Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 27 (5.4.1938)
- Date
- 1938-04-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 27. 5. IV. 1938 JÜDISCHE RUNח SCHAU Seite 5 *fiBPPJiidUdier *VERGANGENHEIT XIX. Abraham Ibn Eara PeriÄnllchk•!!. Der letzte große Dichter der spanisehen Renaissance, Abraham benMeir Ibn Eara (etwa 1092—1167), lat eine der eigenartigsten und kompliziertesten Gestalten des jüdischen Mittelalter«, wenn er auch noch zu den Klaasikern der jüdisch-spanischen Dichtung zlihlcn darf, so künden sich bei ihm bereits das Ende der Blütezeit und die Vorzeichen des Epigonentums an. Ihm fehlen die Innere Ausgcglichcnhcit und Geschlossenheit Jelimia Halevis, wie apch die metaphysische Tiefe und die leidenschaftliche Gefühlswuclit Ilm Gabirols. Das kritische Sclbstbewußtsein hemmt den freien Flug seiner Phantasie, und die Urkraft seines L;:♦*׳: j Die letzten Tage des lhn-Esra Gemälde von Alfred Wo 1 mark, London schöpferischen Triebes wird gezähmt durch die sprachliche Virtuosität und die Meisterschaft des Versbaus. Er selbst gehörte noch ganz der jüdisch-spanischen Kultur an. lernte aber in reifem Alter viele fremde Kulturen und Sprachen kennen und schrieb, anders wie seine Vorgänger, für die Juden des ganzen Abendlandes. Sein Schicksal war ein Sinnbild des jüdisehen Exils: er war ein unsteter Wanderer in seinem Leben und in seinem geistigen Schaffen. Leben. i!1 Toledo geboren, lebte ibn Esra längere Zelt in verschiedenen Städten des arabischen Spanien und galt heretts in seiner Heimat als hervorragender Gelehrter und Dichter. Seit_früher Jugend war er ein Sorgenkind des Lebens. Er übte keinen bestimmten Beruf aus, und seine schrittstellcrische Tätigkeit konnte ihn nicht vor bitterer Not hewahren. Die Volkssage bringt ihn in Verbindung mit seinem llteren Zeitgenossen Jchuda Halcvi, in dessen Haus er einmal als Bettler verkleidet gekommen sein soll. Armut, der ״Oriimnzorn der Bedränger" und vielleicht auch häusliches Leid jagten ihn von Ort zu Ort, und in der zweiten Hälfte seines Lehens durchzog er mit dem Wanderstab fast die ganze damalige Kulturwclt: er bereiste Südfrankreich und Italien, Aegypten und Palästina, Nordfrankreleh und England, und gelangte vielleicht sogar nach Indien. Ueberal! fand er Jünger und Verehrer überall wirkte sein Geist anregend und belebend, er selbst konnte aber nirgends eine neue Heimat finden. Der vielseitig Begabte war in den verschiedensten Wissenszweigen zu Hause, keiner von ihnen gab ihm jedoch volle Befriedigung-. In den letzten zwanzig Jahren seines Wanderlebens entfaltete er eine reiche schriftstellerische Tätigkeit _ als Dichter und Philosoph, Sprachforscher und Bibelerklärer, Astrologe und Mathematiker, Auf dem Wege nach seiner Heimat soll ihn der Tod ereilt haben (in Galahora zwischen Navarra und Castilien; nach manchen in Rom). Der Dichter. Die Oefülilsmotive, die die Poesie des Jehuda 1 lalevi beseelen, kommen, wenn auch nicht mit der gleichen Kraft des inneren Erlebnisses, auch in den Gedichten des ihn Esra zum Ausdruck. Didaktisch-philosophische Retiexioncr! sind vorherrschend. Der Flug des Gedankens ist hei ihm stärker als die Farbenpracht der Bilder. Seine Stärke liegt in der Originalität der sprachlichen Form, der Prägnanz der Gleichnisse und im Reichtum der Einfälle. Unübertrefflich ist er als Meister der Ironie und des Witzes. Dar Grammatiker. Durch seine grammatischen Werke, die ibn Esra als Erster in hebräischer, und nicht, wie seine Landsleute, in arabischer Sprache verfaßte, vermittelte er den jüdischen Gelehrten des Abendlandes die Ergebnisse der klassischen hebräischen Sprachforschung aut spanischem Roden, die erst dadurch für die weitere Entwicklung verwertet