1 \ ו I C1 - ׳f a' d 1'C <'f' /'r e des und eine zugunsten de״; Keren K a j e m e t h veranstaltete Sammlung wird -D/11 brmiM, die ״Polmiia“, die so viele luden nach Erez Israel befördert hat, anläßlich ihres Jubiläutm ins Goldene Ruch des Keren Kajemeth eintragen zu lasset). Auf diesem polnischen Schiff hat man vier Tage in einer sehr jüdischen Atmosphäre verbracht, I)er Tat- Sache eines vorwiegend jüdischen Puhlikv'.ms wird auch da- , durch Rechnung getragen, daß wichtige Rekanntmachungen (z. R. die Instruktion für den Alarmfall) außer in den Weltsprachen auch hebräisch (und zum Teil jiddisch) affichiert sind. Aber abgesehen von solchen Aeußerlichkeiten ist eine Gesellschaft von Juden beute mehr als je ein Ding «ui gencris; sic ist vor allem eine Sorgen-Gemein- »chaft, und solche Sorgen sind ein starker Kitt; verbunden mit dem Lebenswille״ zur Zukunft, kann daraus ein Volk werden. Unzählige Emzclschicksale fügen sich liier zueinander, und iiber ihnen allen liegt der Schatten des Gesamt- Schicksals, rlas sic Zusammenhalt. Man kennt jetzt schon den Typ der Eltern, die ihre Kinder besuchen, 7um Teil ihre Enkel; und des fnformationsreisenden, der seine eigene Aus- Wanderung vorbereitet. Das ist bei den polnischen Juden, die auf diesem Schiff die große Mehrheit haben, nicht anders als bei den Juden ans Deutschland. Und bei schönem Wetter ist das Deck dicht bevölkert von der Jugend, die unermüdlich ist in ihrem Singen und Horra-Tanzen. Am Vorabend der Landung erfüllt sie alle eine besonders feierliche Erregung. In einer Zusammenkunft werden an die Jugend mehrere Ansprachen gehalten, hebräisch, jiddisch, polnisch, deutsrh. Die Dnnzigcr ftigrndaiijah-Gnippc ist nach Tel Ch.tj bestimmt und weiß, daß dies verpflichtet. Im übrigen ist die Stimmung nicht so gehoben, wie es sonst auf Palästinafahrten zu sein pflegt. Besonders die polnischen Juden auf dem Schiff sind irritiert über die Nachricht von dem beabsichtigten vollständigen Verbot der Schechita In Polen, eine Angelegenheit, dir für die Judenheit dieses Landes eine gewaltige religiöse und auch wirtschaftliche Bedeutung hat. Die orthodoxen Massen, die in Polen leben, 'erbot wirklich (lurchgeführt werden sollte. Dazu kommt, daß seit altersher die jüdischen Gemeinden in Polen finanziell an! den Abgaben der Schechita aufgebaut aind. Die Herren Mit Beklemmung lesen wir die Nachrichten aus den Ländern des Westens, die im Zusammenhang mit dem jiidisehen Emigrationsproblem stehen. Es ist ein parado.ves Bild, zu sehen, wie iiiit der Verschärfung der Judenfrage das theoretische Verständnis für die Notweudigkeit ihrer Lösung wächst, die praktische Bereitschaft hingegen, etwas in der Angelegenheit zu tun, immer wieder au? Hindernisse stößt. Gewiß ist es richtig — und gerade der Zionismus hat das immer behauptet —, daß ein Stückchen Hilfe hier und ein Stückchen Hilfe dort zu wenig ist, um die Krankheit wirklich zu kurieren. Gewiß berühr, es uns mit Genugtuung zu hören, daß die Welt einen jüdischen Staat als notwendig anzusehen beginnt, um die Judenfrage zu lösen, diese Frage, die ja zweifellos auch den Nichtjuden schwere Probleme aufgibt. Aber ist der Wille spürbar, den Erklärungen die Tat folgen zu lassen? Jeder wird verstehen, daß die westeuropäischen Länder nicht in der Lage sind, von Mal zu Mal wieder neue Massen von Einwanderern aufztinchmcn; hier kann wahrscheinlich nur für Wenige die Möglichkeit einer vernünftigen Einfügung in das Wirtschaftsleben bestehen. Aber wenn das so ist, und wenn humanitäre Deklarationen noch einen anderen Wert haben sollen als den der GewLssensberuhigung für ihre Autoren, dann darf das jüdische Volk erwarten, daß endlich