werden konnten. Der Blbelexeget. Seinen unvergänglichen Ruhm verdankt ibn Esra seinen Kommentaren zur Heiligen Schrift, die den Höhepunkt und Abschluß der jüdisch-spanischen Bibelexegesc bilden. Hier kamen die Schärfe seines Verstandes, die Klarheit seines Urteils, die Weite seiner philosophischen Bildung und die Feinheit seines Sprachgefühls zur vollen Geltung. Auch das Bibclcxcgct zeigt Ibn Esra die ihm eigentümliche innere Zwiespältigkeit: der Widerspruch zwischen seiner Gläubigkeit und der Kühnheit seines kritischen Urteils wird bei ihm oft durch rätselhaft dunkle Bemerkungen sowohl angedeutet wie verhüllt. Er gilt daher als früher Vorläufer der wissenschaftlichen Bibelkritik. Der Philosoph. Seiner ganzen Geistesart nach konnte ibn Esra seinen in verschiedenen Schriften verstreuten philosonhischcn Gedanken keine einheitliche systematische Form geben. Er schließt sich in der Hauptsache an den arabischen Neuplatonismus und insbesondere an Oabirol an. In manchen seiner Lehren deutet sich aber bereits die Wendung zum aristotelischen Rationalismus an, der bald das Feld des jüdisehen'philosophischen Denkens beherrschen sollte. Literatur. A. Geiger, Das Judentum und seine Geschichte (1010); G. Karpeles, Geschichte der jüdischen Literatur, I (1000); D. Rosin, Reime und Gedichte Abraham ihn Esras (1885—1804); M. Sachs, Die religiöse Poesie der Juden in Spanien (1901); Orschanski, Abraham ibn Esra als Philosoph (1000); Julius Guttmann, Philosophie des Judentums (1933), _ Dr, J. H, Die hebräische Oper ״The Pioneer*״) ״Hechaluz'D von Jacob Weinberg, deren Kulturbund-Aufführungen zur Zeit von Chemjo W i n a w e r vorbereitet werden und über die wir am 11, Januar berichteten, ist im Verlag der ״Transcontinental Musi.־ Company‘* (Dr. Josef Freudenthai), Stcinway Hall, New York erschienen. ~ Im gleichen Verlag erschien soeben ein Cellokonzert sowie ein Streichquartett des im Wettbewerb der Jüdischen Kulturbünde prämiierten palästinensischen Komponisten Julius Chajes. Literatur zur Judenfrage Die Diskussion der Judenfrage nimmt in vielen Ländern unter dem Eindruck der Ereignisse der letzten Jahre immer größere Dimensionen an. Von jüdischer wie von nicht jüdischer Seile wird zu dem Problem der Judenfrage Stellung genommen. Wir veröffentlichen nachstehend zwei Berichte, die über einige in der letzten Zeit in Frankreich und Ungarn zu diesem Fragenkomplex erschienene Publikationen Aufschluß geben. (Red.) in Frankreich Unter den französischen Auseinandersetzungen mit der Judenfrage ragt an Gehalt und Bedeutung der Mitarbeiter ein Buch hervor, das unter dem Titel ״Les J uifs“ und der Leitung von Daniel-Rops in der Sammlung ״Pre.scnces“ (Paris. Librairic Pion 1937) erschienen ist. In der Tatsache, daß diese Sammelschrift von katholischer Seite kommt, ist ihre Eigenart begründet, ln einem Sammelwerk, an dem ein Dutzend verschiedener Autoren mitgearbeitet haben, können naturgemäß nicht alle Beiträge das gleiche Format haben. Man muß aber in fast allen Kapiteln des Buches das hohe geistige Niveau der Auseinandersetzung, die gute Dokumenticrung und das ernsthafte Bestreben nach einer objektiven Beurteilung der Frage anerkennen. Der einzige Beitrag, den man als peinlich bezeichnen kann, stammt aus der Feder des konvertierten Juden Rene Schwöb, dessen fanatische Ahlehnung des Judentums von seiner inneren Unsicherheit zeugt. Das Geleitwort und Schlußwort ist von dem großen franzö- *isch-katholischen Dichter Paul Claudel geschrieben worden. Erfreulicherweise hat der Verlag auch jüdische Autoren zur Mitarbeit hcrangezogen, und wir finden eine schöne Dar- Stellung der geistigen Werte des Zionismus aus der Feder des französisch-jüdischen Schriftstellers