eine wirkliche Initiative erfolgt. Die Anregung der amerikanischen Regierung ist ein Zeichen guten Willens; unser Volk hat es dankbar aufgenommen. Indessen; Man kann es nicht für Ungeduld und Unbescheidenheit nehmen, wenn wir ausspreclten, es möge diese Dankbarkeit duren wirkliche Taten bestätigt werden, ln der zionistischen Bewegung lebte immer der Gedanke, daß die Völker der Welt die Judenfrage auf die Tagesordnung einer großen Konferenz steifen sollten. Die Zeit, tn der wir!eben, hat die Erbschaft vieler mißlungener Konferenzen zu tragen. Man kann begreifen, daß keine Sehnsucht nach Neuaufnahme fchlgcschlagencr Versuche besteht. Das Juden- Problem ist aber seiner Natur nach interterritorial; es betrifft «Ine Vielzahl von Staaten, und ein Mindestmaß von Kooperation ist Voraussetzung für den Erfolg jeder Bemühung auf diesem Gebiete. Mag eine Endlösung im Augenblick ein Fernziel bleiben, so verheißt doch jede Behandlung des Problems einen gewissen Erfolg, die von einer sachlichen KenntnisderFragestellungausgeht. Das jüdische Volk wird für alles dankbar sein, was eine fühlbare Erleichierung seiner Wanderungssituation bringt. Diejenigen aber, die jetzt helfen wollen, müssen verstehen, daß angesichts der Dimensionen der Judenfrage in der alten Welt die Großzügigkeit auf die die neue Welt so stolz ist, wirksam werden muß. Ohne positive Mitwirkung der Umwelt ist die Judenfrage nicht zu lösen. Die jüdische Welt aber, der Bereich unseres inneren Lebens, muß sich darüber klar sein, daß es ohne Ihre eigene Bereitschaft ganz gewiß nicht gehen wird. Die Judenheit in Deutschland ist die letzte, die nicht aufrichtig und dankbar die Hilfe anerkennt, die ihr in den letzten Jahren von den Juden besonders der westlichen Länder zuteil geworden ist. Es bedeutet keine Einschränkung, wenn wir unser Gefühl äußern, daß jenseits dieser großartigen Leistungen der Hilfe und Förderung in manchen Kreisen der Judenheit gerade des Westens das Verstandnis für die Lebensfragen des jüdischen Volkes nicht tief genug geht. Man sollte dort vorsichtiger sein, wenn man die Judenfrage mit dem Vordringen bestimmter allgemeinpolitischer Gedanken gleichsetzt. Das Spannungsverhältnis zwischen Juden und Nichtjuden besteht überall, und jede Erschütterung des öffentlichen Lebens findet in der Judenfrage ihren empfindlichsten Resonanzboden. Die Gefahr, das aus Polen betrachten diese Angelegenheit als sehr ernst; und auch die Nachricht von dem Ausbürgerungsgesetz für iin Ausland lebende polnische Staatsbürger wird als eine Maßnahme von weitreichenden Folgen für die polnischen luden empfunden. Jeder weiß, daß die Zuspitzung der Judenfrage noch nicht auf ihrem Höhepunkt augelangt ist. ״Anderer Meinung ist ein griechisch-orthodoxer Christ, ein Passagier der 3. Klasse, der tief überzeugt ist, daß die messianische Erlösung unmittelbar bevorstellt und daß die Rückkehr der Juden ins Heilige Land das sicherste Zeichen dafür ist. Die Reisenden der ״Pofonia“ haben eine Enttäuschung: die verheißene Landung in Tel Aviv findet nicht statt. Erst heißt es, daß wegen der Verspätung des Schiffes die Zeit für ein Anlaufen von Tel Aviv nicht ausreicht; später aber erfahren wir, daß die Genehmigung zur Landung von Passagieren in Tel Aviv noch gar nicht vorliegt. Die Eröffmtng des Passagierverkehrs am 24. Februar hatte nur symbolische Bedeutung; eine faktische Benützung des Hafens ist noch nicht möglich. Wir fahren direkt nach Haifa. Mittwach früh liegt im Sonnettglanz der Karmel vor uns. Der nach mehrjähriger Pause wiederkommende Beobachter sieht sofort die große Veränderung, vor allem die neuen Hochbauten. Die Abfertigung beginnt. Wir sind am Ziel. Am Mittwoch nachmittag wird an Bord noch eine Feier veranstaltet, der jüdische Honoratioren, der polnische Konsul und Vizckormi! und einige höhere englische Beamte beiwohnen. Die ״Pnlonia“ verdient diese Würdigung ihrer hundertsten Fahrt. Dann tritt sie die Rückreise an; den besonderen Verhäitnisscn gemäß treffen wir auf Hin- und Rückfahrt Vertretcr palästinensischer Gesellschaften, die die rumänischen und andere Juden für Sic-.ilungsprojekte interessieren wollen. Nur ein Teil der Juden dieses ״Zwischeneuropa“ hat bisher eine innere Verbindung mit Erez Israel. Viele begreifen die Sache noch nicht und die Zeit noch nicht. Aber ohne große Proplictengabe läßt sich Voraussagen, daß die Route der ,,Polonia“ noch eine große Roiie zu spielen haben wird — der Verkehr und die Verbindung dieses Hinterlandes mit Palästina wird sich gewiß verstärken. Man wünscht den Emissären, die aus Palästina hinfahren, guten Erfolg, möge es ihnen gelingen, diese jüdischen Massen für Palästina zu interessieren, es wird ihnen mehr geben als sie ihm. Denn Palästina hat den Juden etwas zu geben! Der erste Atemzug im Lande überzeugt. Es liegt in seiner unvorstellbaren Friihlingspracht da, es tut sich auf, es packt die Seele. Was immer Einzefimtersiichungcn über diese oder jene Frage ergehen mögen, diese Realität des Landes und der Menschen ist eine grundlegende Tatsache, die am Anfang aller Erwägungen sich ins Bewußtsein gräbt judenscliicksal unserer Tage für geographisch be• grenzt zu halfen und sich selber davon grundsätzlich für ausgenommen zu erachten, besteht, und wir hoffen, es wird den verantwortlichen jüdischen Kreisen in den Westländern gelingen, in allen luden das Gefühl einer echten Schicksals- Verbundenheit wacnzuhalten, die noch tiefer liegt als die Schicht der Seele, auf die der charitative Appell zumeist berechnet ist. Wohl zu keiner Zeit war das Studium der Judenfrage aufschlußreicher als heute. Es Ist Ln der letzten Zeit manches über den Begriff der Assimilation geschrieben worden, ohne daß eine wichtige Form dieser Erscheinung beobachtet worden ist. Wir kannten Assimilation als Tendenz von seiten der Juden. Seit Kriegsende gibt es daneben eine neue Form: die Form staatlicher Zwangsassimilation. Der Staat verlangt die Aufgabe des Judentums in seiner ge• scliichtliclien Gestalt. Es scheint, daß hier und da, z. _ B. seitens mancher Kreise in überseeischen Ländern, die Auffassung hervortritt, das Judentum durch Denaturierung leichter einsclimclzen zu können. Es ist natür• lieh, daß ziffernmäßig schwache Judenheiten der An/ieluingskraft dieser Tendenz leicht erliegen können. Der Zionismus weiß, daß die Kraft der nationalen Substanz zu stark ist, um mit der nötigen Geschwindigkeit sich verflüchtigen zu könneu. Der eine große Versuch einer Zwangsassimilation, den die jüdische Geschichte kennt, die Massentaufen der Juden auf der Pyrenäenhalbinsel zur Zeit der Inquisition, erwies sich durch ein ganzes Jahrhundert hindurch als Quelle einer stets neuen Problematik. Die moderne Welt, die die Achtung vor der Eigenart jedes Volkstums kennt, wird folgerichtig erkennen, daß auch in der Judenfrage jenseits dieser Leitlinie kein Heilmittel zu finden ist. Wohin immer man blickt: Nur fit Palästina sieht man den Ansatz zu einer cigenwüchsigcn Behandlung des Pro• hiems. Man spürt, wie dieser Ansatz immer mehr Juden überzeugt, alten solche, die einstmals wenig davon hielten, Man fühlt, wie vielen Juden durch das Erlebnis Palästinas ganz neue Kategorien des Denkens Zuwachsen; das ist die Folge der neuen Verantwortung, die sie immer mehr als die eigene zu empfinden lernen. Alles Künstliche und Unechte, alle Pose und Koketterie des