Amirt S p i r c. In dem ersten Teil der Sammelschrift, der das Phänomen drä Antisemitismus historisciidarstellen und seine Gründe erklären will, ist vor allem ein Beitra| von Jacques Maritain hervorzuheben. In der zweiten Gruppe ״Erklärungen“ versucht Pierre Oastinaud, der sich als Geschäftsmann und Nicht-Intellektueller bezeichnet, in einer bemerkenswert objektiven und lebendigen Weise die Reaktionen des Nichtjuden gegenüber dem Juden darzulcgen. In seiner ״Vocation et Dcstin d’Israel“ legt Denis de Rougemont die katholisch-religiöse Deutung des jüdischen Schicksals dar. Der dritte Teil des Buches enthält eine Darstellung der zionistischen Bewegung, in der neben jüdischen Autoren wie Andrö Spire auch der frühere Leiter des französischen Institutes in Damaskus, Robert Montagne eine interessante Darstellung der politischen Stellung des Zionismus in der Welt des Vorderen Orients gibt. In dem letzten Teil ״Das geistige Drama Israels“ legt Georges Cattaui die Geschichte des religiösen Gedankens Israels dar, dessen Erfüllung er im Rahmen einer geistigen Renaissance in Palästina sicht. Es ist bedauerlich, daß das soeben veröffentlichte Buch von Louis-Ferdinand Gel ine ״Bagatelles pour uu Massacrc“ (Editions Dcuvils 1937) die Auseinandersetzung mit dem jüdischen Problem auf einer ganz anderen Basis unternimmt. Cdline Ist in das Lager der schärfsten Judengegner eingerückt. Wenn auch das Buch der beiden jüdischen Autoren Steinhardt und Neu mann ״Illusions ct Realiies Juives“ (Librairic Lipsciuitz 1937) in keiner Weise mit dem Celineschcn verglichen werden kann, so verstimmt auch im Rahmen dieser kleinen Schrift der Ton. Die Verfasser stehen anscheinend dem Revisionismus nahe, sparen aber nicht mit einer scharfen Kritik an der Galuthpolitik der revisionistischen Bewegung. Von einer ganz anderen Seite als diese Schriften nimmt die Veröffentlichung ״La Situation Economique des Juifs da ns le Monde" das jüdische Problem in Angriff. Diese Schrift, deren erster Rand Berichte iiher die Lage der Juden in einer Reihe von!.ändern enthält, bi’det eine Grundläge für die Diskussionen über das aktuelle Judenproblern. K. . . . und in Ungarn Hofrat Samuel Stern, der Präsident der Israelitischen 1 andeskanzlci sowie der Poster Israelitischen Gemeinde, hat im Verlage der Gemeinde ein Büchlein herausgegeben: ״Die juden frage in Ungarn“, im geschichtlichen Teil der Arbeit weist der Verfasser nach, daß Juden schon Jahrhunderte vor der Landnahme hier gelebt, später von den Arpadenkönigen Privilegien erhalten haben. Hofrat Stern nimmt sodann die Judenheit gegen verschiedene Beschuldigungen in Schutz. Die katastrophalen Folgen des Zusammenbruclis nach dem Kriege wirkten sich — wie auf Grund amtlicher Daten dargestellt wird — auf das ungarische Judentum doppelt verhängnisvoll aus. Die historisch-prinzipiellen Ausführungen Sterns werden ergänzt durch die statistischen Daten des Generalsekretärs der Fester Israelitischen Gemeinde, Alexander E p p 1 e r. Die jüdische ,,Fruchtbarkeit'‘ hat längst aufgehnrt und ist seit 1920 einem empfindlichen Rückgang gewichen. Was die wirtschaftlichen Positionen anbclangt, so sind in der Industrie 7,56 ״H, im Handel 42,0 *0'י und in einigen freien Berufen 23—42 ga Juden beschäftigt, dagegen gibt es in der Urproduktion nur 0,33״״, im öffentlichen Dienst bloß 2,S5 «0 Juden. Ihre Beteiligung am Nationaleinkommen kann — nach Berechnung des Nation,•!!