Intellekts fällt langsam von ihnen ah. Es geht eine große erzieherische Wirkung von Palästina aus, und sie bricht sich langs’am, aber unaufhaltsam Bahn, Der Zionismus wird durch das Schwergewicht seiner Schöpfung zur großen einigenden Macht im jüdischen Volksleben, und man wird sehr bald nur noch geschichtlich begreifen, mit welch ängstlichem Formalismus man 1929 die Verfassung der Jcwisn Agency konstruieren mußte, um niemandes Auto• nomie zu berühren. Das Leben geht Tinmerklich darüber hinweg, es schafft neue und wahrhafte Bindungen, und es wird der Tag kommen, an dem ein verjüngter Zio• nismus die ganze jüdische Bewegung in sich vereinen wird, Dr. Walter Oro6 Aus der Wirtschaft Nachdem die Manncsmann-Röhren-Werke A.-O. dieWof! Netter u. Jacobi Werke K.-O. a. A. übernommen hatten, haben sie jetzt auch die Aktienmehrheit der bis vor kurzem in nichtarischem Familienbesitz befindlichen Hahn• sehen Werke A.-O., Berlin, erworben. Im Zusammenhang mit dem Resifzwechscl sind Rudolf Mahn und Dr.-Ing, Peier Hahn aus dem Vorstand der Gesellschaft aus geschieden. — Das Bankhaus Lincoln MenyOppenhcimer, Frankfurt a. M., hat seine stille Abwicklung beschlossen. — In arischen Besitz gingen über: die Lcbensmittelgroß- Iiandlung Scharff & Sohn. München; die Tuchgroßhand• hing Eichengrün Pc Co., Miinehen; das Metallhüttenwerk Dr. Hoffmann & Co., Breslau. — Das W o 11 w a r e n haus Saxonia in Breslau ist in den Besitz von Altrcd Hagedorn übergegangen. ־— Die Drogen- und Farbengroßhandlung Hugo Wienskowitz in Gleiwitz ist in den Besitz von Viktor Plutka übergegangen. — Da« Bekleidungsgeschäft Georg Boas in Stargard ist in den Besitz von Hans Lenck übergegangen. — Die Firma N. Simon jun. in St01p ist in den Besitz der Walter Pachur KG. übergegangen. — Die Firma Mannheimer Bettfedernfabrik vorm. M. Kahn Söhne KG. Mannheim ist durch Ausscheiden des Geschäftsinhabers Ludwig Straus und der bisherigen Kommanditistin in arischen Besitz über• führt worden. Jüdische Künstler In Holland. Unser Haager Bericht• erstatter schreibt uns: Bruno Walter verabschiedete sich für diese Saison von Holland mit einem Konzert mit dem Concertgebouw-Orchester im Haag. — Unter musikalischer Leitung von Leo Pappenhelm und Regie von Dr. Hanns Ul mann brachte das Nieder• ländische Opcrnensemble d’Alberts ״Tiefland“ im Haag zur Aufführung. — Die jugendliche Violinistin Ida Händel, der Violinist Alfred Lustgarten und der blinde Pianist Imre Ungar gaben mit großem Beifall aufgenommene Konzerte. —־ Ferner ist von Kammermusikabenden des Kolisch- Quartetts und des Moskowsky-Quartetts (dies unter Mitwirkung der Sängerin Judith Toffj zu berichten, — Erhard Wechselmann und Ludwig Belitzer gaben im Haag ein Konzert jüdischer Musik. Sie brachten sowohl littirgische Gesänge als auch palästinensische und jiddische Lieder zum Vortrag. — Vor seiner Ueberfahrt nach Amerika gab der palästinensische Schauspieler Abraham Skiarsch in Am st er• dam einen Kunstabend, bei dem er den Zuhörern die Dichtung Palästinas nahezubringen suciitc. — Die Pianisten Janine W e ii 1 sprach vor dem ״Institut Framjais d' Amsterdam“ über französische Musik. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Roheit Welt ach, Berlin-Chaii (auch vesntwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter! Kurt Loa■ enstein. Bertm W 15. Ameigcntciter und verantwortlieh für den Inhalt der Anreißen: Hermann F i n n, Berlin W15. Gültig Anreißen - Preisliste 5 vom 1. April 1938. Verlag und Anxeigertvcrwsltung! Jüdisch Rundschau, Berlin W IS, Meinekestr. 10. DA. I/19S8! 36 043. — Druck! Siegfried Schoten, Berlin-Sohftnebtfg.

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