Ökonomen Fellner — hochstens aut 12,5 0־״ veranschlagt werden, denn breite Schichten der jüdischen Gesellschaft sind heute pmlcfarisicrt (von 8000 Kaufleuten in Budapest wohnen 60 ״״ in Litt-Zimmer-Küchc- Wohnungen; in der Arbcitsloscnstatistik der geistigen Arbeiter figurieren die Juden mit 29,6 ״״, und 27 ' ׳> der jüdischen Bevölkerung ist auf öffentliche Unterstützung angewiesen). Einen anderen Weg geht der Generalsekretär der Israelitischen Landeskanzlei, Dr. Laihshins Bnkonvi, der auf Grund von amtlichen Fragebogen ,.Die Statistik der jüdischen Kongreßgc m e i n d e ״ U 11 g a r 11 s" veröffentlicht. Demnach gab cs neben den (iroßgrineinden Budapests und seiner engeren Umgebung, die 32,2 י ׳ samtlieber Juden des Landes beherbergten (von der übrigen Bevölkerung wohnen nur 16 "n in Urofi-Rmlapcsl), Insgesamt 104 Mutter- und 76 Filialgemeinden in Ungarn, von denen bloß zwei Gemeinden eine Seelen/,1hl von lOCKtO bis 15 000 atifweisen, und mir 24 eine solche von 1000. In den Gemein den wirkten 90 Seelsorger in 233 Synagogen! und Bethäuscra, die 55 171 Tempel-.1t/e lu'-alien. Eni trauriges Bild bieten die Daten des Scliulwe-cns in den ncoiogm Gemeinden. Es bestanden in Buduno.f 9 Volk-! Inden mit 37 Lehrern und 2108 Zöglingen, in der Provinz 02 Volksschulen mit 136 Lehrern und 5219 Siludern (darunter 192 Nichtjuden). In den letzten zwei Ja!1!־/e!1nte!i haben 23 Schulen ihre Tore geschlossen, vornehmlich wegen Ahn,111 me der Schülerzahl, die sich seit 1621 um 22°״ vermindert hat, während sic im Landesdurchschnitt mit 4 71111111 ״״ tu. — Die Statistik der orthodoxen und Status quo-Gemrimlrn, die ebenfalls erwünscht wäre, durfte das Bild vom religiösen, kulturellen und sozialen Leben der Gemeinden nach der positiven Seite hin verändern. Eine juristisch-praktische Belehrung bezweckt die Arbeit des RA. Dr. Arthur Stein: ״D a s öffentliche und P r i v a t r c c h t der Juden in Ungar n“, von der Landnähme bis 711 m heutigen Tage, I. Teil. Das Büchlein gibt vor allem eine philosophisch-philologische Analyse der Begriffe: Judaismus, Christianismus, und entwickelt dann die Judcngesctzgcbung mit besonderer Berücksichtigung des Landeskongresses von 1868'60, wobei der Verfasser den konservativen Standpunkt vertritt. Direkt an die Juden wendet sich der bekannte Publizist Andreas S6s mit seiner Broschüre: ״Vor zugeschlagenen Türen“. Er fordert Selbstbesinnung auf die ewigen Werte des Judentums, aber auch Selbsthilfe und tätige Anteilnahme an der Lösung der sozialen und kulturellen Probleme der Gegenwart. Aufklärend wirkt in bezug auf den Zionismus die Schrift des Hatvaner Gemeindepräsidenten Dr. Ludwig Fodor: ״Jüdische Schicksalsfragen und der XX. Zionistenkongreß“. Im Anschluß an sein Dclegieitenrcfcrat plaidiert Fodor für eine energische, zielbeu!1 l'de Förderung der Palästina-Arbeit, deren Resultate er sta'i-ti-wh reich belegt. EingcleitCt wird das Buch durch eine Studie des ständigen Vertreters der ungarischen Minderheiten heim Völkerbund, Andreas Tanns, der auf die große Bedeutung des entstehenden Judenstaates bet der zukünftigen Behandlung aller Minoritätenprobleme hinweist. F, Erez Israel, Diagramme und Zahlen Der Keren Hajcssod und der Keren Kajcmeth haben eine Broschüre herausgegeben, die, entworfen von Dr. Ernst Mechner und Otto Wal lisch, in besonders instruktiver Weise einen Einblick in eine Reibe grundlegender Probleme des Palästina-Aufbaues vermittelt. Es ist eine statistische Broschüre, die jedoch nicht mit trockenen Zahlen arbeitet, sondern in Diagrammen sehr lebendig über die l andcshcdingungen und den Fortschritt des Aufbaus berichtet. \X T finden hier Aufzeichnungen über die geographischen Verhältnisse, die Hanptfortschrittc des Auf- Baus in wirtschaftlicher und kultureller Beziehung, die Entwicklung der Einwanderung und der Bevölkerung, weiterhin der Landwirtschaft, der städtischen Siedlung, der Industrie, der Ein- und Ausfuhr, der Schiffahrt, des nationalen Bodenhesitzes und seiner Besiedlung, der Einnahmen der nationalen Fonds, der Wirtschaftsergebnisse der Siedlungen, des hehräischcn Schulwerks und der jüngsten Siedlungen. Die Rroschüre wird mehr, als es viele Worte vermögen, ihren Zweck erreichen: instruktiv in weiten Kreisen zu wirken, die Probleme des Aufbau* anzudeuten und zu zeigen, welche Leistungen bisher durch jüdische Arbeit geschaffen worden sind. Briefe an die Redaktion Salomo ibn Gabirol flegjrm lew. Königsberg 1**5, S. 529—531) e:n Kapitel ״Kritik auch die Ansichten von Zum, S. J. Rapaport. welcher R. Hererh ja Ibmakdan als mutmaß- ]!, hen Anior kennt, verarbeitet werden. Doch entscheidet sich auch Lamlahnth für die Autorschaft de» Samuel des Frommen aus Speyer und seines Sohnes Jehuda aus Regensburg. Auch J. El bogen (Der jüdische Gottesdienst, 2. Auf!., 1924, S. 81) führt den Ursprung des Ilvmnus auf den Kreis Jchuda he Chassids zurück. Schalorn! Dr. O. Leibowiti Kleine Nachrichten Sir Sanmcl lloa re, der britische Innenminister, empfing eine Delegation dev Board of Drpntic«, dir «ich an ihn wegen der Frage der Aufnahme von Emigranten aus Oesterreich wandte. Nach einer Mitteilung der Harlnsxah Irrt eine New Yorker Gruppe 20 000 Dollar zur Unterstützung der Jugcmlalijah aus Oesterreich aufgebracht. Wie aus Rumänien gemeldet wird, werden dort samtliehe jüdischen und anderen Minoritäten angehfire nde Rechtsanwälte, auch diejenigen, die im alten Königreich geboren sind, dem rumänischen Sprarhcxamcn unterworfen. Bei den ä g y p t i s c h e n K a m m e r w a h I e n wurde rum erstenmal in der Geschichte Acgyplen* ein Jude zum Depu- Herten gewählt. Es ist Rennih Cafawy Dev, der in Komombo (Provinz Assuan) als unabhängiger Unterstutzer der Regierungspartei gewählt wurde. In Budapest starb, 67 Jahre alt, der Generalsekretär der Budapester orthodoxen Gemeinde, Heinrich Löffler. Er stand 45 Jahre im Dienste der Gemeinde. Ein Buch über Nansen. Werk und Leben Nansens wird in einer Biographie von H. Lam,ווו Trip — De Beaufort (Verlag C. A. J. van Dishoeck, Bussum 1937) anschaulich dargestellt. Besondere Aufmerksamkeit verdient wegen seiner Aktualität jener Teil des Buches, der — beginnend mit der großzügigen Arbeit für die Hcimfiihrung der in Rußland Gefangenen des Weltkrieges — die große menschliche und organisatorische Leistung der Lenkung des Stromes der nach dein Weltkriege heimatlos Gewordenen aus vielen Ländern und Nationalitäten beschreibt. Russen, Armenier, Griechen, Bulgaren, Türken waren Nansens Fürsorge anvertraut. Zahlreiche Juden befanden sich unter ihnen. Mit unerhörter Energie und Zähigkeit hat er die Schwierigkeit überwunden. Schwierigkeiten des Transportes und der Ernährung, der Ausweispapiere und der Einordnung, der Aufbringung der erforderlichen Mittel und der Verhandlungen mit den Regierttngen und Organisationen häuften sich überall. Die starke Persönlichkeit Nansens überwand alle Widerstände. R, L, Juden und Jüdisches!m Rundfunk, x Dienstag, 5. Aprils Luxembürg, 12.30: M’iedethohing des Vortrags von F!au Dir״,me über Sarah Bernhardt. — London, 20: Franz O-bnrn und J'manuel Feuermann spielen Sonaten Dr Klavier und Cello von Beethoven und Hindem■!h. — Mittwoch, 5. April: Frag 11, 20: Gustav Mahler, VII. Sinfonie, Bad Homburg, den 30. 3• 38 An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ In dem Aufsatz über ״Salomo ibn Gabirol“ in Nr. 23 wird erwähnt, daß die Hvmnen Srhlr hajichud und Schir hakawod Gabirol 7.11m Verfasse rhaben. Dem ist nicht so. Nach liner (Awodat lisrael) ist der erste Hvmnus 'von Rabbcnu Samuel, der letzte von seinem Sohn Rablzenu Jehuda he rhasdri aus Regensburg verfaßt; beide Feststellungen wergemacht. Landshuth bringt in seiner bibliographisch wertvollen Ausgabe des Gebetbuchs (Siddur